Der Weg zur Traumfigur (wonderkatosh' Ratschläge)

Benutzer142764  (25)

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Das Thema liegt mir persönlich sehr am Herzen und ich freu mich über jeden, der sich das Ganze durchliest und vielleicht regt euch das zum Nachdenken an oder ihr lernt noch was dazu.

[ Meine Ratschläge sind rein philosophischer und erfahrungsmäßiger Natur und haben kein wissenschaftliches Fundament]

Beweggründe:
Die Sonne kommt langsam raus und die Kleidung wird wieder enger und knapper, also machen sich viele wieder mehr Gedanken um ihre Figur, denken sie wären zu dick oder wünschen sich einfach eine Bikinifigur. Die Medien locken mit Diäten und Trainingsplänen zum Traumkörper in wenigen Wochen. Viele meiner Bekannten machen dieses Jahr Abi und schreiben mich an, weil ich ihnen einen Trainingsplan erstellen soll, wie sie innerhalb paar Wochen so eine "Traumfigur" wie ich kriegen. Einige hungern sich auch einfach ab. Aber DAS funktioniert so nicht! (...oder es funktioniert, aber es ist definitiv nicht gesund)

In diesem Thread will ich euch einfach das nahe bringen, was ich gelernt habe und euch dazu animieren nicht die gleichen Fehler wie ich zu machen.



Meine eigene (Horror)-Geschichte:
Sommer 2012. 59kg. Zusätzlich zum Tanztraining, habe ich mit Gymnastik aus einer Mädchen-Zeitschrift angefangen. Alles begann mit einem Problemzonentraining- die Beine…aber nach und nach fand ich alles an meinen Körper verbesserungsfähig. Ich hab täglich also fast 2 Stunden Gymnastik gemacht. Mein damaliger Freund hat auch zu der Zeit angefangen zu trainieren. Er hat mir Mädels mit Knack-Arsch und Sixpack gezeigt, die er echt vergöttert hat. Von ihm hab ich nie ein Lob gehört, das ich trainiert hab und das man das sieht oder ähnliches. Also hab ich immer härter und mehr trainiert, weil ich Ergebnisse sehen wollte und Anerkennung und Lob von meinen Freund, von Freunden und von meiner Familie. Ich war nicht dick, aber sehr schmächtig. Zusätzlich hab ich dann noch zu wenig gegessen.
Herbst 2012. 49kg. Ich war extrem abgemagert. Durch mein übermäßiges Training und der wenigen Nahrung hab ich meinen Stoffwechsel total gecrasht. Ich war sogar eine Woche in einer Klinik, weil bei mir eine Essstörung vermutet wurde- allerdings falscher Verdacht. (Auch wenn ich ehrlich gesagt nah dran war) Ich hab von meiner Ärztin Sportverbot bekommen…kein Tanzen, kein Training, kein Schulsport(wobei ich den Schulsport eh ätzend fand) Ich habe es allerdings trotzdem nicht geschafft mehr zu. Hab sogar versucht mit Fruchtsäften auf mehr tägliche Kalorien zu kommen. Iwann hatte ich kein Bock mehr. Mein Freund fand mich total unattraktiv, weil überall die Knochen rauskamen und seine Mutter hat die ganze Zeit über mich gelästert, das ich Macgersüchtig wäre. Ich habe mich so krank gefühlt. Ich hatte aber extreme Lust wieder zu tanzen. Also bin ich einfach hingegangen. Ich hatte danach so HUNGER. Nach jedem Training hab ich mir ein mega geiles Sandwich gemacht oder ne TK-Pizza und ne Packung(!) Eiscreme *-*
Frühling 2013. 62kg. Ich kleines fettilein^^ Seit langer Zeit, hab ich mich in meinen Körper wieder wohl gefühlt. Nicht mehr so knöchig. Aber ich war auch Single. Niemand der mich nackt sehen wollte etc. Hab auch wieder morgens etwas Krafttraining gemacht, ein paar Sit-Ups, ein paar Squats, ein paar Liegestützen. Aber nicht um einen „Traumkörper“ zu kriegen, sondern einfach um wach zu werden und weils Spaß gemacht hat.
Im Herbst 2014 hab ich wieder abgenommen. Es war einfach stressig mit der Uni und so…(ihr habt ja einiges aus meinen anderen Threads mitbekommen…) 53kg.

