Familie vs. Partner - Hilfe zum Auszug?!

K

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Gast
Hallo liebes Forum,
ich bin zum ersten Mal hier im Off-Topic-Bereich und hoffe, dass man hier ähnlich viele hilfreiche Antworten bekommt, wie in den anderen Forensektionen.

Für meine Problem und meine jetzige Situation werde ich leider etwas ausholen müssen, aber grob ein paar Kerndaten:
Ich bin 24, befinde mich im ersten Jahr der Ausbildung zum Erzieher (also bekomme ich kein Geld), wohne noch zu Hause (komme aus relativ guten Umständen) und jobbe hier und da, wie es die Zeit zulässt.
Meine Partnerin ist 23, befindet sich ebenfalls in einer unbezahalten Ausbildung (bekommt aber etwas Bafög) und wohnt ebenfalls noch daheim.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht, wie ich anfangen soll. Nach der Schule, die ich mit Fachabitur verließ, absolvierte ich ein Jahrespraktikum und studierte anschließend. Nach dem ersten Semester war mir aber klar, dass die Richtung, die ich eingeschlagen hatte, nichts für mich ist, also brach ich mein Studium ab und absolvierte anschließend ein Praktikum in einem Jugendzentrum. Das machte mir so viel Spaß, dass ich unbedingt Soziale Arbeit studieren wollte, aber leider bekam ich, trotz Warterei und sozialem Engagement keinen Studienplatz, weshalb ich letzten Sommer die Ausbildung zum Erzieher anfing und nebenbei noch mein Abitur nachhole. Soweit es zeitlich passt, jobbe ich auch ein wenig, komme aber momentan nicht über 200€ zusätlich im Monat.

Mit meiner Partnerin bin ich nun schon seit ein einhalb Jahren zusammen. Wir hatten nicht immer eine leichte Zeit, rafften uns aber immer wieder gemeinsam auf. Erschwerend war anfangs, dass sie ziemliche Bindungsängste hat und auch im Umgang mit Menschen, insbesondere meiner Familie, Probleme hat.
Sie fühlt sich schnell unwohl, ist meistens still und kommt halt nicht wahnsinnig aus sich heraus, obwohl sie in ihrem eigenen Freundeskreis ganz locker ist. Auf Nachfrage erzählte ich meinen Eltern davon, dass sie Probleme hat, was vorallem daran liegt, dass ihr Elternhaus ziemlich schlecht ist. Seitdem versuchen sie den Kontakt irgendwie zu erzwingen (was prinzipiell nett gemeint war und teilweise auch klappte), allerdings verschlimmerten negative Kommentare oder Sprüche meiner Eltern das Verhältnis, sobald es mal nicht so klappte, wie sie es sich erhofften.

Sie wollten meine Partnerin in die Familie integrieren, trieben aber, durch den "Zwang" der daraus resultierte, auch regelmäßig einen Keil zwischen uns. Sie gab sich aber definitiv Mühe, auch wenn Außenstehende das nicht sehen wollten.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass sie ausschließlich bei mir schlafen kann, weil sie daheim nur ein kleines Durchgangszimmer hat. Aufgrund des Verhältnisses zu ihren Eltern bekommt sie auch Antidepressiva.

Nun kam es, mehr oder weniger mit Ansage, zum Supergau. Am Samstag war ja bekanntlich Valentinstag und meine Freundin und ich wollten den Tag im Zoo verbringen. Meine Schwester feierte Abends groß ihren 30. Geburtstag und auch wenn es nicht unbedingt der Wunsch meiner Freundin war, einigten wir uns darauf, dass wir dann wenigstens für 2-3 Stunden da vorbei schauen würden.

Am Freitag Abend ging es dann meiner Freundin etwas schlechter. Sie hatte Bauchschmerzen und ihr war übel. Ich vermute sie hat was schlechtes gegessen und sie schlief auch viel. Am Samstag, als wir eigentlich zum Zoo fahren wollten, verschlimmerte es sich und sie musste sich mehrmals übergeben, weshalb wir bei mir zu Hause blieben. Natürlich fragten meine Eltern was los sei, weil wir ja nicht zum Zoo fuhren und als ich sie aufklärten kam nur soetwas wie "Oh, super, dann können wir ja später zusammen zu dem Geburtstag fahren". Sie fuhren dann irgendwann alleine, weil ich sagte, ich möchte erstmal abwarten, ob es ihr besser geht.

Ging es aber leider nicht. Sie bot mir mehrfach an alleine dahin zu fahren, weil sie befürchtete, dass die anderen nur meckern und glauben würden, dass sie sich drückt. Ich schlug ihr Angebot allerdings aus und blieb aus mehreren Gründen bei ihr: Zum einen, weil ich meinen Partner an Valentinstag nicht alleine zu Hause lassen wollte und zum anderen, weil ich ihren Geburtstag wenige Monate zuvor verpasst hatte, weil ich mit meiner Familie weg war (was meine Freundin damals richtig verletzt hatte) und ich dementsprechend immernoch ein schlechtes gewissen hatte.

Nundenn, nun zum Supergau für mich: Nächster Tag, riesiges Theater. Obwohl ich ihnen erklärt hatte, dass ich mich dafür entschieden hatte daheim zu bleiben, weil ich sie ungern allein lassen wollte und ich mich wegen damals schlecht fühlte, gaben meine Eltern allein ihr die Schuld und behaupteten vehement, dass sie einen Keil in die Familie treiben würde. Es hätten sie ja auf der Feier so viele Leute angesprochen, wo ich wäre und auch meine Schwester wäre ja enttäuscht von mir. Sie brüllten durchs halbe Haus, wie asozial meine Freundin wäre, dass alles ihre schuld wäre und dass sie gestört sei. Ich versuchte meine Eltern zu beschwichtigen, aber die wollten garnicht mehr hören was ich sagte und wollten meine Freundin nun "unter Anwendung des Hausrechts", nicht mehr zu mir lassen. Diese hatte sich bereits unter Tränen auf mein Zimmer zurückgezogen.

