Der Unterschied zwischen Freundschaft und Liebe (m/w)

Benutzer18629 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo zusammen,

ich habe gesucht, aber kein Thema gefunden, dass 100% passt. Sollte ich etwas übersehen habe, schließt das hier einfach.

Vorweg, es ist kein Problem, das mich beschäftigt, eher eine generelle Frage, auf die ich keine Anwort habe und zu der ich eure Meinung hören möchte. Die Frage beruht auf eigenen Erfahrungen, das Lesen der Vorgeschichte ist aber nicht zwingend notwendig, ich habe die eigentliche Frage daher fett gedruckt.

Aus meiner Sicht ist eine Freundschaft zwischen Mann und Frau grundsätzlich möglich. Ich selbst habe eine sog. Sandkastenfreundin, die ich mein ganzes Leben kenne (Sandkasten, Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, Abitur, alles gemeinsam). Schon im Kindergarten waren wir besten Freunde, wie das im Laufe der Entwicklung von Jungs und Mädchen so ist, war der/die andere dann antürlich auch mal blöd, ihr wisst ja :zwinker:. Auch nach der Schullaufbahn hatten wir weiterhin Kontakt, wenn auch nicht mehr so viel, wie in Abizeiten. Hängt damit zusammen, dass wir beide weggezogen sind und ich auch heute (7 Jahre nach Abi) noch in einer anderen Stadt wohne.
Seit etwa 2 Jahren haben wir wieder ein sehr enges Verhältnis zueinander aufgebaut, ich war da in einer Beziehung, sie frisch Single. Durch unsere vielen gemeinsamen Jahre war es auch nicht schwer, wieder freundschaftlich zueinander zu finden.
Nun ist inzwischen auch meine Beziehung zerbrochen und so bin ich durchaus öfter wieder in der alten Heimat, was auch dazu führt, dass wir uns sehr viel häufiger sehen (alleine seit Weihnachten 3mal in 4 Tagen). Wir treffen uns alleine bei ihr, reden über Gott und die Welt, Kochen zusammen, gucken Filme zusammen, gehen ins Kino/Theater, was Essen etc.(kann man durchaus als klassische Päärchensachen bezeichnen). Also jeder, der das hört und uns nicht genau kennt, unterstellt uns, dass da was laufen würde, was natürlich durch einen sehr vertrauten Umgang miteinander verstärkt wird.
Ich selbst würde es auch so sehen und vermutlich wäre es auch bei jeder anderen Frau so. In diesem Fall kann ich aber ausschließen, dass sich Gefühle (also Liebe im klassischen Sinne) entwickelt haben bzw. werden.


So, lange Vorgeschichte, die auch zur Verdeutlichung dient.

Wie genau lassen sich Freundschaft und Liebe voneinander abgrenzen? Wo ist die Grenze, gibt es überhaupt eine bzw. muss es eine geben? Ist es alleine die zeitliche Komponente, die eine Liebesbeziehung unmöglich macht?

Ich freue mich auf eine hoffentlich rege Diskussion und eure Antworten!!
 

Benutzer149798  (23)

Sorgt für Gesprächsstoff
Vielleicht gibt es keine klare grenze? Ich würde sagen wenn es liebe ist, will man jeden morgen zsm aufwachen, man wünscht sich den anderen in tollen momenten herbei damit man ihn teilen kann, man plant für die zukunft und man will sich küssen etc. Aber das ist nur meine meinung und man kann es mitunter auch auf beste freunde beziehen.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
für mich ist die unterscheidung simpel: partnerschaftliche liebe ist wirklich richtig gute freundschaft + sex.

ich kann menschen lieben ohne etwas sexuelles zu empfinden - das können eltern, familie oder freunde sein - und ich kann menschen lieben und eben auch sex mit ihnen wollen, das ist dann der partner.
 

Benutzer146984 

Meistens hier zu finden
Liebe fühlt sich anders an. Ich schätze mal, es geht dir um eine romantische Liebesbeziehung, daher lasse ich jetzt mal die Liebe zur Familie außen vor. So wie man seine Eltern oder Geschwister liebt, kann man imho auch eine/n Freund/in lieben, das ist dann Liebe, aber eben ohne die romantische Seite. Werde da aber nicht weiter drauf eingehen, kann man ewig drüber philosophieren, wenn man will.

- Wenn ich meinen besten Freund (im restlichen Text "Kumpel" um der Verwirrungsgefahr entgegenzuwirken) sehe, dann freu ich mich darüber. Aber ich habe keine Schmetterlinge im Bauch. Wenn ich meinen Freund nach einer Zeit der Trennung (und wenn es bloß 30min war) wiedersehe, dann macht mein Herz einen freudigen Hüpfer.

- Wenn ich meinen Kumpel berühre, dann ist das unspektakulär. Wenn ich meinen Partner berühre, will ich nichtmehr loslassen.

- Wenn ich mich von meinem Kumpel verabschiede, weiß man sicher, dass man sich bald wiedersehen wird und die Trennung ist kein Problem. Wenn ich meinem Partner für 24h oder mehr tschüss sage, dann kann ich mir noch so sicher sein, dass ich ihn bald wieder sehe, ich wünsche er könnte bei mir bleiben.

- Wenn ich allein einschlafe, dann möchte ich meinen Partner bei mir haben; will seine warme Umarmung spüren, seinen Atem hören, seinen Duft in der Nase haben. *schwärm* Es verlangt mich nicht danach mit meinem Kumpel das Bett zu teilen, auch wenn es kein Problem wäre.

- Ich kann mir vorstellen, dass mein Kumpel ein toller Vater wäre. Aber ich möchte nicht, dass er der Vater meiner Kinder wird.

- bei meinem Kumpel freue ich mich, wenn er eine Beziehung mit jemandem eingeht, der nicht ich ist. Schön, dass er endlich jemanden gefunden hat. Wenn ich in jemanden verliebt bin, tut es weh, wenn derjenige mit jemand anderem als man selbst zusammen ist.

Da gibt es sicher noch mehr Unterschiede, aber das sind die, die mir spontan einfallen.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Ich für mich kann das schon eindeutig abgrenzen - romantische Liebe fühlt sich bei mir eindeutig anders an als platonische Freundschaft oder Liebe zur eigenen Familie. Schon allein deshalb, weil romantische Liebe eine sexuelle Komponente hat; wenn ich verliebt bin, finde ich denjenigen auch körperlich anziehend. Aber der Unterschied besteht nicht nur in Sex, auch rein gefühlstechnisch ist das was anderes.

Das heißt aber nicht, dass sich aus Freundschaft keine Liebe entwickeln kann. Sowas gibt es ja immer wieder, auch nach vielen Jahren Nur-Freunde-sein kann es passieren, dass man sich auf einmal "mit anderen Augen sieht".

Off-Topic:
Ich hab auch so einen Freund, mit dem ich früher viele "Pärchendinge" gemacht habe, wenn man so will; er war z. B. mit mir auf meinem Abiball und wir haben oft mit einem befreundeten Paar was zu viert unternommen. Da kauften uns auch so einige Leute nicht ab, dass zwischen uns nichts läuft, denn Mann und Frau, die nur befreundet sind, sowas gibt es doch gar nicht ...
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Es besteht schon ein Unterschied, den ich auch sehr deutlich bei den Personen spüre. Leider ist es nicht so einfach, den auch aufzuschreiben und zu formulieren. Lavendel0815 Lavendel0815 hat an sich ein paar schöne Beispiele dafür gegeben, was sich "anders" anfühlt, bei denen ich auch so mitgehen kann. Grundsätzlich würde ich wohl sagen, dass die emotionale Distanz zwischen Freunden und Liebespartnern verschieden ist.

Das hört sich auch schon ziemlich doof an, denn grundsätzlich ist die emotionale Distanz zwischen mir und meinen Freunden schon gering. Ich habe (zu engen Freunden) ja auch eine Art "Freundesliebe" und leide Kummer, wenn sie sich entfremden oder wenn es nicht gut zwischen uns läuft. Ich habe ja auch schon wegen Freunden geweint, weil diese Menschen mir eben sehr nahe gehen.

Eine Beziehung oder partnerschaftliche Liebe ist aber noch viel präsenter. Üblicherweise teile ich mein Leben mit meiner Partnerin - die Gegenwart, die Zukunft und jede Stimmungsschwankung. Während ich meine Freunde bei Probleme konsultiere hat meine Partnerin kaum eine Wahl: sie bekommt eben alles von mir mit und das völlig ungefiltert. Sie ist überall mit involviert und erfährt die Dinge als erste. Derlei intensive Nähe gehe ich mit Freunden nicht ein, aus Angst sie nicht zu sehr von mir zu vereinnahmen. Auch wenn man sich im Leben begleitet und hilft, ist es nie so eng verwoben, was auch ein großer Vorteil einer Freundschaft ist und sie robust gegen viele Störungen macht, die einen üblicherweise die Beziehungen killen.

Es gibt auch viele Dinge, die ich nur mit ganz bestimmten Personen teile: ich habe einen Freund mit dem ich viel zocke, ich habe Freundinnen mit denen ich stärker über Liebesprobleme rede und ich habe Freunde zum Rausgehen oder Spaß haben. Meine Partnerin muss das nicht alles abdecken, aber üblicherweise ist die Schnittmenge in einer Liebe recht groß und der Partner ist fast so etwas wie ein Joker.

Schätze aber, ich kann es nicht wirklich ausdrücken, was wohl auch daran scheitern mag, dass meine Liebe immer mit Freundschaft verbunden war und ich enge Freunde wohl auch innig liebe.

Sex läuft bei mir eher orthogonal: üblicherweise habe ich starkes sexuelles Verlangen nach meiner Partnerin und wenig dafür für meine Freundinnen, aber prinzipiell kann ich mir sowohl Sex mit Freundinnen als auch eine völlig sexlose, aber dennoch liebevolle Beziehung vorstellen.
 

Benutzer18629 

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Ich denke auch, dass sich der Unterschied nicht nur am Sex (oder am körperlichen Verlangen) festmachen lässt, will die Diskussion rund um Freundschaft+ nicht aufmachen.
Freundschaft überdauert Liebe, sagt man und ich persönlich finde, dass das auch so ist. Klar, seinen Freunden bekommen selten ungefiltert alles aus meinem Leben mit, trotzdem sind sie ein sehr wesentlicher Teil in meinem Leben. Ich finde auch nicht, dass der Partner eine Art "Joker" ist, der alle meine Interessen zwingend teilen muss, es sollte aber ein grundsätzliches Interesse da sein. Nur Intresse habe ich auch an den Dingen, die meine Freunde bzw. in dem Fall die die Freundin macht.
Der Verlust dieser speziellen Freundschaft würde mich mindestens eben so hart treffen wie es eine Trennung von der Partnerin schafft, wenn es nicht perspektivisch sogar schlimmer wäre. Trotzdem bin ich unfähig den Unterschied konkret benennen zu können, wenn gleich ich ihn natürlich fühle. Ja, das Romantische fehlt, das ist sicherlich richtig und wahrscheinlich liegt hier auch wirklich der Unterschied.
 

Benutzer137440 

Sorgt für Gesprächsstoff
Für mich ist Freundschaft eigentlich die optimale-super-Liebe.. ich habe Kumpels die liebe ich so sehr, dass ich das nicht durch so was kurzfristiges wie eine Beziehung ruinieren möchte. :smile: klingt vermutlich kompliziert. Aber ich liebe die dann so sehr ,dass ich sie am liebsten für immer bei mir und um mich haben möchte, was generell in einer Freundschaft leichter ist, als dies in einer Beziehung der Fall ist.. :confused:
Hoffe da ist noch etwas Sinn zu finden:zwinker:
 

Benutzer146984 

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Für mich ist Freundschaft eigentlich die optimale-super-Liebe.. ich habe Kumpels die liebe ich so sehr, dass ich das nicht durch so was kurzfristiges wie eine Beziehung ruinieren möchte. :smile: klingt vermutlich kompliziert. Aber ich liebe die dann so sehr ,dass ich sie am liebsten für immer bei mir und um mich haben möchte, was generell in einer Freundschaft leichter ist, als dies in einer Beziehung der Fall ist.. :confused:
Hoffe da ist noch etwas Sinn zu finden:zwinker:
durchaus, das kann ich schon verstehen, dass man eine Freundschaft durch eine Beziehung nicht kaputt machen möchte.
 

Benutzer146905 

Sehr bekannt hier
Ich bin gerade selber schon seit Tagen am grübeln ob ich mich in eine Person verknallt habe oder ob es nur Freundschaft ist...
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich zitiere da mal meinen Beitrag aus dem Freundschaft+ Thema:

Ich musste grade ein bisschen schmunzeln, als ich den Thread gelesen habe. :zwinker:

Für mich ist ein ganz gewaltiger Unterschied zwischen einer Freundschaft, bei der ab und an auch gevögelt wird und einer Beziehung.
In der Freundschaft stehen für mich ganz andere Elemente im Zentrum, Sex kann dann mal als nettes Schmankerl passieren, muss aber auch nicht immer und wenn sich diese Ebene irgendwann im Sande verläuft, dann ist das okay. Mit meinen Freunden geh ich gern gemeinsamen Interessen nach, mal ein Kinobesuch, eine Runde Geocaching, das Auskundschaften eines neuen Restaurants,... und am Abend trennen sich zumeist wieder die Wege und ich seh die Leute einige Tagen bis Wochen (bei denen, die weit weg leben auch Monate) nicht mehr. Völlig unabhängig davon, ob ich Sex habe mit ihnen oder nicht.

Mit einem Partner will ich jeden Alltagspups teilen, neben ihm einschlafen und aufwachen, jeden Tag intensiven Kontakt, ich hege tiefgehende Gefühle für die Person und bin wirklich verknallt (ein sehr grosser Unterschied zur Freundschaft - zwischen "Ich mag dich" und "Ich liebe dich" sind bei mir Welten),... Kurz gesagt: Ich will einen grossen Teil meines Lebens mit dieser Person gemeinsam gestalten.
Auch ist mir die sexuelle Ebene hier wichtiger, wenn es in dem Punkt nicht (mehr) stimmt, dann ist eine für mich wichtige Säule der Beziehung am Bröckeln. Denn Intimitäten körperlicher Natur sind essentiell für mich in einer Beziehung.
 

Benutzer18629 

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Wobei es hier ja um Freundschaft ohne Sex (ist das dann eigentlich Freundschaft-? :zwinker: ). geht. Finde die Aussage von hot_stuff da sehr treffend, nachzuvollziehen und im Prinzip sagt es genau das, was ich auch denke, nur mit anderen Worten.
Ist es vielleicht auch so, dass es eben nicht nur schwarz und weiß gibt (also nur Beziehung oder Freundschaft), sondern auch verschiedenste Grautöne (und auch hier gibt es verschiedene Abstufungen als Sex oder kein Sex). Ist es v ielleicht auch der Wunsch des Menschen, immer alles irgendwie benennen zu müssen und somit auch zu kategorisieren?
 

Benutzer146984 

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natürlich gibt es bei Freundschaft und Liebe nicht nur schwarz und weiß.
Der eine kann sich Freundschaften nur mit gleichgeschlechtlichen vorstellen und wenn man sich mit jemand des anderen Geschlechtes gut versteht, dann bedeutet das auch, dass es in Richtung Beziehung & Sex geht. Ein andere hat Freundschaften und Beziehungen mit Personen jeden Geschlechtes aber in den Freundschaften keinen Sex und der Dritte liebt das Modell Freundschaft+.
Für den einen ist eine Beziehung nichts anderes als eine enge Freundschaft kombiniert mit sexueller Anziehung ein anderer trennt ganz klar dazwischen und kennt nur Beziehung (mit Sex) und Freundschaft (streng ohne Sex).
Das sind jetzt nur ein paar Möglichkeiten, jeder Mensch handhabt das so, wie er sich wohl fühlt damit.
Ist ja auch alles eine Frage der Definition.
Und ja, natürlich versucht man als Mensch, die Sachen zu benennen und zu kategorisieren. Wenn etwas keinen Namen hat, kann man sich darüber nicht unterhalten.
Ein Beispiel: Wenn ich irgend eine Art Beziehung familiärer, freundschaftlicher oder romantischer Natur zu jemandem pflege, dann komme ich vermutlich nicht immer darum herum, diesen Menschen irgendwann in einem Gespräch mit einer anderen Person zu erwähnen. Der andere Fragt jetzt natürlich, wer der gerade Erwähnte ist. Jetzt kann ich sagen "Der Xyz ist mein MUMPF", weil dieses Wort für mich genau die Art der Beziehung beschreibt, die ich zu Xyz habe. Aber mein Gesprächspartner wird keine Ahnung haben, wovon ich spreche. Also packe ich es in ein für alle verständliches Gewand und kategorisiere Xyz als meinen Schwager, besten Freund, meine Affäre, meinem Verlobten ... was auch immer. Damit weiß dann jeder, worum es geht.
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Wobei es hier ja um Freundschaft ohne Sex (ist das dann eigentlich Freundschaft-? :zwinker: ). geht. Finde die Aussage von hot_stuff da sehr treffend, nachzuvollziehen und im Prinzip sagt es genau das, was ich auch denke, nur mit anderen Worten.
Ist es vielleicht auch so, dass es eben nicht nur schwarz und weiß gibt (also nur Beziehung oder Freundschaft), sondern auch verschiedenste Grautöne (und auch hier gibt es verschiedene Abstufungen als Sex oder kein Sex). Ist es v ielleicht auch der Wunsch des Menschen, immer alles irgendwie benennen zu müssen und somit auch zu kategorisieren?

Meine Aussagen beziehen sich generell auf Freundschaften vs Beziehungen. Ob Sex oder nicht dabei ist in der Freundschaft, ist für mich in dem Falle nicht entscheidend. :zwinker:

Ich für meinen Teil benenne die Dinge gern. Ich gehöre aber auch nicht zu Beziehungsanarchisten und co.
Wenn ich mit jemandem eine Beziehung führe, dann nenne ich das Konstrukt auch so. :zwinker:
 
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