Erster Arbeitstag - Katastrophe.

Ich sollte als Berufsanfänger...

  • ... erstmal abwarten.

    Stimmen: 15 53,6%
  • ... gleich mit dem Vorgesetzten reden.

    Stimmen: 14 50,0%
  • ... einen alternativen Arbeitsplatz suchen.

    Stimmen: 6 21,4%
  • ... die Situation akzeptieren.

    Stimmen: 1 3,6%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    28

Benutzer141323 

Benutzer gesperrt
Hallo liebes Forum,

heute melde ich mich mal wegen einer völlig neuen Sitatuion hier, zu der ich dringend eine objektive Meinung und Ratschläge brauche. Ich hatte heute meinen ersten Arbeitstag in einer neuen Klinik.

Es war einfach schrecklich. Ich bin auf die Station eingesetzt worden, über die ich schon im Vorstellungsgespräch gesagt habe, dass ich mir das noch nicht zutraue (Suchterkrankungen/ Entzug). Dazu kommt, dass ich kein eigenes Büro habe und Patientengesrpräche deshalb zwischen Tür und Angel bzw. in einem Funktionsraum zur Aufbewahrung von Handtüchern führen soll.
Mit mir wurden heute noch drei weitere Personen eingestellt, die ebenfalls Berufsanfänger sind und den gleichen Abschluss haben wie ich. Ihre Stationen sind ein Traum, sie haben alle eigene Büros, wie es in meiner Berufsgruppe auch üblich ist (allein schon wegen der Einzelgespräche).

Nun kommt noch hinzu, dass ich nicht mal einen eigenen Arbeitsplatz habe. Alle anderen Kollegen in diesem KH schon. In meinem Beruf braucht man einen PC und einen Schreibtisch um vernünftig arbeiten zu können. Ich komme mir ehrlich gesagt so vor, als wenn für mich in der Klinik gar kein Platz ist. Als wenn ich eingestellt wurde, ohne, dass es überhaupt Kapazität gab. Ich sitze jetzt in einem 4 Mann Büro am Besuchertisch. Ich soll einfach an einen PC von anderen Kollegen gehen, wenn die mal nicht im Raum sind. Dort stehen Familienbilder der Kollegen. Wasserfalschen und Essen. Also ein Ort, der absolut den Kollegen gehört, fühle mich da so fehl am Platz! Ich habe einen solchen Ort für mich nicht. Kein PC. Nichts. Aber ich habe schon eine Emailadresse, eine Benutzerkennung usw. - nur eben keinen Arbeitsplatz. Ich werde dort schlechter behandelt, als eine Praktikantin.

Frage mich, wieviele Tage man das auf einer neuen Stelle nun aushalten muss. Oder ob ich morgen direkt mit meinem neuen Vorgesetzten reden sollte. Ich möchte eigtl nicht die sein, die gleich am ersten/zweiten Arbeitstag meckert, aber ich bin so wirklich unglaublich unglücklich mit der Situation und würde da am liebsten morgen schon gar nicht mehr hingehen und kündigen.

Jetzt mal ein paar konkrete Fragen:
- Hat man als 30h Kraft, Anrecht auf einen eigenen Arbeitsplatz?
- Würdet ihr direkt mit dem Vorgesetzten reden oder die Situation erstmal aushalten?
- Muss man sich das mit Hochschulabschluss überhaupt gefallen lassen?
- Würdet ihr auch gleich den Stationswechsel ansprechen? (meine Station ist wirklich die absolute Härte und für Berfusanfänger absolut ungeeignet.)
- Würdet ihr nach einer alternativen Arbeitsstelle suchen?

Danke fürs Lesen und euren Rat!
Hörnchen
 

Benutzer13901  (45)

Grillkünstler
Haben sie denn irgendwas gesagt wann du einen eigenen Arbeitsplatz bekommst
 

Benutzer141323 

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Nein sie haben sich dazu absolut nicht geäußert. Sie meinten nur "das wird schon, irgendwann.". Ich muss sagen, ich war den ganzen Tag so sehr damit beschäftigt, selbst einen guten Eindruck zu machen und die Fassung zu bewahren, dass ich mich gar nicht getraut habe, da zu widersprechen bzw. genauer nachzuhaken.
 

