Der größte Fehler eures Lebens

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Gast
Ich habe früher in der Jugend eines Bundesligisten Fußball gespielt. Ich habe dann aufgehört, weil mir das Training zu viel und zu stressig war. Heute frage ich mich, wo ich jetzt stehen würde, wenn ich damals nicht aufgehört hätte.

Naja, der Stress dürfte wohl eher zunehmen und wenn du dann noch homosexuell bist, wirds noch schwieriger. Im Sport ist man da leider doch noch ziemlich konservativ...

Da alle Fehler, die ich gemacht habe, mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich jetzt bin und dahin gebracht haben, wo ich jetzt bin, habe ich keinerlei schwerwiegende Fehler begangen.
 

Benutzer58558 

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Oft kennen wir die größten Fehler unseres Lebens doch gar nicht.

Ich glaube, ich habe einiges falsch gemacht (und einiges richtig). Manches bereue ich auch. Ich finde z. B., dass Reue kein Zeichen von Schwäche ist. Es kommt für mich eher darauf an, wie man mit ihr umgeht - und darin offenbart sich in meinen Augen Stärke. Relevant ist beispielsweise die Frage, ob man sich trotz Reue von der Vergangenheit lösen kann - ohne in Panik oder sogar Verbitterung auszubrechen, wenn sie einen ab und zu ohne Einladung besucht.

Momentan fällt mir ein, dass ich als wirklich ganz junger, unsicherer Mann von 18 Jahren eine zeitlang sehr, sehr, sehr verleibt gewesen bin in eine Frau, ohne dass ich es ihr damals gezeigt oder gesagt habe. Manchmal besucht mich heute noch die Erinnerung an sie ohne Einladung - und meine innere Stimme sagt zu ihr: "DAMALS wäre ich wirklich wahnsinnig gerne zusammen jung gewesen mit dir, aber ich war zu feige, mich dir zu öffnen. Ich werde so vieles von dir niemals wissen - und auch vieles von mir selbst nicht, das ich mit dir gefunden hätte." Ich bitte diesen "Gast" nicht zu gehen, ich warte jedes Mal so lange wie er bleibt. Irgendwann geht er dann wieder. Und nach Monaten oder oft auch erst Jahren kehrt er immer wieder einmal zurück.
 
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Benutzer171020 

Verbringt hier viel Zeit
Naja, 7 Jahre meines jungen Lebens mit dem verkehrten Typen verbracht zu haben. Wobei ich sagen muss die Action kam ja hinterher dann noch zur Genüge aber trotzdem war es früher langweilig und festgefahren. Darauf hätte ich echt so im Nachhinein gerne verzichten können. Ich finde ich merkte erst wie ich richtig lebte nach dieser 7-jährigem Beziehung. Aber klar man nimmt immer einiges auch daraus mit.
Doch wenn ich nochmal anfangen könnte, würde ich dies nicht mehr so machen. Da hätte ich mich früher schon mehr geöffnet, wäre Risikos eingegangen und hätte mich gescheiter denen zugewandt, die sich damals schon richtig ins Zeug gelegt haben, was ich aber als Jugendliche gar nicht so wahrgenommen habe. Leider.

Aber es gehört wohl zum Leben auch dazu sich mit der Zeit erst richtig zu finden.
 

Benutzer85989 

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Ich finde die Frage sehr schwierig, weil ich auch der Meinung bin, dass ich aus großen Fehlern einiges gelernt habe. Bin mir nicht sicher, ob ich es als größter Fehler sehe, aber die schwierigste Zeit war, als meine Mutter fast gestorben wäre. Sie hatte einen Tumor im Kopf gehabt, der ziemlich groß gewachsen war und auf das Gehirn drückte. In dieser schwierigen Zeit machte ich mir viele Vorwürfe, dass ich zu wenig Zeit mit ihr verbracht hatte und auch teilweise eine schwierige Beziehung mit ihr führte. Meine Mutter hat das ganze gut überstanden mit Not-OP und Strahlentherapie. Ich habe für mich einiges gelernt und weiß daher, wie schnell das Leben eines geliebten Menschen zuende gehen kann.
 
