Durchsetzen gegen den Partner

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Hallo Ihr,

seit Tagen grübel ich nun über ein Problem mit meinem „Freund“ und ich komm nicht so ganz weiter.

[...]

Was mach ich jetzt? Soll ich es nochmal ansprechen? Warte ich darauf, bis der nächste Vorfall kommt und rede dann mit ihm darüber? Wir haben ja gerade erst darüber gesprochen, vielleicht sollte es erstmal gut sein. Aber ich gehe automatisch auf Distanz, ich hab das Gefühl, dass ich mich wehren muss. Nur haben wir ja gerade gar keinen Streit mehr und hatten eigentlich ein schönes WE.
Ich weiß auch, dass ich das Ganze ein wenig lockerer sehen könnte, ich fühl mich da halt, zugegebenermaßen, schnell potentiell bedroht.
Vielleicht brauch ich einfach nur eine andere Perspektive und dafür wäre ich sehr dankbar.

Ich möchte euch bitten, mich nicht zu zitieren, damit ich nachher evtl. löschen kann. Das ist ja jetzt doch viel Privates, das ja nicht nur mich betrifft. Danke :smile:
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Mein Gott ist das ein Krampf ohne Zitate...

Also kurz und lieblos:

1.) Es berührt mich höchst unangenehm, wenn Leute argumentieren, sie seien zu nett. Ich will da gar nicht näher darauf eingehen, da rede ich mich nur in Wut. Ich lade aber dazu ein, mal die Implikationen solcher katastrophalen Aussagen und Gedankengänge ein bißchen zu behirnen.

2.) Die Beziehung auf Augenhöhe ist so ein abgenudeltes Schlagwort, daß ich es nicht mehr hören kann. Was aber bei euch aus Deiner Perspektive der Fall ist: Du fühlst Dich nicht ernstgenommen, verspottet, nicht respektiert. Dein Vertrauen ist gestört. Alles keine Basis für eine funktionierende "Beziehung", auch wenn es augenscheinlich nur eine Ficknummer ist.

3.) Du hast nie gelernt richtig nein zu sagen, haderst noch immer mit deiner Vater-Tochter Beziehung, lastest das aber teilweise dann ihm an. Hier bist aber eigentlich Du gefragt.

4.) Insgesamt frag ich mich was Du an dem Ganzen siehst. Ne Ficknummer, in der Dir der Sex so wenig Spaß macht, daß Du an die Decke gehen könntest - na toll. Und beim "Drumherum" fühlst du Dich verhöhnt und erdrückt. Na super.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Hallo,

vorweg: Ich hab keine Ahnung von SM und inwieweit das ins alltägliche Leben mit reinspielt (reinspielen soll).

Aber:

bist du sicher, dass er Switcher ist? Es liest sich momentan so, als wäre er in erster Linie dominant und wenn er "unten" ist, dann hätte er zwar nichts dagegen, aber wirklich antörnen tut ihn das wohl nicht, sonst würde er sich anders verhalten.

Alles in allem kommt mir deine Situation nicht unbekannt vor, allerdings eben aus einem nicht-SM-Haushalt. Diese Machtspiele sind dann mMn ein Austragen von Egopushern, die du nicht nötig hast, aber er eben, warum auch immer. Ich persönlich sehe bei solchen Dingen schwarz, weil ich das Gefühl habe, er braucht es, auch wenn er versteht, dass es für dich scheiße ist. So gesehen bist entweder du zufrieden oder er, denn bis er in einem Status ist, wo er das nicht mehr nötig hat, wird es noch was dauern, vor allem müsste er es einsehen und an sich arbeiten. Da kannst du tun, was du willst, es würde nichts dran ändern. Falls ich also mit meiner Vermutung halbwegs richtig liege, läuft es darauf hinaus, dass entweder du dich dran gewöhnst oder damit umgehen lernst oder dass du irgendwann massiv die Schnauze voll hast.

Ich hoffe aber natürlich, dass ich falsch liege und irgendwas übersehen habe.
 
M

Benutzer

Gast
Hey Kaya,

so wie ich es verstanden habe, hat er gegen Ende dann schon Einsicht gezeigt und Dich darum gebeten, ihm eindeutig zu sagen, wann er sich wie ein Depp benimmt. Dir reicht das aber insofern nicht, als Du das nicht erst sagen müssen willst, sondern er es von selbst merken und in Zukunft auch ganz unterlassen soll?

Wenn er inzwischen nach der ganzen Lacherei und Aufzieherei gemerkt hat, dass Du wirklich ein Problem damit hast, dann würde ich jetzt erst mal die nächste Situation abwarten. Noch ein Gespräch bringt momentan in meinen Augen nichts. Er weiß ja, was Du erwartest und ist Dir mit diesem Angebot, ihn zurechtzuweisen ja einigermaßen entgegengekommen. Es kommt jetzt eben darauf an, wie sich die neue Situation dann gestaltet, wie er sich verhält und ob Du damit klar kommst, wie ihr die Situation dann gelöst haben werdet.

Was die sexuelle Dominanz betrifft, damit kenne ich mich zu wenig aus, um irgendetwas Fundiertes dazu sagen zu können; die Frage ist eben - denn so wie ich es verstanden habe, gefällt Dir das prinzipiell schon, aber eben nicht immer (richtig?) - ob er überhaupt von seinem Wesen her bereit ist, diese Zugeständnisse zu machen, oder ob er diese ganze Dominanznummer (nicht nur im Bett) durchgehend braucht.

Unterm Strich liest es sich so, als wäre er kein wirklicher "Switcher" (äh, das ist bestimmt so ein Fachbegriff, den ich jetzt vermutlich falsch einsetze, aber weil Du den für Dominanz verwendet hast, meine ich damit, dass er nicht mal dominant und mal devot ist, sondern Dich schon ganz schön unterm Pantoffel hat). Es ist ja die eine Sache, sich erst mal nur so zu verhalten, er scheint ja aber nicht mal Deine deutlichen Widerworte ernst zu nehmen. Ich persönlich würde bei so etwas auch an die Decke gehen, ehrlich gesagt. Wenn ich eines nicht leiden kann, dann, wenn man mich nicht ernst nimmt.