Benutzer71335  (53)

Planet-Liebe ist Startseite
Haben sie denn irgendwas gesagt wann du einen eigenen Arbeitsplatz bekommst
Eben, ich denke auch das ist eine reine Übergabgssitution und kein Dauerzustand.
Im Laufe der Probezeit finde ich das auch zumutbar und in der Zeut und erst dann wird sich das klären.
Vielleicht auch ein kleiner Test.:zwinker:

Bei den ersten Herrausforderungen schon gleich rum jammern wäre da genau falsch.
Nach ein paar Tagen kann man da immer noch nachhaken.
 

Benutzer57000 

Benutzer gesperrt
Bist du als Ärztin angestellt?
Wie die Geschichte rechtlich aussieht, kann ich dir nicht sagen.

Aber ganz grundsätzlich:
Kopf hoch und geh nicht zu verbohrt an die Sache heran. Ich finde die ersten Tage an einem neuen Arbeitsplatz immer grausam und würde am liebsten wieder aus dem Räumlichkeiten rennen. Man fühlt sich fremd, glaubt man würde alles falsch machen und bei Gesprächen wir das dritte Rad am Wagen.

In der ersten Woche (also dieser) würde ich erstmal unvoreingenommen an die Sache herangehen, mir die ganze Sache anschauen und dann werden sich schon von alleine Gespräche mit Kollegen ergeben und ich bin mir sicher, dass dann auch nebenbei mal etwas fallen gelassen wird in Richtung "Jeder hat so angefangen wie du, aber die Arbeitsplatzsituation wird sich....".
Kannst du mit dem Stationsleiter gut reden? Falls sich wider erwarten nichts ändert, würde ich nächste Woche mit dem Stationsleiter sprechen, dass die Gegebenheiten nicht optimal sind und du so nicht voll deine Arbeitskraft zur Verfügung stellen kannst, da dir A,B,C (Argumentationskette vorher ausdenken!) fehlen und du das für die vernünftige Behandlung brauchst.
Und sonst sieh es als positiv an, dass du gleich auf solch eine Station gekommen bist, vielleicht wurde ja genau das den Mitbewerbern nicht zugemutet? Nutze diese Chance, spreche aber offen Kollegen an und gib bescheid, dass du in dem Bereich noch nicht viel Erfahrung hast und sammele sie dadurch. Die Kollegen werden dich dann schon nach und nach an die Hand nehmen.

Aber morgen sieht die Welt schon wieder anders aus. :smile:
Sollten alle Stricke reißen, bist du immer noch in der Probezeit (vermutlich) und kannst jederzeit hinschmeißen, also keine Verbissenheit, dass du jetzt jahrelang leiden musst. :zwinker:
 

Benutzer163510 

Sorgt für Gesprächsstoff
Im Laufe der Probezeit finde ich das auch zumutbar und erst dann wird sich das klären.
Wenn man in einer Klinik Einzelgespräche führen soll und das auch noch in der Abstellkammer, dann ist diese Situation absolut nicht zumutbar.
Ich würde mir ja schon als Patient total bescheuert vorkommen und meinen Gegenüber überhaupt nicht ernst nehmen.
Abgesehen davon braucht man ja auch einen Arbeitsplatz und jeden Tag von einem Computer zum anderen zu hüpfen ist jetzt auch nicht ganz das Wahre. Ich, als Kollege, würde auch nicht wollen, dass "die Neue" sich an meinen Schreibtisch hockt, meine Familienbilder anschaut usw.

Für eine Woche ist das vielleicht in Ordnung, aber auch nur wenn der Chef vorher gesagt hat: "Tut mir leid, im Moment gehts nicht anders, aber wir werden da schleunigst eine Lösung für finden."
 

Benutzer141323 

Benutzer gesperrt
Dann frage ich mich aber, warum meine 3 anderen Kollegen, diesen Test nicht haben und von Anfang an einen Arbeitsplatz. Ich denke, für mich war einfach keine Kapazität da. Ich fühle mich wirklich so unwohl da. Ich frage mich halt auch, was ich die nächsten Tage arbeiten soll. Soll ich Sachen kopieren?
 

Benutzer57000 

Benutzer gesperrt
Dann frage ich mich aber, warum meine 3 anderen Kollegen, diesen Test nicht haben und von Anfang an einen Arbeitsplatz. Ich denke, für mich war einfach keine Kapazität da. Ich fühle mich wirklich so unwohl da. Ich frage mich halt auch, was ich die nächsten Tage arbeiten soll. Soll ich Sachen kopieren?

