Der Weg zur Kündigung

Benutzer113076 

Verbringt hier viel Zeit
Ich bräuchte mal Hilfe von den alten Hasen im Jobleben: die Situation ist diese, dass ich einen Job habe und bald kündigen werde, sobald ich was neues gefunden habe versteht sich, also könnte auch noch etwas dauern.

Nun frage ich mich die ganze Zeit wie ich zu einem Vorstellungsgespräch kommen soll, falls ich zu einem eingeladen werde, bin ja den ganzen Tag auf Arbeit, wie läuft das?

Kommuniziert man ab einem gewissen Punkt sogar mit offenen Karten und sagt ehrlich, dass man ein Vorstellungsgespräch hat?

Ich kann mir gut vorstellen, dass mir zum Beispiel zu einem Mitarbeitergespräch eh mal ein "ich bewerbe mich woanders, lasst mich doch einfach nur meinen Job machen solange ich noch da bin" rausrutscht.
Wäre sowas unklug? Ein grober strategischer Fehler oder legitim? Vielleicht sehe ich mögliche Sichtweisen einfach nicht?
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Je nach Position und Joblage kann man versuchen die Vorstellungsgespräche auf eine Zeit zu legen, in der es nicht sonderlich im alten Betrieb auffällt. Ansonsten muss man halt mal einen halben Tag Urlaub opfern, Überstunden abbauen oder Arbeitszeiten umlegen, das ist halt Abhängig von den Möglichkeiten.

Dem alten Betrieb habe ich bisher immer nur bescheid gesagt, wenn ich schon die neue Stelle in der Tasche hatte. Denke da muss man sich nicht unnötig den Stress machen, dass man lange den "der geht eh bald"-Status hat.
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Ich würde mal zu bedenken geben, dass eine zu gleichgültige Einstellung dem jetzigen Arbeitgeber gegenüber evtl. ein Nachspiel im Arbeitszeugnis haben könnte...
 
M

Benutzer

Gast
Danke für deine Frage !! Mir gehts im momentan auch so. Habe schon viele Bewerbungen geschrieben, leider aber noch keine Antworten erhalten bzw. Absagen. Bin aber auch nicht dafür es dem Arbeitgeber zu sagen, kommt sicher nicht gut. V.a. wenn du dann noch sicher keine Job hast und dir wird dann gekündigt, dann stehst du ohne Job da.
Vll reicht es einfach, wenn du einen Arzttermin vorschiebst oder so. Habe auch in meiner Bewerbung geschrieben, dass meine Unterlagen vertraulich behandelt werden sollen.
 

Benutzer119185  (36)

Benutzer gesperrt
mini schrieb:
Habe auch in meiner Bewerbung geschrieben, dass meine Unterlagen vertraulich behandelt werden sollen.

Der Satz ist unangebracht, weil sie es generell, zumindest firmenintern, behandeln werden. Würde ich in Zukunft weglassen.
 
M

Benutzer

Gast
Wieso sollte ich das weglassen? Bevor die Firma in meiner jetztigen Arbeit anruft und nach meinen Leistungen frägt? Dann steh ich genauso blöd da! Ist doch nur eine Bitte von mir.
 

Benutzer119185  (36)

Benutzer gesperrt
Wieso sollte ich das weglassen? Bevor die Firma in meiner jetztigen Arbeit anruft und nach meinen Leistungen frägt? Dann steh ich genauso blöd da! Ist doch nur eine Bitte von mir.

Sowas kannst Du nach einer Einladung zu einem persönlichen Gespräch immer noch tun, wenn Du meinst, dass es die Situation erfordert. Aber es so allgemein zu verfassen, kann den potentiellen AG erst recht neugierig machen. Nicht jeder AG nimmt unbedingt auf zukünftige Mitarbeiter Rücksicht.
 

Benutzer30735 

Sehr bekannt hier
Ich schließe mich Subway an: Entweder den Termin nach Möglichkeit irgendwie außerhalb der Arbeitszeit legen oder mal einen Tag opfern. Arzttermin vorschieben wird auch schwierig, da braucht man ja eigentlich immer (?) eine Bestätigung. In der derzeitigen Firma würde ich nichts sagen.
 

Benutzer18889 

Beiträge füllen Bücher
Bei einigen Arbeitgebern bzw. allen, wo ich bislang gearbeitet habe, braucht man erst ab dem 3. Fehltag ein Attest. Entsprechend würde ich mich wohl einfach krank melden.
 

Benutzer90559 

Verbringt hier viel Zeit
Das wäre tödlich, wenn Du das sagst. Wenn Dein Chef wüßte, daß Du weg willst, kann es passieren, daß Du kein angenehmes Arbeiten mehr hast. Da darfst Du Dich nicht verplappern. Dann mußt Du zum Arzt oder notfalls nimmst Du Urlaub.

