Der Untergang der deutschen Sprache

Benutzer54458 

Verbringt hier viel Zeit
Nicht zu vergessen der "Deppenapostroph". Ich schreibe bestimmt auch mal Müll zusammen, aber ich könnte mich schütteln wenn ich z.B. von Michael's Tasche lese, "nicht's", Foto's oder Nudel'n... :wuerg: :eek:
 

Benutzer78196 

Meistens hier zu finden
Nicht zu vergessen der "Deppenapostroph". Ich schreibe bestimmt auch mal Müll zusammen, aber ich könnte mich schütteln wenn ich z.B. von Michael's Tasche lese, "nicht's", Foto's oder Nudel'n... :wuerg: :eek:

Haha, mein Liebling ist da immer noch der "Bauer'n Hof". :tongue:
 

Benutzer6400 

Verbringt hier viel Zeit
Und ansonstens: Die Sprache entwickelt sich! Nichts bleibt immer gleich. Früher hat man ganz anders geschrieben als heutzutage. Und über solche Kleinigkeiten, wie nix usw. reg ich mich gar nicht auf. Da ich sie selber auch verwende, wenn ich ganz ehrlich bin.

Ich sag ja auch nichts gegen "nix" etc. Ich würde ja lügen, wenn ich sagen würde, dass ich solche Worte nicht benutze. :smile: Da ich zum Studium relativ nah an Berlin gezogen bin, ist natürlich auch leichter Berliner Akzent dazugekommen. Dit is jetze aber keen Grund hier dolle zu berlinern, wa? :zwinker:
Ach ja, für die Fehler mit dem "das" entschuldige ich mich. :zwinker: Aber ich hab ja auch gesagt, dass ich nicht perfekt bin ... und dann gleich mal bewiesen. :cool1:

Sicherlich ist "für was" verwendbar ... aber aus der Gegend, aus der ich komme, ist das nicht gebräuchlich und ist für mich somit ungewohnt zu hören. Ich könnte ja auch noch anführen, dass es "Viertel" und "Dreiviertel" heißt und nicht "Viertel vor/nach", aber diese Sachen sind eben auch regionsspezifisch.

Es geht mir einfach darum, dass es anscheinend kaum noch jemanden stört, dass offensichtliche Fehler gemacht werden. Z.B. bei der Imperativbildung, wie ich ja schon zu Beginn meinte: Sehr viele haben ein Problem bei der richtigen Imperativbildung ... aber warum?

Meine liebsten Beispiele zum Thema "Wir sagen jetzt, das ist richtig so" [Edit: verbessert :smile:]sind die beiden Wörter Globus und Atlas. :smile: Davon die Pluralbildung. Ich habe in der Schule Globen und Atlanten gelernt und wenn jemand, Globusse und Atlasse sagte, waren die Lehrer ziemlich sauer. :smile: Aber heute steht es im Duden sogar drin. Und für mich klingt es einfach nur grauenhaft, weil ich es so nicht gelernt habe ... deswegen bleibe ich auch stur bei Globen und Atlanten, auch wenn Leute nachfragen, was ich damit meine. :tongue:

PS: Zu der Sache mit dem Hochdeutsch - natürlich haben hier auch welche einen Dialekt, aber wir sprechen hier doch relativ dialektfrei. Mein einziger Fehler besteht in den Wörtern Kirche und Kirsche ... mein "i" klingt eher wie ein "y" oder so ... aber ich arbeite gerade dran, da mein Verlobter das richtig aussprechen kann ... und er sich darüber lustig macht. :zwinker: Dafür kann er nicht richtig "Film" sagen, sondern es klingt eher nach "Fülm". :smile: Mit Sicherheit habe ich also auch einen leichten Dialekt, aber den kann ich leichter abstellen als z.B. ein Sachse oder ein Bayer.:cool1:
 
I

Benutzer

Gast
Dieses "Modeschreiben", vonwegen GiirlzZ geht mir auch auf die Nerven. Vorallem, wenn ich Nachrichten von jemandem kriege, der so schreibt, muss ich das erstmal alles für mich übersetzen... *Krise krieg*

Gegen Abkürzungen beim chatten hab ich nichts, ich schreib selber auch so und es geht einfach schneller, vorallem wenn man dem anderen etwas in einem längeren Text erklären will. Solange das nicht irgendwelche Abwandlungen sind, wo man das Ursprungswort nicht mehr kennt, störts mich überhaupt nicht.