Vielleicht hilft es Dir ja schon, dass er das zumindest in Zukunft erkennt: wann es Dir ernst mit etwas ist und wann Dich etwas wirklich massiv stört. Dass er dann nicht zu lachen hat, sondern dass dann erst mal Schluss mit lustig ist und ihr für die Problemlösung gleichberechtigt seid. Er soll ja schließlich nicht zum Hündchen werden, das alles tut, was Du willst, aber auf Dauer, das heißt, wenn er nicht bereit für ein Entgegenkommen ist, scheint mir das zwischen euch nicht zu funktionieren, wenn Du auch gerne mal "oben" (jetzt ganz generell) wärst und er das aus irgendwelchen Gründen nicht abkann.
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Na, das mit dem Sex stimmt nicht ganz. Es ist dieser eine Aspekt, der mir keinen Spaß (mehr) macht. Wie gesagt, wir haben Dinge ausprobiert und ich merke, dass mir das nicht mehr gefällt. Was aber auch durch das Verhalten drumherum kommt. Alles Andere ist ziemlich gut.
Und auch sonst ist unser Verhältnis sehr gut, ich hab nur das Gefühl, das mit dem nicht Ernstnehmen wird immer mehr. Das muss ja irgendeinen Grund haben, und ich vermute, es liegt daran, dass ich ihn nicht rechtzeitig in die Schranken gewiesen habe. Die Frage ist, ob man das noch reparieren kann.

Dass ich ihm evtl Dinge anlaste, die in das Vater-Tochter-Problem gehören, ist mir ja bewusst. Nur wie soll ich das ändern? Grenzen ziehen lernen kann man nur in einer Beziehung, aber aufgrund dieses Problems ziehe ich sie meist entweder zu früh (ich mach Schluss) oder zu spät, wie jetzt anscheinend.

Zu c) Ich hab halt jetzt nur die Problemstellen beschrieben, nicht das Positive. Wir haben sonst sehr viele Gemeinsamkeiten, ähnliche Einstellungen und Interessen. Und von Anfang an waren wir sehr vertraut miteinander, ich hab ihm sofort vertraut. Jetzt bröckelt das. Normalerweise fasse ich eher langsam Vertrauen zu Menschen.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
A) Grenzen ziehen lernen kann man nur in Beziehungen, ja, aber nicht nur in romantischen Beziehungen. Unser Leben besteht aus Beziehungen, und in allen müssen wir Grenzen setzen.

D i e s e Beziehung so als Übungspuppe vorzusehen, an der man sich abreagiert ist also falsch; wohingegen es richtig ist, sich in allen Beziehungen des Lebens ums richtige Neinsagen zu bemühen.

Wenn Du eh weißt, wo das Problem herkommt und das auch schon bei Dir zum Beziehungsscheitern geführt hat, wär mal Unterstützung dritter Hand von Vorteil. Sonst baden das immer deine Beziehungen sprich Du und Partner, aus.


B) Im Grunde ist euer Verhätlnis sehr gut, nur fühlst du Dich herumgeschubst, nur fühlst Du Dich von seiner Körperkraft erdrückt, nur fühlst Du Dich verspottet, nur fühlst Du Dich nicht ernstgenommen, nur kannst Du Deine Grenzen im Bett nicht durchsetzen, nur ...

Alles neuralgische Punkte, die halt nur nicht passen, aber keine Sorge, der Rest ist prima. Echt, oder?

C) Hoffe nicht, daß es daran liegt, daß Du ihn nicht rechtzeitig in die Schranken gewiesen hast.
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
@chelle: Hm, aber wie geht es damit zusammen, dass er mir zB in meiner Prüfungsphase geholfen und mich unterstützt hat, mit mir die Nacht durchtelefoniert hat und mich beruhigt hat, als ich vor Nervosität nicht schlafen konnte. Da hat er meine Sorgen ernst genommen und mir davon erzählt, dass er manchmal ähnliche Schlafprobleme vor großen Aufträgen hat. Oder dass er sich abends am Telefon anhört, wie krank meine Katzen gerade sind und sich danach erkundigt? Aber wenn wir über Filme diskutieren, sein Spezialgebiet, und ich erzähle, dass ich Filme gut finde, die er für Müll hält, dann lacht er mich aus. Das finde ich halt so schizophren, wie reagiert man auf sowas? Es ist ja okay, dass man jemanden MAL etwas aufzieht, aber er treibt das immer viel zu weit. Ich will mich da nicht immer verteidigen müssen und was schlagfertiges fällt mir auch nicht immer ein.

Das andere mit dem "Beschützen" find ich eher kritisch, weil ich da immer das Gefühl habe, dass er ein bestimmtes Frauenbild hat, dass er auf mich anwendet. Und wenn ich davon abweiche, wiegelt er das einfach ab.

Ich bin ja durchaus in therapeutischer Behandlung und werde das dann auch morgen ansprechen. Aber die kann ja auch nicht bei jeder Einzelentscheidung dabei sein und mir über die Schulter gucken....

@ Lotusknospe: Das habe ich mich auch schon gefragt, ob er wirklich auch den devoten Teil mag. Es kommt auch manchmal vor, dass er mir das anbietet, beim Sex. Nur, wenn ich dann darauf eingehe, muss ich es wieder sehr rabiat durchsetzen.
Ob er ein Egopusher ist? Das glaub ich nicht, aber ich kann das auch noch nicht so einschätzen. Wenn, dann kann ich es eher verstehen, dass er merkt, dass ich mich ihm nicht so einfach unterwerfe, wie seine Ex-Freundinnen das getan haben (also im Alltag). Da war er halt immer "der Mann", der "Sugardaddy", er sieht sich halt immer als Rudelführer. Nur momentan ohne Rudel, denn die Kinder sind bei der Ex. Bei mir geht das nicht und das hab ich ihm ja immer gezeigt. Vielleicht fordert ihn das heraus. Und dann seh ich wirklich schwarz für uns. Ich lass mich ja gern beschützen, aber ich entscheide wann und wie. Und ich will auch beschützen. Aber das lässt er nicht zu. Allgemein wirkt er aber sehr stabil auf mich und das sagt er auch von sich. Augenscheinlich kratzt da nicht sehr viel an seinem Ego.

@ Mia: Was das Sexuelle angeht: Anfangs war erstmal Ausprobieren, was gefällt mir/ihm, wie dominant/devot bin ich? Zu was bin ich bereit? Welche Techniken? usw. Anfangs war einiges okay und auch gut, und dieser eine von mir benannte Aspekt war okay. Aber irgendwann hat er sich eingespielt und dann wurde es zuviel, zu oft. Und jetzt, mit dem Verhalten im Alltag, kann ich es gar nicht mehr ab.
Natürlich flirten wir im Alltag, kabbeln, aber ich will schon, dass wir eine vernünftige Diskussion führen können. Im Haushalt zb, dem absoluten Klassiker, haben wir absolute Arbeitsteilung, er würde sogar mehr machen als ich. Aber in Diskussionen ist er wieder unglaublich dominant, ich hab das Gefühl, immer dann, wenn ich von seinem Weltbild abweiche, nimmt er meine Meinung nicht mehr an. Und auch, dass er mich halt nicht als Autorität für mein Befinden anerkennt, nervt. Also halt diese Diskussion übers Kommen. Oder ich hab ihm tausendmal gesagt, dass mich seine Ex kein Stück weit stört und ich nicht eifersüchtig bin. Trotzdem schirmt er mich von allem in der Richtung ab, weil er denkt, Frauen wären ja so eifersüchtig und würden sich sofort schlecht fühlen. Das sind so Dinge, wo er mich überhaupt nicht ernst nimmt und meine Meinung einfach wegwischt. Und dann fühlst du dich irgendwann einfach nicht mehr wahrgenommen.
 
M

Benutzer

Gast
Puh, harter Tobak. Zum Teil kann ich deine Gedankenwelt nachvollziehen, auch deine Situation.
Auch wenn es deinem langen Text nicht gerecht wird, habe ich eigentlich nur einen wirklich wichtigen Rat für dich: Rede mit ihm dringendst über den ganzen BDSM-Kram in Verbindung mit dem Alltag. Dass du manche Dinge über dich ergehen lässt (wie du es geschildert hast) und er weiss nicht, dass es dir eigentlich keine Freude mehr bereitet - da schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken. Du möchtest eine Beziehung auf "Augenhöhe", aber die sehe ich grade bei euch nicht. Es wirkt so, als würde sich die Dominanz vom Bett langsam auf den Alltag hinüberschwappen. Wenn das von beiden Seiten gewollt ist - wunderbar. Aber bei dir sieht das ganz und gar nicht so aus.
Das gilt auch für das sexuelle: Mein Partner und ich, wir betiteln uns beide ebenso als Switch. Wobei es innerhalb unserer Beziehung ein wenig speziell ist, da er im sexuellen Kontext mir gegenüber sehr stark devot ist und ich ihm demnach "gestatte", dass er mich ab und an dominiert. Wir sind uns allerdings über diese Situation absolut im Klaren und da hat niemand das Gefühl, gegen seinen Willen Dinge zu tun bzw gegen seinen Willen unterworfen zu werden. Wenn jemand in der devoten Position ist, dann aus Lust daran und nicht deshalb, weil er körperlich unterlegen ist.
Wie es derzeit bei euch abläuft, finde ich sehr grenzwertig. Vor allem, da du ja auf gewisse Art und Weise anderweitig vorbelastet bist, halte ich da Offenheit und entsprechende Konsequenzen für unabdingbar. Ansonsten könnte es schneller als dir lieb ist passieren, dass du sämtliche Freude an derlei Sex verlierst.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Kaya,

ja, das mit dem Sugardaddy klingt schlüssig, denn so wirkt die Beziehung: Wie eine inzestuöse Vater-Tochter-Beziehung. Aber ich entsinne mich aus einem andern Thread, daß genau das Dein Partnerschema ist.

Da finde ich nichts schizophrenes, er ist halt der Papa der seiner Tochter die Sorgen abhört und die Tochter beschützt und die Tochter da hinverweist wo sie hingehört. Und wenn die Kleine mal aufbegehrt, mokiert er sich drüber, denn wie ernst kann ein erwachsener Vater auch seine kleine Tochter nehmen, wenn sie """Unfug""" redet?
 

Benutzer78489 

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chelle: Nun, was sollte ich daran ändern, bzw. wie sollte ich es ändern? Natürlich redet man gegenseitig über Sorgen, aber ich kann ihn ja nicht zwingen, mit mir zu reden und seine Sorgen mitzuteilen. Dann kann die einzige Konsequenz sein, ich höre auf, mit ihm über sowas zu reden. Aber dann brauch ich ja bald gar nichts mehr über meinen Alltag zu erzählen.
Welchen Thread und wie kommst du auf mein Partnerschema?
Normalerweise ist es eher so, dass ich immer die dominantere Rolle in meinen Beziehungen habe. Und hoffte, es wäre dies mal etwas ausgeglichener...

MsThreepwood: Also, ich hab diesen einen GV über mich ergehen lassen, wo mir wirklich in dem Moment dann bewusst geworden ist, dass es jetzt gerade zuviel ist und nicht mehr passt. Und dann halt auch abgebrochen, sobald ich konnte. Da kam alles zusammen und die Stimmung war weg. Danach hatten wir das auch nicht mehr. Und ja, das sitzt mir schon im Nacken, dass es halt sehr grenzwertig war und wir darüber nochmal sprechen müssen.

Devot zu sein ist manchmal gut und richtig. Aber dass er dazu auch immer seine Körperkraft einsetzt und mir das auch so bewusst macht, das tut mir nicht gut. Das geht ja sozusagen immer weiter. Erst war es nur beim "Ringen". Dann bei anderen Praktiken. (Also, dass es anfängt, mich zu stören.) Und dann halt der Alltag. Und irgendwann ist auch Schluss, ich muss auch mal oben sein können und meine Autorität muss akzeptiert werden, damit ich mich wieder wohl fühle.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Was solltest Du ändern:

- Nie wieder etwas mit Dir machen lassen "weil er sonst spöttelt", oder weil du müde bist oder weil er müde ist, oder weil es nervt.

- Konsequent jedesmal aufzeigen, daß Du es nicht schätzt, wenn man dich nicht ernst nimmt, daß sowas in einer Beziehung keinen Platz hat.

- Konsequent jedesmal aufzeigen, daß Du eine gleichberechtigte Beziehung wünschst und keine Machtspiele oder -demonstrationen akzeptierst.

- Beziehungsmechanik überdenken, bereden, auch mit Dritten. Mir erscheint das einfach ungesund, anhand der Informationen die da vorliegen wirkt das wie ein Alptraum auf mich.

Welcher Thread:

Schon ein Jahr oder so her, es ging damals um das Thema Partnerwahl und "überlegene" da "reifere" ältere Partner, da hast Du mitgepostet.




Off-Topic:
Ceterum censeo, daß dieses Nichtzitierendürfen ein einziger, grauenerregender Seich ist. Ich komme mir vor wie halb gelähmt :tongue:
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Hallo,

also ich hab ihm gestern eine Nachricht geschrieben, in dem ich alles dargelegt habe. Wie sehr mich das stört, mit dem nicht ernst nehmen und lustig machen, aber auch das mit dem Sex.

Das mit dem Sex hatte er wohl schon geahnt und er schreibt, dass er sich da große Vorwürfe macht. Also, da kann man auf jeden Fall drüber reden. Das Andere...

Da spielen verschiedene Dinge mit rein. Manchmal wischt er wohl Sachen weg, weil er Angst hat, ich reagiere wie seine Exfreundin, die wohl sehr eifersüchtig war. Da hab ich argumentiert, dass er mir das sagen muss, dass es mit ihr zu tun hat und nicht mit mir, dass er aber auch mit mir reden muss. Ich hab ihm gesagt, ich will als eigenständige Person wahrgenommen werden und er muss lernen, mir zu glauben, dass ich nicht so reagiere wie sie. Er meinte, er würde mich als eigenständige Person wahrnehmen, das muss ich ihm glauben (aber er verhält sich ja anders) und ansonsten, müsste ich halt zeigen, dass ich anders bin. Aber bereits jetzt könne er ja merken, dass das ja doch ein Thema wäre. Na toll. Er ist also nicht bereit, da was zu leisten und ich soll mich beweisen? Aber schon gleich sagt er mir, dass ich ja seine Befürchtungen bestätige.

Nun, ansonsten sagt er, dass er mich halt manchmal ärgert, aber das wäre ja nicht so gemeint und ich solle das nicht so ernst nehmen. Das ist so der Punkt, der mich am meisten aufregt. Es stört mich, das hab ich ihm gesagt. Trotzdem hat er mich seitdem geärgert. Ich hab das jetzt nochmal gesagt und auch gesagt, dass ich das nicht mit mir machen lasse - heißt, ich mache dann wirklich Schluss. Und daraufhin schreibt er mir, dass er mich halt gern ärgert und ich das nicht so ernst nehmen soll. Dh. ich sage zweimal es stört mich und seine Reaktion ist, dass ich mir das doch gefallen lassen soll, weil ich mich anstelle. Natürlich regt es mich um so mehr auf, wenn er jedes Mal weiter macht, obwohl ich gesagt habe, dass ich das nicht will.

Ansonsten sagt er, er würde mich ja total ernst nehmen, schließlich hätte er mit mir über meine Prüfungsangst geredet, über den schief gegangen Sex, er würde mich jetzt ernst nehmen, etc. Ja, da kann man auch mit ihm reden, so ist das ja nicht. Aber selbst jetzt erklärt er nur sein Verhalten, gibt mir aber zu verstehen, dass ich das so akzeptieren soll oder anders sehen soll. Ich projeziere zuviel hinein, er meine das ja alles nicht so. Und er meinte, ich komme mit seinem dominanten Auftreten nicht klar und fühle mich zu schnell in eine schwächere Position gedrängt.
Das stimmt ja auch, aber anscheinend erwartet er, dass ich mich in die Position drängen lasse, mir diese dann aber schön rede und so tue, als wär nichts.

Er sagt, ich soll ihm einfach sagen, wenn er den Spaßmodus ausstellen soll, dann macht er das. Aber damit stellt er sich ja nur als normal und lustig hin und mich als Spaßbremse.
Selbst gestern, als wir telefoniert haben, hat er konkret Sachen gesagt, die mich provozieren und hat nur darauf gewartet, dass ich was sage. Ich hab nichts gesagt, da hat er das angesprochen. Da meinte ich, dass das keine Äußerung wert gewesen wäre. Und trotzdem wollte er dann weiter darauf rumreiten.

Was soll das? Warum pisst er mir so ans Bein?

Ich hoffe die ganze Zeit, dass das nur ein Kommunikationsproblem ist. Aber, wenn er weiterhin keine Verantwortung dafür übernimmt und alles immer nur an mir liegt, dann....Ich kann echt nicht glauben, dass das jetzt daran zerbricht....

Es kann doch nicht sein, dass es so schwer ist, eine Beziehung aufzubauen, in der sich keiner unterwerfen muss? In der ich nicht dauernd Mama sein muss, aber trotzdem nicht ständig untergebuttert werde.
 
M

Benutzer

Gast
Puh, ich bin ja grundsätzlich pro offene Kommunikation nicht grade für "Ich schmeisse spontan alles hin", aber das klingt jetzt so, als wenn sich zwingend einer von euch beiden ändern MUSS, damit es klappt.
Und dies ist in meinen Augen einfach keine Beziehungsgrundlage. :hmm:
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
Wenn Du meine Meinung hören willst...ich kenne solche Männer. Die solche Spielchen spielen, sich nicht wirklich auf die Partnerin einstellen wollen, provokant und selbstgerecht sind.
Das wird nicht besser. Du siehst es ja jetzt. Anstatt dass er Dich ernst nimmt, redet er mit Dir darüber (was daraus besteht, dass er Dir sagt, Du sollest sein Verhalten so hin nehmen) und macht weiter wie zuvor. Nicht nur das, er weiß nun in aller Klarheit, was Du davon hälst (nicht, dass Du vorher nicht schon genug gesagt hättest) und dass Du das nicht willst, macht aber erst recht so weiter, provoziert Dich ganz gezielt.

Ich würde den Kerl abschießen. Er wird dann noch rumjammern und Dich als ungerecht und zickig hinstellen, aber darum solltest Du Dich dann nicht mehr scheren. Jemanden, der Dich nicht ernst nimmt, brauchst Du nicht.

Es kann doch nicht sein, dass es so schwer ist, eine Beziehung aufzubauen, in der sich keiner unterwerfen muss? In der ich nicht dauernd Mama sein muss, aber trotzdem nicht ständig untergebuttert werde.
Zu dem Thema - man braucht den richtigen Gegenüber dazu. Dazu sollte man einerseits sein Beuteschema und sein eigenes Verhalten nochmals genau überdenken (sehr oft findet sich da was. Mir persönlich scheint, Du greifst gern zu den Problemfällen - beobachte das) und andererseits braucht es den glücklichen Zufall.
 

Benutzer107327 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hallo Kaya,

ich hab den Thread jetzt mal überflogen, sorry falls ich was überlesen habe, das schon kam.

