Ein 'älterer' Mann, der mein Vater sein könnte...

Benutzer123412 

Ist noch neu hier
Liebe Community,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich dieses Forum sehr sympathisch finde und unbedingt mit jemandem reden muss. Da ich sonst mit niemandem über dieses Thema sprechen kann, möchte ich mich hier austauschen und Meinungen hören. Vielleicht möchte ich auch einfach nur in meinem Denken und Tun bestärkt oder gebremst werden.

Zu mir:
Ich bin ein Großstadtmädchen, Anfang 20, in einer Beziehung seit drei Jahren mit einem mitte Zwanziger. Und ich bin schrecklich verliebt in einen Ende 40er Mann.

Eigentlich hätte es nicht so weit kommen sollen, aber wo die Liebe hinfällt... Ich bin in einer unglücklichen Beziehung, wahrscheinlich schon seit einem Jahr, hatte aber nie den Mut und den Antrieb, mich aus meinem gewohnten Umfeld zu lösen oder ihn alleine zu lassen. Wir haben schon viele Schicksalsschläge erlebt und der Gedanke, ihn alleine zu lassen (Ich bin erfolgreich im Job und stehe mitten im Leben, er ist Student auf 400-Basis angestellt) bricht mir das Herz. Ich mache mir große Sorgen um meine Mitmenschen und denke eher selten an mich selbst. Das sagt man nicht so einfach von sich selbst, aber ich habe festgestellt, dass es so ist, da ich mich lieber in diesem Unglück quäle, als mein eigenes Glück zu verwirklichen.

Ich muss dazu sagen, ich war noch nicht zwanzig, als ich mit ihm zusammen kam. Zwei Monatenachdem ich mit ihm offiziell zusammen war, ist ein Elternteil von ihm plötzlich verstorben und ab da war ich immer für ihn da. Er hat sich aber auch verändert und hat enorme und nicht lösbare Probleme Liebe und Zuneigung zu zeigen. Wir schlafen selten miteinander und wenn, dann geplant und ganz unleidenschaftlich. Er küsst nicht richtig, bekommt den Mund nicht auf, er fasst mich nie an, umarmt mich nie und ist auch sonst nicht so der Romantiker, ich würde das Wort Gefühls-Legastheniker in den Mund nehmen.
Dennoch habe ich ihn nicht verlassen und wir wohnen zusammen in einer schönen kleinen Wohnung und haben so unseren Alltag aufgebaut. Ich habe mich schon öfter dabei erwischt, mir vorzustellen, wie es wäre, wenn mich jemand richtig umarmt oder mir sagt, wie toll ich bin.
Ich arbeite jeden Tag mit Menschen zusammen und kenne sehr wohl meinen Marktwert, 'Bewerber' sind da, ich sehe gut aus und bin selbstbewusst.
Nach Außen bin ich jedoch unantastbar, aber vor zwei Monaten trat ein Mensch in mein Leben, der Selbiges enorm verändert hat.