Rechtschreibfehler in Büchern oder Zeitungen stören mich auch nicht zu sehr, solange das nicht auf jeder Seite 5x geschieht. Drei, vier Rechtschreibfehler in einem Buch von 600 Seiten finde ich noch akzeptabel, schließlich kann sich jeder mal vertippen und bei der Korrektur kann was übersehen werden (ich WEIß, dass es in Word ein Korrekturprogramm gibt :zwinker:)
Grammatik- und Zeichensetzungsfehler stören mich dagegen sehr, wenn ich sie denn erstmal gefunden hab.

So, und jetzt macht euch über meine ganzen Fehler her :zwinker:
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Off-Topic:
Thema "Wir sagen jetzt, dass ist richtig so"
In dem Fall: das.
Wir sagen jetzt, dies ist richtig so.
Oder, wenn Du gern ein "dass" drin hättest: Wir sagen jetzt, dass das so richtig ist.":engel:


Der Untergang der deutschen Sprache ist ebenso wie der Untergang der Kultur schon oft bejammert und prognostiziert worden. Ebenso, wie die Sitten der "Jugend von heute" schon in vielen "Heutes" beklagt worden sind.
 

Benutzer78196 

Meistens hier zu finden
Es geht mir einfach darum, dass es anscheinend kaum noch jemanden stört, dass offensichtliche Fehler gemacht werden. Z.B. bei der Imperativbildung, wie ich ja schon zu Beginn meinte: Sehr viele haben ein Problem bei der richtigen Imperativbildung ... aber warum?

Sprachentwicklung.
Wenn du dir ganz objektiv den Stamm von "essen" ankuckst, dann erscheint ein "Iss!" doch leicht abwegig, oder? "Ess!" hingegen wirkt logisch und ist nachvollziehbar.
Das Gleiche gilt für "lesen", "geben" und alle anderen Verben dieser Art, die ich jetzt vergessen habe.
Deutsch wird auf diese Art "leichter", da "logischer". (Anführungszeichen, weil das uns "Konservativen" ja nicht passt.)

Der "das/dass"-Fehler hingegen passiert, wenn nicht bekannt ist, wann welches der Wörter benutzt werden muss. Daraus folgt dann eine Übergeneralisierung nach dem Motto: "Ich habe 'dass' nur hinter einem Komma stehend gesehen, folglich muss jedes 'das/s" hinter einem Komma mit Doppel-S geschrieben werden."


Mal ein kleines Experiment für alle Leser dieses Threads:

"Hierzu wird von einer ebenso lebenslustigen wie rabiat durchgreifenden Pädagogin erklärt, was Eltern tun können, um unfolgsamen Gören Herr zu werden."

Ist dieser Satz korrekt? Wenn nicht, was ist daran falsch?

(Eine Bekannte hat mich damit auch geprüft. Ich denke, das passt ziemlich gut hierher.)
 

Benutzer79580 

Verbringt hier viel Zeit
Was mir auffällt ist, dass die wenigsten Leute die dass/das-Regeln beherrschen und sehr viele den Dativ bzw. den Akkusativ nicht korrekt anwenden können!
Besonders bei der Dativ/Akkusativ-Sache rollen sich mir beim Lesen aber vorallem beim Hören die Zehennägel auf!
...sowas finde ich auch schlimmer als die Tatsache, dass jede Jugendkultur ihren eigenen Sprachschatz entwickelt, den man als Aussenstehender vielleicht nicht unbedingt nachvollziehen kann...

Ich bekomme pro Woche zwischen 20 und 30 Bewerbungsschreiben auf meinen Schreibtisch...und in 90% davon ist einer (meistens aber beide...) der beiden oben genannten Fehler zu finden! Und das sind Bewerber die mit Zeugnissen daherkommen wo im Fach Deutsch ein "Sehr gut" oder "Gut" vergeben wurde.
Ich frag mich dann immer wie die das machen?!
So lange ist es ja nun auch noch nicht her, dass ich in die Schule gegangen bin, aber bei uns war das undenkbar, dass ein Schüler der diese beiden elementaren Regeln nicht beherrscht hat, etwas besseres als ein "Genügend" im Zeugnis hatte!

Niemand ist perfekt und natürlich kann sich jeder mal vertippen oder einen geistigen Aussetzer haben...gerade wenn man schnell nebenbei was tippt, aber gerade bei einer Bewerbung die man ja nicht einfach so nebenher tippt und die man eventuell nochmal durchliest bevor man sie wegschickt, sollte einem das schon auffallen!

Ein ganz besonderes Leckerli sind auch immer Fremdworte, die oftmals inhaltlich überhaupt keinen Sinn ergeben oder so falsch geschrieben sind, dass man zur Flasche greifen möchte! Mein persönliches Highlight ist "preziehses Arbeiten"...ich war mir im ersten Moment des Lesens wirklich einen Moment lang nicht sicher, ob mich der Bewerber eventuell verarschen will...

Nur weil man unkorrekt spricht, heißt das ja nun nicht, dass man unkorrekt schreibt, oder etwa doch?

Da hab ich gegenteilige Erfahrungen.
Jemand der sich mündlich nicht korrekt auszudrücken vermag, kann das zu 99% auch schriftlich nicht! Wie auch?
Wenn ich pro Monat von 100 Bewerbern fünf zu einem Vorstellungsgespräch und freiwilligem Probearbeiten (bei dem sie dann die eine oder andere Panne beim Bewerbungsschreiben vergessen machen können) einlade, haben drei davon einen Wortschatz den jeder nur mäßig begabte Papagei um Längen schlägt...schriftlich und mündlich
 
T

Benutzer

Gast
Aus diesem Grund habe ich meine letzte Tageszeitung gekündigt und das auch als Kündigungsgrund genannt - dass mir die Sprachschluderei auf den Senkel geht und ich von einer Zeitungsredaktion erwarte, dass sie Profis einsetzen. Wenn die Journalisten selbst ihre Muttersprache nicht mehr beherrschen, ist das schlimm genug, aber wenn dann nicht mal ein vernünftiges Korrektorat eingesetzt wird, werde ich sauer.

Von Menschen, die BERUFLICH schreiben, erwarte ich korrekten Sprachgebrauch.
(...)


Ist die "amtliche Rechtschreibung" für Zeitungen eigentlich bindend? Ich meine nicht. Normaler Weise könnten die (Journalisten) schreiben wie sie wollen.

Durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts wurde außerdem festgestellt, dass die amtliche Rechtschreibung nur für begrenzte Teile der Schriftproduktion bindend ist, während im Übrigen ein jeder nach eigenem Gutdünken schreiben darf, auch nach frei erfundenen oder veralteten Regeln.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Die "amtliche Rechtschreibung" ist für Zeitungen nicht bindend, nein, aber wenn sich eine Redaktion dazu entschließt, sie anzuwenden, dann sollte sie das auch konsequent tun.

Wenns "nur" Rechtschreibfehler wären - die Grammatikfehler sind fast noch schlimmer.

---
Bei dem Beispiel fällt mir auf:
Die Redensart lautet "einer Sache Herr werden" --> Genitiv im Plural, ohne Artikel: "...um unfolgsamer Gören Herr zu werden."
Oder was ist gemeint?
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich will mal was ausprobieren.

Ich becomme pro Woche tswischen 20 und 30 Bewerbungsschreiben auf meinen Schreibtisch...und in 90% dafon ist einer (meistens aber beide...) der beiden oben genannten Fehler zu finden! Und das sind Bewerber die mit Tseugnissen dahercommen wo im Fach Deutsch ein "Sehr gut" oder "Gut" fergeben wurde.
Ich frag mich dann immer wie die das machen?!
So lange ist es ia nun auch noch nicht her, dass ich in die Schule gegangen bin, aber bei uns war das undencbar, dass ein Schueler der diese beiden elementaren Regeln nicht beherrscht hat, etwas besseres als ein "Genuegend" im Tseugnis hatte!

Niemand ist perfect und natuerlich kann sich jeder mal fertippen oder einen geistigen Aussetser haben...gerade wenn man schnell nebenbei was tippt, aber gerade bei einer Bewerbung die man ia nicht einfach so nebenher tippt und die man ewentuell nochmal durchliest befor man sie wegschickt, sollte einem das schon auffallen!

Wie gut war dieses Zitat lesbar?
Ich habe nämlich folgende Zeichentabelle verwendet:
A B C D E F G H I L M N O P R S T U W
Und folgende Ersetzungstabelle:
J => I
K => C
Q(u) => KW
V (hart) => F
V (weich) => W
X => KS
Y => UE
Z => TS
Ä => AE
Ö => OE
Ü => UE
ß => [Doppelkonsonant]+SS
 

Benutzer78196 

Meistens hier zu finden
Bei dem Beispiel fällt mir auf:
Die Redensart lautet "einer Sache Herr werden" --> Genitiv im Plural, ohne Artikel: "...um unfolgsamer Gören Herr zu werden."
Oder was ist gemeint?

Richtig.
Die meisten Leute, denen ich das gezeigt habe, sind nicht drauf gekommen und haben deswegen einen Kommafehler vermutet. :grin:

Dieses Beispiel stammt übrigens auch aus der Presse.
 

Benutzer64999 

Verbringt hier viel Zeit
@ bigdigger
es war deutlich zu lesen, aber es ist ja so, dass man nur den anfangs- und endbuchstaben eines wortes richtig schreiben muss, damit das wort lesbar ist.

beispiel:

wuarm knan fsat jdeer deesin staz onhe pleorbme lseen, ohowbl, aßuer dem etresn und leztetn, alle bstubahcen eneis wroets veutrashct wduren?

:smile:
 
P

Benutzer

Gast
Man darf eines nicht vergessen: Sprache hat und wird sich immer weiter wandeln. Schau mal die Dramen und Gedichte von Schiller und Co., wie dort gesprochen wurde.

Allerdings finde ich auch, dass es einen Unterschied zwischen guter deutscher Sprache und "Gossensprache" gibt. Ich sage auch manchmal "Alter", aber im Großen und Ganzen finde ich es schon wichtig, einen vernünftigen Ausdruck zu haben. Ich versuche auch einige Anglizismen zu vermeiden.
 
X

Benutzer

Gast
@ bigdigger
es war deutlich zu lesen, aber es ist ja so, dass man nur den anfangs- und endbuchstaben eines wortes richtig schreiben muss, damit das wort lesbar ist. [...]

Das ist übrigens völlig falsch.

Wenn du bspw. das Wort "Dlnscueahtd" siehst, wirst du wohl kaum auf Anhieb dahinterkommen, daß das "Deutschland" heißen soll.

Daß sich immer mehr die irrige Annahme verbreitet, man bräuchte bloß den ersten und letzten Buchstaben eines Wortes korrekt schreiben, damit es lesbar bleibe, ist folgendem Text geschuldet, der als Urban Legend in allen möglichen Foren zirkuliert:

Ncah enier Sduite enier Elingshcen Unvirestiät ist es eagl, in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen. Das eniizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid. Der Rset knan ttolaer Bölsdinn sien, und man knan es torztedm onhe Porbelme lseen. Das ghet dseahlb, wiel wir nchit Bcuhtsbae für Bcuhtsbae enizlen lseen, snodren Wröetr als Gnaezs.

Daß dieser Text problemlos lesbar ist, liegt nicht wie behauptet daran, daß wir Wörter als Ganzes und nicht Buchstabe für Buchstabe lesen. Der Grund ist in erster Linie der, daß der Text inhaltlich und sprachlich sehr sehr einfach gestrickt ist, so daß sich der inhaltliche und sprachliche Kontext, in dem die einzelnen Wörter stehen, sehr leicht erraten läßt, was wiederum das Erraten der einzelnen Wörter ungemein erleichtert.

Wenn man nämlich einen komplizierter gestrickten Text nimmt, dann funktioniert das Ganze auf einmal nicht mehr!

Hier mal eine Kostprobe:

Im Aemoitrstt mit Iarn zechnein scih wrietee UN-Sitekannon ggeen das Land ab. Da enie klrae Awortnt aus Tearehn auf ein Aezinkapert abeeglesuibn sei, gebe es zu nueen Sfmeraßamnahtn kinee Aarettinvle, tteile das US-Asiirtunieuneßmm mit. Wie ein Muisnicheiespresrmtr etklräre, wlloen die phosteilcin Diokerertn aus den Aißetriiunnesemn der fünf UN-Vemhoäctte und Dlnscueahtds am Miwctoth in eienr Telnkefenrfoneoz üebr mlhgöice Rakoiteenn bearten.

Hier das Original (zum Lesen markieren):

Im Atomstreit mit Iran zeichnen sich weitere UN-Sanktionen gegen das Land ab. Da eine klare Antwort aus Teheran auf ein Anreizpaket ausgeblieben sei, gebe es zu neuen Strafmaßnahmen keine Alternative, teilte das US-Außenministerium mit. Wie ein Ministeriumssprecher erklärte, wollen die politischen Direktoren aus den Außenministerien der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands am Mittwoch in einer Telefonkonferenz über mögliche Reaktionen beraten.

Quelle des Textes
 

Benutzer11466 

Sehr bekannt hier
mosquito;4501827 schrieb:
Von Menschen, die BERUFLICH schreiben, erwarte ich korrekten Sprachgebrauch.
Jau. Leider werden viele Regionalzeitungen seit Jahren kaputtgespart. Ein Korrektorat gibt es in nur noch selten; unterbezahlte freie Mitarbeiter schreiben die Artikel und die wenigsten Redakteure haben Zeit, noch mal über die Texte zu gehen. Das macht die Situation nicht besser, erklärt sie aber.
Viel schlimmer finde ich es, wenn's die Schnarcher beim angeblichen Qualitätsfernsehen und -hörfunk (sprich: ARD und ZDF) auch nicht können. Da fehlen Bindestriche ("Siemens Vorstand") und Deppenapostrophe sind auch nicht selten.

Zur Ausgangsfrage: Privat kann jeder schreiben und sprechen, wie er will. Im direkten Gespräch mit Fremden oder in einem Internetforum erwarte ich aber auch, daß sich Leute verständlich ausdrücken. Beiträge mit nichtssagenden Betreffs à la "Hilfe!" oder "Wichtige Frage" nehme ich nicht zur Kenntnis; wenn jemand ohne Punkt und Komma schreibt, mache ich mir nicht die Mühe, den Rotz zu lesen.

Die deutsche Sprache ist sicher nicht dem Untergang geweiht - aber gefährdet. Die Schlechtschreibreform war und ist ein Murks. Und Fakt ist natürlich: Der nachlässige Umgang mit der Muttersprache im Internet hat natürlich Vorbildcharakter. Aber früher war's die Werbung: "Dash wäscht so weiß - weißer geht's nicht!" ging natürlich noch nie. Denn Weiß ist nicht zu steigern.

Aktuell nerven mich im offiziellen Sprachgebrauch aber Anglizismen mehr. Da es hier schon einige Diskussionen zu dem Thema gab, will ich die hier nicht aufwärmen.
Das Umstandsdeutsch vieler Medien ist ebenfalls hassenswert. Steht irgendwo geschrieben, daß man eine Volksabstimmung Referendum nennen muß oder eine Entschließung Resolution? Und muß ein Referendum durchgeführt werden? Man könnte ja auch sagen: Die Bevölkerung stimmt ab.
Pornobrille schrieb:
Was mich jedoch tierisch auf die Palme bringt sind die Menschen, die kein CH mehr aussprechen können.
Das ist im Rheinland sehr verbreitet - die können's wirklich nicht und gehen folglich jeden Sonntag in die Kirsche. Übrigens: geiler Spitzname :smile:

PS: Zum Thema auch mal hier in diese und diese Diskussion schauen...
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich kann aber nicht verstehen, wie manche Leute in Dialekt schreiben können. Ich finde es extrem anstrengend, die Sachen in meiner Ausdrucksweise zusammen zu suchen, die vom deutschen Standard abweichen.
Da hast du Recht!
Nur einige Worte, die man selbst überhaupt nicht als Dialekt wahrnimmt oder einige Ausdrucksweisen, die man auch problemlos ins Hochdeutsche übertragen kann (nur dass sie höchstens in der entsprechenden Region auch bei ansonsten dialektfreien Sprechern üblich sind), schreibe ich wohl auch öfters.

Meine liebsten Beispiele zum Thema "Wir sagen jetzt, das ist richtig so" [Edit: verbessert :smile:]sind die beiden Wörter Globus und Atlas. :smile: Davon die Pluralbildung. Ich habe in der Schule Globen und Atlanten gelernt und wenn jemand, Globusse und Atlasse sagte, waren die Lehrer ziemlich sauer. :smile: Aber heute steht es im Duden sogar drin. Und für mich klingt es einfach nur grauenhaft, weil ich es so nicht gelernt habe ... deswegen bleibe ich auch stur bei Globen und Atlanten, auch wenn Leute nachfragen, was ich damit meine. :tongue:
Da hast du absolut Recht!
Selbst wenn Globusse, Atlasse, etc. irgendwann mal die allein gültigen Pluralformen sein sollten, werde ich weiterhin Globen und Atlanten schreiben.

Da hab ich gegenteilige Erfahrungen.
Jemand der sich mündlich nicht korrekt auszudrücken vermag, kann das zu 99% auch schriftlich nicht! Wie auch?
Ich habe schon immer schwäbisch geschwätzt und werde es auch weiterhin tun. Reines Hochdeutsch zu sprechen, ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit.
Aber trotzdem ist mein geschriebenes Deutsch ziemlich gut und bis auf ein paar kleine Leichtsinnsfehler eigentlich immer korrekt.

Richtig.
Die meisten Leute, denen ich das gezeigt habe, sind nicht drauf gekommen und haben deswegen einen Kommafehler vermutet. :grin:
Diese Vermutung ist aber auch korrekt... vor dem wie fehlt ein Komma.


Ach ja... Bei Deppenapostrophen und das/dass-Fehlern rollt es mir regelmäßig die Zehennägel auf :grin:
(Insbesondere das/dass-Fehler... für mich ist das eigentlich immer völlig klar, ob ich jetzt das oder dass schreiben muss - da muss ich nicht mal nachdenken.)
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Diese Vermutung ist aber auch korrekt... vor dem wie fehlt ein Komma.
Nein, tut es nicht.
"Hierzu wird von einer ebenso lebenslustigen wie rabiat durchgreifenden Pädagogin erklärt, was Eltern tun können, um unfolgsamer Gören Herr zu werden."

Ich versuche gerade zu formulieren, warum KEIN Komma hingehört in die Fügung "ebenso ... wie".
Ist jedenfalls so. Ganz sicher. Genau wie bei "sowohl als auch". "Ich freue mich sowohl auf die Semesterferien als auch auf das neue Semester."

Unterdessen etwas zum "gefühlten Komma" - http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,305063,00.html
 

Benutzer84686 

Verbringt hier viel Zeit
Nein, tut es nicht.
"Hierzu wird von einer ebenso lebenslustigen wie rabiat durchgreifenden Pädagogin erklärt, was Eltern tun können, um unfolgsamer Gören Herr zu werden."

Ich versuche gerade zu formulieren, warum KEIN Komma hingehört in die Fügung "ebenso ... wie".

Na da bin ich gespannt...
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Nein, tut es nicht.
"Hierzu wird von einer ebenso lebenslustigen wie rabiat durchgreifenden Pädagogin erklärt, was Eltern tun können, um unfolgsamer Gören Herr zu werden."

Ich versuche gerade zu formulieren, warum KEIN Komma hingehört in die Fügung "ebenso ... wie".
Ist jedenfalls so. Ganz sicher. Genau wie bei "sowohl als auch". "Ich freue mich sowohl auf die Semesterferien als auch auf das neue Semester."
Hm... das überrascht mich jetzt aber ziemlich und ehrlich gesagt kann ich es kaum glauben.
Ich war mir eigentlich 100%ig sicher, dass bei "sowohl, als auch" genau so ein Komma hin gehört, wie bei "ebenso, wie".
Ich habe das definitiv auch in der Schule immer so geschrieben und kann mich nicht daran erinnern, dass das jemals als Fehler angestrichen wurde...
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
In einer Satzkonstruktion mit Prädikat ist das noch mal anders:

"Sie log den Tyrannen ebenso kaltblütig an, wie sie dem Lindwurm den Kopf abgeschlagen hatte."

Aber:
"Sie war als ebenso kaltblütig wie gnadenlos zu charakterisieren."

Auch bei der Reihung "ein ebenso charmanter wie schöner Mann" kommt kein Komma.

http://www.ids-mannheim.de/reform/regeln2006.pdf
Dort u.a. zu "sowohl als auch" § 72. Mögliches Komma bei "weder noch" im Falle einer Reihung mehrerer selbstständiger Sätze: § 73.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren