Eine undurchführbare Klassenarbeit

Benutzer138875 

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*virtuelles Seufzen* :geknickt:


Kleines Update.


Ich habe bei meinem Sohn nachgebohrt, auch weil mich einige Eurer Beiträge etwas aufhorchen ließen.

„Das Englischbuch“ ist nicht das Unterrichtsbuch, sondern tatsächlich Lektüre (das hat er kreativ zu seinen Gunsten formuliert und ich habe nicht ausreichend insistiert), es tut mir leid, wenn sich aus dem Eingangspost eine andere Faktenlage ergab, aber um der Ehrlichkeit Willen muss das ergänzt werden.


Trotzdem bleibt bei Betrachtung der Vorkommnisse für mich eine gewisse Unverhältnismäßigkeit. Ich bin immer noch der Ansicht, dass das Versäumnis der Schüler auf falsche Art sanktioniert wurde.


Es geht und ging mir auch nicht darum, einen Lehrer zur Rechenschaft zu ziehen, sondern die erzieherische Qualität der Mittel zu hinterfragen. Denn diese halte ich nach wie vor für überzogen und nicht konstruktiv.


Liege ich falsch? :confused:
 

Benutzer68557  (30)

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Schon, eine Lektüre nimmt man doch selbstverständlich mit zur Klausur. Habe nie etwas anderes erlebt. Hatte sogar Klausuren, wo wir Schlüssel dazu nutzen dürften, weil sie eh nix halfen.
 

Benutzer96053 

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Es geht und ging mir auch nicht darum, einen Lehrer zur Rechenschaft zu ziehen, sondern die erzieherische Qualität der Mittel zu hinterfragen. Denn diese halte ich nach wie vor für überzogen und nicht konstruktiv.


Liege ich falsch? :confused:

Nun ja... falsch nicht direkt, du bist der Vater und stehst auch zu deinem Sohn. Aber es war mit Sicherheit nicht einfach für den Lehrer, spontan zu entscheiden, was nun die richtige Vorgehensweise ist. Was hättest du dir denn (rückblickend) gewünscht?

1. Gemeinsames Nutzen der Lektüre:
Die Schülerinnen und Schüler können dann davon profitieren, dass ein anderer schon die richtige Seite aufschlägt. Außerdem werden die benachteiligt, die ihr Buch dabei haben, denn sie können nicht jederzeit auf ihre Lektüre zurückgreifen und rumblättern, bis sie das korrekte Zitat finden.

2. Kopieren der Lektüre:
Wenn die Aufgabe nicht die Analyse eines konkreten Kapitels ist, sondern sich auf die Ganzschrift bezieht, kann man eben nicht die ganze Lektüre mehrfach durchkopieren. Das ist ganz schön unverhältnismäßig.

3. Nachschreiben lassen:
Schlussendlich wirkt es dann so, als käme man um die Arbeit herum und hätte einen Aufschub, wenn man nur die Lektüre zuhause lässt. Das hat schon etwas von einer Belohnung.

4. Das Buch des Lehrers nutzen lassen:
Das kann man machen, wenn der Lehrer 1. nicht selbst zu viel reingeschrieben hat und 2. nur ein einziger Schüler seine Lektüre vergessen hat. Ansonsten ist das nicht machbar.[/OT]
 

Benutzer164330 

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Liege ich falsch? :confused:
Nein.

Ich würde trotzdem erstmal beim Lehrer anfragen, was seine Version der Geschichte ist, und wie er sein Vorgehen begründet.
Vielleicht hat er seine Gründe und es ist nur etwss blöd gelaufen, vielleicht denkt er nochmal drüber nach und bemerkt, dass es doof war, oder du musst ihm halt sagen, dass du es nicht in Ordnung fandest.
 

Benutzer150752 

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Hast du denn nochmals nachgefragt, ob vielleicht nicht doch gesagt wurde, dass sie die Lektüre mitbringen sollen bzw. es aufgrund der Art der Klassenarbeit klar war, dass sie benötigt wird?
Das würde ich auf jeden Fall versuchen herauszufinden bevor irgendeine Art von Gespräch mit dem Lehrer stattfindet.
 

Benutzer98820 

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Wenn noch irgendwelche Nachwirkungen eintreten, wäre es aber sicher sinnvoll, wenn wenigstens alle bücherlosen Schüler auch gleich behandelt werden.

3. Nachschreiben lassen:
Schlussendlich wirkt es dann so, als käme man um die Arbeit herum und hätte einen Aufschub, wenn man nur die Lektüre zuhause lässt. Das hat schon etwas von einer Belohnung.
Ich gehe mal davon aus, daß die Arbeiten als geschrieben gelten und dementsprechend als sehr schlecht bewertet werden. Dann wäre eine (natürlich allseits höchst freiwillige) Prüfung außer der Reihe sicher keine Belohnung, sondern eine immer noch saftige Strafe für ein vergessenes Buch.
Ein paar Lehrer haben uns auch immer wieder mal beiläufig verklickert, daß, wer sich zu schlecht bewertet fühlt, ja auch jederzeit freiwillige Leistungen erbringen könnte. Gerade jetzt ist das Halbjahr ja noch jung und da kann man doch noch gegensteuern.
 
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Benutzer138875 

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Danke Zaniah Zaniah für den Perspektivwechsel. Ich will es mir nicht zu leicht machen.

Ich hätte mir am Ehesten eine moderate Lösung gewünscht. Die hätte in meiner Vorstellung ein erfahrener Erwachsener dahingehend gelöst, aus den vorhandenen Mitteln zu schöpfen. Da zahlreiche Schüler•innen bereit waren, ihr Buch zu teilen, wäre das wahrscheinlich ein Weg gewesen, der obendrein noch solidarisches Verhalten emotional belohnt hätte.
Ich weiß, dass das wie das verzweifelte Bemühen eines Vaters seinen Sohn vor einer drakonischen Strafe in Form einer desaströsen Schulnoten zu verschonen klingen mag, aber ich meine das durchaus Ernst. Meiner Meinung nach ist hier Strafe vor Augenmaß ergangen.
 
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G

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Gast
Der Hammer, wie viel Beiträgen in nicht mal 12 Stunden zusammen kommen. Was für eine Brisanz ... ich habe in der Schule die besten Erfahreungen in solchen Fällen gemacht, wenn wir Schüler und nicht die Eltern aktiv wurden.

Klar, ist das Verhalten des Lehrers nicht ... vorbildlich für diesen Berufsstand...
 

Benutzer114808  (34)

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Haben sie das erste Mal mit einer Lektüre gearbeitet? Doch sicherlich im Deutschunterricht schon oder? Merkwürdig, diese dann nicht zur Klassenarbeit mitzubringen und danach zu jammern - so überraschend kann es doch nicht gewesen sein.

Wer sein Buch nicht dabei hatte, hatte bei uns Pech gehabt. Finde die Reaktion des Lehrers nachvollziehbar. Man kann ja kaum das ganze Buch kopieren. Und teilen geht schlecht, da das Tempo schlicht unterschiedlich ist und man den anderen noch unauffällig-auffällig auf etwas hinweisen kann o.ä.

Das Halbjahr ist noch jung, es wird nicht die letzte Arbeit gewesen sein. Dann muss sich Sohnemann jetzt eben ins Zeug legen, um die (schlechte) Note auszubügeln.
 

Benutzer67523 

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Drei Punkte:
- verlangt der Lehrer, dass gewisses Material immer dabeizusein hat? Falls, nimmt das jetzt wohl jeder ernst, insofern Ziel erreicht und schwierig, darüber zu diskutieren.
- ein 14jähriger sollte es schaffen, ohne Buch eine Personenbeschreibung abzufassen. Sie wird nicht genau so strukturiert sein wie im Buch, vielleicht kann er weniger halbfertige Sätze übernehmen, aber er macht die anspruchsvollere Arbeit. Um Zweifel aus der Welt zu schaffen, schreibt er noch dazu, dass er das Buch nicht hatte und frei gearbeitet hat. Das ist doch das, was man in einer solchen Situation im normalen Leben auch tun würde.
- wenn es nicht eine super entscheidende Prüfung war, Note akzeptieren und weitermachen. Die Diskussion ist unnötig und schadet höchstens. Ich habe auch mal eine schlechte Note gehabt, weil ich übersah, dass die Prüfung eine Rückseite hatte. Es liess sich überleben. :smile:
 

Benutzer116134 

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Off-Topic:
Ja, eben. Ich bin ja noch mal eine Ecke jünger
Als ich? :oooh:

Liege ich falsch? :confused:
Hm... die Lektüre wird höchstwahrscheinlich Hauptthema das Unterrichts gewesen sein. Vermutlich hätte klar sein müssen, dass das Buch mitgebracht werden muss. In Anbetracht dessen finde ich die Lösungsideen der Schüler auch nicht unbedingt so clever bzw. ist eher verständlich, warum der Lehrer sie nicht zulässt, siehe Zaniah Zaniah s Beitrag. Hätte man die Personenbeschreibung nicht auch teilweise aus dem Gedächtnis lösen können? Wird dann zwar keine 1, aber vielleicht auch keine 5?

Bei mir an der Schule hätte man die Bücher dann vermutlich geteilt. Aber ich finde auch nicht unbedingt, dass man da jetzt auf ein Recht pochen kann. Also weiß nicht, ob ich da jetzt intervenieren würde. Der Lehrer kann die „Pech gehabt“-Schiene da schon fahren, denke ich. Schön ist das für deinen Sohn und die anderen aber natürlich nicht.
 

Benutzer164330 

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Was vielleicht noch wichtig wäre:
Ging es in der Aufgabe eher "verfasse eine Charakterisierung auf Grundlage von Seite x" oder "Charakterisiere Person x mithilfe des Buches"?
 
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Benutzer160853  (34)

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Ich würde mich mit den anderen Eltern in der Klasse kurzschließen, weil es irgendwie doch sehr nach einem faulen Nummer klingt, was der Lehrer hier gemacht hat.
Der Lehrer hat zwingend darauf hinzuweisen, was mitgenommen wird und was zu Hause bleibt. Ich würde mich mit den anderen Eltern in der Klasse kurzschließen und das weitere Vorgehen mit dem Elternbeirat beraten.
 

Benutzer162226 

Verbringt hier viel Zeit
Ohne jetzt @HoldenCs Sohn in die Pfanne hauen zu wollen: Ist es nicht wesentlich wahrscheinlicher, dass es hier um ein Versäumnis des Schülers und nicht des Lehrers geht?

Eine Klassenarbeit zur Lektüre steht an. Fast alle Schüler haben ihre Lektüre dabei, 5 Schüler nicht. Für mich klingt das nach einer normalen Quote von Schülern, die nicht aufgepasst oder es schlicht vergessen haben.

Natürlich kann ich verstehen, dass du nun vorschlägst, man hätte das Buch ja teilen können. Doch wie würdest du reagieren, wenn dein Sohn dir nun sagen würde „Ich musste mein Buch mit xy teilen, weil er seines vergessen hat. Und dann hatte ich gar nicht genug Zeit mit meinem Buch und deshalb ist es nur eine 4.“
Wäre dann das Teilen des Buches auch noch die beste Lösung für dich?

Ich kann verstehen, dass du deinem Sohn gerne helfen möchtest. Ehrlich gesagt sehe ich das Versäumnis aber bei deinem Sohn, nicht beim Lehrer.
Vielleicht kann dein Sohn ja tatsächlich eine Zusatzarbeit anbieten, um die Note etwas auszugleichen.
 

Benutzer147358  (27)

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Da zahlreiche Schüler•innen bereit waren, ihr Buch zu teilen, wäre das wahrscheinlich ein Weg gewesen,
Naja, kommt ein bisschen auf die Situation an.
Wenn es um eine einzelne konkrete Buchseite ging: Da kann man sicher teilen.
Ging es um das komplette Buch: Sobald geblättert werden muss, kann man meiner Erfahrung nach nicht gut teilen. Das mag für eine Unterrichtsstunde mal notfalls gehen, aber in einer Klausur geht es um ein bisschen mehr. Das der Lehrer da irgendwo die Schüler, die ihr Buch dabei hatten, schützt, finde ich verständlich. Außerdem ist teil der Prüfungsleistung das man eben auch weiß wo was steht. Wenn da ein anderer blättert und die entsprechenden Stellen raussucht ist das ein Stück weit wie Abschreiben. Und der andere kann eben auf bestimmte Buchseiten hinweisen, die man selbst übersehen hat. Das wird dann zu Teamwork.
Aber das hat Zaniah Zaniah eigentlich alles schon gesagt.

Wenn man sich gut vorbereitet hat kann man so eine Klausur in der Regel aber auch ohne Lektüre ganz gut lösen, das einzige was dann fehlt sind die Belege (Zitate). Für Lektürearbeit die über relativ zielsicheres Raussuchen der Belege hinaus geht ist idR eh keine Zeit.
Das die Lektüre bei einer Lektürearbeit benötigt wird ist eigentlich immer so, ich kann mich an nichts anderes erinnern. Wenn das die aller erste Lektürearbeit deines Sohnes ist, konnte er das natürlich nicht unbedingt wissen. Das der Lehrer vorher nicht darauf hingewiesen hat wäre dann schon problematisch.
Die einzige wirklich sinnvolle Lösung die ich sehe, wäre das die Schüler die Möglichkeit bekommen durch eine Zusatzleistung ihre Jahresnoten zu verbessern. Das könnten sie am besten selbst mit dem Lehrer besprechen.
 

Benutzer167764 

Öfters im Forum
Bisher bin ich von einem Fehlverhalten des Lehrers ausgegangen, wär ja nicht der erste Arschlochlehrer gewesen. Aber so muss das ganze in Relation gesetzt werden. Wenn dein Sohn erstmals eine solche Aufgabe hatte, wird er sich für die nächste Arbeit gewiss besser vorbereiten. Er ist Sechstkläßler, also ist das keine Klausur, sondern eine Arbeit von vielen, er wird die Note also ausgleichen können (sofern er eine höhere Ernsthaftigkeit gegenüber dem Fach zeigt, Lehrer sind auch nur Menschen). Sobald man in höheren Klassenstufen mehr von den Kindern erwarten kann, wird der Lehrer sie auch ernster nehmen und nach angemesseneren Lösungen suchen. Alles halb so wild.
 
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Benutzer36171 

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Ohje, das verlagert die Problematik natürlich sehr. Da würde ich sagen "Augen zu und durch". Normalerweise geben Lehrer immer die Möglichkeit, die Note durch Zusatzaufgaben zu verbessern. Das können die betroffenen Schüler bestimmt mit dem Lehrer besprechen.
 
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Benutzer136306 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wenn der erste und zweite Ärger über die Episode verflogen ist, bleiben zwei wertvolle Erkenntnisse:

1. Vor Klassenarbeiten u. ä. Testsituationen sollte man darauf achten, dass man wirklich alles dabei hat, was man braucht.

2. Wenn man - vielleicht auch kleinere - Fehler macht, kann man nicht auf die Nachsicht anderer bauen.

Denn ganz ehrlich: In der Ausbildung, im Studium, im Beruf - irgendwann kommt der Punkt, an dem: "Hab ich vergessen", nicht mehr so gut ankommt. Je eher man Sorgfalt, wenn's drauf ankommt, internalisiert, desto besser.
 

Benutzer67523 

Sehr bekannt hier
Er ist in der neunten Klasse. Es geht ja um die Versetzung in die GOS am Ende des Jahres. Englisch ist Kernfach und fällt mit der Note stark ins Gewicht, so viel ich weiß.
Etwas OT, doch wenn er so knapp ist, ist diese einzelne Note das kleinste Problem.
Es nur ganz ganz knapp an eine anspruchsvollere Schule zu schaffen und sie dann trotzdem zu besuchen, fand ich noch nie eine gute Idee.
[doublepost=1537510602,1537509909][/doublepost]Allgemein bin ich negativ überrascht, wie viele Leute hier ein grosses Ding draus machen würden.
Direktor, Elternrat, "Lehrer mit einem Kaffee zur Seite nehmen" (wie arrogant ist denn das?) etc - wo bleibt da die Vernunft?
Und ja, mich würde es ekeln, als Lehrer mit solchen Leuten umgehen zu müssen.
Stellt Euch vor, dass jedes Mal, wenn Ihr bei der Arbeit etwas nicht perfekt macht, gleich eine Whatsapp Gruppe (der Eltern) überkocht und Leute zu Euch gerannt kommen oder direkt zu Eurem Chef gehen oder gar mit einem Anwalt angerauscht kommen.
Mit dieser kleinlichen Mentalität machen Eltern ihren Kindern und deren Mitschülern sehr oft das Schulerlebnis kaputt, weil sich die Lehrer nichts mehr getrauen.

Hier ein anderer Vorschlag: Kümmert Euch genug um die Kinder, geht raus mit ihnen, stimuliert sie intellektuell, erzieht sie vernünftig, dann haben sie viel seltener ADHS und es kommt es in der Schule nicht auf eine einzelne Note an, und die Probleme treten bei den meisten Kindern dann gar nicht auf.

Wenn man sie halt fernsehen lässt, (um sich selbst mit dem Handy beschäftigen zu können?), weil das der Weg des geringsten Widerstands ist, muss man sich nicht wundern, wenn die Noten knapp ausfallen. Es lässt sich nicht einfach alles an die Schule delegieren.
Dafür kennt das Kind dann alle Casting Shows und weiss, wie auch es es zu Ruhm, Ehre und Geld schaffen kann.

(Bin übrigens nicht Lehrer :smile: )
 
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