Da finde ich nichts schizophrenes, er ist halt der Papa der seiner Tochter die Sorgen abhört und die Tochter beschützt und die Tochter da hinverweist wo sie hingehört. Und wenn die Kleine mal aufbegehrt, mokiert er sich drüber, denn wie ernst kann ein erwachsener Vater auch seine kleine Tochter nehmen, wenn sie """Unfug""" redet?

Den Eindruck habe ich auch, was eure Dynamik von seiner Seite aus betrifft.
Für mich sieht eure Beziehung zueinander so aus, also ob ihr einfach beide viel Vergangenheit respektive emotionalen Ballast mit herumschleppt und euch dementsprechend dem anderen Gegenüber verhaltet. Nur dass das weniger mit dem jeweils anderen zu tun hat und mehr mit einem selbst.

Oder für den Siggi Freud Fan: Kann es sein, dass du eine fette Übertragung "Vater --> Beziehungspartner" machst? Kann es sein, dass er eine fette Übertragung "Ex/Kinder --> Beziehungspartnerin" macht?

Da halte ich es auch für schwierig herauszukommen, denn man kann ja seine Persönlichkeit und seine bisherigen Erfahrungen nicht mal so eben ändern. Falls man das möchte wäre die erste Grundvorraussetzung wohl die Bereitschaft zum grundsätzlichen hinterfragen, durcharbeiten und sich selbst bewusst machen - dagegen hat man üblicherweise einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Widerstand.
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Oder für den Siggi Freud Fan: Kann es sein, dass du eine fette Übertragung "Vater --> Beziehungspartner" machst? Kann es sein, dass er eine fette Übertragung "Ex/Kinder --> Beziehungspartnerin" macht?

Ja, das auf jeden Fall.
Was mich halt stört: Ich bin mir meines Problems bewusst, spreche das in der "Beziehung" auch an und reflektiere mein Verhalten, bzw. versuche es auch zu verändern.
Von ihm kommt da in der Hinsicht nichts. Und das ist das, was mich so stört.

Da kommst du aber nicht mal eben raus, du musst halt lernen, mit solchen "Altlasten" umzugehen und sie immer wieder an der Realität zu überprüfen. Das versuche ich ja.


Ich hab heute mit meiner Thera darüber gesprochen, sie meinte, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen tatsächlich wohl sehr empfindlich auf dieses Nichternstnehmen und Lustigmachen reagiere. Aber auch, dass ich halt ein Recht auf meine Gefühle habe.
Und sie sieht es wie ich als problematisch an, dass ich einlenke, reflektiere und zu Kompromissen bereit bin und er nicht.

Aber sie sagt auch, wir haben jetzt soviel geredet und eigentlich gar keine Gelegenheit, das jetzt im Alltag zu zeigen und umzusetzen. Und das sollte wir jetzt vor allem tun und vor allem weniger zu Hause rumhocken (und nicht nur Sex haben :grin:), sondern auch mal was gemeinsam zu unternehmen. Ich denke, damit hat sie recht, wir müssen uns mal im Alltag und mit anderen beweisen.

Nunja, ich finde dennoch, dass das alles eine Kompromissbereitschaft und ein Problembewusstsein seinerseits vorraussetzt. Er muss akzeptieren, wenn ich so fühle und mit seinem Verhalten auf mich zu kommen. (Meine Thera meint ja, das hätte er bereits getan, aber ich würde das nicht so wahrnehmen, also nicht so sehen, dass ich bereits Erfolge erzielt habe und die aber durch weitere Redeversuche wohl überdecke). Naja. Ich hab hab ihm diesen letzten Teil nochmal geschrieben und hoffe, er lenkt dies mal ein.

Wenn nicht, wenn er erwartet, dass nur ich auf ihn zugehe, wird es für uns keine Zukunft geben.
 

Benutzer107327 

Planet-Liebe Berühmtheit
Von ihm kommt da in der Hinsicht nichts. Und das ist das, was mich so stört.
Widerstand. Finde ich normal. Du hast das halt schon erfolgreich überwunden, du hast ja auch eine Therapeutin und er (vermutlich) nicht.

Aber sie sagt auch, wir haben jetzt soviel geredet und eigentlich gar keine Gelegenheit, das jetzt im Alltag zu zeigen und umzusetzen. Und das sollte wir jetzt vor allem tun und vor allem weniger zu Hause rumhocken (und nicht nur Sex haben :grin:), sondern auch mal was gemeinsam zu unternehmen.
Den Eindruck habe ich auch. Gerade wegen dem, was du über euren Sex geschrieben hast, da sind ziemlich grenzwertige Sachen dabei, finde ich.

Er muss akzeptieren, wenn ich so fühle und mit seinem Verhalten auf mich zu kommen. (Meine Thera meint ja, das hätte er bereits getan, aber ich würde das nicht so wahrnehmen, also nicht so sehen, dass ich bereits Erfolge erzielt habe und die aber durch weitere Redeversuche wohl überdecke).

Hm. Kann ich nicht beurteilen. Seine Persönlichkeit zu ändern kannst du von ihm wohl nicht verlangen und Widerstand zu überwinden duch Druck halte ich für wenig aussichtsreich.

Ich finde aber schon, dass er kapieren kann: Ich sollte mich nicht im Alltag gegen meine Freundin durchsetzen indem ich schlichtweg meine körperliche Überlegenheit ausspiele. Finde ich jetzt nicht so schwierig.
 

Benutzer98492 

Verbringt hier viel Zeit
Ich möchte mal versuchen, aus meiner Sicht an die Sache heranzugehen, weil ich die Dinge, die du so beschreibst, ganz anders wahrnehme als du. Das soll kein Zurechtweisen sein, sondern vielleicht nur einen anderen Blickwinkel eröffnen und zum Nachdenken anregen.
Du beschwerst dich, dass er sich nur erklärt, aber sich nicht "ändert" in irgendeiner Richtung. Ich kann das verstehen, speziell in der Situation, dass du dich nicht ernst genommen fühlst, wenn er Witze macht. Aber ist es nicht in Wirklichkeit genauso, dass du dich auch nur erklärst und nicht änderst?
Vorweg: Der Text ist lang und sehr persönlich geworden. Es ist nicht meine Absicht, nur dich zu kritisieren und ihn gut darzustellen. Es ist natürlich auch eine einseitige Darstellung von dir, auf die ich eingehe. Ich hoffe, du kannst ein bisschen davon mitnehmen, ohne, dass du dich irgendwie "fertig gemacht" fühlst. Wie gesagt, ich wollte einfach mal einen anderen Blickpunkt auf eure Situation deutlich machen...

Das mit dem Sex hatte er wohl schon geahnt und er schreibt, dass er sich da große Vorwürfe macht. Also, da kann man auf jeden Fall drüber reden.
Finde ich einen wichtigen Punkt. Du hast das mit dem Sex (endlich!!) explizit angesprochen und er hat es sofort eingesehen und hat sogar ein schlechtes Gewissen. Meiner Meinung nach bist du da auch ziemlich selbst dran Schuld (wenn man sowas sagen darf, das ist ja recht grenzwertig in dem Gebiet), wenn du sowas über dich ergehen lässt und einfach nicht sagst, dass es dir nicht passt!

Da spielen verschiedene Dinge mit rein. Manchmal wischt er wohl Sachen weg, weil er Angst hat, ich reagiere wie seine Exfreundin, die wohl sehr eifersüchtig war. Da hab ich argumentiert, dass er mir das sagen muss, dass es mit ihr zu tun hat und nicht mit mir, dass er aber auch mit mir reden muss. Ich hab ihm gesagt, ich will als eigenständige Person wahrgenommen werden und er muss lernen, mir zu glauben, dass ich nicht so reagiere wie sie. Er meinte, er würde mich als eigenständige Person wahrnehmen, das muss ich ihm glauben (aber er verhält sich ja anders) und ansonsten, müsste ich halt zeigen, dass ich anders bin. Aber bereits jetzt könne er ja merken, dass das ja doch ein Thema wäre. Na toll. Er ist also nicht bereit, da was zu leisten und ich soll mich beweisen? Aber schon gleich sagt er mir, dass ich ja seine Befürchtungen bestätige.

Er hat dir erklärt, dass er glaubt, du seist grundlos eifersüchtig. Ich konnte deinem Text jetzt nicht entnehmen, ob du es tatsächlich bist. Aber, dass er zu dir sagt, dass du seine Befürchtungen bestätigst, sollte eigentlich DICH dazu veranlassen, darüber nachzudenken und dich a) selber zu ändern oder b) [wenn du die Eifersucht als gerechtfertigt empfindest] Schluss machen, weil er dich betrügt/hintergeht o.ä.

Nun, ansonsten sagt er, dass er mich halt manchmal ärgert, aber das wäre ja nicht so gemeint und ich solle das nicht so ernst nehmen. Das ist so der Punkt, der mich am meisten aufregt. Es stört mich, das hab ich ihm gesagt. Trotzdem hat er mich seitdem geärgert. Ich hab das jetzt nochmal gesagt und auch gesagt, dass ich das nicht mit mir machen lasse - heißt, ich mache dann wirklich Schluss. Und daraufhin schreibt er mir, dass er mich halt gern ärgert und ich das nicht so ernst nehmen soll. Dh. ich sage zweimal es stört mich und seine Reaktion ist, dass ich mir das doch gefallen lassen soll, weil ich mich anstelle. Natürlich regt es mich um so mehr auf, wenn er jedes Mal weiter macht, obwohl ich gesagt habe, dass ich das nicht will.
Wenn sich etwas eingeschlichen hat - und das meine ich jetzt auf eher negativere Sachen bezogen - dann ist es schwierig, es sofort anders/besser zu machen. Abgesehen davon spielt hier riesig die Problematik rein, dass du ja (wie du es auch selber sagst) ein Problem damit hast, weil dein Vater dich nie ernst genommen hat und dominant war. Jetzt stellt sich die Frage, wer ist "im Recht"? Genau genommen liegt das Problem bei dir und in deiner Wahrnehmung, die meisten Leute würden über die Späße mitlachen und dann wärs gegessen. Dennoch verstehe ich deine Aversion gegen seine Witze. Aber ist es gerechtfertigt, dass ER sich ändern muss aber DU nicht? Ich bin der Meinung, dass ihr beide da aufeinander zugehen müsst, denn er kann nicht (genauso wenig wie du es für ihn bezüglich seiner Ex willst) deine Vergangenheit ausbaden.

Ansonsten sagt er, er würde mich ja total ernst nehmen, schließlich hätte er mit mir über meine Prüfungsangst geredet, über den schief gegangen Sex, er würde mich jetzt ernst nehmen, etc. Ja, da kann man auch mit ihm reden, so ist das ja nicht. Aber selbst jetzt erklärt er nur sein Verhalten, gibt mir aber zu verstehen, dass ich das so akzeptieren soll oder anders sehen soll. Ich projeziere zuviel hinein, er meine das ja alles nicht so. Und er meinte, ich komme mit seinem dominanten Auftreten nicht klar und fühle mich zu schnell in eine schwächere Position gedrängt.
Das stimmt ja auch, aber anscheinend erwartet er, dass ich mich in die Position drängen lasse, mir diese dann aber schön rede und so tue, als wär nichts.
Ich finde es gut, dass du erkennst, dass er sehr wohl über ernste Dinge mit dir reden kann und auch durchaus Gesprächsbereit ist, was das aktuelle Thema angeht. Wer sagt, dass er erwartet, dass du dich in die Position drängen lässt? Vielleicht wünscht er sich genauso eine Partnerin auf Augenhöhe wie du? Vielleicht hätte er gerne, dass du ihm in manchen Situationen direkt widersprichst oder auch einfach mal deinen Kopf durchsetzt? Eine dominante Position eines Partners in der Beziehung bedeutet nicht gleichzeitig, dass er es so haben will! Aber solange der eine sich "unterkriegen lässt", wird sich daran nichts ändern...

Er sagt, ich soll ihm einfach sagen, wenn er den Spaßmodus ausstellen soll, dann macht er das. Aber damit stellt er sich ja nur als normal und lustig hin und mich als Spaßbremse.
Selbst gestern, als wir telefoniert haben, hat er konkret Sachen gesagt, die mich provozieren und hat nur darauf gewartet, dass ich was sage. Ich hab nichts gesagt, da hat er das angesprochen. Da meinte ich, dass das keine Äußerung wert gewesen wäre. Und trotzdem wollte er dann weiter darauf rumreiten.
Du sagtest, er würde nichts ändern wollen, aber die Bereitschaft, den "Spaßmodus" zu beenden zeigt doch genau das Gegenteil? Ob du dich dabei blöd fühlst ist ja genau genommen nicht sein Problem, er hat in dem Moment versucht, darauf einzugehen, was du gerne möchtest. Dass er auf Äußerungen rumreitet, das ist fies, aber du musst auch lernen ihm seine Grenzen aufzuziehen. Wenn er dir blöd kommt und es bei Zurechtweisung nicht lässt, beende das Telefonat. Dann lernt er das ganz schnell.

Den Eindruck habe ich auch, was eure Dynamik von seiner Seite aus betrifft.
Für mich sieht eure Beziehung zueinander so aus, also ob ihr einfach beide viel Vergangenheit respektive emotionalen Ballast mit herumschleppt und euch dementsprechend dem anderen Gegenüber verhaltet. Nur dass das weniger mit dem jeweils anderen zu tun hat und mehr mit einem selbst.

Das sehe ich ganz genauso! Ganz wichtig der Satz, es hat mit einem Selbst zu tun! Also muss man auch an sich selber arbeiten. Man kann andere Menschen nicht ändern (höchstens Kompromisse aushandeln), aber man kann sich selbst ändern.

Ja, das auf jeden Fall.
Was mich halt stört: Ich bin mir meines Problems bewusst, spreche das in der "Beziehung" auch an und reflektiere mein Verhalten, bzw. versuche es auch zu verändern.
Von ihm kommt da in der Hinsicht nichts. Und das ist das, was mich so stört.
Den Eindruck teile ich nicht. Vielleicht lässt er dich weniger teilhaben an seiner Reflexion, vielleicht ist er in der Beziehung aber auch noch nicht so weit wie du. Das kannst du ihm aufzeigen. Du kannst ihn aber nicht dazu drängen, das mit seiner Ex zu verarbeiten, wenn du es selber für dich noch nicht mal geregelt bekommst (die Vatergeschichte meine ich jetzt).

Nunja, ich finde dennoch, dass das alles eine Kompromissbereitschaft und ein Problembewusstsein seinerseits vorraussetzt. Er muss akzeptieren, wenn ich so fühle und mit seinem Verhalten auf mich zu kommen.
Ich habe den Eindruck, dass du sehr sehr viel einforderst (an Entgegenkommen), dein Entgegenkommen aber quasi nicht vorhanden ist. Er muss akzeptieren, dass du die Witze nicht magst. Er muss akzeptieren, dass du nicht seine Ex bist. Er muss akzeptieren, dass dir der Sex nicht mehr gefällt. Gleichzeitig kritisierst du an ihm, dass er aber von dir erwartet, dass du akzeptierst, dass er von seiner Ex geprägt ist, dass du akzeptierst, dass er Witze macht (wobei er da mit dem Spaßbremsenmodus schon eingelenkt hat) und so weiter. Verstehst du, was ich damit sagen möchte? Ihr seid beide so sehr mit euren Altlasten beschäftigt, dass ihr nur einfordert, anstatt mal an sich selbst anzusetzen und an sich selbst zu arbeiten statt die Verantwortung dafür dem Gegenüber zu geben.
Mir ist nicht wirklich klar, wie das Entgegenkommen deinerseits aussieht? Genau genommen regst du Gespräche an, in denen du ihm vermittelst, was er anders machen soll. Oder dich erklärst.
Ich glaube schon, dass die Beziehung zwischen euch funktionieren kann, aber du kannst die Verantwortung nicht auf ihn abwälzen. Du musst lernen Nein zu sagen, Grenzen aufzuziehen, dann erledigt sich die Vater-Tochter-Problematik früher oder später von selbst. Oder aber ihr trennt euch, weil er a) nicht begeistert ist, wenn ihr auf einer Augenhöhe seid oder b) du so unglücklich bist, dass sich nichts geändert hat.

Ich wünsche euch beiden echt alles Gute und rege an, von außen auf euer Beziehungsgeflecht zu schauen. Solange ihr mitten drin seid, kann es ja nur subjektiv gefärbt sein und die Kommunikation schwierig machen.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Es kann doch nicht sein, dass es so schwer ist, eine Beziehung aufzubauen, in der sich keiner unterwerfen muss? In der ich nicht dauernd Mama sein muss, aber trotzdem nicht ständig untergebuttert werde.

Erstens: Beziehungen bei denen sich keiner unterwerfen muß, gibt es nicht. Man kann nur schauen, daß sich beide zu ETWA gleichen Teilen - einer hier, eine da - unterwerfen.

Zweitens: Das ist schwer.

Drittens: Das wird nicht leichter, wenn frau die eigne Familienbiographie auf Beziehungen projiziert. Damit kommt auch kaum ein Partner klar.

Viertens: Warst Du wirklich immer Mama, oder ist das Projektion?

Fünftens:

Ich hab heute mit meiner Thera darüber gesprochen, sie meinte, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen tatsächlich wohl sehr empfindlich auf dieses Nichternstnehmen und Lustigmachen reagiere. Aber auch, dass ich halt ein Recht auf meine Gefühle habe.
Und sie sieht es wie ich als problematisch an, dass ich einlenke, reflektiere und zu Kompromissen bereit bin und er nicht.
Klar, prima facie ist das problematisch wenn nur ein Teil immer einlenkt. Aber sie kann nur das beurteilen, was sie von Dir hört. Genau wie wir.

Die Frage ist also, wird Deine Beurteilung ihm gerecht?
Vielleicht sollte er mal mit dir zu einer gemeinsamen Beratung gehen...



Verstehst du, was ich damit sagen möchte? Ihr seid beide so sehr mit euren Altlasten beschäftigt, dass ihr nur einfordert, anstatt mal an sich selbst anzusetzen und an sich selbst zu arbeiten statt die Verantwortung dafür dem Gegenüber zu geben.

Korrekt.

Ich finde aber schon, dass er kapieren kann: Ich sollte mich nicht im Alltag gegen meine Freundin durchsetzen indem ich schlichtweg meine körperliche Überlegenheit ausspiele. Finde ich jetzt nicht so schwierig.

Korrekt.


Ganz brutal: Ich halte euch momentan für vermindert (Nicht: "GAR NICHT") beziehungsreif. Beide.
Altlasten zu haben ist okay, aber der Umgang damit stimmt nicht, die Respektbasis stimmt nicht, die Partnervorstellungen stimmen nicht.
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Finde ich einen wichtigen Punkt. Du hast das mit dem Sex (endlich!!) explizit angesprochen und er hat es sofort eingesehen und hat sogar ein schlechtes Gewissen. Meiner Meinung nach bist du da auch ziemlich selbst dran Schuld (wenn man sowas sagen darf, das ist ja recht grenzwertig in dem Gebiet), wenn du sowas über dich ergehen lässt und einfach nicht sagst, dass es dir nicht passt!

