"Die Entscheidung fühlt sich richtig an"

Sorceress Apprentice
Benutzer89539  Team-Alumni
  • #1
Hallo miteinander!

Oft hört man ja so Ratschläge, bei schwierigen Entscheidungen auf das "Bauchgefühl" zu hören, oder darauf welche Entscheidung sich "richtig anfühlt" etc. Ich habe halt auch schon öfter mal gelesen, dass die Intuition wissenschaftlich betrachtet (je nach Kontext) durchaus eine gute Entscheiderin sein kann, und prinzipiell glaube ich auch daran.

Die Sache ist nun die, wenn ich in der Realität vor einer Entscheidung von Tragweite stehe und versuche auf mein Bauchgefühl zu hören, oder was sich richtig anfühlt, merke ich fast immer wie jede endgültige Entscheidung mit einem riesigen Klumpen im Bauch einher geht. "Bauchgefühl" ist dann quasi aus Prinzip eher, nicht die große Entscheidung zu treffen. Einfach durchwurschteln, oder aufschieben, oder nichts ändern. Was sehr oft natürlich ganz und gar nicht die richtige Entscheidung ist.

Meist merke ich erst im Nachgang wirklich aussagekräftig, wie sich etwas anfühlt. Und oft tritt dann nach und nach ein Gefühl der Befreiung, Zufriedenheit oder so ein, was mir sagt "subconscience approves". Aber für die Entscheidung selbst finde ich es einfach verdammt schwer zu entscheiden, was sich "richtig anfühlt". Viel aussagekräftiger finde ich da persönlich, ob ich WIEDERKEHREND gewisse Gedanken, Impulse habe, ob ich mir zum Beispiel regelmäßig denke "XY mag ich so eigentlich gar nicht mehr".

Insbesondere wenn es Dinge sind die auch andere Menschen betreffen (Beziehung beenden, Teilnahme in einer Hobbyaktivität, familiäre Anlässe oder auch Arbeitsplatz), wo ich auch diese Mitmenschen nicht einfach als neutralen Teil der Gleichung sehen kann, sondern das eben auch was mit mir macht. Gewissermaßen ein starkes Rauschen das das Bauchgefühl, was nun wirklich ICH will überlagert.

Wie geht es euch da? Kennt ihr das? Oder geht es euch ganz anders? Habt ihr da für euch Strategien entwickelt?
 
Schnecke106
Benutzer85763  (44) Beiträge füllen Bücher
  • #2
Ich bin ein Kopfmensch und habe daher mit dem Bauchgefühl auch so meine Probleme. Generell fällt es mir schwer Entscheidungen zu treffen und dann auch zu der Entscheidung zu stehen, oft hinterfrage ich nach einem Entschluss alles noch einmal oder habe "sollte ich nicht doch...?" Gedanken. Das betrifft nicht mal nur große Entscheidungen, das können bei schlechter Tagesform auch schon kleine Dinge im Alltag sein.

Etwas erschwerend kommt hinzu, dass ich es anderen Leuten gerne Recht machen möchte bzw. eher harmoniebedürftig bin und nicht gerne Konflikte habe.

Eine Strategie habe ich nicht, außer vielleicht dass ich meine Gedanken gerne mit meinem Mann bespreche, der da ganz anders ist und dem Ansprüche, die andere Personen an ihn haben könnten, nicht so sehr wichtig sind.

Es ist tatsächlich mit zunehmendem Alter etwas besser geworden, weil ich mehr auf meine Bedürfnisse achte und mich etwas besser abgrenzen kann, zumindest meistens.
 
Fußliebhaber84
Benutzer195524  (42) Verbringt hier viel Zeit
  • #3
Also ich habe festgestellt das mein Bauchgefühl der zuverlässigste Indikator ist um Entscheidungen zu treffen.
Mein Bauchgefühl ist von meiner Selbstliebe und meiner Lebenserfahrung geprägt und hat mich bisher eigentlich nie im Stich gelassen.
Je älter ich werde, desto mehr vertraue ich drauf, und desto weniger grübel ich darüber nach.
 
P
Benutzer230910  (47) Klickt sich gerne rein
  • #4
"Große" Entscheidungen treffe ich nie wirklich alleine...das wird alles mit meiner Frau gemeinsam entschieden.
Wir sind da sehr unterscheidlich...ich bin eher der sachlich-nüchterne Betrachter, meine Frau ist der emotionale(re) Part. Das ist für uns eine gute Lösung und wir finden meistens immer einen gemeinsamen Weg.
Sollten wir uns einmal wirklich uneins sein, dann überlasse ich die Entscheidung meiner Frau die eher nach ihrem Bauchgefühl geht.

