Der Traum von der Ehe. Eine Seifenblase,...?

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
... die zerplatzt, sobald man vor den Traualtar tritt und sich die Ringe an die Finger steckt?

Meine Eltern sind verheiratet. Mehr oder minder glücklich. Sie sind nicht das Paradebeispiel für die glückliche Ehe. Meine Mutter wohnt ein Drittel des Jahres im Ausland, mein Vater ist ein Workaholicer. In den zwei Dritteln des Jahres, in denen sie sich sehen, kümmert sich meine Mutter um den Haushalt, kocht für meinen Vater und hält die Wohnung sauber. Sie kümmert sich auch um sich selbst, treibt viel Sport, lernt Sprachen, trifft neue Leute, etc. Meinen Vater dagegen beschäftigt wirklich nur die Arbeit. Hobbys hat er keine. Freunde eigentlich auch nicht. Und ich denke, das schlägt ihm auf die Laune. Zu wissen, dass er nichts außer der Arbeit und seiner Frau hat und zu sehen, wie meine Mutter sich um ihr Leben kümmert.
Nun war es heute mal wieder so, dass mich meine Mutter angerufen hat. Genervt von meinem Vater. Er verhält sich manchmal recht kindisch. Wenn sie sagt, dass sie ausgeht und Freundinnen trifft, und er eigentlich alleine zu Hause bleibt, sagt er Dinge wie: "OK, dann besuche ich jetzt meine Freundin." Bedeutet: Er tut so, als hätte er eine Affäre, um meine Mutter eifersüchtig zu machen.
(Ob er nicht vielleicht sogar wirklich eine hat, weiß ich natürlich nicht.)
Oder als meine Mutter letztens nach Hause gekommen ist, spät abends, hat er mit dem Essen auf sie gewartet. Sie hatte aber keinen Hunger mehr, hat ihm aber angeboten, bei ihm zu sitzen. Dann ist er wutentbrannt aufgestanden, hat sich einen Teller mit Essen geholt, ihn verschlungen und hat sich dann alleine vor die Couch gesetzt.
Teilweise kann ich seine Verhaltensweisen auch nicht nachvollziehen.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will:
Meine Mutter hat mir gerade eine halbe Stunde lange am Telefon erklärt, weshalb ich nicht heiraten sollte. Sie hat jetzt ein paar neue Freundinnen gefunden, 5 Stück sind sie insgesamt. Drei geschieden, zwei verheiratet. Und alle FÜNF waren der Meinung, dass man nicht heiraten sollte und nie mit einem Mann zusammen ziehen sollte. Das die Ehe nur ein Traum ist, der zerplatzt, sobald man sich die Ringe an den Finger steckt.
Ich weiß immer nie, wie ich das mal handhaben sollte.
Die Meinung meiner Mutter ist mir wichtig. In ihren Augen sind die Menschen aber zu unterschiedlich, um Jahrzehnte lange glücklich zusammen zu leben und sie rät mir ganz dringend davon ab, jemals zu heiraten, bzw. mit einem Mann die Wohnung zu teilen. Die Ehen, die halten, meint sie, sind oft nur Zweckgemeinschaften. Wirklich glückliche Ehen gibt es nur ganz wenige.

Ich weiß - es ist noch lange hin, bevor ich mal heiraten werde. Aber doch hat mich das Gespräch heute mal wieder geprägt. Hat sie Recht?
Oder sieht meine Mutter nur ihre eigene Ehe und die ihrer Bekannten, die allesamt anscheinend eher unglücklich machen?
Wie ist das bei euren Eltern? Was geben sie euch für einen Rat?
Wann funktioniert eine Ehe?


Liebe Grüße
vry
 

Benutzer120160  (35)

Verbringt hier viel Zeit
Also ich vertrete die Auffassung, dass ich meine (zukünftige Freundin) nicht heiraten muss. Wozu.... Wenn man sich liebt, dann liebt man sich.... Das brauche ich nicht schriftlich..... Kinder kann man so bekommen. Eine Hochzeit kostet einen Haufen Geld und sicherlich, es ist romantisch und schön. Aber ich brauch es nicht. Auf der anderen Seite, wenn es nicht mehr passt, hat man einen riesen Ärger an der Backe und kann kräftig zahlen für Scheidung und Co. Sehe ich bei einer Nachbarin und bei meiner besten Freundin.....

Ich möchte es nicht ausschliessen, aber so erpicht und spitz aufs heiraten bin ich nicht.
 

Benutzer82517 

Verbringt hier viel Zeit
Ich glaube kaum, dass solche Ehen durch das Anstecken der Ringe "scheitern", sondern durch mangelnde Kompromissbereitschaft und nicht genug Willen, die Ehe oder Beziehung allgemein zu pflegen, denn in den wenigsten Fällen wird sie zum harmonischen Selbstläufer. Nichts anderes hast du da auch beschrieben.
Ich will nicht bestreiten, dass solche einschneidenden Schritte ganz neue Probleme und Aufgaben aufwerfen, aber die entstehen nicht erst durch Ehe und/oder das Zusammenziehen sondern sind vorher unbemerkt auch schon da. Heiraten bzw. zusammen ziehen sollte man also dann, wenn man sich (als Paar) zutraut, auch das bewältigen zu können und bei der Entscheidung würde ich mich wahrscheinlich relativ wenig von anderen beeinflussen lassen, weil sie viel zu individuell ist.
Ich weiß, man ist sehr geneigt, die elterliche Meinung hoch einzuschätzen, aber unterm Strich hast du trotzdem nur eine Stichprobengröße von 5 :zwinker:
Und so viele glückliche Ehen kenne ich wiederum locker.
 

Benutzer116974 

Öfters im Forum
Ehm was sollte denn das "ring anstecken" verändern?...danach ist man zwar verheihratet, aber lebt weiter wie man es vorher auch gemacht hat...woran ehen scheitern, ist der interessenkonflikt wie zb bei deinen eltern.... Wenn deine mum der meinung ist, menschen sind zu unterschiedlich um jahrzehnte zusammen bleiben zu können, dann hat sie sich den falschen ausgesucht... Wenn man den/die richtige gefunden hat, dann kann einer wunderschönen langen beziehung nichts im wege stehen... Und wichtigste vorraussetzung ist natürlich die liebe....
Ich bin mir zb sicher, die Frau fürs lebens gefunden zu haben...auch wenn es vllt. früh ist das sagen zu können, doch man weiß bzw spürt es...da ist nur "liebe" was mich zu dieser meinung bringt, sondern einfach, dass keine andere besser zu mir passen könnte.
Wir haben so viele gemeinsam, wir könnten geschwister sein... Unsere meinung sind fast immer gleicht, streiten tun wir nie (maximal ein paar dinge diskutieren)... Wir haben die gleichen ansichten auf die Zukunft bezogen, sind uns im klaren was und wie man auch an einer beziehung arbeiten sollte, damit sie in Takt bleibt und wir beide wollen es auch für unser leben gern.... In meinen augen hält uns nichts zurück den bund der ehe iwann in unserem leben zu schließen...

Für die zukunft zb haben wir einige dinge, eine liste könnte man sagen, von dingen die wir mal tun wollen usw...das verbindet und das bringt auch über die jahre noch diese action bzw abwechslung in die beziehung....dinge die beide schon immer tun wollten, und das zusammen...was gibt es besseres...

Also ich würde niemanden von einer heirat abraten, nur weil es bei mir selber schiefgelaufen ist, wie zb bei deiner mum... Es war ihre entscheidung damals zu heiraten und ich wette, sie hätten sich da niemals iwas einreden lassen... Gehe deinen weg, versuche dein leben so zu leben wie du willst und lasse Dich nicht zu sehr von anderen beeinflussen...

mfg
 

Benutzer88899 

Verbringt hier viel Zeit
Meine Eltern sind zwar noch verheiratet, aber seit über 20 Jahren getrennt (haben zusammen gearbeitet und zusammen ein Haus gekauft, da sah keiner die Notwendigkeit für eine Scheidung, man blieb sozusagen als Zweckteam zusammen für die Arbeit und hat das Haus in zwei Parteien aufgeteilt). Und meine Mutter predigt mir von klein auf, dass ich nicht heiraten soll. :grin: Ich hab auch kein Interesse daran, aber jetzt eher nicht aus Angst, dass es scheitert, sind eher andere Gründe. Ich lehne es nicht ab, aber ich sah bislang keinen Grund dafür, zumal ich bislang nicht unbedingt mit meinem Freund zusammenleben möchte. Ich bin jetzt rund 15 Jahre liiert, ein Ende nicht in Sicht. Ob es vorteilhaft war, dass wir nicht geheiratet haben und nicht zusammen gezogen sind, weiß ich nicht ... zumindest gibt es bei uns dabei nicht die "Alltagsstreitigkeiten", wenn man sich einen Haushalt teilt - aber andere Beziehungen werden vielleicht gerade dadurch, dass man nicht zusammenlebt, auf den Prüfstand gestellt. Manche Leute sind für getrenntes Wohnen wohl eher nicht geschaffe, da fände ich es dann blöd, nur wegen der zusätzlichen Scherereien, die dann bei einer Trennung passieren, aufs Zusammenleben zu verzichten. Ich glaub auch nicht, dass alle langjährigen Ehen zwangsläufig zweckgemeinschaften sind, selbst wenn es im eigenen Umfeld so ist, sollte man dadurch nicht auf Millionen andre Paare schließen. Das erinnert fast an die Männer, sie behaupten, alle Frauen wollen nur mit Arschochtypen zusammen sein und dass man es genau so jeden Tag erlebt. :grin:
 

