Gefühlschaos Ein Teufelskreis

Benutzer119074 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo liebe Community,

ich habe ein ernstes Problem und weiß gerade nicht mehr weiter. Da ich gerade niemanden zum Reden habe wende ich mich hiermit an euch.

Zur Vorgeschichte:
Wir sind nun bald 6 Jahre zusammen und haben eine gemeinsame Wohnung. Meine Freundin hat jetzt schon seit längerer Zeit psychische Probleme, welche sich durch Angstzuständen und Panikattacken äußern. Es begann vor knapp einem Jahr schätze ich. Sie hat zum Beispiel ständig Angst davor, dass jemand ihre E-Mail Adresse oder das Amazon-Konto hacken und ihr Bankkonto leerräumen könnte. Oder dass sie versehentlich irgendein Abo abschließt. Sie muss dann ständig ihre E-Mail Adresse und ihr Konto checken. Immer wieder muss ich sie beruhigen und sie bestätigen und sage ihr, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass so etwas passiert. Wenn keine Werbeanzeige bei den E-Mails kommt bricht sie in Panik aus, weil sie denkt sie könnte ein Abo abgeschlossen haben. Das gleiche bei Youtube. Ich habe ihr schon so oft erklärt, dass man nicht einfach so ein Abo ohne irgendwelche Aktivität abschließen kann und falls es doch passiert wäre es auch kein Weltuntergang. Das Ganze zehrt sehr an meinen Kräften und mir geht langsam die Energie aus. Ich habe ihr schon öfters vorgeschlagen sich professionelle Hilfe zu suchen und dass ich sie auch unterstützen würde. Aber das möchte sie nicht. Es wird schon wieder alles besser...
Das belastet micht sehr.

Hinzu kommt, dass wir so gut wie keinen Sex mehr haben, was für mich ein wichtiger Bestandteil war, der mir auch Kraft gab. Sie hat einfach keine Lust mehr, was sie auf den Stress und ihren psychischen Zustand schiebt. Wenn wir mal Sex haben, geht immer alles von mir aus und das fühlt sich nicht richtig an. Ich bin ein sehr sensibler Mensch und sehne mich nach nichts mehr, als nach einer harmonischen, liebevollen Beziehung. Da frage ich mich natürlich auch immer wieder, ob es an mir liegt, auch wenn sie das immer verneint. Im Moment sehe ich die Beziehung eher freundschaftlich. Wir sind füreinander da, unterstützen uns gegenseitig. Aber mehr eben nicht. Wie schon erwähnt war mir die körperlich Nähe sehr wichtig, was schon seit längerer Zeit zu kurz kommt. Dadurch bin ich auch schneller gereizt, weil ich einerseits mit aller Kraft versuche sie wieder auf den rechten Weg zu bringen und andererseits kein Erfolgserlebnis in Sicht zu sein scheint. Hinzu kommt noch der Alltagsstress.

Irgendwann kann ich meine Gefühle nicht mehr verstecken und spreche sie darauf an. Ich habe es über einen langen Zeitraum mehrmals versucht aber ohne Erfolg. Die ersten Gespräche verliefen noch sachlich und verständisvoll aber irgendwann konnte ich meinen Frust nicht mehr verstecken. Sie sagt ich setze sie nur unter Druck, wenn ich immer wieder damit anfagen, was natürlich verständlich ist. Ich habe versucht nach den Gesprächen immer alles besser zu machen und mich liebevoll um sie zu kümmern in der Hoffnung, dass wieder ein wenig Normalität einkehrt und sie von sich aus einen Schritt macht. Doch es ist vergeblich. Es ist ein Teufelskreis. Immer wenn meine Geduld zu Ende war und ich Kritik andeutete, war die Reaktion mit jedem mal heftiger.

Gestern eskalierte es schließlich total und sie sagte mir im Streit, dass sie es letztens im Bett über sich ergehen ließ, obwohl sie keine Lust hatte. Sie wollte nichts sagen, weil sie Angst vor meiner Reaktion hatte. Das war ein Schock für mich. So weit darf es nicht kommen. Es war nie meine Absicht sie so unter Druck zu setzen.

Auslöser des letzten Konflikts war, dass ich Betroffenheit zeigte, weil sie mir am Montag den Sex bis zum Wochenende ausgeschlagen hat. Ich wollte Kondome kaufen und sie sagte zu mir, das sei unnötig und ich werde doch bis zum Wochenende warten können, das ist doch nicht schlimm (Dann sind wir wieder zuhause, wo wir noch welche haben). Es geht mir nicht darum, die paar Tage zu warten. Mehr stört es mich, dass sie es somit im Voraus ausgeschlossen hat, obwohl sich das Verhältnis zwischen uns in letzter Zeit zu verbessern schien und auch die psychischen Probleme etwas in den Hintergrund rückten. Noch dazu haben wir uns über das Wochenende nicht gesehen und freute mich schon auf die Woche mit ihr.
Sie sieht es immer als persönlichen Angriff und geht bei dem kleinsten Anzeichen in die Offensive. Mir wird dann vorgeworfen ich sei schuld daran, dass sie keine Lust mehr hat, weil ich es immer ansprechen muss und ich soll nicht so empfindlich sein. Sie könne es nicht mehr hören und halte den Druck nicht mehr aus.

Seit dem letzten Streit geht sie mir nun schon seit zwei Tagen aus dem Weg und wir reden kein Wort mehr miteinander, obwohl wir den ganzen Tag zuhause sind. So war es noch nie. Zuletzt warf ich ihr vor, dass sie mir nicht richtig zuhöre und mich immer falsch verstehe. Die letzten Worte bevor sie daraufhin in Tränen ausgebrochen das Zimmer verließ waren: "Mir reicht es, ich will dich nicht mehr sehen!"

Ich bin ratlos. Was mache ich falsch? Wie soll es nun weitergehen? Im Moment frage ich mich, ob es überhaupt weitergeht. Ich würde gerne eure Meinungen hören, was ihr an meiner Stelle machen würdet.
Falls wir uns wieder vertragen, wie soll ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen? Ich kann meine Bedürfnisse nach körperlicher Nähe einfach nicht dauerhaft verdrängen.
 

Benutzer171790 

Öfters im Forum
Du weißt jetzt, dass die Freundin Sex mit dir nur zulässt und erträgt, weil sie Angst vor deiner Reaktion hat. Sie befindet sich anscheinend unter psychischen Zwang und möchte dich nicht mehr sehen.
Bei jedem weiteren Sex mit ihr, muss dir nun bewusst sein, dass eventuell der Staatsanwalt in deinem Nacken sitzt.
Die Teilnahme an einer Paartherapie würde mir akut einfallen, bevor es eskaliert.
Zum Selbstschutz würde ich meiner Freundin einen Vordruck vor dem Sex hinlegen den sie unterschreibt und damit bestätigt, dass der Sex mit dir an diesem Tag freiwillig und ohne Druck oder Zwang erfolgt.
 
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