Ganz allgemein ist es für mich so, dass - sofern es um Sachentscheidugen geht - ich eher nach dem Kopf entscheide auch wenn mein Bauchgefühl mir etwas anderes sagt, und wenn es um personenbezogene Dinge geht, es sich die Waage hält...also da kommt es dann wirklich sehr darauf an, wie gut ich die Person kenne und wie nahe sie mir steht...aber in Bezug auf Personen entscheide ich eher nach meinem Bauchgefühl als in Bezug auf Sachthemen
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #5
Ich bin im Leben oft nach Bauchgefühl und Intuition gegangen, kann das auch manchmal schwer anders, weil ich mich beim rationalen Abwägen eher in Überlegungen verstricke und dann in Passivität verfalle.
Würde aber auch sagen, dass es bei großen Entscheidungen mit hohem Ambivalenzfaktor schwierig ist. Da musste ich dann eine Zeitlang an Bauchgefühlsschmerzen laborieren und war auch mit der Entscheidung nicht völlig im Reinen. Das zeigte mir aber auch etwas an, bei mir in der Regel, dass es widerstreitende Motive gibt, die etwa gleich stark sind, etwa 'ich habe dezidiert keinen Kinderwunsch' versus 'ich liebe meine Partnerin, die einen hat' (Entscheidung ist hier bekannt) oder 'Ich habe einen gut bezahlten angenehmen Job', aber 'er ist zunehmend langweilig und am falschen Ort' (letztlich gekündigt, aber erst nachdem ich einen neuen, wenn auch weniger gut bezahlten hatte). Auch sehr ambivalente Personen haben es mir schon schwer gemacht, weil die offensichtlich meine eigenen Bauchambivalenzen beeinflussen können.
Strategie: Es braucht manchmal Zeit und Wahrnehmung der Situationen, möglichen Konsequenzen in der Imagination sowie meiner eigenen Reaktionen und dabei auch von Widersprüchen statt eines Drängens zur Entscheidung, die mag der Bauch manchmal nicht. Und es geht nicht so sehr darum, ob das wirklich 'Ich' will, sondern wie die Ebenen unterhalb des Ich auf die Optionen und ihre imaginierten Konsequenzen reagieren.

Hab den Gigerenzer vor längerer Zeit mal dazu gehört, das fand ich ganz interessant, Gerd Gigerenzer – Wikipedia, https://www.penguin.de/content/edition/excerpts/963704.pdf
 
efeu
Benutzer122533  (37) Sehr bekannt hier
  • #6
Ich vertraue meiner Intuition mittlerweile blind. Je größer die Tragweite einer Entscheidung, desto einfacher fällt sie mir, denn dazu gibt es in der Regel ein sehr eindeutiges Bauchgefühl.
Essen im Restaurant aussuchen ist schwieriger, als spontan den Arbeitsort zu wechseln und ans andere Ende Deutschlands zu ziehen. Solche Sachen laufen ohne viel Gegrübel ab, ich weiß, dass ich mit jeder intuitiv getroffen Entscheidung immer glücklich war. Gehadert wurde nur bei Kopfentscheidungen - die sind mittlerweile schlicht abgeschafft.
 
G
Benutzer Gast
  • #7
Wenn ich vor Entscheidungen stehe, stelle ich mir immer mögliche Szenarien (und zwar komplett ohne gedankliche Barrieren) vor.

Dann warte ich 1 bis 2 Tage ab, bis ein Bauchgefühl über mich schwappt. Entweder es fühlt sich wohlig weich und damit "richtig" an oder es fühlt sich blockiert und "steinig" und damit "falsch" an.

Ich bin aber auch ADSlerin mit extrem starken Emotionen. Ich "fühle" also den ganzen Tag Dinge und muss mich eher zusammenreißen rational zu bleiben. Ich kann den Tag nur mit Intuition verbringen, weil ich feine Antennen habe und ein gutes Gespür für Menschen. Das tut mir aber nicht gut, also dränge ich Gefühle im Alltag bewusst zurück. Das muss ich aber aktiv tun und es kostet mich Kraft.

Für große Entscheidungen hole ich sie aber immer dazu.

Ich bin aber allgemein auch kein "es gibt nur einen Weg" Typ. Ich habe zb zwei Kinder, die ich über alles liebe.

Ich bin mir aber sicher, ich hätte auch ohne Kinder ein reiches und erfülltes Leben. Entsprechend glaube ich nicht dran, dass es nur eine richtige Entscheidung gibt.

Das Leben ist voller Abzweigungen und wenn sich eine Tür schließt geht eine andere wieder auf.

Meintest du das so oder bin ich am Thema vorbei?
 
banane0815
Benutzer44981  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #8
Ich glaube, mir geht es ähnlich, wie dir.
Entscheidungen mit großer Tragweite brauchen viel Mut. Und das Bauchgefühl spricht sich dann auch bei mir oft viel zu lange dafür aus, es nicht zu tun und sich weiter irgendwie durchzuwursteln.
Wie schlecht das ist, erlebe ich gerade in beruflicher Hinsicht. Es gab schon lange Dinge in meinem Job, die mir nicht gut getan haben. Aber ich habe mich immer weiter durchgewurstelt, weil die Kollegen nett waren, weil der Job ja auch seine guten Seiten hatte und weil ich Angst vor der mit einem Jobwechsel verbundenen Veränderung und Unsicherheit hatte. - Bis es irgendwann nicht mehr ging und ich das Gefühl hatte, mich immer schneller gleichzeitig auf einen Burnout und Boreout zuzubewegen.
Aber da hatte ich schon lange nicht mehr die Energie, um das ganze geordnet anzugehen, mich aus dem bestehenden Job raus umzuschauen und zu bewerben, usw.
Der einzige noch gangbar erscheinende Weg war die Kündigung ohne was neues in der Tasche zu haben.
Und jetzt bin ich schon viel zu lange arbeitslos, weil es in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation quasi keine passenden Stellen auf dem Markt gibt und weil ich keine Ahnung habe, wie so ein Entscheidungsprozess mit absehbar großer Tragweite funktionieren könnte - z.B. in Richtung beruflicher Neuorientierung.


Im Gegensatz dazu haben sich die schönsten und besten Dinge in meinem Leben oft unerwartet aus kleinen Entscheidungen mit vermeintlich geringer Tragweite entwickelt, die ich locker nach Bauchgefühl treffen konnte:
15 Jahre Ehrenamt, in dem ich ganz neue, unbekannte Seiten meiner Persönlichkeit entdeckt und einige der schönsten Erlebnisse meines Lebens gemacht habe, entstanden aus einem "Ja... lass mal ausprobieren. Kostet ja nur ein bisschen Zeit und ganz wenig Geld. Und wenn es nicht passt, muss ich nach den paar Schnuppertagen ja nicht weiter machen."
Mein Weg in eine ganz neue Community, ein neues Ehrenamt und einen neuen, selbst mit aufgebauten Wohlfühlort begann mit "Ach... der Sportkurs hört sich ja interessant an. Zeitlich passt es auch. Und die Kosten kann ich aus der Portokasse zahlen. Das probiere ich mal aus. Wenn es nicht passt, kann ich ja jederzeit wieder aufhören." und "Ihr sucht Helfer, die bei einer Sache mit anpacken, die auch dem Sportkurs zugute kommt? - Das hört sich doch cool an. Und an dem Tag hab ich Zeit. Ich bin dabei."
Und der erste Freundeskreis meines Lebens entstand ungeahnt aus der drölfzigsten netten Unterhaltung mit neuen Leuten in der Boulderhalle und dem "Ja" auf die Frage, ob ich in die Whatsapp-Gruppe kommen will, in der sich diese Leute zum bouldern verabreden. (Was ich auch schon ein paar mal zuvor gemacht habe, aber was dann immer nur zu ein paar Boulder-Verabredungen geführt hat, bevor die Sache wieder im Sande verlaufen ist.)

Das waren alles Dinge, bei denen ich je nach Tagesform auch hätte Nein sagen können... Aber es ging ja um nicht viel. Und wenn ich dann zu so was mit vermeintlich überschaubarer Tragweite "Ja" sage, mache ich es auch.
 
Maifeld
Benutzer155728  Beiträge füllen Bücher
  • #9
Die Beurteilung, ob etwas "richtig" oder "falsch" war erfolgt ja immer in der Retrospektive. Da ich von meiner Persönlichkeitsstruktur sehr anpassungsfähig und pragmatisch bin und auch eher immer die positiven Aspekte sehe, gibt es für mich sehr, sehr wenige Entscheidungen, die ich als "falsch" ansehen würde, bzw. die uch rückblickend besser anders getroffen hätte. Denn meine Erfahrungen, die ich damit machen durfte und musste, haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Und der ist sehr positiv ausgerichtet und meist sehr gut mit sich im Reinen.
Ich habe mein Leben aber auch nicht groß geplant und auf ein bestimmtes Ziel hingearbeitet, bin aber sehr gut darin, Chancen die so an mir vorbeitreiben zu erkennnen und zu nutzen. Da bin ich auch sehr flexibel.
 
Katzenauge123
Benutzer202690  (41) Verbringt hier viel Zeit
  • #10
Ich bin eher der Typ Mensch, der spontan handelt, Erfahrungen sammelt und sich nicht zu viel Sorgen macht.
Versuche immer offen und spontan zu sein.
Bislang hat das in meinem Leben ganz gut geklappt.
Und wenn etwas nicht so geklappt hat, wie erwartet, sehe ich es eher als Erfahrung, auch als Erweiterung meiner Sichtweise auf Dinge im Leben.
 
Might
Benutzer124226  (32) Beiträge füllen Bücher
  • #11
Ich bin eigentlich ein Kopfmensch und zerdenke sehr viel. Trotzdem habe ich bei allen Entscheidungen ein starkes Bauchgefühl und das hat mich bisher auch noch nie enttäuscht und ich habe mich bei allen Entscheidungen bei denen ich auf mein Bauchgefühl gehört habe stehts wohlgefühlt und war glücklich. Ich versuche mehr, und werde auch merklich besser darin, den Kopf auszuschalten und nur auf das Bauchgefühl zu hören. Entscheidungen die nicht nur mich, sondern auch meine Familie betreffen oder von großer Tragweite sind, bespreche ich mit meinem Mann und unser Bauchgefühl stimmte bisher immer sehr gut überein. Dabei lässt sich der Kopf aber natürlich nicht vollständig ausschalten.
 
M
Benutzer30735  Sehr bekannt hier
  • #12
Die Sache ist nun die, wenn ich in der Realität vor einer Entscheidung von Tragweite stehe und versuche auf mein Bauchgefühl zu hören, oder was sich richtig anfühlt, merke ich fast immer wie jede endgültige Entscheidung mit einem riesigen Klumpen im Bauch einher geht. "Bauchgefühl" ist dann quasi aus Prinzip eher, nicht die große Entscheidung zu treffen. Einfach durchwurschteln, oder aufschieben, oder nichts ändern. Was sehr oft natürlich ganz und gar nicht die richtige Entscheidung ist.
Kenne ich sehr gut. Das ist dann aber die Angst und bedeutet nicht, dass das Gefühl "falsch" ist.
Ich habe in letzter Zeit sehr schwere, lebensverändernde, teure Entscheidungen treffen müssen. Was mich dabei wahnsinnig fasziniert hat (rückblickend), war, dass ich beide mal initial SOFORT dagegen entschieden habe (Kopf) und dann letztendlich doch dafür. Also es war gar keine Grauzone sondern zuerst ein ganz hartes nein und dann ein ganz klares Ja. Fand ich sehr spannend.
Beide Male komplett irrationale Entscheidungen, reine Bauchentscheidungen.
Wie man das lernen kann weiß ich aber auch noch nicht. Ich glaube, Menschen wie wir, die alles zerdenken, analytisch sind,... fällt es einfach viel schwerer da auf das Bauchgefühl zu hören.
 
V
Benutzer163532  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #13
Mein Verstand ist nicht so zuverlässig wie mein Herz. Oder Bauch. Oder was auch immer.
Die besten Entscheidungen in meinem Leben waren Herzentscheidungen. Die schlechtesten tatsächlich gründlich reflektierte Entscheidungen, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben. Darunter habe ich am meisten gelitten. Vermutlich weil ich so sicher war, dass sie richtig waren. Und gelitten hat dann vor allem doch wieder das Herz. Jetzt höre ich viel mehr darauf und bin in vielem glücklicher. Meistens ist es eh eine Mischung aus beidem. Aber nicht mehr vorrangig rational.
 
Sorceress Apprentice
Benutzer89539  Team-Alumni
  • Themenstarter
  • #14
Danke euch allen für die Antworten bisher!

Meintest du das so oder bin ich am Thema vorbei?
Ne, das trifft es schon ganz gut denke ich. :smile:

Ich finde mich bei vielen Aussagen von Schnecke106 Schnecke106 , banane0815 banane0815 und M manhattan wieder. Wobei Gefühle schon eine wichtige Rolle spielen, was ich wirklich will bzw. mich glücklich macht kann mir mein Verstand ja gar nicht richtig sagen. Aber wenn es mehrere Dinge gegeneinander abzuwägen gilt, ist der Bauch halt auch (bei mir) alles andere als eindeutig.

Fußliebhaber84 Fußliebhaber84 , efeu efeu , V Velvet Ist das dann bei euch wirklich so, dass ihr quasi während der Entscheidung ein deutliches Gespür dafür habt, das sagt "fühlt sich passend an"? Quasi Tür A und Tür B, und Bauch sagt "Tür B"?

Wenn ich vor Entscheidungen stehe, stelle ich mir immer mögliche Szenarien (und zwar komplett ohne gedankliche Barrieren) vor.

Dann warte ich 1 bis 2 Tage ab, bis ein Bauchgefühl über mich schwappt. Entweder es fühlt sich wohlig weich und damit "richtig" an oder es fühlt sich blockiert und "steinig" und damit "falsch" an.
Das liest sich eher, dass du ein wenig "reinfühlst" in die Entscheidung, und guckst wie es dir damit geht? Habe auch mal irgendwo gelesen bei wichtigen Entscheidungen eine Münze zu werfen. Und sich dann zu fragen ob man von dem Ergebnis enttäuscht ist oder ob das schon so ganz gut passt. Vielleicht ist das ja so grob ähnlich vom Gedanken.

Würde aber auch sagen, dass es bei großen Entscheidungen mit hohem Ambivalenzfaktor schwierig ist. Da musste ich dann eine Zeitlang an Bauchgefühlsschmerzen laborieren und war auch mit der Entscheidung nicht völlig im Reinen. Das zeigte mir aber auch etwas an, bei mir in der Regel, dass es widerstreitende Motive gibt, die etwa gleich stark sind
Also gewissermaßen ein "Unentschieden" im Bauchgefühl? Das macht macht Sinn, wobei ich das nicht selten habe. Wenn es klar und eindeutig ist, muss ich ja auch gar nicht so viel hadern.

Strategie: Es braucht manchmal Zeit und Wahrnehmung der Situationen, möglichen Konsequenzen in der Imagination sowie meiner eigenen Reaktionen und dabei auch von Widersprüchen statt eines Drängens zur Entscheidung, die mag der Bauch manchmal nicht. Und es geht nicht so sehr darum, ob das wirklich 'Ich' will, sondern wie die Ebenen unterhalb des Ich auf die Optionen und ihre imaginierten Konsequenzen reagieren.

Hab den Gigerenzer vor längerer Zeit mal dazu gehört, das fand ich ganz interessant, Gerd Gigerenzer – Wikipedia, https://www.penguin.de/content/edition/excerpts/963704.pdf
Okay, das liest sich erstmal wieder sehr theoretisch :grin:. Aber muss ich mir erstmal genauer angucken.

Kenne ich sehr gut. Das ist dann aber die Angst und bedeutet nicht, dass das Gefühl "falsch" ist.
Ja, total! Aber Angst ist halt auch ein Gefühl, und spricht in dem Fall für die Stimme der Vorsicht und des Sicherheitsbedürfnisses. Allerdings sind diese für mein Empfinden (no pun intended, aber irgendwie auch spannend dass mir gerade diese Formulierung in den Sinn kam) zu sehr ausgeprägt, und zu sehr auf den Status Quo bedacht. Wo sicher auch vergangene Erfahrungen rein spielen.

Insofern empfinde ich die Angst schon als ein klares Störgeräusch, aber ich tue mich auch schwer sie von meinem Empfinden zu lösen.

Auf der Gegenseite finde ich diese Takes ganz spannend:

Ich bin aber allgemein auch kein "es gibt nur einen Weg" Typ.
Da ich von meiner Persönlichkeitsstruktur sehr anpassungsfähig und pragmatisch bin und auch eher immer die positiven Aspekte sehe, gibt es für mich sehr, sehr wenige Entscheidungen, die ich als "falsch" ansehen würde, bzw. die uch rückblickend besser anders getroffen hätte.
Ich bin eher der Typ Mensch, der spontan handelt, Erfahrungen sammelt und sich nicht zu viel Sorgen macht.
Versuche immer offen und spontan zu sein.
Bislang hat das in meinem Leben ganz gut geklappt.
Und wenn etwas nicht so geklappt hat, wie erwartet, sehe ich es eher als Erfahrung, auch als Erweiterung meiner Sichtweise auf Dinge im Leben.
Diese Leichtigkeit und der Optimismus sind da sicher hilfreich. Und nimmt sicher Druck runter, während bei mir der "Sorger" der den Entscheidungen im Wege steht. Quasi der Nörgler der meine inneren Meetings zerschießt, indem er immer eher nölt und alles blöd findet. (Also, ich bin jetzt von der Persönlichkeit gar nicht total bitter pessimistisch... aber auch nicht super duper optimistisch.)

Nik Traverse Nik Traverse hatte ja glaube ich auch schon an anderer Stelle mal fallen lassen, dass er eher Team "unverbrüchlicher Optimismus" ist, das passt dann hier vielleicht auch gut rein.


Was mich dabei wahnsinnig fasziniert hat (rückblickend), war, dass ich beide mal initial SOFORT dagegen entschieden habe (Kopf) und dann letztendlich doch dafür. Also es war gar keine Grauzone sondern zuerst ein ganz hartes nein und dann ein ganz klares Ja. Fand ich sehr spannend.
Beide Male komplett irrationale Entscheidungen, reine Bauchentscheidungen.
Spannend. Aber lass mich raten: war dann beide Male der Mahner und Sorger, der dir gleich das deutliche und offensichtliche Gegenargument um die Ohren gehauen hat? :zwinker:

Ich glaube, mir geht es ähnlich, wie dir.
Entscheidungen mit großer Tragweite brauchen viel Mut. Und das Bauchgefühl spricht sich dann auch bei mir oft viel zu lange dafür aus, es nicht zu tun und sich weiter irgendwie durchzuwursteln.
Ja, genau das. Und gute Dinge haben sich bei mir meistens auch eher "so ergeben". Wobei ich eigentlich lieber eine aktiver steuernde Rolle in meinem Leben hätte.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #15
Also gewissermaßen ein "Unentschieden" im Bauchgefühl?
Ja, das kann auch ne Zeitlang in unvereinbare Richtungen vor sich hin grummeln.
Okay, das liest sich erstmal wieder sehr theoretisch :grin:. Aber muss ich mir erstmal genauer angucken.
Die Vorträge von Gigerenzer sind sehr anschaulich. Er sagt z.B. zu Recht, dass das Bauchgefühl nicht aus dem leeren Raum funktioniert, sondern wissensbasiert. Der Bauch muss gut und differenziert gefüttert sein, aber die Entscheidung trifft dann er und nicht das Ich oder der Kopf.
Nik Traverse Nik Traverse hatte ja glaube ich auch schon an anderer Stelle mal fallen lassen, dass er eher Team "unverbrüchlicher Optimismus" ist, das passt dann hier vielleicht auch gut rein.
Das hilft allerdings nicht so sehr bei Entscheidungen, sondern ist eher so ein Gefühl am fernen Horizont nach dem Motto meiner Großmutter 'Äs chunnt scho guet' (sie hatte im Leben lange Zeit keinerlei Grund für ihre Annahme. Es kam schlussendlich trotzdem guet.)
Kann ja auch nicht widerlegt werden, zumindest erfahre ich es nicht, wenn ich vorher sterbe.
Oder wie meintest Du das?
 
