Eine undurchführbare Klassenarbeit

Benutzer162226 

Verbringt hier viel Zeit
Oder auch "Kopiers dir halt schnell, aber das geht von deiner Zeit ab.", eine pragmatische und unkomplizierte Lösung.
Klar. Kann man machen, wenn es einen öffentlichen Kopierer mit Kopierkarte gibt.

Es gibt vermutlich immer Alternativen, je nach genauer Situation. Ich finde aber dennoch nicht, dass der Lehrer einen Fehler gemacht hat. Der liegt beim Sohn. Der Lehrer könnte Nachsicht zeigen. Muss er aber nicht. Und mit der Erwartungshaltung sollte man ihm auch nicht gegenüber treten.


Nacharbeiten ist keine Pflicht. Aber wer jeden Morgen 20 Minuten zu spät kommt, bleibt länger. Und es hilft. Anfangs war es dem Schüler das noch wert. Mittlerweile nicht mehr.
In der Oberstufe wäre mir das auch egal. Aber meiner ist in klasse 8
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer138875 

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Es gibt vermutlich immer Alternativen, je nach genauer Situation. Ich finde aber dennoch nicht, dass der Lehrer einen Fehler gemacht hat. Der liegt beim Sohn.

Ja, der Auslöser für das Dilemma ist das Versäumnis des Kindes. Ein Fehler.
Nun räumst Du selbst ein, dass vermutlich immer Alternativen existieren. Diese nicht aufzusuchen, bzw. auszuschlagen, obschon sie seitens der Schüler aufgezeigt wurden, halte ich ebenfalls für ein Versäumnis.

Keinen objektiven Fehler gemacht zu haben, ist für mich nicht automatisch gleichbedeutend mit gutem Handeln.
 

Benutzer162226 

Verbringt hier viel Zeit
Diese nicht aufzusuchen, bzw. auszuschlagen, obschon sie seitens der Schüler aufgezeigt wurden, halte ich ebenfalls für ein Versäumnis.
Die Schüler schlugen das Teilen des Buches vor. Was dagegen spricht, wurde hier ja schon ausführlich erläutert.
Was haben die Schüler denn noch vorgeschlagen?

Noch einmal: Der Lehrer muss hier keine Alternativen erlauben. Er hat somit nichts versäumt. Dass man sich eine andere Reaktion wünschen würde, ist eine ganz andere Sache.

Ich kann dich verstehen. Als Elternteil reagiert man wohl so. Aber das schlimmste, was du nun m.E. machen kannst, ist, die „Schuld“ oder das Versäumnis auf den Lehrer (mit-)abzuwälzen. Das sendet völlig falsche Signale, vor allem in Richtung deines Sohnes.
 

Benutzer68557  (30)

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Redakteur
Ich finde die Diskussion gemessen an meinen Erfahrungswerten vollkommen unverständlich. Für mich war in der 6. klasse vollkommen klar, dass man eine Lektüre mit zur Klausur nimmt. Ich glaube bei uns kam es nie vor, dass gleich mehrere Kinder das Buch vergessen hatten, sodass das eine dann mal das des Lehrers nutzen konnte.
Also bei mir hätte daheim überhaupt nicht infrage gestanden, wer da „schuld“ hat.

Dass kopiere keine Option ist, finde ich übrigens auch. Ein komplettes Buch kopieren (und ich nehme aus Erfahrung mal an, dass keine Eingrenzung vorlag und selbst wenn braucht man für „analysierenden Anfang“ auch, wenn nicht vor allem, das Ende) finde ich maßlos überzogen. Ganz ab davon dass das mit nem klassischen Kopierer ewigkeiten dauert.
 

Benutzer156506 

Meistens hier zu finden
Es gibt vermutlich immer Alternativen, je nach genauer Situation. Ich finde aber dennoch nicht, dass der Lehrer einen Fehler gemacht hat. Der liegt beim Sohn. Der Lehrer könnte Nachsicht zeigen. Muss er aber nicht. Und mit der Erwartungshaltung sollte man ihm auch nicht gegenüber treten.
Ich tu mich schwer damit, in so einem Fall so eindeutig Partei zu ergreifen. Klar hat der Schüler einen Fehler gemacht, genauso wie 5 weitere. Wenn 20% der Klasse denselben Fehler machen wirft das zumindest für mich Fragen auf.

Zusammengefasst stellt sich mir die Situation wie folgt dar:
  • Ca. 20% der Klasse hats verpeilt, das Buch mitzubringen.
  • Das kann daran liegen, dass die Notwendigkeit es mitzubringen nicht klar kommuniziert war, oder nicht klar genug. Oder auch daran, dass es eben wirklich jeder fünfte Schüler ein Verpeiler ist.
  • Der Rest der Klasse hatte mit den Verpeilern hinreichend Mitgefühl, um das Teilen der vorhandenen Bücher oder das Kopieren zu befürworten. Das verleitet mich zu der Annahme, dass da vllt. einfach ein Kommunikationsproblem vorlag.
  • Eine unkomplizierte und pragmatische Lösung wurde durch den Lehrer abgelehnt, seine genauen Gründe dafür bleiben unklar.
  • Die Schüler, zumindest die Betroffenen und möglicherweise auch die Anderen, empfinden das als ungerecht und überzogen streng.
Meine Schlussfolgerung lautet daher, dass ich in der Konsequenz des Handelns des Lehrers eine vermeidbare Beeinträchtigung der Lernmotivation der Schüler sehe, die sich in Zukunft wieder bessern kann oder auch nicht, abhängig davon wie sich das Lehrer-Schüler-Verhältnis weiter entwickelt. Einen tatsächlichen Nutzen zur Entwicklung der Schüler zu besser organisierten Menschen kann man annehmen, bleibt für mich aber anzuzweifeln, wenn die Schüler die Maßnahme als ungerecht und den Lehrer daher als borniert wahrnehmen.

Da ich ein Kommunikationsproblem für wahrscheinlich und die Sanktionen für übertrieben halte, würde ich sogar soweit gehen, zu sagen, dass der Maßstab, den ich als Laie an das Handeln eines studierten Pädagogen legen würde, irgendwie nicht so richtig erfüllt wurde. Das alles natürlich nur auf Basis der Informationen, die hier von HoldenC HoldenC geschildert wurden, die er ja auch nicht selbst miterlebt hat. Ob ich als Vater eines Schülers nun deswegen jetzt ein Faß aufmachen und mich einmischen würde kann ich nicht sagen, dafür ist das alles zuweit weg von meiner Realität.
 

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ein komplettes Buch kopieren
Ich hatte es nciht so verstanden, dass die Schüler das vorgeschlagen hatten. Es ging um das Kopieren einer Szene, oder konkret einer einzelnen Seite.
Auch die Bitte, die betreffende Seite kopieren zu dürfen, schlug der Lehrer aus, dafür sei keine Zeit.

Dass der Lehrer beim kompletten Buch nein sagt, okay. Aber eine einzelne Seite? Und die Zeit geht von der Zeit der Schüler ab und ist deren Privatvergnügen, das zu organisieren? Wär ganz einfach gegangen. Wär kein logistischer oder zeitlicher oder sonstiger Aufwand gewesen.
Die Vergesser hätten dann trotzdem ihre Lektion gelernt, insbesondere wenn sie für eine wirklich gute Arbeit eben noch andere Stellen zum zitieren gebraucht hätten etc..

Wie die Aufgabe nun genau ausgesehen hat, darüber können wir alle nur spekulieren. Wenn da aber eine Aufgabe darin bestand "interpretiere das Gespräch zwischen X und Y auf Seite Z und arbeite dabei insbesondere die verwendeten Stilmittel heraus" oder ähnliches - was durchaus auch bei Lektüre-Interpretationen öfter mal vorkam zu meiner Schulzeit - dann ist es schlicht und ergreifend unfair vom Lehrer, da sämtliche Lösungsvorschläge auszuschlagen.
Und da das wirklich verhältnismäßig vielen Schülern passiert ist (5-6 ist schon eine Hausnummer!), scheint es mir unwahrscheinlich, das einzig und allein auf Schusseligkeit seitens der Schüler zu schieben. Wenn so viele da einem Missverständnis unterlegen sind, dann lief da irgendwo was im Vorfeld in der Kommunikation schief.
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Es gibt vermutlich immer Alternativen, je nach genauer Situation. Ich finde aber dennoch nicht, dass der Lehrer einen Fehler gemacht hat. Der liegt beim Sohn. Der Lehrer könnte Nachsicht zeigen. Muss er aber nicht. Und mit der Erwartungshaltung sollte man ihm auch nicht gegenüber treten.

