Der Froschkönig

Benutzer111817  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo ihr lieben, (der Text ist ein bischen lange),



ich habe gerade eine ziemlich aufregende Zeit hinter mir und da wäre ich für eure 2 Cents recht dankbar.

Ich habe nach langem Kampf mein Studium beendet und bin im April in den Norden gezogen, in ne 2er WG mit 2 Mädels, beide etwas jünger als ich. Jetzt hat sich Carolin verabschiedet. Der Auszug wurde zu einer Schlammschlacht, wie sollte es auch anders kommen – Dabei bin ich mit Anna eng zusammengewachsen. Sehr eng.

Es hat sich in meinem Leben grundsätzlich viel verändert und das hängt alles ein bischen miteinander zusammen. Dazu sind auch ein paar Dinge aus meiner Vergangenheit wieder aufgetaucht, aber der Reihe nach.

Die Situation war die, dass wir eigentlich zu Zweit gewohnt haben, weil Caroline bei ihrem Freund im Süden war und das Zimmer nur als Backup behalten hatte. Ihr Auszug war zum September geplant, zusammen mit der Wohnungsübergabe an Anna.

Mit Anna habe ich mich sofort gut verstanden. Sehr gut, irgendwann haben wir uns gestanden, dass wir uns bekannt vorkamen, obwohl wir uns vorher noch nie begegnet sind. Wir haben immer mehr geschnackt, hatten unsere Türen offen und sind dann auch zusammen ausgegangen. Ihr bester Freund kam mal rum und nach nem echt legendären Wochenende bin ich mit ihm auch gut befreundet. Es passt einfach, der komplette Lebensstil, die Einstellung, Musikgeschmack, Konzerte, Festivals, ausgehen, Reisen – Einfach ein schönes Leben haben wollen. Das sind Sachen die ich schon lange nicht mehr gemacht habe, weil sie mir sinnlos bzw. banal vorkamen. Schon vor dem Umzug habe ich allerdings gemerkt wie sehr mir das fehlt. Mein Studium habe eigentlich in der BIB verbracht und ich mich teilweise recht eigenwilligen Fragen gestellt, einfach versucht mich auf Vernunft zu reduzieren.

Die Schlammschlacht ging im wesentlichen um den Abschlag für die Möbel. Anna regelte das nach Absprache. Carolin wollte aber noch die Möbel aus ihrem Zimmer loswerden, am Besten an mich. Ich habe das aber abgelehnt, die Kommunikation ging über Whatsapp. Ende Juli bekam ich dann einen Anruf von ihr, indem sie mich völlig hysterisch angebrüllt hat, wie man so undankbar sein kann blablabla. Sie ist offensichtlich emotional instabil und misstraut jedem.

Wir schafften es dann mit vereinten Kräften sie irgendwie zu bändigen, aber von da an waren die Fronten geklärt. Dazu kam noch die Suche nach einer Nachfolgerin, die recht langwierig war.

Wir sind da als Team aufgetreten und mussten immer die gleichen Geschichten erzählen. Um das nicht zu monoton werden zu lassen, haben wurden sie immer etwas umgebaut. Wobei sie einmal sagte, 'wir sind eng zusammengewachsen, obwohl wir uns noch garnicht solange kennen'. Es wuchs bei uns einfach zusammen, ohne dass uns das bewusst war, das geschah einfach. Eine Kandidatin sagte mal 'ihr mögt euch sehr, das merkt man sofort'.

Ich habe oft platonische Beziehungen zu Frauen gehabt, deswegen dachte ich mir nix dabei. Am Anfang war sie mir einfach nur sympathisch. Bei der Schlammschlacht war es so, dass sich ne Arbeitsteilung entwickelte. Ich habe die neue Miete berechnet (dabei sind wir darauf gekommen, dass die alte zu hoch war, bzw. wir wurden abgezogen), rechtliches geklärt usw und sie kommuniziert. Carolin war dann nochmal 2 Wochen bei uns, aber da war es durch. Anna verließ er Zimmer nicht mehr. Es gab noch ein Gespräch indem das offengelegt wurde, aber klare Antworten bekamen wir nicht. Ich breitete sie darauf vor, sprich machte die Rechnung etc. mit ihr. Carolin telefonierte andauernd bei der Hausverwaltung herum, weil sie Panik hatte nicht aus der Wohnung zu kommen und log uns dann an. Ab einem Punkt war es so, dass ich Anna beruhigte und versuchte sie immer wieder aufzubauen. Das sie von ihrer Mitbewohnerin betrogen wurde ging ihr sehr nahe, für mich war die Sache nach dem Anruf durch. Überrascht hat es mich nicht. Allerdings hatte Anna auch nie Einsicht in die Unterlagen verlangt, das ist nicht ihr Ding, bzw. zu engstirnig, wie sie sagt. Sie ist da einfach blauäugig und traut Leuten zu leicht, das hat sie von sich aus gesagt. Ich traue Menschen zu in passenden Situationen zu allem fähig zu sein.

Wir schrieben immer mehr und sie gab mir auch Einblick in intimere Dinge, wie ihre Beziehung zu ihren Freund aus Südafrika. Irgendwann änderten sich ihre Nachrichten, in so nem Stil wie '...dann finde ich dich'. Es kam noch mehr dazu, wie ne kaputte Waschmaschine, die ich irgendwie reparierte, das hat sie ziemlich beeindruckt. Mich auch, aber letztenendes musste es weitergehen und ich dachte mir nur, so schwer kann das nicht sein bzw. ich brauche eine funktionierende Waschmaschine. Wir feierten ihren Geburtstag auch ausgiebig und da gab es auch so Situation, als nur wir 2 in der Küche standen bzw. wir in der Disse ein bisschen abseits waren, bei denen es eine leichte Spannung gab. Sie mir auch einmal einen Blick zuwarf, den ich nie vergessen werde.

Carolin verschwand dann. Sprichwörtlich, kein Wort zum Abschied. Sie versuchte einfach zu fliehen. Ich war alleine zu Hause und bin ihr hinterhergerannt um sie nochmal zur Rede zu stellen, was das alles sollte, es war aber nichts zu machen. Anna sagte zwar immer, sie würde in den Kampf ziehen, aber ich musste sie ermutigen sich dem persönlich zu stellen, weil sie das schon per Whatsapp regeln wollte.

An dem Anna kam etwas später von der Arbeit und meinte nur sie fand das stark. Ich bin auch überrascht, dass ich mich dem gestellt hatte. Es war sehr emotional und kann mich nicht mehr genau erinnern wie eigentlich ablief. Aber ist schon interessant wie Grenzen so überschritten werden.

Am Tag darauf renovierte ich das Zimmer (Streichen, Löcher zuspachteln, säubern). Es gab Streit zwischen Anna und ihrem Freund der Fuck you zu ihr sagte. Wir saßen in der Küche am Abend vorher und gingen den neuen Untermietvertrag durch, als das passierte. Sie verschwand in ihr Zimmer. Ich blieb und machte alles fertig, weil unsere neue Mitbewohnerin am nächsten Tag zu Unterzeichnung vorbeikommen wollte. Weil es einfach sein musste.

Am Tag darauf, war ich mit der Renovierung fertig und sie kam noch der Nachtschicht. Sie stand nur da und war baff. Ich glaub nicht, dass du das an einem Tag geschafft hast und ich kaum auf mein Leben klarkomme.

Seit Ende August ist sie wieder in Kapstadt. Der Abschied viel uns beiden sehr schwer. Ich bin danach in ein tiefes Loch gefallen. Während der Zeit blieben viele Dinge in meinem Leben liegen, wie die Suche nach einem Job auf Bachelorniveau im Sozialbereich.

Wie auch immer, für mich bedeutete das auch, einfach weiterarbeiten zu müssen. Mein altes Zimmer war auch noch zu renovieren. Ich kam mir ausgenutzt vor. Es waren natürlich unglücklich, wie das zusammengefallen ist. Ich wurde aber schon oft ausgenutzt oder als Trottel dargestellt, was vielleicht an meiner lakonischen Art lag, deswegen vielleicht auch meine Empfindlichkeit.

Ich gebe gerne, Linien zu ziehen ist auch kein Problem, falls es zuviel wird. Ich mach das alles weil ich es kann oder will bzw. weil es richtig ist, ich mir so eine Welt auch wünschen würde. Dadurch änderte sich unsere Beziehungskonstellation, in der sie zuerst immer tonangebend war. Eben auch weil ich der Neue war und sich eben Nischen erst in der Krise offengelegt haben.
Als sie weg war, wurde ich eifersüchtig und wollte ihre Nachrichten nicht lesen, was ich dann doch tat und ohne Frust darauf antwortete. Als ich ihr ein nettes Partyfoto von Konfetti schickte, antwortete sie ert nen Tag später. Da fiel es wohl schwer nicht dabei gewesen zu sein. Mittlerweile ist es ganz gut, dass sie erst mal nicht da ist um etwas Abstand zu gewinnen.

Ich frage mich jetzt ob es immer richtig war das zu tun oder es auf diese Weise zu tun. Vielleicht hätte ich sie mehr involvieren sollen. Sie hat sich aber immer bedankt bzw. als ihr Bruder am Tag vor dem Abschied da war auch vor ihm zugegeben, dass sie das ohne mich nicht geschafft hätte. Dankbar ist sie schon, darauf kommt es aber auch nicht an, trotzdem war ich sehr niedergeschlagen und traurig.

Vielleicht bin einfach nur traurig, weil ich eine Frau getroffen habe mit der wirklich gut kann (bei der auch ich mit mir kann, also ich das endlich akzeptieren kann) und eine Menge Dinge im Leben wieder Sinn ergeben die ich vor langer Zeit fallen gelassen habe, die aber nun mal vergeben ist. Ich muss zugeben mich ein bisschen verliebt zu haben. Ein bisschen, weil sich das von meinen anderen Schwärmen unterscheidet, es ist nicht so euphorisierend. Ich habe sie einfach sehr gerne um mich.

Wenn man erkennt, zu was man allem in der Lage ist, man sich wohl lange auch unterschätzt hat, ist es halt sehr bitter wenn man sich eingestehen muss, dass man zu spät kommt. Ich denke nicht immer an Sie bzw. habe keinen Liebeskummer sondern lebe wieder weiter und habe Spass, auch wenn der Text vielleicht nicht ganz so klingt.


Was denkt ihr dazu ? Zu dem Ausnutzen bzw. geben und naja der anderen Sache.
 
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Benutzer68742 

Meistens hier zu finden
Off-Topic:
Puh, langer Text, ich weiß nicht, inwiefern alles davon relevant ist für deine Frage, aber er wirkt schon erstmal abschreckend. Vielleicht kannst du hier und da noch was kürzen? (Z.B. Jobsuche, Verhältnis zu deinen Eltern, k.A.)


Erstmal finde ich, dass es nicht so klingt, als hätte sie dich ausgenutzt. Sie hat es ja nicht als Selbstverständlichkeit hingenommen, dass du all das tust bzw. dich dahingehend manipuliert, während sie selbst auf der faulen Haut gelegen hat. Für mich liest es sich einfach so, als wäre sie mit der Situation komplett überfordert gewesen und du hast sie dann unterstützt - womöglich mehr, als manch anderer es tun würde, wenn man sich gerade erst kennengelernt hat. Aber da ihr auf einer Wellenlänge zu liegen scheint, kann man so ein Handeln vielleicht eher unter "Freundschaft" zusammenfassen, als jetzt den Aspekt des "Ausgenutztseins" heranzuziehen.

Kann es sein, dass du dir nur ausgenutzt vorkommst, weil letztlich nichts aus euch geworden ist? Würdest du dir auch so vorkommen, wenn sie hier geblieben wäre und ihr jetzt Paar wärt?

