Erschiessung von aggressiven Hunden: Richtig oder falsch?

Benutzer102949 

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Das ist richtig und auch der Grund dafür, warum er erschossen werden musste. Du stellst die ganze Zeit darauf ab, ob der Hund - aus Sicht des Hundes - "richtig" gehandelt hat und ob ihn eine "Schuld" getroffen hat. Das ist aber völlig irrelevant. Die Tötung war ja keine Strafe, sondern eine Gefahrenabwehrmaßnahme. Ob dem Hund ein "Vorwurf" zu machen ist, ist völlig gleichgültig.

Für dich ist das irrelevant. Mich macht das ziemlich traurig, dass ein Hund zum Opfer fallen musste. Und ja, wenn der Halter letztlich dafür verantwortlich ist, dass es zu dieser Situation kommen musste, finde ich das absolut nicht in Ordnung, dass der Hund dafür die Quittung bekommt (wenn man mal außen vorlässt, dass in dem Moment der Hund die Gefahr war). Ich würde es bevorzugen, den Halter zur Strecke zu ziehen, das ändert halt nur nichts an der Situation.


Ääääh... du weißt aber schon, dass auch der Tiernotdienst nicht dafür ausgebildet ist, mit einem Betäubungsgewehr umzugehen?

Nein, denn - stell dir vor - ich bin kein Tierarzt. :rolleyes:

Wenn das denn so ist, ist das sehr schade, dass man einem Tier, das kurzzeitig außer Rand und Band geraten ist, nicht helfen kann ohne es zu erschießen. Es ist schreiend ungerecht.

Allerdings muss für mich der Besitzer oder "Halter" den das Tier auch "halten" können. Ist das nicht der Fall, dann kann man über den unfähigen Halter, dessen Bestrafung und dessen Gefährdung des Tieres sprechen. Nicht aber über jene, die die Gefahr abwenden müssen. Und auch nicht darüber, ob die Art der Gefahrenbannung "richtig" oder "falsch" sein könnte. Gefahr gebannt: Richtig, Gefahr nicht gebannt: Falsch.

Sehe ich ja teilweise auch so. Wenn aber die blauen Menschen dem Hund zu nah auf die Pelle rücken und den Kontakt zwischen Besitzer und Hund unterbinden, kann derjenige sein Tier schlecht in den Griff kriegen (allgemein, nicht bezogen auf diesen Fall). Und dass dann schnell zur Waffe gegriffen wird, weil man die Situation nicht oder falsch einschätzt, darf nicht rechtfertigen, ein Tier auf offener Straße zu töten. Auch das sollte man als Polizist in der Ausbildung lernen.
 

Benutzer102949 

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Aber genau das kann man in diesem Fall doch nicht außen vor lassen?! :confused:

Warum nicht?
Aus der Sicht des Hundes hat er richtig reagiert und er wollte nur seine Halterin verteidigen. Was das anfangs ausgelöst hat, weiß man ja nicht.
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Naja, wir Menschen bestimmen ja auch über Tierleben, wenn wir sie schlachten, um sie zu essen. Das ist, da muß ich C Crouchback recht geben, für mich auch nichts anderes. Selbst wenn das Tier "artgerecht gehalten" wurde, stirbt es am Ende ja doch. Den Unterschied, den Du da siehst, verstehe ich auch nicht.

Siehst du da wirklich keinen Unterschied, ob ein Tier wegen der Nahrungsbeschaffung getötet wird oder ob es einer falsch interpretierten Kurzschlusssituation zum Opfer fallen musste, weil weder Halter noch die Polizei den Hund in den Griff kriegen? Also ich schon :confused:
 

Benutzer11466 

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ob es einer falsch interpretierten Kurzschlusssituation zum Opfer fallen musste, weil weder Halter noch die Polizei den Hund in den Griff kriegen? Also ich schon :confused:
Hier haben aber schon mehrere Leute sehr gute Gründe genannt, warum im Zweifelsfalle das Tier auf der Strecke bleibt. Das magst Du nicht schön finden - ändert aber nix an der Sachlage.
 

Benutzer136306 

Planet-Liebe Berühmtheit
Für dich ist das irrelevant. Mich macht das ziemlich traurig, dass ein Hund zum Opfer fallen musste. Und ja, wenn der Halter letztlich dafür verantwortlich ist, dass es zu dieser Situation kommen musste, finde ich das absolut nicht in Ordnung, dass der Hund dafür die Quittung bekommt (wenn man mal außen vorlässt, dass in dem Moment der Hund die Gefahr war). Ich würde es bevorzugen, den Halter zur Strecke zu ziehen, das ändert halt nur nichts an der Situation.

Was ist denn die Alternative? Dass der Hund ungehindert Menschen anfällt, weil es "ihm nicht anzulasten ist"? Tieren ist gar nichts anzulasten, sie können keine Schuld tragen.

Niemand bestreitet, dass man es traurig finden kann, wenn ein Tier erschossen wird, das eine Gefahr für Menschen darstellt. Aber du findest es ja auch falsch und das verstehe ich nicht.
 

Benutzer162226 

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Warum nicht?
Aus der Sicht des Hundes hat er richtig reagiert und er wollte nur seine Halterin verteidigen. Was das anfangs ausgelöst hat, weiß man ja nicht.

Man kann deshalb nicht außer acht lassen, dass die Gefahr vom Hund ausging, weil es die Situation verändert. Wir reden hier nicht davon, dass die Polizei einen friedlich auf der Wiese liegenden Hund erschossen hat, weil er nicht angeleint war. Die Polizei hat einen Hund erschossen, der fünf Menschen verletzt hat und nicht unter Kontrolle war.

Siehst du da wirklich keinen Unterschied!?
 

Benutzer136306 

Planet-Liebe Berühmtheit
Warum nicht?
Aus der Sicht des Hundes hat er richtig reagiert und er wollte nur seine Halterin verteidigen. Was das anfangs ausgelöst hat, weiß man ja nicht.

Der Polizeieinsatz ist ja kein Gerichtsverfahren, bei dem entschieden wird, ob der Hund "aus seiner Sicht" richtig reagiert hat. Da geht es nur um die Gefahr, die vom Hund ausgeht.

Siehst du da wirklich keinen Unterschied, ob ein Tier wegen der Nahrungsbeschaffung getötet wird oder ob es einer falsch interpretierten Kurzschlusssituation zum Opfer fallen musste, weil weder Halter noch die Polizei den Hund in den Griff kriegen? Also ich schon :confused:

Ich sehe vor allem keine "falsch interpretierte Kurzschlusssituation", wenn ein Hund erschossen wird, der bereits fünf (!) Menschen angefallen hat und völlig außer Kontrolle ist.

Aber ich finde auch, dass die Tötung eines Tieres, um Schaden von Menschen abzuwenden, moralisch viel einfacher zu rechtfertigen ist als die Tötung von Tieren zur Nahrungsgewinnung. Deshalb verstehe ich auch nicht, wie man letzteres gutheißen und ersteres verdammen kann.
 

Benutzer147358  (27)

Sehr bekannt hier
Was wäre denn dein ideales Szenario gewesen?

Aus der Sicht des Hundes hat er richtig reagiert und er wollte nur seine Halterin verteidigen. Was das anfangs ausgelöst hat, weiß man ja nicht.
Das spielt wie gesagt keine Rolle im handeln der Polizei, da sie die Exekutive ist. Sie spricht kein Urteil zur Bestrafung. Sie haben die Aufgabe Schaden von Menschen fern zu halten, erst gewaltlos und wenn das nicht funktioniert mit Gewalt bis hin zur Tötung.

Off-Topic:
Siehst du da wirklich keinen Unterschied, ob ein Tier wegen der Nahrungsbeschaffung getötet wird oder ob es einer falsch interpretierten Kurzschlusssituation zum Opfer fallen musste, weil weder Halter noch die Polizei den Hund in den Griff kriegen? Also ich schon :confused:
Ja, doch, ich auch. Bei der einen werden Tiere millionenfach, systematisch für kurzfristigen Genuss schlecht gehalten und teilweise grausam getötet.
Bei dem anderen sterben vereinzelte Tiere, ohne große Reflexionszeit des Tötenden, um größeren Schaden von Menschen fern zu halten und sich selbst zu schützen.
 

