Erste Beziehung/Behinderung

Benutzer157892 

Benutzer gesperrt
Hallo liebe Community, fröhliche Weihnachten euch allen! :zwinker:

Mir geistert in den letzten Tagen eine moralische Frage im Kopf herum und gerade jetzt zu Weihnachten muss ich irgendwie wieder verstärkt daran denken...

Ich werd' jetzt wahrscheinlich ziemlich platt gemacht werden, aber:
Ist es verwerflich, wenn man schwer tut mit dem Gedanken, eine Beziehung mit einem Menschen mit Behinderung einzugehen? :sorry:

Ich will gleich klarstellen, dass ich besagte Personengruppe keineswegs in eine "niedrigere Klasse" o.Ä. einstufe oder kategorisch ablehne. Es ist nur so, dass ich nicht weiß, ob ich es könnte (Klar, da bin ich wohl nicht der Einzige, der sich diese Frage stellt. Manche scheinen das einfach besser zu können und andere kommen nicht so gut damit zurecht).

Ganz entscheidend für meine "persönliche Variante" dieser Frage ist v.a. der Umstand, dass ich (25) bisher noch nie eine Beziehung/Affäre/(whatever...) hatte und mich ohnehin schwer damit tu, Menschen kennenzulernen (Schüchternheit, Minderwertigkeitskomplexe, soziale Ängste etc.).
Und so entstand der naive Gedanke "Vielleicht solltest du erstmal mit was 'Normalem' anfangen, nicht gleich Extremfälle/erschwerte Umstände... Man muss es ja nicht gleich übertreiben. Nur so zum Erfahrung sammeln, danach kann man ja mal sehen..."

Aber ich mir selber richtig mies vor, so zu denken... :kopfwand:
Ich mein, jeder will doch so genommen werden, wie er ist, nicht?

Kann ich mal ein paar Meinungen dazu hören? (Bitte nicht gleich hauen...)
 

Benutzer68557  (30)

Sehr bekannt hier
Redakteur
Für mich kommt es wirklich sehr auf die Art der Behinderung an, ob man überhaupt von erschwerten Umständen sprechen kann.
Würdest du das bitte etwas näher konkreitiseren?
 

Benutzer71015 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Meiner Meinung nach bringt es nicht viel, sich diese Frage theoretisch zu stellen, ohne einen Menschen zu kennen, der sein Interesse wecken könnte und eine Behinderung hat.
Oft ändert erst direkte Begegnung und Erfahrung etwas daran, dass man sich etwas nicht vorstellen kann.
 

Benutzer157892 

Benutzer gesperrt
Für mich kommt es wirklich sehr auf die Art der Behinderung an, ob man überhaupt von erschwerten Umständen sprechen kann.
Würdest du das bitte etwas näher konkreitiseren?
Schwer zu sagen... Insbesondere mit geistigen Behinderungen täte ich mich sehr schwer. Wie gesagt, ich hab' bereits so Probleme, nicht jedes Mal komplett durchgeknallt rüberzukommen. Da noch zusätzlich auf weitere Sozial-/Umgangsformbedürfnisse einzugehen stelle ich mir im Moment wahnsinnig schwer vor.
Aber auch wenn es um körperliche Handicaps geht, bin ich mir total unsicher. Zum Beispiel wenn jmd. Gliedmaßen verloren hat und auf Prothesen angewiesen ist. Ich wüsste nicht recht, wie ich damit umzugehen hätte... Und dafür komm ich mir ziemlich mies vor...

Oft ändert erst direkte Begegnung und Erfahrung etwas daran, dass man sich etwas nicht vorstellen kann.
Ich weiß, da stimme ich dir zu. Aber angenommen, eben jene erste Begegnungen führen ausgerechnet wegen dem Handicap genau zu "Ich weiß nicht recht, ob ich's könnte" - ist das dann nicht irgendwie wahnsinnig oberflächlich/arrogant/selbstgefällig/...?
 

Benutzer154731 

Verbringt hier viel Zeit
Vom Grundsatz her kann ich deinen Gedanken verstehen. Allerdings ist der Ansatz gänzlich falsch.

Ich kann dir zweierlei raten. 1. Mach dir keine Gedanken um ungelegte Eier. Lass das Leben auf dich zukommen und such nach einem Menschen, der dir emotional zusagt. Die Wahrscheinlichkeit, dass du dich in einen Menschen mit Behinderung verguckst ist gering, einfach weil die meisten Menschen nicht behindert sind. Außerdem muss die Person sich dann auch erst mal für dich interessieren.