Ich liebe meine Partnerin. Und entgegen der Meinung meiner Eltern finde ich eher ihr Verhalten asozial. Ich tröstete meine Freundin ziemlich lange und fuhr sie anschließend erstmal nach Hause.

Ich finde es absolut unverschämt, dass sich meine Eltern derart in meine Beziehung einmischen. Ich empfand das ständige Nachfragen wenn wir uns kurz gestritten hatten schon als störend, konnte darüber aber noch hinwegsehen, aber das jetzt?
Ich möchte definitiv zu meiner Partnerin stehen, aber wie soll man eine vernünftige Beziehung führen, wenn man sich künftig quasi nurnoch in der Öffentlichkeit sieht?

Ich würde nur zu gerne ausziehen. Aber ich verdiene kaum etwas und dasselbe gilt auch für meine Freundin.

Ich bin gerade ziemlich verzweifelt...
 

Benutzer148761  (32)

Meistens hier zu finden
Also ich glaube, es gibt Regeln, dass Eltern dir bis zu einem gewissen Alter Unterhalt zahlen müssen. Das sollte denke ich mind. bis 25 gelten, vll aber auch für die komplette Ausbildung. Bin mir aber nicht 100 pro sicher. Informier dich mal im Inet.
Aber deine Freundin sollte sich mit BAFÖG u. eventuellem Mietzuschuss eigentlich auch wenigstens ein WG-Zimmer leisten können, was ihr euch ja notfalls teilen könntet.
Warum bekommst du eigentlich für die Erzieher-Ausbildung kein Geld?
 

Benutzer109511  (27)

Planet-Liebe Berühmtheit
Das Verhalten deiner Eltern nach dem Geburtstag empfinde ich auch als total überzogen :eek:
Deiner Freundin ging es nun mal körperlich nicht gut und somit war sie nicht in der Lage, groß weg zu gehen. Natürlich hättest du vielleicht trotzdem für 1,2 Stunden zu deiner Schwester fahren können, aber dass du deine Freundin nicht allein lassen wolltest, kann ich auch verstehen. Oh Mann...


Um die Kosten für eine eigene Wohnung so gering wie möglich zu halten, würde ich dir empfehlen, nach WG- Zimmern zu schauen. Und evtl gucken, ob du einen Wohnberechtigungsschein bekommen kannst. Dieser berechtigt dich zum Einzug in eine Sozialwohnung. Mein Freund und ich haben auf diese Weise unsere Wohnung gefunden zum Beispiel.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde es absolut unverschämt, dass sich meine Eltern derart in meine Beziehung einmischen. Ich empfand das ständige Nachfragen wenn wir uns kurz gestritten hatten schon als störend, konnte darüber aber noch hinwegsehen, aber das jetzt?
Ich finde das Verhalten deiner Eltern extrem übergriffig. Bist du ein 14jähriger, der seit ein paar Monaten seine erste Freundin hat, oder ein 24jähriger, der schon über ein Jahr mit seiner Partnerin zusammen ist?
Auf mich macht es den Eindruck, als könnten deine Eltern dich nicht loslassen- das "Integrieren" in die Familie erscheint mir nur vorgeschoben, denn jeder normal intelligente und empathische Mensch weiß, dass man eine gute Integration nicht dadurch erreicht, dass man blöde Kommentare von sich gibt. Vor allem, wenn man weiß, dass die Partnerin ein schwieriges Verhältnis zu ihren Eltern hat und deswegen vorbelastet ist.
Nein, meiner Meinung nach solltest du deinen Eltern da ganz klar einen Riegel vorschieben und ihnen zeigen, dass ihr Verhalten so absolut nicht geht.
Ein Auszug wäre natürlich eine gute Idee. Du hast keinen Anspruch auf Bafög?
Ich würde mich mal informieren, was deine Eltern dir zahlen "müssen", wenn du ausziehst. Nur durch Nebenjobs geht's wahrscheinlich nicht. Oder du schaust, ob elternunabhängiges Bafög für dich in Frage kommen würde.
[DOUBLEPOST=1424083305,1424083268][/DOUBLEPOST]Ist sie eigentlich deine erste Freundin?
Wenn nein, wie sind sie mit deinen anderen Partnerinnen umgegangen?
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Naja, du schilderst hier halt deine Sicht der Dinge. Ich denke einfach mal, der Blickwinkel deiner Eltern ist da eben ein ganz anderer. Vermutlich empfinden sie es einfach so, dass du dich extrem von deiner Freundin und ihren Stimmungen abhängig machst und dein Leben sehr danach ausrichtest.
Das ganze ist ja wohl nicht wegen der einen Sache so eskaliert, sondern wird sich länger hochgeschaukelt haben.

Das Zusammensein mit einer depressiven, schwierigen Person führt ja leider nicht selten dazu, dass man sein einiges Verhalten auf ungesunde Art und Weise verändert und das Umfeld vor den Kopf stößt, ohne es selbst zu merken.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Naja, du schilderst hier halt deine Sicht der Dinge. Ich denke einfach mal, der Blickwinkel deiner Eltern ist da eben ein ganz anderer. Vermutlich empfinden sie es einfach so, dass du dich extrem von deiner Freundin und ihren Stimmungen abhängig machst und dein Leben sehr danach ausrichtest.
Das ganze ist ja wohl nicht wegen der einen Sache so eskaliert, sondern wird sich länger hochgeschaukelt haben.

Das Zusammensein mit einer depressiven, schwierigen Person führt ja leider nicht selten dazu, dass man sein einiges Verhalten auf ungesunde Art und Weise verändert und das Umfeld vor den Kopf stößt, ohne es selbst zu merken.
Schweinebacke Schweinebacke hat da was ganz wichtiges angesprochen.
Ich hatte selbst eine Freundin...sehr lange...die ihre Problemchen hatte. Meine Eltern waren auch gegen sie und wurden in meinen Augen auch irgendwann unfair. Damals war sie es, die nicht mehr zu uns kommen wollte. Ich bin dann mit ihr zusammengezogen um dann zu merken, dass das nix wird.