Benutzer102949 

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Hier haben aber schon mehrere Leute sehr gute Gründe genannt, warum im Zweifelsfalle das Tier auf der Strecke bleibt. Das magst Du nicht schön finden - ändert aber nix an der Sachlage.

Und die Gründe kann ich auch nachvollziehen, wie ich inzwischen auch schon mehrfach geschrieben habe... aber die andere Seite genauso. Solche Fällen werden im Netz doch nicht umsonst heiß diskutiert. Es gibt mehrere Perspektiven, die der Polizei (ergo "Wir müssen Unschuldige vor dem gefährlichen Tier schützen und es notfalls töten"), die der Halterin ("Lasst meinen Hund in Ruhe!") und die des Hundes ("Lasst mein Frauchen in Ruhe, sonst beisse ich zu!")

Und neben den Bissopfern (was ich by the way nie abgestritten habe, dass eine Gefahr von dem Hund ausging) hat den größten Schaden der Hund selbst zahlen müssen - weil die Tante ihr Tier nicht im Griff hatte. Das darf man ja wohl auch einfach mal scheiße finden. :geknickt:
 

Benutzer147358  (27)

Sehr bekannt hier
Das darf man ja wohl auch einfach mal scheiße finden. :geknickt:
Klar darf man das und ich denke auch nicht das hier jemand einen erschossenen Hund gut findet.
Deine Beiträge klingen aber so, als fändest du das Verhalten der Polizei in dem Fall falsch. Wie hätte es denn deiner Meinung nach besser ausgesehen?
 

Benutzer168169 

Öfters im Forum
Wenn aber die blauen Menschen dem Hund zu nah auf die Pelle rücken und den Kontakt zwischen Besitzer und Hund unterbinden, kann derjenige sein Tier schlecht in den Griff kriegen (allgemein, nicht bezogen auf diesen Fall). Und dass dann schnell zur Waffe gegriffen wird, weil man die Situation nicht oder falsch einschätzt, darf nicht rechtfertigen, ein Tier auf offener Straße zu töten. Auch das sollte man als Polizist in der Ausbildung lernen.

Ironiemodus ein:

Stimmt! Wenn ich so über Deine Worte nachdenke, sollte jeder Polizist auch noch vor seinem ersten Einsatz auf der Straße mindestens eine Ausbildung zum staatlich geprüften Tierpfleger (damit er auch bei Fällen mit Bären, Schlangen oder gar Spinnen im Supermarkt stets weiß, wie er tiergerecht handelt), zum Diplom-Psychologen, damit er, z.B. in einer akuten Geiselnahme oder ähnlichem, keine falsche Entscheidung trifft - immerhin hat er ja nur Bruchteile von Sekunden, um im Zweifelsfall zu entscheiden; am besten auch gleich noch eine Vorabausbildung zum Pädagogen erhalten, damit er die Kinder oder Jugendlichen, die er beim Diebstahl oder anderem Blödsinn erwischt, nicht zum Weinen bringt oder gar ein Trauma bei ihnen auslöst...

Hoffentlich habe ich nicht irgendwelche Ausbildungen vergessen, die notwendig werden, bevor man als Polizist fehlerfrei arbeiten kann :rolleyes:

Ironiemodus aus!

Nichts für ungut, littleLotte littleLotte , gerade habe ich mir Deine Kommentare auf meinen (von Dir zitierten) Text durchgelesen und denke, daß wir beide, was dieses Thema angeht, in der Mehrheit der genannten Punkte einfach grundlegend andere Ansichten haben und nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner finden werden :schuettel:

... und irgendwie beschleicht mich das Gefühl, hier mit dieser Ansicht nicht alleine zu sein :hmm:
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Und neben den Bissopfern (was ich by the way nie abgestritten habe, dass eine Gefahr von dem Hund ausging) hat den größten Schaden der Hund selbst zahlen müssen - weil die Tante ihr Tier nicht im Griff hatte. Das darf man ja wohl auch einfach mal scheiße finden. :geknickt:
Klar darf man das, aber man sollte es auch hinnehmen, wenn man fragt,
Was haltet ihr davon? Könnt ihr nachvollziehen, dass die Polizei eingreifen musste und den Hund erschossen hat? Oder könnt ihr eher nachvollziehen, warum der Hund so gehandelt hat und findet es völlig überzogen, dass er auf solche Weise sterben musste?
daß andere Menschen auch andere Meinungen dazu haben.