Werfe erstmal einen Blick auf Deine Kündigungsfristen. Die stehen im Vertrag oder sind gesetzlich.
 

Benutzer30735 

Sehr bekannt hier
Stimmt, da kenne ich auch einige Unternehmen. Dann aber wirklich krank melden und nicht einen Arzttermin vorschieben :zwinker: Ist ja dann unkomplizierter.
Wobei ich persönlich je nach AG und Kollegen wohl nicht einfach so blau machen würde um ein Vorstellungsgespräch wahrzunehmen.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Bin erstaunt, wie viele hier zum Blaumachen raten um ein Vorstellungsgespräch zu besuchen. Das käme mir wirklich als letztes in den Sinn.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Mir käme es jedenfalls erst in den Sinn, wenn ich sonst wirklich kaum eine Chance hätte wegzukommen...etwa weil der Arbeitgeber Urlaub / Freizeit nicht gewähren will, weil man ja so dringend im Betrieb gebraucht wird...

Ansonsten habe ich Urlaub genommen, auch halbe Tage und manchmal Überstunden abgebummelt.
Mein Chef hat erst davon erfahren, als ich ihm die Kündigung auf den Tisch gelegt habe und so solltest du es auch handhaben!
Vorher mit offenen Karten spielen würde dich in eine schlechte Position bringen und manche Menschen reagieren dann auf einmal echt eklig..obwohl sie vorher echt in Ordnung waren...

Die Kündigung gabs bei mir auch erst, als die Tinte auf meinem neuen Vertrag trocken war!!
 

Benutzer109616 

Sorgt für Gesprächsstoff
Niemals dem Chef sagen, dass du was neues suchst! Ich habe es zwangsweise machen müssen (habe um einen Auflösungsvetrag gebeten), dann wollte er mir keinen geben und hat aber schon mal jemand neues gesucht "weil er ja damit rechnet dass ich eh bald weg bin".
 

Benutzer40590  (42)

Sehr bekannt hier
Bin erstaunt, wie viele hier zum Blaumachen raten um ein Vorstellungsgespräch zu besuchen. Das käme mir wirklich als letztes in den Sinn.

Naja, wenn das rauskommt hat man anschließend zumindest viel Zeit für Vorstellungsgespräche...

Urlaub nehmen, ein paar Stunden abbauen bzw mit dem Unternehmen bei dem man das Gespräch hat einen passenden Termin vereinbaren. Du musst ja nicht den Termin nehmen der Dir angeboten wird - ist man dort aufgrund seiner aktuellen Beschäftigung verhindert gehen die Verantwortlichen auch auf deine Vorschläge ein wenn sie in Dir das entsprechende Potential sehen.
Ob man dem aktuellen AG was sagt hängt ganz von der Situation im Betrieb, der Position und dem Verhältnis untereinander ab.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Ich hoffe, dass Du in Deiner Bewerbung geschrieben hast, dass Du Dich in ungekündigter Anstellung befindest.
Damit kannst Du dann schonmal Sätze wie "bitte vertraulich behandeln" weglassen. Außerdem wird bei einer Terminabsprache dann darauf Rücksicht genommen.
Du "darfst" übrigens auch den Namen Deines aktuellen Arbeitgebers weglassen und z.B. schreiben "in einem mittelständischen Betrieb der xy-Branche" oder so etwas. Dann noch den Hinweis, dass Du evtl. vorhandene Zwischenzeugnisse (Du hast doch ein ein recht aktuelles? Ansonsten schnellstens nachfordern) bei einem persönlichen Gespräch gerne vorlegen wirst.
So vermeidest Du den informellen Austausch zwischen altem und neuem AG, der in einigen Branchen leider sehr häufig stattfindet.

Und, wie schon oft gesagt hier: erst dann den alten AG informieren, wenn Du ihm gleichzeitig die Kündigung überreichst.
 

Benutzer113076 

Verbringt hier viel Zeit
V.a. wenn du dann noch sicher keine Job hast und dir wird dann gekündigt, dann stehst du ohne Job da.
Ein Glück sind wir nicht in Amerika, mit welchem Argument sollte er mich denn kündigen? "Sie hat sich woanders beworben"? Wenn er das tut kriege ich eine nette Abfindung vor Gericht und dann wäre es auch wieder egal...

Arzttermin vorschieben wird auch schwierig, da braucht man ja eigentlich immer (?) eine Bestätigung. In der derzeitigen Firma würde ich nichts sagen.
Hehe....wir brauchen keine....also ist denke ich schon mal klar, was ich machen werde, wenn es nicht in die Mittagspause zu legen ist....:teufel:
Halbe Urlaubstage fällt auch auf, da ich erst rumgetönt habe wie schwachsinnig ich einen halben Urlaubstag finde :grin:

Das wäre tödlich, wenn Du das sagst. Wenn Dein Chef wüßte, daß Du weg willst, kann es passieren, daß Du kein angenehmes Arbeiten mehr hast.
Angenehmes Arbeiten habe ich jetzt sowieso schon lange nicht mehr.

Niemals dem Chef sagen, dass du was neues suchst! Ich habe es zwangsweise machen müssen (habe um einen Auflösungsvetrag gebeten), dann wollte er mir keinen geben und hat aber schon mal jemand neues gesucht "weil er ja damit rechnet dass ich eh bald weg bin".
Ist doch ok, wenn er dann einen neuen sucht.

Ich hoffe, dass Du in Deiner Bewerbung geschrieben hast, dass Du Dich in ungekündigter Anstellung befindest.
Ich habe mich noch gar nicht beworben, weil ich erst ein Studium abschließen muss, leider bin ich vertraglich danach auch noch einige Monate an die Firma gebunden, ansonsten muss ich 900 Euro zahlen. Bei dem Gesicht was ich derzeit ziehe hoffe ich fast darauf, dass sie das streichen und dann einfach nur froh sind mich los zu sein.
Das ist keine Absicht, ich schaffe das einfach nicht mit der Schauspielerei, ich bin viel zu authentisch, wenn ich mies drauf bin, bin ich es auch, da kann ich kein Strahleface aufsetzen, geht einfach nicht, vor allem weil ich mich von der Firma von A bis Z nur noch verarscht fühle. Ist meinetwegen ein dicker Minuspunkt aber geht nicht anders.

Den Namen des Arbeitgebers weglassen würde ich eher ungern, weil es schon eine recht namhafte Größe ist. Selbst wenn irgendeine Firma Connections hat und es erzählt, dass ich mich beworben habe wäre das doch ok? Man macht doch nichts verbotenes.

Dann noch den Hinweis, dass Du evtl. vorhandene Zwischenzeugnisse (Du hast doch ein ein recht aktuelles? Ansonsten schnellstens nachfordern) bei einem persönlichen Gespräch gerne vorlegen wirst.
Arbeitszeugnisse zwischendurch? :ratlos:
Wenn ich denen sage ich will ein Zwischenzeugnis wissen die doch sofort was los ist!
 

Benutzer6428 

Doctor How
Du kannst natürlich nicht einfach so gekündigt werden...aber glaub mir...deine Situation kann noch rosig gegen das sein, was dir angetan wird, wenn sie spitz kriegen, dass du sowieso bald weg bist!
Ein Kollege von mir hat seinen alten Arbeitgeber 3(!) Mal verklagt wegen verschiedener Dinge....eins davon, dass er sein restliches Gehalt überhaupt bekommt.
Klar geht vieles nicht, manches wird aber trotzdem gemacht...hättest du eine gute Rechtsschutz, mit der du dich gegen derlei Dinge wehren könntest?

Die Sache mit dem Zwischenzeugnis ist natürlich so eine Sache...was immer Sinn macht ist, ein Zwischenzeugnis anzufordern, wenn sich irgendwas in der Führungsstruktur ändert. Hauptsächlich, wenn dein Chef wechselt. Für die Zukunft ist das ein wirklich heisser Tipp. Der neue Chef kann ja wohl kaum die Leistungen beurteilen, die du unter dem alten Chef gebracht hast :zwinker:

Namen der aktuellen Firma hatte ich angegeben und bin da vielleicht leicht auf Risiko gefahren. Da ich mit den Firman auch telefoniert habe, habe ich das vertrauliche behandeln angesprochen, falls es nicht sowieso schon von dem entrsprechenden Personaler kam.

Zum Rest kann ich dir nicht viel sagen...du musst eben selbst herausfinden, wie du dir die Zeit für ein Jobinterview frei schaufelst. Geh aber nicht zu blauäugig an die Sache ran! Ich habe schon Menschen erlebt, die soooo Nett zu sein schienen, bis sie dann auf einmal, nach JAHREN ihr wahres Gesicht gezeigt haben...das sind die eigenen Nerven einfach nicht wert...
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Ein Zwischenzeugnis frage ich grundsätzlich einmal im Jahr an. Das ist, glaube ich, rechtens, dass man es sogar verlangen kann (Achtung: ich weiß es nicht genau!), außerdem nimmt die Regelmäßigkeit das Gerüchle, dass man sich über Kurz oder Lang verabschieden will.

In Deinem Fall würde ich übrigens durchaus den alten AG nennen, denn es ist ja nicht ein Job im üblichen Sinne und von daher völlig normal, dass Du Dich nach Abschluss Deines Studiums anders orientieren möchtest. Also vergiss das von mir gestern Gesagte.
 
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