Benutzer114771 

Benutzer gesperrt
Jede Beziehung kann irgendwann scheitern, da steht es mit der Ehe nicht anders. Man braucht sich da keine Illusionen machen. Gerade in Langzeit-Beziehungen müssen die Partner von vornerein zueinander gut passen, gemeinsame Ziele haben, ständig an sich und an der Beziehung arbeiten, damit der Alltag einen nicht auffrisst und sich genug gemeinsame Zeit nehmen. Dennoch kann es passieren, dass man sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt und die Beziehung dadurch scheitert, auch wenn man sich diversen Gründen nicht trennen mag. Ja, ich stimme deine Mama zu, wenn sie sagt, dass viele Ehen nur deshalb aufrecht erhalten bleiben, weil sich praktische Vorteile bieten, nicht weil sie wirklich glücklich und letzteres nur eine Minderheit ist.

Bei mir hat es mit der Ehe nicht ganz so gut geklappt, hätten unter anderen Umständen wohl aber auch nicht geheiratet. Ich würde niemals jemanden den Ehewunsch absprechen wollen, schon allein, weil es dann doch die Minderheit gibt, bei der es gut funktioniert und obwohl ich für mich ein 2. Mal Heiraten ablehne, kann es dennoch passieren, dass ich mich irgendwann doch dazu hinreißen lasse, nur dieses Mal auch wirklich aus dem innigen Wunsch, dass ich meinen Partner unglaublich liebe. Bei vielen von uns bleibt die Ehe irgendwie doch tief in unseren Köpfen verwurzelt.

Meinen Kindern werde ich nur Anfrage meine Meinung über die Ehe kundtun und dann lediglich den Rat geben, dass es besser ist sich zu trennen, wenn man nur noch unglücklich ist und die Versuche es zu retten gescheitert sind, statt Illusionen nachzujagen und nur der Ehe wegen ein unglückliches Leben fortzuführen. Denn dadurch verbaut sich auch die Chance auf ein neues Glück, eine neue Liebe, ein gemeinsames neues Leben.
 
S

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Gast
Man sollte sich lieber Fragen ob die Ehe noch das bedeutet was es mal vor jahrzenten getan hat? heute ist alles viel zu schnell lebig und man hat viel zu viele Möglichkeiten. Warum an etwas arbeiten, wenn der Schlussstrich und Neuanfang im Leben doch so einfach ist? Warum sind viele der Paare in Kriegeszeiten heut immer noch verheiratet? Nur weil es damals Krieg gab und die Chancen mit höhrem Alter immer mehr schwindend? Heute trachtet doch jeder nach der Liebe fürs Leben, weil es uns so vorgelebt wird. Kaum einer setzt doch wirklich daran an, diese Liebe fürs Leben in der vorhandenen Partnerschaft zu formen. Ich bin contra Heirat, denn ich sehe keinen Sinn darin. Das was die Ehe bedeutet ist für meinen Teil heute einfach nicht mehr umsetzbar. Sie ist quasi "veraltet." Ich habe damals als Kind schon nicht eingesehen am Konformanten Unterricht teilzunehmen, weil mich die Sache die dahinter steht nicht interessiert hat und ich nicht wie viele Kinder nur das große Geld abgreifen wollte. Ähnlich halte ich es bei der Heirat. In der heutigen Zeit kann ich meinem Partner nicht versprechen, bis an den Tod mit ihr zusammen zu sein. Und da mag ich etwas altmodisch sein, aber wenn ich ein Versprechen gebe, dann halte ich dieses aus. Der Weg über die Scheidung wäre für mich also nur das Eingeständnis über dessen ich mir schon am Anfang klar war.
 

Benutzer116974 

Öfters im Forum
Man sollte sich lieber Fragen ob die Ehe noch das bedeutet was es mal vor jahrzenten getan hat? heute ist alles viel zu schnell lebig und man hat viel zu viele Möglichkeiten. Warum an etwas arbeiten, wenn der Schlussstrich und Neuanfang im Leben doch so einfach ist? Warum sind viele der Paare in Kriegeszeiten heut immer noch verheiratet? Nur weil es damals Krieg gab und die Chancen mit höhrem Alter immer mehr schwindend? Heute trachtet doch jeder nach der Liebe fürs Leben, weil es uns so vorgelebt wird. Kaum einer setzt doch wirklich daran an, diese Liebe fürs Leben in der vorhandenen Partnerschaft zu formen. Ich bin contra Heirat, denn ich sehe keinen Sinn darin. Das was die Ehe bedeutet ist für meinen Teil heute einfach nicht mehr umsetzbar. Sie ist quasi "veraltet." Ich habe damals als Kind schon nicht eingesehen am Konformanten Unterricht teilzunehmen, weil mich die Sache die dahinter steht nicht interessiert hat und ich nicht wie viele Kinder nur das große Geld abgreifen wollte. Ähnlich halte ich es bei der Heirat. In der heutigen Zeit kann ich meinem Partner nicht versprechen, bis an den Tod mit ihr zusammen zu sein. Und da mag ich etwas altmodisch sein, aber wenn ich ein Versprechen gebe, dann halte ich dieses aus. Der Weg über die Scheidung wäre für mich also nur das Eingeständnis über dessen ich mir schon am Anfang klar war.

Da finde ich passt der satz gut:

"Früher reparierte man kaputte Dinge noch anstatt sie wegzuschmeißen"

mfg
 

Benutzer49007  (34)

Sehr bekannt hier
Ich kenne nicht extrem viele verheiratet Paare. Bei gewissen ist die Beziehung genau gleich gut wie vorher schon und bei anderen ist sie schlechter. Meine Grosseltern sind nun seit 60j verheiratet und das wird so bleiben bis sie nicht mehr sind. Meine Eltern sind auch shcon eine Weile verheiratet aber da klappt das gar nicht mit den zweien. Ich behaupte Ehen scheitern nicht am "ring anstecken" sondern am Willen der Eheleute. Ist man mit seinem Leben zufrieden lässt es sich in der Beziehung auch einfacher miteinander leben.
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
Eine Beobachtung, die ich in meinem Umkreis gemacht habe ist, dass Paare sich oftmals, sobald sie geheiratet werden und vor allem wenn sie Eltern geworden sind, als Selbstverständlichkeit sehen.
Es wird nach der Hochzeit/Geburt immer weniger Energie in die Beziehung, in das Dasein als Mann und Frau gesteckt. Es gibt nur noch ein Kollektiv, ein "wir" und zwischendrin geht alle Romantik und jegliches Begehren unter.
Sehr viele Eltern meiner ehemaligen Klassenkameraden haben sich getrennt, als die Kinder aus dem Haus waren weil sie sich nichts mehr als Menschen zu sagen hatten. Einzig und allein Kinder, Haus und Gewohnheit hielten sie zusammen.

Meine Eltern wollten nie heiraten. Sie haben es nur getan, damit mein Vater Rechte an uns Kindern bekommt, falls sie sich mal trennen sollten. Meine Eltern wissen nicht mal wirklich, wann ihr Hochzeitstag war, es ist ihnen nicht wichtig. Vielleicht gerade deshalb sind sie schon so lange zusammen und ein super Team. Auch bei ihnen krachts mal, aber da wird sich immer wieder zusammengerauft und eben an der Beziehung gearbeitet.

Für mich persönlich ist eine Heirat absolut nicht erstrebenswert. Ich sehe keinen Grund dazu, meine Beziehung auf einem Blatt Papier bestätigen lassen zu müssen. Der einzige Grund, warum ich heiraten würde wären die Steuervorteile und eventuell die Feier als Vorwand für ein super Kleid :grin:.
Mir gehts da genauso wie sit it ojo, ich halte das Prinzip Heirat einfach für veraltet und eventuell auch für verlogen (ich erwarte irgendwie nicht unbedingt, dass ich tatsächlich bis ans Ende meines Lebens mit irgendjemandem zusammenbleiben werde und will sowas deshalb auch nicht versprechen).
Wenn mein Kerl unbedingt heiraten möchte würde ich ihm zuliebe mitmachen. Allerdings sollte er von mir nicht erwarten, dass ich mich am Hochzeitstag vor Aufmerksamkeit überschlagen oder dem Ganzen eine besonders große Bedeutung zumessen würde.
 
