Ex-Freund(e) immer präsent

Benutzer150467  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo an alle Lesenden,

hoffe es ist ok, sich wenn man als Neuling gleich mal einen Thread erstellt, aber habe nichts Passendes gefunden.
Meine Vorgeschichte:
Ich bin diversen Gründen jetzt, mit knapp über 30, das erste Mal in einer festen Partnerschaft. Ich bin an sich auch sehr, sehr glücklich, trotzdem ist da ein Kernproblem, das immer wieder meine Gedanken beeinflusst.
Und zwar meine derzeitige Partnerin über ein gutes Jahrzehnt mit einem Mann zusammen, wurde vor einigen Jahren von ihm verlassen, worunter sie stark litt, ein gutes Jahr um ihn kämpfte, woraus sich schlussendlich so etwas wie eine Lebens- und Sinnkrise entwickelte. Diese hat sie, auch mit meiner Hilfe, aber nun überwunden. Nichtsdestotrotz ist er immer wieder Thema. Teilweise weil ich Dinge frage, zum großen Teil aber durch Kleinigkeiten. Man erzählt sich eben Dinge von früher und ihre Erfahrungen sind eben oft mit ihm verbunden, d.h. ihre vorherige Beziehung und er werden damit automatisch oft Thema. Das lässt mich mal völlig kalt, manchmal kann ich das aber gar nicht haben und das Erzählte begleitet mich den ganzen Tag, weil ich mir vorstelle, wie es für sie früher war, wie sie wohl den Alltag erlebt haben, usw. Das führt weiterhin dazu, dass ich vergleiche. Wobei ich da immer gut wegkomme :zwinker:. Nur beim Thema Sex ist das so eine Sache, das kann ich gar nicht haben, wenn sie davon erzählt. Ich hab ihr das aber auch alles schon erzählt, wir haben lange und viel darüber geredet, wie wir damit umgehen, was diese Geschichten mit mir machen und sie weiß auch, dass sie damit rechnen muss, dass ich ihn und ihre Beziehung bewerte, auch wenn sie das wiederum teilweise nicht haben kann. Wenn sie negativ über ihn und ihre Beziehungen spricht, ist das ok, tue ich das, ist das nicht so einfach. Finde ich grundsätzlich aber verständlich, deswegen scheue ich mich mittlerweile auch oft, etwas dazu zu sagen und bin dazu übergegangen es einfach nur zu registrieren.

Dann ist es so, dass sie auch noch einige andere "Geschichten" hatte. Sie war mit ihrem Ex auch mal gute 2 Jahre getrennt, hatte da so einige Affären und seitdem sie mit ihrem Ex auseinander ist auch. Das sind jetzt keine exorbitant hohen Zahlen, nichtsdestotrotz führen auch diese Geschichten zu einem unguten Gefühl bei mir. Es ist jetzt nicht so, dass man sich gegenseitig ständig solche Stories auf die Nase bindet, aber wenn man sich gegenseitig beispielsweise von Abenden in bestimmten Städten, von Konzerten und und und erzählt, führt das eben zu fragen ("Wann warst du da, mit wem?",etc.) und da kommt sowas eben auf den Tisch. Ich bin dann auch der Typ, der möglichst alles wissen will, weil offene Fragen führen nur dazu, dass ich nachgrüble und da erfahr ich lieber ein paar für mich unangenehme Details, als ständig mit einigen Fragezeichen herumzulaufen.

Weiterhin hat sie noch einige Überbleibsel der Beziehungen in unserer gemeinsamen Wohnung. Fotoalben, Notizbücher, Briefe, Fotos auf Festplatten, etc., über die man schonmal stolpert, wenn man zusammen wohnt. Ich bin eher schleichend bei ihr eingezogen, sodass es eher noch den Charakter ihrer Wohnung hat und ich erst nach und nach meinen Teil beitrage, aber deswegen ist da noch so viel Zeug. Das alles mal auszusortieren und wegzuschmeißen, steht auf ihrer to do-Liste, ist aber noch nicht geschehen. Jedoch, will sie Fotos auch nur aussortieren und zum Teil zu ihren Eltern auf den Dachboden bringen, Fotos wegwerfen "kann" sie einfach nicht. Finde ich jetzt nicht so prickelnd und in schwachen Momenten empfinde ich das als letzte kleine Hintertür.