Ich will weder dir und ihr etwas unterstellen, ich habe aber eben auch die Erfahrung gemacht, dass Menschen sich sogar übergeben können, wenn sie etwas wollen..oder eben nicht wollen. Wie das bei dir / euch gelagert ist, kann ich nicht nachvollziehen. Ich weiß auch, dass es kaum einen Sinn macht dir zu sagen, dass du auf dich aufpassen sollst. Depressionen können ein sehr sehr mächtiger Gegner sein und werden nie komplett besiegt.

Vielleicht haben meine Eltern etwas gesehen, dass ich damals nicht gesehen habe / nicht sehen wollte. Aus heutiger Sicht würde ich mir eigentlich gerne einen Genickschlag verpassen..so gegen 2003 spätestens...da waren wir schon 3 Jahre zusammen. Nicht, dass ich die Zeit gänzlich bereut hätte...aber ein bisschen kürzer hätte ich mir die Sache schon machen können...

Vielleicht ginge als Lösung auch erstmal folgendes: Warum zieht sie nicht aus? Sie hat etwas Bafög, könnte noch ein bisschen was von ihren Eltern bekommen und in ner WG unterkommen. Dort könntet ihr euch auch mal treffen (nicht nur da rumhängen, denn es gibt ja auch Mitbewohner). Grundsätzlich würde ihr das wohl eher gut tun, mal aus dem Elternhaus rauszukommen...

Macht sie eigentlich ne Therapie?
Was ist sie sonst so für ein Mensch?
Was für Probleme gab es noch?
 
K

Benutzer

Gast
Hallo und besten Dank!
Nein, sie ist nicht meine erste Freundin. Meine Partnerin zuvor war sehr aufgeschlossen und konnte sich mit allen gut unterhalten. Eher sogar zu gut. Sie kam ebenfalls aus guten Haus, war aber ziemlich verwöhnt und Ich-bezogen. Wegen Uni und Arbeit verbrachten wir allerdings wenig Zeit, sahen uns oft nur abends, was für sie okay war, für mich aber nicht.
Nach dem die Beziehung beendet war, zeigte sich meine Familie auch ziemlich erfreut darüber, da sie ziemlich arrogant und herrisch war und immer ihren Willen durchsetzen wollte.

Meine jetzige Freundin ist so ziemlich das Gegenteil von meiner vorherigen Partnerin. Sie möchte viel Zeit mit mir verbringen, auch einfach mal nur zu zweit sein. Sie hat, wie gesagt, eine kleine Sozialphobie. Zum Vergleich: Meine jetzige Partnerin kommt meistens zu mir, geht durchs Haus und sagt meinen Eltern Hallo und geht dann auf mein Zimmer. Meine ehemalige Partnerin setzte sich noch ins Wohnzimmer und erzählte meinen Eltern gefühlt ne halbe Stunde, wie ihr Tag war.
Mit meiner Exfreundin und meinen Eltern frühstückten wir auch mal am Wochenende zusammen, oder sie saß dabei und laß ein Buch, wenn ich mit meinen Eltern Fußball guckte. Meine jetzige Partnerin möchte soetwas nicht, weil sie die Situation oft unangenehm findet. Mein Vater ist ein Typ, den nicht unbedingt jeder mag: etwas derber, stellt viele Fragen und sagt auch häufiger Dinge, die manch einer als beleidigend auffassen würde. Meine Mutter ist umgekehrt eher eine Obermutter, die am liebsten jeden Tag zig Stunden Stunden mit jedem quatschen möchte und jeden der kommt bekochen würde. Andererseits ist sie auch extrem neugierig, möchte über jeden Streit bescheid wissen und gibt dann ihren Senf dazu. Sie kommt auch ständig in mein Zimmer, oder will aufeinmal irgendwas von mir, wenn meine Partnerin gerade da ist (im schlimmsten Fall stört sie uns beim Sex).

Das Verhältnis zwischen meiner Partnerin und meiner Mutter verbesserte sich permanent und sie mochten sich eigentlich. Meine Partnerin war zuletzt auch auf einigen Familiengeburtstagen, obwohl sie sich merklich davor fürchtete. Ich musste ihr dann immer ein wenig zureden und sagen, dass ich ja für sie da bin (gegebenfalls auch zusichern, dass wir gehen, wenn es unangenehm für sie wird).

Meine Eltern sahen es wohl als negativ an, dass sie nicht so kommunikativ ist und sich ewig mit ihnen unterhält und auch kein Interesse daran hatte dabei zu sein, wenn wir Fußball gucken. Mein Vater beschrieb es als ein Kommen und Gehen, ohne dass er sie wirklich kennen würde.

Ich könnte hier glaube ich ewig schreiben, weil die Situation bei mir schon länger etwas unangenehm ist und jetzt halt durch meine Partnerin nochmal akut wird. Ich möchte eigentlich schon etwas länger ausziehen, mir fehlen allerdings die Mittel und letztlich verwerfe ich die Pläne oft wieder, weil meine Eltern im Grunde genommen nur Gutes beabsichtigen.
Als meine Schwester noch hier wohnte, war die Situation für mich wesentlich besser. Meine Elter schossen sich oft auf meine Schwester ein, drohten oft mit Rauswurf und wir als Geschwister machten uns füreinander stark. Ihr Vorwurf war damals ebenfalls, dass sich meine Eltern zu sehr einmischten und alles kontrollieren wollen. Allerdings bezog sich das mehr auf berufliche Dinge, statt Beziehungen. Seitdem sie ausgezogen ist, verbesserte sich das Verhältnis zu meiner Schwester aber prompt und scheinbar konzentriert man sich hier allein auf mich.