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efeu
Benutzer122533  (37) Sehr bekannt hier
  • #26
was denn überhaupt eine Bauchentscheidung sein soll
Ich habe mal innerhalb von Stunden entschieden, dass ich jetzt an einem anderen Firmenstandort arbeiten werde, und dafür durch ganz Deutschland umziehe - in ein Bundesland, wo ich nie hin wollte.
Zwischen Idee und Umsetzung durch Telefonat mit dem Chef ist kein halber Tag vergangen. Nicht, weil ich drüber nachgedacht hätte, der Chef musste halt Zeit haben.
Sowas ginge nicht, wenn ich den Kopf ranlassen würde, der dann erst alles sammelt und abwägt und irgendwie logisch entscheiden will. Finanziell war das Blödsinn, es waren sogar noch viel mehr Konsequenzen enthalten. Ich wäre komplett unglücklich geworden, hätte ich das irgendwie mit Argumenten dafür und dagegen durchdenken müssen.
Es war einfach von jetzt auf gleich das Gefühl "Ich geh nie wieder zurück!" - dem bin ich gefolgt und hab es keine Sekunde bereut.
 
Mirella
Benutzer136760  Beiträge füllen Bücher
  • #27
Ich habe mal innerhalb von Stunden entschieden, dass ich jetzt an einem anderen Firmenstandort arbeiten werde, und dafür durch ganz Deutschland umziehe
Du meinst, es war eine Bauchentscheidung, weil es schnell ging?
Ich will dir das auch nicht absprechen.
Es wird aber Gründe dafür gegeben haben, woanders hin zu wollen.
Hättest du damals ein Haus mit drei Kindern und einem Ehemann gehabt oder wärst sonst wie an den damaligen Wohnort oder AG gebunden gewesen, hätte die Entscheidung anders ausgesehen.

Ich bin selbst mal ähnlich vorgegangen, jedoch war das eine bewusste Entscheidung (mit vorausgegangener Bewerbung usw. ).
 
efeu
Benutzer122533  (37) Sehr bekannt hier
  • #28
Du meinst, es war eine Bauchentscheidung, weil es schnell ging?
Es war nur so schnell möglich als reine Bauchentscheidung.
Es war eine, weil kein rationales Abwägen stattfand. Also überhaupt nicht, es gab kein Dafür oder Dagegen oder sonstwas, es war einfach ab Idee sofort entschieden. Weil das Gefühl so klar und sicher war.
 
Mirella
Benutzer136760  Beiträge füllen Bücher
  • #29
Es war eine, weil kein rationales Abwägen stattfand.
Du scheinst aber auch einfach eine gute Anbindung an deine Intuition zu haben. Das kann nicht jeder von sich behaupten.
(Wenn man das hat, muss man vielleicht auch nicht viel planen können - siehe deine Frage in einem anderen Beitrag. )
 
ProximaCentauri
Benutzer32843  (38) Sehr bekannt hier
  • #30
Ich bin ein grosser Fan von meinem Bauchgefühl, aber sehe es eher als "Sensor" um mich drauf aufmerksam zu machen, wenn sich etwas ungut anfühlt oder eine Situation für mich nicht mehr stimmig ist. Meistens wenn ich dann anfange über die Situation genauer nachzudenken, sehe ich dann auch kognitiv, was mir mein Bauchgefühl eigentlich sagen wollte. Drum ist es dann meistens gar nicht Kopf vs. Bauch, sondern eher Bauch -> Kopf.
 
Maifeld
Benutzer155728  Beiträge füllen Bücher
  • #31
Was mein Problem mit der Beantwortung der Fragestellung ist: Die wichtigste Entscheidung, die ich in den letzten 10 Jahren getroffen habe und die mein (Berufs-) Leben maßgeblich verändert hat, wurde aus einer Position der, ja, Verzweiflung und dem dringenden Wunsch, etwas zu verändern getroffen. Weder konnte ich absehen, ob es mir gelingen würde, noch ob ich am Ende wirklich glücklicher oder zufrieden sein würde.
Heute sage ich jedem, der mir attestiert wie toll und mutig das gewesen sei, dass ich jederzeit wieder dahin kommen wollen würde, wo ich heute bin. Aber ich würde nie mehr nochmals durch die Zeit gehen müssen, die mich am Ende da hin gebracht hat.
 
Mirella
Benutzer136760  Beiträge füllen Bücher
  • #32
Die wichtigste Entscheidung... wurde aus einer Position der, ja, Verzweiflung und dem dringenden Wunsch, etwas zu verändern getroffen.
Kann ich für mich so unterschreiben.

Ich habe mir damals vorgenommen, es nie mehr so weit kommen zu lassen, dass ich wieder auf so einer Grundlage entscheiden muss.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #33
Mit Geschwindigkeit hat Entscheidung nach Bauchgefühl bei mir übrigens nichts zu tun. Ich lande einfach rational insbesondere in persönlichen Belangen, die die Zukunft betreffen, in einem Raum des Unentscheidbaren. Die Dauer des Prozessierens ist nicht der Punkt, sondern dass letztlich nicht Strategie, Planung oder ein sich selbst transparentes Ich entscheidet. Das letztere funktioniert kurzfristiger und kleinschrittiger bei mir noch besser.
 
Fußliebhaber84
Benutzer195524  (42) Verbringt hier viel Zeit
  • #34
Ist das dann bei euch wirklich so, dass ihr quasi während der Entscheidung ein deutliches Gespür dafür habt, das sagt "fühlt sich passend an"? Quasi Tür A und Tür B, und Bauch sagt "Tür B"?
Ja, bei mir ist das wie der siebte Sinn ☺️
 
P
Benutzer3277  Beiträge füllen Bücher
  • #35
Ich verlasse mich auf mein Bauchgefühl und liege damit fast immer richtig. Beispiel: Es kommt sehr selten vor dass ich mir etwas kaufe was ich danach bereue. Daher kann ich mir mein Geld gut einteilen und spare immer noch etwas. Ein paar Freunde von mir, die viel mehr Lohn erhalten als ich, kommen damit nicht bis zum Monatsende hin und klagen dann immer wieder, was sie sich für sinnloses Zeug gekauft haben: Wie konnte ich nur so blöd sein?
 
Mirella
Benutzer136760  Beiträge füllen Bücher
  • #36
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #37
Ich bin da bei "Energie folgt der Aufmerksamkeit", was genug Aufmerksamkeit auf sich zieht - starke, klare Gefühle bewirkt - bekommt die Energie, um entsprechend zu handeln. Was nicht, das nicht, und dann werden da auch keine Entscheidungen getroffen. Vielleicht später, wenn es mal an der Zeit ist, vielleicht nie, wird sich zeigen.

Ich hab in meinem Leben nur einmal eine große Entscheidung mit dem Verstand (und entgegen des Gefühls) getroffen, das war keine gute Idee.
 
Sorceress Apprentice
Benutzer89539  Team-Alumni
  • Themenstarter
  • #38
Bei Beziehungen und Freundschaften bin ich alles andere als gut danach zu gehen. Ich bin oft zu weich, zu inkonsequent, vielleicht sogar zu ängstlich für Tatsachen zu sorgen. Ich sehe quasi alle Seiten, und meine eigene ist nicht die wichtigste...
Oh ja, geht mir ähnlich. Bzw. finde ich es super schwierig zu entscheiden, wie viel Egoismus oder selbst zurück stecken in einer Freundschaft ein gutes Maß ist. Und das kann ich dann weder rational noch emotional gut auflösen. Wobei sich manche Dinge dann doch eher nach Pflicht anfühlen, was ja ein klares Warnsignal ist. Glaube ich.

Und je länger ich reflektiere und das Bauchgefühl versuche, zu ignorieren, desto unsicherer werde ich und ich ändere meine Entscheidung noch 83 Mal. Und das fühlt sich für mich dann wirklich unheimlich belastend an.
Daher fühle ich mich besser damit, sehr viel früher für mich zu sagen: "Stopp, der Bauch sagt B, also mache ich das jetzt so."
Okay, das habe ich tatsächlich immer mal wieder. Bauch sagt deutlich, wie er fühlt. Kopf denkt drüber nach, findet andere Gründe. Am Ende bin ich ratlos. Vielleicht sollte ich lernen, stärker drauf zu hören was der Bauch sagt BEVOR ich Durchdenken darauf geworfen habe. 🤔
Evtl. Übung aus der Systemischen Therapie: Der Ja-Nein Stuhl.
Ein interessantes Experiment. Quasi, die Pro-Kontra-Liste, aber noch mal personalisierter. Mit dem Ziel, die beiden zu versöhnen. Klingt ja eigentlich sinnvoll, weil ja eben die Uneinigkeit der beiden das Bauchgrummeln ausmacht.

Wenn ich zurückblicke, dann gab es solche Situationen, die sich wie eine Art Schwelle angefühlt haben. Ich wusste, wenn ich diese Schwelle jetzt übertrete, dann ändert sich alles. Dem ging immer eine Gewissheit voraus, wie sich die Dinge entwickeln werden, wenn ich diesen Schritt jetzt wage - und ein Gefühl von Unendlichkeit. Ich wusste eben, dass wenn ich mich darauf einlasse, dann wird es eine never ending Story - eine Lebensaufgabe/-partnerschaft.

In solchen Momenten habe ich die Stille gesucht, um mich von äußeren Einflüssen abzuschotten und mich selbst angefangen zu fragen, ob ich das gerade auch wirklich so will, ob meine Reise an dem Punkt zu Ende sein soll und ich ein neues Kapitel aufzumachen bereit bin, oder ob ich noch eine "weitere Runde" drehen möchte.
Okay, also du malst dir quasi aus, wie es weitergehen könnte, wenn du durch Tür 1 oder 2 (bzw. Tür 1 bis n) gehst, und wählst dann eine Zukunft aus für die du dich entscheidest?

Und ja, Entscheidungen mit Endgültigkeit sind viel schwieriger. Das stimmt natürlich. Sind auch viel mehr die mit denen ich hadere.

Vielleicht spricht aus mir zu sehr der Kopfmensch, wenn ich erstmal frage, was denn überhaupt eine Bauchentscheidung sein soll...
Wenn ich lieber weiter auf dem Sofa gammele, statt zum Sport zu gehen, hat dann mein Bauch entschieden?
Die meisten Entscheidungen sind doch reine Gewohnheiten und wenn man sie lieber dem Bauch als dem Kopf zuschreibt, ist wahrscheinlich auch eher Gewohnheit.
Ein Mensch, der eher passiv ist, wird sich in den meisten Fällen für eine passive Herangehensweise entscheiden. Weil es sich besser anfühlt, weil man es nicht anders kennt, weil es eben schon immer so war...Das ist aber noch lange nicht der Bauch, der da agiert.

Ich behaupte, dass man (gerade als Kopfmensch) nie rein aus dem Bauch heraus entscheidet. Wenn der Bauch überhaupt beteiligt ist :grin:
Ich würde ja eher sagen, dass gerade die Entscheidungen aus Gewohnheit Bauchentscheidungen sind. :grin: Weil das der bekannte, ausgetretene Pfad ist, und das fällt viel leichter. Spielt der Bequemlichkeit in die Hände.

Große Änderungen können natürlich auch Bauchentscheidungen sein, aber sie erfordern zumindest erstmal, sich aktiv damit auseinander zu setzen und sich den Ruck zu geben.

Ohne die Änderung muss ich ja gar keine große Entscheidung treffen.

Was mein Problem mit der Beantwortung der Fragestellung ist: Die wichtigste Entscheidung, die ich in den letzten 10 Jahren getroffen habe und die mein (Berufs-) Leben maßgeblich verändert hat, wurde aus einer Position der, ja, Verzweiflung und dem dringenden Wunsch, etwas zu verändern getroffen. Weder konnte ich absehen, ob es mir gelingen würde, noch ob ich am Ende wirklich glücklicher oder zufrieden sein würde.
Heute sage ich jedem, der mir attestiert wie toll und mutig das gewesen sei, dass ich jederzeit wieder dahin kommen wollen würde, wo ich heute bin. Aber ich würde nie mehr nochmals durch die Zeit gehen müssen, die mich am Ende da hin gebracht hat.
Geht mir eigentlich ähnlich. Ich habe einmal den großen Kopfsprung ins kalte Wasser gemacht. War aufregend, spannend, anstrengend... und letztlich richtig gut. War absolut das richtige. Aber dafür musste auch der Leidensdruck erstmal groß genug werden.

Aber manchmal wäre es doch gut, Dinge anzugehen bevor sie einen großen Leidensdruck entfalten. (Also, es sei denn es ist eh alles perfekt wie es ist. Was ja auch mehr als okay wäre!) Und das versuche ich hier glaube ich auch zu lernen. :grin:

Ich sehe es da ähnlich wie:
Ich habe mir damals vorgenommen, es nie mehr so weit kommen zu lassen, dass ich wieder auf so einer Grundlage entscheiden muss.

Aber "leider" sind die Dinge wie sie sind ja schon ganz okay, womit ich nicht diese extreme Motivation habe. Ich setze dann auch viel mehr aufs Spiel, mit einer großen Entscheidung.

Ich bin da bei "Energie folgt der Aufmerksamkeit", was genug Aufmerksamkeit auf sich zieht - starke, klare Gefühle bewirkt - bekommt die Energie, um entsprechend zu handeln. Was nicht, das nicht, und dann werden da auch keine Entscheidungen getroffen. Vielleicht später, wenn es mal an der Zeit ist, vielleicht nie, wird sich zeigen.

Ich hab in meinem Leben nur einmal eine große Entscheidung mit dem Verstand (und entgegen des Gefühls) getroffen, das war keine gute Idee.
Sorgst du auch dafür, den Dingen proaktiv mehr Aufmerksamkeit zu geben? Um indirekt den Energiefluss zu lenken, sozusagen?
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #39
Sorgst du auch dafür, den Dingen proaktiv mehr Aufmerksamkeit zu geben? Um indirekt den Energiefluss zu lenken, sozusagen?
Nein, so viel Energie habe ich garnicht übrig um mehr zu bewältigen als schon Aufmerksamkeit bekommt :grin: und diese Dinge zu degradieren wäre eine definitiv falsche Entscheidung.
 
efeu
Benutzer122533  (37) Sehr bekannt hier
  • #40
Ich würde ja eher sagen, dass gerade die Entscheidungen aus Gewohnheit Bauchentscheidungen sind.
Bei dir ist das vielleicht aktuell so, aber das kann man durchaus anders trainieren. Zumindest habe ich das Gefühl ( :grin:).
Mein Bauchgefühl ist mehr so "Neu, bisschen beängstigend - geil, mach!". :ashamed:
So war es definitiv nicht immer, allerdings kamen bei solchen Entscheidungen so oft die besten Ergebnisse raus, dass es gelernt hat, dass gewisse Risiken eingehen was Gutes ist.
 
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