Er denkt, er reicht mir nicht uvm.

Benutzer96866 

Benutzer gesperrt
Hallo Forum,

ich hoffe ich finde hier ein paar offene Ohren. Kurzfassungen sind nicht meine Stärke, aber ich bemühe mich dennoch, dass es nicht so ein langer Text wird...

Zunächst ein paar Eckdaten. Ich bin 23 und bisexuell, mein Freund ist 32 und hetero. Kennengelernt habe ich ihn im zarten Alter von 15 Jahren, es war damals schon Interesse auf beiden Seiten da, aber ich war natürlich noch viel zu jung. Als ich 17 war, brach der Kontakt dann aus verschiedenen Gründen ab. Vor ein paar Monaten haben wir uns dann durch einen lustigen Zufall wieder getroffen und es hat direkt gefunkt. Seit fast zwei Monaten sind wir jetzt also ein Paar, alles noch ganz frisch.

Leider gibt es jetzt schon ein paar Probleme, obwohl wir bis über beide Ohren ineinander verliebt sind. Ich habe schnell bemerkt, dass mein Freund nicht über das größte Selbstvertrauen verfügt und leider hat er immer wieder Angst, er könne mir nicht reichen. Ich denke das hat mit zwei Dingen zu tun, erstens meine Bisexualität und zweitens mit den schlechten Erfahrungen, die er mit Frauen gemacht hat. Er erzählte mir, er wurde oft verlassen und betrogen, auch aus sexuellen Gründen. Ich kann das absolut nicht nachvollziehen und mein Freund hat allen Grund dazu, stolz zu sein. Ich bin vorher nur bei der Selbstbefriedigung gekommen und ein einziger Kerl hat es auch geschafft, mich mit der Hand zum Orgasmus zu bringen, allerdings auch nicht immer.

Er ist der Erste Mann, der es sogar schafft, mich mit er Zunge zum Orgasmus zu bringen und zwar jedes Mal. Ich hätte nie, nie, niemals für möglich gehalten, dass das jemals ein Mensch bei mir schaffen würde! Ich bin extrem schwer zum Kommen zu bringen und er schafft es wirklich immer. Es ist teilweise so heftig, dass ich richtig, richtig laut schreien muss und danach total erledigt bin. Kurz gesagt, mein Sexualleben war niemals toller, erfüllender und befriedigender als jetzt und das sage ich ihm auch andauernd. Ich komme so richtig auf meine Kosten wie nie zuvor und kann mein Glück kaum fassen.

Okay, er ist jetzt keiner dieser Männer, die über eine Stunde am Stück vögeln können und er hat auch keinen 20cm Penis. Vielleicht haben sich deshalb Frauen in der Vergangenheit beschwert, keine Ahnung. Ich jedenfalls bin rundum glücklich und zufrieden. Von einer Stunde Sex am Stück werde ich höchstens wund, kommen tue ich von der bloßen Penetration ja sowieso nicht - ich finde es wirklich perfekt so, wie es ist... Aber er hat leider immer diese Angst, ich könnte ihn für eine Frau verlassen oder für einen anderen Mann. :frown: Viele Männer finden es ja eigentlich ganz sexy, wenn ihre Freundin bi ist, er leider nicht.. Ich bin prinzipiell eine sehr offene Frau, ich hätte auch kein Problem mit einem Dreier etc., aber er hat mich quasi für verrückt erklärt, als ich ihm das gesagt habe...

Er besteht jetzt auch jedes Mal darauf, mich bis zum Orgasmus zu lecken, wenn wir Sex haben oder ich ihn zum Kommen gebracht habe. Er meint, der wirkliche Spaß beim Sex ist für ihn dann gegeben, wenn auch die Frau auf ihre Kosten kommt. Ich finde das natürlich sehr löblich und süß, allerdings ist es mir fast schon ein bisschen unangenehm, dass er mich jedes Mal leckt... Ich weiß ja selber, wie sexy, aber auch anstrengend das ist und ich habe irgendwie die Befürchtung, er setzt sich selber unter Druck, mich jedes Mal zum Kommen bringen zu müssen. Dabei muss er das doch gar nicht. Ich meine, ich bin früher nie gekommen, beim Ex Freund dann ab und zu und auf einmal komme ich immer. Das ist schon ein ganz schöner Unterschied. Ich bin natürlich sehr glücklich darüber, aber für mich wäre der Sex auch schön, wenn ich nicht zum Orgasmus kommen würde. Das versteht er aber nicht...

Er hat generell ein paar Ansichten, die ich ziemlich, naja, seltsam finde. Zum Beispiel behauptet er verhement, dass er es sich nicht selber macht, was ich absolut unglaubwürdig finde. Ich habe ihm gesagt, dass ich das auch mache, ich absolut kein Problem damit habe, wenn er es tut und es das normalste der Welt ist, aber er meint weiterhin, er hätte sowas nicht nötig und wäre aus dem Alter raus. :dizzy: Ich fühle mich irgendwie ein bisschen verarscht und frage mich, warum es ihm so schwer fällt, es zuzugeben. Ich habe auch gemerkt, dass es ihm nicht so recht ist, wenn ich es mir selber mache... Auch auf meine Vibratoren hat er nicht gerade freudig reagiert (drei Stück, alle klein und pink, sehen auch nicht aus wie Schwänze...)