Ich weiß garnicht, wie ich meine Umstände erklären soll, denn es handelt sich überwiegend um Kleinigkeiten die mir unangenehm sind, wohingegen ziemlich große "Wohltaten" meiner Eltern gegenüberstehen. Ich habe auch die Befürchtung, dass es hier zu Einseitig ist und negativ rüber kommt, wenn ich Beispiele nenne.
Es wird ziemlich oft an mir und meinem Lebensstil gemeckert. Wenn ich einen Tag frei habe und länger aufbleibe und noch irgendwas mache, kann ich mir ziemlich sicher sein, dass mich mein Vater darauf anspricht und sinngemäß sagt, dass ich verantwortungslos sei, keinen ordentlichen Rhythmus hätte und daran rumnörgelt, was ich in meiner Freizeit mache.
Oft wird mir auch vorgeworfen mich im Haushalt rauszuziehen, weil ich mal vergessen habe, den Müll rauszubringen, oder die Spülmaschine auszuräumen. Das kommt relativ häufig vor, wenn ich im Stress bin und es schlichtweg übersehe, weil ich an dem Tag garnicht erst in der Küche war. Wenn ich mich dann aber entschuldige, wird das nicht einfach abgetan, sondern ich darf mir dann oft eine Stunde anhören, was meine Eltern alles für mich tun und wenig von mir zurückkäme (Oft kommt dann auch ein alberner Vergleich: Wie kannst du beruflich etwas soziales machen wollen, wenn du zu Hause asozial bist).
Ich muss mich zudem meistens an- und abmelden, wenn ich das Haus verlasse. Mich stört es prinzipiell nicht, aber Außenstehende finden das natürlich mehr als komisch. Allerdings finde ich es auch irgendwie normal, wenn man zusammen wohnt, kurz bescheid zu sagen, wie lange man weg ist und was man macht.

Bezüglich meiner angestrebten Berufswahl musste ich mich auch verdammt lange durchsetzen, weil es nicht das ist, was sich mein Vater für mich erhofft hatte. Er möchte, dass seine Kinder etwas vernünftiges machen und später ohne Unterstützung gut leben können und am besten ihre Familie allein versorgen können. Als Erzieher oder Sozialarbeiter wäre das aber wohl nicht möglich und es hat bestimmt ein Jahr mit ständigen Diskussionen gebraucht, bis sich mein Vater mehr oder weniger damit abgefunden hat, dass ich das machen möchte, weil es mir Freude bereitet.

Weil sich vieles von dem da oben aber negativ anhört muss ich dazu sagen, dass ich die Motivation dahinter verstehen kann. Meine Eltern sorgen sich um mich, wollen nur das Beste für mich, meinen allerdings das zu tun, indem sie mich bevormunden. Ich bekomme von meiner Familie finanzielle Unterstützung, mir geht es im allgemeinen ziemlich gut, ich besitze ein eigenen Auto (welches ich mir sonst wohl nicht leisten könnte). Meine Eltern sind immer für mich da und unterstützen mich, wenn ich ihre Hilfe brauche. Zuletzt sogar, als ich mal richtig Scheiße gebaut hatte. Ich hatte wahnsinnige Angst, dass sie mich in Grund und Boden stampfen und fürchtete mich vor den Gespräch mit meinen Eltern, aber stattdessen waren diese ruhig und gelassen, beteuerten dass sie immer für mich da sind, wenn ich Hilfe bräuchte und halfen mir.

Wie ihr merken dürftet, bin ich ziemlich abhängig. Ich spiele schon lange mit dem Gedanken auszuziehen, weil ich einfach unabhängiger sein möchte und es nicht gut finde, wenn meine Eltern ihre Nase in alles reinstecken. Andererseits weiß ich, wie abhängig ich eben bin, fürchte mich davor keine Unterstützung mehr zu bekommen und weiß auch garnicht, wie ich einen Auszug finanziell bewerkstelligen soll. Auf Bafög hätte ich keinen Anspruch, dafür verdient mein Vater viel zu viel. Unterhalt wäre er mir auch nurnoch ein halbes Jahr schuldig, weil ich dann 25 werde (außerdem möchte ich nicht, dass es zum kompletten Bruch kommt). Ich denke schon lange, dass ein Auszug mir im Verhältnis zu meinen Eltern helfen würde, dass es mir helfen würde Selbstständiger zu werden und auch, dass es sich positiv auf meine Beziehung auswirken würde.


Schweinebacke Schweinebacke Macht sie eigentlich ne Therapie?
Was ist sie sonst so für ein Mensch?
Was für Probleme gab es noch?

Nein sie macht keine Therapie. Ich würde auch sagen, dass es Probleme sind, die überwiegend sie beschäftigen. Sie hat absolut kein Selbstwertgefühl und hat hin und wieder den Drang sich selbst zu verletzen, wobei das durch die Medizin schon deutlich besser geworden ist.

Sie hat eine (leichte) Sozialphobie. Sie weiß nicht wie sie mit Eltern und Familie umgehen soll, weil sie sowas nicht(kaum) kennt und nur schlechte Erfahrungen gemacht hat. Sie musste wegen familiären Verhältnissen die Uni abbrechen, weil sie zu Hause nicht lernen/schlafen konnte, weil ihr arbeitsloser Bruder die ganze Nacht lang laut Videospiele spielt. Ihre Eltern lassen ihm das durchgehen, weil seine Partnerin sich von ihm getrennt hat und er sein Kind nichtmehr zu Gesicht bekommt.
Meine Freundin wird dort oft von ihrem Vater angeschrien. Oft sind es Dinge, an denen sie keine Schuld trifft. Sie ist ja eh so gut wie nie zu Hause, weil sie überwiegend bei mir, oder anderen Freunden schläft. Beruflich läuft es für den Vater ziemlich schlecht und wenn sie dann mal zu Hause ist (oft nur um frische Sachen einzupacken), wird sie als Parasit beschifft und einfach wahllos beleidigt. Sie lebte eigentlich nur von ihrem Kindergeld, oder Freunden, die sie irgendwie mit durch ziehen. Ein Mal wurde er sogar fast handgreiflich, weil er selbst vergessen hatte, vernünftig Kindergeld zu beantragen (obwohl der Betrag dann ja eh nachgezahlt wird). In letzter Zeit hat sich die Situation aber um einiges entspannt.

Jedenfalls hat sie deshalb ein Problem mit Familie und versucht deshalb manchen Veranstaltungen aus dem weg zu gehen (wobei sie sich ja inzwischen echt Mühe gibt und es auch manchmal gut klappt). Sie sieht wohl in der groben und lauten Art meines Vaters gewisse Parallelen zu meinem Vater und fürchtet sich deshalb ein wenig vor ihm.

Oh, und um noch eine Frage zu beantworten, bzw. eine These.
Welche Vorfälle gab es noch:
Wohl so mit einer der größten Vorfälle in unserer Beziehung war, als ich letztes Jahr im Oktober ihren Geburtstag verpasste. Eigentlich wollte ich mit ihr an ihrem Geburtstag wegfahren und etwas unternehmen, wir planten auch schon grob etwas.
Dann entschloss meine Mutter anlässlich ihres Geburtstags einen Tag vorher, mit der engsten Familie spontan nach Rom zu fliegen, weil das schon länger ein Traum von ihr gewesen ist. Meine Partnerin wurde hierbei nicht miteingeplant. Ich entschied mich, weil ja die "Familienkeule geschwungen wurde", dafür mitzufliegen.
Das war ein harter Schlag für meine Partnerin und das nimmt sie mir bis heute, verständlicherweise ziemlich übel. So wie sie sagt, war das wohl die größte Enttäuschung ihres Lebens.

Nun war es an Weihnachten so, dass die Familie am ersten Feiertag zu uns kam. Ich bat meine Freundin darum ebenfalls zu kommen und sie kam. Wir saßen zusammen, aßen und tranken und eigentlich war alles gut. Nach ca. 2 Stunden kam dann aber das Thema Rom auf und meine Mutter sowie meine Schwester schwelgten vor Begeisterung und erzählte gefühlt ewig davon. Meiner Partnerin gefiel das natürlich nicht. Obwohl ich versuchte ein anderes Thema anzusprechen, ließen diese davon nicht ab, obwohl es auch anderen Gästen zu viel wurde.
Meine Partnerin ging daraufhin auf mein Zimmer, ich lief ihr hinterher und sie weinte dort ziemlich lange.

Dass meine Partnerin nicht dabei geblieben ist, weil sie bei der Erinnerung an ihren Geburtstag traurig wurde, wurde ihr jetzt ebenfalls angekreidet. Sie sei ja nicht "familienfähig". Dass ich ihr dann hinterher bin, sie tröstete und bei ihr blieb wurde dann einfach so gedeutet, als würde sich meine Partnerin völlig ohne Grund und übertrieben anstellen und ich wäre das Weichei, welches alles vernachlässigt, um sich um seine Freundin zu kümmern.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Benutzer148761  (32)

Meistens hier zu finden
Das klingt ja alles recht kompliziert. Ich denke, du solltest mal mit deinen Eltern sprechen. Ihnen erklären, wie du die Dinge siehst und wie es ihr geht. Dann solltest du ihnen sagen, dass sie dir sehr wichtig sind, aber dass du in einem Alter bist, in dem es für beide Seiten schwierig ist noch zusammen zu wohnen. Ich würde da die Sache mit deiner Freundin rauslassen. Dann würde ich sie bitten, ob sie bereit wären, dir ein WG-Zimmer zu finanzieren. Ich könnte mir vorstellen, dass das klappt. Deine Eltern scheinen ja wirklich keine Unmenschen zu sein, sie haben nur auch ihre Eigenarten und mischen sich für dein Alter einfach zu viel ein. Auch dir würde es für die Selbständigkeit sicherlich gut tun, mal auszuziehen. So könntest du ihnen das ja auch sagen. Das dir auffällt, dass du nicht verantwortungsbewusst und organisiert genug bist und dass dir ein Auszug dabei helfen könnte, mehr in der Realität und dem echten Erwachsenenleben anzukommen. Kannst ja auch noch irgendwie andeuten, dass dir durch die finanzielle Änderung dann vielleicht auch das Thema Beruf und Geld verdienen realer erscheinen wird und es dann vielleicht doch noch die Aussicht gibt, dass du deinen Berufswunsch änderst.
Was machen deine Eltern eigentlich beruflich?
[DOUBLEPOST=1424102028,1424101921][/DOUBLEPOST]PS: Kannst ja auch mit einbeziehen, dass es zwischen deiner Schwester und deinen Eltern seit dem Auszug auch viel besser klappt und dass du dir das auch wünschen würdest, damit eure Beziehung so gut und innig bleibt. Zu viel räumliche Nähe zerstört nämlich manchmal die emotionale Nähe.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Nein sie macht keine Therapie.
Sie nimmt Antidepressiva ohne begleitende Therapie? Das würde ich nicht für besonders förderlich halten. Vielleicht könntest du das bei ihr mal anregen. Denn das:
So wie sie sagt, war das wohl die größte Enttäuschung ihres Lebens.
Obwohl ich versuchte ein anderes Thema anzusprechen, ließen diese davon nicht ab, obwohl es auch anderen Gästen zu viel wurde.
Meine Partnerin ging daraufhin auf mein Zimmer, ich lief ihr hinterher und sie weinte dort ziemlich lange..
ist doch schon sehr übertrieben. Vielleicht kriegst du das gar nicht mehr so mit, aber dieses Verhalten ist nicht gesund.

Das Verhalten deiner Eltern finde ich im Gegenzug aber auch übertrieben und übergriffig. Ich denke, da nehmen sich beide Parteien nichts.
 
