Herzschmerz Ein erloschenes Licht

Wild Witch
Benutzer213402  (24) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #1
Hey Leute, ist schon eine Weile her, dass ich hier aktiv war,
Ich muss mir das einfach von der Seele schreiben, weil ich mich seit Wochen nur niedergeschlagen, leer und irgendwie ausgebrannt fühle. Als wäre in mir ein Licht erloschen.

Ich war fast 10 Monate mit meinem Ex (M/28) zusammen und dachte wirklich, dass zwischen uns etwas Echtes entstand. Dann kam eine Verhütungspanne, ich wurde schwanger – und genau in dem Moment hat er mich einfach verlassen. Kurz darauf habe ich erfahren, dass er mich die ganze Zeit über betrogen hat. Von Anfang an.

Ich habe die Schwangerschaft abgebrochen. Und auch wenn es rational die richtige Entscheidung war, fühle ich mich seitdem miserabel, wegen allem: Wegen ihm, wegen dem Betrug, wegen dem Abbruch, wegen der ganzen Lügen, die ich übersehen habe.

Ich frage mich ständig, wie ich so blind sein konnte. Warum ich jemandem vertraut habe, der mich so leicht ersetzen konnte. Dieser Gedanke frisst mich gerade auf und es tut einfach nur weh.

Ich glaube ich kann das nicht mehr, den Gedanken wieder mit Aussicht auf eine feste Partnerschaft zu daten. Gefühle sind ein verdammt hohes Risiko, das ich im Moment einfach nicht mehr tragen kann. Vielleicht bleibt wirklich nur das, was nicht wehtun kann – lockere Geschichten, schneller Sex, nichts Tieferes, nichts, was wieder so zerstören kann. Halt das was ich die letzten paar Jahre auch schon gemacht habe und worin ich auch gut zu sein scheine.

Ich weiß ehrlich gesagt ob ich mir von euch irgendeine Antwort erhoffte, Trost, Rat oder was auch immer. Es fühlt sich einfach nur erleichternd an diese Gedanken auszusprechen und nicht in meinem Kopf einzusperren.
 
Katzenauge123
Benutzer202690  (40) Verbringt hier viel Zeit
  • #2
Ich glaube so eine Enttäuschung braucht ihre Zeit um verarbeitet zu werden.
Eines Tages findest du vielleicht wieder den Mut mehr zu zulassen.
Aber nun musst du erstmal heilen und wieder zu dir selbst finden.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Zuversicht 🍀
 
Reaper0309
Benutzer175515  (29) Meistens hier zu finden
  • #3
Tut mir Leid, dass dir das passiert ist.
Was im Moment für dich das richtige ist, kannst nur du wissen.
Unterm Strich kann dir alles weh tun, auch Sex, oder etwas lockeres.
Liebe und älter werden ist eben nichts für Feiglinge.
Beides braucht Mut und Vertrauen.
 
M
Benutzer227747  (28) Ist noch neu hier
  • #4
Das hört sich wirklich alles super schmerzhaft an 😔. Heilung braucht seine Zeit und das ist auch richtig so, damit man alles verarbeiten kann!
Mach dir jetzt nicht so viele Gedanken über eine feste Partnerschaft oder ähnliches, lass dir doch erstmal Zeit zur Ruhe zu kommen.
Versuch dich mit schönen Dingen zu umgeben, die dir gut tun. Familie, Freund vielleicht ein gutes Buch, selbst Spaziergänge im Wald können Wunder bewirken! Reden hilft auf jeden Fall aber vergiss nicht: alles braucht seine Zeit! 💗
Viel Kraft dir weiterhin. 🌷
 
Buenosaurus
Benutzer186761  (52) Öfter im Forum
  • #5
Edit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #6
Meine Therapeutin frage ich: "Sollte ich nicht nach einem halben Jahr wieder bereit sein für Neues?" Sie antwortet: "Warum nach einem 'halben Jahr'? Wenn einem ein Mensch sehr wichtig war, dann können sie doch auch ein volles Jahr trauern, oder länger. Das ist doch in Ordnung."
Ich darf hinzufügen, dass die Trauer auch nach drei Jahren noch weiter zu bewältigen bleiben kann.
Als Vertreter der Trauerhalbwertzeit - mindestens die Hälfte der Zeit, die man liiert war, oder die ganze - besteht dann für die TS jedoch Hoffnung (für Dich auch, glaub ich).

