Experiment - Gender-Stereotyping

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Die Wertschätzung hat sich aber nicht geändert. Weibliche Eigenschaften oder zugewiesene Tätibkeiten - minderwertig. Männliche Eigenschaften oder zugewiesene Tätigkeiten - hochwertig.
Grade an dem Punkt würde ich sagen, dass es sich aktuell doch ändert und in Zukunft noch weit mehr ändern wird.
Momentan ist "eher weibliches Betätigungsfeld (quasi alle sozialen Berufe von Kita über Pflege bis hin zu Sozialpädagogen)" noch schlechter bezahlt als "eher männliches Betätigungsfeld (die MINT-Sachen)", das schon.
Aber grade bei unserer überalternden Gesellschaft mit der sich umdrehenden Bevölkerungspyramide setzt grade und immer mehr die Einsicht ein, dass wir da ein echtes Problem haben, weil jemand sich um die Alten, Schwachen und Kranken kümmern MUSS und dass das FACHKRÄFTE sind und braucht. Nicht umsonst wird jetzt ja schon die Diskussion geführt, ob man nicht auch in Polen oder anderen, östlichen EU-Staaten Pflegeschulen errichten sollte, um an diese begehrten Fachkräfte zu kommen.

Und je stärker dieses Problem werden wird - und das wird, die geburtenstarken Jahrgänge kommen jetzt grade so nach und nach in Rente, der Pillenknick kommt erst noch - umso stärker wird diese Erkenntnis auch bis zum letzten Depp der Gesellschaft durchsickern. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Erkenntnis mit der daher eingehenden Wertschätzung dann auch aufs Gehalt niederschlägt.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Bleibt zu hoffen, dass sich diese Erkenntnis mit der daher eingehenden Wertschätzung dann auch aufs Gehalt niederschlägt.

Wird nicht passieren, glaube ich. Weil, soziale Berufe generieren halt einfach kein Geld. Das hat jetzt nicht zwangsläufig was damit zu tun, dass typisch weibliche Berufe schlechter sind, weil sie von Frauen ausgeübt werden. Aber damit verheizt man halt nur Geld, anstatt welches zu verdienen. Man verdient halt mit MINT-Krempel, deswegen gibt's dort Kohle.
 

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Wird nicht passieren, glaube ich. Weil, soziale Berufe generieren halt einfach kein Geld. Das hat jetzt nicht zwangsläufig was damit zu tun, dass typisch weibliche Berufe schlechter sind, weil sie von Frauen ausgeübt werden. Aber damit verheizt man halt nur Geld, anstatt welches zu verdienen. Man verdient halt mit MINT-Krempel, deswegen gibt's dort Kohle.
Das wird jetzt gleich sehr OT, aber als jemand, der so 'nen Wirtschaftskäse studiert hat, kann ich da ganz klar sagen: Nö. Das ginge ganz einfach.

Kurzer Exkurs: Geld ist keine Ware für sich. Das meiste Geld heutzutage sind irgendwelche Bits und Bytes im Computer, da stecken noch nichtmal die lustigen Papierscheinchen dahinter. Geld an und für sich ist einfach nur eine Rechengröße, genauso wie cm oder kg halt auch. Und die bemisst - zumindest in der Theorie - den Wert einer Sache.
Pflege - oder jede Dienstleistung -hat einen Wert, daher lässt sie sich in Geld bemessen. Wenn der Wert dieser Dienstleistung steigt - eben weil viele es brauchen und nur wenige es anbieten können - steigt nach den ganz normalen Marktgesetzen der Wert, ergo, es wird teurer und diejenigen, die das ausüben, kriegen mehr Geld.

Nur ist in den Köpfen vieler Leute irgendwie fest verwurzelt, dass Geld an und für sich einen Wert hätte. (Liegt wahrscheinlich daran, dass der letzte Krieg ein bisschen lange her ist und daher niemand mehr die alte Weisheit so wirklich spüren bekam, dass man Geld nicht essen kann.) Oder zumindest, dass dem Geld ein fester Gegenwert zugrunde liegen müsste, wie die Goldreserven in Fort Knox oder so.
Ist aber halt leider Blödsinn. Sonst gäbe es sowas wie Bitcoins nicht. Denen steht nämlich überhaupt rein gar nichts an reellem Wert gegenüber, die sind ein reines Hirngespinst ohne irgendeinen Realitätsbezug - und trotzdem zahlen Leute Geld dafür und verschwenden Rechnerleistung und Energie.

Irgendwann kommen wir an den Punkt, wo es schlicht nicht den hundertsten Mathematiker braucht, weil wir keinen neuen Versicherungen mehr brauchen oder wollen, und für die Wartung der Digitalisierung und der Automatisierung eben nur ein begrenztes Kontingent an Aufpassern benötigt wird, um das in Schuss zu halten und weiter zu entwickeln - und damit noch mehr Menschen einzusparen.
Die Menschen aber werden trotzdem noch krank, alt, gebrechlich und hilfsbedürftig sein. Also wird nichts anderes übrig bleiben, als entweder die Menschheit zu dezimieren, oder aber den Wert derjenigen, die sich um deren Wohl kümmern, neu zu bewerten.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Off-Topic:
Irgendwann kommen wir an den Punkt, wo es schlicht nicht den hundertsten Mathematiker braucht, weil wir keinen neuen Versicherungen mehr brauchen oder wollen, und für die Wartung der Digitalisierung und der Automatisierung eben nur ein begrenztes Kontingent an Aufpassern benötigt wird, um das in Schuss zu halten und weiter zu entwickeln - und damit noch mehr Menschen einzusparen.
Die Menschen aber werden trotzdem noch krank, alt, gebrechlich und hilfsbedürftig sein. Also wird nichts anderes übrig bleiben, als entweder die Menschheit zu dezimieren, oder aber den Wert derjenigen, die sich um deren Wohl kümmern, neu zu bewerten.

Pflegeroboter werden es sein. So lange wird das nicht mehr dauern. Ich bezweifle wirklich, dass davor noch das Gehalt bei Pflegekräften oder anderen sozialen Berufen deutlich ansteigen wird.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Gerade bei Pflegeberufen scheint einiges schief zu laufen, da weiß man gar nicht wo mit Aufzählen anfangen soll: Schlechtes Gehalt, zu wenige vorhanden, günstige Arbeitskräfte aus Ost-Europa (da wollen die Heime natürlich keine teure Arbeitskraft aus dem eigenen Land, schlechtes Equipment, hoher Verschleiß am eigenen Körper...
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Off-Topic:
Also wirklich mies wird in der Pflege ja jetzt auch nicht verdient; ich glaube, die schlechten Arbeitsbedingungen sind da oft der größere Bummer. Übler Schichtdienst, miese Personalschlüssel etc.
 
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