Seit Anfang des Jahres bin ich jetzt im Fitness-Studio. Aber aber das Aussehe meines Körper ist dabei nur zweitrangig, ich arbeite da eher an mir um stärker zu werden. Das ist mir wichtig.



Was ich euch mitgeben will:
Ein langer Weg führt zum dauerhaften Erfolg. Oder der Weg ist das Ziel. Aushungern oder bekloppte 6-Wochenprogramme bringen auf Dauer nichts. Überlegt doch mal, wenns so einfach wäre, würde einfach jeder mit einem Sixpack oder einem Knackarsch rumlaufen. Aber in Wirklichkeit ist es ein langer und harter, aber gesunder Weg. Es gibt genügend Fitnessseiten auf denen man sich einiges an Wissen aneignen kann ohne dafür zu bezahlen. Und man findet auch genügend Leute im Internet oder im Bekanntenkreis, die gerne ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit euch teilen ohne das es euch ein Vermögen kostet. Diese Trainingspläne von irgendwelchen Promis, können allerdings ein wenig Abwechslung in den Trainingsalltag bringen- gebe ich zu, aber ihr müsst aus all dem Wissen, das ihr findet, eure eigenen Erfahrungen sammeln und das für euch optimale Trainingspaket zusammenstellen.

Genießt das Essen. Essen ist nicht euer Feind, sondern euer Freund. Ich hab das Gefühl, das mein täglicher Ernährungsplan schon echt einen ganz schönen Foodporn abgibt^^ an manchen tagen zähl ich meine Kalorien, aber nur um zu gucken, ob ich auch wirklich genug esse. und ich esse nur das, auf was ich lust habe- mir egal ob es gesund ist oder nicht. Schokolade? gerne! Chia-Pudding? Nein, danke. Mir egal, wie gesund er auch sein soll, das Zeug würge nicht nicht mehr runter :grin: Essen ist super- selbstgekocht und so bunt wie möglich- dann kriegt man auch direkt gute Laune. Und habt keine Angst vor Fett- der Körper braucht Fett, um den Hormonhaushalt zu steuern.

Feiert jeden Fortschritt. Auch ein kleiner Fortschritt ist ein Fortschritt. Von 0 auf 100 funktioniert nie etwas. Es ist alles ein langer Entwicklungsprozess. Was ihr machen könnt, ist ein Foto von euch zu machen und das in einem Monat vergleichen und im nächsten Monat wieder und wieder. Vielleicht sind die Fortschritte klein, aber wenn ihr euch nach 2 Jahren, das erste Foto anguckt, dann denkt ihr nur so „Wow, das hab ich wirklich geschafft?“

Der Spiegel ist euer Maßstab. Nicht die Waage. Das Gewicht sagt wenig über das Aussehen aus. Ne Freundin war mal geschockt darüber, das sie zugenommen hatte, aber was sie zugenommen hatte, war kein Fett, sondern Muskelmasse und es sah gut aus. 1kg Muskeln sind genauso schwer, wie 1kg Fett- aber optisch ist es ein großer Unterschied. Wenn ich unter der Dusche an mir runtergucke, denke ich auch „Ih, hässlich“, aber dann geh ich aus der Dusche und sehe im Spiegel eine recht schönen Bauch und fühle mich damit wohl. Auf der Waage seh ich nur 55kg. Das sagt nichts über mein Aussehen aus.

Liebt euren Körper. Ich weiß grad nicht wie ich das am besten ausdrücken soll. Es soll nicht um andere gehen, sondern nur um euch. Ihr müsst mit eurem Körper leben und euch damit wohlfühlen. Was andere über euren Körper denken, sollte egal sein. Nur eure Meinung zählt. Ihr führt so gesehen eine Beziehung mit eurem Körper: Also hört auf ihn und auf die positiven und negativen Signale die er euch sendet. Tut ihm was gutes und seid nicht gemein zu ihm. Alles was ihr investiert, bekommt ihr auch zurück:smile:


Ich hoffe ihr könnt damit was anfangen oder nehmt es euch zu Herzen oder stellt euch nicht so dumm an wie ich.
Eure wonderkatosh
 

Benutzer136062  (23)

Verbringt hier viel Zeit
Toller Thread. Hätte den mal meine Ex Freundin gesehen :/ Naja vielleicht schick ich ihn ihr einfach aus "Ey hier" :smile: mal schauen aber echt toll geschrieben und wirklich sehr hilfreich :smile:
 

Benutzer142764  (25)

Benutzer gesperrt
Toller Thread. Hätte den mal meine Ex Freundin gesehen :/ Naja vielleicht schick ich ihn ihr einfach aus "Ey hier" :smile: mal schauen aber echt toll geschrieben und wirklich sehr hilfreich :smile:
Danke! Ich hoffe ich kann damit jemanden helfen.
 

Benutzer136062  (23)

Verbringt hier viel Zeit
Ich denke dieser Thread wird noch irgendwann Explodieren. Spätestens wenn der Sommer beginnt xD
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Liebt euren Körper. Ich weiß grad nicht wie ich das am besten ausdrücken soll. Es soll nicht um andere gehen, sondern nur um euch. Ihr müsst mit eurem Körper leben und euch damit wohlfühlen. Was andere über euren Körper denken, sollte egal sein. Nur eure Meinung zählt
Ich glaube, das ist der Hauptaspekt. Lieb dich selbst! Sport kann definitiv dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu steigern, aber auch der Sport hat seine Grenzen. Die Gefahr besteht, ganz schnell in ein ungesundes Verhalten reinzurutschen, aus dem man so schnell nicht mehr herauskommt. Folglich ist es besser zu lernen, dass man auch mit einem Fettpölsterchen hier oder einer (vermeintlichen) Problemzone da ein liebenswerter Mensch ist.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Sport kann definitiv dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu steigern, aber auch der Sport hat seine Grenzen. Die Gefahr besteht, ganz schnell in ein ungesundes Verhalten reinzurutschen, aus dem man so schnell nicht mehr herauskommt. Folglich ist es besser zu lernen, dass man auch mit einem Fettpölsterchen hier oder einer (vermeintlichen) Problemzone da ein liebenswerter Mensch ist.
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Jo, die meisten Magersüchtigen "lieben" ja auch exzessiven Sport bis in den Leistungsbereich
Der Spiegel ist euer Maßstab. Nicht die Waage. Das Gewicht sagt wenig über das Aussehen aus. Ne Freundin war mal geschockt darüber, das sie zugenommen hatte, aber was sie zugenommen hatte, war kein Fett, sondern Muskelmasse und es sah gut aus. 1kg Muskeln sind genauso schwer, wie 1kg Fett- aber optisch ist es ein großer Unterschied. Wenn ich unter der Dusche an mir runtergucke, denke ich auch „Ih, hässlich“, aber dann geh ich aus der Dusche und sehe im Spiegel eine recht schönen Bauch und fühle mich damit wohl. Auf der Waage seh ich nur 55kg. Das sagt nichts über mein Aussehen aus.
Teilweise halte ich den Spiegel für kaum tauglicher als die Waage. Gerade wenn man eh schon Probleme mit der Selbstwahrnehmung hat. Am besten führt man da noch über seinen Fortschritt Buch, indem man Umfänge misst.
 
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