Liebe Wild Witch Wild Witch , das ist schlichtweg beschissen. Einem engen Freund ist neulich Ähnliches widerfahren und seitdem denke ich ein wenig wie Du. Abgesehen davon, dass auch die unverbindlichere Schiene bei mir zuletzt genug Anlass bot, es ganz zu lassen.
Und bei Dir kommt ja noch der Schwangerschaftsabbruch dazu. Hast Du Unterstützung, freundschaftlich und ggfs. auch therapeutisch?
Freund:innen sind, zumindest bei mir und in meinem Umfeld, die, die bleiben und wegen derer wir jeden Tag doch weitermachen konnten (manchmal konnten wir es auch nicht, dann zogen wir uns auch mal die Decke über den Kopf und machten Urlaub vom Leben).
 
ugga
Benutzer172492  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #7
worin ich auch gut zu sein scheine
Dazu möchte ich nur sagen: Mach dich da nicht von äußerem Verhalten und Bewertung abhängig. Leichter gesagt als getan, ich weiß.
Aber es ist nicht deine Schuld, dass dein Ex so ein treuloser Arsch war! Ich verstehe auch deine Selbstzweifel – aber wenn jemand dir gegenüber kein ehrliches Spiel spielt und du mit vollem Herzen dabei bist, dann ist diese Person das Problem und nicht du. :knuddel:
Ich fand mit die größte Herausforderung am Dating war, jemanden zu finden, der es genauso ernst meint und dann auch noch zu einem passt. Es ist allgemein schwierig und liegt nicht an dir.
Ich glaube ich kann das nicht mehr, den Gedanken wieder mit Aussicht auf eine feste Partnerschaft zu daten.
Wenn du so fühlst, dann mach doch eine komplette Datingpause, auch vom unverfänglichen Dating, für mindestens ein Jahr. Konzentriere dich auf deine Freundinnen, deine Leidenschaften und Interessen. Kümmere dich gut um dich.

Date erst wieder, wenn du den Nerv für Enttäuschungen hast. Denn Dating ist leider frustrierend, da bist du nicht allein. Du kannst dir hier auch den Datingauskotzfaden anschauen, da geht's vielen ähnlich.

Mit dir ist alles in Ordnung und du bist liebenswert, so wie du bist. :herz:
 
Wild Witch
Benutzer213402  (24) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #8
Und bei Dir kommt ja noch der Schwangerschaftsabbruch dazu. Hast Du Unterstützung, freundschaftlich und ggfs. auch therapeutisch?
Im Wesentlichen habe ich nur meine beste Freundin, habe an sich nicht so viele Freunde und sie ist eigentlich die einzige mit der ich über sowas reden kann. Meine Eltern wissen auch garnichts davon, die würden ohnehin nur über mich urteilen.
Mit meinem Bestie habe ich mich schon dazu ausgetauscht, das hat auf jeden Fall schon geholfen. Ich will aber auch nicht, dass ich regelmäßig die Stimmung so drücke mit meinen Themen.
Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwierig für mich ist und mich das so beschäftigt, weil für mich glasklar war, dass ich dieses Kind nicht behalten kann. Quasi auf mich alleine gestellt, finanziell nicht so gut bedient, kein Kind aus Liebe - das ist keine Basis für erfülltes Leben, weder für mich, noch für das Kind. Und trotzdem frage ich mich, ob es WIRKLICH die richtige Entscheidung war.


Als Vertreter der Trauerhalbwertzeit - mindestens die Hälfte der Zeit, die man liiert war, oder die ganze - besteht dann für die TS jedoch Hoffnung (für Dich auch, glaub ich).
Ja das schon, Hoffnung besteht, aber halt nicht im Moment. :schuettel: Oder zumindest noch nicht.
 
