Einreise in die USA

Benutzer113341 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo,

wir wollen im Mai 2012 in die USA reisen, nach Chicago für ca 4-5 Monate. Wir wissen, dass wir dafür eine Einreisegenehmigung benötigen, haben auch schon versucht, uns darüber zu informieren, aber leider findet man im Internet fast keine Fakten.

Weiß jemand hier, welche Einreisegenehmigung wir brauchen? Es gibt eine, mit der man für 90 Tage in die USA einreisen kann (Information von der Frau aus dem Reisebüro), aber wir brauchen eine für die doppelte Zeit.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um in die USA einreisen zu dürfen (für so lange Zeit)? Gibt es da etwas Bestimmtes? Man wird ja auf Herz und Nieren geprüft, was schauen die sich an/was prüfen die genau?

Weiß jemand etwas über den ESTA Test? Kann man nur mit ESTA für 180 Tage in die USA einreisen?

Vielen Dank schonmal!
 

Benutzer87496 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo,


Weiß jemand hier, welche Einreisegenehmigung wir brauchen? Es gibt eine, mit der man für 180 Tage in die USA einreisen kann, aber wir brauchen eine für die doppelte Zeit.

Ich bin vewirrt... 5 Monate sind maximal 155 Tage? Passt doch alles?
 

Benutzer26217 

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Ihr könnt nicht einfach so für 4-5 Monate in die USA reisen. Als Tourist kann man 90 Tage bleiben, Deutsche haben dabei das Glück, dass Deutschland am Visa Waiver Programm teilnimmt – ihr braucht also kein Visum, sondern müsst euch nur über ESTA bis 72 Stunden vor Abflug registrieren.

Wenn man mehr als 90 Tage bleiben möchte geht das nur mit einem richtigen Visum, das bekommt man aber auch nicht eben mal so, sondern nur, wenn man beispielsweise in den USA studiert.

EDIT: Ihr könnt ein B-2 Visum beantragen, dann könntet ihr bis zu 6 Monaten bleiben. Auf diese Angaben gebe ich aber keine Gewähr, weil ich ein B-2 Visum selbst noch nie hatte. Ich kann dir nur sagen, dass es sehr umständlich und teuer ist, ein US-Visum zu beantragen. Das geht von speziellen Fotos über die Antragsgebühr bis zu der Botschaft, an der ihr das Visum beantragt. Das muss man nämlich persönlich machen und es geht nur in Berlin, Frankfurt und München – zumindest war das für mein Studentenvisum damals so.

Mehr Info gibt es hier: Link wurde entfernt
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Benutzer113341 

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke für den guten Beitrag, Converse.

Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass wir die Möglichkeit haben, dort 5 Monate ein "Praktikum" zu machen, bei dem Mann, bei dem wir unterkommen für die Zeit. Wir würden das allerdings nicht wirklich machen, weil wir reisen wollen, aber kann man das als Grund vorschieben?
 

Benutzer26217 

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Das könnt ihr auf keinen Fall als Grund vorschieben. Ein B-2 Visum ist für Folgendes gedacht:

  • Tourism or Family Visits
  • Medical Reasons
  • Participation in Social Events
  • Armed Forces Dependents
  • Dependents of Crew Members
  • Short, part-time Course of Study
  • Amateur Entertainers and Athletes

Als Praktikanten – egal ob bezahlt oder nicht – braucht ihr eine Arbeitsgenehmigung und die... :totlach: ja, die gibt es in den USA nicht so einfach, sonst wäre ich schon lange dort und müsste keine Fernbeziehung mehr über 6.000 km führen.

Off-Topic:
Wehe, TheDetroiter liest das jetzt und fragt "Wieso hast du denn dein OPT nicht in Anspruch genommen nach dem Studium?" :tongue:
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Man kann das wohl als Grund vorschieben, aber nur, wenn du einen Praktikumsvertrag vorlegst und der Mann, bei dem ihr unterkommt, ein entsprechendes Visumsantragsformular herausgeben kann. Bei einem unbezahlten Praktikum wäre das zum Beispiel das DS-2019, welches nur zertifizierte Stellen in den USA (zum Beispiel Universitäten und bestimmte Firmen) ausstellen können.
Du MUSST, um länger als 3 Monate in den USA zu bleiben, VORHER ein Visum beantragen.