Brett vorm Kopf wegnehmen und das beste draus machen! :zwinker:
Notfalls stell dich doof. Wenn du mit einem Patienten einen Gesprächstermin hast, frag einen deiner Kollegen vorher: "Wo haltet ihr denn in der Regel eure Gespräche ab? In der Wäschekammer ist ja nicht so der richtige Ort dafür...".
Da werden die Kollegen schon liefern müssen. Oder du fragst einen Kollegen, der nett und kompetent scheint, ob du einen Tag mal bei ihm mitlaufen kannst, um den Ablauf auf Station mitzubekommen.
 

Benutzer141323 

Benutzer gesperrt
Wenn man in einer Klinik Einzelgespräche führen soll und das auch noch in der Abstellkammer, dann ist diese Situation absolut nicht zumutbar."

Das stößt mir auch am allermeisten auf. Meine Patienten sind nach 3 Wochen aus meiner Station wieder raus. Ist halt nur der Entzug. Es wirkt fast so, als wenn da die Therapie ja eh irrelevant ist ... Danach schließt sich bei vielen eine ambulante Therapie an. Finde es den Patienten gegenüber jedenfalls auch völlig unterirdisch in einer Abstellkammer Therapiemotivation aufzubauen.
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Die Probezeit ist auch für dich da um zu gucken ob es passt.

Ich finde die Umstände nicht zumutbar und würde das auf jeden Fall ansprechen.
 

Benutzer108566 

Sehr bekannt hier
Ganz ehrlich, Du sollst mit Suchtkranken therapeutisch arbeiten und da brauchst Du ein absolut sicheres und souveränes Auftreten. Da halte ich es für unerlässlich, das sofort zu klären. Das hat nichts mit "Jammern" zu tun, sondern mit Selbstbehauptung und Durchsetzungsvermögen. Wenn Du da als "Mäuschen" kuschst und erstmal am Katzentisch verharrst um möglichst nicht anzuecken, dann essen Dich leider auch Deine Patienten zum Frühstück. Du brauchst einen sicheren Arbeitsplatz, der auch für die Patienten einen gesunden Rahmen darstellt und keine Abstellkammer! Nimm allen Mut zusammen, geh zum Vorgesetzten und sag ihm was Du brauchst, um einen guten Job zu machen. Die werden selbst wissen wie unerlässlich das Setting im therapeutischen Arbeiten ist. Sei selbstbewusst! Du bist keine Bettlerin, sondern nur jemand, der weiß was er will - Deinen Job machen! Das geht nicht auf diese Art und Weise. Haben die Dir nichts anzubieten, würde ich weitersuchen. Lass Dich nicht verheizen!
 

Benutzer141323 

Benutzer gesperrt
hast, frag einen deiner Kollegen vorher: "Wo haltet ihr denn in der Regel eure Gespräche ab? In der Wäschekammer ist ja nicht so der richtige Ort dafür...".

Der Witz ist ja, dass mit genau dieser Raum heute, selbstverständlich ohne Fenster, gezeigt wurde mit den Worten "hier kannst du dann mal Einzelgespräche führen" :frown:
 

Benutzer71335  (53)

Planet-Liebe ist Startseite
Wenn man in einer Klinik Einzelgespräche führen soll und das auch noch in der Abstellkammer, dann ist diese Situation absolut nicht zumutbar.
Ich würde mir ja schon als Patient total bescheuert vorkommen und meinen Gegenüber überhaupt nicht ernst nehmen.
Abgesehen davon braucht man ja auch einen Arbeitsplatz und jeden Tag von einem Computer zum anderen zu hüpfen ist jetzt auch nicht ganz das Wahre. Ich, als Kollege, würde auch nicht wollen, dass "die Neue" sich an meinen Schreibtisch hockt, meine Familienbilder anschaut usw.

Für eine Woche ist das vielleicht in Ordnung, aber auch nur wenn der Chef vorher gesagt hat: "Tut mir leid, im Moment gehts nicht anders, aber wir werden da schleunigst eine Lösung für finden."
Für die Patienten und die Kollegen finde ich das auch unzumutbar und ich denke das wird auch schnell klar und wird alle Beteiligten schnell nerven und sich ändern.
Denke aber das das eh kein Dauerzustand sein soll.
Sie hat das ja noch nicht geklärt und manchmal dauert es ja auch ein paar Tage bis sich das organisieren lässt.
In den wenigsten Betrieben wird das langfristig vorab geplant.
Da werden Neue wie alte Mitarbeiter einfach mit konfrontiert und müssen schnell nach Lösungen suchen.:zwinker:
 

Benutzer57000 

Benutzer gesperrt
Der Witz ist ja, dass mit genau dieser Raum heute, selbstverständlich ohne Fenster, gezeigt wurde mit den Worten "hier kannst du dann mal Einzelgespräche führen" :frown:
Mhh aber zu Perplex in der Situation gewesen direkt drauf zu reagieren? Dann sprich das tatsächlich morgen nochmal an.
 

