"Ex-Freundin" - ich kann ihr Leid nicht aushalten

Benutzer104370  (37)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo ihr Lieben,

vorweg möchte ich sagen, das die Situation Trennung für mich alles anders als alltäglich, aber nicht unbekannt ist.

Ich will damit sagen, ich habe mich bereits von 2 Frauen (damals eher Mädchen) getrennt. Für beide habe ich Gefühle gehabt, die man in dem Alter mehr oder weniger als Liebe hat definieren können. Weh tat es jedenfalls. Mit dem was nun passiert, ist das allerdings nicht so wirklich zu vergleichen.

Ich habe meine bisherige "Freundin", ich schreibe den Titel in Anführungszeichen, weil ich mir gar nicht so sicher bin, ob sie das nun war oder nicht, was wir nun waren oder nicht, im Internet kennengelernt. Ich traue mich gar nicht sagen, dass es bei einem Computerspiel war. Wir waren und sind keine richtigen Nerds oder Zocker oder so. Eher Gelegenheitsspieler, die dann geskypet haben, telefoniert. Zeit im Spiel zusammen verbracht. Bis es natürlich dann soweit war, das wir uns getroffen haben.

Wir taten das sehr regelmäßig. Etwa alle 2 bis 3 Monate, über gut ein Jahr hin weg für jeweils eine Woche. Wir haben wirklcih eine sehr liebevolle "Beziehung" geführt, der aber natürlich eine alltägliche Routnie gefehlt hat. Wir waren Enten füttern, spazieren, Essen, haben geredet, waren am See, haben Wein getrunken oder unsere Zeit im Bett verbracht. Wir beide hattem frei und somit genug Zeit.

Uns tennt eine Distanz von vielen hundert Kilometern, was sich auch über die nächsten Jahre nicht ändern lassen würde. Studium hier, Schule dort. Es würde nich gehen. Und somit könnte diese Routine nicht aufgebaut werden. Somit ging ich den Schritt und entschied mich das auszusprechen, was wir beide wussten. Dass das keine Zukunft hat. Wir wussten das beide, sie bestätigt mir das auch.

Mein eigentliches Problem ist einfach, dass ich nicht ertragen kann, wie sehr sie leidet. Sie sagte mir, dass sie eben nicht ist wie viele andere. Dass sie keine freunde hat und auch keine Freunde will. Und dass man, wenn man ihr ihren Freund weg nimmt (weg nimmt, das ist so traurig... keiner hat mich ja weg genommen! Ich habe sie doch nicht ersetzt! :frown: ) eigentlich auch ihre Arme und Beine abhacken könnte, dass das das Gleiche wäre. Sie geht im Moment jeden Tag um 18 Uhr zu Bett, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Und steht um 4 Uhr auf, damit sie zur Arbeit laufen kann. Sie könnte bis um 6 schlafen und dann Bus fahen. SIe sagt sie hat niemanden zum Reden außer mich. Aber wenn sie nur mit mir spricht, wie soll sie denn dann irgendwann loslassen können?

Alleine wenn ich darüber nachdenke, rollen bei mir wieder die Tränen und am liebsten würde ich sofort zu ihr fahren und ihr sagen, das jetzt alles gut wird und sie keine Angst mehr haben muss.

Sie tut mir SO leid!
War vielleicht mal jemand in so einer Situation und kann mir irgendwelcheTips geben, wie ich ihr, uns und letztlich auch mir helfen kann?

Liebe Grüße
Away
 

Benutzer66279 

Sehr bekannt hier
Sie sollte sich unbedingt ein eigenes Leben zulegen.
Wenn sie der Meinung ist, dass sie keine Freunde braucht, dann soll sie sich auch nicht über Einsamkeit beklagen ..
Jedenfalls solltest du dir wegen dieser Mitleidsmasche kein schlechtes Gewissen machen lassen. Wenn du aus Mitleid mit ihr zusammen bleibst, ist euch beiden nicht geholfen.
 

Benutzer70524 

Verbringt hier viel Zeit
Ich stecke auch schon längere Zeit in einer ähnlichen Situation. Ein gute Freundin hat auch psychologische Probleme, die sie letztendlich nicht lösen kann, weil ihre moralischen Prinzipien ihr dabei im Wege stehen. Sie spielt oft die heile Welt, aber gelegentlich bricht es dann doch aus ihr heraus und sie fängt an zu weinen.
Mir fällt es dann auch sehr schwer tatenlos daneben zu sitzen und nix tun zu können.