Das B-2 Visum wird meistens abgelehnt, weil man oft zu wenige sogenannte "binding ties" hat. Um dieses Visum zu bekommen, musst du nachweisen das du pro Monat eine bestimmte Summe Geld zur Verfügung hast (bei meinem letzten Wissenschaftler-Visum waren das 1300 USD pro Monat), das du einen guten Grund hast, warum du länger in den USA bleiben musst und darfst als andere Touristen, und dass du wichtige Gründe hast, wieder nach Deutschland zurück zu kehren. Um das zu belegen brauchst du Dinge wie: Vertrag für eine Mietwohnung die auf deinen Namen läuft, einen Arbeitsvertrag der nach deiner Rückkehr gültig ist, eine Einschreibebestätigung für die Universität, Familienmitglieder die gepflegt werden müssen, solche Dinge. Schwierig wird es, wenn du Familie in den USA haben solltest, dann kannst du davon ausgehen dass das Visum abgelehnt wird, weil die dann Angst haben dass du hinterrücks einwandern willst.

Du kannst dir aber auch über eine Agentur ein J-1 Visum besorgen, zum Beispiel bei TravelWorks. Das ist ähnlich wie bei Australien und Neuseeland dann ein "Work and Travel" Visum. Du MUSST dann allerdings zumindest am Anfang arbeiten, weil du einen Arbeitgeber angeben musst beim Antrag/bei der Einreise. Diese erste Arbeitsstelle vermittelt in der Regel die Agentur. Die Kosten für das Visum betragen dann Alles in Allem etwa 750 Euro (ca. 500 Euro Agenturgebühr, 180 USD für die SEVIS Gebühr, 100 Euro für die Visumsantragsgebuehr beim Konsulat). Dazu kommen noch die Kosten für den Anruf beim Konsulat um einen Interviewtermin auszumachen, die speziellen Passfotos, das Rückporto für den Pass, evtl. ein neuer Reisepass falls deiner bald abläuft und so weiter und so fort - du kannst gut 1000 Euro rechnen, nur um deine Einreisegenehmigung zu erhalten.

Einfach so für 6 Monate in die USA zu gehen geht leider nicht. Ich war selber schon mehrfach länger drüben (insg. 2,5 Jahre, plus Urlaube zwischendrin) und zwar als Schüler, Praktikant, Wissenschaftler, Tourist,... auch ich werde jedes Mal, wenn ich ein Visum brauche, recht gut ausgequetscht, da kommen schon sehr detaillierte Fragen zum Grund deines Aufenthaltes und wie sich das gestalten wird.

Überlege dir gut, ob du dir das antun willst, warum fahrt ihr nicht einfach für 3 Monate und verbringt dann noch 2 Monate in Kanada?

Off-Topic:
Diese Visums-Hotlines sind vollkommen nutzlos, das sind Call Center in Indien. Ohne Mist jetzt... die wissen nix und kosten ein Heidengeld.


Off-Topic:
@Converse: :tongue: Als Praktikant drüben zu sein ist gar nicht so schwer, ich habe mich einfach bei der Firma in Deutschland anstellen lassen und wurde dann nach Boston "entsandt" :smile: ...aaaber dafür braucht man natürlich die entsprechenden Kontakte und die entsprechende Firma..
 

Benutzer26217 

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Na dann sollte das doch passen, oder nicht?

Klar, aber wenn man ein Visum beantragt, hat man in der Botschaft auch ein "Bewerbungsgespräch" und wenn man dann ein Praktikum erwähnt wenn man sich für ein B-2 Visum beantragt, wird das Visum auch ganz schnell mal nicht ausgestellt.
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Übrigens, zum Thema B-2: Es gibt mehrere gute Internetforen mit Leuten die ueber ihre B-2 Visumsantraege berichten, fast niemand bekommt das wirklich ausgestellt, selbst wenn sie genug Geld haben und so weiter und so fort.
 

Benutzer26217 

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Off-Topic:
@TheDetroiter: Als Praktikantin würde ich heute aber nicht mehr arbeiten wollen. :smile: Aaaaber mein Freund liebäugelt mit der Uni Heidelberg für 2013/14 und danach könnte ich dann sogar guten Gewissens ein Fiancé-Visum beantragen und dann ja auch richtig arbeiten. Und bis dahin bin ich sowieso Spezialistin auf meinem Gebiet und die Amis werden sich um mich reißen, trotz Rezession. :grin:
 

Benutzer39498 

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Off-Topic:
@TheDetroiter: Als Praktikantin würde ich heute aber nicht mehr arbeiten wollen. :smile: Aaaaber mein Freund liebäugelt mit der Uni Heidelberg für 2013/14 und danach könnte ich dann sogar guten Gewissens ein Fiancé-Visum beantragen und dann ja auch richtig arbeiten. Und bis dahin bin ich sowieso Spezialistin auf meinem Gebiet und die Amis werden sich um mich reißen, trotz Rezession. :grin:

Off-Topic:
Heidelberg, hm? Gegen 2014 werden wir da vermutlich auch wieder leben :grin:
Ich hatte übrigens einen ganz normalen befristeten Vollzeitjob, ein Praktikumsvisum ist nur einfach für die Firma einfacher zu beschaffen. :smile: Aber ja, wieso hast du die 12 Monate optional training nicht ausgenutzt? :tongue:
 

Benutzer26217 

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Off-Topic:
Heidelberg, hm? Gegen 2014 werden wir da vermutlich auch wieder leben :grin:
Ich hatte übrigens einen ganz normalen befristeten Vollzeitjob, ein Praktikumsvisum ist nur einfach für die Firma einfacher zu beschaffen. :smile: Aber ja, wieso hast du die 12 Monate optional training nicht ausgenutzt? :tongue:

Off-Topic:
Schnöde Verpflichtungen in Deutschland. Aber dafür hab ich hier nun auch 'nen besseren Job als ich in den USA bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage gefunden hätte. Meine US-Kommilitoninnen sind auch nach fast einem Jahr noch überwiegend arbeitslos, bzw. schlagen sich mit Teilzeitjobs durchs Leben. Außerdem bin ich so später in der besseren Verhandlungsposition, was bezahlten Urlaub etc. betrifft, Stichwort: benefits transfer :grin:
 

Benutzer113341 

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Danke für die vielen Informationen. Das hört sich ja alles nicht so einfach an.

Ich frage mich jetzt nur, was ich am besten beantragen könnte? Ein J-1 Visum kommt nicht in Frage, da es einfach zu teuer ist.

Ich war selber schon mehrfach länger drüben (insg. 2,5 Jahre, plus Urlaube zwischendrin) und zwar als Schüler, Praktikant, Wissenschaftler, Tourist,... auch ich werde jedes Mal, wenn ich ein Visum brauche, recht gut ausgequetscht, da kommen schon sehr detaillierte Fragen zum Grund deines Aufenthaltes und wie sich das gestalten wird.

Und wie hast du das angestellt und welches Visum hast du genutzt?

Ich werde von der Frau erben, die ich besuchen werde und auch keine kleine Summe. Nur würde ich eben 3 Freunde im Schlepptau haben. Wie siehts damit aus? (Bitte nicht auslachen!)
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Und wie hast du das angestellt und welches Visum hast du genutzt?

Das habe ich 'angestellt' indem ich legitime Gründe hatte, und zwar jedes Mal. Ich hatte Arbeitgeber bzw. Universitäten die mir Visa ausgestellt und meist auch bezahlt haben.

Ich werde von der Frau erben, die ich besuchen werde und auch keine kleine Summe. Nur würde ich eben 3 Freunde im Schlepptau haben. Wie siehts damit aus? (Bitte nicht auslachen!)

War's nicht eben noch ein Typ? Und ihr wart zu Zweit? Jetzt sind's 3 Freunde und eine Erbschaft einer Frau?
Das klingt ja sehr dubios. :hmm:
 

Benutzer26217 

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Und wie hast du das angestellt und welches Visum hast du genutzt

Die verschiedenen Arten von Visa sind hier aufgelistet: Visa Categories | United States Diplomatic Mission to Germany

Wenn du erbst könntest du eventuell für ein B-1 Visum qualifiziert sein, aber dann musst du denen auch erstmal erklären warum du dafür 5 Monate brauchst. Deinen Freunden brächte das trotzdem nichts, auf manchen Visa kann man Personen "mitnehmen", allerdings nur Kinder und Ehepartner.
 