G

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Gast
Es gibt vieles, was ich hätte tun sollen, die mein aktuelles Leben nicht beeinflusst hätten. ZB öfter in den Urlaub fahren. Ich war in meinem ganzen leben (ich werde im Juni 30) nur 4x im Urlaub und 5x am Wochenende kurz mal weg. Andere fahren jährlich mind. 1x :/ ich weiß echt nicht, wieso ichs nie gemacht hab.
Und etwas sehr wichtiges:
Ich hätte mein Kind in eine andere Klinik entbinden sollen und bin aber in die falsche gebracht worden, wo die Geburt absolut traumatisch war. Ich glaube, heute wäre vieles einfacher zwischen uns, hätte ich alles anders erlebt...
 

Benutzer164174  (43)

Öfters im Forum
Ich hab gerade viel hin und her überlegt... Studium, Arbeit, Freunde, Ehe, Familie.... war viel Mist dabei aber wirklich bereuen tu ich nichts davon. Es ist das, was mich ausmacht. Es nutzt nichts, in der Vergangenheit zu stochern. Es ändert gar nichts. Das Hier und Jetzt zählt, man hat die Fäden in der Hand. Viel interessanter wäre die Frage, wo man in der Zukunft sein will.
 
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Benutzer172216 

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Naja, der Stress dürfte wohl eher zunehmen und wenn du dann noch homosexuell bist, wirds noch schwieriger. Im Sport ist man da leider doch noch ziemlich konservativ...

Trotzdem fragt man sich, was gewesen wäre....grad wenn man den ehemaligen Verein dann spielen sieht....naja...ich trainiere jetzt die örtliche G- und F-Jugend, das macht auch Spaß.
 

Benutzer164174  (43)

Öfters im Forum
Ich hab gerade viel hin und her überlegt... Studium, Arbeit, Freunde, Ehe, Familie.... war viel Mist dabei aber wirklich bereuen tu ich nichts davon. Es ist das, was mich ausmacht. Es nutzt nichts, in der Vergangenheit zu stochern. Es ändert gar nichts. Das Hier und Jetzt zählt, man hat die Fäden in der Hand. Viel interessanter wäre die Frage, wo man in der Zukunft sein will.
ah, doch eines:
Heute würde ich nicht mehr kirchlich heiraten und die Kinder auch nicht mehr taufen. Das war ein Fehler.
Und ich würde auch nicht mehr in dem Ort wohnen und leben wollen, in dem ich aufgewachsen bin sondern eher in einem Vorort mit funktionierender Nahverkehrsanbindung zur nächsten Großstadt mit einem Job in Radfahrnähe.
 
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Gast
Das einzige was ich bereue, ist, für die falschen Menschen meine wertvolle Zeit aufgeopfert zu haben, die es nicht wert sind.
 

Benutzer161456 

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Eins hab ich doch auch.
Beruflich.
Ich habe mal leichtfertig einen Auftrag angenommen , obwohl ich schon zu Beginn ein ungutes Gefühl mit dem Kunden hatte.
Dachte in meinem "jugendlichen Leichtsinn" den bekomme ich schon geschaukelt.
Doch der Typ enpuppte sich als ausgewachsener Psychopath mit betrügerischen Absichten.

Die Erfahrung muss man nicht machen.
Hat mich einiges an Erfahrung, Lehrgeld und Nerven gekostet.
[doublepost=1547555692,1547553648][/doublepost]Und noch einen privat.
Ich habe der zwischenzeitlichen Abkühlung unserer Ehe viel zu lange sprachlos und passiv mit angesehen und nicht schon früher gegengesteuert. Erst 1 vor 12 fanden wir uns wieder.
Hätte ich schon eher den Mum zum offenen Wort und Veränderung unserer eingefahrenen Beziehungswege gehabt, wir hätten vielleicht nicht so viel schöne Zeit verloren.
 

Benutzer138875 

Beiträge füllen Bücher
Mir fallen Situationen ein, in denen ich anders hätte entscheiden können.

Aber: Es ist zu leicht, eine Entscheidung mit der später gewonnenen Erfahrung als grundsätzlich falsch einzuordnen. Was war die Ausgangsposition? Wie waren die Vorraussetzungen? War die Alternative wirklich deutlich besser? Und vor allem: Was ist passiert, warum ich mit der getroffenen Entscheidung nicht glücklich geworden bin?

Ich habe mir abgewöhnt, Entscheidungen immer nach ihrem Ergebnis zu bewerten.
 

Benutzer43798  (41)

Sehr bekannt hier
Keine Fehler im eigentlichen Sinne.

Ich habe mich von einem Makler versicherungstechnisch falsch beraten lassen und hänge da nun fest. Ich habe zu lange gewartet etwas zu ändern.

Sonst kann ich nur anführen zu spät endlich richtig losgelegt zu haben mit meinem Job. Ich wäre deutlich weiter heute, wenn ich nicht drei/vier Jahre verschwendet hätte und in die falsche Richtung gerannt wäre.

Aber ich sehe diese "Fehler" als Lehre. Ich denke ich wäre nicht da wo ich jetzt wäre ohne diese Fehler. Sie haben mich nicht geprägt, aber letztlich doch weitergebracht.
 

Benutzer170002  (20)

Sorgt für Gesprächsstoff
Jeden Fehler den ich gemacht habe hat mir Erfahrung gegeben.
Wenn ich also einige Fehler rückgängig machen könnte vielleicht gerne, würde ich die Informationen die ich daraus gelernt habe aber verlieren, dann nicht.
 

Benutzer167118  (27)

Verbringt hier viel Zeit
Ich bin mit 16 aus den falschen Gründen eine Beziehung eingegangen (2. Freund).
Das ist das einzige was ich wirklich bereue.
 

Benutzer22419 

Sehr bekannt hier
Ich würde nicht oder nicht mehr so lange studieren und hoffentlich eher die Eier haben, mir einzugestehen, dass es das falsche Fach war. Dass sich das so lange hinzog, wäre nicht nötig gewesen. Aber ob’s ein echter Fehler war, sogar der größte meines Lebens? Nein, eher nicht.
Unsere älteste Tochter ist getauft, das haben wir bei Nummer 2 nicht mehr gemacht und würden es auch bei weiteren Kindern nicht tun. Aber ein dramatischer Fehler ist auch das nicht.

Für einen Mann habe ich mich mal ziemlich zum Affen gemacht und fürchterlich gelitten. Der Typ war’s nicht wert und mir ging’s lange echt mies dabei. Das einfach als Lebenserfahrung abzuhaken, fällt mir heute noch schwer. Vielleicht auch, weil ich später nie die Chance genutzt habe ihn mal richtig rund zu machen und ihm zu sagen, was für ein Arsch er ist.
Das ist allgemein etwas, was ich wirklich bereue - mir oft zu wenig Luft gemacht zu haben, vieles unerwidert runterzuschlucken und dann still zu leiden wo ein kräftiges Donnerwetter vielleicht hilfreicher gewesen wäre.

Ansonsten bereue ich sonst eigentlich nichts, was keine wirklich dauerhaften und sehr negativen Auswirkungen auf mein Leben hat. Man kann nie wissen, was kommt und wie Dinge, Menschen und Einstellungen sich entwickeln. Daher ist es nur normal, wenn man rückblickend feststellt, dass es anders vielleicht besser gewesen wäre. Nur werden die Entscheidungen, die zu diesem Verlauf geführt haben, dadurch nicht automatisch zu großen Fehlern.
 
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Benutzer85637 

Meistens hier zu finden
Ich würde nicht oder nicht mehr so lange studieren und hoffentlich eher die Eier haben, mir einzugestehen, dass es das falsche Fach war. Dass sich das so lange hinzog, wäre nicht nötig gewesen. Aber ob’s ein echter Fehler war, sogar der größte meines Lebens? Nein, eher nicht.
Genau so sehe ich das bei mir auch. Ich weiß immerhin, dass ich in diesen Jahren eine Menge gelernt habe - auch wenn ich keinen direkten Nachweis darüber habe. Und ich erst mit knapp 30 Jahren endlich voll ins Berufsleben einsteige.

Ein Fehler war auf jeden Fall, dass ich mit 13 Jahren meiner Mutter zugestimmt habe, in ein anderes Bundesland zu ziehen. Einige doofe Sachen wären garantiert nicht passiert, wenn wir in meiner Heimat geblieben wären. Hätten aber natürlich von noch schlimmeren Sachen abgelöst werden können. Deswegen bin ich alles in allem doch damit zufrieden, dass wir damals so weit weggezogen sind.

Ein Fehler, der mich lange verfolgt hat, war, dass ich mit 14 etwas mit dem (Stief-)Vater einer Freundin angefangen habe. Ich war damals nicht mal annäherungsweise in der Lage zu erfassen, was da passiert :rolleyes: Es hat zwar niemals jemand davon erfahren, aber es hat meine Beziehung zur gesamten Familie kaputt gemacht. Es fällt mir aber immer noch schwer, die Verantwortung eher bei ihm zu sehen.

Habe in den Folgejahren einige Fehler gemacht, die mein Sexleben betreffen. Es hat mir zwar auch die Augen vor vielen Dingen geöffnet, es hat aber auch einiges schwer überwindbar gemacht. Deswegen lebe ich seit fast drei Jahren abstinent und fahre eigentlich echt gut damit :bier: Manchmal fühle ich mich wieder fast jungfräulich :whoot:

Ich schätze der größte Fehler meines Lebens ist, dass ich in meiner Jugendzeit damit gedroht habe, mich umzubringen bzw. es durchziehen wollte. Meine Familie hat das sehr verletzt und es hatte zur Folge, dass ich für einige Monate zu meinem Vater gezogen bin. Diese Monate haben leider das Verhältnis zu meinem Vater unwiderruflich kaputt gemacht. Aber nicht durch meine Fehler - immerhin.
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Nicht wirklich. Rückblickend sagt es sich immer leicht "Oh, hätte ich doch nur...", aber heute ist man eben schlauer und um die Erfahrung reicher. Man kann sein heutiges Ich ja nicht mit dem damaligen vergleichen.
Mein 1. Freund und ich hätten uns, als uns auf unserer Tour durch Europa der Autoreifen in Spanien geplatzt ist, nicht mit dieser dubiosen KFZ-Firma mitfahren sollen. Aber gut - ich war 18 Jahre alt, er 21.
Es gab Situationen, da hätte ich definitiv wachsamer und vorsichtiger sein müssen. Nicht jeder Mensch meint es gut mit einem. Es gab einen Menschen in der Vergangenheit, der mir absichtlich massiv schaden wollte. Das war schon krass. (Details gebe ich hier aber nicht preis :smile: ).
Ich frage mich manchmal, wie mein Leben gewesen wäre, wäre ich damals nicht mit meiner Mutter umgezogen. Der Umzug hat mir viele spätere Türen geöffnet, aber mir auch viele Probleme bereitet, die teilweise heute noch bestehen. Aber das war damals nicht wirklich meine Entscheidung.
DEN Fehler gibt es aber nicht. Es kam eben, wie es kam. Ich werde sicher noch viele Fehler machen. Ich hoffe aber nie einen so gravierenden, den ich mir selbst nicht verzeihen kann.
 
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