(Davon ab, wer ist schon normal? Ich bin es sicher nicht, obwohl ich vorm Gesetzgeber als nicht behindert gelte :tongue:)

Und 2. (ich bin ja echt am Überlegen, ob ich allen Ernstes in diesem Kontext diesen Thread verlinke, aber es ist das Schönste, was ich die letzten Jahre gelesen habe)
Schau mal hier rein, wenn du etwas Zeit übrig hast:
Behindert und in den Nachbarn verguckt..
Die TS beschreibt sich selbst als behindert (ich würde sie so nicht nennen) und erzählt die ersten zarten Pflänzchen einer Beziehung.

Abschließend ist aus meiner Erfahrung zu sagen: Menschen, die es schwer im Leben hatten, sind manchmal deutlich sensibler anderen Menschen gegenüber. So ein Mensch könnte dir ganz viel geben, wenn du selber so Probleme mit dir hast.
 

Benutzer150315  (27)

Verbringt hier viel Zeit
ICh möchte meinen Senf gerne auch dazu geben :zwinker:

Früher konnte ich mir niie vorstellen etwas mit Behinderten gemeinsam haben zu können sei es nur normaler Kontakt, ich konnte es einfach nicht. - Nun denn jetzt wohnten wir aber in einem Dorf mit einer Einrichtung für Behinderte und meine Mutter arbeitet dort als Krankenschwester, einestages ergab es sich, dass sie einen Nebenjob bekam wo sie jeden 2. freitag eine junge Frau mit Down-syndrom nachmittags betreute. Wir Kinder haben seehr lange gebraucht um warm mit ihr zu werden. Meinem Bruder ist dies nie gelungen aber gehasst hat er sie auch nicht.
Es vergingen einige Jahre ins Land und ich begann ein Studium un musste mir dringend Geld zu legen, als Ferienjob. Fag mich niht wie ich damals auf die Idee kam sie ausgerechnet auf einer Intensivpfelgegruppe der EInrichtung für Beinderte zu machen, ABER eins kann ich sagen ich habe das folge Semester wieder dort gearbeite, WEIL diese Menschen einem so unglaublich viel herzlichkeit freundschaft etc entgegen bringen wie ich es noch bei keinem "normalen" Menschen erlebt habe. Für mich sind dies Behinderten die aufrichtigsten Menschen die es gibt, denn sie leben im Hier und Jetzt was gestern war ist vielen egal.

Zu dir: Wie oben schon gesagt wude, spinn dir nicht etwas vor was nicht ist.
Behinderungen sind nicht für jeden etwas, das wäre schlimm wenn jeder diesen Menschen nach laufen würde, eben so wie wenn plötzlich jeder Nutelle zu Frühstick mittagessen und Abendessen haben wollen würde :grin: doofer vergleih aber es soll zeigen dass ich dies nicht abwertend meine.

lass einfach alles auf dich zu kommen und bitte tu mir den Gefallen und nutze keinen v.a. mit behinderung aus, denn diese Menschen haben daran noh 1000 mal mehr zu knabbern als wir "Normalos" denn wie ich bereits erzählt habe sind dies solche aufrichtige und ehrliche Menschen, die oft selbst nicht an das böse im Menschen glauben.
 

Benutzer149486  (26)

Öfters im Forum
Der Vergleich hinkt vielleicht etwas aber ich finde es auch sehr zu treffend. Ich konnte mir nie vorstellen mit einem Metzger zusammen zu sein (bin zwar für Fleischkonsum, aber für mich ist das Töten einfach etwas das ich nicht ins Bett nehmen will, das ist zwar spinnig und deswegen bin ich sicher auch Vegetarier). Mein letzter Freund war Metzger und das wusste ich von anfang an. Weil ich habe mich nicht in den Kerl mit dem Beruf verliebt sondern nur in den Kerl. Und so wird es ebenso wenn es jemals so weit kommen sollte auch sein, dir ist das einfach egal weil du den Menschen so willst wie er eben ist.
Und ich kann mir auch nicht vorstellen mit jemand geistig behinderten zusammen zu sein, weil mir da einfach richtig tiefgehende kommunikation fehlen würde.
 
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