Ein sehr guter Freund wird sterben!

Benutzer41763 

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Heute nacht ist er friedlich eingeschlafen. Klar war es für ihn sicher eine Erlösung, aber warum fällt es mir so schwer? Es tut so weh, eine so wichtige Person nie wieder sehen zu können...außer auf den Bildern, die ich schon lange aufgestellt habe.

Aber ich habe es wahrscheinlich noch gar net kapiert, habe die Meldung erst vor einer halben Stunde bekommen und gleich an 2 Freunde weitergeleitet. Wortlose Telefonate. Allein mit der Andeutung, dass es schlechte Nachrichte gebe, wurde es so still. Aber auch das sind Nebensächlichkeiten.

Ich weiss wieder mal net weiter...
 

Benutzer19015 

Verbringt hier viel Zeit
Es gibt Momente in unserem Leben, die sind nicht in Worte zu fassen. Dazu gehört der Tot eines Menschen, der sehr nahe stand. Es ist nur all zu natürlich, dass Du nun keine Worte findest um das auszudrücken was man Dir eben mitgeteilt hat. Gib deinen Herz die Möglichkeit zu begreifen – gib Dir selber Zeit! Kein Wort der Welt vermag momentan Dir das zu geben was Du Dir so gerne wünscht – es ist unmöglich. Dein Freund hat eine Entscheidung getroffen – wir müssen nun lernen das zu akzeptieren. Ich kann sehr gut mit Dir fühlen, ich habe so viele Freunde von mir zu Grabe tragen müssen – einfach zu viele ! Behalte ihn in Erinnerung wie er war!

Mein aufrichtiges Beileid!
 

Benutzer44869 

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Auch von mir mein aufrichtes Beileid!

Das es für ihn wahrscheinlich eine Erlösung war, damit liegst Du wahrscheinlich richtig. Und daran solltest Du versuchen zu denken. Gib Dir auf jeden Fall die Zeit zu trauern, aber versuche auch dabei, Deinen Schmerz zu vergessen und Dich an die schönen Zeiten mit ihm zu erinnern. Das wird wahrscheinlich eine Zeit dauern... eine lange Zeit.

Ich fühle mit Dir!


Gruß und :knuddel:,
Fabian
 
B

Benutzer

Gast
ich habe mir gerade den ganzen thread durchgelesen und bin sehr berührt! (so sehr, dass ich keine worte mehr finde)
was mich beim durchlesen jedoch am meisten beeindruckt hat ist, wie du mit der ganzen situation umgegangen bist. du warst immer für deinen freund und auch seine freundin da und hast alles mögliche für ihn getan! solche freunde muss man haben! echt toll :herz:

mein aufrichtiges beileid!
 

Benutzer26627 

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Mein herzlichstes Beileid,

in solchen Situationen ist es so schwer, etwas passendes zu sagen. Es tut mir sehr leid für dich, dass du diesen Verlust ertragen musst, den du ja wahrscheinlich noch nichtmal vollständig realisieren konntest!
Zugleich habe ich die ganze Zeit deine Stärke bewundert, da ich deinen Thread verfolgt habe.
Behalte deinen Freund in guter Erinnerung, all die guten Zeiten, die ihr zusammen erlebt habt!
Und vielleicht glaubst du ja daran, dass man sich eines Tages irgendwo wiedersieht. Ich wünsche dir viel Kraft.
 

Benutzer41763 

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Danke für all Eure Unterstützung! Ich war jetzt erstmal eine Runde laufen, um den Kopf frei zu bekommen. Aber ich kann's trotzdem noch net fassen, auch wenn es wochenlang absehbar war.

Morgen wollte ich ihn besuchen, ihm ein paar CDs und DVDs mitbringen. Stattdessen gehe ich heute abend in einen Gedenk-Gottesdienst (auch wenn ich mit Kirche eigentlich net viel am Hut habe) und übermorgen auf seine Beerdigung...schon krass.
 

Benutzer16527  (33)

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Auch mein Beileid! Ich wünsche dir nochmals viel Kraft für die Zukunft! Denk dran, man muss nach vorn schauen, auch wenn es schwer ist. Kann echt mit dir mitfühlen... :gruppe:

lg Seppel
 

Benutzer41763 

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Die Rosenkranzbeterei gestern war ein tiefgreifendes Erlebnis. Die Kirche war fast voll, heute abend werden es noch mehr Leute werden. Und ich bin mir sicher, dass am Samstag bei der Beerdigung niemals alle Leute in der Kirche Platz finden können. Das alles ist ein Beleg dafür, was er für ein besonderer Mensch war.

