Erst 18 und schon am Ende

Benutzer97752  (30)

Sorgt für Gesprächsstoff
Guten Abend erstmal

Ich will hier jetzt ja wirklich niemanden zuheulen oder so, aber irgendwie weis ich gerade nicht weiter und muss alles mal rauslassen, nur weis ich leider nicht, wem ich das persönlich erzählen soll - oder will.

So: Ich bin 18 und mit meinem Leben vollkommen überfordert.
Nun könnte man ja meinen, dass das in der Pupertät oder im Teenageralter normal ist, nur ist das mittlerweile so schlimm, dass ich wirklich bald keine Lösung mehr sehe.

Seit ich klein bin habe ich Probleme mit meiner Mutter (Schlagen, Beschimpfen), deswegen ziehe ich aber auch demnächst aus, nur ist es so, dass ich deswegen kaum Selbstwertgefühl habe.
Ich hatte fast 3 Jahre lang Bulimie, welche ich jetzt aber besser unter Kontrolle habe, nur leider leide ich immernoch ziemlich oft an depressiven verstimmungen.

In der Schule sacke ich richtig ab, ich gehe in die Oberstufe eines Gymnasiums und fühle mich einfach vollkommen überfordert.
Das ist so schlimm, dass ich öfters einfach nicht mehr hingehe - und das entwickelt sich dann zu einem Teufelskreis, denn wenn ich nicht dort bin, lerne ich logischerweise auch nichts.
Nur bin ich so extrem antriebslos!
Ich will den ganzen Tag nur schlafen und in Ruhe gelassen werden, meine ganzen Freundschaften lösen sich deswegen auch langsam auf - ich unternehme einfach nicht mehr so gerne etwas.
Der einzige, der mir wirklich glückliche Momente beschert, ist mein Freund.
Ohne ihn hätte ich nichts was mich hier noch halten würde...

Ich weis einfach nicht mehr weiter!
Ich habe lauter 5er, stehe unter Druck und Stress und habe einfach nur noch Angst vor jedem neuen Tag!
(Eine Zeit lang habe ich auch schwache Antidepressiva genommen, da war es ETWAS besser, aber meine Mutter hat meinen Arzt so lange bearbeitet, bis er sie mir nicht mehr verschreiben wollte)

Ich weis auch nicht was ich jetzt von euch erwarte, vermutlich musste ich das jetzt einfach mal loswerden, über Ratschläge wäre ich trotzdem dankbar :smile2:
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hey Du,

bist du denn noch in Therapie, bzw. warst du jemals in Therapie?

Das ist erst mal meine 1. Frage und wenn du die beantwortet hast, schreibe ich dir noch mal. :smile:

LG
 

Benutzer97752  (30)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich war vor 1 Jahr mal bei 2 verschiedenen Stellen, aber die haben mich total abgeschreckt.
Die erste, eine Frau, wollte mich in eine Klinik stecken und das Jugendamt einschalten (wegen meiner Mutter) - das war mir viel zu radikal.
Bei dem 2. Therapeuten wars ähnlich, ich hab mich nicht ernst genommen gefühlt, er hat ständig was von "Stressreduzierung zu Hause" erzählt aber geholfen hat er mir in keinster Weise.
Dann habe ich gewissermaßen aufgegeben - außerdem sind die Wartelisten für Therapieplätze ja enorm lang..
Danke für die Antwort :smile2:
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hallo noch mal :smile:,

ich hab' mich mal in einer ähnlichen Situation befunden.

Zumindest war ich auch komplett überfordert mit der Schule, habe viel geschwänzt und hatte einfach keine Lust mehr darauf. Die Mitschüler mochten mich nicht, ich mochte sie nicht und viele Fächer kamen mir überflüssig vor.
Bulimie hatte ich/habe ich auch. Gerade in der Schulzeit war die richtig heftig.
Mit meinen Eltern, meiner Mutter gab es auch immer Probleme.

Schlägt dich deine Mutter immer noch?
Und wo ziehst du nun hin?
Weiß dein Freund von deinen Problemen?
In welcher Klasse bist du denn?

Es gibt auf jeden Fall einen Weg heraus - aber am wichtigsten ist, dass du dich jemandem anvertraust.

Ich selbst war mal für ein Jahr in Therapie und hatte eine Wartezeit von knapp eineinhalb Monaten.
Also so lange muss man gar nicht warten, wie man immer glaubt.
Am besten ist, du triffst dich mal mit fünf Therapeuten (Fünf Erstgespräche zahlt die Kasse) und schaust, welcher dir am sympathischten ist. In meinen Augen solltest du nämlich unbeding wieder in Therapie, wenn du noch immer Probleme mit der Bulimie hast.

Wäre schön, wenn du meine Fragen beantworten könntest.

