Der Untergang der deutschen Sprache

Benutzer57124 

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Hm... das überrascht mich jetzt aber ziemlich und ehrlich gesagt kann ich es kaum glauben.
Ich war mir eigentlich 100%ig sicher, dass bei "sowohl, als auch" genau so ein Komma hin gehört, wie bei "ebenso, wie".
Ich habe das definitiv auch in der Schule immer so geschrieben und kann mich nicht daran erinnern, dass das jemals als Fehler angestrichen wurde...
Hab gerade im Duden "Richtiges und gutes Deutsch" nachgeschlagen, es kommt tatsächlich kein Komma hin. War mir auch neu :geknickt:
 

Benutzer78241  (35)

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Hm. ja der Untergang der deutschen Sprache. Ein leidiges Thema.

Ich selber habe schon zahlreiche Fehler in Zeitschriften und Büchern gelesen, zum Glück waren es nur einzelne Dinge und selbst Korrekturleser sind nur Menschen und können was übersehen. Ein Buchstabendreher oder auch mal ein falsches Wort kann man durchaus übersehen (weil man es unbewusst bereits im Kopf beim Lesen korrigiert), solange es die Ausnahme bleibt.

In Foren ist das wieder eine ganz andere Geschichte. Da sind Leute die die alte Rechtschreibung gelernt haben (was oft auch noch im Ausland wie Russland etc. praktiziert wird), andere die beide erlernen mussten und daher da was richtig und da was falsch schreiben (wie es in meinem Alter so ist) und dann natürlich auch die Leute die jetzt nur noch die neue kennen. Wenn da 3 Lernsysteme aufeinander prallen, kann es durchaus zu Fehlern und Ungereimtheiten kommen. Und zu guter letzt gibt es ja auch noch die Legastheniker die nicht anders können als fast alles falsch zu schreiben.

So im Hobbybereich sehe ich das ganze auch nicht so ernst, solange man sich immerhin an die Grundregeln wie Groß- und Kleinschreibung und Kommata hält (das gilt für mich selber auch im ICQ). Das man oft mal ein Komma übersieht oder denkt, dass dort keins hinkommt... kann passieren, solange ein langer Text überhaupt Kommata aufweist.
Auch das mit dem Getrennt und Zusammen schreiben ist eine Geschichte für sich. Gerade bei den Wörtern mit Abkürzungen wie usw. und sog. gibt es durch die Reform ja so seine Probleme, so wird "so genannten" mittlerweile getrennt obwohl die Abkürzung noch immer "sog." heißt. Genauso bei "und so weiter", das sind alles noch Fehler die durch die Rechtschreibreform entstehen und die alte Form wird auch noch lange Lebendig bleiben, solange bis auch der letzte Mensch verstorben ist, der diese Form (auch teilweise) erlernt hat. Also der Großteil des Forums. Nur gibt es bis dahin entweder überhaupt kein Deutsch mehr oder es gibt schon viel mehr Rechtschreibreformen bis dahin *g*

Solche Fehler wird es immer geben, so lange es auch Reformen gibt.
 
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Benutzer

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ehrlich gesagt konnte ich alles entziffern.

Mühsam entziffern? Ja. Genauso flüssig und auf Anhieb verstehend lesen wie im Falle des Textes mit der angeblichen Studie einer englischen Universität? Nein, das kaufe ich dir einfach nicht ab.
 

Benutzer6400 

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Also, ich konnte zwar nicht alles sofort entziffern, aber bis auf drei Wörter ging es relativ problemlos. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich innerlich schon darauf eingestellt hatte, dass der Text etwas schwerer sein würde. Aber im Großen und Ganzen: Den Sinn hätte ich problemlos mit anderen Worten wiedergeben können. :zwinker:
 

Benutzer64999 

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Also, ich konnte zwar nicht alles sofort entziffern, aber bis auf drei Wörter ging es relativ problemlos. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich innerlich schon darauf eingestellt hatte, dass der Text etwas schwerer sein würde. Aber im Großen und Ganzen: Den Sinn hätte ich problemlos mit anderen Worten wiedergeben können. :zwinker:
danke.
 

Benutzer57124 

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Off-Topic:

Hier ist übrigens ein Artikel, der sich mit diesem Text beschäftigt. Hier noch etwas auf Wiki über die Erwartungshaltung beim Lesen.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Die meisten Leute, denen ich das gezeigt habe, sind nicht drauf gekommen und haben deswegen einen Kommafehler vermutet. :grin:

Ich bin da auch nicht draufgekommen, und zwar deshalb, weil ich noch nie gehört hab, wie jemand den Ausdruck mit Genitiv verwendet; hier bei uns heißt das 'jemandem Herr werden', ist vermutlich mal wieder eine Dialektgeschichte.

Überhaupt finde ich, dass man bei dem Thema gesprochene und geschriebene Sprache getrennt betrachten muss. Für die geschriebene Sprache haben wir ja wirklich einheitliche Regeln, nämlich Grammatik- und Rechtschreibregeln. Aber bei der gesprochenen Sprache existieren verschiedene Varianten nebeneinander, man kann da nicht sagen, Hochdeutsch wäre das 'richtige' Deutsch und regionale Mundarten irgendwie eingebürgert, aber eigentlich 'falsch', wie einige Leute das hier tun.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Es geht mir auch bei der gesprochenen Sprache nicht um "besser" oder schlechter, sondern um Standarddeutsch und umgangssprachlichen Ausdruck.
Auch für gesprochene Sprache gilt die Grammatik - und zwar die standarddeutsche Grammatik. :zwinker:

Ich habe nichts gegen Sprachvarietäten und Dialekte, auch wenn ich nicht alle gern anhöre. Dass da dann auch andere Grammatikregeln zum Tragen kommen, ist auch völlig okay, nur sollte die standardsprachliche Anwendung eben auch geläufig sein, erleichtert das Leben sehr.

Dass für Menschen, die in Gegenden mit dominierendem Dialektgebrauch leben, die Nutzung des Standarddeutschen in der gesprochenen Sprache zum Teil fremder ist und sich sogar affektiert anhören kann, verstehe ich.

Ich bin bei Hannover aufgewachsen - auch dort gibt es regionale Ausdrücke ("einen Japp haben auf etwas" ist ein bekanntes Beispiel) und andere Einfärbungen, insgesamt ist es eben eine recht "hochdeutsche" Gegend. Da gibt es für mich beim Sprachgebrauch keine Umstellung von gesprochen zu geschrieben. Ich verwende auch beim Reden die "normale Grammatik".

Mein Vater hat als Muttersprache Plattdeutsch, er hat hochdeutsch zu sprechen erst in der Schule gelernt. Seine erste Fremdsprache - so hat er es empfunden. Mit seinem Bruder spricht er heute noch ausschließlich op Platt. Ich hör das gern, kanns aber nicht selbst sprechen.
 

Benutzer78196 

Meistens hier zu finden
Ich bin da auch nicht draufgekommen, und zwar deshalb, weil ich noch nie gehört hab, wie jemand den Ausdruck mit Genitiv verwendet; hier bei uns heißt das 'jemandem Herr werden', ist vermutlich mal wieder eine Dialektgeschichte.

Ob das mit dem Dialekt zu tun hat, kann ich nicht beurteilen, aber es ist an sich ein gutes Beispiel für das Dativ-Genitiv-Problem, das immer mehr Deutsche haben.

Warum hier Genitiv? Kleines Beispiel: Es heißt "Ich bin meines Hundes Herr" und nicht "Ich bin meinem Hund Herr", genauso fragt man ja auch "Wessen Herr".
Die Dativ-Formulierung weckt in mir den Eindruck, als würde der Ausdruck hier fälschlicherweise adjektivisch gebraucht werden. Bin mir aber nicht sicher. *kopfkratz*

Überhaupt finde ich, dass man bei dem Thema gesprochene und geschriebene Sprache getrennt betrachten muss. Für die geschriebene Sprache haben wir ja wirklich einheitliche Regeln, nämlich Grammatik- und Rechtschreibregeln. Aber bei der gesprochenen Sprache existieren verschiedene Varianten nebeneinander, man kann da nicht sagen, Hochdeutsch wäre das 'richtige' Deutsch und regionale Mundarten irgendwie eingebürgert, aber eigentlich 'falsch', wie einige Leute das hier tun.

Hat das jemand getan?
So oder so müssen wir uns in dieser Diskussion ja am Hochdeutsch orientieren, weil die User hier eben aus verschiedenen Gegenden kommen. Außerdem denke ich, dass jeder Deutsche neben seinem Dialekt auch Hochdeutsch beherrschen sollte.

Was den Unterschied zwischen gesprochenem und geschriebenem Deutsch angeht, gebe ich dir aber recht.
Wenn ich so darüber nachdenke, was für "Fehler" ich dialektbedingt mache, wenn ich rede... :grin:
 
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Benutzer

Gast
Off-Topic:
Hier ist übrigens ein Artikel, der sich mit diesem Text beschäftigt. Hier noch etwas auf Wiki über die Erwartungshaltung beim Lesen.

Danke, nach genau diesem Heise-Artikel hatte ich eigentlich ursprünglich gesucht, ihn aber nicht finden können.

Bin ich jetzt super schlau weil ich es trozdem lesen konnte :ratlos:

Wenn du den Text mühelos lesen konntest, dann wirst du ja sicherlich auch meine Beiträge verstehen, in denen die Buchstaben nicht durcheinandergewürfelt sind. Darin schrieb ich zuletzt, daß es zwischen "Lesen" und "Lesen" einen Unterschied gibt. Lesen kann man einen Text entweder flüssig oder mit größerer Mühe.

Der Text mit der angeblichen Studie der englischen Uni ist z. B. einer, der sich absolut flüssig und ohne lange nachzudenken lesen läßt.

Bei dem Text, den ich angegeben habe, bezweifele ich aber einfach, daß man z. B. bei "Aezinkapert" sofort gar nicht anders kann, als das als "Anreizpaket" zu interpretieren, was ja ein Wort ist, daß kaum einer von uns regelmäßig gebraucht. Genausowenig vermute ich bei "phosteilcin" auf den ersten Blick das Wort "politischen".

Wenn das bei euch grundlegend anders ist, dann habt ihr zweifelsohne ein besonderes Talent. Dieses ist vermutlich auch dann hilfreich, wenn es um das Lesen und Verstehen von Texten geht, in denen jeder Buchstabe an seinem richtigen Platz steht.
 

Benutzer79502  (33)

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Ja, die Sprache geht wirklich unter. Wenn ich mich zurückerinnere an die Europameisterschaft im Fussball 2008: In einer Werbung, wo es um Fussball ging, sagte ein Mann: "Schatz, schiebst du die Pizzas in den Ofen!" HALLO? PIZZAS? In welcher Welt leben wir eigentlich? Ich habe gelernt, dass die Mehrzahl von Pizza, Pizzen ist!
 

Benutzer9517  (31)

Benutzer gesperrt
DAS nennst du eine alltäglichste Tätigkeit? Oh Mann... :eek:
Off-Topic:
Hilfe! Meine Tastatur hat kein Ironiezeichen...


P.S. Mein Beitrag war in der Sache trotzdem ernst gemeint. Ich hätte Canyoning oder Screening oder Bleeching oder... schreiben können
 

Benutzer6400 

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Off-Topic:
Bei dem Text, den ich angegeben habe, bezweifele ich aber einfach, daß man z. B. bei "Aezinkapert" sofort gar nicht anders kann, als das als "Anreizpaket" zu interpretieren, was ja ein Wort ist, daß kaum einer von uns regelmäßig gebraucht. Genausowenig vermute ich bei "phosteilcin" auf den ersten Blick das Wort "politischen".
Off-Topic:


Naja, Anreizpaket war wirklich sehr schwer. Aber "politisch" empfand ich persönlich als nicht so schwierig, was aber meiner Meinung nach daran lag, dass man sich ja den Kontext relativ zu Beginn denken konnte (wenn es um Atomstreit geht, wird auch die Politik beteiligt sein). Und demzufolge war "politisch" nicht so schwierig. :zwinker:
 
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