Benutzer113341 

Sorgt für Gesprächsstoff
Wir haben uns das jetzt mal genauer angesehen, das ist ja relativ übersichtlich.

Für uns würde tatsächlich dieses B2-Visum in Frage kommen. Wir haben allerdings noch nicht so ganz verstanden, wie wir da jetzt vorgehen müssen. Müssen wir zuerst den Interview-Termin vereinbaren und dann die ganzen Unterlagen zusammensuchen? Wann müssen wir das Antragsformular ausfüllen (welche Reihenfolge)?

Wie lange dauert es, bis man das Visum zugeschickt bekommt?

Welche Fragen werden so bei dem Interview-Termin gestellt?
 

Benutzer26217 

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Vorgehen: siehe Link auf der linken Seite "How to Apply" – How to Apply | United States Diplomatic Mission to Germany

Aber denkt daran, was TheDetroiter euch gesagt hat, Anträge für B1/B2-Visa werden selten bewilligt. Und ihr müsst allein für den Antrag 112 € zahlen. Dazu ein biometrisches Foto für ein US-Visum, kostet auch bestimmt 30 €. Und dann noch allerlei service fees, die hier und da während der Antragstellung immer wieder auftauchen.

Beim Interview werden euch alle möglichen Fragen gestellt: Grund der Reise, Beschäftigung in Deutschland, Finanzierung des Aufenthalts, der Interviewer wird vor allem wissen wollen, was dich nach der Reise dazu bewegt, wieder nach Deutschland zurückzukehren.
 

Benutzer113341 

Sorgt für Gesprächsstoff
Aber denkt daran, was TheDetroiter euch gesagt hat, Anträge für B1/B2-Visa werden selten bewilligt. Und ihr müsst allein für den Antrag 112 € zahlen.

Ich weiß nicht, ob ich das jetzt falsch verstanden habe, aber bekommt man diese 112 Euro wieder, wenn der Antrag abgelehnt wird, oder hat man dann schlicht und einfach Pech gehabt?

Wir haben uns jetzt nämlich überlegt, dass wir es zuerst mit dem B2-Visum probieren, schauen, wie das läuft und wenn wir nicht genommen werden, haben wir ja immer noch die Möglichkeit das ESTA-Visum für 3 Monate zu beantragen, das geht 72 Stunden vor Reisebeginn. Aber das würden wir nur so auf diese Art und Weise machen, wenn wir die 112 Euro wiederbekommen würden, wenn der Antrag abgelehnt wird.

Wieso werden diese B2-Visa so selten bewilligt?
 

Benutzer26217 

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Nein, die 112 Euro gibt es nicht zurück wenn der Antrag abgelehnt wird. Dann habt ihr Pech gehabt. Wieso B-2 Anträge so selten bewilligt werden hat TheDetroiter in einem ihrer Beiträge zusammengefasst:

TheDetroiter schrieb:
Das B-2 Visum wird meistens abgelehnt, weil man oft zu wenige sogenannte "binding ties" hat. Um dieses Visum zu bekommen, musst du nachweisen das du pro Monat eine bestimmte Summe Geld zur Verfügung hast (bei meinem letzten Wissenschaftler-Visum waren das 1300 USD pro Monat), das du einen guten Grund hast, warum du länger in den USA bleiben musst und darfst als andere Touristen, und dass du wichtige Gründe hast, wieder nach Deutschland zurück zu kehren. Um das zu belegen brauchst du Dinge wie: Vertrag für eine Mietwohnung die auf deinen Namen läuft, einen Arbeitsvertrag der nach deiner Rückkehr gültig ist, eine Einschreibebestätigung für die Universität, Familienmitglieder die gepflegt werden müssen, solche Dinge. Schwierig wird es, wenn du Familie in den USA haben solltest, dann kannst du davon ausgehen dass das Visum abgelehnt wird, weil die dann Angst haben dass du hinterrücks einwandern willst.

Und zu guter Letzt: ESTA ist kein Visum. ESTA steht für Electronic System for Travel Authorization. Wenn man im Rahmen des Visa Waiver Programms in die USA einreist (engl. waiver: Erlass), muss man sich dort registrieren, um einreisen zu dürfen. Die ESTA-Genehmigung gilt dann für alle Einreisen in die USA in den nächsten 24 Monaten. Bleiben darf man trotzdem nur 3 Monate pro Jahr.
 
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