Benutzer145807 

Verbringt hier viel Zeit
Noch sitzt natürlich der Schock, über diesen unerwartet unschönen Beginn.
Ich würde an deiner Stelle eine Mischung aus Abwarten und "mit dem Vorgesetzten sprechen" wählen.
Und zwar abwarten nicht für fünf Wochen, sondern nur für diese Woche. Wenn dann wirklich nichts passiert, und das Ganze kein Übergang sein soll, dann sprich mit dem Vorgesetzten.
Nen neuen Job suchen ist zu verfrüht, dieser Ausweg ist die späteste Option.
Gar keine Option ist, es einfach zu akzeptieren.
Weißt du, ob es für alle Neuen vielleicht ein Rotationsprinzip während der Einarbeitung gibt?
 

Benutzer151786 

Sehr bekannt hier
Hast du erst heute erfahren, dass du auf diese Station kommst? Ist das denn so üblich, dass man einen Vertrag bekommt und dann einfach ohne Mitspracherecht "zugeteilt" wird? Rotiert das wenigstens oder bist du jetzt "für immer" dort? Das wäre jedenfalls der Punkt, wo ich wirklich mal darüber nachdenken würde, ob es langfristig das Richtige ist. Dem Ganzen eine Chance geben würde ich jedoch trotzdem und nicht aufgrund des heutigen Tages überstürzt kündigen.

Was den Arbeitsplatz anbelangt: Ich kann mir kaum vorstellen, dass dich die Klinik aus reiner Nächstenliebe eingestellt hat bzw. eine Hochschulabsolventin bezahlt, die dann nur Praktikanten-Tätigkeiten übernehmen soll. Ich würde den morgigen Tag auf mich zukommen lassen (heute ist wohl noch nicht viel passiert, das mit normalem Arbeitsalltag zu tun hat) und dann bei passender Gelegenheit nachhaken, wie du denn diese Aufgaben ohne eigenen Arbeitsplatz wahrnehmen sollst.

Dass es kein Dauerzustand sein soll, an fremde PCs zu gehen, zeigt ja schon, dass diese Arbeitsplätze sehr wohl personalisiert sind und du bereits eine eigene Kennung, E-Mail-Adresse usw. hast. Das klingt für mich eher so, als wäre heute (!) dein Büro noch nicht fertig gewesen. Das würde ich aber tatsächlich morgen bei der nächsten Gelegenheit ansprechen. Was sollst du an fremden PCs auch großartig machen in den zehn Minuten, die ein Kollege mal kurz nicht da ist? "Das wird schon, irgendwann" wäre jedenfalls keine Antwort, mit der ich mich zufriedengeben würde. Es muss ja dann auch eine Begründung geben, warum es bei den neuen Kollegen problemlos funktioniert, nur bei dir nicht.
 

Benutzer150857 

Sehr bekannt hier
Am Anfang würde ich mich nicht direkt "beschweren" als Neuling, aber beim Vorgesetzten seine Verwunderung darüber ansprechen, wie dort vernünftige Patientengespräche geführt werden sollen, kann man schon. Ich würde auch einfach mal fragen, welcher der Computer denn deiner sein soll, quasi so als würdest du davon ausgehen, dass du einen eigenen hättest. Das geht nicht, dass du erst Kollegen fragen musst, ob du mal bitte an den Computer kannst. Und wenn du nicht fragst, wird vermutlich eher gar nichts passieren, also warten und hoffen würde ich da nicht. Dann heißt es nämlich irgendwann, dass du die letzten paar Monate ja auch so irgendwie klar gekommen bist. :zwinker:
 

Benutzer141323 

Benutzer gesperrt
Also eine Rotation ist möglich, jedoch muss man ja schon wenigstens 4-6 Monate auf seiner Station aushalten.

Ich werde vllt einfach einen geeigneten Zeitpunkt abwarten und dann wirklich den Mund aufmachen. So gehts halt echt nicht. Ich finde auch, dass ich keine Duckmaus in meinem Job sein darf.
 
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