Durchfallquote Deutsch-Matura

Benutzer107819 

Sorgt für Gesprächsstoff
Von 40 Personen sind 36 durchgefallen!!

Ich mache Lehre mit Matura (ist ein "neues" gefördertes Bildungsprogramm während der Ausbildung).
Im Dezember hatten 40 Leute die schriftliche Matura. Gestern hatten wir die mündliche. Von 40 sind nur 4 durchgekommen. Diese 4 waren Erwachsene (30-40 Jahre),welche die normale Reifeprüfung machen.
Also haben die Prüfer alle Lehrlinge (Azubis) durchfallen lassen.
Begründung: mündlich oder schriftlich war negativ. Oder beides war negativ. Noteneinsicht der Benotung besteht keine.
Jedenfalls ist es sehr dubios, dass anscheinend alle Lehrlinge schlecht in Deutsch wären oder sich nicht gut ausdrücken können.

Die letzte Matura (Herbst 2011) ist so ausgefallen: von 37 sind 35 durchgefallen. Die 2,die es geschafft haben waren wieder Erwachsene.
Im Sommer 2011 ist sie auch nicht viel besser ausgefallen.

Ich finde es und viele andere natürlich auch sehr komisch. Denn der schnitt ändert sich nicht und sie lassen wieder die lehrlinge fallen.

Was hält ihr denn von so einem ergebnis?

---------- Beitrag hinzugefügt um 21:06 -----------

Ich finde es sehr blöd dass jüngere (mit etwas weniger Erfahrung) mit Erwachsenen verglichen werden,denn diese haben doch schon mehr Erfahrungen und können sich noch besser ausdrücken (im Normalfall).
Dennoch ist es sehr interessant ob wirklich 36 Lehrlinge/Azubis nicht reif genug sind für die Matura.
Ich habe mir das vorher gut überlegt und gewusst auf was ich mich einlasse.
Also bin ich der Meinung wenn jemand weiß, dass er eher nicht so gut ist im lernen,dann wird er das auch nicht machen.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Halte ich für realistisch und angemessen.

Gerade Lehrlinge können so schlecht Deutsch, daß es einem den Magen umdreht. Generell stinken die Muttersprachenkenntnisse in DE und AT zum Himmel. Ich als Ausländerin (!) schreibe einwandfreieres Deutsch als gefühlte 90% meiner Mitmenschen. Höchst fatal!

Dazu paßt, daß die Polizeischulen kaum noch Bewerber aufnehmen können, weil keine Sau mehr sinnerfassend lesen oder auch nur ein Knöllchen fehlerfrei ausfüllen könnte. Die organisieren jetzt extra Grundrechen-, Lese- und Schreibkurse für Aspiranten, damit die wenigstens auf Volksschulniveau kommen.

Grausig.
 

Benutzer107819 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ja bei einigen finde ich das angemessen.
Meine Beurteilung aber nicht. ich hatte keinen Rechtschreibfehler und nur einen Beistrichfehler. Schriftlich bekam ich also einen "schlechten 3er". Dennoch haben sie mich durchfallen lassen. Ich geb zu ich war total nervös und habe bei der mündlichen ein paar Mal gestottert.
Mir drehts den Magen um, als ich gehört habe, dass einige 30!!! Rechtschreibfehler gemacht haben!!
Da sage ich ok..
Aber wie mir ist es dennoch anderen auch gegangen!
 

Benutzer67771 

Sehr bekannt hier
R]Ich finde es sehr blöd dass jüngere (mit etwas weniger Erfahrung) mit Erwachsenen verglichen werden,denn diese haben doch schon mehr Erfahrungen und können sich noch besser ausdrücken (im Normalfall).
Alle Prüflinge wollen den gleichen Abschluss, für alle Prüflinge gelten die gleichen Anforderungen. Miteinander verglichen wird bei solchen Prüfungen niemand.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Ich als Ausländerin (!) schreibe einwandfreieres Deutsch als gefühlte 90% meiner Mitmenschen. Höchst fatal!
Off-Topic:
Höchst fatal? Ich wäre froh, wenn ich einwandfreies Deutsch schreiben könnte!
Noch "einwandfreier" braucht es nicht zu sein - das gibt es sprachlich wohl auch nicht... :zwinker:


Ich hatte immer Mühe mit den Sprachen, und darum angeborenes Mitleid mit allen, die deshalb als ungenügend eingestuft werden.

Aber um zu beurteilen ob die Durchfallquote angemessen ist, müsste ich
1. die Prüfungsaufgaben und Prüfungen vor mir haben, und
2. Fachmann sein.

Ich finde es aber auf jeden Fall ein ungutes Zeichen, wenn so viele durchfallen. Für wen auch immer.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Ja bei einigen finde ich das angemessen.
Meine Beurteilung aber nicht. ich hatte keinen Rechtschreibfehler und nur einen Beistrichfehler. Schriftlich bekam ich also einen "schlechten 3er". Dennoch haben sie mich durchfallen lassen. Ich geb zu ich war total nervös und habe bei der mündlichen ein paar Mal gestottert.
Mir drehts den Magen um, als ich gehört habe, dass einige 30!!! Rechtschreibfehler gemacht haben!!
Da sage ich ok..
Aber wie mir ist es dennoch anderen auch gegangen!

Sprachbeherrschung besteht nicht nur aus Orthographie.

Auch die Beherrschung strukturierten Schreibens und Sprechens, oder die Produktion wohlgeformter Sätze, oder die inhaltlich richtige Verwendung von Vokabeln gehört dazu.

Ich kann Deinen konkreten Fall nicht beurteilen, weil ich nicht dabei war.

Ich halte aber - wie gesagt - die 4 von 40 für eine realistische Quote.
 

Benutzer65313 

Toto-Champ 2008 & 2017
Ich finde eher seltsam, dass es keine Noteneinsicht gibt... Zumindest in meinem Bundesland in Deutschland hat man das Recht, seine Klausuren nach einer gewissen Zeit (es war, glaube ich, wenige Wochen nach dem mündlichen) einzusehen.
Beim mündlichen ist man leider immer auf das Wohlwollen der Prüfer angewiesen. Das schriftliche aber sollte aber beurteilbar sein...
 

Benutzer105448 

Sehr bekannt hier
Ich pflichte dem zwar bei das viele Lehrlinge/Azubis nicht so gut in Deutsch sind, allerdings halte ich das doch für übertrieben wenn aus den letzten Malen KEINER durchkommt.
Ich meine irgendeiner wird ja wohl dabei sein der es kann, weil er vorher Abi gemacht hat odersowas.
Das alle durchfallen finde ich schon sehr seltsam.

Gibt es keine Aussagen der Prüfer woran es gelegen hat?
Ob ihr vielleicht irgendwo alle denselben Fehler gemacht habt?
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
Das mit der Klausureneinsicht finde ich auch sehr merkwürdig. Dahingehend würde ich mich an deiner Stelle auch noch mal genauer informieren. Ansonsten klingt die Quote zwar krass, aber mein Vater bspw. unterrichtet an einem Schulzentrum mit Gymnasium und zusätzlich auch Bereichen, wo der schulische Teil einer Ausbildung absolviert wird. Er bekommt regelmäßig (metaphorische :zwinker:) Nervenzusammenbrüche bei der Korrektur von Klassenarbeiten ob der Deutschkenntnisse seiner Schüler, die eine Ausbildung machen. Beim Gymnasium sind wohl ebenfalls harte Fälle dabei, aber üblicherweise nicht mal im Ansatz so gut vertreten wie im Azubibereich.
Ja, ansonsten wundert mich, dass du deine Schreibfähigkeiten so betonst. DAS war bei uns Voraussetzung, die eigentliche Schwierigkeit bestand in der inhaltlichen Bearbeitung irgendwelcher Analyseaufgaben oder so. Ist natürlich blöd, dass du deine Klausur jetzt nicht noch mal durchlesen und analysieren kannst, aber kursiert vielleicht irgendwo ein Erwartungshorizont, mit dem du dein Geschriebenes aus dem Gedächtnis mal vergleichen könntest? Bei uns ist damals kurz nach dem Abi so'n Ding aufgetaucht...
Schade, dass du nicht bestanden hast. Wie sieht's denn mit ner Nachprüfung aus?
 

Benutzer12784  (40)

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Natürlich kann man seine Matura einsehen das ist doch ganz normal.

Ja, manche haben Vorurteile und lassen das in die Beurteilung einfließen. Du solltest mit deinem Lehrer reden ausser du weißt das es von ihm kommt und nicht von der Komission.
 

Benutzer107819 

Sorgt für Gesprächsstoff
Alle Prüflinge wollen den gleichen Abschluss, für alle Prüflinge gelten die gleichen Anforderungen. Miteinander verglichen wird bei solchen Prüfungen niemand.

Bei der mündlichen werden wir alle verglichen.
Es ist uns gesagt worden, dass die Prüfer sich erst jetzt alle anhören, damit Sie die Besseren hören und die Schlechteren, dann wird uns das Ergebnis gesagt.

Ja es heißt "Reife"-Prüfung. Ist mir klar.
Trotzdem finde ich, dass es eher selten ist, dass ein 18-jähriger die selbe Reife hat, wie ein 40-jähriger.

Erwachsene mit Erwachsene vergleichen OK, aber Lehrlinge mit Erwachsenen, naja darüber lässt sich diskutieren, denke ich.

---------- Beitrag hinzugefügt um 07:05 -----------

Ich pflichte dem zwar bei das viele Lehrlinge/Azubis nicht so gut in Deutsch sind, allerdings halte ich das doch für übertrieben wenn aus den letzten Malen KEINER durchkommt.
Ich meine irgendeiner wird ja wohl dabei sein der es kann, weil er vorher Abi gemacht hat odersowas.
Das alle durchfallen finde ich schon sehr seltsam.

Gibt es keine Aussagen der Prüfer woran es gelegen hat?
Ob ihr vielleicht irgendwo alle denselben Fehler gemacht habt?

Gar keine Frage, es hat auch bei uns welche mit 30-50 Fehler gegeben, da ist das Ergebnis in Ordnung.

Alle durchfallen-genau das ist es ja. Der Schnitt war bei den letzten 3 Maturaterminen NICHT besser! Und man kann doch wirklich nicht sagen, dass KEINER von ca. 120 Auszubildenden, das Zeug dazu nicht hat. Ich weiß doch vorher, auf was ich mich da einlasse...

Aussagen der Prüfer war bei denen mit vielen Fehlern, die Rechtschreibung und Grammatik.
Bei anderen, dass Sie von einem Gedanken zum Anderen hüpfen und keinen fließenden Text zusammen bekommen haben.

Es haben wirklich nur 10 die Schriftliche geschafft. (4x die Erwachsenen und 6x Ich und 5x andere Lehrlinge) Mündlich ist fast jeder positiv gewesen. Die anderen 5 dann wieder nicht.

Meine Note "schlechter" 3er (wie gesagt). Also ich war schriftlich positiv und das nicht mal soooo knapp, aber anscheinend habe ich mündlich nur einen knappen 4er.
Aus 3 und 4 ergibt sich meiner Meinung nach KEIN 5er.

Das Ergebnis ändern kann ich nicht, aber ich finde die Ergebnisse eher dubios. Gerade deswegen weil anscheinend in einem JAhr (mit 3 MAturaprüfungen) kein EINZIGER Lehrling durchgekommen ist.

---------- Beitrag hinzugefügt um 07:15 -----------

Dahingehend würde ich mich an deiner Stelle auch noch mal genauer informieren.

Wo sollte ich mich dazu informieren?
Bzw. wenn ein paar etwas sagen, dass das sehr dubios ist. NOCH haben wir Deutsch nicht (Wir müssen bei dieser Matura, je 4 Teilprüfungen ablegen) und wenn jemand etwas sagt, spricht sich das bestimmt herum.

Ja, ansonsten wundert mich, dass du deine Schreibfähigkeiten so betonst. DAS war bei uns Voraussetzung, die eigentliche Schwierigkeit bestand in der inhaltlichen Bearbeitung irgendwelcher Analyseaufgaben oder so.

Ich betone es deswegen, da wenige die schriftliche geschafft haben, eben weil Sie 30-50 Rechtschreib und Grammatikfehler gemacht haben. Also ich habe mir noch nie schwer getan bei diesen beiden Sachen, habe mir widerrum nicht gedacht, dass es da so kravierende Unterschiede gibt.
Inhaltlich habe ich trotzdem noch 5 von 8 Punkten.
Wie gesagt, dass Ergebnis erscheint uns allen komisch, vor allem weil wir die Schriftliche nicht einmal einsehen dürfen.
Auf die Frage warum nicht? - Das ist generell so. (Glaube ich aber nicht)

Schade, dass du nicht bestanden hast. Wie sieht's denn mit ner Nachprüfung aus?

Nachprüfungen gibt es bei diesem geförderten Bildungsprogramm eben nicht.
Wir haben 4 Teilprüfungen. Mathematik, Deutsch, Englisch und fachbezogen auf den Beruf (bei mir ist es Rechnungswesen)
Wir dürfen zu jeder Teilprüfung höchstens 3 Mal antreten. Hat man es nach dem dritten Mal nicht geschafft, darf man die Matura nicht mehr machen. Da ist es egal, ob du vielleicht schon 3 andere Teilprüfungen erfolgreich abgeschlossen hast.
Ein paar waren am Donnerstag dabei, die zum dritten Mal angetreten sind, die haben sie auch wieder beinhart durchfallen lassen. Die, können sich die Matura jetzt "aufzeichnen".

---------- Beitrag hinzugefügt um 07:21 -----------

Natürlich kann man seine Matura einsehen das ist doch ganz normal.

Ja, manche haben Vorurteile und lassen das in die Beurteilung einfließen. Du solltest mit deinem Lehrer reden ausser du weißt das es von ihm kommt und nicht von der Komission.

Zu uns haben sie gesagt, können/dürfen wir nicht!

Ich denke du triffst es auf den Punkt. Das mit den Vorurteilen ist es.
Wir Lehrlinge haben ja die Schule vielleicht abgebrochen, weil wir vor ein paar Jahren nicht mehr die Schulbank drücken wollten und jetzt bekommen wir mit dem neuen Bildungsprogramm auf einmal doch noch die Chance.
Viele denken sich, andere setzen sich 4-5 Jahre jeden Tag in die Schule. Und wir müssen uns nur einmal in der Woche in den Abendkurs setzen nach der Arbeit.
Vorurteile sind da sicher im Spiel.
Einerseits wird zu den Besseren in der Berufsschule gesagt, wir sollen diese Chance unbedingt nützen und das ist leicht zu schaffen, andererseits lassen sie dich dann in Deutsch scheitern. Finde ich nicht in Ordnung.

Mit meinem Lehrer werde ich nächste Woche reden.
Das komische war ja. Mein Lehrer ist nachdem ich mündlich vorgetragen habe, mit mir raus gegangen und hat gesagt, dass ich es so und so geschafft habe, da ich schriftlich positiv war.
was war dann bei der Notenbekanntgabe? Ich bin durchgefallen....
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Ich denke du triffst es auf den Punkt. Das mit den Vorurteilen ist es.

Du pickst Dir da raus was Du hören willst.


Auf die Frage warum nicht? - Das ist generell so. (Glaube ich aber nicht)

Das IST generell so!

Einsicht in die Prüfungsbögen darf ERST genommen werden, wenn die Maturaprüfungen (und Nachprüfungen) für ALLE Prüflinge eines Bundeslandes beendet sind.

Mein Gott na...

Ich meine irgendeiner wird ja wohl dabei sein der es kann, weil er vorher Abi gemacht hat odersowas.

Wieso soll einer der vorher Abi gemacht hat nochmal das Abi machen wollen?
Macht keinen Sinn.


Face the facts: von 10 Lehrlingen die mir unterstehen können 0 sinnerfassend lesen, 0 einen Text mit logischer Progression verfassen, 0 können Wörter wie "wiederum" oder "gravierend" richtig schreiben, 0 verwenden Vokabeln richtig - ich muß auf der Arbeit als verdammte Landesoberpharmazeutin die Analysebögen und Verfahrensberichte für 10 Lehrlinge SELBER SCHREIBEN, weil der Topfen, den die abliefern uns sonst zum Gespött der Republik machen würde.
 

Benutzer6874  (35)

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Face the facts: von 10 Lehrlingen die mir unterstehen können 0 sinnerfassend lesen, 0 einen Text mit logischer Progression verfassen, 0 können Wörter wie "wiederum" oder "gravierend" richtig schreiben, 0 verwenden Vokabeln richtig - ich muß auf der Arbeit als verdammte Landesoberpharmazeutin die Analysebögen und Verfahrensberichte für 10 Lehrlinge SELBER SCHREIBEN, weil der Topfen, den die abliefern uns sonst zum Gespött der Republik machen würde.
Aber die Fragestellerinn KANN schreiben! Vielleicht nicht zu 100 % fehlerfrei (kann ich auch nicht....). Aber sie kann einen Gedanken entwickeln und sich verständlich machen, dass man es lesen kann. Sie braucht sicher keinen Ghost-Writer.

Und trotzdem ist sie in der Deutsch-Prüfung durchgefallen. Dafür können die in die Diskussion geworfenen Lehrlinge die allesamt Null Sprachkompetenz haben, doch nicht als Erklärung dienen?! :ratlos:
 

Benutzer26217 

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Aber die Fragestellerinn KANN schreiben! Vielleicht nicht zu 100 % fehlerfrei (kann ich auch nicht....). Aber sie kann einen Gedanken entwickeln und sich verständlich machen, dass man es lesen kann. Sie braucht sicher keinen Ghost-Writer.

Die Matura ist doch mit dem Abitur gleichzusetzen – bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege.

Beim Abitur in Deutsch geht es nun schon lange nicht mehr darum, keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu machen; das sollte man meiner Meinung nach auch bei einem Hauptschulabschluss nach der 9. Klasse erwarten können.

Beim Abitur – der Hochschulzugangsberechtigung – wird erwartet, dass man komplexe Fragestellungen zu Texten bearbeiten kann. Als ich Abitur gemacht habe, konnte der Großteil meiner Mitschüler einwandfreies Deutsch schreiben, in Deutschklausuren sind trotzdem viele durchgefallen, weil sie eben keine Ahnung davon hatten, wie man mit literarischen Texten umgeht. Recht so.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu machen; das sollte man meiner Meinung nach auch bei einem Hauptschulabschluss nach der 9. Klasse erwarten können.
Face the facts: von 10 Lehrlingen die mir unterstehen können 0 sinnerfassend lesen, 0 einen Text mit logischer Progression verfassen, 0 können Wörter wie "wiederum" oder "gravierend" richtig schreiben, 0 verwenden Vokabeln richtig
Wer kann jetzt was? Wer erwartet was? Oder gehen diese Fähigkeiten in der Berufslehre zu 100 % verloren?

Beim Abitur – der Hochschulzugangsberechtigung – wird erwartet, dass man komplexe Fragestellungen zu Texten bearbeiten kann. Als ich Abitur gemacht habe, konnte der Großteil meiner Mitschüler einwandfreies Deutsch schreiben, in Deutschklausuren sind trotzdem viele durchgefallen, weil sie eben keine Ahnung davon hatten, wie man mit literarischen Texten umgeht. Recht so.
Das würde dann im Fall hier bedeuten, dass die Fragestellerin "keine Ahnung hat(te) wie man mit literarischen Texten umgeht".

Irgendwie ist es unsinnig, Lehrlinge mit "null Sprachkompetenz" in ein Abitur zu jagen...
Wie werden die auf die Prüfungen vorbereitet?

Off-Topic:
Entschuldigtmein Insistieren! Ich gehöre zu denen, die wegen fehlender Sprachkompetenz um ihren Traumberuf zittern mussten.
Ich lernte erst in diesem Forum schreiben
 

Benutzer26217 

Meistens hier zu finden
Es gibt ja für Lehrlinge auch noch immer die Möglichkeit, die Option "Lehre (ohne Matura)" zu wählen. Ich kann absolut verstehen, warum man heute gerne ein Abitur haben möchte, auch wenn man nicht studieren will. Aber dann muss man den Anforderungen eben gerecht werden und sich – im Beispiel Deutsch – auch mit literarischen Texten befassen können.
 
G

Benutzer

Gast
Wir hatten in den Vor-Abi und den Abi-Klausuren auch katastrophale Durchschnitte (meist zwischen 3,6 und 4,0, die Klausuren mussten sogar mal wiederholt werden, und das war sogar LK! :grin:), ich glaube das ist ziemlich normal.

Aber es stimmt natürlich, dass nicht nur die Rechtschreibung und Kommasetzung wichtig sind. Es werden ja nun mal Aufgaben gestellt, die gelöst werden sollen, und da wird einfach davon ausgegangen, dass die in einem vernünftigen Deutsch beantwortet werden können. Dass Mitschüler zusätzlich noch 30-50 Rechtschreibfehler haben, kommt vermutlich einfach noch erschwerend hinzu.

