Ehe noch zu retten?

B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • #1
Hallo zusammen,

Meine Frau und ich sind seit 15 Jahren ein Paar davon seit 9 Jahren verheiratet (2 Kinder 2/7). Vor wenigen Jahren haben wir zusammen ein Haus gebaut.

Wir haben seit einigen Jahren immer wieder Probleme in unserer Ehe. Ich habe auch einige Fehler begangen und meine Frau mehrmals enttäuscht und belogen, aber nie bezüglich anderen Personen oder ähnlichen.

Nun seit letztem Jahr ist sie in einem ehrenamtlichen Verein hier bei uns im Dorf und fühlt sich sehr wohl und total richtig am Platz. Dort hat sie einen Mann (Single paar Jahre älter)kennengelernt mit dem sie sich prima versteht und auf einer gemeinsamen Längenwelle sind. Er ist sehr engagiert dort und hilft jedem wo er kann, natürlich auch meiner Frau, also in dem Verein.

Anfang der Jahres hat sie mir davon erzählt und fragte ob es in Ordnung ist ob sie sich mal treffen könnten und sich bei einem Getränk unterhalten können. Ich war absolut nicht begeistert davon und hab es ihr so auch gesagt. Direkt Verbote habe ich keine ausgesprochen. Dazu habe ich auch keine Rechte das ist mir klar. Naja einige Monate später fand ich heraus das sie fast jeden Tag über Stunden in WhatsApp kommunizieren. Selbstverständlich sind 90 Prozent der Nachrichten gelöscht. Wir haben uns mehrfach deswegen gestritten und sie hat mir immer wieder gesagt es sei einfach ihr bester Kumpel geworden und sie verstehen sich ohne Worte. Sie hat mir versprochen das sie den Kontakt auf ein minimum reduziert, da beide eben in dem Verein. Paar Monate später hatte ich die beiden auf einem Parkplatz erwischt da die Standortfreigabe aktiv war. Ich habe sie gefragt wo sie war, erst hatte sie mich belogen und was anderes erzählen wollen. Erst als ich ihr klar machte das es nicht stimmt erzählte sie das sie sich mit ihm zum reden traffen da es ihm nicht so gut ging. Ich war da schon extrem verletzt und wusste teilweise nicht mehr weiter. Auf jeden Fall hat sie mir erneut versichert das sie erstmal den Kontakt einstellt bis wir wissen woran wir selber sind und ich versuche irgendwie klar zu kommen mit dem neuen Kumpel. Es hat vielleicht 10 Tage gedauert als ich wieder ein ungutes Gefühl hatte und in ihr WhatsApp geschaut habe. Dort haben sie sie sich über meine Schichten der Arbeit ausgetauscht und das sie da und da wieder mehr Zeit für ihn hat. Darauf hin wollte sie die Freundschaft aufgeben und sich zu einem Gespräch treffen um sich zu verabschieden von ihm. Diesem habe ich natürlich zu gestimmt. Ich habe sie immer wieder leiden sehen diesbezüglich und dachte mir vielleicht braucht sie diese Freundschaft einfach. Aber in einem normalen Verhältnis und mit Offenheit und Ehrlichkeit mir gegenüber. Und gerade wegen dem Verein der beiden wichtig ist würde ja absolut kein Kontakt nicht so einfach funktionieren. Auf jeden Fall hat sie mir wieder versprochen das da nix läuft und absolut keiner von beiden was fühlt außer Freundschaft. Sie schrieben sich ab und zu mal, ich habe sogar Treffen zum Kaffee zugestimmt.

Jetzt kommt raus das sie genau einen Monat nach der "Verabschiedung" wieder extrem viel Kontakt haben. Nun sogar mit Sexphantasien sprich Sexting anfingen. Er hatte sie wohl gefragt ob das in Ordnung für sie wäre. Sie hatte ein etwas mulmiges Gefühl aber er sagte zu ihr das er darin kein Problem sieht und es nicht schlimm wäre. Auf jeden Fall haben sie viele phantasien gegenseitig ausgetauscht. Sie haben sich quasi virtuell getroffen und sich selbst befriedigt in den Gedanken an den anderen. Er hat ihr sogar mehrmals Sprachnachrichten geschickt wo er ihren Namen nennt und zum Orgasmus kommt. Sie hatte ihm geschrieben das ich Nachtschicht habe und sie den Vibi auspacken wird und alleine die Vorstellung hat ihn wahnsinnig gemacht.

Auf jeden Fall ging das einige Monate bis ich davon erfuhr und sie zu rede gestellt habe. Alle Nachrichten waren natürlich wieder gelöscht. Es waren ja nur phantasien und Vorstellungen die man nie ausleben würde in der Realität. Einfach nur ekelhaft und abwertend meiner meinung nach. Ich habe ein halbes jahr fast jeden tag darum gebettelt due Wahrheit endlich zu erfahren was da lief und wie weit das ganze schon ist.

Jetzt 1-2 Wochen später hat sie mir gestanden das sie sich vor 1-2 Monaten gegenseitig verliebt haben. Und dennoch hat sie immer weiter den Kontakt gesucht zu ihm statt an der Reißleine zu ziehen.

Sie weiß glaube ich innerlich nicht was sie gerade selber will. Mir sagt sie, sie möchte mich nicht verlieren und die Ehe retten. Sie sagt sie wüsste ja auch nicht ob das funktionieren würde mit dem anderen da man sich noch besser kennenlernen müsste und erstmal richtigen Körperkontakt bräuchte.

Ich bin ehrlich gesagt sehr gefasst da ich bereits von noch mehr ausgegangen bin. Aber dennoch hat das einen riesengroßen Riss in meinem Herzen hinterlassen.

Ich bin einfach so verzweifelt und weiß auch nicht weiter.

Hatte jemand bereits ähnliches erlebt? Wie sieht ihr die ganze Sache? Hat jemand Tipps?



Vielen lieben Dank schon mal für eure Zeit
 
S
Benutzer232024  (53) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #2
Was ähnliches erlebt?
Nein.

Ich hab da nur ein paar Gedanken dazu:
Euer Vertrauensverhältnis scheint ja nicht das beste zu sein: sie verschweigt Dir Dinge und Du schnüffelst in ihrer Kommunikation.
Ihr solltet offen miteinander reden, die Schnüffelei und Heimlichkeit macht es nur noch schlimmer.
Aus meiner Erfahrung ist das schon der Punkt, an dem Beziehungen bereits gekippt sind.

Zudem wäre es gut, wenn sie mal ehrlich die Karten auf den Tisch legt und sagt, was sie will.
Eine sexuelle Interatkion mit jemand anders - ohne dass es vereinbart ist - ist jedenfalls nicht in Ordnung.
Die Schüffelei aber auch nicht.
Ihr traut dem anderen nicht.
Gegenseitig.
Fangt da mal an.
 
V
Benutzer163532  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #3
Wir haben seit einigen Jahren immer wieder Probleme in unserer Ehe. Ich habe auch einige Fehler begangen und meine Frau mehrmals enttäuscht und belogen
Hallo,
was für Probleme sind das, abseits von der Geschichte mit dem anderen Mann?
Ist eure Beziehung, eure Ehe, vor dieser Geschichte schön gewesen? Habt ihr euch noch geküsst, umarmt, Komplimente gemacht? Habt ihr euch umeinander bemüht, einander zugehört? Miteinander geflirtet, regelmäßig Sex gehabt? Wusstest du z.B. was sie sich zum Geburtstag wünscht? Seid ihr ab und an Essen gegangen oder auf sonstige Dates miteinander?

Das sind so klassische Dinge, die in langen Beziehungen häufig irgendwann einschlafen.
Und dann kommt da eine dritte Person, mit der alles reizvoll ist. Die Person bemüht sich, hört zu, erinnert sich daran, dass man mal erzählt hatte, man lese gerne Fitzek und besorgt einem spontan das neue Buch. Gibt einem beim gemeinsamen Kaffeetrinken den eigenen Keks ab, weil die Person weiß, dass man diese Karamellkekse liebt. Es kommen Schmetterlinge auf, man fühlt sich gesehen, man fühlt Zuneigung, die lange nicht mehr da war. Man sieht: Ich kann wieder Glück empfinden. Ich bin nicht so wertlos, langweilig, unattraktiv, wie ich mich bei meinem Partner fühle.

Das ist eine recht typische Entwicklung.

So. Und jetzt soll sie auf das verzichten, das sie glücklich macht. Für eine ungewisse Zukunft mit dir, mit dem die Gegenwart unglücklich ist. Da bin ich direkt: Das muss man wirklich, wirklich, wirklich mit jeder Faser seines Herzens wollen.
Und wenn sie das will, führt aber in meinen Augen eigentlich kein Weg an einem Kontaktabbruch mit dem anderen Mann vorbei. Denn solange er in ihrem Leben präsent ist, werden die Gefühle weiter genährt werden.
 
G
Benutzer Gast
  • #4
In deinem Text geht es sehr viel um den anderen Mann und wie du mit deiner Frau über ihn kommuniziert bzw. wie du über das Handy deiner Frau Dinge über ihre Beziehung herausfindest.

Worum es in deinem Text fast gar nicht geht ist die Beziehung zwischen dir und deiner Frau. Nichts zu Gefühlen zwischen euch, nichts zum Alltag, nichts zu gemeinsamen Aktivitäten - lediglich darauf, dass du sie belogen und enttäuscht hast, gehst du kurz ein.

Nun musst du natürlich darüber hier auch überhaupt nicht reden. Mein Eindruck auf Basis deines Textes wäre aber, dass eure Beziehung nur dann eine Zukunft haben kann, wenn ihr den Fokus hin zu euch legt.
 
V
Benutzer163532  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #5
Ergänzend zu meinem Beitrag: Lass die Spionage und Kontrolle. Jeder solcher Akt senkt potentiell die Hemmschwelle für weitere Kontrollaktionen. Das ist eine Abwärtsspirale.
Gerade weil du schreibst, du hättest deine Frau mehrfach enttäuscht und belogen: Solche Aktionen töten eher das Vertrauen vollständig.
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #6
Spielsucht meinerseits seit Beginn der Ehe (Jahresanfang ein rießen Rückfall), die letzten Jahre hab ich sie nicht wirklich beachtet, ihr sehr wenig Liebe gegeben..Sie hat sich so oft gewünscht das ich sie wieder richtig küsse, auch mal unter Tags, aber darauf bin ich eigentlich nur beim Sex eingegangen.. Der Sex war regelmäßig und auch sehr schön.. Komplimente hat sie eigentlich nur von anderen Männern oder Frauen bekommen, von mir wenig bis gar keine.. Dates zu zweit gab es so gut wie gar keine, ich wollte lieber Unternehmungen zu viert machen mit ihr und den Kindern.. Ich war natürlich auch sehr viel mit dem Hausbau beschäftigt und habe abends dann auch oft noch mit den Helfern getrunken und bin spät heim, das hat ihr nicht gefallen.
 
G
Benutzer Gast
  • #7
Also du weißt selber, dass deine Frau unter deiner Spielsucht, deiner fehlenden Zuneigung und dass du sie abends mit den Kindern alleine gelassen hast gelitten hat.

Wie kam es deiner Meinung dazu, dass du nichts ändern konntest? Was empfindest du für deine Frau?
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #8
Wie kam es deiner Meinung dazu, dass du nichts ändern konntest? Was empfindest du für deine Frau?
Ich liebe meine Frau über alles. Seitdem der Freund in ihrem Leben ist hab ich alles umgesetzt was sie gestört hat, auch die Spielsucht habe ich komplett im Griff. Keine Ahnung warum ich das nicht vorher geschafft habe 😔
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #9
Mir ist bewusst das ich meine Frau total vernachlässigt habe und das tut mir auch sehr leid. Und das mit dem Kontrollverhalten war auch nicht richtig.
Ich bin seit wenigen Monaten auch regelmäßig bei einem Psychologen wegen der ganzen Situation und meiner krankhaften Eifersucht. Er hat so ziemlich alles genauso geahnt wie es am Schluss gekommen ist. Und ich habe über ein halbes Jahr in einem "Überlebensmodus" gelebt, voller Angst und Selbstzweifel. Alle paar Tage durfte ich mir Lügen anhören was das Thema angeht. Es ist eine ganz normale Freundschaft, nicht mehr und nicht weniger. Ich habe auch einiges wieder zum positiven verändert angeblich bevor es zu weiteren Gefühlen kam. Natürlich war das sehr spät oder bereits zu spät. Mir ist auch klar das die Ehe davor auch schon ziemlich angeschlagen war, es hat einfach sehr oft an mangelnder Kommunikation gefehlt.
 
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #10
Meine Frau und ich sind seit 15 Jahren ein Paar
Mal ganz unaufgeregt betrachtet: du bist 36? Dann seid ihr also zusammen, seit du 21 Jahre alt bist. Das ist verdammt jung.

Was spricht denn dagegen sich zu trennen ?
auch die Spielsucht habe ich komplett im Griff.
Aber bist dem nie psychotherapeutisch auf dem Grund gegangen, oder? Also warum du überhaupt eine Spielsucht entwickelt hast und was dir im Leben zu fehlen scheint.
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #11
Er hat so ziemlich alles genauso geahnt wie es am Schluss gekommen ist.
War ja auch quasi unausweichlich. Eure Ehe lief für sie schon lange extrem bescheiden, dann hat sie mal ein wenig Lebensfreude mit wem anders und Du erwartest von ihr, das sein zu lassen - für einen Mann, der sie seit Jahren vernachlässigt, ihre Wünsche ignoriert, und erst als er im Begriff ist sie zu verlieren, Änderungen einführt, bei denen man natürlich davon ausgehen muss dass sie rückgängig gemacht werden, sobald diese Gefahr nicht mehr besteht. Und ab von den vielleicht positiven eingeführten Änderungen (die eigentlich das bare Minimum einer Beziehung sein sollten) spionierst Du ihr hinterher. Immer wieder.

Also wenn ich je ein "in fremde Arme treiben" von wem gelesen habe, dann von Dir - und es ist schon verständlich dass Du aktuell vor allem an Deinen eigenen Gefühlen zu knabbern hast, aber an den ihren lese ich so null Interesse. Das ist schon hart.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass da noch wirklich was zu retten ist - vielleicht solltest Du Deine Gedanken eher auf die Frage lenken, wie man eine Trennung mit möglichst wenig Schaden, vor allem für die Kinder, bewerkstelligen kann.
 
G
Benutzer Gast
  • #12
Mir ist auch klar das die Ehe davor auch schon ziemlich angeschlagen war, es hat einfach sehr oft an mangelnder Kommunikation gefehlt.
Mein Eindruck ist an der Stelle, dass du eigentlich ja schon recht gute Einsichten in eure Beziehung hast. Wahrscheinlich werdet ihr aber auch als Paar therapeutische Hilfe brauchen um eure Kommunikations- und Vertrauensprobleme zu lösen.

Ob es aber auch noch eine Basis für die Zukunft gibt musst du mit deiner Frau besprechen. Ihr habt beide nun viele Verletzungen erfahren. Du hast deiner Frau Wertschätzung, Aufrichtigkeit und wahrscheinlich auch Unterstützung verwehrt. Sie ist dich nun am anlügen und führt eine Affäre. Wenn ihr beide da nicht voll dahinter steht, dass ihr eure Ehe retten wollt und euch gegenseitig glauben könnt, dass die Zukunft besser wird, dann seid ihr vielleicht auch einfach am Ende der Beziehung angekommen. Aktuell leidet ihr ja beide unter der Situation und da sollte irgendwann dann auch eine Entscheidung gefällt werden wie es weitergeht.
 
Zauberschnitte
Benutzer189381  Beiträge füllen Bücher
  • #13
Uff


Sorry aber eure Beziehung ist auf beiden Seiten Murks.

Misstrauen, Lügen, hintergangen werden, Vernachlässigung und vieles mehr.

Sie trennt sich offenbar nicht weil sie nicht weiß ob das mit dem anderen klappt.

Du liebst deine Frau angeblich über alles aber behandelst sie wie Dreck

Und dazwischen zwei kleine Kinder......

Die Basis für eine Beziehung ist vertrauen. Und hier habt ihr beide keines mehr zum anderen (auch völlig zurecht)

Ihr solltet euch Hilfe holen und endlich mal die Karten auf den Tisch legen und die einfachsten Fragen klären.

Zum Beispiel: Was ist liebe?
 
Allegiance147
Benutzer203000  Öfter im Forum
  • #14
Ich habe dies genau andersrum erlebt und letztendlich haben alle Rettungsversuche dazu geführt das ER fremd gegangen ist. Sie hat's mir dann auf dem Silbertablett serviert. Ich dumme Kuh habe das 4 x verziehen (e Kinder und 16 Jahre wirft man nicht weg dachte ich). Beim 5 x ist er aus dem Haus geflogen (Haus ist meins)
Wir sind jetzt 13 Jahre getrennt und funktionieren als Eltern super gut, als Paar könnte ich mir das nie wieder vorstellen.
Wenn in Beziehungen etwas fehlt und man nicht kommuniziert, findet man es oft bei jemand anderen. Und dann kommt eins zum anderen. Damals war ich wirklich enttäuscht und sauer. Ich sass mit 3 kleinen Kindern und meinem pflegebedürftigen Vater Silvester alleine Zuhause und er hat ne andere gebumst, statt für mich da zu sein. Heute weiß ich, der Wurm war schon vorher drin, ich habe es nicht gemerkt. Wir haben nicht anständig kommuniziert und viel hingenommen. Manches kann man retten (wenn beide wollen) anderes nicht. Ich bin jetzt seit 13 Jahren mit meinem Mann zusammen und würde das nicht nochmal verzeihen wie bei meinem Ex. Ich glaube wenn man nicht verzeihen kann und vergessen, wird ein Neuanfang schwer. Ich drücke dir fest die Daumen das es für dich besser wird. Unerhlichkeit (Emotionaler Betrug) ist so verletzend, vor allem wenn eine Bindung zur dritten Person da ist. Ein ONS ist glaube ich eher zu verzeihen wie ein Betrug mit emotionaler Bindung.
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #15
Mal ganz unaufgeregt betrachtet: du bist 36? Dann seid ihr also zusammen, seit du 21 Jahre alt bist. Das ist verdammt jung.
Natürlich spielen die Gefühle und die Tiefe Verbindung und Liebe eine Rolle. Natürlich spielen die Kinder bei der Entscheidung auch eine Bedeutung und das gebaute Haus in dem wir knapp seit zwei Jahren leben.

Wir sind beide sehr vertraut und sehr verbunden. Wir haben nicht nur Probleme in unseren Jahren gehabt. Wir haben sehr viel schönes zusammen erlebt, haben tolle und viele Urlaube gemacht. Wir haben unser zweites Kind durch eine Kinderwunschbehandlung geschenkt bekommen. Das hat uns eigentlich noch mehr zusammen geschweißt. Wir sind einfach immer ein gutes Team gewesen. Wir mussten trotz allen Problemen nie auf irgendwas verzichten oder jeden Euro zweimal umdrehen.

Vielleicht ist es auch nur die Angst alleine zu sein? Ich weiß es auch nicht so genau. Wir wollen ja beide die Hürde meistern und die Ehe retten Das denke ich zumindest.
Aber bist dem nie psychotherapeutisch auf dem Grund gegangen, oder?
Mein Vater hat als ich 18 Jahre alt war in unserem Zuhause Suizid begangen, seitdem stecke ich immer wieder in dieser Spielsucht Spirale.. Habe schon mehrmals eine Therapie angefangen aber dann immer wieder abgebrochen wenn ich das Gefühl hatte das ich alles im Griff habe. Außerdem wurde ich in meiner ersten Beziehung ebenfalls betrogen..Durch diese Erlebnisse hab ich auch eben diese tiefe Verlustangst😔
 
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Benutzer189381  Beiträge füllen Bücher
  • #21
seitdem stecke ich immer wieder in dieser Spielsucht Spirale.. Habe schon mehrmals eine Therapie angefangen aber dann immer wieder abgebrochen wenn ich das Gefühl hatte das ich alles im Griff habe. Außerdem wurde ich in meiner ersten Beziehung ebenfalls betrogen..Durch diese Erlebnisse hab ich auch eben diese tiefe Verlustangst😔
Auch wenn es hart klingt. Aber das ist allein dein Problem.

Deine Baustelle, die du angehen musst.

Spielsucht ist heftig und der rattenschwanz der da dran hängt. ....

Lügen , hintergehen und das seit Beginn der Beziehung.

Deine Partnerin weiß davon und hat sich trotzdem entschieden mit dir zwei kinder zu bekommen. Auch das sehe ich sehr kritisch.

Der andere Mann befriedigt halt all das was sie bei dir nicht bekommen hat. Aber ein Jackpot ist er sicher nicht und das weiß sie auch.

Tatsächlich denke ich, das ihr beide von "Liebe" was falsches denkst.

Ich Betrüge nicht die Person die ich liebe.

Ich mache nichts was die andere Person verletzt

Nicht aus Zwang sondern weil man es so will. Und da habt ihr euch beide disqualifiziert
 
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G
Benutzer Gast
  • #31
Im Prinzip macht du und deine Frau dasselbe, nur auf andere Weise: ihr haut aus der Beziehung ab. Ihr schafft es beide nicht stabil in der Bindung zu bleiben. Wenn es brenzlig wird, reagierst du mit Flucht in die Sucht. Spielen und Alkohol. Als Betäubung der Gefühle, die darunter liegen.

Sie widerum sucht Halt bei einem anderen Mann und scheitert damit sich die Sicherheit und Stabilität selbst zu geben.

Ihr beide solltet aber daran interessiert sein den Kindern ein sichereres und stabiles Zuhause zu bieten. Ein Dach über dem Kopf ist das Eine, emotionale Stabilität und Sicherheit sind aber mindestens genauso wichtig.

Holt euch Familienhilfe! Zügig. Stellt eure Ehe zurück und die Kids in den Fokus.
 
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Benutzer189381  Beiträge füllen Bücher
  • #36
Manchmal hält auch nur Drama eine Beziehung zusammen.

Seit Beginn eurer Beziehung war die Spielsucht ein Thema.

Dazu gehören auch Lügen was das Vertrauen zerstört.

Es kam ein Kind was für Ablenkung gesorgt hat. Dann ein zweites Kind mit Unterstützung. Mietfrei bei den Eltern von ihr über Jahre.....

Dazu noch ein Haus und der Kredit.

Warum der große Rückfall? Wurde die plötzliche Verantwortung zuviel?

Warum plötzlich die Frau schlecht behandeln?

Die Frau ist am Ende ihres Selbstwertes und schafft eine Trennung nicht. Sie flüchtet in die emotionalen arme bei einem anderen

Erst durch den anderen Mann sieht sie was für Gefühle möglich sind.

Erst durch den anderen Mann kriegst du deine Spielsucht unter Kontrolle?

Siehst du nicht das der andere Mann eigentlich nur ein Stellvertreter ist?

Ihr übernehmt beide null Verantwortung für euch selbst sondern lasst es dritte übernehmen.
 
G
Benutzer Gast
  • #39
Dieses mal ist es für mich einfach zum ersten Mal so klar wie noch nie was auf dem Spiel steht.
Die Spielsucht ist aber ja auch bei weitem nicht euer einziges Thema. Isoliert betrachtet kann ich das nachvollziehen, dass man erst am Abgrund stehen musst um zu verstehen wie negativ die Auswirkungen auf dich sind.

Aber an Stelle deiner Frau würde ich mich eben auch fragen wie es mit allem anderen in der Beziehung aussieht, also der fehlenden Aufmerksamkeit und Zuneigung. Kommt dein aktuelles Verhalten gerade auch nur aus deiner Verlustangst und der Sorge alleine dazu sitzen? Die Tatsache, dass es deiner Frau nicht gut ging, sollte ja Anstoß zum Handeln sein - und nicht, dass da nun ein Dritter auftaucht und du drohst sie zu verlieren.

Unabhängig von der Sucht scheinen dir ja ebenfalls Dinge in euer Beziehung gefehlt zu haben, sodass du letztlich der Frau, die du liebst immer weniger Zuneigung entgegen bringen konntest und dich letztlich ihre Gefühle immer weniger interessiert haben. Ich glaube es könnte hilfreich sein, wenn du auch hier nocheinmal ich dich gehst und dich nicht zu sehr nur auf die Sucht konzentrierst.
 
Romeca
Benutzer209637  (35) Verbringt hier viel Zeit
  • #79
Also, momentan ist "Land unter". Du hast Angst sie zu verlieren, weil es dir das erste Mal als reelle Möglichkeit erscheint, dass das passiert.
Deshalb bist du jetzt überzeugt, nicht mehr rückfällig zu werden, denn früher war's dir ja nur nie bewusst. No comment...

Mit Verlaub.. alles spricht dafür, dass sobald sich die Wogen glätten und du dich wieder in dieser Ehe in Sicherheit wiegst, all diese Beweggründe die dir momentan also deine Sucht "selbst verbieten" nicht mehr akut existieren, der Rückfall kommt.

Die Motivation aufzuhören ist nicht intrinsischer Natur, sondern es musste einen Auslöser im außen geben und du reagierst jetzt auch nur, weil du Angst hast etwas im Außen zu verlieren. So funktioniert das bei Süchten nicht nachhaltig.


Mir gefällt außerdem nicht, wie du alles relativierst.

"Wir haben uns nicht mehr geküsst/ich wollte sie nicht mehr küssen"

"Wir haben uns schon noch geküsst, nur nicht mehr so intensiv"

"Sie hat den Kontakt jetzt abgebrochen"

"Sie sieht ihn nur noch im Verein"

Ich hab das Gefühl, du stellst dich den Problemen nicht wirklich.
 
Zauberschnitte
Benutzer189381  Beiträge füllen Bücher
  • #91
Gegenseitige Wertschätzung und Respekt war eigentlich immer gegeben beidseitig.
Und genau hier hast du meiner Meinung nach einen Denkfehler

Wertschätzung/Respekt und Lügen/Heimlichkeiten schließen gegenseitig sich aus.

Du meinst das ihr im direkten Umgang miteinander sehr nett zueinander wart aber wenn man gleichzeitig bei Abwesenheit dann hintenrum Geld verzockt und das verheimlicht, fehlt der Respekt im Gesamtkontext.

Aber es zählt immer der Gesamtkontext, daher muss ich Wertschätzung/Respekt dann auch streichen .

Das gleiche gilt für sie. Sie war sehr wertschätzend/Respektvoll dir Gegenüber wenn ihr miteinander geredet habt. Trotzdem hat sie hinter deinem Rücken eine emotionale Affäre/sexting mit einem dritten gehabt.

Finde ich absolut Respektlos dir Gegenüber.

Klar, es ist einfach zu sagen: wollte ich eigentlich gar nicht und bin da rein geschlittert. Das glaubst du auch nur zu gerne und akzeptierst das deswegen.

Ich sage dir, das es tagtäglich eine bewusste Entscheidung war und man das auch so klar kommunizieren muss.

Ohne diese Schonungslose Ehrlichkeit auf beiden Seiten wird der Versuch die Ehe zu retten scheitern.
 
Zauberschnitte
Benutzer189381  Beiträge füllen Bücher
  • #94
Dein schlechtes Gewissen ist zu lesen. Das Kauf ich dir auch ab.

Es ändert aber nichts daran die dreckige Wäsche auf beiden Seiten endlich mal zu waschen.

Bisher wird aber nix gewaschen sondern mit febreeze gegen den Geruch bekämpft.
 
G
Benutzer Gast
  • #101
Ich stelle mir einfach die Frage immer wieder: Warum jetzt gerade?

Als Hauptproblem führst du nun deine Spielesucht an - die besteht aber ja auch seit vielen, vielen Jahren schon. Ihr Kinder, die ihr euch so auch gewünscht und teilweise darauf gewartet habt, ihr seid ein Haus am bauen, ihr teilt euch eure Arbeit mehr oder weniger gleichberechtigt auf, respektiert euch gegenseitig, habt nun doch regelmäßig kleinere Liebesbeweise, habt regelmäßig Sex, schöne Urlaube. Kurz gesagt: Du beschreibst hier insgesamt doch eine erfolgreiche und harmonische Ehe, wo jeder sicherlich sein Rucksack mit schleppt, aber es so wirkt als würdet ihr das gemeinsam schultern.

Aber dann steht da im völligen Konstrat die aktuelle IST Situation. Du rutscht wieder in die Spielsucht hinein, gehst deiner Frau teilweise auch aus dem Weg, deine Frau wiederum hat eine Affäre und belügt dich daüber. Du bist monatelang völlig verzweifelt und spionierst ihr nach.

Du hattest am Anfang beschrieben wie du deine Suchttherapie selber abgebrochen hattest als du germerkt hast, dass du ja gerade nicht mehr spielst. Und genauso ähnlich wirkt das auf mich hier gerade auch: Sobald es darum geht, dass tiefer gebohrt wird, wo die eigentlichen Probleme sind, wo die eigentlichen Emotionen entstehen, wirkt es auf mich so als würdest du abblocken und dann ist alles wieder doch nicht so schlimm und alles liegt nur an der Spielesucht.

Ich glaube nicht, dass irgendwer hier dir wirklich gerade "Tipps" geben kann, denn ich glaube wir können dich gar nicht so richtig verstehen. Ich persönliche schaffe es überhaupt nicht ein klares Bild von dir und deiner Beziehung zu bekommen. Das ist natürlich auch völlig in Ordnung, wir sind schließlich hier nicht deine Psychotherapeuten und ich bin im Internet auch vorsichtig mit dem was ich preisgebe.

Mein Eindruck an dieser Stelle ist aber, dass du ingesamt noch ziemlich Probleme hast dich deinen Emotionen zu stellen. Du musst ein Stück davon wegkommen, dass du primör versuchst Lösungen für Probleme zu finden und erstmal versuchst dich selber zu verstehen.
 
G
Benutzer Gast
  • #102
Süchte entstehen immer dann wenn man Gefühle nicht mehr (aus) halten kann. Dann stabilisiert man sich kurzfristig indem man sich betäubt. Und weil man nicht gelernt hat sich anders zu stabilisieren rutscht man immer tiefer rein.
Kein Süchtiger steht morgens auf und denkt sich "ach mir ist gerade so langweilig , jetzt werde ich süchtig." Das hat immer einen Grund.
 
I
Benutzer228593  (33) Verbringt hier viel Zeit
  • #106
Spielsucht meinerseits seit Beginn der Ehe (Jahresanfang ein rießen Rückfall), die letzten Jahre hab ich sie nicht wirklich beachtet, ihr sehr wenig Liebe gegeben..Sie hat sich so oft gewünscht das ich sie wieder richtig küsse, auch mal unter Tags, aber darauf bin ich eigentlich nur beim Sex eingegangen..

Die letzten Jahre, warum hast du sie nicht wirklich beachtet? Redet sie das jetzt seit Jahren an dich hin?

Komplimente hat sie eigentlich nur von anderen Männern oder Frauen bekommen, von mir wenig bis gar keine.. Dates zu zweit gab es so gut wie gar keine

Warum war das so? Wie hat sie dich darauf aufmerksam gemacht?

Mir ist auch klar das die Ehe davor auch schon ziemlich angeschlagen war, es hat einfach sehr oft an mangelnder Kommunikation gefehlt.

Inwiefern hat es an der Kommunikation gemangelt? Hat sie es nicht so geäußert, dass das bei dir ankam? Hast du nicht zugehört?

Natürlich spielen die Gefühle und die Tiefe Verbindung und Liebe eine Rolle. Natürlich spielen die Kinder bei der Entscheidung auch eine Bedeutung und das gebaute Haus in dem wir knapp seit zwei Jahren leben.

Wie viel davon sind jeweils bei eurer Entscheidung das Ding retten zu wollen Kinder, wie viel Haus und wie viel ihr beide selbst?

Wir wollen ja beide die Hürde meistern und die Ehe retten Das denke ich zumindest.

Sie hat gesagt, dass sie das retten möchte. Warum denkst du das dann zumindest? Glaubst du ihr das nicht?

Am meisten hat sie mit dem Thema zu kämpfen warum diese Veränderungen nicht vorher aus Liebe zu ihr kamen sondern erst aus Angst ein anderer Mann könnte sie mir weg nehmen.

Deshalb solltest du das ernst nehmen und dir überlegen, was es damit auf sich hat.

Meine Frau möchte die Sicherheit haben das ich nie wieder spiele.

Dass du gerade im Moment fest davon überzeugt bist, dass du das nicht mehr tust, glaube ich dir. Sie vielleicht auch. Aber das reicht vermutlich nicht, um zu vertrauen. Dafür wird das wohl zu schlimm gewesen sein.

Ich habe nicht das Gefühl, dass du ihr diese Sicherheit nur durch Worte geben kannst. Du meintest, du bist in den letzten Monaten in Therapie. Dann gehe doch das Thema an, dieses Mal gründlich. Wenn sich dann herausstellt, dass das auch so funktioniert, ist doch alles fein. Du hast doch nichts zu verlieren.

Du solltest vermitteln, dass du dich mit allen Mitteln hinter dieses Thema klemmst - ihr zuliebe, eurer Sache zuliebe, euren Kindern zuliebe, auch dir selbst zuliebe. Ich habe absolut nicht das Gefühl, dass das reicht. Einsatz zeigen, auf die Gefahr hin, dass es hierfür zu spät ist.

Dann war es trotzdem richtig. Du hast die letzten Jahre nicht geschalten, du kannst jetzt nicht nur mit Worten ankommen. Also, kannst du schon, aber ich denke nicht, dass das reicht.

Du hast die Therapie wegen Sucht immer abgebrochen, hattest nun einen Rückfall, denke mal darüber nach, ist doch irgendwie logisch, dass das jetzt natürlich nicht reicht, wenn nur Worte kommen…? Völlig egal, wie ernst gemeint.

Das große Problem, über das ich hier lese ist, dass wir hier ein riesiges Symptom aufgetischt bekommen.
Dass deine Frau sich fremdverliebt hat ist nämlich genau das, es ist Ausdruck einer Ehe in der sie sich nicht mehr geliebt und gesehen gefühlt hat.

TE, ich finde, dass du dich mit diesem Post hier auseinandersetzen solltest. Dieser Punkt ist ausschlaggebend. Du hängst am Symptom fest. Der Auslöser war dein Rückfall, oder das war der berühmte letzte Tropfen. Die Ursache liegt woanders.

Und darüber sagst du wenig. Vielleicht weil ihr darüber nicht redet, aber du meintest, ihr redet gerade viel. Ihr müsst an die Ursache ran, wenn ihr die Chance auf Vertrauen wollt.

Sie sagt der Auslöser für das ganze was danach folgte war mein Rückfall Anfang diesen Jahres.

Was sagt sie zur Ursache? Es ist nicht zielführend nur bis zum Auslöser aufzurollen, davon habt ihr hinten raus nichts, die Ursache ist ja dann immer noch da.

Sie sagt ihr hat das den Boden unter den Füßen weggerissen, wie ich ihr und den Kindern das antun kann. Jetzt bin ich mir aber sicher wie nie das ich nicht mehr spielen werde 😔

Eben. Das meinte ich oben. Deine Beteuerungen, auch wenn glaubhaft, reichen vermutlich nicht aus.

Ja ich gebe zu das ich die letzten Jahre sie nicht sehr ernst genommen habe in dem Thema. Es wurde so richtig ernst und klartext gesprochen in diesem Jahr.

Warum hastest sie nicht ernst genommen? Woran lag das?

Klar wenn man man so einen Rückfall hatte versinkt man in selbstmitleid und schlechtem gewissen. Das hat vermutlich bei mir die Distanz errichtet weil ich so ein schlechtes Gewissen hatte und mich geschämt habe. Ich habe mich in der Phase einfach zurück gezogen und das Resultat war die fehlende Zuneigung zu meiner Frau.
Die Gefühle waren ja nicht jahrelang weg bei mir. Auch zwischen diesen Phasen haben wir gute Zeiten gehabt

Das Ganze ist nicht nur damit zu erklären. Das mag stimmen, zur Wahrheit gehört aber noch viel mehr. Thema Ursache. Du versuchst aufzuwiegen. "Ja… das kann sein, mein Rückfall hat ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Ja… ok, so kann ich dieses Affärending nachvollziehen und akzeptieren. Das war ja auch wirklich übel, dieser Rückfall, ja, ok, dann verstehe ich das." (Kommt mir ein bisschen so vor, als würdest so in die Richtung denken. Weiß ich natürlich nicht wirklich.)

Deine Gefühle waren nicht weg. Gut, schöne Basis, aber ihr hat es ja an anderen Dingen gefehlt, du hast nirgends gesagt, dass sie deine Gefühle infrage stellt?

Mein Verhalten war nie so wie es vielleicht rüber kam. Nur in einigen Phasen habe ich ihr diese Aufmerksamkeit und Zuneigung nicht gegeben. Natürlich war es dann nach dem Start der Freundschaft auch nicht besser. Und danach mit der einen Lüge zur anderen hat es nicht einfacher gemacht stabil daran zu arbeiten. Das ging mir einfach alles zu schnell.

Es scheint so, als würdest du viel zu kurz denken. Es geht nicht um die Phase, in der diese Freundschaft entstanden ist. Auch nicht um kurz davor. Du meintest Jahre, zwei Jahre ca. seit ihr was fehlt. Als dieses Ding schon lief, hättest du mit Zuneigung und was ihr nicht alles noch gefehlt hat, nichts mehr erreicht.

So sehe ich das zumindest. Man (Frau) braucht innerlich eine ganze, lange Weile, bis man sich soweit distanziert hat, dass man sowas tut. Stück für Stück, über Monate, Jahre.

Aber Vertrauen kann ebenso durch Taten und Zuverlässigkeit wieder entstehen.

Welche Taten? Was kannst du tun? Was kann sie tun?

Sie hat den Kontakt zu dem Freund sofort beendet. Allerdings werden sich die beiden weiterhin im Verein sehen, hier ist sie nicht bereit das aufzugeben.

Warum nicht? Wie oft sehen die beiden sich dort?

Ich gehe zur Therapie, sie möchte auch erstmal eine Einzeltherapie und danach möchten wir eventuell eine Paartherapie machen.

Warum möchtet ihr beide erst einzeln? Bis sie einen Platz bekommt, dauert es eine Weile, oder als Selbstzahler? Termine für eine Paartherapie bekommt man zügiger, die muss man sowieso selber zahlen?

Das kann ja vielleicht auch hilfreich sein, wenn jeder erst einzeln, keine Ahnung, frage mich das nur.

Ich arbeite daran ihr keine Vorwürfe zu machen

Du meintest, sie weiß nicht, ob du ihr das verzeihen könntest. Meinst du, du kannst? Meint sie, sie kann dir verzeihen? Dass ihr jetzt "quitt" seid, oder ähnliche Denkweisen funktionieren so nicht.

Weil wir Menschen sind - menschlich und schwach, das passiert den Besten unter uns.

Natürlich, das war kein Vorwurf, ist mir auch schon passiert. Das ist halt nicht alles. Hat man das für zu selbstverständlich angesehen? Wollte man es nicht wahrhaben? Nimmt man den anderen im Grunde nicht ernst genug? Für sie scheint das ja ein riesiger Punkt zu sein.

Die Nähe hat nur abgenommen die letzten ca 2 Jahre und eben gerade das letzte halbe Jahr. Liebe war immer da

Du musst dich mal sortieren. Du meintest du bist in Therapie. Wie wäre es, wenn du jetzt dort mal einen Termin ausmachst und erstmal versuchst Ordnung reinzubringen?


Geküsst haben wir uns auch nur nicht so oft und so intensiv

Du verstehst irgendwie die einzelneren Punkte, kannst sie aber nicht ins große Ganze einfügen. Was hat zu was geführt?

Damit möchte ich sagen das wir auch in den schwierigsten Phasen zusammen standen uns küssten, Sex hatten und alles was dazu gehört. Nur nicht so intensiv.

Habt ihr ein unterschiedliches Verständnis von Liebe?

Ich kann das ganze halt auch nicht einfach überspielen was alles passiert ist und wie weit sie gegangen ist. Das bedrückt mich sehr und macht mich traurig wenn ich daran denke.

Völlig verständlich. Da gehört meiner Meinung nach auch eine gute Portion, ich nenne es mal Hinterlistigkeit, dazu, dir immer wieder ins Gesicht zu lügen. Dass du da monatelang um Häppchen an Wahrheit betteln musst, ist richtig mies.

Meine Frau hat mir gesagt das es bei ihr dieses Jahr das Fass zum überlaufen gebracht hat.

Genau. Das Fass war also davor schon knallevoll.

Tatsächlich gab es bis auf das Spielen keine weiteren Punkte die zwischen uns lagen. Wir waren bis auf den Punkt immer sehr glücklich und zufrieden.

Lies dir diesen Thread hier nochmal durch. Vieles passt überhaupt nicht zusammen. Sie hat doch noch andere Dinge bemängelt. Oder stehe ich auf dem Schlauch?

Ich habe sie in dem letzten halben durch meinen Verdacht eben auch irgendwie total eingeengt und gestresst mit Fragen über Fragen. Ich war einfach nicht Ich selbst und das erste Mal in so einer Situation.

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht so ganz sicher, inwiefern du dir da einen Vorwurf machen musst. Sie rückt überhaupt nicht mit der Sprache raus, dann nur häppchenweise, ich kann irgendwie schon nachvollziehen, dass man da am Stock geht.

Ich wurde dieses Jahr auch sehr oft enttäuscht und du bist der Meinung das es alles im Einklang mit dem oberen Problem steht?

Vergebung braucht Zeit. Wenn ihr euch vergebt, dann bedeutet das, dass ihr euch die Dinge nicht bis ans Lebensende vorwerft. Wenn ihr das wegen jeder Kleinigkeit und bei jedem Streit rausholt, dann habt ihr verloren und vergeben habt ihr dann erst recht nicht. Wenn man sagt, man verzeiht, dann muss man es schlucken. Kein Aufwiegen, keine Vorwürfe, keine Schuldzuweisungen.

Ihr habt beide Gründe euch zu misstrauen, völlig egal, wessen Taten "schlimmer" waren.
Ihr müsst viel reden, schaut, dass ihr an professionelle Hilfe hierfür kommt.

Thema Kinder: ich glaube euch, dass ihr euer bestes gebt, dass sie so wenig wie möglich davon mitbekommen. Ihr beide seid aber in eurer Substanz erschüttert und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie es nicht, zumindest unterschwellig, wahrnehmen. Das würde mich sehr wundern.
 
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Benutzer189381  Beiträge füllen Bücher
  • #115
Meine Frau liebt mich, das bewegt sie die Ehe retten zu wollen.
Hast du sie eigentlich mal gefragt wie sie sich das mit den Vereinsabenden vorstellt?

Hast du mal nachgefühlt wie es dir tatsächlich damit geht wenn sie mit ihm den Abend verbringt während du daheim bei den Kindern bist?

Ich sehe hier massives konflikt Potenzial

. Natürlich wird es extrem schwierig bei einer Scheidung mit dem Haus, darüber haben wir uns noch nicht so wirklich befasst.
Auch das sehr interessant....

Etwas so wichtiges wird gar nicht thematisiert
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #116
Hast du sie eigentlich mal gefragt wie sie sich das mit den Vereinsabenden vorstellt?
Naja so gut es geht distanziert Verhalten vielleicht? Keine Ahnung ob das funktioniert. Natürlich sollte es bei uns auch besser laufen um da überhaupt noch eine Möglichkeit zu sehen 😔
Ich meine man ist ja kein Tier das nicht viel überlegen kann bevor man handelt und sich zu etwas entscheidet.
Was würdest du denn empfehlen?
Hast du mal nachgefühlt wie es dir tatsächlich damit geht wenn sie mit ihm den Abend verbringt während du daheim bei den Kindern bist?
Tatsächlich noch nicht, es kam noch nicht dazu. Natürlich habe ich jetzt schon ein beschissene Gefühl wenn ich daran denke. Aber ich muss ihr einfach vertrauen. Mehr bleibt nicht übrig. Sie hat mir versichert auf Abstand zu gehen und absolut ehrlich zu mir zu sein.
Klar ging das die letzten Monate stets in die Hose, aber ich bin überzeugt das sie es ernst meint mit uns.
Ich sehe hier massives konflikt Potenzial


Auch das sehr interessant....

Etwas so wichtiges wird gar nicht thematisiert
Naja wir sind halt noch nicht vom schlimmsten ausgegangen bisher
 
G
Benutzer Gast
  • #118
Ja so ziemlich genau war es auch auf den ersten Blick. Bis auf die Spielsucht würde mir ehrlich gesagt nicht sehr viel negatives einfallen.
Was meinst du mit, mich meinen Emotionen zu stellen?

Auf Seite 1 erwähntest du wie dein Vater Suizid begangen hat, du in die Spielsucht geglitten bist, deine erste Partnerin dich betrogen hat und du Verlustängste entwickelt und das Bedürfnis zu Kontrolle entwickelt hast.

Nun geht bei dir seit mehreren Seiten aber wieder primär um die Spielsucht als wäre das eine eigenständige Erkrankung, die du nun wieder im Griff hast, weil du dir das nun ganz fest vorgenommen hast. Man muss jetzt aber ja kein Ausbildung zum Psychotherapeuten gemacht haben um den Verdacht zu haben, dass es im Kern primär um deine früheren Erfahrungen geht. Die Art und Weise wie dein Vater über seine Gefühle selber in eurer Familie kommuniziert hat und die tragische Art und Weise wie er sein Leben dann beendet hat.

Dass du nun viele Jahre später an einem Punkt im Leben stehst, wo du mehrfach von Partnerinnen betrogen wirst und selber von deiner Spielsucht nicht wegkommst, wird wahrscheinlich kein Zufall sein.

Vielleicht interpretiere ich das natürlich nun aufgrund deiner Lebensgeschichte nur herein: Aber auf mich wirken deine Beiträge eben so als würden du bei deinen emotionalen Beschreibungen nur an der Oberfläche kratzen.
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #119
Fixiere dich nicht zu sehr auf deine Ehe.

Der Suizid deines Vaters hat dich traumatisiert, woraufhin du Coping Strategien (Verhaltensweisen, die im Umgang mit Gefühlen helfen) entwickelt hast. Da ist ja dein eigentliches Thema.
Ja das kann natürlich auch stimmen

Zumal das auch mit reinspielen kann, warum du gerade fast panisch an deiner Ehe festhältst - um eine erneute Verlusterfahrung zu vermeiden, weil die das alte Trauma reaktivieren würde.
Naja ich bin halt optimistisch was das angeht und kein mensch der alles weg wirft ohne es versucht zu haben. Aber selbstverständlich kann das auch mit rein spielen.
Man darf nicht vergessen, dass Frauen von Süchtigen Co Abhängige sind und sich genau aus diesem Grund so jemanden ausgesucht haben. Meistens haben sie schon im eigenen Elternhaus einen suchterkrankten oder anderweitig emotional nicht verfügbaren, instabilen Elternteil gehabt.

Daher stammt ja der Begriff der Co Abhängigkeit, aus der Suchtberatung. Auch wenn die heutige Definition sich nicht mehr nur auf suchterkrankte Partnerschaften bezieht.

Ich finde es daher nicht so fair, ihm jetzt die ganze Verantwortung für ihr scheinbares Leid zuzuschieben und die Opferkarte auszuspielen. Das hat sie sich genauso ausgesucht und niemand zwingt sie, mit ihm zusammen zu leben.
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #120
Auf Seite 1 erwähntest du wie dein Vater Suizid begangen hat, du in die Spielsucht geglitten bist, deine erste Partnerin dich betrogen hat und du Verlustängste entwickelt und das Bedürfnis zu Kontrolle entwickelt hast.
Bei meiner ersten Partnerin gab es definitiv noch keine Spielsucht. Das kann ich nicht beurteilen mit der Kontrolle, ich habe in meiner Partnerschaft in knapp 15 Jahren nie was kontrolliert außer in diesem Jahr.
Nun geht bei dir seit mehreren Seiten aber wieder primär um die Spielsucht als wäre das eine eigenständige Erkrankung, die du nun wieder im Griff hast, weil du dir das nun ganz fest vorgenommen hast. Man muss jetzt aber ja kein Ausbildung zum Psychotherapeuten gemacht haben um den Verdacht zu haben, dass es im Kern primär um deine früheren Erfahrungen geht. Die Art und Weise wie dein Vater über seine Gefühle selber in eurer Familie kommuniziert hat und die tragische Art und Weise wie er sein Leben dann beendet hat.
Mir geht es primär um meine Ehe und nicht meine Spielsucht. Dafür gibt's doch Experten. Das ganze ist jetzt 18 Jahre her, ich kann mich nicht so ganz genau erinnern wie mein Vater kommuniziert hat.
Dass du nun viele Jahre später an einem Punkt im Leben stehst, wo du mehrfach von Partnerinnen betrogen wirst und selber von deiner Spielsucht nicht wegkommst, wird wahrscheinlich kein Zufall sein.
Ich habe seit 15 Jahren ein und die selbe Frau und es kam erst dieses Jahr dazu
Vielleicht interpretiere ich das natürlich nun aufgrund deiner Lebensgeschichte nur herein: Aber auf mich wirken deine Beiträge eben so als würden du bei deinen emotionalen Beschreibungen nur an der Oberfläche kratzen.
 
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #121
Mir geht es primär um meine Ehe und nicht meine Spielsucht. Dafür gibt's doch Experten. Das ganze ist jetzt 18 Jahre her, ich kann mich nicht so ganz genau erinnern wie mein Vater kommuniziert hat.

Wenn du Ratschläge in Richtung Ehe willst, müsstest du mehr Infos über euch liefern.

Wie lief deine Kindheit ab? Wie war dein Verhältnis zu deiner Mutter ? Wie zu deinem Vater ? Wie bist du mit deiner Frau zusammengekommen ? Wie ist euer Konfliktverhalten ? Streitet ihr lauthals? Oder versucht ihr die Themen eher zu unterdrücken? Usw.

Man kann dir keine wirklichen Ratschläge geben, wenn man eure Beziehungsdynamik nicht kennt und die speist sich ein Stück weit eben auch aus eurer individuellen Vorgeschichte.

Also auch was deine Frau betrifft, müsste man mehr über sie wissen.
 
G
Benutzer Gast
  • #122
Ich würde schätzen aufs Jahr gerecht so zwischen 0,5 und 5 Prozent. Nicht jedes Jahr es gab auch Pausen.

Wenn die Zahl stimmt, dann ist das bei einem Jahresgehalt von 100.000 (was ich jetzt mal nicht annehme) im Durchschnitt weniger, als ein Raucher im Jahr für seine Sucht ausgibt.

Ist denn dann eher Zeit, die Du außer Haus beim Spiel verbracht hast, das Problem gewesen?

Wenn ich ehrlich sein darf: ich bezweifle die Zahl und vermute, dass Du Dir in die Tasche lügst. Und das ist aus meiner Sicht deshalb erwähnenswert, weil es bedeuten würde, dass Deine Auseinandersetzung mit Deiner Sucht und damit Dein Bestreben für Deine Ehe dann nicht aufrichtig wäre.
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #123
Wenn die Zahl stimmt, dann ist das bei einem Jahresgehalt von 100.000 (was ich jetzt mal nicht annehme) im Durchschnitt weniger, als ein Raucher im Jahr für seine Sucht ausgibt.
Wie gesagt es war unterschiedlich. Zudem bin ich Raucher. Wenn es nicht stimmen würde dann hätte man ja auch eventuell Schulden oder Schufa Einträge usw. Das ist nie der Fall gewesen. Ich habe eine astreine Weste dort. Haben auch über eine halbe Millionen Euro Immobilienkredit ohne irgendwelchen besonderen Auflagen von unserer Bank erhalten.
Ist denn dann eher Zeit, die Du außer Haus beim Spiel verbracht hast, das Problem gewesen?
Nein es war tatsächlich eigentlich vom Handy aus. Die emotionale Abwesenheit und dadurch vermutlich auch die fehlenden Gefühle in diesen Zeiten.
Wenn ich ehrlich sein darf: ich bezweifle die Zahl und vermute, dass Du Dir in die Tasche lügst. Und das ist aus meiner Sicht deshalb erwähnenswert, weil es bedeuten würde, dass Deine Auseinandersetzung mit Deiner Sucht und damit Dein Bestreben für Deine Ehe dann nicht aufrichtig wäre.
Naja es muss ja auch nicht alles immer so sein wie mancher denkt. Meine Ehe ist und war mir immer sehr wichtig. Mit meiner Sucht habe ich mich schon sehr intensiv auseinander gesetzt.
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #124
Wenn du Ratschläge in Richtung Ehe willst, müsstest du mehr Infos über euch liefern.

Wie lief deine Kindheit ab? Wie war dein Verhältnis zu deiner Mutter ? Wie zu deinem Vater ? Wie bist du mit deiner Frau zusammengekommen ? Wie ist euer Konfliktverhalten ? Streitet ihr lauthals? Oder versucht ihr die Themen eher zu unterdrücken? Usw.
Meine Kindheit war teilweise geprägt von Gewalt gegenüber meiner Mutter und Alkoholmissbrauch.
Meine Eltern waren einige Jahre geschieden deswegen und haben dann erneut geheiratet.
Ansonsten war alles so ziemlich normal.
Mein Verhältnis zu meiner Mutter war immer stets aufrichtig und liebevoll. Wir stehen auch heute noch in regelmäßigen Kontakt und sie kümmert sich toll um unsere Kinder und verbringt gerne Zeit mit ihnen.
Zu meinem Vater hatte ich auch ein gutes Verhältnis bis zu seinem Todestag. Aber es war nicht so innig wie bei meiner Mutter. Er war auch der strengere von beiden.

Meine Frau und ich kannten uns schon ein paar Jahre flüchtig über den Freundeskreis. Auf einer Party in einer Disco haben wir uns dann geküsst und so nahm es seinen Lauf.

Konflikte haben wir eigentlich immer sachlich diskutiert und gelöst. Ehrlich gesagt gab es garnicht so viele davon. Vielleicht hat sich jeder auch etwas zurück genommen in gewissen Themen. Aber laut wurde man sehr sehr selten bis garnicht.
Man kann dir keine wirklichen Ratschläge geben, wenn man eure Beziehungsdynamik nicht kennt und die speist sich ein Stück weit eben auch aus eurer individuellen Vorgeschichte.

Also auch was deine Frau betrifft, müsste man mehr über sie wissen.
 
G
Benutzer Gast
  • #125
Konflikte haben wir eigentlich immer sachlich diskutiert und gelöst. Ehrlich gesagt gab es garnicht so viele davon. Vielleicht hat sich jeder auch etwas zurück genommen in gewissen Themen.

Was ich mich an der Stelle frage ist, ob du und deine Frau denn in der Lage seid eure Bedürfnisse und Gefühle in der Beziehung klar zu artikulieren. Kommt eure Harmonie daher, dass ihr einfach sehr oft einer Meinung seid und glücklich seid oder daher, dass ihr potentiellen Konfliken aus dem Weg geht und die Emotionen in euch selber hineinfresst?

Du schreibst zur Kindheit " Ansonsten war alles so ziemlich normal." Angesichts von Gewalt gegen deine Mutter, Alkoholmissbrauch, Scheidung+WIederheirat und letztlich Suizid musste ich bei dem Satz schon schlucken. Das wirkt auf mich so als hättest du sowohl von deiner Mutter als auch von deinem Vater sehr viel vorgelebt bekommen wie man mit Konflikten aber auch Selbstachtung in einer Beziehung nicht umgehen soll.
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
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  • #126
Was ich mich an der Stelle frage ist, ob du und deine Frau denn in der Lage seid eure Bedürfnisse und Gefühle in der Beziehung klar zu artikulieren. Kommt eure Harmonie daher, dass ihr einfach sehr oft einer Meinung seid und glücklich seid oder daher, dass ihr potentiellen Konfliken aus dem Weg geht und die Emotionen in euch selber hineinfresst?
Ich finde wir sind immer dazu in der Lage gewesen Bedürfnisse und Gefühle klar mitzuteilen. Gut seit einem halben Jahr läuft es nicht mehr so rund wie davor.
Aber ansonsten sind wir meistens ziemlich einer Meinung und es gibt nicht viel Diskussionsbedarf. Konflikten gehen wir nie aus dem Weg.

Du schreibst zur Kindheit " Ansonsten war alles so ziemlich normal." Angesichts von Gewalt gegen deine Mutter, Alkoholmissbrauch, Scheidung+WIederheirat und letztlich Suizid musste ich bei dem Satz schon schlucken. Das wirkt auf mich so als hättest du sowohl von deiner Mutter als auch von deinem Vater sehr viel vorgelebt bekommen wie man mit Konflikten aber auch Selbstachtung in einer Beziehung nicht umgehen soll.
Ja das hört sich schon sehr verrückt an das glaube ich. Das kann natürlich auch gut möglich sein. Ich kann mich nur nicht mehr an alle Details erinnern, sind schon bestimmt 20 Jahre her mittlerweile. Das mit normal ist auch meine Meinung und Erinnerung dazu, ob das denn auch wirklich normal war kann ich nicht sagen.
 
B
Benutzer232500  (36) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #127
Die letzten Jahre, warum hast du sie nicht wirklich beachtet? Redet sie das jetzt seit Jahren an dich hin?
Vielen lieben Dank für deine ausführlichen Antworten.
Es war einfach nach dem Rückfall so das ich mich ein bisschen zurück gezogen habe. Jetzt im Nachhinein weiß ich das es absolut mies und ungerecht war ihr gegenüber.
Warum war das so? Wie hat sie dich darauf aufmerksam gemacht?
Es gab schon hin und wieder Komplimente, nur eben nicht mehr so wie damals. Ich habe das einfach unbewusst schleifen lassen, vielleicht durch den ganzen Stress mit dem Hausbau, ich weiß es nicht genau. Gesagt hat sie es mir mal und klar hat man das von Freunden oder in der Familie auch öfters gehört. Von Männern geh ich aus das es der besagte Dritte hauptsächlich war.
Inwiefern hat es an der Kommunikation gemangelt? Hat sie es nicht so geäußert, dass das bei dir ankam? Hast du nicht zugehört?
Ich Denke mir halt heute auch durch das ganze Drama in diesem Jahr viel zu wenig geredet wurde. Sie hat ihr Ding gemacht, ob es richtig oder falsch war. Kaum kommuniziert und wenn diesbezüglich Vereinbarungen getroffen wurden dann wurden diese nicht eingehalten.
Zudem finde ich haben wir oft nicht klipp und klar kommuniziert, aber vielleicht auch weil wir uns tatsächlich in vielen Dingen immer einig waren.
Wie viel davon sind jeweils bei eurer Entscheidung das Ding retten zu wollen Kinder, wie viel Haus und wie viel ihr beide selbst?
Kinder 20 Haus 10 Ehe 70
Ich bin mir sicher wenn die Ehe funktioniert dann ergibt sich alles andere von alleine.
Sie hat gesagt, dass sie das retten möchte. Warum denkst du das dann zumindest? Glaubst du ihr das nicht?
Ich glaube es ihr. Klar bei allem was ich in dem letzten halben Jahr erlebt habe kommen mir auch manchmal Zweifel wenn ich länger nachdenke. Aber ich kenne sie eigentlich nur 100 Prozent ehrlich, sie ist es die immer schon Ehrlichkeit gepredigt hat. Deswegen verstehe ich das Verhalten einfach nicht. Irgendwie dachte ich mir von anfang an sie wurde manipuliert oder sowas ähnliches.
Deshalb solltest du das ernst nehmen und dir überlegen, was es damit auf sich hat.
Es ist mir auch total ernst. Und natürlich spornt mich es auch noch mehr an wenn ich eine Gefahr sehe. Es war immer mein Ziel damit aufzuhören, in erster Linie für mich selber. Ich bin mir zum ersten Mal auch sicher das es jetzt klappt. Natürlich kann man noch ewig drüber reden.
Dass du gerade im Moment fest davon überzeugt bist, dass du das nicht mehr tust, glaube ich dir. Sie vielleicht auch. Aber das reicht vermutlich nicht, um zu vertrauen. Dafür wird das wohl zu schlimm gewesen sein.
Ja diesbezüglich muss man einfach vertrauen. So überzeugt wie heute war ich wirklich noch nie.

Ich habe nicht das Gefühl, dass du ihr diese Sicherheit nur durch Worte geben kannst. Du meintest, du bist in den letzten Monaten in Therapie. Dann gehe doch das Thema an, dieses Mal gründlich. Wenn sich dann herausstellt, dass das auch so funktioniert, ist doch alles fein. Du hast doch nichts zu verlieren.

Du solltest vermitteln, dass du dich mit allen Mitteln hinter dieses Thema klemmst - ihr zuliebe, eurer Sache zuliebe, euren Kindern zuliebe, auch dir selbst zuliebe. Ich habe absolut nicht das Gefühl, dass das reicht. Einsatz zeigen, auf die Gefahr hin, dass es hierfür zu spät ist.

Dann war es trotzdem richtig. Du hast die letzten Jahre nicht geschalten, du kannst jetzt nicht nur mit Worten ankommen. Also, kannst du schon, aber ich denke nicht, dass das reicht.

Du hast die Therapie wegen Sucht immer abgebrochen, hattest nun einen Rückfall, denke mal darüber nach, ist doch irgendwie logisch, dass das jetzt natürlich nicht reicht, wenn nur Worte kommen…? Völlig egal, wie ernst gemeint.



TE, ich finde, dass du dich mit diesem Post hier auseinandersetzen solltest. Dieser Punkt ist ausschlaggebend. Du hängst am Symptom fest. Der Auslöser war dein Rückfall, oder das war der berühmte letzte Tropfen. Die Ursache liegt woanders.
Der Ursache wird auf den Grund gegangen.

Und darüber sagst du wenig. Vielleicht weil ihr darüber nicht redet, aber du meintest, ihr redet gerade viel. Ihr müsst an die Ursache ran, wenn ihr die Chance auf Vertrauen wollt.



Was sagt sie zur Ursache? Es ist nicht zielführend nur bis zum Auslöser aufzurollen, davon habt ihr hinten raus nichts, die Ursache ist ja dann immer noch da.
Die Ursache ist noch nicht bekannt. Zu mindestens nicht eindeutig.
Aber sie hat mir schon oft gesagt ich muss das ganze aufarbeiten.
Eben. Das meinte ich oben. Deine Beteuerungen, auch wenn glaubhaft, reichen vermutlich nicht aus.



Warum hastest sie nicht ernst genommen? Woran lag das?
Ich kann es ehrlich gesagt nicht sagen. In diesem Jahr hat sie mir das auch zum ersten Mal so richtig klar gemacht was das ganze mit ihr ständig macht, wie sie drunter leidet und wie wichtig es ist damit aufzuhören. Klar hat sie es mir immer gesagt aber diesmal war es sehr emotional und das hat was in mir ausgelöst.
Das Ganze ist nicht nur damit zu erklären. Das mag stimmen, zur Wahrheit gehört aber noch viel mehr. Thema Ursache. Du versuchst aufzuwiegen. "Ja… das kann sein, mein Rückfall hat ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Ja… ok, so kann ich dieses Affärending nachvollziehen und akzeptieren. Das war ja auch wirklich übel, dieser Rückfall, ja, ok, dann verstehe ich das." (Kommt mir ein bisschen so vor, als würdest so in die Richtung denken. Weiß ich natürlich nicht wirklich.)

Deine Gefühle waren nicht weg. Gut, schöne Basis, aber ihr hat es ja an anderen Dingen gefehlt, du hast nirgends gesagt, dass sie deine Gefühle infrage stellt?
Ich denke nicht das meine Frau meine Gefühle in Frage stellt. Sie weiß das ich sie sehr liebe und sie für mich und die Kinder alles ist.
Es scheint so, als würdest du viel zu kurz denken. Es geht nicht um die Phase, in der diese Freundschaft entstanden ist. Auch nicht um kurz davor. Du meintest Jahre, zwei Jahre ca. seit ihr was fehlt. Als dieses Ding schon lief, hättest du mit Zuneigung und was ihr nicht alles noch gefehlt hat, nichts mehr erreicht.
Als die Freundschaft anfing war eigentlich noch alles so ziemlich gut. Sie hat mir immer wieder gesagt sie liebt nur mich und die Kinder usw.
So sehe ich das zumindest. Man (Frau) braucht innerlich eine ganze, lange Weile, bis man sich soweit distanziert hat, dass man sowas tut. Stück für Stück, über Monate, Jahre.



Welche Taten? Was kannst du tun? Was kann sie tun?
Sich an Absprachen halten. Keine Lügen, Kontrollmaßnahmen. Ehrlich zu einander sein und offen zu kommunizieren. Verlässlich sein, zu seinen Fehlern stehen und offen sein.
Warum nicht? Wie oft sehen die beiden sich dort?
Es ist ein Ehrenamt und sie fühlt sich dort richtig wohl und aufgenommen. Ich weiß das es sehr wichtig für sie ist und sie ist darin wieder aufgeblüht. Ich würde es nicht mal verlangen wollen wenn ich könnte.
Es ist unterschiedlich, manchmal garnicht in der Woche, manchmal zwischen 1-3 mal. Anfang des Jahres erstmal weniger. Kann natürlich nicht so einfach sein.
Warum möchtet ihr beide erst einzeln? Bis sie einen Platz bekommt, dauert es eine Weile, oder als Selbstzahler? Termine für eine Paartherapie bekommt man zügiger, die muss man sowieso selber zahlen?
Ja die Paartherapie zahlt man selber. Hast du Erfahrung von online Paartherapien?
Ich bin wie gesagt ziemlich jede Woche beim psychologen und meine muss sich noch um einen freien Platz umsehen.
Das kann ja vielleicht auch hilfreich sein, wenn jeder erst einzeln, keine Ahnung, frage mich das nur.



Du meintest, sie weiß nicht, ob du ihr das verzeihen könntest. Meinst du, du kannst? Meint sie, sie kann dir verzeihen? Dass ihr jetzt "quitt" seid, oder ähnliche Denkweisen funktionieren so nicht.
Ich bin überzeugt dass ich ihr verzeihen kann und das auch möchte.
Ich denke sie kann es mir auch verzeihen sonst würde sie sicher auch nicht um die Ehe kämpfen wollen. Natürlich muss sie es auch wollen und schaffen davon los zu kommen.
Natürlich, das war kein Vorwurf, ist mir auch schon passiert. Das ist halt nicht alles. Hat man das für zu selbstverständlich angesehen? Wollte man es nicht wahrhaben? Nimmt man den anderen im Grunde nicht ernst genug? Für sie scheint das ja ein riesiger Punkt zu sein.



Du musst dich mal sortieren. Du meintest du bist in Therapie. Wie wäre es, wenn du jetzt dort mal einen Termin ausmachst und erstmal versuchst Ordnung reinzubringen?
Habe ich alle 1-2 Wochen
Du verstehst irgendwie die einzelneren Punkte, kannst sie aber nicht ins große Ganze einfügen. Was hat zu was geführt?



Habt ihr ein unterschiedliches Verständnis von Liebe?
Ich bin der Meinung eigentlich nicht.
Völlig verständlich. Da gehört meiner Meinung nach auch eine gute Portion, ich nenne es mal Hinterlistigkeit, dazu, dir immer wieder ins Gesicht zu lügen. Dass du da monatelang um Häppchen an Wahrheit betteln musst, ist richtig mies.



Genau. Das Fass war also davor schon knallevoll.
Das Stimmt
Lies dir diesen Thread hier nochmal durch. Vieles passt überhaupt nicht zusammen. Sie hat doch noch andere Dinge bemängelt. Oder stehe ich auf dem Schlauch?



Ich bin mir ehrlich gesagt nicht so ganz sicher, inwiefern du dir da einen Vorwurf machen musst. Sie rückt überhaupt nicht mit der Sprache raus, dann nur häppchenweise, ich kann irgendwie schon nachvollziehen, dass man da am Stock geht.



Vergebung braucht Zeit. Wenn ihr euch vergebt, dann bedeutet das, dass ihr euch die Dinge nicht bis ans Lebensende vorwerft. Wenn ihr das wegen jeder Kleinigkeit und bei jedem Streit rausholt, dann habt ihr verloren und vergeben habt ihr dann erst recht nicht. Wenn man sagt, man verzeiht, dann muss man es schlucken. Kein Aufwiegen, keine Vorwürfe, keine Schuldzuweisungen.

Ihr habt beide Gründe euch zu misstrauen, völlig egal, wessen Taten "schlimmer" waren.
Ihr müsst viel reden, schaut, dass ihr an professionelle Hilfe hierfür kommt.

Thema Kinder: ich glaube euch, dass ihr euer bestes gebt, dass sie so wenig wie möglich davon mitbekommen. Ihr beide seid aber in eurer Substanz erschüttert und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie es nicht, zumindest unterschwellig, wahrnehmen. Das würde mich sehr wundern.
 
Tiffi36
Benutzer223478  Öfter im Forum
  • #128
Ich Denke mir halt heute auch durch das ganze Drama in diesem Jahr viel zu wenig geredet wurde. Sie hat ihr Ding gemacht, ob es richtig oder falsch war. Kaum kommuniziert und wenn diesbezüglich Vereinbarungen getroffen wurden dann wurden diese nicht eingehalten.
Zudem finde ich haben wir oft nicht klipp und klar kommuniziert, aber vielleicht auch weil wir uns tatsächlich in vielen Dingen immer einig waren.
Die Aussage passt aber nicht dazu, das ihr ja eigentlich alles in Ruhe ausdiskutiert.

Wie sieht sie das denn? Waren gemeinsame Entscheidung für sie das Ergebnis eines Gespräches oder hat sie einfach oft nachgegeben, nach dem Motto, "Du hast Recht, ich habe meine Ruhe"?

Ich frage das jetzt so, weil mein letzter Partner der selben Meinung war, wie du, also das wir ja immer alles ordentlich ausdiskutiert hätten und das dann eine gemeinsame Entscheidung war.
Nein, das war es zu 90 Prozent nicht, er hat einfach nur so lange auf mich eingeredet, bis ich nachgegeben habe, mit meiner Meinung hatte das aber nichts zu tun. Nur weil man nicht laut oder Beleidigend wird ist es nicht gleich eine Diskuddion. Es gibt auch Menschen, die sich durchsetzen in dem sie den Anderen tot reden.
 
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