Elternschaft im 21. Jahrhundert - Eine Grundsatzdiskussion

Benutzer186417  (44)

Klickt sich gerne rein
Es kann doch nicht richtig sein, daß Eltern überlegen, ob sie es sich leisten können, auf Teile des Einkommens zu verzichten, wenn sie Kinder haben.
Nein, das ist nicht richtig.
Man muss sich einfach überlegen, wo man korrigieren will.
Und mit dem Sozialsystem dies korrigieren zu wollen,, kann nicht klappen.
Das kreiert nur abhängige Bürger mit erlernter Hilflosigkeit, und noch mehr skurrile Umverteilung im deutschen Staat.

Irgendwann wird wohl eine Art Revolution die Schuldenwirtschaft und viel mehr noch die Vermögenskonzentration und eventuell auch Globalisierung und Arbeitsmigration beenden wollen, denn historisch gesehen hat noch jedes System sein Ende gefunden.
Wir sind gewissermassen in einer eher späteren Phase unseres Systems, man muss ja auch nicht weit schauen, um zu sehen, dass die liberal-demokratischen Gesellschaften derzeit auf dem Rückzug sind.

Ich denke, es ist viel Nährboden für politische Extreme da, die Institutionen sind viel weniger stabil, als man denkt (Trump hat das auch aufgezeigt), und der Niedergang des Mittelstandes kreiert genügend Leute, die nichts mehr zu verlieren haben.
 

Benutzer121902  (47)

Verbringt hier viel Zeit
Nun ja, man muß ja nicht gleich den großen Teufel an die Wand malen, und die Geschichte ist ja keine Maschine, die vorprogrammiert ihren Weg geht. Letztlich liegt es an uns, den Bürgern, was wir für einen Staat möchten.
Und der Mittelstand erodiert, solange ich denken kann.
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Durch die Geburt meines Sohnes hat sich das Verhältnis zu meinen Eltern massiv verschlechtert und zu meiner Schwiegermutter extrem verbessert. Habt ihr da ähnliche Erfahrungen mit euren Eltern oder Schwiegereltern?
Nope. Das Verhältnis zur Schwiegermutter ist noch schlechter geworden, das gewohnt gute Verhältnis zu meinen Eltern ist unverändert geblieben.

Meine Schwiegermutter ist aber auch echt übergriffig, und weil sie Schreienlassen („Das macht sie richtig müde und dann schlafen sie gut!“) gutheißt, vertraue ich ihr meine Kinder auch gar nicht erst an.

Ich werde dann ab nächstem Herbst 2 Stunden pro Tag arbeiten und 6 Stunden pro Tag Elternzeit nehmen. Das dürfte uns finanziell definitiv helfen, bis Nummer 5 in die Kita kann. Und ich vergammle geistig nicht. 😅
 

Benutzer171033 

Öfter im Forum
Habt ihr da ähnliche Erfahrungen mit euren Eltern oder Schwiegereltern?
Ja und nein.
Meine Schwiegereltern leben tausende Kilometer weit weg in SO-Asien. Sie sehen wir so alle zwei Jahre, sodass eine Einflussnahme auf Erziehung de facto nicht gegeben ist.
Aber: Wenn sie hier sind, versuchen sie umso mehr, unsere Regeln zu boykottieren und haben uns da einige Dinge auch schon verheimlicht, zum Beispiel das allererste Mal Eisessen unserer Tochter damals. Ich gönne ihnen ihre ersten Male mit den Kindern, ihre Erfahrungen und Erinnerungen mit ihnen, aber dass sie meinen, sie müssen uns solche Dinge verheimlichen, als wären sie selbst kleine Kinder, das tut mir einfach weh. Zugleich hat mein Schwiegervater eine lästerliche Ader. Mir gegenüber zieht er nicht selten über die Schwägerin her, was sie bei den Kindern nicht alles falsch macht, und ich bin der Überzeugung, bei ihr tut er das Gleiche mich betreffend. Das allerdings tangiert uns wechselseitig nur peripher.
Meine Mutter kann sich erstaunlich gut zurück nehmen und sehr unterstützend nach unseren Regeln spielen. Das finde ich immer wieder erstaunlich. Sie hat einmal auch ihren Respekt uns gegenüber in einem Gespräch zum Ausdruck gebracht, indem sie anerkannt hat, dass wir Vieles richtig machen und in richtige Bahnen gelenkt haben.

"Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf": Hier an unserem jetzigen Wohnort haben wir mittlerweile ein ganz gutes Netzwerk ausgebaut, und an unserem künftigen Wohnort ist dieses sogar enger in unmittelbarer Nachbarschaft verwoben. Ich schätze, dass wir uns gegenseitig eben nicht reinreden, aber jeder seinen eigenen Fokus, seine eigenen Prämissen und Prioritäten hat, bei gleichzeitigem Konsens über Grundwerte. Die Kinder bereichert das. Und das geht schon bei Frühstücksgewohnheiten los. Ich finde toll, dass uns mittlerweile gelungen ist, dass wir unseren Beiden so eine buntere, kulturell vielfältigere Welt zeigen können, und für die Kinder der Anderen wiederum unseren Teil beitragen können.
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Thema Kinderbetreuung: Hier ist in der Theorie sogar eine Betreuung zwischen 6.00 Uhr morgens und 17.30 Uhr abends möglich.
  • Die Betreuungszeiten dürfen aber, wenn einmal festgelegt, nicht wechseln, d.h. Schicht arbeitende Eltern sind raus
  • Die fürs jeweilige Kind bewilligte Betreuungszeit wird über die Gemeinde verwaltet, und beträgt eher im Ausnahmefall 8 Stunden, häufiger 4 - 6 h tgl., und dabei haben Viele einen Arbeitsweg von > 1 h Fahrzeit.
  • Den aktuellen Stand kenne ich nicht, aber vor zwei Jahren war es noch so, dass auf knapp 12.000 Einwohner allein für die Dreijährigen 150 Betreuungsplätze schlicht komplett gefehlt haben.
Ich kenne ein Paar, das sich hier ein Haus gebaut hat, und deswegen es nach gerade mal einem Jahr wieder verkauft hat, weil der Familie eine Betreuung und somit ein zweites Einkommen nicht geboten werden konnte. Sie sind weggezogen, damit die Mutter wieder in den Beruf einsteigen konnte. Inwiefern sie die Ausnahme sind, kann ich nicht beurteilen.
  • Die Ansichten und Erziehungsmethoden unserer Gruppenerzieher haben dazu geführt, dass wir bis heute über mehrere Jahre gegen geltende Rollenklischees bei unserer Tochter ankämpfen (von wegen Mädchen müssen hübsch sein und ruhig sitzen, und Jungen dürfen klettern gehen etc.). Sie haben unserem mutigen, kleinen Mädchen den Mut regelrecht aberzogen. Wir haben in zwei Entwicklungsberichten unserer Tochter stehen, dass sie "schöne, lange Haare hat"!!! Und ja- wir sind dagegen bei Erziehern, Leiter und Gemeinde angegangen, (aber: siehe oben) und haben selbst soviel Einfluss genommen auf ein anderes Selbst- und Rollenverständnis unserer Tochter, wie wir konnten.
Ob wir nach diesen Erfahrungen hier im Ort den Kleinen (der jetzt 11 Wochen alt ist) in den ersten vier Jahren in Fremdbetreuung geben werden, ist daher mehr als fraglich, denn hier kann man sich den Platz, und damit das Bildungskonzept und die dahinter stehenden Erzieher nicht aussuchen (trotz, dass wir im "Osten" leben). Wir werden hoffentlich irgendwann in diesem Leben in einer Kita in der Nachbargemeinde einen Platz bekommen, bei der wir uns beworben haben.
 
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