Erziehung durch Schreck - akzeptabel?

Benutzer117933 

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Also ich habe selber keine Kinder, darum bin ich in Sachen Erziehung natürlich etwas ahnungslos.

Ich will euch aber was fragen zu einer Erziehungsmethode, die ich letzten Sommer gesehen habe. Ein Freund von mir hat sie bei seinem Sohn angewendet.

Es ging darum: Der Junge war damals ca. 4,5 Jahre alt. Und wenn er draußen spielen war, hat er es sich angewöhnt, zum Pinkeln nicht reinzukommen und auf die Toilette zu gehen. Stattdessen hat er immer draußen gepinkelt, noch dazu an die Autotür des Autos vom Nachbarn.

Sein Vater hat ihm immer wieder gesagt, daß er das sein lassen soll. Aber er hat es trotzdem immer wieder gemacht.

Und als er wieder mal ans Nachbarsauto gestrullt hat, hat sich der Vater von der anderen Seite an das Auto rangeschlichen und hat einen China-Böller unter dem Auto gezündet. Erfolg: Sohnemann hat mit dem Pinkeln aufgehört und hat stattdessen in die Hose geschissen. Dann hat er den Schniepel eingepackt und ist nach Hause gegangen, um sich saubermachen zu lassen. Besonders schockiert schien er nicht zu sein. Ich stand in der Nähe und habe es beobachten können.

Mama hat das ganze vom Fenster aus beobachtet und war darum auch nicht weiter überrascht, als der Kleine dann vor der Tür stand und gestunken hat. Er hat nicht gesagt, wie das passiert ist und sie hat auch nicht gefragt. Sie hat später beiläufig erwähnt, daß er seit drei Tagen nicht mehr Groß auf der Toilette war und daß es darum ganz gut gepaßt hat.

Ergebnis der Aktion: Der Junge hat künftig nicht mehr draußen gepinkelt, sondern ist ab sofort immer auf die Toilette gegangen. Also alles wie gewünscht.

Meine Frage: Haltet ihr so eine Erziehungsmethode für angemessen? Und wenn nicht, wie hättet ihr den Jungen dazu gebracht, sein Verhalten zu ändern?
 

Benutzer121749  (31)

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Ich finde das absolut unangemessen!!!

Wie hat denn das Gespräch zwischen Vater & Sohn ausgesehen?
Weisst du da mehr drüber? Wurden Konsequenzen genannt und erklärt, warum er das lassen soll?

Ihm hätten Grenzen aufgezeigt werden sollen . er pinkelt trotz Verwarnung wieder an das Auto, darf er den Rest des Tages nicht mehr nach Draußen zum Spielen. Man hätte ihm verständlich machen müssen, warum er das nicht darf. Nicht nur sagen, dass man das einfach nicht macht, dass es sich einfach nicht gehört, sondern ganz klar sagen, warum er das nicht mehr tun soll, was daran schlimm ist ect. Und ihn fragen, wieso er lieber draußen Pipi macht und wieso ausgerechnet an das Auto vom Nachbarn!?
 

Benutzer123421  (31)

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Hm ... ich finde das kreativ. Der Junge kommt nicht zu schaden und er macht es nun richtig. Weiß gar nicht was dadran schlecht sein könnte. Nur weil es ein "China Böller" war. Anscheint hat er sich dort wohl wohlgefühlt und dieses Gefühl wurde ihm so genommen.
Ich kann diese bestraf Erziehungsmethode überhaupt nicht leiden. Hab ich von mir selbst gelernt. Wurde ich bestraft war es mir egal und ich hab es wieder gemacht. Verbotene Sachen macht man eh am liebsten dazu die Gefahr erwischt zu werden und danach eine Bestrafung zu bekommen war halt der "kick" dabei.
 

Benutzer106267 

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Naja, kreativ würde ich es auch finden, wenn der Junge 10 oder 11 wäre..... aber mit 4,5?
Da sind die Kleinen doch erst in der Lernphase....das hätte man auch anders hinbekommen.
 

Benutzer117933 

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Hm ... ich finde das kreativ. Der Junge kommt nicht zu schaden und er macht es nun richtig.

Außerdem: Vielleicht hätte eine ewig lange Konfrontation und Machtprobe mit den Eltern mehr Schaden angerichtet. So war es nur ein kurzer Schreck und etwas Schamgefühl über den Haufen in der Hose. Und weil der Kleine ja nie erfahren hat, daß sein eigener Vater daran Schuld war, hat er den Eltern auch keine Schuld dran geben können sondern nur sich selbst.

Was das Verhältnis von Eltern und Kind angeht, war diese Lösung ja vielleicht tatsächlich ganz geschickt.
 

Benutzer112177 

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Könnte es nicht sein, dass der Junge aufgrund dieses Erlebnisses dann in späteren Jahren ängstlich wird, schreckhaft oder sowas?
Er ist ja nicht körperlich zu Schaden gekommen, aber ich kann mir vorstellen, dass ihn das Erlebnis auch negativ geprägt hat.
 

Benutzer123421  (31)

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Könnte es nicht sein, dass der Junge aufgrund dieses Erlebnisses dann in späteren Jahren ängstlich wird, schreckhaft oder sowas?
Er ist ja nicht körperlich zu Schaden gekommen, aber ich kann mir vorstellen, dass ihn das Erlebnis auch negativ geprägt hat.
Und an Silvester bekommt der Ohropax und wird in Keller gesperrt? Türen dürfen auch nur noch leise geschlossen werden und bitte nie Durchzug.
Also ich bitte dich. Ein kleiner Knall und er hat folge Schäden?
 

Benutzer121749  (31)

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Der Junge ist 4/5 und während er pinkelt wird ein china böller neben ihm entzündet - ich bitte dich!
 

Benutzer123421  (31)

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Der Junge ist 4/5 und während er pinkelt wird ein china böller neben ihm entzündet - ich bitte dich!
Ja der Sinn war ja auch ihn zu erschrecken. Er hätte auch im Auto sitzen können und laut hupen oder ein luftballon platzen lassen. er ist nicht zu schaden gekommen und es war nur Lärm? das kann ein 4-5 Jähriger ab. Zur not heult er halt dann wird er getröstet und ihm gesagt das kommt davon wenn man dort hinpinkelt.
 

Benutzer56469  (36)

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Wie ich im Kindergarten war war da ein Kind welches aber schon 6 Jahre alt war und statt dass er aufs Gartenklo geht welches 10 Meter entfernt war holt er seinen Schniedel raus und pinkelt gegen den Baum. So schnell hab ich gar nicht schauen können war die Aktion auch schon wieder vorüber. Ob er das zuhause auch macht weiß ich nicht aber ich denke mal schon ich finde ein 6 Jähriger kann nicht so berechnend sein und das nur im Kiga machen.

Zu deinem Beispiel, ich denke jetzt mal nicht dass es eine gute Erziehungsmethode ist. Wirklich helfen würden zb Kinderbücher in denen das Klo gehen thematisiert wird dadurch Lernen Kinder eigentlich schnell und wenn man ihnen in vernünftigen Ton erklärt dass man nicht in den Garten macht dann macht das Kind das dann auch nicht mehr. Es gibt auch so Lernmethoden indem man zum Kind sagt es soll in Zukunft drinnen gehen und dafür werden Smileys gesammelt und wenn es 10 Stück beisammen hat bekommt das Kind etwas. (Belohung) So lernt das Kind aber nicht mit Böller unters Auto legen sodass das Kind vielleicht einen Hörschaden bekommt!

Und das das Kind dann 3 Tage nicht mehr Groß war würde mir auch zu denken geben!
 
V

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Gast
Ohne wirklich Ahnung von Kindererziehung zu haben, finde ich diese Methode doch seeehr fragwürdig - in diesem konkreten Fall (Chinaböller!) zweifle ich sogar arg am Verstand des Vaters.
Die Frage ist doch: was hat das Kind daraus gelernt?
Es hat dadurch keinerlei moralisch richtige Verhaltensweisen gelernt. Zudem steht der Schreckauslöser in keinem logischen Zusammenhang zum bepinkelten Fahrzeug. Wenn das Kind also nicht mehr ans Auto pinkelt, dann weil es befürchtet, dass unterm Auto wieder ein Chinaböller explodiert (und wie oft mag, von Silvester mal abgesehen, DAS wohl vorkommen :rolleyes:), nicht weil es gelernt hat, dass es Sachbeschädigung ist und dass es sich nicht gehört, in der Öffentlichkeit die Hosen runterzulassen.
 

Benutzer123421  (31)

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Ohne wirklich Ahnung von Kindererziehung zu haben, finde ich diese Methode doch seeehr fragwürdig - in diesem konkreten Fall (Chinaböller!) zweifle ich sogar arg am Verstand des Vaters.
Die Frage ist doch: was hat das Kind daraus gelernt?
Es hat dadurch keinerlei moralisch richtige Verhaltensweisen gelernt. Zudem steht der Schreckauslöser in keinem logischen Zusammenhang zum bepinkelten Fahrzeug. Wenn das Kind also nicht mehr ans Auto pinkelt, dann weil es befürchtet, dass unterm Auto wieder ein Chinaböller explodiert (und wie oft mag, von Silvester mal abgesehen, DAS wohl vorkommen :rolleyes:), nicht weil es gelernt hat, dass es Sachbeschädigung ist und dass es sich nicht gehört, in der Öffentlichkeit die Hosen runterzulassen.
Ich geb dir recht. Allerdings wurde doch beschrieben, dass das Gespräch mit dem Kleine schon gesucht wurde. Es war wohl nicht die beste Lösung aber eine einfach und dazu keine schädliche. Er hat es ja anders versucht nur irgendwann muss man sich was neues einfallen lassen. Die Mutter hatte ja anscheint auch nichts dagegen.
 

Benutzer64981  (34)

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Da wohl bekannt war, dass das Kind das nicht zum ersten Mal macht, wäre mir auch eher in den Sinn gekommen, dass es nicht mehr draußen spielen darf, wenn es an Nachbars Auto strullert, und ihm eben aufzeigt, dass es nicht in Ordnung ist, das zu tun. Wo hat es das denn her? Macht das ein Kind in diesem Alter einfach mal so? Ich glaube ja nicht ...
Das mit dem China-Böller ist eine ziemlich absurde Idee!
 

Benutzer117933 

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Und das das Kind dann 3 Tage nicht mehr Groß war würde mir auch zu denken geben!

Er war vorher 3 Tage nicht Groß. Das kann bei Kinder wohl mal vorkommen, aber die Mutter hat sich halt trotzdem Sorgen gemacht und war erleichtert, daß es wieder normal funktioniert hat - China-Böller als Abführmittel. :grin:[DOUBLEPOST=1351606439,1351605967][/DOUBLEPOST]
aber nicht mit Böller unters Auto legen sodass das Kind vielleicht einen Hörschaden bekommt!

Ein Hörschaden ist auch davon abhängig, wie sich die Schallwellen ausbreiten können und auf das Ohr treffen. Und weil der Böller unter dem Auto lag, war die Gefahr da wohl minimal.
 

Benutzer49550  (38)

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Ich persönlich finde das eine sehr fragwürdige "Erziehungsmethode".
Solche Leute kann ich nicht verstehn.
Ich persönlich würde meiner kleinen sowas nicht antun.
Sollte sowas mal wer mit ihr machen kann er davon ausgehn das derjenige dann einen fetten Chinaböller rektal eingeführt bekommen würde....
 

Benutzer117933 

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Die Frage ist doch: was hat das Kind daraus gelernt? Wenn das Kind also nicht mehr ans Auto pinkelt, dann weil es befürchtet, dass unterm Auto wieder ein Chinaböller explodiert

Das ist natürlich eine interessante Frage, was das Kind aus diesem Vorfall gelernt hat.

Möglichkeit 1: Wenn ich an das Auto pinkel, dann wirft Papa einen Böller nach mir.

Das wohl kaum. Denn das Kind hat den Vater ja nicht gesehen.

Möglichkeit 2: Wenn ich an das Auto pinkel, dann explodiert unter dem Auto ein China-Böller.

Schwer zu sagen, wie wahrscheinlich das ist. Der Böller war ja nicht zu sehen. Es hat einfach nur einen Knall gegeben. Ich frage mich, ob der Junge gewußt hat, was denn da geknallt hat.

Möglichkeit 3: Wenn ich an das Auto pinkel, dann erschreckt mich das Auto zur Strafe mit einem Knall.

Nach den Informationen, die der Kleine hatte, ist er vielleicht tatsächlich zu diesem Schluß gekommen. Das würde auch erklären, warum er nie wieder an das Auto gepinkelt hat. Sonst hätte er das ja nur zu Silverster unterlassen oder aufgepaßt, das der Papa nicht in der Nähe ist.

Ich weiß allerdings nicht, ob die Eltern mit ihm über diesen Vorfall geredet haben. Oder ob sie einfach nur zufrieden waren, daß er sich jetzt so verhält, wie die Eltern es wollen. Ich muß da direkt nochmal nachfragen.
 

Benutzer121281  (32)

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Ich hasse es heute noch, wenn man mich erschreckt und finde es einfach grausam. Sein Kind bewusst zu erschrecken... nein, das ist nichts, was ich mir persönlich(!) irgendwie positiv ausmalen kann.

Mei, es muss nicht immer die völlig antiautoritäte Erziehung sein, aber man kann einem Kind auch anders Dinge beibringen.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde, dass man hier die Oma mal im Keller lassen sollte. Hörschäden, Spätfolgen, bla... heute darf man ein Kind nicht mal mehr schräg anschauen, weil es sich ja negativ auswirken könnte. Der kleine pinkelt gegen die Autotür vom Nachbarn (hoffe der gute bekommt regelmäßig die Autowäschen bezahlt) und hört nicht auf, wenn man es ihm sagt. Da kann er ruhig einen gehörigen Schreck bekommen.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Es war wohl nicht die beste Lösung aber eine einfach und dazu keine schädliche.

Wenn man Kinder hat, sollte es aber nicht darum gehen, was für einen selbst am einfachsten ist.

Um dem Kind das Pinkeln draußen abzugewöhnen, gibt es definitiv angemessenere und sinnvollere Methoden, als sich unter's Auto zu legen und China-Böller zu zünden - sowas ist vielleicht in TV-Sitcoms lustig, aber im realen Leben nicht unbedingt ein probates Mittel für eine vernünftige Erziehung.

Und wie Velvet sagte: Das, was das Kind eigentlich lernen sollte, hat es ja auf die Art sowieso nicht begriffen - es pinkelt jetzt nicht mehr ans Auto, weil es sich vor dem Knaller fürchtet, nicht weil es kapiert hat, dass sich sowas nicht gehört. Ergo hat der schlaue Vater das Symptom beseitigt, aber die Ursache nicht; sowas passiert, wenn man auf bequeme, schnelle Lösungen aus ist und sich nicht die Mühe macht, ein Problem nachhaltig anzugehen. :zwinker:
 
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