Die Gedanken quellen über

mrc  

Öfters im Forum
Ich wollte ursprünglich in diesen Thread schreiben
Wie funktioniert man bei sexuell offener Lebensweise?
denn obwohl ich auf einer ganz anderen Eben feststecke, kann ich viele Gedanken, welche in dem Thread geschrieben wurden, auch auf meine Situation beziehen. Ich sehe viele Parallele in den Gründen und Mechanismen. Allerdings wurde mein Text zu lang und zu persönlich, so dass er nicht mehr dahin gepasst hat.

Ich lese in den Beiträgen oft die Formulierungen, wie "hat sich ergeben" "passiert eben" usw. Ich bezweifle das nicht, im Gegenteil, ich glaube auch daran, dass es einfach so passieren kann. Dazu braucht man aber meiner Meinung nach unglaublich viel Glück, oder ein passendes Umfeld bzw. Erfahrung. Wenn man letztere hat, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es einem mit der Zeit als selbstverständlich erscheint. Aber was ist, wenn einem das fehlt, wie mir? Ich glaube trotzdem daran, dass es gehen könnte, weil ich einmal schon das Glück hatte in eine Situation und in ein Umfeld zu geraten, welche mich nachhaltig verändert hat. Aber eben nur einmal. Das hat gerade dazu ausgereicht, dass ich meine Situation nicht mehr als hoffnungslos angesehen habe, weil ich den Eindruck bekommen habe, dass auch ich die Chance haben könnte das zu erleben, was für viele selbstverständlich ist.
Was war passiert? Ich war zur richtigen Zeit an Ort und Stelle, ich war offen für die Situation, und ich wurde von einer bestimmten Person angesprochen. Über sie bin ich mit anderen in Kontakt gekommen, und alles nahm seinen Lauf.... bis zu einen gewissen Punkt, denn sie waren alle schon vergeben. Trotzdem war es für mich ein besonderes Erlebnis, denn danach sah ich viel klarer was ich wollte, und dass es möglich ist es zu erreichen. Nur wie? Das habe ich leider nie herausgefunden. Ich habe gehofft, dass ich irgendwann wieder in eine ähnliche Situation komme, was mich wieder einen Schritt weiter bringt, das ist aber nie eingetreten. Man kann ja nicht immer Glück haben.
Abgesehen vom Glück bleibt noch das Umfeld und die Erfahrung. Ich habe es nie geschafft aktiv und eigenständig ein eigenes soziales Umfeld aufzubauen. Als Kind lief das noch automatisch in der Nachbarschaft und in der Schule, später aber nicht mehr. Die letzten Kontakte sind durch die Entfernung gerade dabei, entgültig abzubrechen. Und mit der Erfahrung ist es auch so eine Sache. Es gab schon ein paar Lichtblicke im Laufe der Jahre, aber nichts was nachhaltig etwas verändert hätte. Diese Lichtblicke waren auch mehrheitlich Glücksfälle, ich habe jedoch auch versucht mein Schicksal aktiv zu beeinflussen, um nicht nur vom Glück abhängig zu sein. Manchmal waren auch richtige Enttäuschungen dabei, meistens habe ich sie jedoch als neue Erfahrungen verbucht, und hatte die Hoffnung, dass sie mir später weiterhelfen. Hier läuft aber etwas gewaltig schief. Wenn ich mal etwas neues versuche, bin ich am Anfang oft selbst überrascht, weil es besser funktioniert als gedacht, daraus schöpfe ich Hoffnung, dass es mit der Erfahrung bei den nächsten Malen besser wird. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Es wird von Mal zu Mal schlimmer, und ich verstehe nicht wieso. Das ist sehr frustrierend. Und irgendwann gehen mir auch die Ideen aus, was ich noch versuchen könnte.

Dieses Gefühl der Ohnmacht, dass ich selbst nicht wirklich in der Lage bin daran was zu ändern, sondern nur auf das Glück hoffen kann, finde ich schlimm. Manchmal stelle ich mir sogar die dumme Frage, ob es früher besser war, als ich noch ein hoffnungsloser Fall war, als die Hoffnung zu haben, welche sich aber nie erfüllt?

Man kann natürlich sagen, dass ich einfach neue Leute kennenlernen soll. Ja klar. Was passiert aber, wenn ich mehr oder weniger spontan auf fremde Menschen zugehe? Sie werden von mir abgeschreckt oder sie nehmen mich gar nicht ernst. IRL ist an diesem Punkt auch Schluss. Online besteht zumindest noch die Chance, dass meine Nachricht mehrmals gelesen wird und vielleicht doch etwas zurückkommt. In die andere Richtung passiert auch nicht viel. Ich bin wohl entweder unauffällig oder uninteressant. Ich weiß nicht, in wie weit das mit meiner Mobbing-Vergangenheit zusammenhängt, wie sehr es sich in mich eingeprägt hat, nicht aufzufallen. Am besten funktioniert die Kontaktaufnahme bei mir, wenn keiner wirklich die Initiative ergreift, sondern es "einfach so" oder durch äußeren Einfluss passiert. Das braucht aber mehr Zeit und Umstände, die im Alltag kaum vorkommen. Der Freundeskreis wäre wohl die beste Möglichkeit dazu, wenn er existieren würde.

Ich habe öfter solche Gedanken. Sie kommen, und nach einer Weile verschwinden sie wieder. Es fällt mir schwer alles in Worte zu fassen (ich glaube, jetzt habe ich auch nur etwa die Hälfte geschafft), ich habe das ja noch nie gemacht. Es gibt nämlich niemanden, wem ich das sagen könnte. Eine meiner Freundinnen war so eine Person. Ihr gegenüber hätte ich mich öffnen können. Wir hatten aber seit dem Abi zu wenig Kontakt, und meistens waren wir dann auch nicht zu zweit, so konnte sich einfach nie diese vertraute Atmosphäre entstehen, die nötig gewesen wäre. Und jetzt schreibe ich das alles tatsächlich öffentlich. Wieso? Ich weiß es auch nicht. Die Gedanken quellen einfach über, und irgendwie habe ich keine Lust sie aufzuhalten.
 
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Mann im Mond  

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Ich habe deine Gedanken für mich mit der Frage zusammengefasst: "Wie ergeben sich Gelegenheiten? Gelegenheiten, Leute kennenzulernen und Gelegenheiten, dann auch weiter Richtung Intimität/Beziehung zu kommen".

Trifft es das, oder habe ich das misverstanden?
 

Lotusknospe  

Team-Alumni
Ich bin wohl entweder unauffällig oder uninteressant.

Vielleicht bist du verschlossen, distanziert und wirkst nicht so, als würdest du Kontakt suchen? Menschen wollen meist auch nicht auf Ablehnung stoßen. Wenn sie den Eindruck haben, dass du nicht interessiert bist, dann lassen sie dich vielleicht eher in Ruhe und investieren nicht in einen Kontakt zu dir.
 

Fantasy.  

Sehr bekannt hier
Vorab sei gesagt, ich habe dich zwar öfters im Forum gesehen, aber so viel von dir gelesen habe ich nicht, weswegen meine Einschätzungen komplett falsch sein könnten, aber andere im RL kennen dich ja auch nicht, also hilft es dir vielleicht trotzdem zumindest in der Richtung. Bitte fühl dich dann aber nicht davon angegriffen, wenn ich daneben liege oder mich ungeschickt ausgedrückt habe, es ist nicht böse gemeint.(Ich weiß nicht mal, ob du Ratschläge willst, aber du musst es ja nicht lesen).
  1. Von dem Thema an sich mal abgesehen: Hast du überlegt,Tagebuch zu schreiben? Ich hatte sehr lange absolut niemanden, mit dem ich über irgendetwas hätte reden können, und Tagebuch zu schreiben ist tatsächlich eine sehr gute Möglichkeit, Gedanken erstmal zuzulassen, loszulassen und damit konstruktiv in irgendeiner Weise umzugehen. Du kannst Erlebnisse aufschreiben, solange die Erinnerung noch frisch ist, und dir ein paar Monate später durchlesen, was genau passiert ist und was vielleicht die Situation von einer anderen unterscheidet. Und wenn du genaue Fakten kennst, kannst du auch viel leichter jemanden fragen, was er denkt, und vielleicht so neue Denkanstöße bekommen.

  2. Klar, Glück ist die eine Sache, manchmal trifft man einfach die richtigen Menschen...Man kann aber die Chancen darauf eben schon erhöhen, indem man erstens weiß, wonach man in einem Menschen sucht, zweitens weiß, wie man welchen Menschen einschätzen kann um das dann auch zu finden und drittens, indem man unter Menschen geht. Und das bedeutet nicht, dass du jetzt auf große Parties gehen müsstest und alle möglichen social gatherings durchmachen müsstest, wenn du nicht die Person dafür bist. Es gibt etliche Möglichkeiten, ein soziales Umfeld aufzubauen, beispielsweise indem man eben den Kontakt zu wenigen Personen irgendwie erhält, egal wie unbedeutend die scheinen mögen. Abgesehen davon, dass ein großes soziales Umfeld eben hilfreich sein kann, jemanden zu finden, kann ich mir auch kaum vorstellen, dass es dir allgemein gut tut, wenig feste soziale Kontakte zu haben, und auch das kann sich ja durchaus negativ auswirken.

  3. Hast du schonmal darüber nachgedacht, ob du introvertiert bist? Nicht, dass die Festlegung auf einen Begriff dir jetzt irgendeinen Mehrwert geben könnte, aber es gibt sehr viele introvertierte Menschen die für sich einen Lebensweg gefunden haben, was dir wiederum nutzen könnte.

  4. Fakt ist: Du bist mit der Situation unglücklich, du bist wahrscheinlich auch mit vielen anderen Aspekten unglücklich, auch an dir selbst, und das alles in Kombination sorgt dafür, dass du dich im Kreis drehst.Du sagst, du weißt nicht, wo du ansetzen und was du machen sollst, dabei hast du in deinem Text sehr viel beschrieben, an dem es liegen könnte, meiner Meinung nach. Du hast das alles so dargestellt nach dem Motto "Ist halt so, so bin ich, mir ist das so lieber" aber vielleicht ist das genau der Punkt? Es liegt vielleicht gar nicht daran, wie es jetzt ist, und dass es dir jetzt schwerfällt, sondern daran, dass du etwas ändern musst, und zwar nicht an deiner Einstellung, sondern an deinem eigentlichen Verhalten. Deine Einstellung stimmt ja generell, du bist offen für die Dinge, versuchst immer wieder etwas Neues, versuchst, möglichst Erfahrungen zu sammeln und scheust dich generell nicht davor, auch Fehler zu machen, sofern sie dich weiterbringen. Du sagst aber beispielsweise, dass eine Initiative von einer der beiden Seiten aus bei dir meist nicht funktioniert. Warum nicht? Wie verhältst du dich genau? Was tust du oder was tust du nicht? Was geht dir durch den Kopf, wenn du mit jemandem sprichst oder wenn jemand dich anspricht? Willst du unbedingt, dass die Konversation funktioniert, bist du unsicher, ist es dir egal wie es ausgeht? Hast du ein Ziel vor Augen, wenn du jemanden ansprichst, weißt du, in welche Richtung du die Konversation lenken willst?
    Es gibt immer zwei Punkte, der Punkt, an dem du weißt, wie du bist, was du willst und wie du dich verhalten willst, und der Punkt, wie du tatsächlich rüberkommst. Letzterer ist immer ein wenig abhängig vom Umfeld, aber eben auch von dir und dem, was im Hintergrund bei dir alles vorgeht. Was mich wieder zum ersten Punkt bringt...Vielleicht hilft es, dir aufzuschreiben, was in bestimmten Situationen in dir vorgeht, wie du an Situationen herangehst, wie du wirken willst und wie du wahrscheinlich rübergekommen bist. Erkundige dich doch auch mal bei anderen danach wenn du merkst, dass es passend sein könnte, beispielsweise Kollegen nach einer Präsentation fragen, wie du für sie rübergekommen bist. Die meisten Menschen schätzen es, wenn man nach ihrer Meinung fragt. Ich habe keine Ahnung, wie das alles genau bei dir aussieht, aber das nur als Beispiel. Vielleicht könntest du ein paar Beispiele geben. Was meinst du mit "es wird schlimmer"?

  5. Du sagst auch, dass du nur etwa die Hälfte dessen, das du ausdrücken wolltest, letztendlich ausgedrückt hast. Du bist es nicht gewohnt, weißt nicht so recht, wie das geht. Abgesehen davon, dass auch da dir ein Journal oder Tagebuch oder Notizbuch oder wasauchimmer dir hilft helfen könnte... liegt es vielleicht auch einfach daran, denn wie gesagt, du kommst vielleicht einfach anders rüber als du denkst. Auch hier im Text hast du alles sehr generell gehalten, Begriffe verwendet, ohne sie zu erklären (was wird schlimmer, wie verläuft eine Interaktion, welche Erfahrungen genau meinst du, was erhoffst du dir genau etc.pp). Du wirkst allgemein sehr passiv, gibst hier wenig input, magst irgendwie nicht so recht die Initiative ergreifen weil "es eben so nicht bei dir funktioniert" wenn ich das richtig herausgelesen habe und fühlst dich zu allem Unglück oft auch noch ohnmächtig der Situation gegenübergestellt. Abgesehen davon, dass du ja schon einige Versuche unternommen zu haben scheinst: Wie soll diese Passivität auch zu etwas führen?
    Ich habe den Thread auf den du dich bezogst zumindest am Anfang noch gelesen, und habe trotzdem wenig Ahnung, worum genau es dir hier eigentlich geht... Klar, du wolltest hier ja auch nur ein paar Gedanken loswerden und du kennst die Situation ja, aber...alle anderen, die das lesen, nun einmal nicht. Deswegen bin ich auf den Teil relativ wenig eingegangen und habe mir aus dem Rest Einiges zusammengereimt. Nur um dir ein Beispiel zu geben, wo das Problem liegen könnte.
 

Vegaa  

Öfters im Forum
Ich gebe meiner Vorrednerin absolut Recht. Insbesondere finde ich diese Einstellung schwierig:
Ich bin wohl entweder unauffällig oder uninteressant. Ich weiß nicht, in wie weit das mit meiner Mobbing-Vergangenheit zusammenhängt, wie sehr es sich in mich eingeprägt hat, nicht aufzufallen.
Das Problem ist, dass man diese Unsicherheit und das Nicht-mit-sich-selbst-zufrieden-Sein immer ausstrahlt (außer man ist vielleicht ein genialer Schauspieler). Und das kommt eben nie attraktiv oder interessant an. Die vielleicht größte Menge beim ersten Kontakt macht die Ausstrahlung aus. Mein Thread diente nicht dazu, mit meinen eigenen Unsicherheiten umgehen zu lernen, da ich an und für sich mit mir durchaus zufrieden bin und eigentlich nur verstehen wollte, wie sexuell offene Menschen beim Kennenlernen denken und funktionieren. Nur weil ich mir immer viele Gedanken mache, wenn es mal einen Schritt weiter als zum Flirten geht, weil mich die Unwissenheit, was nun folgt, verunsichert. In einen Flirt zu kommen ist für mich kein großes Problem, eben weil ich mit Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein an die Sache gehe. Auch wenn ich mal einen Korb bekomme, nehme ich das nicht gleich persönlich und verzweifle auch nicht gleich an der Situation.

Ich würde dir deshalb ehrlich raten, mit dir selbst in's Reine zu kommen und an dir zu arbeiten, damit du deine Unsicherheit dir selbst gegenüber ablegen kannst. Ich stottere, ich hatte gewisse Schwierigkeiten mit sozialer Integration, war spargeldürr, kam in meiner Jugend sehr selten bei Mädchen an. War immer ein wenig anders.
In der Situation sah ich zwei Wege: Mich selbst bemitleiden und auf das Glück hoffen, irgendwann aus Zufall eine Frau kennenzulernen, mit der ich aus Zufall in Kontakt komme und aus dem sich was entwickelt. Oder aber, an mir und meinen Makeln zu arbeiten. Ich habe den 2. Weg gewählt und kann dir sagen, dass sich das Leben so sehr viel besser anfühlt. Und glaube mir, wenn ich als Stotterer Frauen ansprechen und damit auch Erfolg haben kann, dann können das die meisten anderen auch. :zwinker:

Natürlich war das ein jahrelanger Prozess und die Erfolge kamen auch nicht sofort. Aber es ist wie so oft im Leben: Ohne viel zu investieren und zu leisten, kriegt man meist auch nicht viel im Leben zurück.
 

mrc  

Öfters im Forum
Ich habe deine Gedanken für mich mit der Frage zusammengefasst: "Wie ergeben sich Gelegenheiten? Gelegenheiten, Leute kennenzulernen und Gelegenheiten, dann auch weiter Richtung Intimität/Beziehung zu kommen".

Trifft es das, oder habe ich das misverstanden?
Rein objektiv gesehen trifft es das ganz gut. Es kommt bei mir noch der subjektive Teil dazu, nämlich dass es eigentlich ganz einfach ist/sein soll, es aber trotzdem nicht klappt, weil die richtig guten Gelegenheiten einfach nicht kommen, und ich weiß nicht, wie ich diese Gelegenheiten selbst erschaffen kann, um nicht auf das Glück angewiesen zu sein. Daher meine Theorie, dass es mit dem richtigen Umfeld und mit der nötigen Erfahrung es einfacher gehen sollte. Nur bei mir fehlt das Umfeld, und das bisschen Erfahrung scheint auch nicht wirklich zu helfen.

Vielleicht bist du verschlossen, distanziert und wirkst nicht so, als würdest du Kontakt suchen? Menschen wollen meist auch nicht auf Ablehnung stoßen. Wenn sie den Eindruck haben, dass du nicht interessiert bist, dann lassen sie dich vielleicht eher in Ruhe und investieren nicht in einen Kontakt zu dir.
Etwa so könnte der erste Eindruck von mir sein. Es stimmt auch so weit, dass ich zu den meisten Menschen wirklich keinen Kontakt haben möchte. Viele oberflächliche Kontakte auf einmal könnte ich gar nicht aufrecht erhalten, sie würden mich überfordern. Da bin ich eindeutig für Qualität statt Quantität. Es braucht aber einfach zu viel Zeit, bis das Interesse bei mir geweckt wird. Zeit, die im Alltag einfach fehlt. Einfach eine zufällige Person ansprechen, könnte ich gar nicht. Denn was soll ich ihr sagen, wenn ich nichts über sie weiß, ich überhaupt keinen Eindruck von ihr habe, und deshalb auch nicht weiß, ob ich überhaupt Interesse an ihr haben könnte?

Hast du überlegt,Tagebuch zu schreiben? Ich hatte sehr lange absolut niemanden, mit dem ich über irgendetwas hätte reden können, und Tagebuch zu schreiben ist tatsächlich eine sehr gute Möglichkeit, Gedanken erstmal zuzulassen, loszulassen und damit konstruktiv in irgendeiner Weise umzugehen. Du kannst Erlebnisse aufschreiben, solange die Erinnerung noch frisch ist, und dir ein paar Monate später durchlesen, was genau passiert ist und was vielleicht die Situation von einer anderen unterscheidet. Und wenn du genaue Fakten kennst, kannst du auch viel leichter jemanden fragen, was er denkt, und vielleicht so neue Denkanstöße bekommen.
Ich habe noch nie Tagebuch geschrieben. Erstens ist mein Leben nicht so abwechslungsreich, dass da viel zu schreiben wäre, andererseits kann ich nicht so gut mit Worten umgehen um meine Gedanken vernünftig niederzuschreiben. Den Anfangspost zu schreiben hat auch eine Ewigkeit gedauert, und ist trotzdem nicht so geworden, wie erhofft. Texte schreiben war für mich schon in der Schule eher eine Qual, ich habe sogar meinen Beruf so gewählt, dass ich das möglichst nicht muss.

Man kann aber die Chancen darauf eben schon erhöhen, indem man erstens weiß, wonach man in einem Menschen sucht, zweitens weiß, wie man welchen Menschen einschätzen kann um das dann auch zu finden und drittens, indem man unter Menschen geht. Und das bedeutet nicht, dass du jetzt auf große Parties gehen müsstest und alle möglichen social gatherings durchmachen müsstest, wenn du nicht die Person dafür bist. Es gibt etliche Möglichkeiten, ein soziales Umfeld aufzubauen, beispielsweise indem man eben den Kontakt zu wenigen Personen irgendwie erhält, egal wie unbedeutend die scheinen mögen.
Ich weiß, wonach ich suche. Ich glaube/glaubte auch zu wissen, wie ich es erkennen kann, leider kommen mir in letzter Zeit einige Zweifel, ob ich das auch wirklich kann. Ich gehe zwar unter Menschen, bin aber trotzdem allein, weil ich dabei keine Kontakte knüpfen kann. Um die alten Kontakte zu erhalten reicht es nicht, dass ich es allein will, da gehören immer zwei dazu. Ich habe es lange genug versucht, aber irgendwann kommt der Punkt, wo es einfach keinen Sinn mehr macht. Außerdem, selbst wenn ich sie irgendwie erhalten könnte, durch die Entfernung könnte ich über sie mein Umfeld sowieso nicht vergrößern. Das habe ich auch nicht geschafft, als ich noch da war. Jetzt sind nur noch die Kollegen da, sie sind aber älter, haben Familie, und außerhalb der Arbeit hat jeder sein eigenes Umfeld, da haben wir einfach keine Berührungspunkte.

Abgesehen davon, dass ein großes soziales Umfeld eben hilfreich sein kann, jemanden zu finden, kann ich mir auch kaum vorstellen, dass es dir allgemein gut tut, wenig feste soziale Kontakte zu haben, und auch das kann sich ja durchaus negativ auswirken.
Da kann ich nur voll zustimmen.

Hast du schonmal darüber nachgedacht, ob du introvertiert bist? Nicht, dass die Festlegung auf einen Begriff dir jetzt irgendeinen Mehrwert geben könnte, aber es gibt sehr viele introvertierte Menschen die für sich einen Lebensweg gefunden haben, was dir wiederum nutzen könnte.
Ich bin introvertiert. Ich bin meinen Weg gegangen, um die Widrigkeiten des Lebens zu meistern, nur mit den Beziehungen hat es nicht geklappt.

Willst du unbedingt, dass die Konversation funktioniert, bist du unsicher, ist es dir egal wie es ausgeht? Hast du ein Ziel vor Augen, wenn du jemanden ansprichst, weißt du, in welche Richtung du die Konversation lenken willst?
Wenn die Konversation erst einmal entstanden ist und ins Rollen gekommen ist, läuft es ganz gut. Dann genieße ich die Situation einfach und versuche nicht zu viel zu denken, denn das würde den Gesprächsfluss stören. So richtig kann ich die Konversation nicht lenken, ich lasse sie einfach laufen, das geht besser. Wenn sich doch mal eine gute Möglichkeit bietet die Richtung des Gesprächs zu beeinflussen, dann versuche ich es zu tun. Das Problem ist aber, dass es gar nicht so weit kommt, dass eine Konversation entsteht.

Du sagst aber beispielsweise, dass eine Initiative von einer der beiden Seiten aus bei dir meist nicht funktioniert. Warum nicht?
Das Problem mit der Initiative liegt meiner Meinung nach darin, dass wenn man Initiative zeigt, man damit etwas erreichen möchte, dann stellt man fest, dass man es nicht erreichen kann, dann ist die Konversation zu Ende. Wenn aber die Konversation einfach so entsteht, ohne Erwartungen, dann kann es einfach so weiterplätschern (weil es nicht durch einen bestimmten Grund oder mit einem bestimmten Ziel entstanden ist), und mit etwas Glück stellt man fest, dass es sich ganz gut anfühlt, und dann läuft es.

Ich glaube, dass Leute, die mich kennen, mich ganz anders einschätzen und wahrnehmen, als Leute, die mich nicht oder nur oberflächlich kennen. Deshalb ist wohl die Zeit der entscheidender Faktor. Die Konversation muss einfach lang genug dauern, dass mein Gegenüber den richtigen Eindruck von mir bekommt.

Vielleicht könntest du ein paar Beispiele geben. Was meinst du mit "es wird schlimmer"?
Zum Beispiel das Anschreiben beim Online-Dating. Ich habe am Anfang versucht ein gutes Anschreiben zu verfassen. Ich hatte recht schnell Erfolg damit, und habe eine Antwort gekriegt. Nach kurzem Hin- und Herschreiben riss der Kontakt ab. Ich habe mich gefreut, dass ich überhaupt eine Antwort gekriegt habe, und dachte, dass es beim nächsten Mal besser klappt. Doch es kam nichts, nichts und wieder nichts. Dann versuchte ich es mit mehr Text, bin noch mehr auf die Profile eingegangen, und wieder das gleiche. Am Anfang habe ich noch eine Antwort bekommen, danach nichts mehr, und irgendwann gingen die interessanten und aussagekräftigen Profile aus. Dann versuchte ich es bei den weniger ausgefüllten Profilen. Da habe ich es mit einem kurzen Anschreiben versucht, weil ich nicht mehr schreiben konnte. Am Anfang bekam ich eine nette Absage, danach nichts mehr. Ich habe auch Frauen angeschrieben, wo ich schon im voraus wusste, dass es höchstens Freundschaft werden könnte. Am Anfang entstand noch ein nettes Gespräch, bei den weitern Versuchen kam nichts mehr.

Auch hier im Text hast du alles sehr generell gehalten, Begriffe verwendet, ohne sie zu erklären (was wird schlimmer, wie verläuft eine Interaktion, welche Erfahrungen genau meinst du, was erhoffst du dir genau etc.pp).
Ich habe den Text aus zwei Gründen so generell gehalten. Ich wollte nicht ins Detail gehen, weil darauf dann konkrete Ratschläge gekommen wären. Solche Threads gibt es schon genug. Deshalb bezog ich mich aufs andere Thread, weil es mir so erscheint, dass es egal ist an welchem Punkt man in der Entwicklung steht, wenn man mit kleinen Schritten nicht mehr weiterkommt sondern einen größeren Sprung machen müsste, steht man vorm gleichen Problem. Ich wollte einfach Ideen und Gedanken hören, etwas losgelöst vom konkreten Fall, in der Hoffnung, dass sie meinen Gedanken neue Impulse geben, und ich selbst daraufkomme, was für mich der beste Weg ist.

Wie soll diese Passivität auch zu etwas führen?
Das ist die Krux an der Geschichte, dass das bisher einzige Mal, wo es wirklich geklappt hat, so entstanden ist.
 

Damian  

Doctor How
Ich glaube was am besten hilft ist simples experimentieren.
Man muss nicht extravertiert sein, wenn man sich mit anderen Menschen auf einer Ebene unterhält.

So gesehen kann man Situationen und Gelegenheiten herbeiführen. Häufig nur dadurch, dass man anders auf Menschen zugeht und es gar nicht absichtlich herbeiführt.
Ich drehe mich manchmal um und kann mich nicht mehr erinnern, wie das halbstündige Gespräch mit jemand totel fremden eigentlich angefangen hat. Ich bin einfach so wie ich bin. Manchmal fange ich auch absichtlich und geziehlt Gespräche an...ganz besonders wenn ich irgendwo warten muss und mir langweilig ist.

Am Ende ist es wohl ganz viel Entspannung. Sich in seiner Umgebung wohlzufühlen hilft einem dabei auch entspannt zu wirken und das wiederum wirkt anziehend.
 

BrooklynBridge  

Planet-Liebe-Team
Moderator
Vielleicht bist du verschlossen, distanziert und wirkst nicht so, als würdest du Kontakt suchen? Menschen wollen meist auch nicht auf Ablehnung stoßen. Wenn sie den Eindruck haben, dass du nicht interessiert bist, dann lassen sie dich vielleicht eher in Ruhe und investieren nicht in einen Kontakt zu dir.
Den Eindruck habe ich jetzt eher nicht von M mrc . "Unauffällig" würde ich da schon eher unterschreiben. Vielleicht wirkt es auch so, als müsste man als Gegenüber erstmal selbst etwas Mühe investieren dich kennen zu lernen, nicht weil du abweisend wirkst sondern weil du von Natur aus ein sehr stiller Typ zu sein scheinst.

Ansonsten, mal ein ganz anderer Gedanke: Du wohnst an einem Ort den ich nicht wirklich kenne, aber den ich auch nun wirklich nicht mit "da lernt man schnell viele neue Leute kennen, vor allem wenn man von Außen dazu kommt" verbinden würde. Ich persönlich habe sehr sehr viel neue Erfahrungen gemacht, als ich in eine weltoffene Großstadt gezogen bin. Hmm, vielleicht verwechsle ich das, aber mir ist als hätten wir sogar schon mal drüber gesprochen und du meintest das wäre eher nix für dich?

In Bezug auf "neue Erfahrungen sammeln, neues Umfeld kennen lernen, weiterentwickeln, mal was probieren" fände ich die Idee aber nicht uninteressant.

Ansonsten würde es mir ein wenig schwer fallen, für dich prägende "Ecken und Kanten" zu benennen. Vielleicht hilft es auch dir mehr Gedanken zu machen zu den Dingen die dich ausmachen (Hobbies, Einstellungen, Wünsche, Erfahrungen), und diese auch etwas mehr zu zeigen?
 

Vegaa  

Öfters im Forum
Rein objektiv gesehen trifft es das ganz gut. Es kommt bei mir noch der subjektive Teil dazu, nämlich dass es eigentlich ganz einfach ist/sein soll, es aber trotzdem nicht klappt, weil die richtig guten Gelegenheiten einfach nicht kommen, und ich weiß nicht, wie ich diese Gelegenheiten selbst erschaffen kann, um nicht auf das Glück angewiesen zu sein. Daher meine Theorie, dass es mit dem richtigen Umfeld und mit der nötigen Erfahrung es einfacher gehen sollte. Nur bei mir fehlt das Umfeld, und das bisschen Erfahrung scheint auch nicht wirklich zu helfen.
Dazu ein kleines Beispiel von mir. Ich war gestern Nacht um halb 12 noch kurz im REWE einkaufen. An der Kasse sah ich wieder die hübsche Kassiererin und nachdem sie mich, anders als meinen Vorgänger, freundlich an der Kasse begrüßt hatte, sagte ich nach meiner Begrüßung: "Es tut immer gut, nach einem langen Tag noch von einer so hübschen, jungen Frau begrüßt zu werden". Und da ich der letzte an der Kasse war, haben wir noch ein bisschen gequatscht - jetzt habe ich ihre Handynummer. :tongue:

Auch ohne das richtige soziale Umfeld entstehen Gelegenheiten zum Kennenlernen. Man muss nur offen dafür sein, sie zu erkennen, und dann auch den Mumm haben, das Glück in die eigenen Hände zu legen. Hätte ich den Spruch nicht gebracht, wäre es beim Einkaufen natürlich beim "Danke. Ne, Kassenbon brauch ich nicht. Schönen Abend!" geblieben. :zwinker:
Klar, mit dem entsprechenden sozialen Umfeld erhöhst du die Menge an möglichen Gelegenheiten. Aber Gelegenheiten kommen auch so.
 

mrc  

Öfters im Forum
Ansonsten, mal ein ganz anderer Gedanke: Du wohnst an einem Ort den ich nicht wirklich kenne, aber den ich auch nun wirklich nicht mit "da lernt man schnell viele neue Leute kennen, vor allem wenn man von Außen dazu kommt" verbinden würde. Ich persönlich habe sehr sehr viel neue Erfahrungen gemacht, als ich in eine weltoffene Großstadt gezogen bin. Hmm, vielleicht verwechsle ich das, aber mir ist als hätten wir sogar schon mal drüber gesprochen und du meintest das wäre eher nix für dich?
Ja, wir haben darüber gesprochen. Ja, ich fühle mich nicht wohl in Großstädten, ob mein Wohnort jetzt eine Großstadt ist, bleibt Ansichtssache. Ich habe schon alles durch, Dorf (8 Monate), Kleinstadt (23 Jahre), Großstadt (3,5 Jahre), Metropole (8 Jahre), und ich kann sagen, dass der Wohnort bei mir keinen Einfluss darauf hat, wie erfolgreich ich Leute kennenlernen kann. Entscheidend ist immer die Situation und die eigene (un)Fähigkeit.

Auch ohne das richtige soziale Umfeld entstehen Gelegenheiten zum Kennenlernen. Man muss nur offen dafür sein, sie zu erkennen, und dann auch den Mumm haben, das Glück in die eigenen Hände zu legen.
Das meine ich auch. Früher habe ich solche Situationen recht gut erkannt, sie kamen nur sehr selten vor. Es ist nie mehr als ein einmaliges Gespräch daraus entstanden. Entweder weil es nicht gepasst hat, oder durch meine Unfähigkeit und Zögern, wohl bedingt durch meine Unerfahrenheit. Später hatte ich das Gefühl, dass solche Situationen häufiger auftreten. Leider stellte sich dabei immer heraus, dass sie schon vergeben war, was mich inzwischen daran zweifeln lässt, ob ich die Signale überhaupt richtig deuten kann.

Zum Rest kann ich mich nur wiederholen, ich glaube es euch und ich bin überzeugt davon, dass es mit der nötigen Erfahrung alles ganz einfach geht. Dazu müsste ich aber erstmal irgendwie diese Erfahrung erlangen. Damit wären wir wieder am Anfang.
Ich lese in den Beiträgen oft die Formulierungen, wie "hat sich ergeben" "passiert eben" usw. Ich bezweifle das nicht, im Gegenteil, ich glaube auch daran, dass es einfach so passieren kann. Dazu braucht man aber meiner Meinung nach unglaublich viel Glück, oder ein passendes Umfeld bzw. Erfahrung. Wenn man letztere hat, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es einem mit der Zeit als selbstverständlich erscheint. Aber was ist, wenn einem das fehlt, wie mir?
 

Damian  

Doctor How
Zum Rest kann ich mich nur wiederholen, ich glaube es euch und ich bin überzeugt davon, dass es mit der nötigen Erfahrung alles ganz einfach geht. Dazu müsste ich aber erstmal irgendwie diese Erfahrung erlangen. Damit wären wir wieder am Anfang.
Nein..eigentlich ist es das gar nicht.
Das wäre so als wenn man sagen würde: Gitarre spielen kann ich nicht..das geht nur wenn man's kann.

Man kann vieles lernen..und es gehören genau 2 Punkte dazu, die dir aktuell fehlen:
- Einfühlungsvermögen / Empathie...also Emotionen lesen zu können
- Selbstbewußtsein

Es ist kein Können, dass dich anziehend macht. DU kannst selbst anziehend sein..oder eben auch nicht.

Wie lernt man etwas?
- abgucken
- nachfragen
- nachforschen
- ausprobieren
- immer wieder üben

Und deshalb habe ich auch von "experimentieren" geschrieben...
 

mrc  

Öfters im Forum
Ihr bringt mich echt zum Grübeln. :smile:
Es hat mir ziemliches Kopfzerbrechen bereitet, einen passenden Vergleich zu finden. Bislang war ja alles nur in meinem Kopf, doch jetzt muss ich es irgendwie verständlich formulieren.
So bin ich zum Vergleich mit der Schutzimpfung gekommen. Was passiert dabei? Es kommen geschwächte Erreger in den Körper, sie sind fast so wie die richtigen Erreger, sie erscheinen gefährlich, sind es aber nicht. So hat das Immunsystem genug Zeit sie zu erkennen und einen Weg zu finden sie zu neutralisieren, denn selbst wenn es beim ersten Mal nicht klappt, besteht trotzdem keine unmittelbare Gefahr. Durch diesen Prozess lernt das Immunsystem zukünftig die Gefahr schneller zu erkennen und erfolgreich zu bekämpfen, auch wenn die richtigen Krankheitserreger etwas anders sind, aber immer noch ähnlich genug, um von der "Erfahrung" der Schutzimpfung zu profitieren. Ohne Impfung wird die Krankheit zu spät entdeckt, und es dauert zu lange eine Gegenmaßnahme zu entwickeln.

Um ein weniger gutes (aber persönliches) Beispiel zu nennen, ich habe ganz allein schwimmen gelernt. Ich habe tatsächlich eine kleine Ewigkeit geübt und experimentiert, um herauszufinden, wie es geht. Allerdings hatte ich keinen Druck es zu einem bestimmten Zeitpunkt können zu müssen, ich konnte mir Zeit lassen, und ich war immer im flachen Wasser, so bestand keine Gefahr, ich konnte so lange üben, bis ich es endlich konnte. Den Moment, als es passierte, habe ich gar nicht bewusst mitbekommen, erst hinterher habe ich gemerkt, dass ich es geschafft habe.
Hätte man mich aber vorher einfach so ins tiefe Wasser geschmissen, wäre ich wohl ertrunken.

Man kann vieles lernen..und es gehören genau 2 Punkte dazu, die dir aktuell fehlen:
- Einfühlungsvermögen / Empathie...also Emotionen lesen zu können
- Selbstbewußtsein
Beim zweiten Punkt weiß ich nicht, ich möchte es nicht pauschal ausschließen. Der erste Punkt erscheint mir aber eher so, dass man es entweder hat oder nicht, da fehlt mir wirklich der Glaube, dass das erlernbar ist. :depri:
 

Lotusknospe  

Team-Alumni
Je weniger Empathie man hat, desto besser muss man dem Gegenüber kommunizieren, was bei einem selbst gerade abgeht ("Ich verstehe gerade nicht, was du willst. Möchtest du lieber ins Kino oder was Essen gehen?"). Denn dann kann der zumindest darauf eingehen. Wenig Empathie zu haben macht das Zwischenmenschliche zu einem gewissen Grad natürlich schwerer, aber ich würde nicht sagen, dass man deswegen niemanden kennenlernen kann. Vielleicht muss man etwas mehr Aufwand betreiben und sich dieser Schwäche bewusst sein (und eventuell irgendwann auch das Gegenüber einweihen).
 

Fantasy.  

Sehr bekannt hier
Ich denke, du hast immer noch einen entscheidenden Denkfehler in deinen Denkmustern. Mal sehen, ob ich den darstellen kann. Ich spekuliere übrigens wieder sehr viel herum und bin schon etwas müde, also korrigier mich einfach wenn ich daneben liege :zwinker:
Du versuchst irgendwie, aus dem Sprung etwas hinzubekommen, und manchmal klappt es, und manchmal nicht... Du gehst nicht irgendwohin, sondern du schaust, wo du hinwillst, was du machen willst, und springst dann da hin und rufst "Hier bin ich, funktionier oder nicht!" Und das funktioniert dann meist eben nicht. Da passt dann auch dein Impfvergleich ganz gut zu deiner Einstellung. Du bekommst einmal die Impfung, oder meinetwegen drei Mal, und dann hast du deine Erfahrung und du bist für die Situation gewappnet. Der Vergleich hinkt ein bisschen, weil du im echten Leben niemals einfach so Erfahrung zugeschüttet bekommen wirst.
Und immer dieses "So funktioniert das nicht, so klappt das nicht, das glaube ich nicht". Urgh. Klingt sehr nach mir früher, aber nein, so funktioniert die Welt nicht. Hätte man dich damals ins kalte tiefe Wasser geschmissen, hättest du wahrscheinlich Schwimmflügel angehabt und dann so schwimmen gelernt. Ohne die Schwimmflügel hätte das mit dem Schwimmen lernen vielleicht wirklich nicht geklappt, aber letztendlich wird man in jeder neuen Situation erstmal ins kalte Wasser geschmissen, und wenn man schwimmen lernen muss, dann lernt man halt schwimmen...Wie auch immer man das anstellt.
Ich geh nochmal ein bisschen weiter zurück.
Erstens ist mein Leben nicht so abwechslungsreich, dass da viel zu schreiben wäre, andererseits kann ich nicht so gut mit Worten umgehen um meine Gedanken vernünftig niederzuschreiben.
Da, schon wieder! Ich will dich gar nicht dazu zwingen, etwas zu tun, das dir vielleicht wirklich einfach keine Freude bereitet, aber der Sinn eines Tagebuchs ist es nicht, die tollsten Abenteuer zu erzählen, sondern aufzuschreiben, was dir durch den Kopf geht, Hauptsache, du bekommst es aus deinem Kopf. Du kannst auch Bildchen malen, Zitate, Musik, Liedtexte, Worte, Gedankenfetzen, alles aufschreiben, es geht nur darum, dass du schwarz auf weiß siehst, was da in dir eigentlich alles so vorhanden ist, das muss weder perfekt getroffen noch super eloquent sein. Sofern du eine andere Methode findest, die dir besser passt, um immer wieder über dich selbst zu reflektieren, reicht das. Vielleicht funktionierst du einfach so, dass du alles sehr schubladig machst "Kann ich" und "Kann ich eher nicht", "So bin ich" und "So bin ich eher nicht", "So funktioniert das" "So funktioniert das nicht", aber wer immer glücklich sein will muss sich viel verändern. Und das geht nicht indem man sagt "Ich mache jetzt immer wieder eine Sache und dann werde ich besser darin und dann funktioniert die vielleicht und vielleicht nicht und das ist dann mein Erfahrungswert".

Denn was soll ich ihr sagen, wenn ich nichts über sie weiß, ich überhaupt keinen Eindruck von ihr habe, und deshalb auch nicht weiß, ob ich überhaupt Interesse an ihr haben könnte?
Ausreden, Ausreden, Ausreden. Es sind gute Ausreden, und auch welche, die du vor dir und anderen als legitime Begründung darstellen kannst, und ja, das gilt vielleicht alles wenn du mit deinem Leben zufrieden bist, aber irgendwie scheinst du das nicht zu sein, also... weg damit.
Nehmen wir an, du gehst in einen Raum voller unterschiedlicher Leute. Da ist eine Person mit hochgegelten, kurzen bunten Haaren, fett Eyeliner und komplett schwarzen Klamotten, ein hübsches Mädchen in einem feinen rosa Kleidchen mit netten Ballerinas, die irgendwie unsicher in der Ecke hockt, und eine Frau im Business-Dress, die leicht abgekämpft am Tisch hängt. So, vom ersten Eindruck her würdest du vielleicht sagen, die Person mit den bunten Haaren ist bestimmt Emo oder Punk oder so, zu alternativ, zu laut, passt nicht, und die Frau im Business-Dress ist bestimmt total alle, also wahrscheinlich eher weniger in Plauderlaune, und das Mädchen ist vielleicht total lieb, aber auch schüchtern, also wird es auch schwieriger, die zum Reden zu bewegen. Du selbst stehst also da, und weißt auch nicht so recht, irgendetwas mit den Personen anzufangen. So richtig interessiert dich wahrscheinlich erstmal keine davon. Aber wie Paul Watzlawick so schön sagte "Man kann nicht nicht kommunizieren" ergo, du kannst den Personen schon ansehen, wie sie drauf sind, und das auch ohne Profi zu sein. Durch z.B. ihre Kleidung. Aber auch durch die Gesten, wie die Business-Dame, die einfach nur abgekämpft da hockt und sich einen Kaffee nach dem anderen zieht, oder das Mädchen, das in der Ecke hockt. Du sagst, du weißt, was du willst (auch wenn du da eventuell nicht zu sehr dran festhalten solltest), aber obwohl Menschen oft deutlich vielschichtiger sind, als man ihnen ansieht, sieht man ihnen eben doch schon Einiges an. Das tust du sicherlich schon unterbewusst, aber in dem Moment, wo du eine Entscheidung treffen willst (wen spreche ich an, gehe ich lieber?) musst du dir das ins Bewusstsein rufen. Das ist der eigentliche Trick dabei. Könntest du Menschen gar nicht einschätzen, hättest du ganz andere Probleme als die, die du hier darstellst. Wenn die Person, die vielleicht Punker oder so ist, nicht in der Mitte des Raumes steht und versucht, Konversation zu betreiben, sondern vielleicht ebenso zurückhaltend ist, könnte das genausogut heißen, dass die Person weiß, wie es ist, außen vor zu sein, eben weil sie Teil einer Randgruppe ist oder weil sie sich durch die Ausgrenzung zu einer Randgruppe hingezogen fühlt, und dann fühlst du dich vielleicht in dem Moment mit der Person am wohlsten. Ja, sowas zu sehen muss man dann vielleicht lernen, aber das machst du dann genau wie mit dem Schwimmen: Geh in eine Situation, in der du ungestört bist, und beobachte die Leute, und mache dir Gedanken zu ihnen. Einfach so. Und irgendwann tun sie vielleicht etwas, das deiner Einschätzung widerspricht, oder sie tun etwas, das zu ihnen passt. Und dann weißt du ja auch schon mehr und lernst dazu. Und dafür musst du nichtmal aktiv aus deiner Komfortzone rausgehen. Da hast du dann auch deine Erfahrung, und das ohne größeren Aufwand betreiben zu müssen.

Das Problem mit der Initiative liegt meiner Meinung nach darin, dass wenn man Initiative zeigt, man damit etwas erreichen möchte, dann stellt man fest, dass man es nicht erreichen kann, dann ist die Konversation zu Ende.
Initiative ist nicht gleich Ziel...Es bedeutet einfach nur, dass man, offen für alles, auf jemanden zugeht und sagt "Yo, anstrengenden Tag gehabt?". Konversation machen kann man lernen, da gibt es so viele unglaublich hilfreiche YouTube Videos für alle möglichen Situationen, der Punkt ist der, an dem das Gespräch anfängt, und wenn es so oft nicht von alleine passiert, wirst du da wohl nachhelfen müssen, mit Initiative. Ohne Hintergedanken, außer natürlich dem Gedanken, dass du dich überwinden und jemanden ansprechen willst.
Ich glaube, dass Leute, die mich kennen, mich ganz anders einschätzen und wahrnehmen, als Leute, die mich nicht oder nur oberflächlich kennen.
Das Problem hat übrigens auch so ziemlich jeder, der sein Herz nicht auf der Zunge trägt, das wird deinem Gegenüber mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso gehen, und das wird dein Gegenüber auch wissen. Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass Small-Talk einfach nötig ist, um überhaupt zu dem Punkt zu kommen, an dem man sich kennenlernen mag und kann...Ich gehe nunmal nicht in eine Konversation und sage "Hi, mein Lieblingsbuch ist Harry Potter, ich habe totale Angst vor Spinnen und dem Alleinsein und ohne mein Kuscheltier kann ich nicht schlafen,aber ich bin introvertiert und kann total toll zuhören und bin super vielschichtig, und was ist deine Lebensphilosophie?". Wenn dir so jemand käme fändest du das auch merkwürdig.

Am Anfang entstand noch ein nettes Gespräch, bei den weitern Versuchen kam nichts mehr.
Ich habe das zwar auch online gelernt, aber obwohl online Konversation betreiben den Vorteil hat, dass es "sicherer" ist, ergo, wenn was schief läuft ist man halt einfach weg, ergo, offline, ist es eben doch auch nicht gerade der beste Einstieg...einfach weil so viel fehlt (Mimik, Intonation, Gestik...jegliche nonverbale Kommunikation eigentlich, und die macht 93% unseres Eindrucks einer Person aus, der eigentliche Inhalt nur 7%...) und weil die andere Person einem einfach so davonlaufen kann.
Allerdings hatte ich keinen Druck es zu einem bestimmten Zeitpunkt können zu müssen, ich konnte mir Zeit lassen, und ich war immer im flachen Wasser, so bestand keine Gefahr, ich konnte so lange üben, bis ich es endlich konnte.
Ich denke, mein improvisiertes Übungsbeispiel würde dir in dem Punkt auch sehr entgegen kommen. Du musst das nicht von jetzt auf gleich tun oder erreichen. Aber es gibt etliche Gelegenheiten, auch für jemanden, der sozial weniger aktiv ist...such dir Serien mit guten Schauspielern, wie verhalten die sich in ihrer Rolle? Du musst damit ja gar nicht Stunden zubringen. Ja, es gibt Menschen, die haben mehr Talent für gewisse Dinge als andere, aber generell gibt es nicht viel, das sich nicht lernen lässt, manchmal braucht es nur halt mehr Aufwand, und manchmal lohnt sich der Aufwand dann nicht... aber vielleicht solltest du dir schon die Mühe machen. Menschen sind soziale Wesen. Auch introvertierte Leute können sozial sein. Wenn du erstmal so tickst, dass alles sich von selbst entwickeln sollte und du eher passiv bist, dann ist das so, aber dann kannst du auch keine aktive Entwicklung erwarten sondern musst dir Wege suchen, wie du auch mit Passivität etwas erreichen kannst, bis du dich vielleicht doch mal in die Aktivität wagst (und wenn es nichts für dich ist, dann hast du es probiert und abgehakt und gut ist).

Das ist die Krux an der Geschichte, dass das bisher einzige Mal, wo es wirklich geklappt hat, so entstanden ist.
Ich glaube, in dem Moment warst du nicht unbedingt passiv, sondern...entspannt. Einfach weil du nicht versucht hast, Erfahrungen zu sammeln als wären es Sammelkarten. Aber ich kenne die Situation nicht, also ist das rein ins blaue hinein geraten.

wohl bedingt durch meine Unerfahrenheit.
Nein, bedingt durch deine negative Einstellung zu dir selbst und zu deiner mangelnden Erfahrung, auf der du dich irgendwie verbeißt...Ja klar spielt Erfahrung eine Rolle, aber doch nicht nur. Es geht auch um die Offenheit einer Situation gegenüber, inwieweit man etwas auf sich zukommen lassen kann... Und inwieweit man verhindern kann, dass das eigene negative Selbstbild zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung wird. (Kann ich ehrlich gesagt auch nicht so gut, aber um micht geht es ja gar nicht).

Der erste Punkt erscheint mir aber eher so, dass man es entweder hat oder nicht, da fehlt mir wirklich der Glaube, dass das erlernbar ist.
Kennst du die Serie Lie to me? Super genial gemacht, es geht um einen Forscher, der jahrelang nichts anderes tut, als Mimik und Gestik zu studieren, und letztendlich alle möglichen Mikroausdrücke zu entschlüsseln. Das Ganze beruht auf einer wahren Geschichte, man lernt endlos viel darüber nur wenn man diese Serie schaut...Aber der Typ hat das halt auch einfach durch jahrelange Arbeit gelernt (nicht nur der in der Serie, sondern auch der Professor, auf dessen Forschung die Serie beruht). Es ist erlernbar. Wäre es das nicht...hätten sehr viele Menschen ein Problem. Und vielleicht wirst du nie der empathischste Mensch werden, aber auch wenig empathische Menschen schaffen es, sich ein soziales Umfeld aufzubauen, entweder, indem sie offen damit umgehen, und sich so präsentieren, oder, indem sie zumindest lernen mit dem Kopf zu verstehen, was ihnen instinktiv fehlt. Idealerweise eine Mischung aus Beidem.

In meinem Kopf tust du das, was ich früher wohl auch getan habe... Handlung A führt zu Reaktion B, Reaktion B ist entweder positiv oder negativ und entweder lasse ich Handlung A dann oder eben nicht... Das ist eine sehr gute Stütze die man sehr lange sehr weit ausbauen und die einen weit bringen kann, aber irgendwann sind Menschen zu komplex dafür, und dann hat dein Sinn von "Erfahrung" nämlich in dem Sinne von "etwas schon gemacht haben, wissen, wie es geht" keine Chance. Menschen verstehen sich doch alle selber nicht richtig, du verstehst dich nicht, ich verstehe dich nicht und so ganz verstehen werden wir uns wohl nie, also bringt dir vielleicht alle Erfahrung der Welt nichts, weil es selbst mit Erfahrung auch nicht klappen kann, wenn du deine ganze Erfahrung an den falschen Menschen auslässt, weil du dich selbst garnicht mehr kennst.
Der Trick bei der Sache ist, sich nicht vorzunehmen, etwas zu tun (nächstes Mal gehe ich mehr auf die Person ein und spreche mit ihr über...ihre Körpersprache), sondern in der Situation daran zu denken, ah stimmt, da war ja was, ich probiere das mal kurz (der Typ sieht nett aus, den könnte ich ja mal fragen, was ihn hierher getrieben hat). Und deine eigenen Gedanken zum Teufel zu jagen.
Worauf ich hinauswill: Du stehst dir selbst im Weg. Du musst nicht unbedingt die Punkte ändern, die ich hier nenne, weil wenn du so zufrieden bist und das nicht ändern willst...wirst du einen anderen Weg finden, du bist alt genug und hast genug Lebenserfahrung, um dich dafür gut genug zu kennen...Sinn der Sache war eher, dir zu zeigen, dass du könntest, und das hat weniger mit Erfahrung und mehr mit Perspektivenwechsel zu tun. Völlig egal, worum genau es eigentlich geht. Da auszutesten, womit du für dich am besten mit klarkommst, auch auf der aktiven Handlungsseite oder auf der Seite, wo du immer dazulernst und dich und deine Perspektiven immer veränderst, das ist vielleicht eher deine Mission gerade, als Erfahrungen zu sammeln.
 

Caelyn  

Sehr bekannt hier
Du erinnerst mich ein bisschen an einen Kumpel von mir. Bei dem geht es zwar speziell ums Frauen kennenlernen, aber eigentlich macht das keinen großen Unterschied, denn er wartet auch immer auf Gelegenheiten. Genau das ist aber das Problem, denn die müssten bei ihm an der Haustür klingeln und das sehe ich bei dir ähnlich. Das warten ist eine sehr passive Angelegenheit und wenn man den Großteil seines Lebens so verbringt, dass man keine neuen Leute kennenlernt dann wird es weder mit mehr Kontakten noch mit einer Beziehung was.

Um was zu ändern, was einem nicht gefällt, muss man leider etwas aus seiner Komfortzone raus. Soziale Kontakte üben schadet sicher nicht, ich würde mir an deiner Stelle irgendeinen Kurs oder Sport suchen, wo man mit Leuten in Kontakt tritt. Wenn du eine Fremdsprache sprichst könntest du z.B. Einen Konversationskurs machen. Da unterhält man sich ja doch viel und kommt so eventuell auch in Pausen ins Gespräch. Oder bei irgendwelchen Kursen für erwachsene Anfänger bei irgendeiner Sportart, vielleicht auch mal was außergewöhnliches damit das für alle neu ist.
 

Schweinebacke  

Planet-Liebe-Team
Moderator
Man kann vieles lernen..und es gehören genau 2 Punkte dazu, die dir aktuell fehlen:
- Einfühlungsvermögen / Empathie...also Emotionen lesen zu können
- Selbstbewußtsein
Den zweiten Punkt kann man da streichen. Selbstbewusstsein kommt imho eher mit der Erfahrung, man muss sich lediglich mindestens einmal überwinden.
 

Damian  

Doctor How
Den zweiten Punkt kann man da streichen. Selbstbewusstsein kommt imho eher mit der Erfahrung, man muss sich lediglich mindestens einmal überwinden.
Jain..mit der Selbstbestätigung. Quasi eine positive Feedbackschleife oder Spirale.
Klar..irgendwie hängt alles zusammen..am Ende sind es aber doch 2 Fähigkeiten, die den Rest ergeben und die auch unterschiedlich vorhanden sein können und nicht sehr fest miteinander verbunden sind.
 

mrc  

Öfters im Forum
Hätte man dich damals ins kalte tiefe Wasser geschmissen, hättest du wahrscheinlich Schwimmflügel angehabt und dann so schwimmen gelernt. Ohne die Schwimmflügel hätte das mit dem Schwimmen lernen vielleicht wirklich nicht geklappt,
Durch die Schwimmflügel wäre die Situation aber genauso entschärft, wie in meinem Beispiel durchs flache Wasser. :zwinker:

Nehmen wir an, du gehst in einen Raum voller unterschiedlicher Leute. Da ist eine Person mit hochgegelten, kurzen bunten Haaren, fett Eyeliner und komplett schwarzen Klamotten, ein hübsches Mädchen in einem feinen rosa Kleidchen mit netten Ballerinas, die irgendwie unsicher in der Ecke hockt, und eine Frau im Business-Dress, die leicht abgekämpft am Tisch hängt. So, vom ersten Eindruck her würdest du vielleicht sagen, die Person mit den bunten Haaren ist bestimmt Emo oder Punk oder so, zu alternativ, zu laut, passt nicht, und die Frau im Business-Dress ist bestimmt total alle, also wahrscheinlich eher weniger in Plauderlaune, und das Mädchen ist vielleicht total lieb, aber auch schüchtern, also wird es auch schwieriger, die zum Reden zu bewegen. Du selbst stehst also da, und weißt auch nicht so recht, irgendetwas mit den Personen anzufangen. So richtig interessiert dich wahrscheinlich erstmal keine davon. Aber wie Paul Watzlawick so schön sagte "Man kann nicht nicht kommunizieren" ergo, du kannst den Personen schon ansehen, wie sie drauf sind, und das auch ohne Profi zu sein. Durch z.B. ihre Kleidung. Aber auch durch die Gesten, wie die Business-Dame, die einfach nur abgekämpft da hockt und sich einen Kaffee nach dem anderen zieht, oder das Mädchen, das in der Ecke hockt. Du sagst, du weißt, was du willst (auch wenn du da eventuell nicht zu sehr dran festhalten solltest), aber obwohl Menschen oft deutlich vielschichtiger sind, als man ihnen ansieht, sieht man ihnen eben doch schon Einiges an. Das tust du sicherlich schon unterbewusst, aber in dem Moment, wo du eine Entscheidung treffen willst (wen spreche ich an, gehe ich lieber?) musst du dir das ins Bewusstsein rufen. Das ist der eigentliche Trick dabei. Könntest du Menschen gar nicht einschätzen, hättest du ganz andere Probleme als die, die du hier darstellst. Wenn die Person, die vielleicht Punker oder so ist, nicht in der Mitte des Raumes steht und versucht, Konversation zu betreiben, sondern vielleicht ebenso zurückhaltend ist, könnte das genausogut heißen, dass die Person weiß, wie es ist, außen vor zu sein, eben weil sie Teil einer Randgruppe ist oder weil sie sich durch die Ausgrenzung zu einer Randgruppe hingezogen fühlt, und dann fühlst du dich vielleicht in dem Moment mit der Person am wohlsten.
Gutes Bild, super geschrieben. :anbeten:

Geh in eine Situation, in der du ungestört bist, und beobachte die Leute, und mache dir Gedanken zu ihnen. Einfach so. Und irgendwann tun sie vielleicht etwas, das deiner Einschätzung widerspricht, oder sie tun etwas, das zu ihnen passt. Und dann weißt du ja auch schon mehr und lernst dazu. Und dafür musst du nichtmal aktiv aus deiner Komfortzone rausgehen. Da hast du dann auch deine Erfahrung, und das ohne größeren Aufwand betreiben zu müssen.
Das mache ich eigentlich schon seit den Anfängen. Am Anfang konnte ich nur die äußere Schönheit wahrnehmen, weil ich die Menschen, und besonders Frauen, überhaupt nicht einschätzen konnte. Als ich dann meine Freundinnen besser kennengelernt habe, habe ich immer mehr Facetten der Persönlichkeiten entdeckt, die ich dann auch versucht habe in anderen zu finden. Das hat nicht so gut geklappt, denn die Optik hat bei meiner Wahrnehmung immer noch dominiert, und hat mich in meinem Verhalten auch gehemmt.

Und dann kam diese vielzitierte Woche, die alles über den Haufen geworfen hat. Ich habe erkannt, dass das, was ich mir bis dahin vorgestellt habe, in der Wirklichkeit ganz anders war, dass hinter der Schönheit, die ich bis dahin bewundert habe, nicht das steckte, was ich mir erhofft habe. Das war ernüchternd, hat aber gleichzeitig meine Hemmungen gelöst. Seitdem kann ich mit schönen Frauen genauso sprechen, wie mit anderen, während ich vorher keinen vollständigen Satz aus mir rausgekriegt habe. Doch da war noch jemand, etwas stiller als die anderen und recht unscheinbar. Je mehr zeit wir zusammen verbracht haben, desto wohler habe ich mich in ihrer Gegenwart gefühlt. Es hat etwas gedauert herauszufinden, was für dieses Wohlgefühl verantwortlich war. Es war die Kommunikation zwischen uns. (Ich hatte schon immer Probleme mit der Kommunikation, sie ist zwar im Laufe der Zeit besser geworden, aber immer noch nicht zufriedenstellend.) Jedenfalls waren wir so auf einer Wellenlänge, dass ich mich beim Gespräch völlig entspannen konnte. Ich musste mir keine Gedanken darüber machen, wie ich mich ausdrücke, denn sie hat mich verstanden, und ich habe sie auch verstanden, was sonst auch nicht selbstverständlich ist. Seitdem ist das für mich das Wichtigste und die reine Schönheit geriet in den Hintergrund, für eine feste Partneschaft sollte natürlich auch eine ähnliche Lebensweise und -einstellung dazukommen.
Allein durch beobachten ist es sehr schwierig das zu entdecken, auf Anhieb ist es sogar unmöglich, es braucht etwas Zeit. Das Erkennen ging eine Zeit lang relativ gut, es hakte aber immer irgendwo beim Kennenlernen, so konnte sich nie mehr entwickeln. Und wie schon gesagt, in letzter Zeit gerate ich nur noch an vergebene Frauen, und jetzt frage ich mich, ob ich nur ihre Signale fälschlicherweise als Interesse deute, oder ob ich schon völlig auf dem Holzweg bin.
Ich glaube, in dem Moment warst du nicht unbedingt passiv, sondern...entspannt. Einfach weil du nicht versucht hast, Erfahrungen zu sammeln als wären es Sammelkarten. Aber ich kenne die Situation nicht, also ist das rein ins blaue hinein geraten.
Ich war einfach offen für die Situation und ließ alles auf mich zukommen, man könnte es auch entspannt nennen, auch wenn es nicht ganz treffend ist. In anderen Situationen, die "einfach so" entstanden sind, war ich auch so.
Ach ja... :zwinker:
Ja klar spielt Erfahrung eine Rolle, aber doch nicht nur. Es geht auch um die Offenheit einer Situation gegenüber, inwieweit man etwas auf sich zukommen lassen kann...


Das Problem hat übrigens auch so ziemlich jeder, der sein Herz nicht auf der Zunge trägt, das wird deinem Gegenüber mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso gehen, und das wird dein Gegenüber auch wissen. Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass Small-Talk einfach nötig ist, um überhaupt zu dem Punkt zu kommen, an dem man sich kennenlernen mag und kann...Ich gehe nunmal nicht in eine Konversation und sage "Hi, mein Lieblingsbuch ist Harry Potter, ich habe totale Angst vor Spinnen und dem Alleinsein und ohne mein Kuscheltier kann ich nicht schlafen,aber ich bin introvertiert und kann total toll zuhören und bin super vielschichtig, und was ist deine Lebensphilosophie?". Wenn dir so jemand käme fändest du das auch merkwürdig.
Mir ist schon jemand so gekommen, und ich fand es zu häftig. Da das richtige Maß zu finden ist richtig schwierig. Wie ich es schon gesagt habe, wenn ich auf Menschen zugehe, wirke ich entweder abschreckend oder ich werde nicht ernst genommen. Das könnte durchaus daran liegen, dass ich nicht das richtige Maß finde. Wenn das stimmt, dann würde ich mit Small-Talk auch nicht ernst genommen werden. Deshalb finde ich es hilfreich, wenn man sich eine Zeit lang beschnuppern kann, um einen Eindruck vom anderen zu bekommen, und dann bei einer Gelegenheit oder einem Thema ins Gespräch zu kommen, was genug Potenzial hat, damit das Gespräch nicht nach 4-5 Sätzen zu Ende ist oder zu eine Quälerei wird.

Wenn du erstmal so tickst, dass alles sich von selbst entwickeln sollte und du eher passiv bist, dann ist das so, aber dann kannst du auch keine aktive Entwicklung erwarten sondern musst dir Wege suchen, wie du auch mit Passivität etwas erreichen kannst, bis du dich vielleicht doch mal in die Aktivität wagst
Das beschreibt es schon ziemlich genau. Ich versuche die nötigen Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln, die mir dabei helfen auch aktiv etwas erreichen zu können, denn bisher hat die aktive Herangehensweise viel weniger gebracht als die passive.

In meinem Kopf tust du das, was ich früher wohl auch getan habe... Handlung A führt zu Reaktion B, Reaktion B ist entweder positiv oder negativ und entweder lasse ich Handlung A dann oder eben nicht... Das ist eine sehr gute Stütze die man sehr lange sehr weit ausbauen und die einen weit bringen kann, aber irgendwann sind Menschen zu komplex dafür, und dann hat dein Sinn von "Erfahrung" nämlich in dem Sinne von "etwas schon gemacht haben, wissen, wie es geht" keine Chance. Menschen verstehen sich doch alle selber nicht richtig, du verstehst dich nicht, ich verstehe dich nicht und so ganz verstehen werden wir uns wohl nie, also bringt dir vielleicht alle Erfahrung der Welt nichts, weil es selbst mit Erfahrung auch nicht klappen kann, wenn du deine ganze Erfahrung an den falschen Menschen auslässt, weil du dich selbst garnicht mehr kennst.
Das ist mir völlig bewusst. Mir ist klar, dass zwischenmenschliche Beziehungen nicht logisch und berechenbar sind. Mir ist auch völlig klar, dass in Situation "A" manchmal Aktion "B" zum Ergebnis "C" führt, manchmal aber auch zu "D", und wieder manchmal führt Aktion "E" zum Ergebnis "C". Es geht darum diese Erfahrungen zu machen, sie zu verinnerlichen, und ein Gefühl dafür zu bekommen, um irgendwann nicht mehr über diese Schemen nachdenken zu müssen, sondern alles instinktiv ablaufen zu lassen, nicht nur in Situation "A" sondern auch in Situation "a" und später in jeder Situation. Das nennt man dann Selbstbewusstsein.

Um was zu ändern, was einem nicht gefällt, muss man leider etwas aus seiner Komfortzone raus. Soziale Kontakte üben schadet sicher nicht, ich würde mir an deiner Stelle irgendeinen Kurs oder Sport suchen, wo man mit Leuten in Kontakt tritt. Wenn du eine Fremdsprache sprichst könntest du z.B. Einen Konversationskurs machen. Da unterhält man sich ja doch viel und kommt so eventuell auch in Pausen ins Gespräch. Oder bei irgendwelchen Kursen für erwachsene Anfänger bei irgendeiner Sportart, vielleicht auch mal was außergewöhnliches damit das für alle neu ist.
Ich habe versucht meinen Text so allgemein wie möglich zu halten, weil ich nicht wollte, dass der Thread in diese Richtung abdriftet.
Ich habe mich schon mal bei einem Sportverein angemeldet. Die Sportart hat mich schon lange interessiert, und ich hatte die Hoffnung, dass ich die Sportart auch ausüben kann. Leider ging das wegen meiner Krankheit nicht, und ich musste nach kurzer Zeit aufhören. Beim Anmelden hatte ich auch den Hintergedanken, dass ich dort auch Leute kennenlernen kann, es waren aber fast nur Kinder dabei. In einem anderen Thread habe ich schon wegen solchen Hintergedanken Kritik einstecken müssen. Da ging es allerdings um Konzertbesuche. Es hieß, ich soll nicht deshalb hingehen, um jemanden kennenzulernen, sondern weil es mir Spaß macht. Ich gehe deshalb hin, weil es mir Spaß macht, und weil ich im Alltag so selten in Situationen komme, wo ich Leute kennenlernen kann, kann man es mir nicht übel nehmen, dass ich solche Aktivitäten auch als eine theorethische Chance ansehe.
Zu Fremdsprachen, Deutsch ist für mich Fremdsprache, ich nutze sie tagtäglich am Arbeitsplatz, wenn auch nicht so exzessiv, weil die Arbeit nicht so viel Kommunikation erfordert, und weil meine Kollegen viel mehr gemeinsame Themen mit einander haben als mit mir, so kann ich bei privaten Gesprächen eher weniger mitreden.

Vor 3 Wochen habe ich mich bei einem Veranstalter angemeldet, der Events für Singles organisiert, um mal wieder etwas neues zu versuchen. Letztes Wochenende war die erste Veranstaltung, ich bekam aber eine Absage. Entweder wollte niemand hin und es fand nicht statt, oder vielleicht wollte man mich nicht dabei haben, weil ich nicht zum Klientel passe, ich weiß es nicht. Nächster Versuch Ostern.
 
Zuletzt bearbeitet:

Glaedr  

Verbringt hier viel Zeit
Ehrlich gesagt, habe ich deinen Thread gelesen und nicht mit gewissen Hintergrundinformationen, hätte ich ihn nicht verstanden, worauf du hinaus willst. Mein Beitrag ist absolut nicht böse gemeint und wenn ich falsch liege korrigiere mich. Ich versuche jedoch absichtlich direkte Worte zu finden um dr einige Sachen vorzuzeigen. Das erste was ich mich frage ist:
Ich habe versucht meinen Text so allgemein wie möglich zu halten, weil ich nicht wollte, dass der Thread in diese Richtung abdriftet.
Wieso??
Dich belastet etwas, du hast das Bedürfnis Hilfe zu erfragen, weil du in deiner Umgebung niemanden hast mit dem du reden kannst und dann tust du es aber nicht direkt... wieso?
Ja es gibt hier viele Threads von Menschen mit ähnlichen Problemen, jedoch ist jeder Mensch ein Individuum und daher auch die Probleme oft nicht 100% die selben. Vor allem nicht, wenn sie komplex sind, wie in deinem Fall.

Was ich bei dir oft herauslese ist, dass du Schwierigkeiten hast für dich einzustehen, für dich und deine Bedürfnisse. Was ich auch herauslese ist, dass du meinst, nicht die entsprechenenden Erfahrungen zu haben, eine Vergangenheit die dich prägt und es auch auf dein wenigstes Empathievermögen schiebst, dass deine Situation ist wie sie ist. Das Alles formulierst du oft so resolut, dass man den Eindruck bekommt, dass es halt so ist und man (du) muss damit leben lernen. Aber genau das ist eben nicht der Fall. Klar die Sachen können eine gewisse Rolle spielen, aber man ist ihnen auch nicht hilflos ausgeliefert.
Jeder Mensch ist lernfähig und wenn er will dann kann er auch an seiner Situation etwas ändern. Deine Gleichung: Ich habe keine Erfahrung+ kein Empathievermögen= Abhängig von Gelegenheiten stimmt so nicht.

1. Erfahrungen bekommt man nur, wenn man offen dafür steht und aktiv diese aufsucht. Wenn man sich durch Dinge einschränken lässt wie:
Wie ich es schon gesagt habe, wenn ich auf Menschen zugehe, wirke ich entweder abschreckend oder ich werde nicht ernst genommen. Das könnte durchaus daran liegen, dass ich nicht das richtige Maß finde. Wenn das stimmt, dann würde ich mit Small-Talk auch nicht ernst genommen werden.
Der erste Punkt erscheint mir aber eher so, dass man es entweder hat oder nicht, da fehlt mir wirklich der Glaube, dass das erlernbar ist. :depri:
Entweder weil es nicht gepasst hat, oder durch meine Unfähigkeit und Zögern, wohl bedingt durch meine Unerfahrenheit
Das Problem mit der Initiative liegt meiner Meinung nach darin, dass wenn man Initiative zeigt, man damit etwas erreichen möchte, dann stellt man fest, dass man es nicht erreichen kann, dann ist die Konversation zu Ende.
Dann kommt man auch nicht weiter. Ganz ehrlich: Wie willst du mit so einer Einstellung erfolgreich sein? In deinem Hinterkopf hängt doch immer wieder der Gedanke: Wird nichts weil, ich bin abschreckend, ich habe keine Erfahrungen, ich werde nicht ernst genommen etc. Das kann auch rein unterbewusst ablaufen.
Du schätzt dich selbst nicht wert und erwartest eigentlich auch nicht, dass dein Gegenüber das tun wird. Das ist die beste Form von Selbstprophezeiung.
Das:
Entweder wollte niemand hin und es fand nicht statt, oder vielleicht wollte man mich nicht dabei haben, weil ich nicht zum Klientel passe, ich weiß es nicht.
fande ich ja noch die Krönung. Du suchst selbst bei Dingen, die passieren den Fehler bei dir... wieso??
Es können 1000 Gründe sein wieso es nicht stattgefunden hat: Location hat abgesagt, Organisator war krank, zu wenig Anmeldungen etc.
Aber nein, natürlich kann es auch daran liegen, dass du nicht ins Klientel passt.

2. Dein Empathievermögen.
Auch hier stimme ich dir nicht zu. Du hast es sehr wohl. Hättest du es nicht, würdest du hier nicht Kommentare verfassen können, die anderen helfen. Nur basierst du deine Meinungen auf deine Erfahrungen, weil du sonst nicht das Gefühl hast dazu etwas sagen zu können. Dennoch kannst du dich doch in die Situationen von anderen hier hineinversetzen oder sehe ich das jetzt komplett falsch? Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck von dir bekommen, dass du oft denkst: man stellen sich die Leute hier wieder an, das ist doch nichts worüber man sich beschweren muss. Natürlich kann man das mal denken (tut denke ich jeder bei unterschiedlichen Themen). Hättest du jedoch gar kein Empathievermögen würdest du dich auch nicht in andermans Situation hineinversetzen können.
Ich habe eher das Gefühl, dass du generell Schwierigkeiten hast, Gefühle von dir selbst wahrzunehmen und anzunehmen. Denn dieser Thread ist doch das beste Beispiel: Du hast ein Problem, das dich wirklich beschäftigt und unglücklich macht und was rauskommt ist ein oberflächlicher und recht nüchterner Text.
Wenn dir Vorgeschlagen wird ein Tagebuch oder was dann auch zu schreiben, dann beantwortest du das auf rationale Art: du kannst nicht gut schreiben und es kostet dich daher viel Energie. Das Tagebuch soll dir helfen um deine Gefühle loszuwerden. Ich schreibe manchmal einfach drauf los ohne Satzzeichen, Groß- und Kleinschreibung, einfach nur um das loszuwerden was gerade in meinem Kopf los ist. Es ist dir überlassen, wie du das machst und in welcher Sprache. Und natürlich musst du das auch nicht tun, wenn du das gar nichts willst und es dir nicht hilft. Der Hintergedanke daran war einfach, dass du dich von deinen Sorgen erleichterst auch ohne Menschen, denen du genug vertraust um deine Gedanken mit ihnen zu teilen.

Du stehst dir unfassbar selbst im Weg dadurch, dass du dich kleiner machst als du bist. Ein Gespräch muss nicht ein Ziel verfolgen, dass Ziel kann einfach sein dieses Gespräch zu haben ganz egal über was es geht, wie lang es geht und was man daraus mitnimmt. Ich habe das Gefühl, dass du zu viel zerdenkst, anstatt es einfach passieren zu lassen.

Kein Mensch hat nur negative Seiten und kein Mensch hat nur positive Seiten. Jedoch lese ich hier nie etwas positives über dich. Wenn du weißt was deine positiven Eigenschaften sind, kannst du genau die verstärken, sodass deine Schwächen viel weniger Einfluss haben. Wenn du dich jedoch nur auf deinen negativen Seiten berufst (keine Erfahrungen, "kein Empathievermögen", abschreckend wirken), dann bestärkst du genau diese.

Schätz dich selbst mehr wert, denn du bist es das wert!
 

mrc  

Öfters im Forum
Wieso??
Dich belastet etwas, du hast das Bedürfnis Hilfe zu erfragen, weil du in deiner Umgebung niemanden hast mit dem du reden kannst und dann tust du es aber nicht direkt... wieso?
Ja es gibt hier viele Threads von Menschen mit ähnlichen Problemen, jedoch ist jeder Mensch ein Individuum und daher auch die Probleme oft nicht 100% die selben. Vor allem nicht, wenn sie komplex sind, wie in deinem Fall.
Erstens, wollte ich nicht so viel persönliches schreiben, es wurde dann aber doch etwas mehr. Zweitens, lese ich oft in den Threads, dass die Leute irgendwann frustriert wirken, wenn ihre Ratschläge scheinbar keine Wirkung erzielen, und ich weiß genau wie schwer es mir fällt konkrete Ratschläge anzunehmen, wenn ich davon nicht überzeugt bin. Außerdem nehme ich an, dass eher wenige Menschen meine Situation durchlebt haben, deshalb dachte ich, dass wenn ich den Text auf der theorethischen Ebene behalte, dann entdeckt man vielleicht Parallele zu anderen Situationen (wie ich beim zitierten Thread), und man könnte mir Denkanstöße geben, die mir helfen einen neuen eigenen Weg einzuschlagen, und auf die man sonst nicht gekommen wäre, wenn es nur darum gegangen wäre, mir konkrete Vorschläge zu ein konkretes Problem zu machen.

und es auch auf dein wenigstes Empathievermögen schiebst, dass deine Situation ist wie sie ist.
Habe ich das wirklich? Ich glaube, ich habe nur geschrieben, dass ich in letzter Zeit da etwas unsicherer geworden bin. Außerdem habe ich das Gefühl, dass hier jetzt mehrere Sachen vermischt werden, und ich weiß nicht was gerade unter Empathie und Einfühlungsvermögen gemeint ist.

Wenn man mir eine Situation bzw. Gefühlslage genau schildert, kann ich mich ganz gut in die Situation hineinverstzen und die Gefühle nachempfinden. Im Forum geht es etwas besser, weil ich Zeit habe nachzudenken, IRL ist es etwas schwieriger, weil mir die Zeit dazu fehlt. Wie du das auch gut bemerkt hast:
Auch hier stimme ich dir nicht zu. Du hast es sehr wohl. Hättest du es nicht, würdest du hier nicht Kommentare verfassen können, die anderen helfen. Nur basierst du deine Meinungen auf deine Erfahrungen, weil du sonst nicht das Gefühl hast dazu etwas sagen zu können. Dennoch kannst du dich doch in die Situationen von anderen hier hineinversetzen oder sehe ich das jetzt komplett falsch? Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck von dir bekommen, dass du oft denkst: man stellen sich die Leute hier wieder an, das ist doch nichts worüber man sich beschweren muss. Natürlich kann man das mal denken (tut denke ich jeder bei unterschiedlichen Themen). Hättest du jedoch gar kein Empathievermögen würdest du dich auch nicht in andermans Situation hineinversetzen können.
Wie ich es schon geschrieben habe, kann ich auch einigermaßen gut, bestimmte Persönlichkeitsmerkmale nur durch Beobachtung entdecken.
Was ich kaum kann, die aktuellen Gedanken und die Gefühlslage der Menschen während eines Gespräches erkennen.

Ganz ehrlich: Wie willst du mit so einer Einstellung erfolgreich sein? In deinem Hinterkopf hängt doch immer wieder der Gedanke: Wird nichts weil, ich bin abschreckend, ich habe keine Erfahrungen, ich werde nicht ernst genommen etc. Das kann auch rein unterbewusst ablaufen.
Du schätzt dich selbst nicht wert und erwartest eigentlich auch nicht, dass dein Gegenüber das tun wird. Das ist die beste Form von Selbstprophezeiung.
Da hast du bestimmt recht. Aber wie ändert man das?
Ich habe schon geschrieben, dass ich auch schon versucht habe aktiv etwas neues auszuprobieren. Es gab dabei auch positive Lichtblicke, die mich motiviert haben. Ich glaube auch an die positive Rückkopplung, worüber Damian geschrieben hat, wenn ich eine positive Erfahrung mache, dann fühle ich mich danach besser, ich habe bestimmt auch eine bessere Ausstrahlung, und ich möchte weitere positive Erfahrungen sammeln. Doch danach kamen immer nur Rückschläge und die negative Rückkopplung hat gegriffen, wodurch ich immer tiefer ins Loch gekommen bin. Da immer wieder rauszukommen dauert eben seiner Zeit, bis ich mich wieder bereit dazu fühle es wieder zu versuchen, und dann beginnt der Prozess wieder von vorne.

Das:
fande ich ja noch die Krönung. Du suchst selbst bei Dingen, die passieren den Fehler bei dir... wieso??
Es können 1000 Gründe sein wieso es nicht stattgefunden hat: Location hat abgesagt, Organisator war krank, zu wenig Anmeldungen etc.
Aber nein, natürlich kann es auch daran liegen, dass du nicht ins Klientel passt.
Ich sehe es nicht als meinen Fehler an, eher als Pech, das ist wohl falsch rübergekommen. Konkret dachte ich daran, dass ich vielleicht als einziger in der Altersklasse U50 gewesen wäre, und dann ist es für den Veranstalter besser, wenn ich ein andermal mitkomme, denn wenn ich von der Veranstaltung völlig enttäuscht bin, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich nie wiederkommen werde, das liegt nicht in seinem Interesse. Außerdem wurde mir per Mail abgesagt, auf der Webseite war die Veranstaltung bis zur letzten Sekunde da.

Fortsetzung folgt...
 
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