Die Härte war dann vor ein paar Tagen. Ich hatte es bis dato noch nicht geschafft, ihn mit dem Mund zum Kommen zu bringen, was mich etwas gewurmt hat.. Habe dann wirklich alles gegeben und war auch dem Erstickungstod nah:ashamed: , aber es hat sich gelohnt, er ist in meinen Mund gekommen und war total fertig mit der Welt. :smile: Und dann meinte er doch tatsächlich, das hätte bei ihm noch nie eine Frau geschafft! Ich nehme ihm das natürlich nicht ab, habe mich aber dennoch gefreut.

Ansonsten ist er nicht prüde oder so, im Gegenteil. Er nimmt mich in jeder Stellung, haut mir auf den Hintern etc., es geht schön wild zu, genau wie ich es mag. Aber in manchen Dingen hat er wirklich komische Ansichten...

Was mich aber am meisten stört ist, dass er mir, bedingt durch die Vorfälle in der Vergangenheit, nicht vertraut. Ich glaube manchmal, er würde mich am liebsten in einen goldenen Käfig sperren. Er will auch gerne umgehend mit mir zusammen ziehen und sowieso jede freie Minute mit mir verbringen. Seine Paranoia bringen mich jedenfalls jetzt schon zur Weißglut, ich bin zu 100 Prozent treu, aber er vermutet mich dauernd in anderen Betten und kann mir einfach nicht vertrauen. :frown: Ich möchte aber nicht für die Fehler büßen, die andere Frauen in der Vergangenheit verbockt haben. Ich will sein Vertrauen gewinnen, aber ich weiß nicht, wie ich ihm beweisen soll, dass er mir trauen kann und er mir reicht...

Wir reden schon sehr viel miteinander, auch immer offen und Klartext. Es gibt aber desöfteren Missverständnisse, weil er - ohne es böse zu meinen - nicht die hellste Kerze auf der Torte und eher schwer von Begriff ist. Er hat es auch nicht so mit der deutschen Sprache, er ist Pole und kam auch erst im Alter von zehn Jahren nach Deutschland. Ich finde das aber überhaupt nicht tragisch! Ich mag ihn so wie er ist und ich gebe mir auch redlich Mühe, ihm das permanent zu zeigen. Er ist unfassbar sexy, groß, stark, bringt mich immer zum Lachen und holt mir die Sterne vom Himmel... Nur das mangelnde Vertrauen und die Unterstellungen stören mich gewaltig. Er gelobt immer Besserung, aber die ist bisher nicht in Sicht... :frown:

Habt ihr vielleicht eine Idee, wie ich ihm zeigen könnte, dass er mir vertrauen kann und ich nicht so bin wie seine vorigen Frauen? Ich brauche Vertrauen und möchte auch nicht eingeengt werden, mit genau solchen Aktionen schlägt man mich in die Flucht.... Vielfach von mir erwähnt, aber scheinbar nicht verinnerlicht. =/ Wird das mit der Zeit eventuell besser, oder bleiben diese Paranoia..? Und wie kann ich ihm schonend beibringen, dass ich eigentlich gar nicht jedes Mal kommen brauche und es besser finde, wenn es etwas "besonderes" bleibt?

Vielen lieben Dank!
 

Benutzer120354 

Öfter im Forum
Uff - langer Text - geschafft :tongue:

Du musst Ihm Deine Wünsche und Prinzipien nochmals und wenn nötig mehrmals in aller Deutlichkeit und im Klartext verständlich darlegen. Wenn Du schon jetzt in dieser frühen Phase Eurer Beziehung mit seinem Einengen und seinem sich selbst auferlegtem Druck im Bett schlecht klarkommst und es Dich jetzt schon zur Weißglut bringt, kannst Du selber an fünf Fingern abzählen, wie lang das gut gehen kann.

Sag Ihm nett aber deutlich, dass Du das eine oder andere nicht dauerhaft akzeptieren kannst, wenn er sich in diesen Dingen nicht ändert. HIER sollte er einen gewissen Druck Deinerseits verspüren und ich würde ihn auch bei einem "Fehltritt" immer wieder daran erinnern. Irgendwann wird er es verstehen...

Bestätige Ihn aber auch in seinem Vertrauen - das widerrum nicht von heut auf morgen aufgebaut werden kann.
 

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Hallo Loaded!

Ich seh es ein bisschen anders als Sixth Sense, vor allem braucht dein Freund IMHO nicht noch mehr Druck von deiner Seite (siehe deinen letzten Absatz, ich finde, dieser Druck ist ausreichend^^)

Aber er hat leider immer diese Angst, ich könnte ihn für eine Frau verlassen oder für einen anderen Mann. :frown: Viele Männer finden es ja eigentlich ganz sexy, wenn ihre Freundin bi ist, er leider nicht.. Ich bin prinzipiell eine sehr offene Frau, ich hätte auch kein Problem mit einem Dreier etc., aber er hat mich quasi für verrückt erklärt, als ich ihm das gesagt habe...

Na ja. Zum einen muss man im allgemeinen mit einem guten Selbstbewusstsein oder mit eigenen Erfahrungen diesbezüglich gesegnet sein, um der weit verbreiteten "Bisexuelle brauchen immer beide Geschlechter"-Theorie zu widersprechen.
Aber zudem find ich, dass du durchaus nicht einerseits sagen kannst "Oh, für nen Dreier bin ich offen" - aber dich andererseits über sein mangelndes Vertrauen beschwerst.
Wenn du willst, dass er dir vertraut, musst du ihm klar machen, dass er - und nur er! - dir auch wirklich genügt und dass dir beim Sex überhaupt nichts fehlt (konkret: keine Frau).


Ich fühle mich irgendwie ein bisschen verarscht und frage mich, warum es ihm so schwer fällt, es zuzugeben.

Ich frage mich, weshalb du ihm das nicht einfach glaubst. Es gibt ja auch durchaus Männer, die wenig Sex brauchen. Vielleicht gehört er ja dazu?
Als dein Freund würde ich mich hier auch durchaus nicht ernst genommen fühlen - was in Sachen Vertrauen fassen (hat ja auch viel mit: "Ich werde gesehen und gehört, ich werde ernst genommen" zu tun) nicht gerade förderlich ist.


Auch auf meine Vibratoren hat er nicht gerade freudig reagiert (drei Stück, alle klein und pink, sehen auch nicht aus wie Schwänze...)
Die gleiche Geschichte wie mit dem Dreier, diesmal halt in pink. Kommunikationsproblem, denke ich.
Du sagst: "Guck, alles gut, hier meine Vibratoren."
Er hört: "Meine Vibratoren können mich besser befriedigen, du reichst mir nicht."



Und dann meinte er doch tatsächlich, das hätte bei ihm noch nie eine Frau geschafft! Ich nehme ihm das natürlich nicht ab, habe mich aber dennoch gefreut.

Gleiche Geschichte wie weiter oben. Du glaubst ihm nicht, du nimmst ihn nicht ernst.


Was mich aber am meisten stört ist, dass er mir, bedingt durch die Vorfälle in der Vergangenheit, nicht vertraut. Ich glaube manchmal, er würde mich am liebsten in einen goldenen Käfig sperren. Er will auch gerne umgehend mit mir zusammen ziehen und sowieso jede freie Minute mit mir verbringen.

Wie kommst du auf die Sache mit dem goldenen Käfig - wie äußert sich das? "Darfst" du nicht weggehen, dich nicht schick kleiden...?

Dass dir das zu schnell geht (zusammen ziehen) und dich einengt (jede freie Minute...) ist verständlich!


Ich will sein Vertrauen gewinnen, aber ich weiß nicht, wie ich ihm beweisen soll, dass er mir trauen kann und er mir reicht...
Dann solltest du dein Kommunikationsverhalten besser überdenken - und auch dein Vertrauen zu ihm. Du erwartest, dass er dir glaubt. Aber dann glaub ihm auch!
Du erwartest, dass er dir abnimmt, dass du ihm reichst - insbesondere mit der Dreier-Geschichte kommunizierst du was völlig anderes.
Zur Klarstellung, damit das nicht ins falsche Licht gerückt wird: Ich denke nicht, dass nur du was falsch machst, ich denke aber, dass du durchaus an der Situation im Moment (also an seinem Misstrauen) MITbeteiligt bist. Ob es sich aber durch dich lösen lässt, wenn das Problem in seinem Selbstbewusstsein liegt, ist die andere Frage!


Habt ihr vielleicht eine Idee, wie ich ihm zeigen könnte, dass er mir vertrauen kann und ich nicht so bin wie seine vorigen Frauen? Ich brauche Vertrauen und möchte auch nicht eingeengt werden, mit genau solchen Aktionen schlägt man mich in die Flucht.... Vielfach von mir erwähnt, aber scheinbar nicht verinnerlicht. =/
Auch hier: ein relativ eindeutiges Kommunikationsproblem.
Du sagst: "Bitte eng mich nicht ein, ich will nicht dass du mich in die Flucht schlägst mit deiner Art."
Er hört: "Ich verhalte mich falsch, ich will sie nicht verlieren, sie sagt: ich verliere sie, wenn ich bin, wie ich bin."
Hier baust du schon sehr viel Druck auf (und wirkst offen gestanden auch zumindest im Posting auf mich ein wenig belehrend).

Mein Rat an dich wäre wirklich viel genauer darauf zu achten, was du kommunizierst und ein bisschen deine Empathie zu trainieren.
Wenn du dich mal intensiver damit auseinandersetzen möchtest, was du sagst und was an der anderen Seite ankommen könnte, könntest du dich z.B. mit Schulz von Thun ("Vier-Ohren-Modell") auseinandersetzen.
 
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