K

Benutzer

Gast
Bezüglich der Therapie wollte ich ihr helfen. Wir sprechen häufiger darüber. Sie hat halt niemanden, der sie unterstützt und mit ihr irgendwo hingeht. Sie traut sich halt nicht mal die Initiative zu ergreifen und aktiv Hilfe zu suchen.

Ich weiß, dass sowohl ihre als auch die Reaktion meiner Familie übertrieben sind. Ich fühle mich in der Mitte ziemlich verloren, weil ich versuche es allen recht zu machen, aber sich irgendwie alle bockig stellen.
Die Situation an sich ist ja schon paradox: Es ist okay, wenn ich nach Rom fliege und den Geburtstag meiner Freundin sausen lasse. Umgekehrt ist es aber eine große Untat, wenn ich den Geburtstag meiner Schwester verpasse.
 

Benutzer148761  (32)

Meistens hier zu finden
Sag das doch deinen Eltern auch mal so.
Du hast jetzt 2 Baustellen: 1. Du solltest versuchen, die Beziehung zwischen deiner Freundin und deinen Eltern zu kitten und dabei stärker auf der Seite deiner Freundin stehn und Verständnis einfordern.
2. Du musst wirklich daran arbeiten, dass du ausziehen kannst. Und auch deine Freundin sollte versuchen auszuziehen. Wenn ihr zusammenzieht, wäre es für euch beide günstiger und in dem Alter noch zu Hause zu wohnen ist doch wirklich keine gute Situation, vor allem bei dem, wie sich ihre Eltern verhalten und wie nun auch noch deine Eltern anfangen. Muss ihnen doch auch klar sein, dass das nicht funktioniert dir zu verbieten sie zu empfangen. Aber ganz abgesehen davon halte ich viele deiner Probleme für ziemlich "normal" wenn man in dem Alter noch zu Hause wohnt. Denn deine Eltern sehen dich immer noch zu stark als ihr Kind an und wollen dich bevormunden, obwohl du inzwischen erwachsen bist. Du selber setzt da aber auch keine eindeutigen Zeichen, wenn du weiterhin so abhängig bleibst.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Hmm...ich finde das Verhalten von deiner Freundin deutlich heftiger, als das von deinen Eltern. Sicher haben sich deine Eltern auch nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, aber ihre Reaktionen entspringen keinen kleinzuredenden minimalen Problemchen. Ich finde es schon etwas bedenklich, was sie da tut..sie ist dir absolut nicht ebenbürtig und wird es vermutlich auch niemals sein.
Ich hatte auch mal so ein Gefälle und habe sie versucht, ohne es zu wollen, ständig zu erziehen und zum "besseren" zu bewegen... Das funktioniert aber nicht..nie...

Den Gedanken wollte ich dir noch mitgeben...
 

Benutzer129922 

Öfters im Forum
Leute? Es ist doch wohl normal, dass sie total sauer ist, wenn ihr Freund spontan eine traumhafte Reise OHNE sie macht, obwohl eigentlich geplant war, dass sie beide zusammen verreisen werden. Und das dann auch noch an ihrem Geburtstag. Ich wäre auch extrem sauer/enttäuscht und käme mir total verarscht vor. Was bitte ist daran übertrieben`?
Wenn man sowieso schon Probleme mit seinem Selbstwertgefühl hat, fühlt sich das einfach nur Scheisse an, wenn man von der Person, die man liebt so überrumpelt wird. Ich möchte dir jetzt nicht noch mehr Schuldgefühle einreden, sondern wollte dir damit einfach nur sagen, dass ich deine Partnerin verstehen kann.


Ich kann mir vorstellen, dass deine Freundin vielleicht auch einfach Probleme mit deiner Familie hat, da sie in deiner Familie sieht, wie eine Familie sein kann. Ich selbst komme auch aus einer Familie, in der es nie leicht war. Und immer wenn ich bei meinem Freund bin, sehe ich, wie diese Familie miteinander umgeht. Es kommt mir dort einfach so perfekt vor, dass ich manchmal einfach neidisch bin und es mich sehr traurig macht, dass es bei mir nie so war. Ich bin mit meinem Freund nun über vier Jahre zusammen und ich habe auch eine Weile gebraucht, bis ich wirklich mit seiner Familie klar kam. Wir haben auch jetzt noch eine Menge Differenzen, da mein Freund noch zu Hause wohnt und ich mir wünsche, dass er mit mir zusammen zieht, aber seine Eltern auch so anhänglich sind, dass sie ihn einfach nicht gehen lassen können (oder wollen).


Ich denke jedenfalls, dass ihr das auf jeden Fall ZUSAMMEN schaffen könnt. Mach deinen Eltern klar, dass du deine Partnerin liebst und das du zu ihr halten wirst, egal was kommt. Doch erkläre deinen Eltern trotzdem, dass du natürlich auch die beiden liebst und sie dich nicht verlieren werden, nur weil du ausziehen magst. Du bist schließlich ihr Sohn.
 

Benutzer109511  (27)

Planet-Liebe Berühmtheit
Hier wurden schon viele gute Dinge gesagt, sodass ich nicht mehr viel beisteuern kann. Ein, zwei Dinge möchte ich aber trotzdem noch beisteuern.

Zum einen sollte deine Freundin unbedingt nach einer Therapie schauen. Kannst du sie dabei nicht unterstützen? Nur Antidepressiva nehmen ohne begleitende Therapie ist wenig sinnvoll und löst ihre Probleme nicht dauerhaft. Um sich dauerhaft selber besser zu fühlen, sollte deine Freundin zB dringend an ihrem geringen Selbstbewusstsein arbeiten.

Ihr Verhalten mag übertrieben erscheinen, resultiert aber sehr wahrscheinlich aus ihren psychischen Problemen. Teilweise erkenne ich mich selber in deinen Schilderungen über sie ( ich bin zB auch extrem sensibel und neige zu Überreaktionen, bin sehr schnell verletzt, fühle mich unter vielen fremden Menschen schnell sehr unwohl usw. Ich habe seit längerem Depressionen, in denen wohl die Ursache für gewisse Verhaltensweisen bei mir zu finden ist- ich arbeite aber bereits dran).
Nichts desto trotz sollte sie anfangen, an sich zu arbeiten. Sie tut auf Dauer weder sich selber noch dir einen Gefallen, wenn sie ihre offensichtlichen Probleme ignoriert und nichts dagegen unternimmt.

Zum anderen: auch ich halte es für einen vernünftigen Schritt, wenn du daheim ausziehen würdest. Das fördert die Selbstständigkeit und oft bessert sich das Verhältnis zu den Eltern mit etwas Abstand wieder deutlich.
Auch im Falle deiner Freundin wäre es gesünder, zuhause raus zu kommen. Über diese Möglichkeit sollte sie am besten mal nachdenken.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Leute? Es ist doch wohl normal, dass sie total sauer ist, wenn ihr Freund spontan eine traumhafte Reise OHNE sie macht, obwohl eigentlich geplant war, dass sie beide zusammen verreisen werden. Und das dann auch noch an ihrem Geburtstag. Ich wäre auch extrem sauer/enttäuscht und käme mir total verarscht vor. Was bitte ist daran übertrieben`?
Sorry, aber..nein..sie wollten nicht zusammen verreisen...
Die Reaktion beim Abendessen war übertrieben..auf nichts anderes haben die andere und ich uns bezogen..

Wenn man sowieso schon Probleme mit seinem Selbstwertgefühl hat, fühlt sich das einfach nur Scheisse an, wenn man von der Person, die man liebt so überrumpelt wird. Ich möchte dir jetzt nicht noch mehr Schuldgefühle einreden, sondern wollte dir damit einfach nur sagen, dass ich deine Partnerin verstehen kann.
Nun hatte aber die Mutter Geburtstag...klar ist es blöd, wenn man schwere Probleme mit sich hat. Es ist aber so, dass das Mädel die Probleme hat und nicht verlangen kann, dass die gesamte Welt zurück steckt. Wenn der TS für und mit seiner Mutter nach Rom fliegt zum Geburtstag der Mutter, dann kann ich das verstehen. Sowas sollte man sich in einer Beziehung auch gönnen können.
 

Benutzer148761  (32)

Meistens hier zu finden
Nun hatte aber die Mutter Geburtstag...klar ist es blöd, wenn man schwere Probleme mit sich hat. Es ist aber so, dass das Mädel die Probleme hat und nicht verlangen kann, dass die gesamte Welt zurück steckt. Wenn der TS für und mit seiner Mutter nach Rom fliegt zum Geburtstag der Mutter, dann kann ich das verstehen. Sowas sollte man sich in einer Beziehung auch gönnen können.

Naja, aber ich finde in dem Alter wäre es schon normaler, wenn der TS seiner Mutter erklärt, dass nun mal genau dieser Termin sehr blöd ist, weil er bereits seiner Freundin versprochen hat mit ihr zu feiern. Außerdem hätte eine einfühlsame Mutter das selber bedacht. Und dann hätte man gemeinsam eine Lösung finden können, z.B. das man die Freundin mitnimmt.
Du würdest es doch bestimmt auch vorziehen, wenn deine Partnerin deinen Geburtstag mit dir feiert oder nicht? Vor allem, wenn sie es dir bereits zugesagt hat. Und ich meine, die beiden sind nicht mehr 14, da kann man schon mal sagen, dass man nicht mit der Familie in den Urlaub möchte. Finde ich in dem Alter absolut normal. Wenn er möchte, dass eine Beziehung langfristig funktioniert, dann sollte er schon seine Freundin als oberste Priorität ansehen. Wie soll sie sonst das Gefühl bekommen, dass sie mit ihm mal eine eigene Familie gründen kann, wenn er noch so stark an seinen Eltern hängt, dass diese sich immer einmischen werden und er sich im Zweifel für die Eltern statt für sie entscheidet.
Ich denke, da hat der TS schon recht, dass er das Alles auch als Problem auf seiner Seite und auf Seite seiner Eltern anerkennt und nicht nur seiner Freundin den schwarzen Peter zuschiebt.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich würde ja auf jeden Fall ausziehen und dann direkt mit ihr zusammen zu ziehen für nicht die allerbeste Idee halten.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Leute? Es ist doch wohl normal, dass sie total sauer ist, wenn ihr Freund spontan eine traumhafte Reise OHNE sie macht, obwohl eigentlich geplant war, dass sie beide zusammen verreisen werden. Und das dann auch noch an ihrem Geburtstag. Ich wäre auch extrem sauer/enttäuscht und käme mir total verarscht vor. Was bitte ist daran übertrieben?
Aus meiner Sicht bei einer psychisch gesunden Person: ja, übertrieben.
Für mich wäre das nichts. Vielleicht ist man traurig oder findet es schade und andere sind vielleicht auch extrem sauer, aber von "der größten Enttäuschung des Lebens" zu reden ist mit Sicherheit nicht normal.
Manchmal muss man Dinge auch mal rationaler betrachten: es ist nur ein Geburtstag.
Warum gönnt man dem Partner keine traumhafte Reise (denn genau das ist ja anscheinend das Problem, weil er sie OHNE sie macht, wie du schriebst), wenn er gerade die Möglichkeit hat?
Ich würde mich für meinen Freund freuen und den Geburtstag nachholen und umgekehrt wäre das genauso.
Alles andere klingt für mich mehr nach übertriebener Anhänglichkeit und Ich-Bezogenheit, mehr nach Abhängigkeit und Besitzdenken. Das resultiert ja oft aus einem nicht so gutem Selbstwertgefühlt und schlechten Erfahrungen.
Aber- daran kann man ja arbeiten. Warum soll der Partner das ausbaden müssen?
Wie soll sie sonst das Gefühl bekommen, dass sie mit ihm mal eine eigene Familie gründen kann, wenn er noch so stark an seinen Eltern hängt, dass diese sich immer einmischen werden und er sich im Zweifel für die Eltern statt für sie entscheidet.
Ich denke, da hat der TS schon recht, dass er das Alles auch als Problem auf seiner Seite und auf Seite seiner Eltern anerkennt und nicht nur seiner Freundin den schwarzen Peter zuschiebt.
Na komm, weil er einmal mit seinen Eltern in den Urlaub gefahren ist, entscheidet er sich immer für sie und man kann mit ihm keine Familie gründen? Das finde ich aber arg weit hergeholt. Man sieht doch hier, dass er sich eben nicht immer für die Eltern entscheidet und ich schrieb ja auch schon, dass ich deren Verhalten sehr übergriffig finde.
Trotzdem sollte man die psychischen Probleme der Freundin nicht runterspielen und auch da ansetzen. Ihr Verhalten macht sie selbst langfristig ja auch nicht glücklich und das zu verharmlosen oder als normal "runterspielen" zu wollen, finde ich nun auch nicht so angebracht, bringt ja keinem was.
 