Da wir diesbezüglich, wie bereits in meinem letzten Post geschrieben, offensichtlich weitestgehend andere Ansichten vertreten und sich die Kommentare hier allgemein im Kreis zu drehen scheinen, verabschiede ich mich mit einem Zitat aus "Meine Stimme" von Fettes Brot:

Meinungsfreiheit heißt: Du darst eine Meinung haben
Du bist nicht verpflichtet, sie andauernd zu sagen.

In diesem Sinne: Ich bin hier raus!


Edit: Grammatikalische Korrekturen zum besseren Verständnis!
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer11466 

Sehr bekannt hier
Und neben den Bissopfern (was ich by the way nie abgestritten habe, dass eine Gefahr von dem Hund ausging) hat den größten Schaden der Hund selbst zahlen müssen - weil die Tante ihr Tier nicht im Griff hatte. Das darf man ja wohl auch einfach mal scheiße finden.
Und wer ist's schuld? Der Hund nicht, die Bißopfer nicht, die Polizisten bestimmt nicht - sondern Herrchen oder Frauchen.

Dumm gelaufen...
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Warum nicht?
Aus der Sicht des Hundes hat er richtig reagiert und er wollte nur seine Halterin verteidigen. Was das anfangs ausgelöst hat, weiß man ja nicht.
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Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Du nicht ganz im Bilde bist, was da eigentlich passiert ist. Du scheinst Dich nur auf das Video zu beziehen, wo man auch nur wenig erkennt.

Rottweiler-Attacke: Hund soll aus Versehen entwischt sein

"Waren Sie vor Ort, haben Sie sich beißen lassen?"

Nochmal: Der Hund war nicht dadurch aggressiv, dass die Polizisten die Halterin angegangen sind. Mit "Verteidigung" hatte das gar nichts zu tun! Der war schon vorher aggressiv, außer Kontrolle und hat einen Passanten gebissen, als die Polizei noch gar nicht eingeschritten war.

Außerdem scheinst Du auch keinen Schimmer zu haben, wie es am Münchner Hauptbahnhof in der Bayerstraße aussieht. Da kann man nicht irgendwie dem Hund "Raum geben" und 20 oder 30 Minuten warten bis jemand mit einem Betäubungsgewähr oder ähnlichem kommt. Da muss man bei einem außer Kontrolle geratenen Hund natürlich SOFORT handeln.
 

Benutzer167777 

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Warum nicht?
Aus der Sicht des Hundes hat er richtig reagiert und er wollte nur seine Halterin verteidigen. Was das anfangs ausgelöst hat, weiß man ja nicht.

Wenn man es so sieht, kann man direkt alles erlauben. Wenn ich aus meiner Sicht richtig reagiere, indem ich einen Menschen langsam und qualvoll verenden lassen würde, wenn er meinem Kind etwas angetan hätte; wenn ein Kinderschänder sich aus seiner Sicht korrekt verhält, wenn er sich an Kindern vergeht, wenn die unzufriedene Ehefrau aus ihrer Sicht richtig reagiert und kurzerhand ihren reichen Mann erschlägt, um sich mit dessen Nachlass für die eingeschlafene Ehe zu entschädigen usw. usf.

Man muss und darf meiner Meinung nach nicht - egal ob Mensch oder Tier - jede Handlung "rechtfertigen" dürfen. Wäre es so, dann hätten wir ein einziges Sodom und Gomorrha. Dafür gibt es Regeln und Gesetze, an die man sich zu halten hat. Das mag einem nicht in jeder Situation schmecken und auch mal ungerecht erscheinen. Im Groben und Ganzen dient es aber uns allen als Gemeinschaft.

Ich finde es auch "scheiße", aber um den Hund erst nach den Menschen, die ab dem Tag möglicherweise eingeschränkter durch den Rest ihres Lebens gehen als vorher. Mit spezifischen Ängsten und Narben. Den toten Hund juckt das nicht mehr. Viel eher "scheiße" finde ich, dass die verursachenden Halter für meinen persönlichen Geschmack wahrscheinlich absolut nicht ausreichend zur Rechenschaft gezogen werden. Der Menschen und ja, auch des Tieres wegen.
 

Benutzer72433 

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also angenommen, der hund war tatsächlich "verhaltensauffällig" durch verkorkste erziehung und bindung, dann finde ich es besser ihn zu erschiessen, als ihn schlimmstenfalls den rest seines lebens in einzelhaltung dahinvegetieren zu lassen. das wäre meiner meinung nach für ein so ausgesprochenes rudeltier kein lebenswertes leben.

ich finde es allerdings grundsätzlich ziemlich beschissen, dass hunde ihren menschen nicht mehr verteidigen dürfen - ganz nach dem motto: "oh, frauchen, du wirst grade vergewaltigt? ich geh schonmal nach hause und koche dir einen tee, falls du das überlebst!" - meiner meinung nach können, dürfen und sollen hunde ihren menschen verteidigen - allerdings gleichzeitig auch auf ihren menschen hören, und wenn der eine weitere handlung untersagt muss er sich daran auch halten.

Rottweiler-Attacke: Hund soll aus Versehen entwischt sein
so, wie es dort steht - wenn sie ihr kind vor dem hund beschützen musste - dann ist das meiner meinung nach tatsächlich verhaltensauffällig und ein grund, ihn zu erschiessen, so leid es mir für das tier auch tut. niemals, unter garkeinen umständen, darf ein rüde einen welpen des eigenen rudels angreifen (jetzt mal ab von der theorie, dass eine leithündin es ihrem rüden durchaus befehlen kann, aber das war hier ja nicht der fall). ein solches verhalten wäre auch in einem normalen rudel mit dem tod des hundes beantwortet worden, und das zu recht.
 

Benutzer162226 

Verbringt hier viel Zeit
ch finde es allerdings grundsätzlich ziemlich beschissen, dass hunde ihren menschen nicht mehr verteidigen dürfen - ganz nach dem motto: "oh, frauchen, du wirst grade vergewaltigt? ich geh schonmal nach hause und koche dir einen tee, falls du das überlebst!" - meiner meinung nach können, dürfen und sollen hunde ihren menschen verteidigen
Wo hat denn der Hund sein Frauchen verteidigt? Haben die fünf gebissenen Leute etwa alle versucht, die Frau auf dem Bahnhofsvorplatz zu vergewaltigen?

Also langsam wird es echt absurd.
 

Benutzer72433 

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Wo hat denn der Hund sein Frauchen verteidigt? Haben die fünf gebissenen Leute etwa alle versucht, die Frau auf dem Bahnhofsvorplatz zu vergewaltigen?
hm? sorry, missverständnis, das hatte ich nicht sagen wollen. das war, wie mein wort "grundsätzlich" aussagen sollte, eine anmerkung ohne konkreten bezug auf diesen fall. dass "hund beisst menschen" mittlerweile ziemlich grundsätzlich zu dem tod des hundes führt, obwohl ich dieses verhalten in gewissen situationen vollkommen korrekt finde - wesentlich korrekter als wenn der hund gelassen zusieht, wie seinem menschen was passiert.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Und wie kommst du darauf, ich wolle irgendwelche Antworten nicht hören?
Die Aussage "krasse Position" impliziert das etwas, finde ich. Ich finde mein Denken nicht krass, nur konsequent.
Das Problem ist nur, wenn die Gesellschaft moralisch auf die schiefe Bahn gerät.
Also, das klingt aber schon etwas anmaßend, weil ich durch diese Aussage meine Moral als die richtige darstelle. Das tue ich mit meiner aber nicht, ich habe eben eine andere Sicht auf die Welt als viele andere Menschen. Und im Gegensatz zu vielen Menschen, die den Schutz der Menschen wichtiger finden als den der Tiere, sehe ich keinen Widerspruch darin, den Schutz der Tiere zumindest gleich zu stellen. Wenn ich in prekäre Situationen gerate, dann versuche ich alle beteiligte Lebewesen zu schützen und den Schaden zu minimieren. Mein Blick geht da nicht nur in Richtung Schutz der Menschen.
Also ich wage mal zu behaupten, dass die Polizei auch auf einen Menschen geschossen hätte, der mit erhobenem Messer in eine Gruppe von Passanten stürzt.
Das kommt auf die Situation an, aber bevor man schießt, versucht man zu entwaffnen. Und eigentlich sollte das jeder Angehörige der Exekutive sicher beherrschen.

Ansonsten würde ich das Training der Polizei und co. ernsthaft hinterfragen.
Das liegt daran, dass man Menschen nur im Fall der Notwehr töten darf, Tiere jedoch bereits aus jedem vernünftigen Grund.
Weil es das Gesetz sagt, ja. Empfinde ich nicht für gerecht, obwohl die Ausgangslage ähnlich ist, wenn Menschen als Täter involviert sind.
Dem Hund kann man nun einmal nicht die Schnauze verlässlich schließen, damit er keine unmittelbare Gefahr darstellt.
Also, wenn ich weiß, ich fahre zu einem Einsatz, bei dem ein Hund frei dreht, dann habe ich Beißarme dabei (und damit gehe ich auf den Hund zu, der beißt da 'rein, weil es am dichtesten an ihn heran kommt) und entschuldige, wenn das jetzt überheblich 'rüber kommt, aber damit kann ich den Hund super schnell kampfunfähig machen, ohne Betäubung. Wenn der sich erst mal festgebissen hat, ist die größte Gefahr gebannt, dann kann man ihn sehr schnell einfangen.

Jeder Mensch, der schon mal ein Schutzhundtraining besucht hat, weiß das.
Ich will gar nicht die Polizei so stark kritisieren, sie taten das, was sie für richtig empfunden haben. Ich kritisiere eher das Nichtwissen und das man entsprechende Situationen auch anders regeln könnte - mit entsprechendem Wissen und Training.

Vielleicht kommt meine Einstellung auch daher, dass ich in meinem Leben schon vielen aggressiven Hunden begegnet bin, auch mit Beschädigungsabsicht (mein eigener Hund z.B.), aber auch einen Hund kann man gezielt kampfunfähig machen, der hat die gleichen sensiblen Punkte wie ein Mensch.
 

Benutzer165615 

Öfters im Forum
Nochmal: Der Hund war nicht dadurch aggressiv, dass die Polizisten die Halterin angegangen sind. Mit "Verteidigung" hatte das gar nichts zu tun! Der war schon vorher aggressiv, außer Kontrolle und hat einen Passanten gebissen, als die Polizei noch gar nicht eingeschritten war.

Aso, der Schlag mit der Faust auf den Kopf des Hundes führt also friedliche Gedanken bei dem Hund ein? Wie kann man, sorry, so behämmert sein und einem FREMDEN, derzeit aufgebrachten Hund, die Hand hinzuhalten. Und das noch als Hundebesitzer.... Man könnte meinen als Besitzer eines Hundes kennt man sich geringfügig mit der Wesensanalyse eines Tieres aus.

Da verhält sich ganz offenkundig ein Mensch in einer Situation fehl. Es ist jedoch um ein vielfaches einfacher, das resultierende Fehlverhalten mit der Erschießung zu quittieren. Warum der Hund den einen Passanten gebissen hat, weiß niemand - steht auch nirgends. Klar, das Tier hatte einfach so aus der Laune heraus Bock ein ihm völlig unbekannten zu beißen. Das Leuchtet mega ein, weil Tiere ja auch so ticken. Besonders pöse Rottweiler, beim Dackel wäre alles easy.

Wir können also festhalten, das Weder Besitzer, noch Polizei auch nur im Ansatz dazu beigetragen hat, den vermutlich völlig verängstigten Hund, irgendwie zur Ruhe zu bekommen. Ich glaube nicht mal, das er seine Besitzerin beschützen wollte. Der wird bedingt durch das junge Alter, die ungewohnte Umgebung und vermutlich mangelnde Erziehung im Dauerstress gewesen sein. Vermutlich schon auf der Fahrt nach München. Keine Ahnung ob der Hund ein Halsband umgehabt hatte, ich vermute nicht. Warum legt man dann keines an, um den Hund zu "führen"? Notfalls eine Stockschlinge um das unkontrollierte Ausbrechen des Tieres zu verhindern?