Seine Familie und seine Freundin strahlen trotz ihrer großen Trauer immer noch so viel Stärke aus. Es ist unglaublich. Ich habe sie gestern alle gedrückt. Sein Bruder und sein Vater, haben sich an meiner Schuler ausgeheult. Seine Freundin sowieso. Alles wortlos, was soll man auch sagen? Das geht alles so unter die Haut. Besonders getroffen hat es dann seine jüngste Schwester (13). Als wir uns umarmten schaute sie zu mir hoch und sagte: "Weisst Du, Du hast ihm auch so viel Kraft gegeben!" Ich war fertig, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte ich doch immer das Gefühl gehabt ihm nicht helfen zu können. Klar habe ich ihn oft besucht, aber ich hätte gerne mehr tun können. Diese Aussage und dieser Moment geht mir jetzt nicht mehr aus dem Kopf. Woher nimmt die Kleine (sie wird auch immer die Kleine bleiben, kenne sie ja schon über 10 Jahre) die Kraft für so einen Satz? Mir hat sie damit wahnsinnig geholfen.

Heute Nacht habe ich nicht geschlafen. Ich habe mir einen abgegoogelt nach stilvollen Sprüchen für unseren Nachruf. Gar nicht so einfach, wie sich herausstellen sollte. Dennoch haben wir es geschafft, einen ordentlichen Nachruf zu gestalten. Unsere Cliquen-Homepage habe ich auch umgestaltet.Aber jetzt sitze ich wieder allein daheim und weiss nicht wie ich die Zeit erschlagen soll...in mir ist so eine Leere...
 

Benutzer13029 

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Diese Tage sind die Schlimmsten. Seiner Freundin und seiner Familie warst du bisher eine große Stütze. Aber du brauchst auch selber Zuspruch.

Helft euch gegenseitig... redet viel miteinander. Ich kann mir vorstellen, dass besonders seine Freundin am Boden zerstört sein muß nach vier Jahren Beziehung.

Und wenn der Trubel abgeebbt ist, dann besuch ihn mal ganz alleine. Nur du und er. Und dann erzähl ihm ein bißchen, wieviele Leute ihn vermissen, wieviele ihn mit beerdigt haben, was seine kleine Schwester so macht und so weiter.

Du kannst jetzt nur trauern. Und das ist sehr wichtig.
Ich wünsch dir von Herzen ganz viel Kraft.
 

Benutzer41763 

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Hatte ich oben ja gar nicht erwähnt: Ich war gestern nach der Kirche auch noch in der Aussegnungshalle vor seinem Sarg gestanden. Den Moment habe ich wie in Trance durchlebt. Irgendwie war das so realitätsfern. Als ich dann aus der Halle wieder raus bin, hat es mich voll eingeknickt. Ich konnte nicht mehr. Zum Glück hat mich ein guter Freund gestützt...fünf Minuten später kam dann der Spruch der kleinen Schwester. Sie hat mich damit wieder aufgerichtet. Und dafür bin ich ihr dankbar.

Es ist momentan irgendwie zu viel zu tun, um die Situation in Ruhe reflektieren zu können. Es wird so viel organisiert nebenbei, dass man einfach kaum zum Nachdenken kommt. Ist irgendwie vielleicht auch ganz gut so.

Ich freue mich eigentlich schon darauf, mal allein an seinem Grab zu sitzen und einfach nur in Gedanken zu schwelgen. Ich habe ihn schon lange nicht mehr für mich allein gehabt. Immer war ein riesiger Trubel bei ihm.

Nächste Woche werde ich dann noch ein wenig zum Abschalten nutzen, aber spätestens übernächste Woche - und da bin ich echt schon spät dran - muss ich mit meiner Diplomarbeit anfangen. Dazu hatte ich bisher einfach keinen Nerv...ich werde mich dann einfach in Arbeit stürzen.
 

Benutzer45788 

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Oh mann, dieser Beitrag hat mich richtig mitgenommen. Ich glaube, sterben bzw. sterben erleben ist etwas, was man nicht "lernen" kann. Es ist absolut endgültig.

Du hast Dich prima verhalten. Leider entfernen sich viele Freunde und Bekannte, wenn sich der Tod nähert. Das habe ich bei meiner Mutter erlebt, die auch einen sehr langen Kampf gegen mehrere schwere Krankheiten geführt hat.

Ich wünsche mir, daß ich auch so stark sein kann wie Du, wenn gute Freunde im sterben liegen. Ich wünsche mir, auch so starke Freunde zu haben, wenn es bei mir so weit ist.

Für Dich noch einen kleinen Tipp - es ist wirklich wichtig, die Trauer zu verarbeiten. Dafür gibt es keine Universalanleitung. Du mußt für Dich selbst einen Weg finden. Ich glaube, Du bist auf auf einem guten Weg.
 

Benutzer7857  (34)

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Dein Beitrag hat mich auch voll mitgenommen. Mein Beileid auch nochmal..
Für deinen Freund war es wirklich eine Erlösung, da kannst du dir sicher sein..
Ihm geht es jetzt viel besser.. Es tut den Menschen weh, die er hinterlassen hat, dass is klar, aber es geht ihm jetzt gut. und du, behalte du die guten erinnerungen an eure gemeinsamen erlebnisse...
 

Benutzer41763 

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Heute (besser gestern, ist ja schon Samstag) war die Kirche rammelvoll. Und es war noch härter als gestern. Auch weil ich diesmal schon vorher in die Leichenhalle gegangen bin. Als ich nach der Beterei wieder drin war, hätte völlig zusammenbrechen können. Zum Glück habe ich viele Freunde und einige sehr gute, die mich mal wieder gefangen haben. Meine Jetzt-Ex gehört scheinbar leider nicht dazu, sie hat mich ignoriert (wer meine anderen Threads gelesen hat, kennt den Zusammenhang). Das tat zusätzlich sehr weh...

Eine Aussage von der Mutter meines toten Freundes trifft es ganz gut. Sie fragte eher rhetorisch: "Wisst ihr was das Besondere an meinem Sohn ist? Dass er ganz besondere Freunde hat!" Sie ist auch so stark, so optimistisch und zukunftsgerichtet. Sie hat ihn bei sich daheim sterben lassen, das ist nicht selbstverständlich. Und auch jetzt fordert sie uns auf, sie weiter zu besuchen. Ihre Küche war oft übervoll bei unseren Kaffeerunden. So soll das auch weiterhon bleiben. Ihre Einstellung ist so überwältigend.

Ich war bis gerade eben noch in kleiner Runde in die Organisation für die morgige (besser heutige) Beerdigung involviert. Immer wieder kamen wir auf alte Geschichten, was wir alles gemeinsam mit ihm erlebt haben. Es gibt so viele so wunderbare Anekdoten. Wir haben dabei viel gelacht. Und genauso positiv soll er mir auch immer in Erinnerung bleiben.

Seit heute weiss ich auch, wie seine letzten Stunden verlaufen sind. Es muss sehr hart gewesen sein für alle Anwesenden. Ich bin froh, dass ich nicht dabei war... Aber er hatte keine Schmerzen, er war bis Anschlag mit Schmerzmitteln vollgepumt. Und es war wirklich eine Erlösung. Diese nochmals bestätigte Gewissheit lindert zwar den Schmerz ein wenig, macht die Gesamtsituation und den Verlust aber nicht besser.
 

Benutzer26627 

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Du wirst das alles schaffen! Auch wenn es oft hart sein wird. Ich schätze dich nicht als jemanden ein, der sich hängen lässt. Du machst das toll! Und es ist schön, wenn man sich so positiv an einen geliebten Menschen erinnern kann.
Verlerne das Lachen nicht, selbst wenn du gerade trauerst!
:knuddel:
 

Benutzer41763 

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Am Samstag war die Beerdigung. Es war ein schwerer Tag, aber auch ein schöner. Es waren grob geschätzt 500 Leute da, die Kirche war viel zu klein. Der Gottesdienst war so persönlich gestaltet. Die Sonne hat geschienen, während einzelne Blätter gefallen sind. Es hat einfach alles gepasst.

Seine Familie wollte, das wir anschließend - wie er es gewollt hat, hat er selber gesagt - ein großes Fest für ihn feiern. Wir haben schon am Morgen extra die örtliche Turnhalle bestuhlt. Knapp über 300 Sitzplätze. Und die Halle war übervoll. Als mir das erste Pils angeboten wurde, habe ich noch gezögert. Ich war mir nicht sicher, ob es richtig ist, diese Party zu feiern. Als ich nach meinem 18. Pils um 5h morgens als letzter aus der Halle gegangen bin, war ich mir sicher, richtig gewählt zu haben. Ich hatte soviele gute Gespräche an dem Tag.

Am Sonntag haben wir das Chaos wieder aufgeräumt und sind am nachmittag geschlossen zu seiner Familie gefahren, zum Kaffeetrinken. Es waren von 14h bis 20h permanent mindestens Leute, meistens noch mehr da und hatten eine gute Zeit miteinander. Wie es immer war...

Aber jetzt die Einsamkeit am Tage macht es wieder schwerer. Ich will mit Optimismus weitergehen, das bin ich ihm und seiner Familie schuldig. Aber manchmal packt es mich doch, wenn ich die alten Bilder ansehe.

Ich danke Euch Foris für Eure riesige Unterstützung in den letzten Tagen und Wochen. Auch ihr gebt mir diese Kraft, die ich versuche, an sein Umfeld weiterzugeben. Danke!
 
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