Ich habe etwa 10 Minuten, nach dem das passiert ist, das Ganze angesprochen. Später war ich mir nicht sicher, ob deutlich geworden war, wie bedrückend das für mich war, also habe ich es ein paar Tage später nochmal geschrieben. Da hat er mir geschrieben, dass er sich an dem Abend schon Vorwürfe gemacht hat.
Ich habe ihm das Erlebnis nie vorgeworfen, aber es hat mich trotzdem belastet.
Geklärt hatten wir das dann gestern recht schnell und damit ist es auch okay für mich.

Er hat dir erklärt, dass er glaubt, du seist grundlos eifersüchtig. Ich konnte deinem Text jetzt nicht entnehmen, ob du es tatsächlich bist. Aber, dass er zu dir sagt, dass du seine Befürchtungen bestätigst, sollte eigentlich DICH dazu veranlassen, darüber nachzudenken und dich a) selber zu ändern oder b) [wenn du die Eifersucht als gerechtfertigt empfindest] Schluss machen, weil er dich betrügt/hintergeht o.ä.

Nö, das hat er nie gesagt. Er hat mir nie vorgeworfen, dass ich eifersüchtig bin, ich vermute, er meinte mit "Diskussionthema" eher, dass die Eifersucht seiner Ex ein Thema ist. Und das stimmt ja. Aber ich bin nicht eifersüchtig, mir geht es darum, dass er mich nicht in dieselbe Schublade steckt, wie sie. Und da bin ich ihm entgegengekommen, ich habe ihn gebeten, das anzusprechen, wenn er fürchtet, ich würde mich wie sie verhalten. Und ich zeige dafür durchaus Verständnis - wenn ich denn weiß, worum es geht. Das wusste ich ja vorher gar nicht.


Jetzt stellt sich die Frage, wer ist "im Recht"? Genau genommen liegt das Problem bei dir und in deiner Wahrnehmung, die meisten Leute würden über die Späße mitlachen und dann wärs gegessen. Dennoch verstehe ich deine Aversion gegen seine Witze. Aber ist es gerechtfertigt, dass ER sich ändern muss aber DU nicht? Ich bin der Meinung, dass ihr beide da aufeinander zugehen müsst, denn er kann nicht (genauso wenig wie du es für ihn bezüglich seiner Ex willst) deine Vergangenheit ausbaden.

Nun, das war durchaus Motivation für das Posting hier, dass ich das manchmal nicht so beurteilen kann. Dennoch denke ich, dass wenn ich mich massiv unwohl fühle, ich nicht mein Denken ändern muss, zumindest nicht nur. Sondern, dass er sich auch zügeln sollte. Und ich habe nie gefordert, dass nur er sich ändern muss, allein mein Posting hier zeigt doch, dass ich auch an mir arbeite.



Du kannst ihn aber nicht dazu drängen, das mit seiner Ex zu verarbeiten, wenn du es selber für dich noch nicht mal geregelt bekommst (die Vatergeschichte meine ich jetzt).

Das habe ich nicht, ich habe ihn, sobald ich wusste, es ist wegen der Ex und nicht wegen mir, gebeten, darüber zu reden. Er hat mich gebeten, ihm Zeit zu geben und einfach selbst erleben zu lassen, dass ich anders bin.



Wir haben übrigens heute endlich mal telefoniert. Da konnten wir dann plötzlich ganz anders darüber reden. Er hat mir erklärt, dass er eine konkrete Motivation hatte, warum er mich an dem einen Abend abgewiesen hatte. Und er meint, er hätte sich mir auch mitgeteilt, wenn ich nicht so dicht gemacht hätte. Das fand ich sehr plausibel und okay. Dass er einen Grund hatte, der mir auch einleuchtet, hat mir gezeigt, dass er das nicht gemacht hat, nur um mir zu zeigen, dass er das kann. Und damit hat sich der Knoten dann auch gelöst.
Er versteht wohl nicht, warum ich mich so dominiert fühlte, weil er es wohl wirklich nicht so gesehen hat. Anscheinend ist der Eindruck über verschiedene Einzelfälle entstanden, die größtenteils einfach aus dummen Scherzen entstanden sind. Wir haben darüber geredet und er meinte, es wäre wirklich einfach nur "scheiß" gewesen, mit dem er mir nichts Böses wollte. Für mich ist dann halt wohl dieser Eindruck entstanden und hat sich immer weiter verdichtet.
Das Ding war, dass ich tatsächlich den Verdacht hatte, dass da sowas im Busch ist, deshalb hab ich hier gepostet. Aber per Mail sind wir einfach auf keinen grünen Zweig gekommen und haben uns nur gegenseitig die Schuld zugeschoben.

Wir haben uns darauf geeinigt, demnächst früher über sowas zu reden, vor allem, dass ich demnächst früher sage, wenn mich sowas bedrückt. (Und nicht erst, wenn sich soviel ansammelt, dass ich einen derartigen Eindruck gewinne. Aber die Einzelteile für sich waren ja auch nicht so wild, erst im Zusammenspiel gings dann ab.)
Ich bin mir weiterhin meiner Vorgeschichte bewusst und arbeite daran. Ich hab ihm aber auch gesagt, genausowenig wie er seine Vorerfahrungen einfach ausstellen kann, kann ich meine einfach ausstellen.
Wir wollen jetzt abwarten und "einfach" erstmal weitermachen und gucken, wo da noch Redebedarf besteht.

---------- Beitrag hinzugefügt um 23:41 -----------

Erstens: Beziehungen bei denen sich keiner unterwerfen muß, gibt es nicht. Man kann nur schauen, daß sich beide zu ETWA gleichen Teilen - einer hier, eine da - unterwerfen.

Ja klar, das seh ich auch so. Aber das meine ich mit Augenhöhe, dass es halt nicht dauerhaft auf eine Seite kippt. Und genau den Eindruck hatte ich in der letzten Zeit gewonnen gehabt und dann fühl ich mich nicht mehr wohl.

Ich hoffe, dass wir jetzt alles klären konnten und sich das dann auch zeigt, wenn wir uns wieder sehen.
 
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