Das alles führt dazu, dass ihre Vorgeschichte immer irgendwie präsent ist und ich aktuell noch nicht so richtig weiß, wie ich damit umgehen soll. Ich will nicht, dass sie Dinge vor mir verheimlicht, dass sie in meiner Gegenwart aufpassen muss, was sie sagt. Zumal der Zug sowieso schon abgefahren ist und ich von allen ihren Partnern weiß, alles was jetzt noch kommt, ist weiteres Detailwissen. Ich hab aber auch keinen Bock, dass ihre Typen ständig in meinen Gedanken eine Rolle spielen und das tun sie. Es gibt Tage, da male ich mir ständig aus, wie ihr Leben früher war, wie es im Vergleich zu heute ist, ich fahre zu manchen Plätzen und Orten nicht gerne mit, weil mir das sehr unangenehm ist (Das weiß sie aber auch). Dann ist es auch so, dass ich oft alles schlecht finde, was sie erzählt. Ich finde die Typen doof, häßlich, finde immer mehrere Haare in der Suppe. Das merke ich aber auch und sie weiß auch, dass meine Aussagen manchmal davon geprägt sind.

Es ist nicht so, dass das unsere Beziehung existenziell gefährdet, dass ich Angst habe, dass sie irgendwann wieder zu ihm zurückwill. Ich hab nur keine Lust auf diese Präsenz.
Vielleicht kann jemand in einer ähnlichen Situation mal aus seiner Erfahrung berichten. Hört das irgendwann auf? Hat man sich irgendwann vielleicht "alles" erzählt und die Geschichten tendieren gegen Null? Wird das unangenehme Gefühl im Laufe der Zeit weniger, weil man immer mehr gemeinsame Zeit entgegensetzen kann?

Danke an jeden, der sich die Zeit nimmt das zu lesen und zu antworten!
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Das hört auf, wenn Du beginnst, ihre Vergangenheit einfach mal als einen Teil von ihr zu akzeptieren. Sie hatte eine Beziehung. Sie hatte Sex mit anderen Kerlen. Aber: Jetzt liebt sie Dich. Jetzt begehrt sie Dich. Das ist das, was zählt. Das Hier und jetzt.

Und es wäre genauso sinnfrei, ihre Vergangenheit komplett ausblenden zu wollen (die hat sie schließlich auch mit zu der frau gemacht, die sie jetzt ist) wie endlos nach Details zu bohren und zu forschen, die Dich dann doch nur irgendwie verunsichern und beschäftigen.

Wie gesagt: Da ist Akzeptanz gefragt. Und ein wenig "Loslassen" von deiner Seite. Das Gefühl, dass ihre Vergangenheit Dich derart umgibt, beschäftigt und belastet basiert nämlich schlicht darauf, dass Du Dich gerade zu sehr darauf fokussierst. Das kommt sicher auch daher, dass Du im Gegensatz zu ihr zum ersten Mal eine feste Partnerschaft führst - aber mei, so ist es halt. Ich kann Dir nur raten: Lass los. Und konzentriere Dich mehr auf das Hier und Jetzt. Und eure gemeinsame Zukunft.
 

Benutzer150467  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke für deine Antwort. Das ist mir so weit alles bewusst und ich führe mir gerade das, was du als Erstes schreibst, auch immer wieder vor Augen und zweifel auch 0,0 daran.