Kommt sie denn irgendwann wieder oder ist sie jetzt "für immer" nach Afrika gezogen?
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich da deine Frage nicht ganz verstehen kann...
Für mich als Außenstehende liest sich das so:

Ein netter Kerl zieht in einer WG zu zwei Mädels. Beim Auszug der von Mädel A gibt es Drama, passiert ja häufiger mal. Das andere Mädel B ist ziemlich schockiert und verunsichert, der nette Kerl nimmt die Zügel in die Hand und kümmert sich um ganz viel. B und Kerl verstehen sich gut, es funkt so ein bisschen, aber mehr läuft nicht. Kerl macht einiges an Freundschaftsdiensten, worüber B sehr dankbar ist, weil sie von dem Auszugsdrama noch immer verunsichert ist. Am Ende zieht B, wie geplant, nach Kapstadt und Kerl verbleibt in Deutschland, der Kontakt zwischen beiden ist nur noch lose da.

Eigentlich eine ganz normale Geschichte, oder? Ich sehe hier auch kein Ausnutzen. Was du getan hast, für sie, würde ich auch für Freund*innen tun, wenn ich genug Energie oder Erfahrung oder whatever hätte. Ich sehe nicht, dass sie dich irgendwie hingehalten hätte.

Ob mehr draus hätte werden können? Vielleicht. Werdet ihr das noch erfahren? Wohl eher nicht.

Ich weiß nicht unbedingt, ob der "Froschkönig" wirklich drauf passt. Wolltest du wirklich mehr für sie sein? Wart ihr wirklich "zusammen im Paradies"? Ein bisschen hört es sich für mich an, als wärst du dir nämlich selbst gar nicht so sicher, ob da überhaupt "mehr" Gefühle im Spiel waren oder ob es nicht einfach nur ganz rational gut gepasst hätte, wenn sie nicht vergeben wäre (und das ja offenbar auch nicht ändern wollte).

Zum Thema "Funken" kann ich aus eigener Erfahrung auch sagen, dass es manchmal durchaus sein kann, dass es zwischen mir und einer weiteren Person irgendwie zu knistern scheint und man nur im richtigen Moment den richtigen Schritt hätte gehen müssen, damit es zum Sex kommt oder whatever. Aber da steckt nicht unbedingt mehr dahinter.
 

Benutzer111817  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Erstmal Danke für die Antwort

[QUOTE="Für mich liest es sich einfach so, als wäre sie mit der Situation komplett überfordert gewesen und du hast sie dann unterstützt - womöglich mehr, als manch anderer es tun würde, wenn man sich gerade erst kennengelernt hat. Aber da ihr auf einer Wellenlänge zu liegen scheint, kann man so ein Handeln vielleicht eher unter "Freundschaft" zusammenfassen, als jetzt den Aspekt des "Ausgenutztseins" heranzuziehen.

Kann es sein, dass du dir nur ausgenutzt vorkommst, weil letztlich nichts aus euch geworden ist? Würdest du dir auch so vorkommen, wenn sie hier geblieben wäre und ihr jetzt Paar wärt?

Kommt sie denn irgendwann wieder oder ist sie jetzt "für immer" nach Afrika gezogen?[/QUOTE]

Sie kommt Ende des Monats wieder. Interessante Frage. Vielleicht schon, ich bin mir nicht sicher was ich denken soll. Ich bin ein bisschen verwirrt.
[doublepost=1505252097,1505251033][/doublepost]Danke für die Antwort.

Eigentlich eine ganz normale Geschichte schrieb:
Ne, hat sie nicht. Trotzdem habe ich mich mies gefühlt, aber genau kann ich das nicht interpretieren, was das ist.

Ob mehr draus hätte werden können? Vielleicht. Werdet ihr das noch erfahren? Wohl eher nicht. [/QUOTE schrieb:
Bestimmt nicht. Da mache ich mir keine Illusionen, auch wenn sie bald wiederkommt. Jetzt lebe ich mein Leben wieder weiter.

Ich weiß nicht unbedingt schrieb:
Passt nicht wirklich, stimmt wohl, was besseres viel aber da gerade nicht ein. Da finde ich mich ganz gut wieder.

Zum Thema "Funken" kann ich aus eigener Erfahrung auch sagen schrieb:
Auch richtig, ob es mehr gewesen wäre, werde ich nie erfahren. Das Problem ist eher, dass ich lange brauche um aufzutauen und mich nicht wirklich gut vermarkten kann. Wenn es dann trotzdem mal lustiger wird, naja, dann bin ich halt zu spät. Wahrscheinlich bin ich deswegen traurig.
 
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