Der Liebe wegen umziehen

Benutzer18629 

Verbringt hier viel Zeit
Liebe Gemeinde,

tja, wo fange ich an: Ich bin glücklich verheiratet, Vater einer wunderbaren Tochter und beruflich auch nicht unerfolgreich. Von Aussenstehenden höre ich immer, wie neidisch sie sind, wenn sie das hören. Soweit kein Problem, jetzt kommt das aber:

Ich komme ursprünglich aus dem Stadtrandgebiet einer Millionenstadt, das Studium hat mich in die Provinz verschlagen, immerhin noch eine Großstadt. Damit habe ich mich arrangiert und mittlerweile mit Familie wohne ich hier auch gerne. Mein ursprünglicher Plan zurück in "meine" Stadt zu gehen, habe ich längst verworfen. Sentimental werde ich, bei den wenigen Besuchen, da trotzdem.
Meine Frau würde niemals dort hin wollen, das hat sie mehrfach klar gesagt. Sie ist ein absoluter Familienmensch und kommt aus einem kleinen Dorf (es geht sicher noch kleiner, so knappp 1000 Einwohner sind es). Dort wohnt ihre gesamte Familie. Sie ist zu mir in die Stadt gezogen, das sind etwa 15 Minuten Fahrtweg. Für sie ist klar, dass wir in das Dorf hinziehen und möglichst schnell ein Haus bauen. Sie hat dort ihre Freundinnen und natürlich ihre Familie. Das Dorf verfügt über einen Busanschluss, der im 2 Stundentakt in unseren momentanen Wohnort fährt, ein kleiner Supermarkt ist auch da. Allerdings kann es aus medizinischen Gründen sein, dass ich von jetzt auf gleich für längere Zeit kein Auto fahren darf, was leider nicht planbar ist und in der Vergangenheit leider immer mal wieder aufgetreten ist. Kommt es zu diesem Fall, bin ich dort "gefangen". Ja, ich kann mit dem Fahradf ahren und es würde mich auch immer jemand von ihrer Familie fahren, aber Bittsteller will ich eben nicht sein. Auch der WEg zur Arbeit dauert dann eine Stunde und muss mit dem Rad zurückgelegt werden, egal wie das Wetter ist, eine Alternative gibt es nicht.
Das Totschlagargument ist aber, die viel leichter werdende Kinderbetreuung. Dem kann ich nicht widersprechen, das ist ein Fakt.
Unser jetziger Wohnort war für mich eigentlich ein sehr guter Kompromiss. Ja, ich würde gerne in einer größeren Stadt wohnen (nicht weit von hier gibt es eine Stadt mit knapp einer halben Million Einwohner). Mittlerweile ertappe ich mich sogar dabei, dass ich rein "interesehalber" nach Wohnungen in der alten Heimat gucke und auch immer mal mit einem halben Auge auf Stellenangebote. Wirklich ernst gemeint, ist das aber natürlich nicht.

Ich bin momentan ziemlich planlos, fühle mich "gefangen" und weiß nicht, wie ich weiter vorgehen kann, vielleicht hat ja hier jemand eine Idee. Danke!
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer176396 

Sorgt für Gesprächsstoff
Du musst dich wohlfühlen. Tust du das in diesem Dorf nicht, dann wird das früher oder später ein Konfliktpunkt.
Sei bitte ehrlich zu deiner Frau und schaue nicht nach Wohnungen oder Stellenangeboten ohne vorher über den Kompromiss (derzeitiger Wohnort/Kleinstadt) gesprochen zu haben. Es gibt nichts schlimmeres als "plötzlich" vom Partner solche Gedanken zu erfahren. Erkläre ihr, dass du ein Stadtmensch bist. Erkläre ihr deine Sorgen mit dem längeren Arbeitsweg, wenn du nicht Auto fahren kannst - das geht schließlich auch von der Zeit für sie und eure Tochter ab. Erkläre ihr, dass du ihre Familie gerne hast und schätzt, aber dort eben nicht abhängig sein möchtest.
Frage sie ob der Grund für den Umzug ins Heimatdorf "nur" die Kinderbetreuung ist oder ob ihr beide vielleicht sehr konträr seid und deine Frau in jeder (Klein)Stadt todunglücklich ist. Vielleicht benötigt sie ihr Dorf genauso wie du deine Stadt.
EDIT: ich vermute, dass deine Frau in der Stadt unglücklich ist und die Kinderbetreuung vorschiebt, weil 15min Fahrtweg ist absolut machbar. Da kann man das Kind relativ einfach bei ihrer Familie vorbeibringen.
 