Ist es erforderlich, dass so viele Polizisten auf dem Fleck stehen? Hätten da nicht 2 gereicht? Einer der redet, der andere ihn sichert und der Rest sieht zu, ausreichend Platz zwischen Schaulustigen und Situation zu schaffen? Wäre er ausgebüchst hätten vermutlich auch die Patronen der zwei Polizisten ausgereicht den Hund zu erlegen.

Halten wir also Fest: Der Hund hat einen Passanten angefallen und den Freund der Besitzerin. Ist scheiße und sollte nicht passieren. Dafür hat man sich strafrechtlich zu verantworten. Letztlich war es dann aber doch wohl die Polizei, die es zum eskalieren gebracht hat, in dem man dachte man tut etwas gutes die Hand de Tier hinzuhalten. Denn so wie in der SZ beschrieben, war es letztlich der Auslöser für die Schüsse. Da kann man die Polizei noch so sehr in Schutz nehmen, aber das war selten ..... Letztlich ist ein Tier gestorben das wohl, wie ein Mörder, am Ende mit der richtigen Führung wieder hätte sozialisiert werden können. Die Chance hat das Tier nun nicht mehr. Nicht weil es Tier ist und "unter" uns steht, sondern weil wir der Grund dafür sind. Unsere Unfähigkeit Verhalten von Tieren zu lesen und unsere Arroganz uns für etwas besseres zu halten. Ein Mensch in einem Löwenkäfig wäre dann wohl der Hund/ Tier.
 

Benutzer136306 

Planet-Liebe Berühmtheit
Die Aussage "krasse Position" impliziert das etwas, finde ich.

Nur weil ich etwas krass finde, will ich es ja trotzdem hören.

Also, das klingt aber schon etwas anmaßend, weil ich durch diese Aussage meine Moral als die richtige darstelle. Das tue ich mit meiner aber nicht, ich habe eben eine andere Sicht auf die Welt als viele andere Menschen. Und im Gegensatz zu vielen Menschen, die den Schutz der Menschen wichtiger finden als den der Tiere, sehe ich keinen Widerspruch darin, den Schutz der Tiere zumindest gleich zu stellen. Wenn ich in prekäre Situationen gerate, dann versuche ich alle beteiligte Lebewesen zu schützen und den Schaden zu minimieren. Mein Blick geht da nicht nur in Richtung Schutz der Menschen.

Die Frage ist ja, wessen Interessen den Vorrang haben, wenn Tier und Mensch in Konflikt geraten.

Weil es das Gesetz sagt, ja. Empfinde ich nicht für gerecht, obwohl die Ausgangslage ähnlich ist, wenn Menschen als Täter involviert sind.

Aber dieses Gesetz ist der Grund dafür, dass Tiere zur Nahrungsgewinnung getötet werden dürfen und Menschen nicht. So ganz habe ich deine Position dahingehend noch nicht verstanden; namentlich, ob du es jetzt falsch fändest, Menschen zur Nahrungsgewinnung aufzuziehen und zu töten oder nicht.

Also, wenn ich weiß, ich fahre zu einem Einsatz, bei dem ein Hund frei dreht, dann habe ich Beißarme dabei (und damit gehe ich auf den Hund zu, der beißt da 'rein, weil es am dichtesten an ihn heran kommt) und entschuldige, wenn das jetzt überheblich 'rüber kommt, aber damit kann ich den Hund super schnell kampfunfähig machen, ohne Betäubung. Wenn der sich erst mal festgebissen hat, ist die größte Gefahr gebannt, dann kann man ihn sehr schnell einfangen.

Jeder Mensch, der schon mal ein Schutzhundtraining besucht hat, weiß das.
Ich will gar nicht die Polizei so stark kritisieren, sie taten das, was sie für richtig empfunden haben. Ich kritisiere eher das Nichtwissen und das man entsprechende Situationen auch anders regeln könnte - mit entsprechendem Wissen und Training.

