Demisexuell?

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Also ich verstehe auch nicht, warum es diesen Begriff braucht. Und ich frage mich, wer sich eigentlich diese ganzen Begriffe immer ausdenkt. Irgendwelche Journalisten? Wissenschaftler, Blogger? Aktivisten?....falls Aktvisten,l jedoch Aktivisten für was? Benötigen Menschen, die nur mit Menschen, die sie lieben, Sex haben wollen, können oder irgendwas dazwischen "Solidarität" oder "Hilfe"? ...und was bitte schön, ist daran "halb" (demi) und was hat das mit "Asexualität" zu tun?

Nein, ich kann echt nicht finden, dass solche Begriffe etwas hilfreiches haben können. Sie etablieren nur irgendwelche Normen, einfach dadurch, dass man glaubt, dass so ein Extra-Begriff notwendig sein könnte.

Anders verhält es sich m.E. mit Begriffen, die tatsächlich historisch ein innerhalb der Gesellschaft klassischerweise als "abweichend" klassifiziertes und stigmatisiertes Sexualverhalten bezeichnen und unter anderem von den Betroffenen selbst quasi als emanzipierender Begriff gewählt werden. Da ist es einfach erstmal nötig, Begriffe zu haben, über den sich diese Gruppe definieren kann und man besser für ihre Rechte etc. eintreten kann. Im Fall der "Demisexualität" ist das m.E. etwas völlig anderes.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer161456 

Meistens hier zu finden
Ich kenne niemanden, der keine primäre sexuelle Anziehung kennt, aber viele in monogamen Beziehungen.
Wie lang sind diese Beziehungen? Ich meine ja richtig lange monogame Beziehungen.

Ist ja auch nicht so, dass allein das Empfinden sexueller Anziehung eine Beziehung gefährdet.
das ist richtig. Aber dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass event. im Laufe der Langzeitbeziehung die sexuelle Bindung durch Alltagstress, Kinder, allgemeine Alterung ect. so sehr sinkt, dass die primäre sexuelle Ausrichtung wieder Oberwasser bekommt.
Die Gefahr ist bei Demisexuellen event. weniger groß.

Aber am Ende hast du wohl nicht unrecht. Hier spiele so viele Faktoren ein Rolle.
So etwas ist eher nur eins von vielen anderen Mosaiksteinschen.
[doublepost=1549272408,1549272092][/doublepost]
Nein, ich kann echt nicht finden, dass solche Begriffe etwas hilfreiches haben können. Sie etablieren nur irgendwelche Normen, einfach dadurch, dass man glaubt, dass so ein Extra-Begriff notwendig sein könnte.
sehe ich auch so.
Diese Schubladen und Kategorisierungen sind am Ende nicht sehr hilfreich, weil sie die Wirklichkeit und den Charakter eines Menschen eben nur in Teilbereichen abbilden und erklären können, dabei aber so tun, als wären sie universell und allgemeingültig.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Für so einen Begriff ist er erstaunlich scharf definiert..und ich verwette ziemlich viel darauf, dass er unterm Strich auf die wenigsten zutreffen wird, auch bei denen, die sich hier im Thread "irgendwie" wiedersehen.

Es geht um sexuelle Anziehung! Das heißt eben NICHT, dass man mit jedem ins Bett steigt. Das heißt, dass sich Frau beim zappen bei "300" hängen bleibt, weil da ein paar heiße Männerkörper zu sehen sind. Das heißt, dass man die Zähne vom Barmann irgendwie schon "hot" findet, oder die Sexszene in einem Kinofilm.

Ich denke genau das drüfte auf fast alle Menschen zutreffen. Ob man dann monogam lebt und / oder Sex ausserhalb von (Liebes-)Beziehungen ablehnt oder willkommen heißt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Hoffentlich setzt sich dieser falsch zusammengesetzte Begriff (Demi heisst HALB!) nicht durch, sonst wird es genauso wie der Begriff der Asexualität ständig aufgegriffen, obwohl es mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht zutrifft und einfach irgendwas in der Beziehung nicht stimmt.

Und noch ein Gedanken hinterdreien: Gerade diejenigen, die immer davon sprechen, dass sie nur mit ihrer großen Liebe sex haben, haben ihn häufig trotzdem, auch wenn die Liebe längst die Stufen runter und zur Tür raus ist, weil der offziell ausgesprochente Status "Beziehung" noch nicht offiziell widerrufen wurde.
 

Benutzer161456 

Meistens hier zu finden
Hoffentlich setzt sich dieser falsch zusammengesetzte Begriff (Demi heisst HALB!) nicht durch, sonst wird es genauso wie der Begriff der Asexualität ständig aufgegriffen, obwohl es mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht zutrifft und einfach irgendwas in der Beziehung nicht stimmt.
Eben. Dieses "Halb" ist mir auch viel zu (ab-)wertend und wird dem Phänomen überhaupt nicht gerecht.. Der Begriff kann so mehr Schaden anrichten als dass er den Menschen hilft.
 

Benutzer172677 

Sehr bekannt hier
Wie lang sind diese Beziehungen? Ich meine ja richtig lange monogame Beziehungen.

Alles da von 5 bis 50 Jahre.
Meine eigene Beziehung dauert jetzt 10 Jahre, ist zwar theoretisch offen, praktisch aber weniger und würde monogam genauso funktionieren.

das ist richtig. Aber dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass event. im Laufe der Langzeitbeziehung die sexuelle Bindung durch Alltagstress, Kinder, allgemeine Alterung ect. so sehr sinkt, dass die primäre sexuelle Ausrichtung wieder Oberwasser bekommt.
Die Gefahr ist bei Demisexuellen event. weniger groß.

Ja, das glaube ich auch. Wo keine Versuchung, da keine Sünde :grin:
Ich denke halt nur, dass dauerhafte Beziehung auch unter „Normalos“ funktionieren kann.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Diese Schubladen und Kategorisierungen sind am Ende nicht sehr hilfreich, weil sie die Wirklichkeit und den Charakter eines Menschen eben nur in Teilbereichen abbilden und erklären können
Ja, aber das machen andere Begrifflichkeiten doch auch, die etablierter sind?

Bloß weil ich Mutter bin, bin ich trotzdem noch Frau und vor allem noch Mensch. Definiert mich das jetzt als gesamter Mensch, der ich bin?

Einzelne Begriffe können doch gar nicht einen komplexen Menschen beschreiben, trotzdem verwenden wir sie, um uns auszudrücken. Das sind auch Schubladen und Kategorien, nur dass sie eben jeder verstehen kann, weil sie schon so lange existieren und im Sprachgebrauch etabliert sind.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Als demisexueller reicht es nicht aus, nur emotional sehr involviert zu sein, um Sex haben zu können - viel mehr braucht es diese Emotionalität um überhaupt sexuell empfinden zu können. Und ja, dass finde ich schon sehr interessant, da ich das ungewöhnlich finde. Ich kann also verstehen, warum man dafür einen Begriff entwickelt hat. (Obwohl ich das demi auch irritierend finde :zwinker:) Da bin ich auch bei BrooklynBridge , es hilft sich nicht so alleine zu fühlen, wenn es einen Begriff dafür gibt.

Ich gebe zu, ich kapiers nicht :grin: der erste Satz ist doch... das selbe?
Was genau ist der Unterschied zwischen "emotional sehr involviert um Sex zu haben und "Emotionalität brauchen um sexuell empfinden zu können"?? Was genau bitte ist sexuell empfinden überhaupt??

Also erstens habe ich diesen Definitionszwang ja nun nicht, ich fühle mich auch nicht alleine oder komisch, wenn ich nicht der "Norm" entspreche. Das tu ich übrigens nicht. So gar nicht. Aber ich hab keine coolen Sammelbegriffe dafür. Ich kapier noch nicht mal die Defintionen der Sammelbegriffe :grin:

Ich verliebe mich einfach schwer und ich kann durchaus ohne tiefere Bindungen oder emotionale Involvierung ganz guten Sex haben. So richtig grandios wird er nur mit Gefühl, das schließt einfach eine zusätzliche Ebene auf.
Aber dass ich jemanden sehen würde und denke, boah muss ich flachlegen... ähm, nö. Niemals.
Es stört mich halt nicht weiter, und dann wirds auch manchmal ganz lustig. Aber so richtig heiß auf jemanden zu sein, dass ich ihn unbedingt haben muss... Ähm, nö? Trotzdem brauche ich kein Herzklopfen für Sex, das eine hat bei mir mit dem andern gar nichts zu tun.
Ich kann gleichzeitig Lust auf einfach netten Sex haben, UND empfinden, dass ich das nicht mit irgendwem wollte, obwohl ich eigentlich keine emotionale Involvierung will. Undverliebt müsste ich eh nicht sein. Schöner ist es aber.
Wenn ich jetzt alle meine gleichzeitge Widersprüche versuchen würde in Schubladenstrukturen einzuordnen könnte ich ja gleich schreiend im Kreis rennen. Ich glaube ich kann alles emotionale einfach zu gut abkapseln von meinem Hirn.

Wieso genau ich da einen wissenschaftlichen Hintergrund brauchen würde... ich kann Liebe genausowenig definieren wie Attraktivität, oder Anziehung. Und ich habe keinerlei Bedürfnis danach.
Allerdings bin ich wohl demiromantisch :grin: Beziehungen sind die viel intimere, wichtigere Ebene, die niemals geht ohne sich siwkrlich gut zu kennen und einschätzen zu können. Sex ist für mich eher Sport, wirkliche Verbindungen, echte Initimität geht über den Kopf.
 

Benutzer172677 

Sehr bekannt hier
Ich gebe zu, ich kapiers nicht :grin: der erste Satz ist doch... das selbe?
Was genau ist der Unterschied zwischen "emotional sehr involviert um Sex zu haben und "Emotionalität brauchen um sexuell empfinden zu können"?? Was genau bitte ist sexuell empfinden überhaupt??

Hm, ich finde den Unterschied eigentlich sehr klar.

Ersteres ist das, was auf sehr viele zutrifft, die nur Sex haben möchten/können, wenn es was ernstes ist, wenn Gefühle im Spiel sind.
Die können den anderen aber trotzdem von Anfang an anhand von Äußerlichkeiten attraktiv und sexy finden bzw. wahrnehmen.

Zweiteres hieße, dass man Menschen anhand von Äußerlichkeiten überhaupt nicht als anziehend empfinden kann, Merkmale wie ein schöner Körper, eine sexy Stimme o.ä. gar nichts auslösen.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Was genau bitte ist sexuell empfinden überhaupt??
Du empfindest dein Leben lang nicht sexuell, gar nicht und hast auch kein Bedürfnis danach. Und dann lernst du einen Menschen sehr gut kennen, zu dem du eine emotionale Bindung aufbaust und auf einmal sind Gedanken an Intimität da. Deine Sexualität ist quasi an eine Person (oder auch mehrere?) gekettet, ohne sie ist sie nicht vorhanden.

So habe ich das verstanden.

So geht's mir übrigens bei Beziehungen. Der Gedanke an eine Beziehung ist bei mir auch nur an die Person gebunden, ansonsten empfinde ich keinerlei Bedürfnis danach.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Zweiteres hieße, dass man Menschen anhand von Äußerlichkeiten überhaupt nicht als anziehend empfinden kann, Merkmale wie ein schöner Körper, eine sexy Stimme o.ä. gar nichts auslösen.

Geht mir so - dass ich jemanden wegen seines Aussehens, oder sonstiger optischer Merkmale in meinem Bett haben wollen würde, also ERNSTHAFT, das gibt es einfach nicht. Es stört mich nicht, wenns dann dahin geht :zwinker: aber ich hab da eigentlich keinerlei Bedürfnis danach.