Da dein Absatz hier ein paar Mal zitiert wurde, nehme ich auch mal Bezug darauf. :grin:

Ich sehe das genau wie *Kolibri* *Kolibri* . Nur, so sehr ich auch darüber nachdenke, fällt mir kaum eine brauchbare Alternative ein, die der Lehrer hätte einräumen können. Die Einzige, die hier auch noch nicht genannt wurde, wäre die, dass die betroffenen Schüler im Sekretariat ihre Eltern anrufen können und sich - sofern diese zuhause sind - die Lektüre zur Schule bringen lassen können. Das wäre tatsächlich möglich, wenngleich auch dann nicht sichergestellt werden kann, dass jeder Schüler seine Lektüre rechtzeitig erhält.

Und da es immer wieder angeführt wird: Das gemeinsame Nutzen einer Lektüre ist KEINE Alternative. Ich weiß, dass ich mich jetzt wiederhole, aber um das noch einmal deutlich zu sagen: Es ist total egal, dass die anderen Schüler sich bereiterklärt haben, ihre Lektüre zu teilen. Es geht in der Klausur nicht um Sozialkompetenz. Und es geht auch nicht um stupides Schummeln, auch wenn das selbstverständlich möglich ist. Ich habe auch schon Arbeiten beaufsichtigt, in denen sich die Schülerinnen und Schüler Wörterbücher teilen durften - das ist absolut unproblematisch, da man es nicht ständig braucht. Als Lehrer macht man sich durch dieses Austausch-Verfahren sehr viel angreifbarer, weil man damit dafür sorgt, dass nicht nur 5 Schüler Probleme beim Zitieren der Textstellen haben, sondern 10.
Und an die, die das hier immer wieder verteidigen: Was ist, wenn ein Schüler erst gerne bereit ist, sein Buch zu teilen, dann aber gegen Ende der Klausur dringend einiges nachschlagen muss, während der Schüler, der von ihm partizipiert, die Lektüre nutzt? Wer hat dann das Anrecht auf die Lektüre? Ist man dann sozial inkompetent, wenn man darauf besteht, sein eigenes Material zu benutzen? Es sorgt für mehr Unruhe und Ärger.

Das Kopieren ist auch KEINE Alternative: Wenn in erster Linie ein bestimmtes Kapitel oder ein bestimmter vorgegebener Abschnitt analysiert werden soll, dann kann man diese Seiten tatsächlich vorab ein paar Mal kopieren und für die Schüler ohne Buch austeilen (obwohl sie auch da einen Nachteil haben, da sie nicht auf andere Textstellen zurückgreifen können).


Übrigens wissen wir auch noch nicht, ob @HoldenCs Sohn tatsächlich eine schlechte Note schreibt. Gerade, wenn der Lehrer einen Erwartungshorizont rausgibt, lässt sich dort sehr gut sehen, wie viele Punkte es letztendlich für die korrekte Zitation gab. Natürlich ist der Anspruch ungleich höher, die Klausur ohne die Lektüre zu schreiben, aber wenn man im Unterricht aufpasst, mitarbeitet und die Hausaufgaben regelmäßig macht, dann hat man gewisse Inhalte verstanden und versteht auch die Zusammenhänge in der Arbeit.
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Off-Topic:
Übrigens habe ich Ende des letzten Schuljahres eine Klausur zu einer Lektüre schreiben lassen. Ich habe im Vorfeld angekündigt, dass diejenigen, die die Lektüre vergessen, sich besser sehr gut an die Inhalte erinnern können. :tongue:
Ich habe trotzdem einige Kopien des zu analysierenden Kapitels gemacht (zur Sicherheit, weil ich meine Pappenheimer eigentlich kenne), aber nicht von all den anderen Seiten, auf denen die Person, die näher beleuchtet wurde, beschrieben wurde.

Eine Schülerin hatte ihre Lektüre bei ihrem Vater, der recht weit weg lebt und den sie ab und zu mal am Wochenende sieht, vergessen. Sie ist morgens vor der Schule noch mit ihrer Mutter zum örtlichen Buchhandel gefahren und hat dieses Jugendbuch ein zweites Mal gekauft. Das fand sie aber auch nicht schlimm, dieses Buch könne sie ja weiterverschenken.
Das war eine 8.Klässlerin.
 

Benutzer171204 

Verbringt hier viel Zeit
Puh, also ich erinnere mich, dass an meinem Gymnasium immer ein Oxford Dictionary vorne lag - für die Schüler, die ihr eigenes in der Klausur vergessen hatten. In Latein das gleiche.
Klar mussten die dann ggf. warten, bis jemand anders sein Wort nachgeschlagen hatte, aber es gab eben die Möglichkeit und die Wartezeit war eben der Preis, den sie für die Vergesslichkeit zahlen mussten.