Benutzer148761  (32)

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Na komm, weil er einmal mit seinen Eltern in den Urlaub gefahren ist, entscheidet er sich immer für sie und man kann mit ihm keine Familie gründen? Das finde ich aber arg weit hergeholt. Man sieht doch hier, dass er sich eben nicht immer für die Eltern entscheidet und ich schrieb ja auch schon, dass ich deren Verhalten sehr übergriffig finde.
Trotzdem sollte man die psychischen Probleme der Freundin nicht runterspielen und auch da ansetzen. Ihr Verhalten macht sie selbst langfristig ja auch nicht glücklich und das zu verharmlosen oder als normal "runterspielen" zu wollen, finde ich nun auch nicht so angebracht, bringt ja keinem was.

aber von "der größten Enttäuschung des Lebens" zu reden ist mit Sicherheit nicht normal.

Ja OK, dass mit der größten Enttäuschung ist schon etwas extrem, aber ich kann es auch irgendwie verstehn. Ich meine, sie vertraut vielleicht das erste Mal in ihrem Leben jemandem so richtig, fühlt sich endlich geliebt und als Wichtig akzeptiert - denn anscheinend ist sie ja ziemlich vorbelastet aus der Beziehung zu ihren Eltern - und dann versetzt er sie ausgerechnet an ihrem Geburtstag für seine Mutter. Und dann versucht er noch nicht mal dafür zu sorgen, dass seine Freundin auch mit verreisen kann. Das wäre doch ne super Lösung gewesen. Die Eltern hätten gemerkt, dass sie sich integrieren will, sie hätte den Geburtstag mit ihm verbracht und dazu ne schöne Reise unternommen. Stattdessen wird sie an ihrem Geburtstag allein gelassen und von den Eltern ausgegrenzt (so könnte es zumindest für sie wirken, ob die Eltern das nun wirklich so wollten oder nicht sei mal dahin gestellt). Wenn sie eh schon Probleme mit zwischenmenschlichen Beziehungen hat ist das schon eine große Enttäuschung. Aber auch so. Ich finde, sowas kann man sich nach 6 Monaten Beziehung erlauben, aber nach über nem Jahr?
Tja, dass es nicht so eindeutig ist, was "normal" ist, sieht man ja nun hier. Ich habe keine Depressionen, sehe mich nicht als Kind aus einer Problemfamilie oder mit geringem Selbstbewusstsein und trotzdem finde ich ihr Verhalten hier sehr verständlich, wie einige andere ja anscheinend auch. Das hat sicherlich auch viel damit zu tun, wie man die Rolle der Familie und des Partners definiert. Meine Familie ist mir sehr sehr wichtig, aber mein Partner noch wichtiger. Das wurde mir auch irgendwie so vermittelt in Kindheit und Jugend (meine Eltern führen seit über 30 Jahren eine intakte Ehe und dazu gehört für sie, dass sie und ihre selbst gegründete Familie für sie Priorität hat), das gilt bei uns als normal, dass mein Partner meine Priorität ist. Deshalb kann ich ja trotzdem eine gute Beziehung zu meinen Eltern haben, aber meinen Freiraum lassen sie mir. Auch war bei uns klar, dass ich nach dem Abi ausziehe. Also alles sehr unterschiedlich von Familie zu Familie. Ich würde es auch eher anstrengend finden, wenn mein Freund so doll mit seiner Familie rumklüngeln würde. Ich weiß, dass es da unterschiedliche Modelle gibt und alles hat bestimmt seine Vor- und Nachteile, aber wie gesagt als "normal" empfinde ich es nicht mit 24 bei den Eltern zu wohnen, sich komplett von ihnen abhängig zu machen und sie über die Beziehung zu stellen. Und um diesen Machtkampf geht es da ja gerade. Die Eltern sagen: Wer ist dir wichtiger, deine Freundin oder wir? Und sowas kann ja nicht gut enden. Frage mich deshalb auch schon irgendwie, ob sie der Freundin nicht wirklich eine reinwürgen wollten mit diesem Spontantrip und dem ewigen Schwärmen davon.
Ich unterstelle dem TS auch gar nicht, dass er sich immer nur für seine Familie entscheidet, aber ich denke, da muss er gerade echt extrem aufpassen. Für mich wäre es ein No-Go wenn mein Partner in dem Alter noch zu Hause wohnen würde und sich so wie der TS verhalten würde. Denn schließlich ist er nicht nur beim Urlaub seinen Eltern "hörig" gewesen, sondern auch in anderen Bereichen. Sonst hätte er sich mal gegen sie durchgesetzt und würde nicht immer noch zu Hause wohnen und alles mit sich machen lassen (z.B. sich sagen lassen, er dürfe seine Freundin nicht mehr empfangen oder solle sich an freien Tagen anders verhalten und einen bestimmten Rhythmus einhalten).
 
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