Benutzer148761  (33)

Meistens hier zu finden
ich vermute, dass deine Frau in der Stadt unglücklich ist und die Kinderbetreuung vorschiebt, weil 15min Fahrtweg ist absolut machbar. Da kann man das Kind relativ einfach bei ihrer Familie vorbeibringen.
Sehe ich ganz genauso, oder will sie dann quasi direkt mit ihrer Familie Tür an Tür wohnen, damit die Kleine da allein rumlaufen kann? Weil sonst macht es doch echt keinen Unterschied ob man 5 Min oder 15 Min Fahrtweg hat.
 

Benutzer152906 

Meistens hier zu finden
Das Totschlagargument ist aber, die viel leichter werdende Kinderbetreuung. Dem kann ich nicht widersprechen, das ist ein Fakt.

Wieso ist das "Fakt"? Geht es um "am WE" / " Abend"? In größeren Städten gibt es normalerweise mehr Kitas / Ganztagsschulen. Und auch mehr Menschen, die man als Babysitter engagieren könnte. Also wieso das ein "Fakt" sein soll, erschließt sich mir in keiner Weise.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Das, was S Souvereign schreibt, war auch mein erster Gedanke beim Lesen: es ist in der Stadt doch ein viel größeres Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten vorhanden, größer, vielfältiger und v.A. unabhängig von der Familie. Oder willst Du Deine Kinder von den Großeltern auch zu so einer unflexiblen Person erziehen lassen, wie es Deine Frau ist?


Meine Frau würde niemals dort hin wollen, das hat sie mehrfach klar gesagt.
Wieso hast Du diese Frau überhaupt geheiratet und Kinder mit ihr bekommen, wenn klar ist, auf welchen Riesen-Konflikt Ihr zusteuern werdet? Ihr habt doch offensichtlich so grundsätzlich verschiedene Vorstellungen vom Leben, dass klar ist, dass das nur sehr sehr schwer miteinander vereinbar ist.


Für sie ist klar, dass wir in das Dorf hinziehen und möglichst schnell ein Haus bauen.
Und für Dich ist klar, dass Du das niemals machen würdest, weil Dir ja diese Stadt, in der ihr jetzt lebt, im Grunde schon zu klein ist. Sag ihr das und dann schaut, wie ihr aus der Situation heraus kommt. Und dann frage sie direkt, wieso ihr die 15 Minuten zu Mami&Papi zu weit sind, Du diese aber jeden Tag zur Arbeit fahren sollst? (davon ab, sind 15 Minuten ja wohl ein schlechter Witz, sich darüber überhaupt unterhalten zu müssen)

Einen Rat zur Lösung habe ich leider nicht. Es war halt einfach ein Riesenfehler, diese Frau zu heiraten und v.A. auch noch mit ihr Kinder zu bekommen. Aber das ist nun zu spät. Du musst halt mit ihr reden. Deutlch. Ihr klar machen, was Du willst (und v.A., was Du nicht willst!) und dann müsst Ihr sehen, ob unter diesen Umständen ein Kompromiss überhaupt noch möglich ist.
 

Benutzer174969  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Das Totschlagargument ist aber, die viel leichter werdende Kinderbetreuung.
Naja Babysitter plus wenn das Dorf eh nur 15min entfernt ist, dann können sie ja auch jetzt schon auf die Kinder einfach aufpassen. Ich finde, dass ich kein Totschlagargument. Außerdem gibts Babysitter, die halt zwar etwas kosten, aber auch planbare Entlastung bieten.

Auch der WEg zur Arbeit dauert dann eine Stunde und muss mit dem Rad zurückgelegt werden, egal wie das Wetter ist, eine Alternative gibt es nicht.
Ich persönlich würde das meinen Partner nicht antun wollen. Weiß sie davon? Wenn ja, mit welcher Begründung möchte sie dir das antun?

Für sie ist klar, dass wir in das Dorf hinziehen und möglichst schnell ein Haus bauen.
Hat sie niemals deine Meinung gefragt? Ich versteh nicht, wie sowas einfach "klar sein kann". War für dich klar, dass es für sie klar ist als du die Beziehung eingegangen bist?

Ich würde dir raten dich nicht zu etwas überreden zu lassen, das du eigentlich nicht willst. Lass dich da nicht kleinreden. In einer Beziehung existieren zwei Partner und die Bedürfnisse beider sind legitim. Ein Dorf ist schon ziemlich krass und ohne Infra bist du da tatsächlich gefangen ohne Auto. Ja, du kannst Radfahren, ändert aber nichts am Gefühl, dass dich seelisch zerfrisst.

Ich bin momentan ziemlich planlos, fühle mich "gefangen"
Im Endeffekt fühlst du dich jetzt schon gefangen, obwohl du nicht hingezogen bist. Klär das nochmal und klär vor allem deinen Standpunkt. Und vor allem lass dich mit Scheinargumente wie "besser Kinderbetreuung" zu etwas verleiten. In der Regel ist die Kinderbetreuung und Förderung in einer Großstadt besser, da mehr Möglichkeiten da sind wie Vereine, Kitas, Schulen, Kindergärten und Co - wie schon Vorposter vor mir bemerkt haben.
 

Benutzer174652 

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Liebe Gemeinde,

tja, wo fange ich an: Ich bin glücklich verheiratet, Vater einer wunderbaren Tochter und beruflich auch nicht unerfolgreich. Von Aussenstehenden höre ich immer, wie neidisch sie sind, wenn sie das hören. Soweit kein Problem, jetzt kommt das aber:

Ich komme ursprünglich aus dem Stadtrandgebiet einer Millionenstadt, das Studium hat mich in die Provinz verschlagen, immerhin noch eine Großstadt. Damit habe ich mich arrangiert und mittlerweile mit Familie wohne ich hier auch gerne. Mein ursprünglicher Plan zurück in "meine" Stadt zu gehen, habe ich längst verworfen. Sentimental werde ich, bei den wenigen Besuchen, da trotzdem.
Meine Frau würde niemals dort hin wollen, das hat sie mehrfach klar gesagt. Sie ist ein absoluter Familienmensch und kommt aus einem kleinen Dorf (es geht sicher noch kleiner, so knappp 1000 Einwohner sind es). Dort wohnt ihre gesamte Familie. Sie ist zu mir in die Stadt gezogen, das sind etwa 15 Minuten Fahrtweg. Für sie ist klar, dass wir in das Dorf hinziehen und möglichst schnell ein Haus bauen. Sie hat dort ihre Freundinnen und natürlich ihre Familie. Das Dorf verfügt über einen Busanschluss, der im 2 Stundentakt in unseren momentanen Wohnort fährt, ein kleiner Supermarkt ist auch da. Allerdings kann es aus medizinischen Gründen sein, dass ich von jetzt auf gleich für längere Zeit kein Auto fahren darf, was leider nicht planbar ist und in der Vergangenheit leider immer mal wieder aufgetreten ist. Kommt es zu diesem Fall, bin ich dort "gefangen". Ja, ich kann mit dem Fahradf ahren und es würde mich auch immer jemand von ihrer Familie fahren, aber Bittsteller will ich eben nicht sein. Auch der WEg zur Arbeit dauert dann eine Stunde und muss mit dem Rad zurückgelegt werden, egal wie das Wetter ist, eine Alternative gibt es nicht.
Das Totschlagargument ist aber, die viel leichter werdende Kinderbetreuung. Dem kann ich nicht widersprechen, das ist ein Fakt.
Unser jetziger Wohnort war für mich eigentlich ein sehr guter Kompromiss. Ja, ich würde gerne in einer größeren Stadt wohnen (nicht weit von hier gibt es eine Stadt mit knapp einer halben Million Einwohner). Mittlerweile ertappe ich mich sogar dabei, dass ich rein "interesehalber" nach Wohnungen in der alten Heimat gucke und auch immer mal mit einem halben Auge auf Stellenangebote. Wirklich ernst gemeint, ist das aber natürlich nicht.

Ich bin momentan ziemlich planlos, fühle mich "gefangen" und weiß nicht, wie ich weiter vorgehen kann, vielleicht hat ja hier jemand eine Idee. Danke!

ganz klar: nein.