Ich hätte den Schüler mit einer zuvor auf Notizen kontrollierten Version des Buches (also vermutlich meiner eigenen :grin:) ins Sekretariat zum Kopieren geschickt, die verlorene Zeit wäre dann eben die Strafe gewesen.

Finde manche Meinungen hier ganz schön krass, mit "abhärten" und "knallhart aufs echte Leben vorbereiten" oder gar "Pech gehabt" hat mein Verständnis von gutem Unterricht und Lernen jedenfalls nichts zu tun.

Zumal in einer Klassenarbeit nicht die Vergesslichkeit abgeprüft wird, sondern vorher definierte Inhalte, in dem Fall wohl die Personenbeschreibung - ob der Schüler also eine korrekte Personenbeschreibung unter Verwendung bestimmter Kriterien verfassen kann, hat nichts damit zu tun, ob er sein Buch mitgebracht hat oder nicht.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich finde, man müsste alle Umstände kennen, bevor man sich dazu ne Meinung bilden kann: Was war die Aufgabe? Um wieviele Seiten ging es? Wieviel Zeit hatten die Schüler? War das Buch wirklich zwingend notwendig?

Je nachdem, wie diese Antworten ausfallen, kann ich den Lehrer schon verstehen.
 

Benutzer96053 

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Ich hätte den Schüler mit einer zuvor auf Notizen kontrollierten Version des Buches (also vermutlich meiner eigenen :grin:) ins Sekretariat zum Kopieren geschickt, die verlorene Zeit wäre dann eben die Strafe gewesen.
Je nachdem, was sich die Schüler dann kopieren (wenn sie selbst aussuchen sollen, was sie brauchen), können das auch schonmal um die 20 Seiten sein - pro Schüler. Dann wären das 100 - 120 Seiten, die da durch den Kopierer gejagt werden. Ne, ehrlich - dann sollen sie doch lieber nachschreiben. :grin:

Off-Topic:
Ich bekomme im Übrigen von meiner Schule ein festes Kontingent an Kopien pro Jahr. Das habe ich bereits im Mai vollgehabt, seitdem kopiere ich auf eigene Kosten. Es gibt Schulen, an denen das anders gehandhabt wird, aber generell sehe ich nicht ein, unsinnige Mengen zu kopieren.
 

Benutzer171204 

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Je nachdem, was sich die Schüler dann kopieren (wenn sie selbst aussuchen sollen, was sie brauchen), können das auch schonmal um die 20 Seiten sein - pro Schüler. Dann wären das 100 - 120 Seiten, die da durch den Kopierer gejagt werden. Ne, ehrlich - dann sollen sie doch lieber nachschreiben. :grin:
Ja klar darf er nicht das ganze Buch kopieren :grin:, vielleicht hätte er vorher im Klassenraum die Seiten festlegen/raussuchen können, die er kopieren mag. Vielleicht gibt es auch bessere Lösungen, keine Frage, wie das Nachschreiben.

Ich finde jedenfalls den Ansatz "Pech gehabt" nicht OK.
 

Benutzer162226 

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Vielleicht gibt es auch bessere Lösungen, keine Frage, wie das Nachschreiben.
Das würde ich auf keinen Fall anbieten. Zum einen ist die zusätzliche Zeit unfair den Schülern gegenüber, die da waren und ihr Material dabei hatten. Zum anderen würde ich es auch schlicht nicht einsehen, wegen der Vergesslichkeit meiner Schüler eine neue Klausur zu stellen.
 

Benutzer138875 

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Off-Topic:
Falls hier der Eindruck entstanden sein sollte, ich hätte diesen Thread aufgemacht um „Munition“ dahingehend zu sammeln, mit dem Lehrer meines Sohnes ein „Hühnchen rupfen“ zu wollen, so ist das nicht ganz richtig. Es geht mir vornehmlich darum, das Geschehene einzuordnen und Erkenntnisse zu gewinnen. Was, dank des Meinungspluralismus hier, durchaus der Fall ist.
Den Schuh des schäumenden Vaters, der seinen Sohn vor einer schlechten Schulnote bewahren will, indem er den Lehrer diskreditiert, ziehe ich mir nicht an. Ich wüsste nicht, mit welcher Aussage ich mir den verdient haben sollte.


