Studium Expertenbefragung vs. Interview

Benutzer7447  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Hey zusammen.
Ich schreibe gerade an einer Facharbeit zu Umfragen.
Da kommen auch die Themen Expertenbefragung und Interview zum Tragen.
Ich stelle nun die Methoden vor und definiere die Eigenschaften wie Zielgruppen und dergleichen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass die Expertenbefragung und das Interview sehr viele Berührungspunkte haben und die Expertenbefragung eher eine Sonderform des Interviews ist.
Wie würdet ihr die beiden abgrenzen?

Im Prinzip macht man bei einer Expertenbefragung nichts anderes, als ein Interview mit einem Experten.
Auch bei einem Interview wählt man im Normalfall die richtigen Leute aus, also auch die Experten.
Somit kann man es schon als identisch ansehen, oder?
Ich soll es aber zwingend abgrenzen.....



Gruß
 

Benutzer113186  (29)

Meistens hier zu finden
Ich würde das so unterteilen:

Expertenbefragung
  • nur mit Experten möglich
  • Vorrecherche und eigenes Wissen ist unerlässlich
  • genaue Vorbereitung nötig
  • eine Auswertung ist enthalten

Interview
  • auch ein Interview mit Passanten zum Thema Alltag (Wetter :grin:) ist theoretisch möglich
  • Vorrecherche und besonders eigenes Wissen nicht unbedingt nötig
  • Vorbereitung besteht aus dem Überlegen von Fragen und Themengebieten
  • ein Interview hat i.d.R. keine Auswertung, sondern die Auswertung nimmt der Leser vor
  • Interviews werden immer redaktionell bearbeitet und teilweise auch vorsichtig interpretiert

Ich selbst komme aus der journalistischen Richtung und habe auch schon einige Interviews geführt und Print- oder Online-Produktionen veröffentlicht. Meine Sicht auf die Methode des Interviews könnte also geprägt sein. Eine Strassenumfrage hat zum Beispiel auch schon Züge eines Interviews, sehe ich aber aufgrund des geringen Umfangs und Niveaus nicht als Interview an.
 

Benutzer71398  (32)

Verbringt hier viel Zeit
Hi,
ich hab erst vor 2 Monaten eine Projektarbeit geschrieben, wo das auch thematisiert wurde.

Interview:
- jeder Mensch kann zu etwas befragt werden, da jeder zu allem eine (eigene) Meinung hat
- siehe auch @MrS

Experteninterview:
- wenn eine Person einen privilegierter Zugang zu einem betreffenden Themengebiet hat
- Expertenstatus ergibt sich somit aus einer Position bzw. Funktion in der Organisation, bei der die Person die Verantwortung übernimmt, für ein aufgabenbezogenes, relativ genau umrissenes Teil-Wissen innerhalb eines Sonderbereichswissens, das zur Erfüllung einer Spezialistenfunktion erfordert
- sinnvoll dann, wenn ein best. Themengebiet abgefragt werden soll --> bietet sich also vornehmlich dann als Instrument der Datenerhebung an, wenn die Wissensbestände von Experten im Kontext ihrer verantwortlichen Zuständigkeit für den Entwurf, die Implementierung und die Kontrolle von Problem-lösungen Gegenstand des Forschungsinteresses sind...

Hier mal 3 Quellen wo ich einiges zur Unterscheidung gefunden hab.

- Liebhold, R.; Trinczek, R. (2009). Experteninterview. In: Kühl, S.; Strodtholz, P.; Taffertshofer, A. (Hrsg.). Handbuch Methoden der Organisationsforschung - Quantitative und Qualitative Methoden. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

- Pfadenhauer, M. (2009). Das Experteninterview. In: Buber, R.; Holzmüller, H. (Hrsg.). Qualitative Marktforschung - Konzepte – Methoden – Analysen. Wiesbaden: Gabler.

- Scholl, A. (2009). Die Befragung. Konstanz: UVK Verlagsgemeinschaft mbH.
 
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