D

Benutzer

Gast
Ist bei meinen Eltern so ähnlich wie bei deinen. Ich kenne die Situation. Sicher auch ein Grund, warum ich nicht heiraten möchte. Allerdings fällt mir auch echt kein Grund ein, warum man das tun sollte. Romantik und so, ja ja, Steuervorteile, auch okay, aber das sind nun beides Dinge, die mir echt nicht viel bedeuten. Warum nicht einfach sein Leben lang so zusammen leben. Man kann sich ja auch einen Ring kaufen, sich von Freunden trauen lassen, hat aber den ganzen Stress drumherum nicht.
Ich kenne auch sehr wenig Paare nach 20-30 Jahren, die noch wirklich harmonisch sind. Und meist fehlt zum einen die Kompromissbereitschaft und zum anderen die Fähigkeit zu reden, sich auszudrücken, auch wenn etwas nicht stimmt. Dann kann man frühzeitig gegensteuern. Wenn man das nicht macht, schiebt man die Probleme ja nur vor sich hin. Irgendwann ist das Schmetterling-Ding eben weg und dann muss man versuchen, eine harmonische Beziehung aufzubauen, in der sich beide geborgen fühlen und nicht Sehnsucht nach etwas anderem bekommen. An den Hollywood-Quark glaube ich nicht, dafür bin ich zu realistisch und nicht romantisch genug. Und an der Stelle muss man halt wissen, wie sehr einen das stört. Mich stört das nicht, daher hab ich damit keine Probleme, wenn man allerdings gerne auch in 30 Jahren noch Schmetterlinge im Bauch hätte und auf den Selbstläufer wartet ohne Probleme anzusprechen und diesen entgegenzuarbeiten, muss man möglicherweise sehr sehr lange auf diesen Partner warten.
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
So lange man sich gegenseitig nicht als selbstverständlich ansieht, sich jeder um seine eigene Persönlichkeit und sein eigenes Glück genauso wie um den Partner, die Beziehung und das gemeinsame Glück kümmert...dann glaube ich, dass Ehen/ lange Beziehungen glücklich sein können.
Das ist ein immer wieder anfallendes Stück Arbeit und Weiterentwicklung, immer wieder selbst reflektieren, immer wieder abwägen: Was braucht es für mich und für uns, um glücklich zu sein?
Dafür braucht es natürlich zwei Menschen, die dazu in der Lage sind. Sind sehr wenige.

Wenn das gegeben ist und zudem beide entschieden für die Beziehung sind, bestehen gute Chancen. Man kann sich immer noch auseinander entwickeln oder durch äußere Umstände, die großen Stress auslösen (Todesfälle, Pflegefälle, Jobverlust, viel Stress im Job), die Bindung zueinander verlieren.
Das, genau wie jede andere Trennung, würde ich aber nicht als "Scheitern" bezeichnen. Ist denn eine Ehe wirklich gescheitert, wenn sie 20 von 25 Jahren schön war und 3 Kinder hervorgebracht hat? In meinen Augen nicht. Das negiert doch die komplette gemeinsame Zeit, habe sie nun einige Jahren oder mehrere Jahrzehnte betragen - wie unverhältnismäßig!

Was die Ehe Deiner Eltern im Speziellen angeht: Dein Paps sollte wieder mehr für sich tun, anstatt das quasi von Deiner Mutter zu erwarten. Sich bewusst werden, dass 'nur' Arbeit ihn scheinbar nicht ausfüllt und es an der Zeit wäre, seinem Leben noch andere Inhalte zu geben (zB Freunde finden). Und Deine Mama sollte weiterhin auf ihn zugehen. Und sich bewusst machen, dass nicht das Konstrukt Ehe das Problem ist, sondern dass sie scheinbar kein Team mehr bilden. Wie oft unternehmen die beiden noch was zusammen? Wie oft haben sie noch 'quality time'? Das sollte sich wieder erhöhen, sie sollten sich bewusst eine schöne Zeit miteinander machen. Und sie sollte mit nachfragen reagieren "Ich hätte Lust, heute gemeinsam mit Dir zu essen. Du auch?" - wenn er traurig ist, dass er sich Mühe gibt mit dem Essen und sie schon satt ist.


Zuletzt ein ganz großes aber: Das ist nicht Dein Problem. Deine Eltern sind erwachsene Menschen und als solche selbst für ihre Beziehung verantwortlich. Ich würde meine Mutter bitten, mir nicht mehr davon zu erzählen und ihr mitteilen, dass ich meine eigenen Erfahrungen zu machen gedenke.
Solche Erzählungen von Eltern können einen prägen und vieles verderben, woran man sonst Freude hätte haben können. Das finde ich nicht gut. Mir selbst wurde durch derlei 2 Jahrzehnte lang das Verhältnis zu meiner Oma verdorben, weil mir Abneigung gegen sie eingeimpft wurde (sie war ja so 'gemein'); erst zwei Jahre vor ihrem Tod lernte ich sie besser kennen. Mir ist so viel schöne Zeit mit ihr verloren gegangen, die ich nicht mehr nachholen kann.
Dass Du hier schreibst und durch unsere Meinungen versuchst, das von Deiner Mutter Gesagte in Relation zu setzen, ist schon der erste wichtige Schritt auf dem Weg zu Deinen eigenen, unbelasteten Ansichten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ohne jetzt alle Beiträge gelesen zu haben und ohne in moralische und philosophische Diskurse zu verfallen... ich glaube nicht dass Ehen an Ringen scheitern, sie scheitern einfach am Leben und an der Unterschiedlichkeit der Menschen. Ich stimme deiner Mutter also zu, ich denke nicht, dass es lange, dauerhaft glückliche Ehen gibt. Nicht unterbrochen glücklich, nur ... einfach dauerhaft.
Ich kenne keine einzige glückliche Ehe im Alter meiner Eltern. Und meine Mama erzählt mir auch sehr viel, über sich, ihre Freundinnen, die Freundinnen meiner Tante, die Kollegen... egal wo man hinsieht. Meine Eltern sind genauso ein Antibeispiel dazu...

Als generelle Beziehungsgegnerin denk ich mir dann, wozu soll man sich die Dramen antun, wenn es doch nie besser wird, und man dannn mit Mitte 50 erst recht in einem riesigen Scherbenhaufen steht.

Ich denke, Glück zu zweit gibt es nur auf den Moment - manchmal folgen viele Momente hintereinander, manchmal eben weniger. Manchmal stürzt man aus sehr großer Höhe, manchmal stolpert man nur und stürzt dann. Aber ich kenne niemanden, bei dem der Sturz nicht kam... hilft nicht gerade gegen meine Veranlagung zum Schwarzsehn.
Für mich kein Dilemma, ich wollte nie heiraten, dazu bin ich zu wenig romatisch und zu pragmatisch.

(wenn ich mehr Zeit hab, les ich die verschiedenen Standpunkte und schau, was das meiner Ansicht hinzufügt...)
 

Benutzer43924  (37)

Benutzer gesperrt
Ein schwieriges thema unserer zeit, das leider sehr oft nur einseitig betrachtet wird.

Ich glaube die grundlegende frage ist nicht unbedingt OB man heiraten sollte, sondern eben WEN. Klingt trivial, ist es aber absolut nicht. Der altbackene satz "lange prüfe wer sich ewig bindet" wird doch von sehr vielen nicht wirklich beachtet. Es wird eben oft viel zu schnell geheiratet, es wird geheiratet, weil einer der partner das gefühl hat, ohje mein alter, jetzt wirds aber höchste zeit, sonst wird das nix mehr mit meiner lebensplanung, kinder, haus... Oft wird auch geheiratet weil ein partner (oder beide) das gefühl haben eh keinen bessern partner zu finden und dann lieber schnell heiraten bevor sie am ende doch wieder anfangen müssen nach nem neuen zu suchen.
Das ist früher sicher nicht anders gewesen, diese heiratsgründe gabs da genauso, zusätzlich war früher noch der gesellschaftliche druck da. Wieso halten aber heute ehen nicht mehr so lange? Weil eben eine scheidung auch zu einer gewissen normalität geworden ist. Die frau ist meist finanziell unabhängig, muss also nicht mehr bleiben, wenn sie nicht will. Von daher würd ich behaupten, die ehen heut sind im grunde genommen nicht unglücklicher als früher.
Und nochmal, die entscheidende frage ist WEN sollte man heiraten. Dabei sollte kein zeitdruck, kein gesellschaftlicher druck, kein druck der eltern, der freunde, die tickende innere uhr oder sonst was ein entscheidungskriterium sein.
Ich kenne so einige frauen ende 20, die singles sind. Ich stelle fest, dass eine nach der anderen sich auf eine dermaßen intensive partnersuche macht, um endlich diesen partner fürs leben zu finden und das unebdingt noch vorm 30. geburtstag. Wie das am ende ausgeht ist doch klar, es wäre pures glück dann den partner zu finden, mit dem es wirklich passt.
Eine heirat sollte sich also erst dann ergeben, wenn man nach jahren auch merkt, das passt einfach. Wenn man die marotten seines partners kennt, wenn man schon durch gute und schlechte zeiten gegangen ist, wenn man lebenseinstellungen des partners kennt und die den eigenen nicht unähnlich sind. Man sollte sich vorstellen können mit der person alt zu werden, die nachlassende attraktivität akzeptieren zu können, weil die innere attraktivität weit heller strahlt (die ist im alter wesentlich wichtiger).

Krass gegen heirat zu argumentieren find ich nicht zielführend. Wenn die aufgezählten bedingungen passen dann kann man das risiko schon eingehen, ein risiko bleibt es immer, das ist klar. Beide dürfen nie aufhören daran zu arbeiten, kleine freuden und nettigkeiten im alltag zb sind viel wichtiger als ein hochgefeierter "hochzeitstag".
Trotzdem denke ich, dass in den meisten köpfen der wunsch da ist irgendwann mit einem partner alt zu werden, mit einem mit dem man eben schon allerhand erlebt hat, mit dem man sozusagen geschichte gemacht hat. Der wert von so einer bindung ist ungleich höher als alle 2 jahre andere partner gehabt zu haben, die bindungen aber total zu verlieren und irgendwann im alter alleine im schaukelstuhl zu sitzen und nur das klackern der pendeluhr zu hören, um es theatralisch auszudrücken.

Glückliche ehen, gibt es auch heute noch sehr viele. Aber natürlich wird weniger darüber geredet, das ist ja weniger sensationell, als zu erzählen wieviele nachbarn sich scheiden lassen haben. Außerdem haben paare mit beziehungen die funktionieren auch weniger bedarf es nach außen hin kund zu tun. Die glücklichen beziehungen laufen sozusagen leise im hintergrund, werden nicht sehr beachtet, wohingegen die scheidungen viel offensichtilicher, lauter im vordergrund passieren und auch deshalb viel bewusster sind!

In diesem sinne, mach deine erfahrung selbst, aber lass dir nicht einreden eine funktionierende, glückliche ehe sei ein illusion :smile:

einen wunderschönen abend noch!
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
Trotzdem denke ich, dass in den meisten köpfen der wunsch da ist irgendwann mit einem partner alt zu werden, mit einem mit dem man eben schon allerhand erlebt hat, mit dem man sozusagen geschichte gemacht hat. Der wert von so einer bindung ist ungleich höher als alle 2 jahre andere partner gehabt zu haben

Sicherlich auch, weil eine Beziehung zu führen und zu pflegen auch immer eine Investition von Gefühlen, Zeit und Mühen bedeutet. Diese macht niemand gerne 'umsonst'. Und das Gefühl des 'sich sicher seins' ist dabei auch ein starkes Bedürfnis. Wir wollen uns geborgen fühlen und auch mal ausruhen können, 'angekommen' sein und nicht ständig nach Halt und Bezugspersonen suchen müssen. Konstanten ähnlich der Eltern beruhigen uns und sorgen für Wohlbefinden.

Schön, dass Du nochmal den Aspekt der Auswahl ins Spiel gebracht hast. Gut wählen und kennenlernen ist natürlich auch ganz wichtig. Hachja :smile:
 
S

Benutzer

Gast
Off-Topic:
Glückliche ehen, gibt es auch heute noch sehr viele. Aber natürlich wird weniger darüber geredet, das ist ja weniger sensationell, als zu erzählen wieviele nachbarn sich scheiden lassen haben.

Auch ein wichtiger Punkt, den man gar nicht oft genug betonen kann...
 

Benutzer36171 

Beiträge füllen Bücher
Mir ist egal, wie viele Ehen unglücklich sind. Ich glaube, an meine Beziehung und, ja, ich finde heiraten romantisch. Gerade weil immer weniger eine Ehe eingehen, finde ich es spannend, genau das zu tun.

Ich bezweifle ganz stark, dass all die geschlossenen Ehen nur deswegen noch halten (oder "halten"), weil es Ehen sind. Nach so vielen Jahren ist eine Trennung eine harte Sache, und dieser steht noch mehr entgegen, als Geld, ein Haus und der "Geschieden"-Status. Eine Trennung nach 20 Jahren Beziehung ist scheiße, ob verheiratet oder nicht, und genau deswegen bleiben viele noch zusammen. Ich glaube nicht, dass nicht heiraten so ultimativ davor schützt an einer Beziehung festzuhalten, die keine mehr ist.

Zum Thema nicht zusammenziehen; das macht eine Trennung sicherlich etwas weniger kompliziert. Aber ich sehe das so: selbst wenn meine Beziehung schief gehen sollte, bin ich dennoch froh, jetzt mit meinem Freund zusammen zu leben (und werde froh sein, zusammen gewohnt zu haben). Ich würde darauf nicht verzichten wollen, ganz egal, was die Zukunft bringt. Zusammen leben finde ich einfach wahnsinnig schön. Ich kann mir, ehrlich gesagt, auch nicht vorstellen, dass das all die Freundinnen deiner Mutter das so schlecht fanden, als ihre Beziehung noch funktionierte... :zwinker: Natürlich macht das Zusammenwohnen eine Trennung komplizierter, aber wenn ich zusammen ziehen will, dann tue ich das auch. Anders zu handeln, käme mir gar nicht in den Sinn.

Mein Rat: Warte doch einfach ab, was sich in deinem Leben ergibt. Vielleicht willst du eines Tages mit jemandem zusammen ziehen, vielleicht auch nicht. Vielleicht willst du eines Tages jemanden heiraten, vielleicht auch nicht. Ich glaube, wenn es konkret um deine eigene Beziehung geht, wird der Rat deiner Mutter keine so große Rolle mehr spielen. Derlei Ratschläge sind meistens nur in der Theorie gut. Du wirst ganz einfach wissen, was das Richtige für dich persönlich ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer115582 

Verbringt hier viel Zeit
Mir egal was viele Leute sagen. Ich habe den Ehe-Traum noch und werde ihn auch nicht verlieren, nur weil irgendwer schlechte Erfahrungen gemacht hat. Heiraten und für immer zusammenbleiben. Ja, so wirds sein!
 

Benutzer85989 

Meistens hier zu finden
Meine Eltern sind seit 24 Jahren glücklich verheiratet, aber sie waren nicht ununterbrochen glücklich gewesen, sondern haben auch Höhen und Tiefen erlebt. Beide haben aber schwierige Situationen sehr gut gemeistert und ich glaube, das Entscheidende war, dass sie ihre Ehe nie in Frage gestellt haben, sondern für beide war es eine Selbstverständlichkeit gewesen, gemeinsam am Strang zu ziehen und dieses Problem gemeinsam zu lösen, anstatt dass nur einer darum kämpft.
Wenn einer von beiden Probleme hatte, da stand der andere hinter demjenigen.

Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass man nicht aufhört an der Beziehung zu arbeiten. Das ist wohl oftmals das Problem, weil beide sich dann auseinanderleben und Konflikte nicht mehr lösen können, natürlich können auch andere Faktoren eine Rolle spielen.

Ich möchte später heiraten, weil ich eine Absicherung mit meinem Partner haben möchte. Dabei denke ich z.B. an die Situation, wenn mein Partner schwer verletzt im Krankenhaus liegt und ich als "normale Partnerin" ihn nicht besuchen kann, sondern halt nur als Ehefrau. Aber ich brauche auch die Absicherung, wenn mein Mann später stirbt. Für mich und meine Familie, die ich später gerne gründen möchte. Steuervorteile ist auch ein Grund für mich, wenn auch eher ein kleiner.
 

Benutzer22358  (33)

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meine eltern sind nach wie vor glücklich verheiratet und sind somit ein vorbild für mich. und auch sonst kenne ich noch viele ehen, die -zumindest nach außen hin - glücklich sind.
ich sélbst habe geheiratet und das sogar recht früh, mit 23. ich weiß nicht, ob meine ehe halten wird und was die zukunft bringt, aber ich weiß, dass die ehe uns mehr zusammen geschweißt hat. man redet mehr miteinander und kämpft auch mehr um die beziehung. wir hatten bereits eine krise und ich weiß, wenn wir nicht verheiratet gewesen wäre, hätten wir uns getrennt, aber so haben wir beide gekämpft und durch gemeinsame gespräche festgestellt, dass wir beide an der beziehung festhalten wollen und wir haben die krise gemeistert. natürlich, wenn gar nichts mehr geht, dann würde ich mich scheiden lassen, aber durch die noch stärkere verbundenheit, kämpfe ich auch länger um mein glück.
 
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