Wild Witch
Benutzer213402  (24) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #9
Aber es ist nicht deine Schuld, dass dein Ex so ein treuloser Arsch war! Ich verstehe auch deine Selbstzweifel – aber wenn jemand dir gegenüber kein ehrliches Spiel spielt und du mit vollem Herzen dabei bist, dann ist diese Person das Problem und nicht du. :knuddel:
Mit dir ist alles in Ordnung und du bist liebenswert, so wie du bist. :herz:
Danke dir für den Zuspruch und die lieben Worte, das hat mir gerade an Lächeln auf die Lippen gezaubert. :smile:


Wenn du so fühlst, dann mach doch eine komplette Datingpause, auch vom unverfänglichen Dating, für mindestens ein Jahr. Konzentriere dich auf deine Freundinnen, deine Leidenschaften und Interessen. Kümmere dich gut um dich.

Date erst wieder, wenn du den Nerv für Enttäuschungen hast. Denn Dating ist leider frustrierend, da bist du nicht allein. Du kannst dir hier auch den Datingauskotzfaden anschauen, da geht's vielen ähnlich.
Hmm das wäre natürlich eine Möglichkeit, ich hab halt aber auch meine körperliche Bedürfnisse. Und für mich zumindest kommt Selbstbefriedigung einfach nicht an Sex ran, zumindest nicht längere Zeit.

Und klar kann es auch bei Dating nach lockerem zu Enttäuschungen kommen, aber da ist glaub das enttäuschendste was mir einfällt grottenschlechter Sex oder Catfishing. Das ist zwar unangenehm aber steht (für mich) in keinem Verhältnis zu betrogen werden.

Ich hatte vor meiner Beziehung auch eine ziemlich sexuell aktive Phase in der ich mich ausgelebt habe und die war schon ziemlich erfüllend, negative Erlebnisse hielten sich in Grenzen.

Meinen Interessen gehe ich schon nach und auch den Kontakt zu meiner besten Freundin pflege ich, da wird sich auch nichts dran ändern. :smile:
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #10
Im Wesentlichen habe ich nur meine beste Freundin, habe an sich nicht so viele Freunde und sie ist eigentlich die einzige mit der ich über sowas reden kann. Meine Eltern wissen auch garnichts davon, die würden ohnehin nur über mich urteilen.
Mit meinem Bestie habe ich mich schon dazu ausgetauscht, das hat auf jeden Fall schon geholfen. Ich will aber auch nicht, dass ich regelmäßig die Stimmung so drücke mit meinen Themen.
Eine beste Freundin ist doch schonmal super. Ich finde, Du darfst auch mal mehr darüber mit ihr sprechen in so einer Situation. Mir drückt das übrigens gar nicht so sehr auf die Stimmung, wenn mir andere so etwas erzählen. Es ist ja deren Trauer, nicht meine. Empathie geht auch ohne sich runterziehen lassen. Oder sagt Deine beste Freundin, das sei bei ihr so?
Mehrere Freund:innen zu haben ist natürlich gerade in solchen Situationen wichtig. Ich weiß, dass das nicht nach Plan geht, aber man kann sich ja nach so einem Erlebnis erstmal mehr darauf konzentrieren, freundschaftlich Leute kennenzulernen?
Das mit Deinen Eltern klingt richtig blöd von denen. Du wurdest hintergangen und allein gelassen, warum sollte man über Dich urteilen?
Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwierig für mich ist und mich das so beschäftigt, weil für mich glasklar war, dass ich dieses Kind nicht behalten kann. Quasi auf mich alleine gestellt, finanziell nicht so gut bedient, kein Kind aus Liebe - das ist keine Basis für erfülltes Leben, weder für mich, noch für das Kind. Und trotzdem frage ich mich, ob es WIRKLICH die richtige Entscheidung war.
Ich finde das stark von Dir. Dass es Zweifel gibt, kann ich verstehen, aber Du wirkst doch klar in Deiner Entscheidung.
Gibt es einen benennbaren Grund für die Restzweifel oder ist das eher so ein Gefühl?
Ja das schon, Hoffnung besteht, aber halt nicht im Moment. :schuettel: Oder zumindest noch nicht.
Das fühlt sich jetzt natürlich nicht so an und wird es womöglich noch eine Zeitlang nicht.
Einer der wenigen Vorteile meines Alters ist, dass ich mir sicher bin, dass selbst die größte Trauer verblasst.
 
Wild Witch
Benutzer213402  (24) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #11
Oder sagt Deine beste Freundin, das sei bei ihr so?
Nein sie gar kein Problem damit über was auch immer wir reden, ehrlich gesagt hört sie sogar gerne zu, das liegt eher an mir selbst, dass ich niemanden anderem zu viel Ballast abladen möchte.

Mehrere Freund:innen zu haben ist natürlich gerade in solchen Situationen wichtig. Ich weiß, dass das nicht nach Plan geht, aber man kann sich ja nach so einem Erlebnis erstmal mehr darauf konzentrieren, freundschaftlich Leute kennenzulernen?
Wäre vielleicht eine Idee, der man nachgehen könnte. 🤔

Das mit Deinen Eltern klingt richtig blöd von denen. Du wurdest hintergangen und allein gelassen, warum sollte man über Dich urteilen?
Ich sag mal, meine Eltern sind speziell und nicht gerade unterstützend, habe auch kaum noch Kontakt mit ihnen. Beispielsweise haben sie sich nach meinem Abi für meine Abschlussnote geschämt, anstatt sich zu freuen - und das obwohl vorher aus meiner Familie nie jemand einen gymnasialen Abschluss hatte. Ich denke das Beispiel zeigt gut, dass ich nicht viel auf sie bauen kann, vor allem war das bei weitem nicht die einzige Situation mit so einem Beigeschmack.
Sie würden wahrscheinlich sagen ich sei selbst Schuld, wenn ich nicht aufpasse oder schlimmeres.


Gibt es einen benennbaren Grund für die Restzweifel oder ist das eher so ein Gefühl?
Ein bloßes Gefühl, dieses mulmige Bauchgefühl das einen manchmal überkommt.
 
S
Benutzer190912  (50) Verbringt hier viel Zeit
  • #12
Ein Schwangerschaftsabbruch ist ein großer Schritt und es ist eine Sache was die Vernunft sagt und das andere was Dein Herz sagt, es ist doch ok, wenn Deine Seele da nachdenklich ist und ein bisschen trauern will. Gib ihr die Zeit das zu verarbeiten und hab kein schlechtes Gewissen dabei.
Laß Dir einfach Zeit, schau auf das was Du wirklich brauchst und pflege Dein verletztes ICH, ggf. zusammen mit Deiner Freundin, mach schöne Dinge im kleinen wie im größeren. Wenn es sich für Dich dann wirklich gut anfühlt kannst Du ja auch mal nach einem Sexualpartner Ausschau halten. In Sachen Dating für eine neue Beziehung solltest Du Dir aber Zeit geben.
Ich sehe es so, Du hast da nichts falsch gemacht, es gibt leider so negative Erfahrungen im Leben, man muss sie verarbeiten und schauen dass die Wunde heilt dass man wieder ohne Altlast weitermachen kann.
Viel Kraft und Geduld für die nächste Zeit
 
I
Benutzer228593  (32) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #13
Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwierig für mich ist und mich das so beschäftigt, weil für mich glasklar war, dass ich dieses Kind nicht behalten kann. Quasi auf mich alleine gestellt, finanziell nicht so gut bedient, kein Kind aus Liebe - das ist keine Basis für erfülltes Leben, weder für mich, noch für das Kind. Und trotzdem frage ich mich, ob es WIRKLICH die richtige Entscheidung war.

Ein bloßes Gefühl, dieses mulmige Bauchgefühl das einen manchmal überkommt.
TE, ich habe mit 17 Jahren auch diese Entscheidung getroffen. Konnte das zu Hause auch nicht erzählen, musste also alleine dadurch. Bereut habe ich es nie. Ich hatte aber auch manchmal dieses mulmige Bauchgefühl, da ging es im entfernteren Sinne um das Zweifeln an der Entscheidung. Was, wenn ich nicht mehr schwanger werden würde, dann hätte ich es vielleicht bereut (mittlerweile möchte ich keine Kinder mehr, aber damals hat mich dieser Punkt beschäftigt).

Ich denke es ist normal, dass man bei solch großen Entscheidungen ein mulmiges Bauchgefühl hat, die sind immerhin folgenschwer, oder können es sein. Man hat ja jetzt keinen Schrank für 100€ gekauft. Diese Entscheidung ist endgültig. Für mich war auch wichtig einzuordnen, inwiefern das ein Töten von Leben ist. In meinen Gedanken ging es dann viel um Schuld und um das Dazustehen, nicht vor anderen, sondern vor einem selbst.
 
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