Nichtsdestotrotz ist es so, dass gewisse Dinge immer wieder Thema werden bei ganz banalen Gesprächen. Beispiele: Wir gucken einen Film und sie erzählt dann: "XY hatte auch Aktien." oder vor ein paar Tagen haben wir über Geschehnisse gesprochen, die einem immer haarklein im Gedächtnis bleiben, da erzählt sie mir vom Anfang ihrer alten Beziehung, als ihr Freund sie betrogen hat und sie stockbesoffen auf einer Party war. Das meine ich mit der ständigen Präsenz, ich kann da gar nicht anders als zu urteilen und darüber nachzudenken. Wobei ich diese beiden Geschichten einfach nur registriert habe, ohne etwas dazu zu sagen.

Ich versuche diese Gedanken zu unterdrücken, schaffe es aber nicht immer, aber letztendlich muss es wohl darauf hinauslaufen...?
 

Benutzer144428  (27)

Verbringt hier viel Zeit
aber wenn man sich gegenseitig beispielsweise von Abenden in bestimmten Städten, von Konzerten und und und erzählt, führt das eben zu fragen ("Wann warst du da, mit wem?",etc.)

Das klingt aber ganz arg danach, als würdest du dir einen Teil des Problems selber schaffen. Wenn mein Freund mir erzählt, dass er auf einer Hochzeit war, wo es total leckeren Apfelkuchen gab, dann frage ich nicht "Mit wem warst du da? Wann war das? Hast du mit einer anderen getanzt?", das ist nämlich vollkommen unnötig. Nein, ich frage höchstens wer da geheiratet hat und was an dem Apfelkuchen so toll war.

Klar, dass die gemeinsame Wohnung immernoch mit Photos von ihm vollsteht ist nicht toll, da solltest du wirklich ein Ultimatum setzen, dass sie sie entweder bis Datum X aussortiert und wegbringt, oder du über jedes seiner Gesichter Nicholas Cage drüberklebst.

Außerdem finde ich es sehr unangebracht, dass sie ihn bei jeder Gelegenheit erwähnt. Wenn sie nun wirklich über das Thema Aktien reden will, dann kann sie es ja meinentwegen mit "ein Bekannter von mir hatte auch Aktien" einleiten. Oder bei der Sache mit dem Betrinken könnte sie sagen "als es mir grade total schlecht ging war ich auf einer Party und hab mich total zugesoffen". Es geht ja nicht darum alle Erlebnisse zu verleugnen, die sie mit ihm hatte, sondern diese Erlebnisse ein wenig von ihm zu trennen. Er ist ja meistens nicht die Hauptsache dieser Erlebnisse. Außerdem hat es psychisch ganz andere Auswirkungen wenn sie sagt "manche Männer haben es sehr schwer passende Hosen zu finden", als wenn sie sagt "XY hatte es oft schwer passende Hosen zu finden". Dann darfst du aber auch nicht nachfragen, sonst wird das zerstört.
Auch für sie wird es positive Auswirkungen haben, wenn sie ihn nicht ständig namentlich erwähnt. Am Anfang wird es ihr noch umständlich und gekünstelt vorkommen, aber nach einer Weile wird es ganz von alleine kommen.

Bei kürzeren Ex-Beziehungen ist das nicht so krass, aber bei 10 Jahren ist es schon ein Großteil ihrer Lebenserfahrung, die sie nun von seiner Person trennen muss. Sprich mit ihr darüber, gib ihr Zeit (im Fall der Photos nicht zu viel Zeit) und stell sicher, dass sie auch einsieht, warum es wichtig ist, schließlich wollt ihr beide keine Dreierbeziehung führen, in der das Phantom ihres Ex ständig neben euch schwebt.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich denke eher, dass Du mit der Zeit lernen wirst, derlei "gelassener" hinzunehmen, ohne dass es Dich endlos verfolgt. Sie lässt Dich in solchen Situationen ja schlicht an dem teilhaben, was ihr durch den Kopf geht, was Dir ermöglicht sie besser kennen zu lernen und durchaus auch Intimität schaffen kann. Ich halte es halt für wichtig, dass Du Dir immer wieder bewusst machst, dass es da um Vergangenheit geht - und Vergleiche mit dem Jetzt und hier in dem Fall herzlich sinnlos sind. Wenn sie selbst - im negativen Sinne - damit anfangen würde, Dich an Deinen Vorgängern zu messen fände ich es problematisch.

Da sie das nun aber nicht im Übermaß zu tun scheint, versuche einfach erstmal so gut es geht nicht selbst diesen Part zu übernehmen. Und behalte im Auge, dass auch wenn z.B. sie in der Vergangenheit Dinge getan hat, die Du wenig prickelnd findest, der Mensch der da heute neben Dir sitzt, nicht zwingend das gleiche tun würde. Man ist ja dann doch meist ein bisserl lernfähig und entwickelt sich weiter. Wie gesagt: achte mehr auf's heute. Und die Zukunft. Und ja: Je mehr ihr zusammen erlebt, plant, lebt und liebt, desto mehr wird ihre Vergangenheit in den Hintergrund rücken. Wenn Du sie lässt. :zwinker:
 

Benutzer150467  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
Das klingt aber ganz arg danach, als würdest du dir einen Teil des Problems selber schaffen. Wenn mein Freund mir erzählt, dass er auf einer Hochzeit war, wo es total leckeren Apfelkuchen gab, dann frage ich nicht "Mit wem warst du da? Wann war das? Hast du mit einer anderen getanzt?", das ist nämlich vollkommen unnötig. Nein, ich frage höchstens wer da geheiratet hat und was an dem Apfelkuchen so toll war.
Genauso war es ja. Es wurde von einer bestimmten Hochzeit erzählt, ich fragte wessen und Antwort war "Gute Freundin von XY".

Klar, dass die gemeinsame Wohnung immernoch mit Photos von ihm vollsteht ist nicht toll, da solltest du wirklich ein Ultimatum setzen, dass sie sie entweder bis Datum X aussortiert und wegbringt, oder du über jedes seiner Gesichter Nicholas Cage drüberklebst.
Die Wohnung steht nicht voll, genau genommen ist kein Foto zu sehen, aber da sind eben Alben und ich weiß von ihr, was da drin ist. Ich hab sie auch schon gebeten, auszusortieren, u.a. weil sie mir mal erzählt hatte, dass es "pikante" Fotos von ihm und ihr in digitaler Form gibt und ich bat sie, das auch recht "zeitnah" zu tun, hat sie aber noch nicht.

Auch für sie wird es positive Auswirkungen haben, wenn sie ihn nicht ständig namentlich erwähnt. Am Anfang wird es ihr noch umständlich und gekünstelt vorkommen, aber nach einer Weile wird es ganz von alleine kommen.
Naja, wenn man nur den Namen wegließe und ich trotzdem wüsste um wen es sich dreht, macht das keinen Unterschied. Neulich hat sie mir von einer Geschichte erzählt, wo sie mit einem Typen rumgeknutscht hat und dann ihre Tasche in einer Kneipe vergessen hat. Ging primär darum, wie sie den Zweitschlüssel zum Hotelsafe gefunden hat und das Knutschen nur ein Beiwerk. Ich fand die Geschichte jetzt nicht soooo lustig und sagte ihr warum und auch, dass das Rumknutschen ja jetzt kein elementarer Bestandteil dieser Geschichte gewesen sei und man es deswegen hätte erzählen müssen. Sie meint, dass sie es als falsch empfinde, wenn sie Sachen wegließe. Ich find das jetzt auch nicht total derbe schlimm, das zu hören, aber sie muss dann in meinen Augen auch wissen, dass es für mich nicht total prickelnd ist, das zu hören.

Auch dir danke für das Antworten!
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Die Wohnung steht nicht voll, genau genommen ist kein Foto zu sehen, aber da sind eben Alben und ich weiß von ihr, was da drin ist. Ich hab sie auch schon gebeten, auszusortieren, u.a. weil sie mir mal erzählt hatte, dass es "pikante" Fotos von ihm und ihr in digitaler Form gibt und ich bat sie, das auch recht "zeitnah" zu tun, hat sie aber noch nicht.
Derlei finde ich übrigens schwierig. Ein Bild oder einen Brief wegzuwerfen löscht nicht die Erinnerung. Und eigentlich ist es Teil ihre Privatsphäre, welche Erinnerungen sie da aufhebt, sei's in nem Album in einer Kiste im Keller oder sonstwo - zumindest solange Du damit nicht permanent direkt konfrontiert wirst. Weil's eigentlich keine Relevanz für eure Beziehung hat. Oder haben sollte. Das wäre insofern durchaus auch was, an dem man "Akzeptanz" üben könnte. :zwinker:
 

Benutzer144428  (27)

Verbringt hier viel Zeit
macht das keinen Unterschied

Doch, es macht einen Unterschied. Dein Bewusstsein denkt dann vielleicht "oh, klar, das ist ihr Exfreund", aber Gefühle (auch Unwohlsein) sind sehr tief in unserem Unterbewusstsein verankert.
Das ist genauso wie das, dass man sich keine negativ formulierten Ziele setzen soll. ("ich werde nicht mehr so viel essen" vs. "ich werde gesund und angemessen essen") Weil es eben auf einer tieferen Ebene spielt. Wenn du dir jedes Mal explizit die Mühe machst in deinen Gedanken "ein Freund" durch "XY" zu ersetzen bringt es natürlich nichts, wenn du aber nicht weiter drüber nachdenkst und höchstens die beiläufige Assoziation hast "oh, das ist bestimmt XY", es aber nicht forcierst, dann hast du schon einen ganz anderen Effekt.
Viele Leute unterschätzen was solche Umformulierungen auslösen können.
 

Benutzer133729  (29)

Beiträge füllen Bücher
Meine Freundin hat bevor wir uns kannten auch (in meinen Augen) Fehler begangen, ob sie das auch als Fehler sieht oder es ehr als angenehme Erfahrung etc. Sieht, weiß ich nicht.

Fakt ist nur das ich da auch sehr häufig dran denke und es mich auch irgendwie belastet, das es überhaupt irgendwann mal passiert ist.
Zu einigen Leuten hat man sogar auch noch ungewollt Kontakt, bzw. Wird leider desöfteren mal dran erinnert.
Das ist so und wird auch immer so bleiben.
Aber wir sprechen da eigentlich auch nicht mehr drüber und probieren es lieber zu vergessen.
Da ich jedoch ein sehr eifersüchtiger freund ist, ist dies schwer.

Ich kann dir auch nur raten einfach nur noch das hier und jetzt zu betrachten.

Ich weiß bei meiner Freundin das Sie soetwas was Sie getan hat, heute (zumindest in der Beziehung), nie wieder tun würde und wenn sie mir zeigt wie sehr sie mich liebt dann ist es auch immer gleich ein Stück weit bestärkung.

Es gibt immer mal Depri Tage an denen man da wieder dran denkt, aber das vergeht auch wieder.
 

Benutzer150467  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
Derlei finde ich übrigens schwierig. Ein Bild oder einen Brief wegzuwerfen löscht nicht die Erinnerung. Und eigentlich ist es Teil ihre Privatsphäre, welche Erinnerungen sie da aufhebt, sei's in nem Album in einer Kiste im Keller oder sonstwo - zumindest solange Du damit nicht permanent direkt konfrontiert wirst.
Es ist nicht so, dass der Vorschlag oder die Idee des Ausmistens von mir kam, das war von mir etwas missverständlich formuliert, dies habe ich nur bei einer gewissen Art von Fotos und Videos getan. Wie ich im Ausgangposting schon schrieb, hat die Trennung oder viel mehr die Art und Weise dieser zu einer Art Lebens- und Sinnkrise bei ihr geführt und sie selbst sagt, sie habe bisher noch nicht die Kraft gehabt dies zu tun. Durch mich hat sie nun diese um sich dem Ganzen zu stellen und es steht daher auf ihrer to do-Liste und ich unterstütze sie dabei in dem Maße wie sie es möchte. Ich selbst würde es nicht verlangen, sage ihr nur, wie ich mich dabei fühle, denn die Tatsache, dass diese Dinge in ihrer und nun unserer gemeinsamen Wohnung existent sind, führt meiner Meinung nach auch dazu, dass ich da diese Präsenz fühle. Es ist schon mehrmals vorgekommen, dass ich nach etwas gesucht habe und auf einmal Ausdrucke gewisser E-Mails, Fotos oder Briefe in der Hand hatte.

Wären die ganzen Sachen in einer Kiste im Keller, wäre das für mich etwas anderes, auch wenn ich nicht ganz verstehe, was man mit Fotos will, von denen man selbst sagt, dass man sie sich nie wieder ansehen möchte. Aber das muss ich auch nicht.
[DOUBLEPOST=1421412704,1421411731][/DOUBLEPOST]
Doch, es macht einen Unterschied. Dein Bewusstsein denkt dann vielleicht "oh, klar, das ist ihr Exfreund", aber Gefühle (auch Unwohlsein) sind sehr tief in unserem Unterbewusstsein verankert.
Vielleicht hast du nicht Unrecht. Es gibt eine kurze Phase aus ihrer unmittelbaren Vergangenheit wo ich aus bestimmten Gründen für eine gewisse Zeit darum gebeten habe, weder den Namen zu nennen, noch irgendwelche Geschichten zu erzählen. Das hat erst einmal funktioniert und auch wenn ich ihr gesagt habe, dass ich durchaus wieder damit klar käme, wenn dieser fiele, hat sie es seitdem nicht mehr getan.
 

Benutzer15049  (35)

Beiträge füllen Bücher
ich finde du solltest ein bisschen gelassener sein.
sie war 10 jahre mit ihm zusammen und hat zwangsweise viel mit ihm erlebt. es ist also logischerweise so, dass sie oft dinge erzählt von erlebnissen bei denen er dabei war, sonst hätte sie unter umständen ja kaum noch was zu erzählen, wenn sie ihn nicht erwähnen darf. das wird keine absicht von ihr sein.
[DOUBLEPOST=1421423511,1421423362][/DOUBLEPOST]
Doch, es macht einen Unterschied. Dein Bewusstsein denkt dann vielleicht "oh, klar, das ist ihr Exfreund", aber Gefühle (auch Unwohlsein) sind sehr tief in unserem Unterbewusstsein verankert.
Das ist genauso wie das, dass man sich keine negativ formulierten Ziele setzen soll. ("ich werde nicht mehr so viel essen" vs. "ich werde gesund und angemessen essen") Weil es eben auf einer tieferen Ebene spielt. Wenn du dir jedes Mal explizit die Mühe machst in deinen Gedanken "ein Freund" durch "XY" zu ersetzen bringt es natürlich nichts, wenn du aber nicht weiter drüber nachdenkst und höchstens die beiläufige Assoziation hast "oh, das ist bestimmt XY", es aber nicht forcierst, dann hast du schon einen ganz anderen Effekt.
Viele Leute unterschätzen was solche Umformulierungen auslösen können.

also ich persönlich hasse das. ich nenne immer namen, allein für den fall dass die sich mal kennenlernen sollten.
und wenn freunde oder auch mein freund von "jemandem" reden, werde ich auch schneller misstrauisch, als wenn diese person einen namen hat.
 

Benutzer150467  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
ich finde du solltest ein bisschen gelassener sein.
sie war 10 jahre mit ihm zusammen und hat zwangsweise viel mit ihm erlebt. es ist also logischerweise so, dass sie oft dinge erzählt von erlebnissen bei denen er dabei war, sonst hätte sie unter umständen ja kaum noch was zu erzählen, wenn sie ihn nicht erwähnen darf. das wird keine absicht von ihr sein.
Ist es auch nicht. Ich erzähl ja auch viel von früher, das sind dann aber fast ausschließlich Dinge, die ich mit Freunden erlebt habe. Sie sagt dann, dass sie nun mal einen beträchtlichen Teil ihrer Freizei (Gut 3 Viertel dieser Zeit war auch eine Wochenend-/Fernbeziehung) mit anderen Männern verbracht hat und dementsprechend oft, wenn sie von früher erzählt, diese beteiligt waren. Die Alternative wäre, dass sie nur Dinge erzählt, die sie mit FreundInnen erlebt hat. Aber ich möchte, wie schon geschrieben, nicht, dass sie in meiner Gegenwart aufpassen "muss", was sie so erzählt. Denn ich empfinde das schon als mein Problem und will es nicht zu unserem machen.
 

Benutzer101504 

Benutzer gesperrt
Menschen haben einfach eine Vergangenheit. Mir kommt es so vor als seist du Eifersüchtig oder oder fühlst dich bedroht von Dingen und Personen, die längst zu ihrer Vergangenheit gehören.
Es ist vollkommen normal, dass, wenn man von vergangenen Erlebnissen redet auch die Menschen erwähnt werden, mit denen man diese erlebt hat. Wenn du dann noch nachhakst, obwohl du inzwischen wissen müsstest, dass dich die Antworten belasten, solltest du dich vielleicht doch mal dazu entscheiden mit diesem Fragezeichen im Kopf rumzurennen.
Genauso steht es dir NICHT zu, von dir aus schlecht über Menschen oder Ereignissen mit diesen zu reden, wenn du selber nicht davon betroffen bist. Verstehe da schon, dass deine Freundin das nicht ab kann.
Der Absolute Höhepunkt für mich ist aber, dass du dir anscheinend wünschst, dass sie alle Andenken wie Fotos und Briefe etc. vernichtet. Es sind Erinnerungen an ihr Leben!!! Sowas schmeißt man nicht weg. Ich könnte verstehen wenn es Nackt-oder Sexfotos wären, aber andonsten behält man sowas! Es sollte reichen wenn sie in eine Kiste grpackt werden und auf dem Speicher, dem Keller oder unterm Bett verschwinden.

Es tut mir leud, aber ich denke das Problem bist ganz alleine du! Dich sollte nicht so beschäftigen was einmal war, sondern was ist und sein wird!
 

Benutzer150467  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
Genauso steht es dir NICHT zu, von dir aus schlecht über Menschen oder Ereignissen mit diesen zu reden, wenn du selber nicht davon betroffen bist. Verstehe da schon, dass deine Freundin das nicht ab kann.
Naja, wenn ich beispielsweise erfahre, dass ihr Ex-Freund sich von ihr hat "Arbeiten" für die Uni erledigen lassen, in der Zeit, in der sie um ihn "gekämpft" hat, dann kann ich meiner Meinung nach sehr wohl ein Urteil über diesen Menschen fällen.
Und das ist nur eine von einigen solcher Geschichten auf diesem Niveau.

Der Absolute Höhepunkt für mich ist aber, dass du dir anscheinend wünschst, dass sie alle Andenken wie Fotos und Briefe etc. vernichtet. Es sind Erinnerungen an ihr Leben!!!
Wo habe ich denn sowas behauptet? Ich habe 2-3 Mal geschrieben, dass das Vorhaben alles, was sich noch an diesen Dingen in der Wohnung befindet auszusortieren, in Kisten zu packen und im Keller/auf dem Dachboden zu verstauen, von ihr kam. Lediglich bei den von dir explizit hervorgehobenen "speziellen" Fotos habe ich deutliches Unwohlsein ausgedrückt.
Das einzige, was ich geschrieben habe, ist das Unverständnis darüber, warum man Fotos, die man sich nach eigener Aussage "nie wieder" ansehen will, denn noch behalten will. Aber ich muss zum Einen nicht alles verstehen und zum Anderen ist "in Kisten packen und im Keller verstauen" vielleicht auch einfach ein Euphemismus für "Müll". :zwinker:

Es
tut mir leud, aber ich denke das Problem bist ganz alleine du!
Hier zitiere ich mich mal selbst:
Denn ich empfinde das schon als mein Problem und will es nicht zu unserem machen.
Aber danke, dass du mich nochmal darauf hinweist...:zwinker:
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich kann mich sehr gut in deine Lage versetzen, da es bei mir eine sehr ähnliche Ausgangssituation ist.

Mein Freund war mehrere Jahre mit seiner Ex zusammen, beide sind schon seit längerer Zeit getrennt. Es ist ebenfalls meine erste Beziehung und genau da liegt auch die Schwierigkeit des Ganzen.
Natürlich ist man unsicher, das bleibt nicht aus. Das, was die beiden (deine Partnerin und ihr Ex) miteinander teilen, ist eben eine sehr lange gemeinsame Vergangenheit. Er wird immer ein Teil in ihrem Leben sein, den du auch nicht verdrängen kannst.
Ich hatte die gleichen Sorgen und Bedenken wie du.

Jetzt mal einiges, was ich in der Beziehung bisher gelernt habe:
1. Du solltest diesen Teil ihrer Vergangenheit nicht verdrängen wollen. Diese Erfahrungen gehören zu ihr und haben sie zu der Person gemacht, in die du dich verliebt hast - sie hat in der Beziehung vieles gelernt und erlebt, was sie prägt.
2. Ihre Vergangenheit war kein Fehler.
Auch, wenn sie jetzt nicht mehr mit ihrem Ex zusammen ist und keine Gefühle mehr für ihn hat, war es in dem Moment eben nicht falsch für sie. Wenn sie das selber sagt, dann hat es zumindest das bewirkt, dass sie eine Lehre aus gewissen Situationen gezogen hat. Darum solltest du ihre Beziehung nicht abwerten. Das steht dir schlicht und ergreifend nicht zu.
3. Mach ihr keine Vorschriften, wie sie Erinnerungen an IHRE Vergangenheit aufbewahren soll. Es sind eben nicht einfach Fotos von ihrem Ex, es sind Erinnerungen an alles, was sie erlebt hat, was sich damals auch gut und richtig angefühlt hat - und hat nichts mit ihren aktuellen Gefühlen zu tun. Ein bisschen Respekt vor deiner Gefühlslage ist angebracht, aber den hat sie auch, da die Fotos nicht offen rumstehen. Und das ist ein riesiger Unterschied.
4. Sei selbstbewusst. Sie liebt dich, ihr wohnt zusammen... sie hat sich ganz offenbar dafür entschieden, mit dir ihre Gegenwart und Zukunft zu verbringen.

Weißt du, welcher Gedanke mir geholfen hat?
Wenn das mit mir und meinem Freund nicht halten sollte (wovon ich natürlich nicht ausgehe), wie würde ich dann mit den Fotos und Erinnerungen an ihn umgehen? Wie würde ich über unsere Beziehung reden und wie würde ich mir wünschen, sollte er über unsere gemeinsame Zeit reden?
Wenn man Respekt vor dem Partner hat, verliert man diesen auch nicht nach der Trennung. Egal, wie unschön diese war.

Glaub mir, es wird immer besser werden. Die Unsicherheiten, die man hat, wenn man einen Partner hat, der sehr viel erfahrener ist, werden sich immer mehr abbauen. Das wünsche ich dir jewdenfalls! :smile:
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren