Drehbuch patentieren?

Benutzer109522 

Sorgt für Gesprächsstoff
Wenn man ein Drehbuch geschrieben hat bzw. die Idee niedergeschrieben hat, sollte man diese patentieren lassen? Ist soetwas überhaupt möglich oder geht es nach dem Motto, "wer zuerst kommt, mahlt zuerst"?

Eine Idee die nicht veröffentlicht wurde, kann man auch nicht klauen. Demzufolge muss ein anderer Mensch die gleiche oder eine ähnliche Idee haben.
 
M

Benutzer

Gast
Ich muss da immer an Pochahontas und Avatar denken :grin: Die Idee ist einfach mal komplett die gleiche, stört trotzdem niemanden so wirklich.

Du kannst dein Werk allerdings urheberrechtlich schützen lassen, sodass niemand genau deine Story mit den Charakteren etc nutzen kann.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Ich sehe die Frage (und meine Antwort) als zu allgemein an, um als Rechtsberatung zu gelten, falls ich da falsch liege, bitte Bescheid geben oder Beitrag löschen. :zwinker:

Eine einzelne Grundidee zu einem Film zu schützen ist fast unmöglich - Die müsste so originell und einmalig sein, dass sie mit keiner Geschichte, keinem Film, keiner Story-Idee die jemals das Licht der Welt erblickt hat etwas gemeinsam hat. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass Deine Idee bereits eine derartige "geistige Schöpfungshöhe" hat, dass sie wirklich zu schützen ist. Beispiel: Mann und Frau aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Ständen Verlieben sich, ihre Familien und ihre Umwelt sabotieren ihre Liebe, aber am Schluss überwinden sie diese Hindernisse (oder gehen daran zugrunde) - das trifft auf 102314015232 Geschichten zu (mindestens), das ist nicht schützbar. Und die meisten Ideen könnte eben auch jemand anders haben, völlig unabhängig von Dir. Je detaillierter Deine Idee ausgearbeitet ist, wenn Plot und Charaktere dazukommen, Entwicklungen und Wendungen, je näher Du also dem vollen Drehbuch kommst, desto eindeutiger kann man Deine Geschichte von anderen unterscheiden und dementsprechend auch Kopien nachweisen.

Einfacher wird's daher, wenn Deine Story schon etwas ausformulierter in Exposé- oder Treatment-Form existiert. Je mehr Details zu Plot, Charakteren, Wendungen und Entwicklungen der Story ausgearbeitet auf dem Papier stehen, desto eher kann das geschriebene als "eigenständiges Werk" gesehen und geschützt werden. Ein ausführliches Treatment reicht oft schon für urheberrechtlichen Schutz.

"Ganz sicher" (wie relativ das ist kommt später :zwinker:) ist der aber erst mit dem Drehbuch, inklusive aller Details und Alleinstellungsmerkmale Deiner Geschichte.

Eine gesetzliche Registrierungsmöglichkeit für Drehbücher sieht das deutsche Recht nicht vor. Patentieren geht also nicht - Dein Werk und geistiges Eigentum genießt so oder so urheberrechtlichen Schutz. Wichtig dafür ist, dass Du offiziell belegen kannst, dass Dein Werk - bestehend aus Plot und Charakteren, möglichst detailliert - zu diesem Zeitpunkt schon in der Form exisitiert hat und man somit gegebenenfalls - anhand übernommener Details oder genialer Ideen einen Ideen-Klau nachweisen kann. Die Sparvariante dazu ist, sich das Werk gut versiegelt und mit Poststempel versehen selbst zuzuschicken und dann nen Überblick darüber zu behalten, wer es liest. Also: nicht unbesprochen wild durch die Gegend senden und mit Empfängern Schutz-Vereinbarungen treffen. Manche hinterlegen ihr Werk auch bei einem Notar oder Medienanwalt, das ist allerdings teuer und bringt meines Wissens nicht wirklich ein Plus an Sicherheit. Der Nachweis eines Ideenklaus ist aber so oder so schwierig - wenn nur die Grundidee sich ähnelt, kann's schlicht auch Zufall sein. Erst wenn Plotwendungen, Ideen und Charaktere sich massiver ähneln, hast Du da Chancen.

Beispiel, wo das geklappt hat: Der erste "The Fast and the Furious"-Film war eine recht dreiste Kopie von "Point Break" (Gefährliche Brandung), man hat eigentlich nur die Surfer durch Underground-Racer ersetzt. Dagegen wurde erfolgreich geklagt, der Autor des Originals hat in der Einigung eine Kompensation und einen Drehbuch-Credit erhalten.

Beispiele wo es nicht klappt: Nach "Speed" gab es diverse Filme, in denen Autos oder Züge nicht bremsen konnten während die Insassen um ihr überleben kämpften - Plot und Charaktere waren aber abseits der Grundidee zu verschieden für eine erfolgreiche Klage. Ähnliche Trend-Wellen gibt es immer wieder - ob damals die Stirb-Langsam-Kopien, oder die Reihe Pocahontas - "Der mit dem Wolf tanzt" - Avatar. Oder, oder, oder. Solange Plots und Charaktere sich im Detail zu stark unterscheiden und nur die Grundidee sich ähnelt, kann man dagegen kaum was unternehmen.

Anderes Beispiel, wo es nicht funktioniert: Du hast die Idee "Vulkanausbruch!" - oder "ein Film über das und das historische Ereignis oder die oder die historische Figur" - Derartige Grund-Ideen sind nun leider Gemeingut, nicht schützbar und manche Themen liegen in der Luft - daher auch das "2-Filme zum gleichen Thema zur gleichen Zeit"-Syndrom. Auch hier: Erst der Plot und die Charaktere, die Details der Ausarbeitung machen sie zu eigenständigen Werken.
 

Benutzer50561 

Verbringt hier viel Zeit
Off-Topic:
Das ist natürlich keine Rechtsberatung! ^^

Ein Drehbuch ist meiner tiefen Überzeugung nach urheberrechtlich geschützt.
Soweit ich weiß, kann man Ideen nicht patentieren (sonst hätte ein Bekannter von mir schon einige Dutzend Patente :grin:).
 

Benutzer109522 

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke euch für die Tipps und Informationen.

Meine Idee ist für einen Manga. Ich will ihn selber zeichnen, traue es mir aber derzeit noch nicht zu. Ich schätze, ich brauche noch 7-10 Jahre Übung im Zeichnen und der Anatomie und vielleicht sogar ein Studium.

Das ist eine lange Zeit, wo jemand vielleicht eine ähnliche oder die gleiche Idee haben könnte. ^^
Es gab meines Wissens nach noch nichts dergleichen, aber ich kenne ja auch nicht alles was veröffentlicht wurde. :smile:
 
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