Wir sind Arbeitskollegen. Als ich befördert wurde, wurde er zu meinem direkten Ansprechpartner. Er ist ein geschiedener Mann mit drei Kindern (seine große Tochter ist ein Jahr jünger als ich...), er sieht gut aus, ist unglaublich klug, charmant, intelligent, humorvoll und steht mitten im Leben.
Wir haben uns auf Anhieb so richtig gut verstanden und können viel miteinander Lachen, Scherze machen und über alles Reden. Man könnte sagen: Er ist genau mein Ding.
Er hatte in der Vergangenheit an seiner Trennung zu seiner Frau und seinen Kindern zu knacken, was ich natürlich am Anfang nicht wusste. Ich habe ihn als selbstbewussten Mann kennen gelernt. Da ich auch in meiner Freizeit abrufbar sein muss, telefonierten wir öfter am Tag und haben Projekte und diverse Dinge besprochen. Natürlich kamen wir irgendwann auf persönliche Dinge zu sprechen. Ich wusste schnell von seiner Vergangenheit, habe aber nie mit ihm über meine Probleme geredet, weil ich das ohnehin niemandem erzähle. Ich habe ein Problem damit, Schwäche zu zeigen und will keinem zur Last fallen. Schon gar nicht meiner Familie. (Ich wohne mit meinem Freund alleine in einer Großstadt, 400km von zu Hause entfernt).
Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mehr will. Also mehr im Sinne von: diesen Menschen beim sprechen berühren, ihn ergründen und kennen lernen. Relativ schnell war mir auch bewusst, dass er mich genauso mag.
Der aktuelle Stand ist, dass wir unsterblich ineinander verliebt sind und schon stundenlange intensive Gespräche über das Leben und unsere Erwartungen daran, hatten. Er gefällt mir so gut, wie noch nie jemand zuvor und ich will ihn wirklich. Das Alter spielt hier keine Rolle.

Da ist aber mein Freund. Ich habe mich vor vier Tagen 'von ihm getrennt'. Ich habe all meine Sachen gepackt und bin weg. Er hat geweint. Das hat er sonst auch nie. Es hat mir das Herz gebrochen und ich bin Nachts mit Sack und Pack zurück zu ihm. Er kennt meine Probleme und Wünsche. Ich weiß, wenn ich es durchgezogen hätte, wäre ich nun nicht in dieser Lage. Ich bin einfach ratlos und total daneben im Moment. Ich weiß gar nicht was ich tun will. Ich weiß nur, was ich nicht will: Ein Leben ohne Liebe, Zärtlichkeit und Verständnis.

Was soll ich nur tun...
 

Benutzer109205 

Benutzer gesperrt
Ganz ehrlich gehe zu den der dir das gibt was du willst,und das weißt nur du.
 

Benutzer123157 

Klickt sich gerne rein
Naja so Hintergedanken wie "... der mein Vater sein könnte" suggerieren eigentlich, dass du Angst hast vor einer Beziehung mit diesem Mann. Sag mir, wenn ich total falsch liege, aber so wie ich das jetzt herauslese bist du zwar auf der einen Seite Hals über Kopf verliebt in deinen Arbeitskollegen, bist aber auf der anderen Seite verunsichert, weil es eine wohl doch eher unkonventionelle Beziehung werden würde.
Andere Leute könnten (und werden) reden, eine Beziehung mit einem unmittelbaren Arbeitskollegen bedeutet ständiges "aufeinander-hocken", wie reagiert die eigene Familie, wie wird seine Familie auf dich reagieren, wird er mit deinen und du mit seinen Freunden klarkommen, was passiert im Falle eines Auseinandergehens, könntest du ihm mit deinen jungen Jahren vielleicht mit der Zeit zu uninteressant/langweilig werden - das sind Fragen die mir auf jeden Fall durch den Kopf gehen würden. Diese Fragen sind auch recht grundsätzlich und du solltest zu jeder davon eine Antwort haben, mit der du umgehen kannst.
Von einer langfristigen Bindung möchte ich dabei noch gar nicht sprechen, denn das sind dann noch einige mehr Fragen, die du dir selbst beantworten können musst.

Wobei du hier von zwei völlig verschiedenen Paar Schuhen sprichst.
Es ist nicht so, dass du wegen dem neuen Mann aus deiner alten Beziehung raus möchtest. Sondern du möchtest aus deiner alten Beziehung raus. Und du möchtest mit dem neuen Mann zusammen sein.
Was deine alte Beziehung angeht, so - finde ich - ist der Grundstein ja schonmal gelegt. Dein (Ex?)Freund weiß, dass du in der Beziehung nicht glücklich bist und nicht länger mit ihm zusammen sein möchtest. Okay, du bist nochmal zurück gekommen, aus Mitleid. Aber der cut ist da und dein (Ex?)Freund weiß selbst auch, wie illusorisch es ist, jetzt noch an ein Happy End dieser Beziehung zu glauben. Ich finde es an deiner Stelle also überhaupt nicht verwerflich, deinem (Ex?)Freund nun zu sagen, dass es wirklich vorbei ist. Du möchtest, dass er glücklich wird und du möchtest glücklich werden. Das könnt ihr leider nicht zusammen, von daher ist die Trennung das Beste für beide. Du warst nochmal da, weil er dir die Jahre über stets ein guter Freund und für dich da war (bla bla ^^) und nun ist aber endgültig Schluss.
Und ab dem Moment solltest du nur noch sachlich mit ihm sprechen. Also Wohnung trennen, Sachen zurück geben, gemeinsame Verträge auflösen und was sonst noch so zu tun ist. Da du selbst gut weißt, wie sensibel du auf Emotionen reagierst, solltest du die sachliche Ebene (die du von Arbeit sicher gut kennst) als eine Art Schutz verwenden, um nicht wieder weich zu werden. Das würde es für euch beide noch schlimmer machen und nur Probleme mit sich bringen.
Und sobald alles sauber getrennt ist und du wieder dein eigenständiges Leben hast, kannst du eine Beziehung/Affäre/Freundschaft/regelmäßigen Kontakt oder was auch immer du am liebsten hättest mit deinem Arbeitskollegen eingehen. Die Entscheidung wird dir dann auch wesentlich leichter fallen und du wirst ruhiger und bedachter an die Sache herangehen können, ganz einfach weil du dich völlig auf ihn und dich konzentrieren kannst.

Ein Tipp noch dazu: Beende die alte Beziehung allein und mache auch alles drumherum ohne deinen neuen Schwarm. Es würde nur alles verkomplizieren, wenn er dir hilft Sachen rauszutragen oder sich einmischt oder dir Geld gibt oder du schon nebenbei etwas mit ihm laufen hast in der Zeit.
Stehe das allein durch, denn dann ist die Sache auch für dich sauber abgeschlossen, du bist niemandem etwas schuldig, brauchst dich nicht schuldig fühlen und es gibt dir sicher auch etwas Selbstbewusstsein dazu, das alleine zu packen. Man möchte es nicht hoffen, aber eventuell könnte es irgendwann mal eine Gelegenheit geben, wo du dir dann sagen kannst: Ich habe es einmal selbst geschafft, ich schaffe es auch nochmal. Und dann vielleicht sogar noch komplizierter oder aufwändiger. Wer weiß... :smile:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer123412 

Ist noch neu hier
Danke Martigan, für diese außerordentlich tolle und ehrliche Antwort. Ich werde jetzt mit all meinen Gedanken ins Bett gehen und darüber nachdenken. Ich hätte niemals gedacht, dass es das Thema Liebe ist, was einen doch so mitnimmt und irgendwie doch über allem steht.

Ich sehe im Moment oft viele kleine Zeichen, die man bewusst vielleicht nicht wahrnehmen würde. Songtexte, in denen sie singen von Dingen, die man sich später nicht erzählen kann, weil man sie nicht gewagt hat.
Ich muss irgendwie den Absprung schaffen, weiß aber nicht, wie ich das bewerkstelligen soll.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Eigentlich kann ich Martigans Beitrag nicht viel hinzufügen.
Möchte nur das hier nochmal herausstellen: Du hast nicht ein Problem, sondern zwei. Und genau so solltest Du die Sachen auch angehen. Der neue Mann ist wohl nur der Auslöser, dass Du ernsthaft an die Probleme in Deiner Beziehung herangegangen bist. Der Schluss aus diesen Gedanken ist für Dich, dass diese Beziehung Dich eigentlich nur noch ungücklich und unzufrieden macht (ich kann das nachvollziehen!) und da solltest Du wirklich die Konsequenz d'raus ziehen. Du wirst es Dir irgendwann mal danken. Und er Dir vll auch. Dass er traurig ist, ist völlig normal, aber vll gibt es auch ihm die Chance, aus seinem Rollenverhalten 'mal 'raus zu kommen.
Gehe erstmal diesen Schritt, sortier Dich und Dein Leben danach erstmal in aller Ruhe und dann schaust Du mal, ob der andere Mann Dir immer noch so attraktiv erscheint. Wenn ja, dann bist Du freier im Kopf und kannst das Ganze viel ruhiger und gelassener angehen.

Viel Glück!
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
Ich muss irgendwie den Absprung schaffen, weiß aber nicht, wie ich das bewerkstelligen soll.
Schritt für Schritt. So lässt sich der gefühlte 'Berg' viel leichter bewerkstelligen. Setz Dir kleine Etappenziele und arbeite sie ab.
Kündige erstmal gemeinsam mit Deinem Exfreund die Wohnung (alleine wird er sie sich wohl nicht leisten können) oder kündige ihm+dem Vermieter, falls er eine WG daraus machen möchte. Dann hast Du drei Monate Zeit, Dir eine neue Wohnung zu suchen. Also schau ins Internet, schau in die Zeitung - und überleg Dir ganz konkret, wie Dein neues Zuhause aussehen soll. Vielleicht möchtest Du was Neues wagen und in eine WG? Viele Berufstätige machen das, damit ihnen daheim nicht so die Decke auf den Kopf fällt und weil eine WG immer auch Geselligkeit und ein Stück Weit 'Familie' bedeutet. Man kocht füreinander, man redet miteinander und kann seine 'Schwächen' nicht so verstecken, weil man sich täglich sieht - Potential für Deine Selbstentwicklung.
Oder willst Du eine süße kleine Wohnung mit dem Balkon, von dem Du vielleicht schon immer geträumt hast? Dann such danach und finde Dein Nest :smile:
Und dann setz Dich mal mit Stift und Zettel hin und überleg Dir, wie die neue Zvezda aussehen könnte. Denn so eine Trennung, die ist immer ein wunderbarer Augenblick zum Neuanfang. Und damit meine ich nicht zwingend einen neuen Mann - sondern Du hast jetzt die Chance, vieles anzupacken, was bisher nicht gut lief und was schöner werden könnte. Zum Beispiel Deine Eigenheit, nicht von Deinen Problemen zu erzählen. Ich kenn das gut von mir, und habe mir im letzten Jahr immer wieder kleine 'Öffnungsziele' gesetzt - zB wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, dann antworte ich ehrlich "Puh, momentan bin ich mitten im Umzugsstress.". Normalerweise fragen die Leute dann nach. Und dann kann man (zum Beispiel an Deiner Stelle :zwinker: ) sagen "Weil ich mich von meinem Freund getrennt habe." und "Ich freu mich schon auf mein neues Zuhause, morgen schaue ich mir eine vielversprechende Wohnung an."
Aber ich gebe mittlerweile auch ehrlich Schwächen zu. In Deinem Fall könnte das sein "Ich nehm mich selbst oft nicht wichtig genug. Aber jetzt habe ich das erkannt und gehe das an.". Was Du feststellen wirst: Das ist gar nicht so schwierig zu sagen. Und noch viel besser ist, wie die Menschen darauf reagieren. Nämlich interessiert und oft genauso ehrlich - plötzlich begeben sich Gespräche und Freundschaften auf eine ganz andere Ebene. Eine viel Wärmere. Das ist toll. Und was man dabei auch sehen lernt ist, dass andere ganz genauso mit ihren Schwächen kämpfen und oft dankbar dafür sind, dass sie das Dir gegenüber ehrlich zugeben dürfen. Weil Du den Anfang gemacht und etwas von Dir preis gegeben hast.
Überleg Dir auch, was für ein Mensch Du sein magst. Natürlich geht es hier nicht um die Superheldendarstellung, die total weit von Dir selbst entfernt ist. Es geht immer noch um Dich, und Du sollst ja nicht plötzlich eine ganz Andere werden. Aber vielleicht würdest Du gern abenteuerlustiger, sportlicher oder gelassener werden?
Dann könntest Du ja mal zum Klettern gehen, Dich mit Kollegen zum Squash verabreden oder Dir täglich eine halbe Stunde Ruhe mit einem schönen Tee einplanen.

Genauso würde ich mir auch überlegen "Wie könnte mein Leben noch schöner werden? Wie kann ich mir etwas Gutes tun?". Beispielsweise hast Du ja schon gesagt, dass Du Dich selbst oft nicht so wichtig nimmst. Ein Schritt (Dir fallen sicher noch mehr ein) zum schöneren Leben könnte sein, Dich selbst wichtiger zu nehmen - das tust Du ja nun schon durch die Trennung. Aber vielleicht fallen Dir auch andere Momente ein, wo Du klarer sagen kannst "Ich würde das gern so und so machen." oder Ähnliches. Momente, in denen Du Dir selbst Stimme verleihst - ganz ohne Forderungen im Kleinkindcharakter, sondern normale Bedürfnisäußerungen. Freunde wollen ins Kino, Du würdest aber lieber mal wieder brunchen gehen? Dann schlag das vor.
Das klingt jetzt alles total banal, aber es kann eine unheimliche Wirkung haben. Trau Dich ruhig. Du hast das verdient :smile:
 

Benutzer119934 

Öfter im Forum
Dein 'alter' Freund hat offensichtlich Probleme, die er - aus welchen Gründen auch immer - nicht alleine bewerkstelligen kann. Ob und wie Dein Mitwirken dabei waren, daß er seine Probleme gelöst oder zumindest geregelt bekommt, hast Du nicht weiter ausgeführt. Offensichtlich bist Du aus Eurer Beziehung auch gedanklich bereits soweit ausgestiegen, daß es für Dich kein Zurück mehr gibt.

Da Dich Dein bisheriges Leben so sehr frustriert hat, weil Eure "Karrierefortschritte" so unterschiedlich ausgefallen sind, Du Dich körperlich/sexuell in Eurer Beziehung unterbewertet fühlst, hast Du etwas gemacht das man häufig macht, wenn man in einer so speziellen Situation keine Perspektive mehr sieht: Du hast Deinen Blick schweifen lassen und bist an jemandem hängen geblieben, den Du aus Deiner Sicht als jemanden auf Augenhöhe ausgemacht hast. Nach Deiner Wahrnehmung kann er aus Deiner jetzigen Situation heraus in den Bereichen, in denen Du übersteigerten Kompensationsbedarf hast, alle Deine Bedürfnisse befriedigen. Er scheint in seiner Reife und Souveränität, seinem väterlichen Habitus, seiner Lebenskompetenz für Dich als jemand, der in einer gemeinsamen Zukunft aus Deiner Sicht heraus passt wie der sprichwörtlich Deckel aufs Töpfchen...

Aber hier gilt wie überall anders auch: das Gras ist am anderen Ufer immer grüner!

Und deshalb gebe ich zu bedenken und das solltest Du Dir sehr sorgfältig überlegen und selbst bewußt machen, daß Du an der Seite eines soviel reiferen Partners mit der Zeit - wenn Ihr eine Beziehung eingehen solltet - irgendwann aus der souveränen, eigenbestimmten Rolle, die Du Dir jetzt erarbeitet hast, wieder herausrutschen wirst. Auch wenn Du es in Deiner jetzigen Gefühlslage nicht 'sehen' möchtest: auch er ist nur ein Mann, der (unbewußt) eine Kosten-/Nutzenanalyse macht. Es ist für einen älteren Mann immer eine Herausforderung einer jüngeren Frau den Hof zu machen und am Ende diese für sich gewinnen zu können. Es ist jetzt auch nicht von Belang, wie und warum seine Ehe letztendlich gescheitert ist, Fakt ist aber, wenn Du Dich auf eine Beziehung mit solch einem Altersunterschied einläßt, bedeutet es auch bestimmte, absehbare Problemfelder genau zu betrachten:

1. Der Altersunterschied bleibt immer bestehen: wenn Du irgendwann mit Kindern voll im Leben stehst, wird seine Belastbarkeit schon geringer sein, vieles wird sich stärker auf Dich konzentrieren.

2. Er wird viele Dinge nicht nochmal erfahren wollen, weil er sie schon kennt oder erlebt hat. Dir werden viele Dinge also verborgen bleiben.

3. Du wirst immer in der Situation sein, daß er sagen kann: ich weiß es besser, ich habe das schon erlebt.

usw.

Mein Ziel ist es nicht Dir das ganze Neue, was Du Dir mit dem reiferen Mann vorstellst, madig zu machen, aber Du scheinst nicht so fest von Dir überzeugt zu sein, wie Du Dich selbst einschätzt, sonst hättest Du vermutlich ohne äußeren Anlass in Eurer alten Beziehung bereits einen Schlußstrich gezogen, wärst ausgezogen und hättest Dich in einer eigenen, neuen Wohnung neu ausgerichtet. Aber genau das solltest Du tun, BEVOR Du eine neue Beziehung eingehst. Erstmal Dein Leben ohne fremde Einflüsse neu sortieren, Dich neu orientieren und dann sehen, wie ein passender Partner für Dich wirklich sein sollte.

Nach meiner Einschätzung tauscht Du nur ein Problem mit einem anderen Problem, denn dieser neue Mann hat nicht nur eine gescheiterte Ehe zu verarbeiten, sondern ist auch noch erheblich älter. Er wird die "Fehler", die er in seiner Ehe gemacht hat, nicht wieder machen wollen und Du wärst dann sein Testobjekt.

Es gibt soviele attraktive Männer, die alters- und erfahrungsmäßig viel näher bei Dir sind, vielleicht solltest Du etwas warten, Ruhe in Dein Leben einkehren lassen (denn das mit Deinem jetzigen Noch-Freund wird sich noch länger hinziehen) und Dich neu sortieren. Wenn Du so attraktiv bist, wie Du es beschrieben hast, dann wirst Du auch den passenden Mann finden.

.
 

Benutzer48403  (52)

SenfdazuGeber
Den Ausführungen meiner Vorredner ist nichts mehr hinzuzufügen.
Nur eins möchte ich Dir noch auf den Weg geben: Never fuck the Company!
Er ist Dein Arbeitskollege und auch direkter Ansprechpartner. Falls es mit einer Beziehung mit ihm funktioniert, dann musst Du Dir auch immer eins vor Augen halten: Der Beschiss geht immer um! Vor allem am Arbeitsplatz.
Nur mal so als Anmerkung, damit Du abwägen kannst, ob Du damit - und auch anderen Problemchen, welche in Deiner Umgebung hervortreten werden - umgehen kannst.
 

Benutzer121227 

Verbringt hier viel Zeit
Du solltest auf dein Herz hören. Denk mal an DICH. An das was DICH glücklich macht. Wenn er dir das gibt wonach du dich sehnst dann ist es egal wie alt er ist. Du scheinst ja auch reifer zu sein als manch andere in deinem Alter. (Ich weiß ich bin Jünger aber ich hab schon einiges durch gemacht).
Ich würde mal sagen wenn dir dein EX Freund nicht das gibt was du erwartest du wirst enttäuscht und der Alltag ist da. Lass deinen Gefühlen freien lauf. Du wirst dich schon für den richtigen entscheiden.

ABER DENK MAL AN DICH UND NICHT AN DIE MITMENSCHEN!
 
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