Benutzer233507 (29)
Ist noch neu hier
- #1
Hallo zusammen,
ich versuche meine Situation möglichst klar und kompakt zu schildern, weil ich merke, dass ich seit längerer Zeit im Kreis laufe.
Ich war 4,5 Jahre mit meiner Ex in einer Beziehung. Grundsätzlich war es eine gesunde Beziehung: gute Kommunikation, Offenheit und emotionale Nähe. In den ersten ca. 2,5 Jahren lebten wir unsere Sexualität sehr intensiv. Mit der Zeit entwickelte sie jedoch eine sexuelle Blockade, weil sie zunehmend das Gefühl hatte, sie müsse mir Sex geben, damit die Beziehung funktioniert. Genau das wollte ich nie, aber dieser innere Druck führte dazu, dass Sex für sie immer schwieriger wurde. Am Ende wollte sie ins Einfachere, Unverbindlichere ausweichen. In dieser Phase entstand ein Crush auf jemand anderen. Ich stellte daraufhin ein Ultimatum, weil für mich Grenzen überschritten waren – sie entschied sich für die Trennung.
Nach der Trennung ging es mir sehr schlecht. Ich brauchte etwa 1,5 Monate, um wieder alleine klarzukommen. Wir haben keine gemeinsamen Freunde, wohnen aber im gleichen Quartier, deshalb lief man sich immer wieder über den Weg. Da die Stadt klein ist, habe ich mit der Zeit auch mitbekommen, mit wem sie nach der Trennung etwas hatte. Als ich langsam wieder stabiler war, kam sie einmal zu mir und sagte selbst, sie habe sich "in die Scheiße geritten" – bezogen auf ihre sexuellen Erfahrungen nach der Trennung.
Nach ca. drei Monaten meldete sie sich wieder – explizit wegen Sex. Nach dem ersten Mal wollte sie sehr schnell wieder gehen. Später sagte sie mir, dass danach das Verarbeiten der Trennung erst richtig eingesetzt habe und sie eine Woche lang viel geweint habe.
In den folgenden Monaten sahen wir uns 2–3 Mal pro Monat, nicht selten. Meist kam sie zu mir, um zu chillen, Zeit zu verbringen, zu lachen, zu kuscheln oder zusammen zu schlafen. Sex hatte seinen Platz, wenn es sich ergab.
Mir wurde relativ früh klar, dass diese Form als Situationship nicht tragfähig ist. Deshalb stellte ich Regeln auf (kein Ghosting, Ehrlichkeit und Keine parallelen sexuellen Geschichten). Eine Regel war rückblickend von mir nicht fair, da ich selbst andere Kontakte hatte – das wusste sie. Als sie mir später sagte, sie habe mit jemand anderem etwas gehabt, zog ich meine Konsequenz und beendete den Kontakt. Es folgte ein Unterbruch von etwa 1,5 Wochen.
Nach ein paar Tagen meldete sie sich sehr emotional. Als wir uns nach dem Unterbruch wieder sahen, öffnete ich mich, und sie hatte große Angst, mich zu verlieren. Seitdem befinden wir uns erneut in einer Situationship.
Erst danach schlich sich mit der Zeit wieder eine eher bürokratische Art von Sex ein: Sex wurde angesprochen oder erfragt – auch von mir –, weil ihre körperlichen Signale für mich oft nicht klar waren.
Heute ist es so:
Wir sehen uns weiterhin regelmäßig, haben Nähe, Gespräche und Vertrautheit – aber keine klare Entscheidung. Sie sagt, sie könne sich eine Beziehung in Zukunft vorstellen. Ich grundsätzlich auch – aber ich weiß nicht, wie lange ich diese Form noch mittragen kann. Die Zweifel sind da.
Ich bin jemand, der seine Gefühle leben möchte. In einer Situationship will man das oft – sollte es aber nicht, weil man sich sonst verletzbar macht. Genau das führt bei mir dazu, dass vieles rationalisiert und kontrolliert wird, statt natürlich zu entstehen. Das fühlt sich für mich auf Dauer nicht stimmig an.
Ergänzend dazu habe ich außerhalb von ihr auch lockere sexuelle Kontakte, in denen Sex deutlich leichter und intuitiver entsteht. Das bringt mich zum Nachdenken, ob mich dieses angesprochene, verhandelte System besonders stresst – und ob es langfristig überhaupt zu mir passt.
Daraus ergibt sich für mich eine zentrale Frage:
Ob es – gerade wegen unserer gemeinsamen Vergangenheit – nicht ehrlicher wäre, Nähe und Sex klarer zu trennen. Also sich nur dann zu sehen, wenn wirklich sexuelle Lust da ist, und die Nähe daraus entstehen zu lassen, statt sie vorher aufzubauen. Mehr Nähe ist nicht automatisch besser – vor allem nicht in einer Situationship.
Meine Fragen an euch:
• Kennt jemand diese Konstellation mit der Ex?
• Hat jemand bewusst Nähe reduziert, um Klarheit zu bekommen?
• Oder ist das ein Zeichen, dass man sich aus so einer Dynamik besser ganz zurückzieht?
Danke fürs Lesen.
ich versuche meine Situation möglichst klar und kompakt zu schildern, weil ich merke, dass ich seit längerer Zeit im Kreis laufe.
Ich war 4,5 Jahre mit meiner Ex in einer Beziehung. Grundsätzlich war es eine gesunde Beziehung: gute Kommunikation, Offenheit und emotionale Nähe. In den ersten ca. 2,5 Jahren lebten wir unsere Sexualität sehr intensiv. Mit der Zeit entwickelte sie jedoch eine sexuelle Blockade, weil sie zunehmend das Gefühl hatte, sie müsse mir Sex geben, damit die Beziehung funktioniert. Genau das wollte ich nie, aber dieser innere Druck führte dazu, dass Sex für sie immer schwieriger wurde. Am Ende wollte sie ins Einfachere, Unverbindlichere ausweichen. In dieser Phase entstand ein Crush auf jemand anderen. Ich stellte daraufhin ein Ultimatum, weil für mich Grenzen überschritten waren – sie entschied sich für die Trennung.
Nach der Trennung ging es mir sehr schlecht. Ich brauchte etwa 1,5 Monate, um wieder alleine klarzukommen. Wir haben keine gemeinsamen Freunde, wohnen aber im gleichen Quartier, deshalb lief man sich immer wieder über den Weg. Da die Stadt klein ist, habe ich mit der Zeit auch mitbekommen, mit wem sie nach der Trennung etwas hatte. Als ich langsam wieder stabiler war, kam sie einmal zu mir und sagte selbst, sie habe sich "in die Scheiße geritten" – bezogen auf ihre sexuellen Erfahrungen nach der Trennung.
Nach ca. drei Monaten meldete sie sich wieder – explizit wegen Sex. Nach dem ersten Mal wollte sie sehr schnell wieder gehen. Später sagte sie mir, dass danach das Verarbeiten der Trennung erst richtig eingesetzt habe und sie eine Woche lang viel geweint habe.
In den folgenden Monaten sahen wir uns 2–3 Mal pro Monat, nicht selten. Meist kam sie zu mir, um zu chillen, Zeit zu verbringen, zu lachen, zu kuscheln oder zusammen zu schlafen. Sex hatte seinen Platz, wenn es sich ergab.
Mir wurde relativ früh klar, dass diese Form als Situationship nicht tragfähig ist. Deshalb stellte ich Regeln auf (kein Ghosting, Ehrlichkeit und Keine parallelen sexuellen Geschichten). Eine Regel war rückblickend von mir nicht fair, da ich selbst andere Kontakte hatte – das wusste sie. Als sie mir später sagte, sie habe mit jemand anderem etwas gehabt, zog ich meine Konsequenz und beendete den Kontakt. Es folgte ein Unterbruch von etwa 1,5 Wochen.
Nach ein paar Tagen meldete sie sich sehr emotional. Als wir uns nach dem Unterbruch wieder sahen, öffnete ich mich, und sie hatte große Angst, mich zu verlieren. Seitdem befinden wir uns erneut in einer Situationship.
Erst danach schlich sich mit der Zeit wieder eine eher bürokratische Art von Sex ein: Sex wurde angesprochen oder erfragt – auch von mir –, weil ihre körperlichen Signale für mich oft nicht klar waren.
Heute ist es so:
Wir sehen uns weiterhin regelmäßig, haben Nähe, Gespräche und Vertrautheit – aber keine klare Entscheidung. Sie sagt, sie könne sich eine Beziehung in Zukunft vorstellen. Ich grundsätzlich auch – aber ich weiß nicht, wie lange ich diese Form noch mittragen kann. Die Zweifel sind da.
Ich bin jemand, der seine Gefühle leben möchte. In einer Situationship will man das oft – sollte es aber nicht, weil man sich sonst verletzbar macht. Genau das führt bei mir dazu, dass vieles rationalisiert und kontrolliert wird, statt natürlich zu entstehen. Das fühlt sich für mich auf Dauer nicht stimmig an.
Ergänzend dazu habe ich außerhalb von ihr auch lockere sexuelle Kontakte, in denen Sex deutlich leichter und intuitiver entsteht. Das bringt mich zum Nachdenken, ob mich dieses angesprochene, verhandelte System besonders stresst – und ob es langfristig überhaupt zu mir passt.
Daraus ergibt sich für mich eine zentrale Frage:
Ob es – gerade wegen unserer gemeinsamen Vergangenheit – nicht ehrlicher wäre, Nähe und Sex klarer zu trennen. Also sich nur dann zu sehen, wenn wirklich sexuelle Lust da ist, und die Nähe daraus entstehen zu lassen, statt sie vorher aufzubauen. Mehr Nähe ist nicht automatisch besser – vor allem nicht in einer Situationship.
Meine Fragen an euch:
• Kennt jemand diese Konstellation mit der Ex?
• Hat jemand bewusst Nähe reduziert, um Klarheit zu bekommen?
• Oder ist das ein Zeichen, dass man sich aus so einer Dynamik besser ganz zurückzieht?
Danke fürs Lesen.