1. grundsätzlich - ihr habt bereits einen akzeptablen kompromiss-wohnort.

sollte sie vor niederlassung dort es verabsäumt haben, deutlich zu machen, dass sie sicher (mit kind) zurück in die heimat geht, um dort ihr leben zu verbringen: pech gehabt.
solltest du es trotz einer solchen verdeutlichung verabsäumt haben, deinerseits deutlich zu machen, dass das keinesfalls für dich in frage kommt: pech gehabt.
solltet ihr es beide verabsäumt haben, wesentlich miteinander zu sprechen (vor zusammenzug, vor schwangerschaft): pech gehabt.

2. darüberhinaus indiskutabel wegen der auto / fahtüchtigkeit-situation.

3. lediglich 15 min. fahrweg IST BEREITS LEICHT bzgl. zusätzlicher kinderbetreuung.

gibt hier auch bereits den einen oder anderen thread zu derartigen thematigen (inkl. dessen, wie das dann so ist, mit der weiteren familie "aufeinanderzuhocken") ...

NS:
solltest den titel ändern in "meiner frau wegen umziehen" ...
 

Benutzer163260 

Öfter im Forum
Lass dich bloß nicht darauf ein, das ist der garantierte Weg ins Unglück. 15 Minuten Fahrt zu den Eltern sind völlig akzeptabel und ein ausreichender Kompromiss. Bei dieser Entfernung können die Großeltern jederzeit spontan aushelfen.

Wenn deine Frau darauf besteht, zurück in ihr Dorf zu ziehen und dabei keine Rücksicht auf deine Gefühle nimmt, würde ich die Ehe als gescheitert sehen.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Du hast eine Reihe von Bedenken gegen die Idee (die nicht aus der Luft gegriffen sind), du gehst bereits jetzt einen Kompromiss ein was die Wohnlage betrifft, und dein Bauchgefühl ist klar dagegen.

Du kannst umziehen, aber wahrscheinlich wirst du dich weiter unwohl damit fühlen, unter der Situation leiden und entweder still vor dich hingrämen (weil bereits vollendete Tatsachen geschaffen wurden die sich nicht leicht revidieren lassen), oder irgendwann umständlich diesen Fehler korrigieren der von Anfang an vermeidbar gewesen wäre. Beides keine tollen Aussichten.

Besser jetzt als später auf deine Bedürfnisse hören und gucken ob ihr nen Mittelweg findet der für euch beide passt, oder ob es besser ist getrennte Wege zu gehen. Was natürlich wegen des Kindes blöd ist - aber auch kein Grund es schlimmer zu machen. Eine Trennung wäre kein Weltuntergang.
 

Benutzer11466 

Sehr bekannt hier
Eine Trennung wäre kein Weltuntergang.
Sehe ich zwar auch so. Aber ich halte die nicht für zwingend. Sofern M MeisterWichtig uns nichts Wesentliches verschwiegen hat, ist die Sache doch wohl klar: Seine Frau wäre in kürzester Zeit bei ihrer Familie - sei es für 'nen Besuch, sei es, ums Kind dort abzuladen; sei es, um sich um pflegebedürftige Verwandte zu kümmern (sofern sie das will und kann). M MeisterWichtig hingegen hat schon Kompromisse gemacht; für ihn würde sich die Situation mit dem erneuten Umzug deutlich verschlechtern.

Es ist ja nun leider nicht mehr zu ändern, daß das Pärchen sich nicht vorm Kinderkriegen über den Wohnort ausgesprochen und geeinigt hat. Aber ich würde die Holde einfach mal fragen, wer und was ihr wichtiger ist: die eigene Familie, der eigene Mann und die eigene Tochter - oder ihre Sippe?
 

Benutzer173382  (25)

Sorgt für Gesprächsstoff
Wohlfühlen müssen sich wohl beide...
Wenn sie jetzt also zurück ins Dorf möchte, du aber nicht und sie dafür nicht in der Stadt bleiben will, dann gibt es wohl nur 2 Möglichkeiten:
1. Sie zieht alleine ins Dorf und du behältst deine Wohnung (ob das nun Sinnvoll ist oder nicht sei mal dahingestellt)
2. Ihr trennt euch, was ich aber für vermeidbar halte, da ja sonst alles gut zu sein scheint.

Ihr müsst wohl gucken, ob ihr einen Mittelweg findet, der für beide passt, ansonsten bleibt wohl nur die Trennung.
 
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