Ein wenig komplizierter als normal..

Benutzer83964 

Verbringt hier viel Zeit
Um zu verstehen worum es geht, hier die Vorgeschichte:

Soll ich? Oder lieber nicht? - Seite 2 - Planet-Liebe Forum

Mittlerweile haben wir uns recht häufig gesehen (3-4 Mal die Woche), auch schon 2 Tage & Nächte am Stück gesehen.
Auch gestritten haben wir leider schon. Und das ist das Problem.

Es geht darum, dass ich ganz schlecht Vertrauen aufbauen kann und mich noch viel schlechter jemandem öffnen kann.
Das Ganze basiert denke ich daraif, dass ich einige schlechte Erfahrungen gemacht habe, beziehungstechnisch.. viele Lügen, viel Betrügen. Auch sexueller Missbrauch in meiner Kindheit spielt eine Rolle. All das kam jetzt innerhalb des letzten halben Jahres extrem hoch und ich lerne damit zu leben, ich bin quasi mitten in diesem Prozess.

Ihm ist es extrem wichtig, dass ich was positives aus der ganzen Geschichte mitnehme.
Das hab ich, und das werde ich noch weiterhin. Ich habe so einen Menschen wie ihn noch nie kennengelernt, er hat mir so dermaßen die Augen geöffnet und mir gesagt, dass ich allein für mein Schicksal verantwortlich bin. So ist es. Im Grunde hört man das oft und denkt, man wäre sich dessen bewusst, aber nur er hat mir jetzt richtig gesagt, wie der Hase so läuft.. mag auch daran liegen, dass er ähnliche Erahrungen wie ich gemacht hat und noch einige andere.
Der Satz "ich versteh grad nur zu gut wie du dich fühlst", der passt, wenn er ihn sagt. Sonst tut man das als blödes Geschwafel ab, bei ihm nicht.

Umso mehr tut mir das eigentliche Problem leid. Nämlich, dass ich ihm immer wieder irgendwelche Sprüche an den Kopf knalle, wo mir klar ist, dass sie ihm wehtun, ich es aber dennoch automatisch tue.
Und zwar dann, wenn ich merke, er dirchschaut mir, er weiß, was los ist und kommt ZU nah an mich ran.
Er sagt dann immer "Immer wenn es dir zu eng wird, haust du sowas aus, weil du Angst hast."
Ja, hab ich. Will ich aber nicht. Aber wie stell ich das ab?

Ich weiß es nämlich nicht. Möchte ihm ja nicht wehtun oder so, ich hab ihn zu gern eigentlich, er tut mir wirklich gut.
Es passt einfach, die Gespräche.. und der Sex.
Obwohl es eigentlich nur um letzteres gehen sollte, haben wir eines Nachts gesprochen und festgestellt, dass es für beide sowas wie verknalltsein ist.
Er meinte auch mal sowas wie "Wenn ich ne Freundin oder Beziehung habe, möchte ich nicht, dass sie mir solche Sprüche drückt".
Sowas sagt er unbewusst und zwar oft. Wenn er es bewusst sagt bzw ich irgendwie was frage, dann stuft er es runter.
Er ist mir sehr ähnlich. Er ist zwar über den Punkt hinaus, wo ihm vertrauen so schwer fällt, aber sonst.. gleich in vielen Dingen.
Und ich verstehe und durchschaue ihn auch besser, als er meint.
Ich glaube, er hätte gern mehr als das, also das ganze öffentlich, aber es geht halt nicht..
Vielleicht haben wir in ein paar Monaten beide keinen Bock mehr aufeinander, aber bis dahin möchte ich mich ihm öffnen und vermeiden "so" zu ihm zu sein..

Tipps? Erfahrungen? Meinungen?

Ich weiß selbst nicht, warum ich manchmal solche Momente habe.. aber sie sind nicht gut. Das sind so Kurzschlusshandlungen, über die ich null nachdenke. Erst, wenns zu spät ist. Wie kann man sowas abschalten?
 

Benutzer6428 

Doctor How
Ich glaube es wird den meisten schwer fallen eine Antwort auf deine Frage zu finden, da es hier um ein sehr heikles Thema geht. Ich nehme mich dabei defnitiv nicht raus!

Wie du deinen Weg gehen musst, um diese automatischen Reaktionen (ich glaube in der Fachsprache heisst es Neurose (keine Sorge...sowas haben ALLE Menschen mehr oder weniger, ist nichts krankhaftes)), kann dir leider niemand sagen. Ich denke aber, dass du auf dem goldrichtigen Weg bist. Du denkst über dich nach und genau deswegen glaube ich, dass du aus dem Schlamassel herauskommen kannst. Sicherlich wird das lange Zeit dauern und nur Schrittchen um Schrittchen voran gehen und ab und zu gibts auch mal einen Schritt zurück. Trotzdem habe ich den Eindruck gewonnen, dass du es wirklich wirklich willst und das ist die absolute Grundlage für eine Besserung.

Du hast dabei sogar einen irrsinnig großen Vorteil: Du hast jemanden an deiner Seite, ganz egal was daraus wird, der dich versteht und dir die richtigen Schubser gibt und dir diese Dinge nicht so extrem übel nimmt. Sicherlich ist es so, dass er sowas auch nicht ewig mitmachen kann. Fakt ist aber auch, dass du Zeit brauchst. Von daher finde ich dieses langsame angehen und gucken ob ne Beziehung draus wird, echt eine schlaue Idee. Er muß ja auch schauen ob seine Gefühle und seine Kraft das mitmachen.

Es ist natürlich möglich, dass du einfach zu lange mit deinen Problemen zu tun hast und er es so lange nicht aushält. Das wäre zwar schade, aber nicht zu ändern. Hätte ich beispielsweise meine Freundin, die ich mehr liebe, als alles was mir jemals untergekommen ist, vor 5 Jahren kennen gelernt...oh Gott :smile: Ich glaube kaum, dass wir was miteinander angefangen hätten. Es wäre einfach nicht die richtige Zeit gewesen und hätte nicht funktioniert. Das wäre zwar auch schade gewesen, aber what the hell..such is life...
Aber vielleicht klappt es doch. Fakt ist du wirst aus dieser Beziehung, wie auch immer sie gestrickt sein mag, viel viel mitnehmen und dafür solltest du dankbar sein.

Nimm an was dir vom Schicksal geschenkt wird und trauere nicht um das, was halt nicht kam. Besser wirds im Moment allemal.

Ich wünsche dir jedenfalls ganz viel Glück! :smile:
 
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