Der Wunsch

Benutzer184407 (21)

Ist noch neu hier
Hallo liebe Mitleser,
Ich überlege schon ziemlich lange ob ich einen Thread eröffnen soll oder gar mit einem Therapeuten darüber sprechen sollte, da ich alleine nicht weiter komme und Gespräche mit Freunden nichts bringen. Entweder verstehen sie mich nicht oder sie werten das Problem so niedrig, dass sie es nicht für nötig halten dementsprechend Energie in dieses Gespräch zu stecken. Ich muss dazu sagen ich habe tolle Freunde, eine tolle beste Freundin und ich werte dies nicht negativ, da ich selbst Objektiv betrachtet sagen würde, dass dieses Problem bei weitem nicht so Belastend ist, wie es sich für mich anfühlt. Ich hoffe das jemand unter euch ist, der diese Zeit selbst bereits überwunden hat. Subjektiv gesehen geht es mir seit fast einem Jahr schlecht. Ich bin durchgehend traurig, fühle mich einsam und bin dementsprechend verzweifelt.

Kurze Vorgeschichte: Ich bin 21 Jahre alt, Männlich und hatte es in meinem Leben nie wirklich schwer. Ich war beliebt in der Schule, hatte viele Freunde und kam immer relativ gut bei den Mädels an (um die soll es auch hauptsächlich gehen). Ich stehe gut im Leben und es fehlt mir eigentlich an nichts, außer einer Freundin. Mit 15 Jahren ging ich in die glücklichste Zeit meines bisherigen Lebens. Ich traf auf Tatjana, mit der ich dann ganze 5 Jahre zusammen war. Die ersten 4 Jahre war es wunderschön und Ich war sehr glücklich. Das einzige was ich an dieser Zeit bereue ist zu wenig zeit mit meinen damaligen Freunden verbracht zu haben und die Freundschaft damit nach einer gewissen zeit zerbrach, da wir uns aus den Augen verloren hatten. Bis auf die ein oder andere nicht so schöne Erfahrung ihrerseits waren wir die ersten Sexualpartner für einander und das war am Ende auch der große Knackpunkt warum es auseinander ging. Ich war zu grün hinter den Ohren und wollte über den Tellerrand hinaus schauen. Wir hatten zuerst eine offene Beziehung (die für mich die reinste Hölle war) und später haben wir uns dann getrennt. Wenn Ich aus heutiger Sicht darauf schaue würde ich behaupten es war ein großer Fehler dies zu tun, aber es ist zu viel vorgefallen und ohne diese Erfahrungswerte, die ich nun habe, würde das gleiche Problem heute noch bestehen. Danach gab es wirklich tolle höhen mit neuen Bekanntschaften, aber auch die tiefsten Tiefen und mir wurde zum ersten mal im Leben so richtig das Herz gebrochen. Durch Corona bedingte Zustände war Dating sehr schwierig zu gestalten und deswegen musste Ich mich gegen den Rat meiner besten Freundin wehren und mir Tinder runterladen (sie hatte recht).

Springen wir wieder zum heutigen Zeitpunkt und dem konkreten Problem: Mein größter Wunsch ist es endlich erfolgreich bei den Frauen zu sein, die mir wirklich gefallen und optimalerweise die Traumfrau dabei finden. Dieser Wunsch ist so tief und fest in mir verankert, dass ich eine Verbissenheit und eine Verzweiflung an den Tag lege, die mich immer weiter zurück schlägt, wenn es mal wieder nicht so lief wie ich es gerne hätte. Es belastet mich Tagtäglich und vorallem, wenn ich befreundete Paare sehe. Ich schätze mal dieses Problem ist entstanden, da ich bis zu dieser Zeit meines Lebens noch nie wirklich alleine war. Aktuell läuft es einfach nicht. Es gibt jede menge Frauen die mir gefallen und ich versuche auch mein Glück, aber meistens ohne Erfolg. Das hat verschiedene Gründe, doch ich bin mir sicher, dass ich meistens einfach etwas falsch angehe oder die Person überfordere. Ich bin mir bewusst und das es nicht so einfach ist wie es sich schreibt oder wie der Flirtcoach im Youtube Video es vormacht, aber ohne Erfolgserlebnisse bin ja nur noch verzweifelter. Mein Lieblingstipp ist: "Lass es einfach locker angehen und das klappt schon irgendwie!" Das würde ich so gerne können! Ich würde es so gerne ablegen können und mich auf mein ansonsten sehr zufriedenstellendes Leben konzentrieren, aber die Formel dafür habe ich noch nicht gefunden. Wie soll einem auch von heute auf morgen etwas egal werden, dass einem so wichtig ist, dass man diesen Text hier schreibt? Ich bin mir auch bewusst, dass ich vermutlich einfach unattraktiv wirke, weil ich so verzweifelt und bedürftig bin, aber da befinden wir uns wieder in diesem Teufelskreis..... Ich hoffe ich habe nichts vergessen und ich wirke nicht zu weird auf euch. Ich bin über jeden Kommentar froh und beantworte jede Frage.
Danke
 
Hilfreichste Antwort
Du bist doch gerade mal ein Jahr ohne Freundin? Wieso dann diese Panik?
Such Dir ein Hobby, gehe mit Deinen Freunden raus, fahr in Urlaub. Fang mal an, zu leben. Man braucht, gerade in so jungen Jahren, keine feste Beziehung. Wenn sie sich ergibt: super. Wenn nicht, dann nicht, dann gibt es in so jungen Jahren noch so viel zu entdecken im Leben.

Im Übrigen:
erfolgreich bei den Frauen
Eine Freundin zu finden ist kein Wettbewerb. Du bist nicht toll, wenn Du x Frauen (mehr als Andere) kennen gelernt u/o flach gelegt hast. Es war dann halt einfach so. Und wenn es wenige oder eine ist, dann ist das halt auch so. Du wirst die Eine nicht finden, indem Du Hunderte ausprobierst. Die...

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Der Schlüssel zur Lösung deines Problems ist vermutlich die Antwort auf die Frage, warum dein Lebensglück deiner Meinung nach von einer Partnerin abhängt. Weshalb bist du als Single so unglücklich oder redest es dir zumindest ein?

Was erwartest du von einer Beziehung? Was fehlt dir aktuell, was du glaubst nur mit einer Beziehung kompensieren zu können? Woher kommt die Verbissenheit, der Fokus darauf? Was erhoffst du dir von Bestätigung von Frauen?
Das hat ja Gründe normalerweise. Die solltest du mal reflektieren, falls noch nicht geschehen.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Du bist doch gerade mal ein Jahr ohne Freundin? Wieso dann diese Panik?
Such Dir ein Hobby, gehe mit Deinen Freunden raus, fahr in Urlaub. Fang mal an, zu leben. Man braucht, gerade in so jungen Jahren, keine feste Beziehung. Wenn sie sich ergibt: super. Wenn nicht, dann nicht, dann gibt es in so jungen Jahren noch so viel zu entdecken im Leben.

Im Übrigen:
erfolgreich bei den Frauen
Eine Freundin zu finden ist kein Wettbewerb. Du bist nicht toll, wenn Du x Frauen (mehr als Andere) kennen gelernt u/o flach gelegt hast. Es war dann halt einfach so. Und wenn es wenige oder eine ist, dann ist das halt auch so. Du wirst die Eine nicht finden, indem Du Hunderte ausprobierst. Die Eine kommt unabhängig davon, wie sehr Du suchst.


Dieser Wunsch ist so tief und fest in mir verankert, dass ich eine Verbissenheit und eine Verzweiflung an den Tag lege
Ist doch wunderbar, dass Du das Problem schon erkannt hast. Dann ist es doch nicht so schwer, dagegen zu steuern. Wie ich oben schon schrieb: lebe. Gehe raus und habe Spaß. Gehe nicht raus mit dem Gedanken "Aber heute finde ich eine". Du hast völlig Recht: das wird jede Frau sofort merken und damit hast Du "verloren", bevor überhaupt das Spiel angepfiffen wurde.
 
Hilfreichste Antwort

Benutzer184407 (21)

Ist noch neu hier
Der Schlüssel zur Lösung deines Problems ist vermutlich die Antwort auf die Frage, warum dein Lebensglück deiner Meinung nach von einer Partnerin abhängt. Weshalb bist du als Single so unglücklich oder redest es dir zumindest ein?

Was erwartest du von einer Beziehung? Was fehlt dir aktuell, was du glaubst nur mit einer Beziehung kompensieren zu können? Woher kommt die Verbissenheit, der Fokus darauf? Was erhoffst du dir von Bestätigung von Frauen?
Das hat ja Gründe normalerweise. Die solltest du mal reflektieren, falls noch nicht geschehen.
Danke erstmal für die Antwort! Ich denke es hängt damit zusammen, dass ich mir nichts mehr wünsche als mit einer Person durch dick und dünn zu gehen und zusätzlich noch die Zweisamkeit zu genießen. Ich erhoffe mir davon mich nicht mehr alleine zu fühlen, sondern geborgen und verstanden. Es geht mir dabei nicht mal darum möglichst viele verschiedene zu haben, das wurde von dem anderen Kommentar glaube ich falsch verstanden. Ich versuche ja nicht mir das einzureden, sondern ich werde ja einfach traurig und denke dann darüber nach und frage mich warum. Denn komme ich immer zu diesem Ergebnis. Für eine alternative Lösung bin ich aufjedenfall zu haben
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
keine Beziehung haben muss nicht einsamkeit bedeuten.
Ich denke du verknüpfst das falsch und suchst die Lösung für dein Einsamkeitsproblem an der falschen Stelle.
 

Benutzer184407 (21)

Ist noch neu hier
keine Beziehung haben muss nicht einsamkeit bedeuten.
Ich denke du verknüpfst das falsch und suchst die Lösung für dein Einsamkeitsproblem an der falschen Stelle.
Ich kann das ja nur so erklären, wie es sich anfühlt. Wie verknüpfst du es denn? bzw wie sollte man das tun?
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
eine Partnerin ist nicht dafür zuständig, deine Einsamkeit zu lösen.
auch eine Partnerin ist nicht immer da, auch in einer Beziehung hat und braucht man Zeit alleine.
und wenn du mit dir nicht glücklich bist, dann kannst du es auch mit keiner frau werden.
 

Benutzer179634  (43)

Ist noch neu hier
Ich erhoffe mir davon mich nicht mehr alleine zu fühlen,
Da liegt wohl der Hund begraben.
Idealerweise bereichert ein Partner dein Leben und ergänzt dich. Aber er sollte keine Lücken füllen (müssen). Eine Partnerin ist nicht dazu da, dir die Einsamkeit zu nehmen. Dafür bist du selbst zuständig.

Auch mit Partner kann man sich im übrigen allein fühlen.
Und nur weil man allein lebt, heißt das nicht, daß man einsam ist.
Ich habe die meiste Zeit meines Lebens alleine gelebt. Aber ich war zu keinem einzigen Zeitpunkt einsam oder allein.
 

Benutzer184407 (21)

Ist noch neu hier
Okay verstanden. Kann ich euch nun noch die Frage stellen wie ich da mit mir ausmache nicht mehr alleine zu sein?
 

Benutzer179634  (43)

Ist noch neu hier
Ich befürchte, da werde ich dir nicht unbedingt helfen können. Jeder ist da ja anders.
Bei mir ist es generell eine positive Grundeinstellung zum Leben.
Ich verteile meine Liebe, die ich habe, auf alle in meiner Umgebung (Liebe wird ja nicht weniger, oder aufgebraucht, sondern im Gegenteil). Freunde, Familie und ja, ich 'liebe' auch meine Kollegen. Ich kann mich immer auf die verlassen. Sie sind immer für mich da.

Ansonsten gestalte ich meine Freizeit, mit Dingen, die mir Spaß machen. Ich versuche nichts krampfhaft zu erreichen oder gar zu erzwingen.

Eine zeitlang habe ich auch etliche Männer gedatet. Das hat mich gestresst und gefrustet, weil kein passender Mann dabei war. Dann habe ich pausiert um mir klar zu werden, was genau ich eigentlich will (hat ein Jahr gedauert). Hab mit den neuen Zielen im Kopf wieder angefangen zu daten. Und innerhalb von 2/3 Wochen habe ich meinen Freund kennengelernt, mit dem ich jetzt 10 Monate zusammen bin
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Okay verstanden. Kann ich euch nun noch die Frage stellen wie ich da mit mir ausmache nicht mehr alleine zu sein?
Klingt jetzt nach dummem Spruch, ist aber durchaus wahr: wenn Du mit Dir Freund bist, bist Du schon nicht mehr ganz alleine.
Heißt das, was jetzt mehrere User schon gesagt haben: beginne, für Dich zu leben, nicht für einen anderen Menschen, den es gar nicht gibt. Gib nicht die Verantwortung für Dein Glück und Deine Zufriedenheit, quasi für Dein Leben, an eine imaginäre Person ab. Nimm Dein Leben selber in die Hand. Mach, was Dir Spaß macht. Probiere Dinge aus, gehe in Dich. Gucke random das Internet durch nach Anregungen, die Dir vll gefallen. Schnapp Dir Deine Freunde und unternimm mit ihnen was, das wird ja jetzt wieder gehen.
 

Benutzer134131  (28)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo Technag,
Subjektiv gesehen geht es mir seit fast einem Jahr schlecht. Ich bin durchgehend traurig, fühle mich einsam und bin dementsprechend verzweifelt.
Was du hier beschreibst, ist 1 von 3 (Major)kriterien einer Depression. Die anderen sind Interessenverlust und Antriebslosigkeit, ich weiß nicht, ob das bei dir vorliegt. Trotzdem belastet es dich auch so schon und es wäre durchaus Grund genug, professionelle Hilfe zu suchen.

Ich glaube, das für deine Stimmungslage ursächliche Grundproblem (lernen, mit sich selbst in der Welt zufrieden zu sein) ist oben schon gut herausgearbeitet worden. Weil das aber praktisch manchmal schwer umzusetzen ist, habe ich mir selber in einer nicht so leichten Phase mal ein paar Dinge aufgeschrieben. Das ist natürlich sehr individuell, aber vielleicht hilft dir ja trotzdem was weiter. (Punkt 1, 5, 6.?)

1. Du musst erstmal gar nichts. Niemand zwingt dich auch nur zu irgendwas. Du musst nicht studieren, du musst kein Geld verdienen, du musst nicht mal atmen, wenn du nicht willst.
2. Lebe langsam. Achte darauf, nicht mehrere Dinge gleichzeitig zu tun.
3. Sei bloß nicht immer erreichbar, das stresst ungemein. Denk daran, du bist zu nichts verpflichtet. Auch nicht dazu, Leuten zurückzuschreiben. Oder Erwartungen von irgendwem zu erfüllen.
4. Du bist ein sehr, sehr kleiner Teil der Menschheit, die wiederum ein sehr, sehr kleiner Teil einer sehr, sehr kurzen Epoche eines sehr, sehr unwichtigen kleinen Planeten in einem Sonnensystem am Rande einer nicht allzu großen Galaxie ist. Du kannst die Welt nicht zerstören. Dein Einfluss ist unfassbar begrenzt.
5. Deine negativen Gedanken haben keinerlei Effekte, außer dass es dir jetzt aktuell gerade schlecht geht. Es wäre doch schöner, wenn es dir jetzt gerade besserginge.
6. Es ist völlig in Ordnung, mal etwas nicht zu können – auch, wenn „etwas“ eine Kopfsache, z.B. Konzentration (oder in deinem Fall: Lockerheit) ist. Dein Kopf ist auch nur ein Körperteil, der müde, ausgelaugt, kaputt oder krank sein kann. Meist ist er aber nur müde. Wenn du glaubst, dass er krank ist, gibt es Ärzte, die speziell dafür ausgebildet sind. Zu denen kannst du dann immer noch gehen.
7. Wenn gar nichts mehr geht, erinnere dich daran, dass die Zeit einiges regelt. Du bist immer wieder herausgekommen. Wenn du das aus eigener Kraft schaffst, umso besser. Wenn nicht, dann wird die Zeit es richten.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren