Depressive Menschen

Benutzer115374 

Sorgt für Gesprächsstoff
Guten Morgen zusammen,

ich beschäftige mich in letzter Zeit sehr intensiv mit der Depression. Ich habe einen guten Freund, der Depressionen hat und deswegen auch eine Therapie macht und auch schon manchmal in einer Klinik war.

Ich mag ihn wirklich sehr und er mich auch, würde auch gerne eine Beziehung mit mir eingehen. Ich habe jedoch einen Freund und habe ehrlich gesagt auch ein wenig Angst davor, mit ihm zusammen zu sein.

Ist es normal, dass die Stimmung von depressiven Menschen von einem Moment auf den anderen sich ändert?! Ich habe das bei meinem Kumpel schon richtig oft festgestellt und es hat mich jedes Mal extrem verunsichert, dass er in einer Minute schrieb, wie sehr er mich vermisst und im nächsten Moment war ihm alles egal. Ich kann damit absolut nicht umgehen und emotional zieht es mich immer total runter.

Wie kann man lernen damit umzugehen?
 
M

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Gast
Beziehungen mit Menschen mit Depressionen (vor allem, wenn diese noch gar nicht behandelt werden oder die Behandlungen erst kurze Zeit andauert) sind zumeist extrem kraftraubend und anstrengend. Natürlich ist dies nicht immer der Fall, aber grade wenn du jetzt schon merkst, dass du nicht damit umgehen kannst, wwürde ich von einer Beziehung mit der Person definitiv die Finger lassen.
 
S

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Gast
Lernen kannst du es wohl nur, wenn du irgendwann ihm gegenüber emotional abstumpfst. Wenn er dir also egal wird.

Einen guten Mittelweg gibt es da wohl nicht.
 
D

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Gast
Wenn du ihn oder seine Erkrankung besser verstehen möchtest - gehe mit ihm in Selbst und Angehörigengruppen.

Ansonsten wird es schwer.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Gehts da um Samuel?

Oder gibts jetzt sogar noch einen dritten Mann in deinem Leben, bei dem du über eine Beziehung nachdenkst?
 
L

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Gast
Es gibt durchaus einen Weg damit umzugehen, sonst wären Millionen depressiver Menschen Single... :rolleyes:

Wenn du das wirklich verstehen willst, versuche dich zu informieren, im Internet, vielleicht bei Betroffenen, falls du da irgendwie Zugang hast und versuche Verständnis zu entwickeln.
Das Wichtigste ist wohl, nicht jede seiner Reaktionen auf dich zu beziehen, das ist wohl aber etwas, was man erst mit der Zeit lernt.
Schaffst du das nicht, steht eure Beziehung (?!?) unter einem schlechten Stern.
 
S

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Gast
Hallo,

die Beziehung mit einem Menschen, der zu Depressionen neigt, ist schon recht anspruchsvoll. Mein Freund leidet ebenfalls unter Depressionen und war einige Zeit in pyschologischer Behandlung. Inzwischen ist es aber wesentlich besser.

Wichtig ist, dass du selbst Personen hast, mit denen du reden kannst. Und damit meine ich nicht den Partner, denn der wird dir schlecht während eines Tiefs zur Seite stehen können. Ich spreche also eher von dritten Personen - Freunde, Familienangehörige usw.

Während mein Freund seine Tiefs hatte, war ich ihm gegenüber die Starke, die die ihn aufgefangen, getröstet, motiviert etc. hat.
Allerdings raubt einem das selbst viel Kraft und ich habe während dieser Zeit viel mit meinem besten Freund gesprochen, der dann wiederum mich aufgemuntert hat.

Als Außenstehender, der selbst nicht krank ist, ist es hier und da manchmal schwer nachvollziehbar, warum es dem Depressiven jetzt so schlecht geht. Manchmal waren es nur Kleinigkeiten, weswegen mein Freund total zusammengebrochen ist und geweint hat. Das war für mich dann nicht nachvollziehbar (eben, weil es nur eine Kleinigkeit war). Aber ich hab Verständnis gezeigt, denn ich wusste ja, dass er krank ist und seine Gefühle nicht kontrollieren kann.

Beschäftige dich mit der Krankheit, wenn du die Beziehung willst.

Wenn du aber zweifelst, lass es lieber gleich bleiben. Eine Beziehung aus Mitleid einzugehen, wäre falsch.

Ich weiß nicht, wie das bei mir gewesen wäre, hätte mein Freund von Beginn an unserer Beziehung die Depression gehabt.
Als sie bei ihm "ausbrach", waren wir bereits 8 Jahre zusammen. Ich kannte ihn in und auswendig und wusste, wie ich sein Verhalten zu deuten habe.

Noch schwieriger ist das aber mit Sicherheit, wenn man a) den Menschen noch nicht so lange kennt und b) mit der Krankheit überhaupt nicht vertraut ist.
 

Benutzer105247 

Meistens hier zu finden
Gehts da um Samuel?

Oder gibts jetzt sogar noch einen dritten Mann in deinem Leben, bei dem du über eine Beziehung nachdenkst?

Glaube es geht um Samuel, ja.
Scheinbar hat sie mit ihrem Freund immer noch nicht reinen Tisch gemacht ...
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Wenn es um Samuel geht, dann stellt sich die Frage, inwiefern die Unentschlossenheit der TS seit über 2 Jahren seinen Teil zur schlechten psychischen Verfassung von S. beiträgt... :hmm:
 

Benutzer115374 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ganz ehrlich, es nervt tierisch, dass egal, was ich hier schreibe immer irgendwie einen vor den Kopf kriege, nur weil ich einmal einen Thread über mein Gefühlschaos mit Samuel und meinem Freund eröffnet habe.

Und nein, es geht nicht um Samuel, vielleicht beruhigt das ja Krava und es geht auch um keine Beziehung, die ich mit ihm möchte, sondern darum, wie es wäre, WENN wir zusammen wären, wie BETROFFENE damit umgehen, das hat mich interessiert. Man steinige mich!
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Es geht ja nicht um meinen Beruhigung.
Aber wenn ich seit über 2 Jahren einem Kerl ständig Hoffnungen mache und mit seinen GEfühlen spiele, dann würde es mich nicht wundern, wenn derjenige unter anderem deshalb ziemlich depressiv wäre. Wem würde so ein Hingehaltenwerden nicht auf die Psyche schlagen?

Schön für Samuel, dass es um jemand anderen geht...
Traurig für dich, dass du inzw. schon von 3 Männern gleichzeitig träumst bzw. es 3 potenzielle Beziehungskandidaten gleichzeitig gibt.
Wobei das hier ja nicht das Thema ist...

Zum Thema Depression kann ich persönlich leider nur sehr Schlimmes und Trauriges berichten, aber ich glaub nicht, dass dir das jetzt weiter hilft, deswegen nenn ich auch keine Details.
Du als Laie bist leider kaum in der Lage, einem depressiven Menschen zu helfen. Da ist langwierige und professionelle Hilfe nötig. Ich kenn ein halbes dutzend Angehörige von depressiven Menschen, die alle mehr oder minder geglaubt haben, wir helfen einfach mit ganz viel Liebe und Unterstützung. Sie sind alle kläglich gescheitert und waren nach kürzester Zeit so unten, dass sie selbst zum Psychologen mussten.
Traurig, aber leider oft die Realität.

Dein Kumpel scheint ja schon vielerlei Hilfe in Anspruch zu nehmen, was sehr gut ist. Leider ist es oft so, dass eine Therapie nicht anschlägt, dass man lange nach der richtigen suchen muss... Meine Oma hat fast 30 Jahre lang verschiedenste Therapien erfolglos absolviert. :frown: Nicht jeder depressive Mensch kann geheilt werden...
Aber mehr Details nun wirklich nicht. :zwinker:
 

Benutzer115374 

Sorgt für Gesprächsstoff
Aber wenn ich seit über 2 Jahren einem Kerl ständig Hoffnungen mache und mit seinen GEfühlen spiele, dann würde es mich nicht wundern, wenn derjenige unter anderem deshalb ziemlich depressiv wäre. Wem würde so ein Hingehaltenwerden nicht auf die Psyche schlagen?

Ich habe das mittlerweile geklärt, denke ich! Es war nicht gut von mir, das weiß ich, aber ich habe eine Lösung gefunden!

Traurig für dich, dass du inzw. schon von 3 Männern gleichzeitig träumst bzw. es 3 potenzielle Beziehungskandidaten gleichzeitig gibt. Wobei das hier ja nicht das Thema ist...

Genau es ist nicht das Thema und du hast auch was falsch verstanden. Ich träume nicht von ihm und es geht um keine Beziehung, ich wollte nur erfahren, wie Menschen, die in einer Beziehung mit einem depressiven Menschen sind, damit umgehen!

Das hört sich ja alles sehr schwierig an, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich die Kraft hätte, einen depressiven Menschen immerzu zu stützen und aufzufangen. Wenn man diesen Menschen liebt, ist das natürlich auch immer noch etwas anderes und wie schon jemand hier geschrieben hat, kann die Krankheit ja auch im Laufe der Beziehung sich entwickeln, dann ist es alles nochmal schwieriger.

Ist es normal, dass sich Depressive in bestimmte Dinge hineinsteigern und leicht obsessiv sind?
 
L

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Gast
Ist es normal, dass sich Depressive in bestimmte Dinge hineinsteigern und leicht obsessiv sind?

Naja, hineinsteigern ist so eine Sache...
Für Menschen, die das nicht kennen, ist es vielleicht ein Hineinsteigern, der Depressive selbst würde dir wohl eher erklären, dass er abrutscht. Wenn das deine Frage beantwortet, denn vielleicht habe ich auch nicht verstanden, was die bestimmten Dinge sind, in die man sich hineinsteigern kann.

Und falls du mit "obsessiv" Zwänge meinst, die gehören nicht klassischerweise zu einer Depression.
 

Benutzer115374 

Sorgt für Gesprächsstoff
Naja, also der Freund meiner Cousine ist auch depressiv und das schon seit langer Zeit. Ich kenne ihn auch und habe schon oft beobachtet, dass er seine Stimmung innerhalb kürzester Zeit wechselt. In einem Moment ist er noch total euphorisch was die Gefühle zu seiner Freundin angeht und im nächsten Augenblick scheint ihm alles egal zu sein, oder er ist niedergeschlagen. Meine Cousine hat schon oft darüber nachgedacht, sich zu trennen,
aber sie liebt ihn halt.

Ich habe mal eine Nachricht von ihrem Freund an sie gelesen, als die Beiden noch nicht zusammen waren. Sie hatten schon seit längerer Zeit was miteinander bzw. man wusste halt, dass sie sich mögen, aber es war noch nichts gelaufen und er hat ihr dann in einer ellenlangen Nachricht geschrieben, wie sehr er sie liebt und wie sehr er sie will und vermisst, dass sein Leben ohne sie keinen Sinn mehr macht, dass sie ihn verändert hat und dass er sich nichts mehr wünscht, als mit ihr zusammen zu sein. Das hört sich jetzt auf den ersten Blick recht harmlos an, aber als ich das gelesen habe, hatte ich fast den Eindruck, dass er von ihr besessen ist und sie "besitzen" möchte.

Das meine ich damit, ist das normal?
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Depressionen können sich ganz verschieden äußern bzw. mitunter auch gar nicht. Wenn man medikamentös richtig eingestellt ist, dann lebt man ganz normal.
Von den Depressionen meiner Oma haben wir Kinder nie was mitbekommen, in fast 12 Jahren nicht. Wir haben sie immer gelöst, fröhlich, lachend erlebt. Sie war nie niedergeschlagen oder gar laut oder agressiv. Sie hat sozusagen ganz normal gelebt.
Tiefs gab es sicher mal, aber die konnte sie eben gut verstecken.

Man muss auch unterscheiden zw. einer echten Depression und einem gewissen Tiefpunkt aufgrund gewisser Lebensumstände. Nach Niederlagen oder Verlusten ist jeder ja mal down, niedergeschlagen, vielleicht auch agressiv bzw. man kommt mit ihm nicht aus, weil er einfach auf die ganze Welt einen Hass hat. Das sollte dann aber nicht allzu lange anhalten.

Depressionen sind inzw. die Volkskrankheit Nummer eins und leider gibts auch viel zu viele Menschen, die unter dem Vorwand "Ich bin depressiv, mir gehts so schlecht" sozusagen vor sich hin vegetieren, weil sie einfach zu faul sind, ihr Leben mal in die Hand zu nehmen und weils ja bequemer ist, wenn das die Anderen machen.
Diese schwarzen Schafe machen bei dem Krankheitsbild und bei wirklich Betroffenen natürlich viel kaputt.

Ich persönlich kann mir auch nicht vorstellen, langfristig mit einem depressiven Menschen zusammen zu sein. Wenn, dann nur wenn derjenige sich ernsthaft um Hilfe bemüht, Therapiemöglichkeiten in Anspruch nimmt und mir deutlich zeigt, dass er gesund werden will.
 
L

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Dass die Stimmung innerhalb kürzester Zeit wechselt kann schon auch sein. Es ist durchaus so, dass es morgens am schlimmsten ist und im Laufe des Tages besser werden kann.

Naja, ob dieser "Liebesbrief" tatsächlich was mit den Depressionen zu tun hat, bezweifle ich. Depressionen bringen oft Gefühlskälte mit sich und auch eine gewisse Angst vor Gefühlen, weil die bekannten Gefühle meist negativ sind.

Aber man muss eben auch hier sagen:
Jeder Mensch ist anders und es gibt zwar ein Grundmuster (Antriebslosigkeit, kein Interesse an Unternehmungen / anderen Menschen, Nervosität...) dieser Krankheit, aber die genaue Auswirkung ist doch bei jedem Menschen anders.
 

Benutzer115374 

Sorgt für Gesprächsstoff
Naja, ob dieser "Liebesbrief" tatsächlich was mit den Depressionen zu tun hat, bezweifle ich. Depressionen bringen oft Gefühlskälte mit sich und auch eine gewisse Angst vor Gefühlen, weil die bekannten Gefühle meist negativ sind.

Ich bin mir da auch unsicher, aber ich habe fast Angst bekommen, als ich diese Nachricht gelesen habe, sie klang extrem besitzergreifen und so, als würde er sich total an meine Cousine klammern und sie als Lebensgrund sehen. Also meine Cousine hat sich danach total verantwortlich für ihn gefühlt, hatte Angst, ihm zu sagen, dass sie diese krassen Gefühle (noch) nicht erwidern kann und dass er sich was antut, wenn sie ehrlich ist. Das konnte ich absolut nachvollziehen, ich wollte damals nicht in ihrer Haut stecken.

Sie sagt auch oft, dass sie das total versunsichert, wenn seine Stimmung von einer Minute auf die andere wechselt. Sie ist dann immer extrem vor den Kopf gestoßen und weiß überhaupt nicht, wie sie reagieren soll!
 

Benutzer115557  (24)

Meistens hier zu finden
Das was du mit dem Freund deiner Cousine beschreibst, nennt man nicht direkt depressiv, sondern manisch depressiv. Ein Mensch der an so einer Krankheit leidet, schwankt immer im Zustand von absouluter Euphorie oder Depressionen.
Ich habe jemanden in meiner Familie der an einer solchen Krankheit leidet und bei ihm ist es fast immer schlimmer, wenn der Euphorisch ist, weil seine Gefühle da sehr schnell umschlagen. :frown:
Ich kann mir daher nicht vorstellen eine Beziehung mit einem Mann einzugehen, der an dieser Krankheit leidet, weil ich weiß wie schwer das ist.
Aber letzendlich kommt es immer auf die Situation an.
 
L

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Gast
An eine manische Depression habe ich auch gedacht, aber die Spitzen sind relativ leicht mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Wenn er also in ärztlicher Behandlung ist, sollten die größten Ausschläge nicht mehr vorkommen.

Ich finde aber nicht, dass der Brief so extrem ist, wie du ihn auslegst. Wäre er nicht depressiv, hättest du ihn wahrscheinlich einfach nur als "süßen Liebesbrief" bezeichnet.
 

Benutzer116211 

Benutzer gesperrt
ich habe auch einen freund, der unter depressionen leidet, er war auch schon öfters beim psychologen.

als wir uns kennenlernten, war ich zunächst auch überfordert. Un ja, man kann als guter freund leider nicht viel machen. meiner erfahrung: sei einfach für ihn da und hör ihm zu

ja, und diese hoch und tiefs kenne ich auch von ihm
 
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