Die große Erkenntnis! :smile: Nach langem Überlegen musste ich mir eingestehen, dass ich eigentlich nichts tun kann und das sie eigentlich zum Großteil selbst für ihre Situation verantwortlich ist.
Ich denke bei deiner Freundin ist es ähnlich. Du wirst nichts tun können, solange deine Freundin nicht erkannt hat, dass sie selbst ihr Leben in geordnete Bahnen bringen muss. Sie hat die Verantwortung sich mit ihren Ängsten auseinanderzusetzen. Stehe ihr mit Rat und Tat zur Seite, aber bedränge sie nicht.
Du darfst dich nicht für sie verantwortlich fühlen, sie hat ihr eigenes, selbstständiges Leben. Sie kann dich zwar dran teilhaben lassen, aber letztendlich geht sie ihren eigenen Weg.
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Hallo,

deine Ex-Freundin braucht sehr wohl Freunde, das ist ja anscheinend ihr Problem, weswegen sie sich so an dich klammert. Wenn du weg bist, wird ihr vielleicht mal aufgehen, dass SIE etwas an ihrem Leben ändern muß, damit sie glücklich wird und nicht dich einfach erpressen kann, damit du weiterhin den Notnagel spielst. Ihr Leben oder das, was sie sich da aufgebaut hat, funktioniert ja nur, weil du mitmachst und ihr das ermöglichst. Das kann aber keiner von dir verlangen, du hast ein eigenes Leben und kannst halt nicht ewig ihre Komplexe füttern.
Sie muß lernen, auch anderen Menschen zu vertrauen, sonst wird sie wohl ewig einsam sein. Das ist dann aber nicht deine Schuld, sondern ihre Sturheit und ihr Widerwillen, für das, was sie will, zu arbeiten. Mag sein, dass sie es besonders schwer hat und es sich auch sehr schwer macht, das kannst du aber nicht ausgleichen. Ein Mensch kann nie genug sein und ein Mensch kann kein komplettes soziales Umfeld ersetzen.
Dass, was sie derzeit macht, nennt man emotionale Erpressung. Sie sagt: wenn du gehst, bin ich unglücklich, du bist für mein Unglück verantwortlich. Das stimmt aber nicht, sie ist für ihr Leben selbst verantwortlich und Menschen können an sich arbeiten. Mach dich nicht abhängig und lass dich nicht einspannen. Du kannst jemand anderen nicht reparieren oder ihm/ihr das Leben abnehmen, die müssen das selber leben und mit sich selbst fertig werden.
Du könntest ihr zb eine gute Beratungsstelle in eurer Gegend empfehlen. Ob sie aus ihrem Schneckenhaus herauskommt, ist allerdings ihre Sache, nicht deine.
 

Benutzer102666 

Öfters im Forum
Ihr habt euch doch auch während der Beziehung nur alle 2-3 Monate gesehen. So gesehen musste sie wohl auch damals den Großteil ihres Alltages alleine meistern. Wie war das denn während/vor eurer Beziehung? Hatte sie wirklich zu keiner anderen Person Kontakt?
 

Benutzer36283 

Verbringt hier viel Zeit
Da läuten bei mir die Alarmglocken!
Geh bloß nicht in die Position das du für Ihre psychischen Probleme die Verantwortung übernimmst.

sowas ist nicht selten. Sie klammern sich an jemanden und der ist dann derjenige "der für alles Sorge trägt, das es einem gut geht" und wenn derjenige weg ist - fallen Sie in ein Loch, werden Depressiv.

Alle Achtung, dass du dieses Jammern ertragen kannst. Ich könnte es nicht.
Mich würde sowas nur von dem Menschen abstoßen, wenn es so ausaten würde wie bei dir. Hätte auch keine geduld dafür immer verständnisvoll zu sein.
Im gegenteil, ich würde nahe legen mal einen Psychologen aufzusuchen. ich glaube nicht, dass sie dieses problem erst seit der zeit mit Dir hat, sondern schon länger.
Und dann würde ich mir die Frage stellen - WARUM will sie keine Freunde? Das ist auch nicht normal.
Mein Gedanke wäre, dass eben kaum jemand sowas aushalten kann auf dauer. Und vielleicht haben sich einfach schon zuviele von ihr abgeseilt, dass sie sich selbst einredet, sie bräuchte keine Freunde.

Sei vorsichtig.
Mach ihr klar, dass es nicht Deine Aufgabe ist ihr Leben in den griff zu kriegen. Und das du nicht aus der Welt bist, ihr ein Freund sein willst, aber eine Partnerschaft nicht funktioniert.
Und ehrlich gesagt würde ich ihr auch mitteilen das sie mit ihrer selbstmitleidtour auch alles kaputt machen kann. Sie sollte wirklich mal zum Psychodoc.
 
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