Und wann könntest du wiederholen? Du hast doch irgendwo geschrieben, dass man 3x antreten darf.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Off-Topic:
Ich könnte mir aber anspruchsvolle Ausbildungen vorstellen, in denen es um anderes geht als um literarische Texte.
Literatur ist zum Lesen da. Sie sollte nicht als "Hürde" auf dem Weg zu einem Studium hin gestellt werden.

Als Dichter würde ich mich da krass missbraucht fühlen :zwinker:

Bitte mich nicht falsch verstehen: Ich weiss wie wichtig Sprachkompetenz ist. Aber Ich habe viel praktische Sprachkompetenz erst während der Ausbildung erworben. (Ich konnte übrigens mit Literatur immer besser umgehen als mit Zeiten, Formen, Rechtschreibung usw.)
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Entschuldigtmein Insistieren! Ich gehöre zu denen, die wegen fehlender Sprachkompetenz um ihren Traumberuf zittern mussten.
Ich lernte erst in diesem Forum schreiben

Das klingt jetzt grausam, aber wenn jemand seinen Traumberuf mangels Sprachfähigkeit nicht ausüben kann, hat er oder sie eben Pech gehabt.

Es graut mir vor Polizisten, die nicht sinnerfassend lesen können; vor Ärzten, die nicht sinnvermittelnd und zusammenhängend Schreiben können; usw.

Da geht der Selbstschutz der Gesellschaft vor dem individuellen Traum. Blinde dürfen auch nicht Busfahrer werden. Punkt. Aus.

Es gibt ja für Lehrlinge auch noch immer die Möglichkeit, die Option "Lehre (ohne Matura)" zu wählen. Ich kann absolut verstehen, warum man heute gerne ein Abitur haben möchte, auch wenn man nicht studieren will. Aber dann muss man den Anforderungen eben gerecht werden und sich – im Beispiel Deutsch – auch mit literarischen Texten befassen können.

Richtig.

Aber die Fragestellerinn KANN schreiben! Vielleicht nicht zu 100 % fehlerfrei (kann ich auch nicht....). Aber sie kann einen Gedanken entwickeln und sich verständlich machen, dass man es lesen kann. Sie braucht sicher keinen Ghost-Writer.

Ich habe keinen Aufsatz von ihr gelesen und ihr auch keinen zur Verständnisprüfung vorgelegt, Du auch nicht. Wir können das hier nicht beurteilen.

Ich will auch nicht so unfair sein, die TS nach ihren Posts hier zu beurteilen, denn im Internet wird ja gern mal schleißig geschrieben.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Das klingt jetzt grausam, aber wenn jemand seinen Traumberuf mangels Sprachfähigkeit nicht ausüben kann, hat er oder sie eben Pech gehabt.

Es graut mir vor Polizisten, die nicht sinnerfassend lesen können; vor Ärzten, die nicht sinnvermittelnd und zusammenhängend Schreiben können; usw.

Da geht der Selbstschutz der Gesellschaft vor dem individuellen Traum. Blinde dürfen auch nicht Busfahrer werden. Punkt. Aus.
Bein Busfahrer ist der Zusammenhang einfach. Drum eignet er sich auch (nicht) als Vergleich:grin:

Dieses Hin-und-her-Pendeln in der Argumentation zwischen "null Sprachkompetenz/nicht sinnerfassend lesen können" - und "Umgang mit Literarischen Texten": das irritiert mich. Worauf kommt es jetzt an? Worum geht es?

Der Vergleich mit dem Busfahrer macht nur dann Sinn, wenn die Maturprüfung wirklich das prüft worauf es ankommt. Das ist eine Fiktion, oder beruht auf Konvention.

Mir graut übrgens eher davor, dass es in ganzen Gegenden keine Ärzte mehr gibt, als dass mal einer Arzt wird der die Kommaregeln nicht kennt oder nicht über Benn sülzen kann. Und sich in Menschen einfühlen ist was anderes als ein Gedicht analysieren.

Wenn der Deutschlehrer nach der Prüfung ein positives Zeichen gab, dann kann ich verstehen, dass die Fragestellerin am Ergebnis zweifelt.
 
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