*Kolibri* *Kolibri* Die Gefahr meinem Sohn ein falsches Signal zu senden, indem ich neben seinem Versäumnis, die Verhältnismäßigkeit der Sanktion des Lehrers in Frage stelle, erschließt sich mir nicht.

Es entschuldigt doch nicht das Vergessen des Buches, wenn ich die Konsequenz in Frage stelle. Oder befürchtest Du, dass die Autorität des Lehrers untergraben würde, weil man sein Handeln in einer speziellen Situation hinterfragt?
Das ist vielleicht beim Militär der Weg ins Verderben, aber an einer Schule?

Ich bin Vorgesetzter von Angestellten und ehrlich gesagt, ich wäre schön bescheuert, würde ich deren Meinung grundsätzlich in den Wind schlagen, weil ich meine Autorität in Gefahr sähe.

Und bevor man jetzt behauptet, man könne Schüler nicht mit Angestellten vergleichen ... das wollen wir doch immer, mitdenkende und Mitwirkende sein. Warum also, tut man sich mit platonischen Ideen so schwer?
 

Benutzer171204 

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Das würde ich auf keinen Fall anbieten. Zum einen ist die zusätzliche Zeit unfair den Schülern gegenüber, die da waren und ihr Material dabei hatten. Zum anderen würde ich es auch schlicht nicht einsehen, wegen der Vergesslichkeit meiner Schüler eine neue Klausur zu stellen.
Na, JETZT kann er nicht mehr nachschreiben, ist klar. Das hätte gleich entschieden werden müssen. Das Nachschreiben ist ja nur eine Option von vielen, ich hätte ihn eben kopieren geschickt.
Ich finde halt nur, dass es pädagogisch absolut sinnlos ist, den Schülern eins reinzuwürgen. Wie genau man mit so einer Situation umgeht, kann ja unterschiedlich gehandhabt werden und ich sage auch nicht, dass meine die beste Idee ist, ich finde nur, dass es andere Wege geben muss als "Pech gehabt".

Mehr will ich darüber auch gar nicht diskutieren, ist nur meine Meinung und die sei mir unbenommen. :zwinker:
 

Benutzer162226 

Verbringt hier viel Zeit
Die Gefahr meinem Sohn ein falsches Signal zu senden, indem ich neben seinem Versäumnis, die Verhältnismäßigkeit der Sanktion des Lehrers in Frage stelle, erschließt sich mir nicht.

Der Hinweis ist meinen Erfahrungen geschuldet. Man mag gar nicht glauben, wie oft Eltern sich in den abstrusesten Situationen mit ihrem Kind „verbrüdern“ und auf den bösen Lehrer schimpfen. Sie tun damit aber weder sich, noch ihrem Kind einen Gefallen.

Beispiel: Ich habe einem Schüler einen Eintrag ins Hausaufgabenheft gemacht, weil er sich trotz mehrfacher Ermahnung massiv dagegen benommen hat. Reaktion des Schülers? „Machen Sie nur. Meine Mutter nimmt das eh nicht ernst. Wir lachen da immer drüber.“ Und das von einem 13jährigen. Dass die Mutter somit den Eintrag als Konsequenz für Fehlverhalten unmöglich macht und die „nächste Stufe“ dann fällig wird, sieht sie gar nicht.

Ich weiß, deine Situation ist anders und ich schätze dich auch nicht so ein. Dennoch der Hinweis, weil ich einige Aussagen über den Lehrer hier einfach sehr krass und ungerechtfertigt finde.

Es spricht ja überhaupt nichts dagegen, dass du deinen Sohn darin bekräftigst, mit dem Lehrer zu reden. Oder dass du selbst mit ihm sprichst und nach Zusatzaufgaben fragst. Es sollte nur nicht aus dem Blick geraten, warum es zu der Situation gekommen ist.
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was man auf keinen Fall vergessen darf: Wir sind im ersten Halbjahr des Schuljahres. Hoffentlich bewirkt der Schock so viel, dass die Schüler künftig immer an die Lektüre denken. :zwinker:

Die Einstufung, welchen Abschluss der Schüler im nächsten Schuljahr machen wird, wird aus den Noten des zweiten Halbjahres vorgenommen. Diese Note wirkt sich also allenfalls als ein "Makel" auf dem Halbjahreszeugnis aus. Nichts, was einem ernsthaft Sorgen machen sollte - vor allem, wenn die Kompetenzen grundsätzlich vorhanden sein sollten.
 

Benutzer67523 

Sehr bekannt hier
Das ist eine anerkannte Krankheit, auch wenn ein paar Internetprediger was anderes behaupten. Du könntest genausogut hingehen und behaupten "Kümmert euch um eure Großeltern, dann haben die viel seltener Alzheimer"
Nun, bei ADHS wird heute auf jeden Fall (nicht ausschliesslich) davon ausgegangen, dass psychosoziale Faktoren deren Verlauf und Auspraegung sehr signifikant beeinflussen.

Bei Alzheimer geht man heute auch (auch nicht ausschliesslich) von psychosozialen Faktoren aus (koerperliche und geistige Aktivitaet koennen den Beginn so stark hinauszoegern, dass es in der gegebenen Lebenszeit nicht zu den bekannten Symptomen kommt), sogar den bei den Betaetigungen erlebten Emotionen wird ein gewisser Effekt zugeschrieben.

Ob ADHS eine anerkannte Krankheit ist oder nicht, spielt fuer diese Diskussion keine Rolle: es ist besser, wenn man die Probleme nicht hat, und die Eltern haben hier grossen Einfluss. Sie sind bei Weitem nicht der einzige Faktor, das ist klar.
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sondern um die soziologische Auffassung.
Verstehe. Damit kann ich helfen. (Nicht pur soziologisch, sondern auch noch etwas oekonomisch als Zusatz)
Man lebt in einer nicht perfekten Welt. Manchmal hat man etwas Pech, manchmal Glueck, manchmal geschieht einfach etwas Ungeschicktes, manchmal ist man einfach am falschen Ort.
Wenn systematisch etwas falsch oder gegen einen laeuft, soll man jedes Recht der Welt haben, das zu beanstanden und ggf Massnahmen zu ergreifen.
Wenn es etwas sehr Entscheidendes ist, ist es auch gut, das nochmals anzuschauen.
Alles Weitere sollte man sich sehr gut ueberlegen.

Ronaldo hat kuerzlich auch eine von vielen als ungerechtfertigt eingestufte rote Karte erhalten, das hat ihn u.U. >100'000 Euro gekostet (moegliche Torpraemie(n) und Praemien fuer gespielte Zeit), doch der Entscheid, dass er vom Feld musste, war definitiv. Da kann auch nichts angefochten werden. Das ist in dem Sinn deutlich besser, dass die Beteiligten gezwungen sind, nach vorne zu schauen und ihren Aufwand und Energie in die Zukunft zu investieren, statt mit u.U riesigem Aufwand mit etwas eigentlich Kleinem (das vielleicht verpasste Geld tut Ronaldo auch nicht wirklich weh) zu hadern.

Man sollte sich immer Folgendes ueberlegen, wenn es nicht um Freizeit/Spass geht:
Wenn man sich fuer etwas einsetzt und das Maximum, das dabei rausschauen kann, ist maessig, soll man es lassen und sich etwas Anderem zuwenden, wo man mehr herausholen kann.

Auf obiges Beispiel angewandt heisst das, besser die Zeit ins Englisch Lernen investieren als in Diskussionen mit der Lehrkraft.
Das verbessert nicht nur allenfalls eine Note ein wenig, sondern mehrere zukuenftige Noten sowie echte Kenntnisse. Er scheint ja knapp dran zu sein, also braucht er das mehr als eine einzelne verbesserte Note. Der elterliche Drang, da eine eventuelle Moeglichkeit zu nutzen, um schrauben zu gehen, ist verstaendlich. Aber es ist (direkt nach Planet Liebe :-D ) der schlechteste Ort, um zu investieren.
 

Benutzer98820 

Sehr bekannt hier
Auf obiges Beispiel angewandt heisst das, besser die Zeit ins Englisch Lernen investieren als in Diskussionen mit der Lehrkraft.
Das verbessert nicht nur allenfalls eine Note ein wenig, sondern mehrere zukuenftige Noten sowie echte Kenntnisse. Er scheint ja knapp dran zu sein, also braucht er das mehr als eine einzelne verbesserte Note. Der elterliche Drang, da eine eventuelle Moeglichkeit zu nutzen, um schrauben zu gehen, ist verstaendlich. Aber es ist (direkt nach Planet Liebe :-D ) der schlechteste Ort, um zu investieren.
Hast du eigentlich mal gelesen, was HoldenC HoldenC genau darüber schon im Thread geschrieben hat? :rolleyes:
 
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