Wenn man sich vom heimischen Ohrensessel die richtige Ausrüstung - seien das jetzt Betäubungsgewehre oder Beißarme - herbei denkt, dann kann man bei jedem polizeilichen Einsatz hinterher den Zeigefinger heben und sagen: So hätte es laufen müssen. Nun haben Polizisten noch ein paar mehr Aufgaben als gefährliche Hunde unschädlich zu machen und nein, die wissen nicht, wenn sie auf Streife fahren, ob sie zu einem Einsatz fahren werden, bei dem ein Hund frei dreht. Man muss ein wenig realistisch bleiben.
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Aso, der Schlag mit der Faust auf den Kopf des Hundes führt also friedliche Gedanken bei dem Hund ein? Wie kann man, sorry, so behämmert sein und einem FREMDEN, derzeit aufgebrachten Hund, die Hand hinzuhalten. Und das noch als Hundebesitzer.... Man könnte meinen als Besitzer eines Hundes kennt man sich geringfügig mit der Wesensanalyse eines Tieres aus.

Da verhält sich ganz offenkundig ein Mensch in einer Situation fehl. Es ist jedoch um ein vielfaches einfacher, das resultierende Fehlverhalten mit der Erschießung zu quittieren. Warum der Hund den einen Passanten gebissen hat, weiß niemand - steht auch nirgends. Klar, das Tier hatte einfach so aus der Laune heraus Bock ein ihm völlig unbekannten zu beißen. Das Leuchtet mega ein, weil Tiere ja auch so ticken. Besonders pöse Rottweiler, beim Dackel wäre alles easy.

Wir können also festhalten, das Weder Besitzer, noch Polizei auch nur im Ansatz dazu beigetragen hat, den vermutlich völlig verängstigten Hund, irgendwie zur Ruhe zu bekommen. Ich glaube nicht mal, das er seine Besitzerin beschützen wollte. Der wird bedingt durch das junge Alter, die ungewohnte Umgebung und vermutlich mangelnde Erziehung im Dauerstress gewesen sein. Vermutlich schon auf der Fahrt nach München. Keine Ahnung ob der Hund ein Halsband umgehabt hatte, ich vermute nicht. Warum legt man dann keines an, um den Hund zu "führen"? Notfalls eine Stockschlinge um das unkontrollierte Ausbrechen des Tieres zu verhindern?

Ist es erforderlich, dass so viele Polizisten auf dem Fleck stehen? Hätten da nicht 2 gereicht? Einer der redet, der andere ihn sichert und der Rest sieht zu, ausreichend Platz zwischen Schaulustigen und Situation zu schaffen? Wäre er ausgebüchst hätten vermutlich auch die Patronen der zwei Polizisten ausgereicht den Hund zu erlegen.

Halten wir also Fest: Der Hund hat einen Passanten angefallen und den Freund der Besitzerin. Ist scheiße und sollte nicht passieren. Dafür hat man sich strafrechtlich zu verantworten. Letztlich war es dann aber doch wohl die Polizei, die es zum eskalieren gebracht hat, in dem man dachte man tut etwas gutes die Hand de Tier hinzuhalten. Denn so wie in der SZ beschrieben, war es letztlich der Auslöser für die Schüsse. Da kann man die Polizei noch so sehr in Schutz nehmen, aber das war selten ..... Letztlich ist ein Tier gestorben das wohl, wie ein Mörder, am Ende mit der richtigen Führung wieder hätte sozialisiert werden können. Die Chance hat das Tier nun nicht mehr. Nicht weil es Tier ist und "unter" uns steht, sondern weil wir der Grund dafür sind. Unsere Unfähigkeit Verhalten von Tieren zu lesen und unsere Arroganz uns für etwas besseres zu halten. Ein Mensch in einem Löwenkäfig wäre dann wohl der Hund/ Tier.

Es tut mir leid, aber das, was du zu den Geschehnissen am Münchner Hbf schreibst, hat so wenig mit dem, was sich dort zugetragen hat, zu tun, dass ich es erst nicht wiedererkannt habe. Zu behaupten, die Polizei habe das Ganze zu verantworten, ist vollkommen absurd. Die Gründe für den Tod des Hundes in "unserer Arroganz" oder "Unfähigkeit, Verhalten von Tieren zu lesen" zu suchen, ist vollkommen abwegig. Befremdlich ist auch der hohle Pathos: In einem Land, in dem 165.000 Schweine pro Tag (!) geschlachtet werden, die fehlende Chance zur Resozialisierung (!) eines Hundes zu beklagen, irritiert.
 
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