:smile:

LG
 

Benutzer97752  (30)

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke :smile:
Manchmal schlägt sie mich noch, aber wir haben hier eine Sozialpädagogin (vom Jugendamt gestellt, ursprünglich wegen meiner Schwester, jetzt ist sie auch für mich da) die mir ermöglicht, mit 18 auszuziehen (Sozialpädagogisch betreutes wohnen)
Im Prinzip könnte ich auch ohne diese Betreuung ausziehen, da ist meine Mutter aber strikt dagegen.
Mein Freund weis von meiner familiären Lage, nicht aber von meinen anderen Problemen.
Er würde das nicht verstehen, für ihn ist das Leben einfach und für solche "Schwächen" hat er glaube ich kein verständnis - schon allein, weil er kein Mann der großen Worte ist (Gespräche über das Thema wären also eher unwarscheinlich)
Ich bin gerade in der 12. Klasse.
In manchen Fächern bin ich sogar ziemlich gut - aber vieles, wie zB Mathe, wächst mir einfach über den Kopf..Nachhilfe können wir uns leider auch nicht leisten, da meine Schwester schon 3 mal die Woche welche bekommt.

Aber ich komme mir so lächerlich vor..Meine Bulimie ist ja wirklich viel besser, ich denke sehr oft ans Übergeben und finde mich fett und hässlich, aber es dann wirklich durchziehen tue ich vllt. 1 mal im Monat (früher war es bis zu 3 mal am Tag)
Außerdem kann ich mir vorstellen, dass mir das Ausziehen nicht bewilligt wird, wenn zu Tage kommt, wie labil ich eigentlich bin..
 

Benutzer100660 

Öfters im Forum
wehrst du dich denn nicht?
kannst du nicht vorrübergehend bei deinem freund wohnen?
ich kenn mich da ja nicht so 100% aus aber ist es denn wirklich so das die vom jugendamt dich nicht ausziehen lassen obwohl dich deine mutter schlägt? ich meine da können die ja nicht sagen dazu bist du zu labil denn so wird das sicher nicht besser
 

Benutzer6428 

Doctor How
@friedenstaube: Leider ist das nicht ganz so einfach... Sicherlich kann man theoretisch viel machen, praktisch ist es aber so, dass die TS nicht allzuviel Kraft aufbauen konnte. Stell dir vor, du musstest die halbe Wüste mit zu wenig Wasser durchqueren und könntest auf einmal so viel trinken wie du magst..du müsstest nur den schweren Stein von der Quelle heben...

In diesem Fall wirst du es ohne Hilfe nicht schaffen. Wenn der Richtige zur Hand geht, geht es auch Bergauf. Schief gehen kann sicher einiges, aber ich kann dir sagen, dass es in deiner Situation IMMER möglich ist da rauszukommen. Ich denke, dass es für dich, liebe TS langsam Zeit wird anzufangen zu leben. Dazu gab es bisher für dich keinen Platz, aber jetzt steht dir die Welt offen!
Laß dir nicht reinreden und halte dein Ziel vor Augen. Du schreibst nicht so als wärst du blöd..da hab ich schon ganz andere Abi machen sehen! *hust*
Du kannst das...das solltest du dir immer wieder sagen. Wenn du jetzt nur noch ein bißchen durchhältst und ausziehst, kann dein Leben langsam aber sicher wunderwunderschön werden.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen. Wenn du Ideen brauchst, wohin man sich noch wenden kann oder wenn du nicht weisst bei welcher öffentlichen Stelle du noch anfragen kannst um Geld zum Leben zu bekommen oder sonst irgendein Problem ist, werden wir hier sein und dir gerne jede Frage beantworten.
 

Benutzer48617 

Meistens hier zu finden
Mir scheint, du brauchst dringend jemanden, mit dem du reden kannst. Hast du vielleicht eine gute Freundin, der du wenigstens einmal dein Herz ausschütten kannst?

Zudem unterstütze ich den schon genannten Vorschlag, dir doch noch einmal einen Therapieplatz zu suchen. Du kannst doch auch mit der Sozialpädagogin darüber sprechen, vielleicht hat sie Kontakte und kann dich schneller vermitteln. Und dann hilft nur, bei Therapeuten anzurufen und nach Terminen zu fragen. Klar, manchmal dauert das etwas, aber manchmal hat man auch Glück und es springt jemand ab o.ä. Einen Versuch ist es wert.

Und eigentlich solltest du auch mit deinem Freund über deine Probleme sprechen. Wenn er der einzige ist, der dir momentan Rückhalt gibt, sollte er wohl auch alles wissen. Verständlicherweise hast du Angst, dass es ihm dann auch zu viel wird - aber wenn du ihm sagst, dass du dich nur mal ausheulen musst und er dich in den Arm nehmen soll und sonst nichts machen braucht: Würde er damit auch überfordert sein? Wenn er dich mag oder vielleicht sogar liebt (wie lang seid ihr zusammen?), dürfte es für ihn selbstverständlich sein, dir da zur Seite zu stehen.
 
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