Ist mit Beziehungen das selbe. Manchmal verfalle ich Disney und wünsche mir eine kleine Einzelheit aus einer Beziehung, aber das ist nie ernsthaft und DESWEGE würde ich niemals nicht eine Beziehung eingehen.

Bei Beziehungen muss alles passen und gut sein, und trotzdem würde ich es nie von mir aus anvisieren.
Bei Sex muss sehr viel weniger passen, mir kann auch einfach langweilig sein. Macht trotzdem Spaß, aber aktive Anziehung, so, dass ich nicht einfach wie bei einem Foto denke "sieht aber gut aus" sondern dass ich denke "will ich vernaschen" ...nö. Noch niemals nicht.

Vielleicht muss ich einfach nicht sexuell empfinden, um Sex zu haben :grin: und vielleicht raff ich das deshalb nicht?

Klar kann ich wen optisch ansprechend finden, aber da gibt es keinerlei Verbindung zu einem Sex-Bedürfnis. Genauso kann ich wen super finden als Mensch ohne eine Verbindung zu einem Freundschafts- oder Beziehungsbedürfnis. Und ganz selten gibt es Männer, auf die spring ich an ohne sie wirklich zu kennen, so dass ich alle körperlichen Adrenalin Reaktionen habe, aber auch das heißt nicht, dass ich automatisch mit ihnen schlafen will. Oder sie gar in einer Beziehung will.
Das ist völlig voneinander abgekoppelt.

Weder Attraaktivität noch Sympathie triggern in mir den Wunsch zu sexuellen/beziehungs-Ebene - das geht nur durch den richtigen Umgang mit mir, also NUR dann, wenn mir das Gefühl von Interesse vermittelt wird.

Nur dass ich eben Sex haben kann, ohne dass es dazu einen besonderen Wunsch in mir gibt - Beziehungen kann ich so nicht führen.

Dafür gibt es bestimmt auch einen Begriff. Vielleicht bin ich demiemotional oder so :grin:
 

Benutzer163532  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Ich finde es gut, dass auch über den Begriff diskutiert wird, auch wenn ich mich bemühen muss, diverse Beiträge nicht als Angriff auf mich aufzufassen.
Um den Begriff an sich ging es mir zwar nicht, aber klar, wenn ich ihn benutze, ist es nur logisch, dass auch dieser zum Thema wird.
Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich aufzuraffen, hier zu antworten, weil ich eigentlich nur ein bisschen die Meinungen und Erfahrungen von Anderen lesen und gar nicht so sehr mich auf eine Diskussionseite schlagen wollte.

Zunächst aber: Mich hat das Thema interessiert, weil ich gemerkt habe, dass das Beschriebene mich (teilweise?) betrifft. Weder habe ich mich als "special snowflake" präsentieren oder fühlen wollen (und tue es auch nicht), noch habe ich den Begriff erfunden oder bestimmt, dass es sich jetzt bitteschön alle, auf die Beschriebenes zutrifft, in dieser Schublade gemütlich machen sollen.
Auch ist das Thema für mich keine Baustelle, es beschäftigt mich nicht, dass ich so empfinde, wie ich es tue. Es stellt kein Problem dar - da ich in einer Beziehung bin, ist es nicht relevant.

Ich habe ein bisschen nachgedacht, für mich ist "demisexuell" nicht das Gleiche wie "Liebe und Sex nicht trennen können".
Es geht um Anziehung, die unter bestimmten Bedingungen entsteht oder halt nicht. Bis es zum Sex kommt, ist das ja nochmal ein ganz anderer Schritt. Es kann sich Person A von Person B körperlich angezogen fühlen und trotzdem auf keinen Fall Sex mit ihr haben wollen, solange keine Gefühle im Spiel sind.

Was Pornos angeht, bin ich unsicher: Ich weiß, dass nicht mal alle Asexuelle nichts mit Pornographie anfangen können. Ich finde, es ist auch kein Widerspruch: Nur weil mein Körper auf eine Handlung reagiert, heißt es nicht, dass man von den Personen an sich erregt wird.

Was das Aussehen des Anderen angeht, so ist es mir nicht egal. Aber auch nicht entscheidend dafür, ob ich jemanden anziehend finde; tatsächlich fand ich schon Männer anziehend, die ich nicht gutaussehend fand. Also nicht ekelerregend, aber auch nicht optisch attraktiv (ja, und weil ich das so sehe, bin ich vermutlich auch nicht wirklich demisexuell oder wenn, dann eher am unteren Rand des Spektrums und nah an allosexuell, "normal" eben). Ich fand dann z.B. trotzdem den Mund schön oder die Augen oder die Stimme, aber das Gesamtpaket nicht. Trotzdem habe ich mich von der Person angezogen gefühlt.


Je mehr ich darüber nachdenke, desto wirrer wird alles :seenoevil:.
Meinen Partner fand ich z.B. auf Anhieb gutaussehend. Rein objektiv.
Ich habe ihn im Laufe eines Abends etwas kennengelernt, fand dann seine Stimme angenehm, er roch gut. Das sind ja alles körperliche Dinge, die ich damals auch schon wahrgenommen habe und die ich auch heute noch attraktiv finde. Aber wirklich anziehend, so, dass ich gerne mit ihm Sex gehabt hätte, fand ich ihn erst nach einer Zeit, als ich ihn besser kennengelernt und mich in ihn verliebt habe.

Ob meine Sexualität jetzt "normal" ist oder nicht, ist mir gar nicht wichtig. Es war mir wichtig, als ich jünger war. Da habe ich schon mal darüber nachgedacht, ob ich nicht im Grunde sogar asexuell bin, weil ich überhaupt nicht so wie meine gleichaltrigen Freundinnen empfinden konnte.
Später kam ich zu der "Erkenntnis", dass ich wohl nicht asexuell, sondern verklemmt bin. Das denke ich heute nicht mehr, aber so bis Mitte 20 eben schon. Vielleicht hätte es mir damals geholfen, zu wissen, dass es den Bereich "demisexuell" gibt, unabhängig davon, ob ich da reinfalle oder nicht, ob den Begriff irgendein gelangweilter Journalist erfunden hat oder ein Sexualtherapeut. Ich hätte aber zumindest gewusst, dass ich normal bin oder zumindest nicht ungewöhnlich unnormal.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer156506 

Meistens hier zu finden
Also ich verstehe auch nicht, warum es diesen Begriff braucht. Und ich frage mich, wer sich eigentlich diese ganzen Begriffe immer ausdenkt. Irgendwelche Journalisten? Wissenschaftler, Blogger? Aktivisten?....falls Aktvisten,l jedoch Aktivisten für was? Benötigen Menschen, die nur mit Menschen, die sie lieben, Sex haben wollen, können oder irgendwas dazwischen "Solidarität" oder "Hilfe"? ...und was bitte schön, ist daran "halb" (demi) und was hat das mit "Asexualität" zu tun?
Ich finds ja erstaunlich, dass du da gleich irgendwelche Journalisten, Wissenschaftler, Blogger oder Aktivisten dahinter vermutest. Wieso eigentlich?

Ist es so abwegig, dass es vllt. einfach eine Eigenbezeichnung ist, die sich Leute gegeben haben, die für ihre Art sexuell oder romantisch zu empfinden einen Begriff haben wollten, damit man nicht in jedem Satz einen halben Roman schreiben muss um sich zu erklären?

Soweit ich mich entsinne haben sich in den letzten ca. 10 bis 20 Jahren übers Internet Menschen gegenseitig gefunden, die ähnlich empfinden, und sich den Namen "Asexuelle" gegeben. Und innerhalb dieser Gruppen gab es dann wohl ein paar, die meinten (salopp forumuliert): Naja, so richtig asexuell sind sie wohl doch nicht, unter bestimmten Umständen ist Sex für sie schon gut und wichtig. Die haben sich halt nen neuen Begriff gesucht, um das kurz und knackig ausdrücken zu können. Das wird wohl auch die Geburststunde des Spektrums gewesen sein. Mehr ist da wirklich nicht dahinter, deshalb nochmal meine Frage: Warum sollte sich das irgendein Journalist/Wissenschaftler/Blogger oder Aktivist ausgedacht haben? Wenn die nicht gerade selbst betroffen waren ist das meiner Ansicht nach absolut unwahrscheinlich, das sie überhaupt davon wussten. Ganz allgemein scheint die Sexualwissenschaft dieses Phänomen lange ignoriert zuhaben, aber vielleicht ist das auch ein falscher Eindruck auf meiner Seite.

Journalisten haben diese Online-Communities (meiner Wahrnehmung nach) ca. vor 10 Jahren entdeckt, was bei mir wiederum nen Aha-Effekt ausgelöst hat, als ich das erste Mal davon gelesen hab: ja, das passt ziemlich gut auf das, was ich bin. Und das ist auch meine Erfahrung mit den Asexuellen, die ich hier in Dresden kennengelernt hab, denen ging es ähnlich: kein Interesse an Sex mit anderen Menschen. Nicht mehr, nicht weniger. Und das war irgendwie ungewöhnlich und für ihr Umfeld völlig unverständlich, und sie waren damit allein. Bis sie über das Internet davon erfahren haben, das sie es nicht sind. Eine weitere Erfahrung, die uns alle scheinbar eint, ist, dass Außenstehende mit dem Begriff ein riesen Problem zu haben scheinen, selbst sogenannte LGBTQxyz-Aktivisten, die einem erstmal unterstellen, man wäre gegen Sex oder gar gegen die sexuelle Freiheit, für die sie so lang gekämpft haben?

Nein, ganz und gar nicht. Sex kann man haben, muss man aber nicht, und man muss es auch nicht wollen -- also nicht nur nicht mit jeder beliebigen Person, man muss es auch nicht mit jemandem wollen, den man romantisch liebt. Man muss auch nicht zwingend romantisch lieben, auch Aromantik existiert. Und faszinierenderweise schließt sich all das nichtmal mit Fetischismus aus (der auch wesentlich schillernder und vielschichtiger ist, als sich das Außenstehende meiner Erfahrung nach vorstellen, aber das ist ein anderes Thema).

Das muss man alles nicht verstehen, wenn man nicht betroffen ist. Ich versteh auch vieles nicht.

Nein, ich kann echt nicht finden, dass solche Begriffe etwas hilfreiches haben können. Sie etablieren nur irgendwelche Normen, einfach dadurch, dass man glaubt, dass so ein Extra-Begriff notwendig sein könnte.
Überlass es doch bitte einfach denen, die sich diese Begriffe geben, zu entscheiden, ob es für sie notwendig oder hilfreich ist.

Anders verhält es sich m.E. mit Begriffen, die tatsächlich historisch ein innerhalb der Gesellschaft klassischerweise als "abweichend" klassifiziertes und stigmatisiertes Sexualverhalten bezeichnen und unter anderem von den Betroffenen selbst quasi als emanzipierender Begriff gewählt werden. Da ist es einfach erstmal nötig, Begriffe zu haben, über den sich diese Gruppe definieren kann und man besser für ihre Rechte etc. eintreten kann. Im Fall der "Demisexualität" ist das m.E. etwas völlig anderes.
Wer sagt denn, dass Asexuelle und Aromantische nicht diskriminiert werden? Was sonst sind denn bitte all die Vorurteile, die die Gesellschaft üblicherweise gegenüber alten Jungfern und alten Junggesellen hat? Wenn man nicht grad aus religiösen Gründen im Zölibat lebt war das noch nie wirklich akzeptiert. Im römischen Kaiserreich ging das z.B. soweit, dass römische Bürger von Gesetz wegen ab einem gewissen Alter verheiratet sein und Kinder haben mussten.

Also, ja, Asexuelle wurden vielleicht nie organisiert verfolgt und umgebracht, aber dass es keine Diskriminierung oder Stigmatisierung gab oder noch gibt ist eine ziemlich ignorante Ansicht.

Ist es eigentlich schon diskriminierend, wenn man von Arbeitskollegen recht offen für homosexuell gehalten wird, weil einen der Anblick eines Individuums des anderen Geschlechts mit Knackarsch und Atombusen eben nicht sofort sabbern lässt und das Gehirn ausschaltet?

Für so einen Begriff ist er erstaunlich scharf definiert..und ich verwette ziemlich viel darauf, dass er unterm Strich auf die wenigsten zutreffen wird, auch bei denen, die sich hier im Thread "irgendwie" wiedersehen.
Deswegen gibts ja das Spektrum. Die wenigsten Menschen werden jemals jemanden finden, der sich da auf dem exakt gleichen Punkt befindet. Und dennoch kann es sinnvoll sein, für die nähere Umgebung eines Punktes einen Begriff zu haben, wenn sich ein paar Leute finden, die sich damit identifizieren wollen. Das erleichtert einfach Ungemein die Kommunikation.

Hoffentlich setzt sich dieser falsch zusammengesetzte Begriff (Demi heisst HALB!) nicht durch, sonst wird es genauso wie der Begriff der Asexualität ständig aufgegriffen, obwohl es mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht zutrifft und einfach irgendwas in der Beziehung nicht stimmt.
Das ist auch ne ganz schöne Unterstellung :smile:

Im Englischen gibts auch noch den Begriff der "grey sexuality", der, je nachdem wen man dazu befragt, ziemlich das gleiche wie Demisexuell sein soll oder wieder auch nicht. Vielleicht nimmt sich ja irgendwann mal die Wissenschaft dieser Phänomene an und findet dafür offizielle Definitionen oder bessere Begriffe. Ich find sie jetzt auch nicht so toll, aber mein Gott, ich muss das nicht bewerten wenn sie jemand für sich ok findet.

Asexualität ist halt auch so ein Begriff, der von außenstehenden meistens falsch verstanden wird (genauso wie Fetischismus). Als Eigenbezeichnung heißt das erstmal nicht mehr als "kein Interesse an Sex mit anderen Menschen". Das kann völlige Abwesenheit von jeglichen sexuellen, romantischen oder erotischen Empfindungen sein, muss es aber nicht.

Und noch ein Gedanken hinterdreien: Gerade diejenigen, die immer davon sprechen, dass sie nur mit ihrer großen Liebe sex haben, haben ihn häufig trotzdem, auch wenn die Liebe längst die Stufen runter und zur Tür raus ist, weil der offziell ausgesprochente Status "Beziehung" noch nicht offiziell widerrufen wurde.
Ich hab einige Asexuelle kennengelernt, die in glücklichen Beziehungen mit nicht-Asexuellen Menschen leben und mit ihnen Sex haben. Das einzig Positive, was sie nach eigenem Bekunden selbst beim Sex empfinden, ist das Gefühl, ihrem Partner etwas Gutes zu tun und ihn glücklich zu machen.

Eben. Dieses "Halb" ist mir auch viel zu (ab-)wertend und wird dem Phänomen überhaupt nicht gerecht.. Der Begriff kann so mehr Schaden anrichten als dass er den Menschen hilft.
Niemand muss sich mit diesem Begriff identifzieren, wenn er nicht will. Aber ob er nun schädlich ist oder nicht würd ich dann doch mal eher denen überlassen, die ihn für sich selbst geprägt haben.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Deswegen gibts ja das Spektrum. Die wenigsten Menschen werden jemals jemanden finden, der sich da auf dem exakt gleichen Punkt befindet. Und dennoch kann es sinnvoll sein, für die nähere Umgebung eines Punktes einen Begriff zu haben, wenn sich ein paar Leute finden, die sich damit identifizieren wollen. Das erleichtert einfach Ungemein die Kommunikation.
Und dieser Begriff ist ziemlich eng gefasst und besitzt ein geringeres Spektrum als viele andere Begriffe zum Thema Sex.
Definitionen selbst zu finden und evtl. auch selbst einen Begriff einzuführen (oder ältere oder weniger gängige neu aufleben zu lassen) ist ja völlig okay. :zwinker:

Das ist auch ne ganz schöne Unterstellung :smile:
Das sehe ich nicht so.
Bisher ist der Begriff hier im Forum über die vielen Jahre, die ich schon hier bin, doch kontinuierlich gefallen.
Ich kann mich aktuell an keinen erinnern, wo beim nachbohren (oder nach einiger Zeit), sich nicht herausgestellt hätte, dass der Mensch, der vermeintlich asuell zu sein schien, eigentlich nur keine Lust auf den akutellen Partner hatte...

Ich schließe also das Thema gar nicht aus, ich sage nur, dass das wohl eher selten vorkommt.

Asexualität ist halt auch so ein Begriff, der von außenstehenden meistens falsch verstanden wird (genauso wie Fetischismus). Als Eigenbezeichnung heißt das erstmal nicht mehr als "kein Interesse an Sex mit anderen Menschen". Das kann völlige Abwesenheit von jeglichen sexuellen, romantischen oder erotischen Empfindungen sein, muss es aber nicht.
"Asexualität" ist (und man möge mich korrigieren) doch ziemlich eng definiert, oder? Es geht um die gänzliche Abwesenheit sexuellen Verlangens unabhängig vom Geschlecht. Explizit geht es NICHT darum, dass man nur eine Person oder Gruppe sexuell nicht anziehend findet, sonst fallen alle Menschen darunter.
Fetishismus wir auch häufig falsch eingesetzt, weil die meisten, die es nutzen, eigentlich eine Vorliebe meinen.

Ich hab einige Asexuelle kennengelernt, die in glücklichen Beziehungen mit nicht-Asexuellen Menschen leben und mit ihnen Sex haben. Das einzig Positive, was sie nach eigenem Bekunden selbst beim Sex empfinden, ist das Gefühl, ihrem Partner etwas Gutes zu tun und ihn glücklich zu machen.
Das finde ich extrem schwierig zu beurteilen und kann es mir in den meisten Fällen nicht vorstellen.
Gerade weil mir so oft Menschen begegnen, die sich ihre Beziehung schön reden. Ich meine sogar eine Antiproportionalität festzustellen, wenn es darum geht, wie häufig jemand betont, wie glücklich er doch in seiner Beziehung ist.
So oder so ist sexualität (so fern vorhanden) ein Grundbedürfnis, dass gestillt werden will. Damit erscheint es mir eher unwahrscheinlich, dass man auf lange Sicht mit jemandem eine romantische Beziehung führen kann, ohne Leidenschaft dabei aufkommen zu lassen. Selbst wenn es Sex gibt, weil der asexuelle Part den sexuellen Part gerne befriedigt sieht, kann die Qualität der sexuellen Aktivität einfach nicht sonderlich hoch sein. Lust lässt sich nicht wirklich gut spielen. Die Ausnahme ist natürlich wenn es dem Partner egal ist...dann sind wir aber schon wieder nicht mehr in einer glücklichen Beziehung.

Auch hier wieder: Ich spreche von Mehrheiten und Wahrscheinlichkeiten. Ich spreche nicht davon, dass meine Aussagen für ALLE Menschen gelten.
[doublepost=1549278903,1549278805][/doublepost]
Off-Topic:
Off-Topic:
ihr schreibt alle "dami" falsch :ratlos:
Du meinst, wenn wir zusammen wären, fände ich dich sexuell anziehend? Hmmmm... :sneaky:
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finds ja erstaunlich, dass du da gleich irgendwelche Journalisten, Wissenschaftler, Blogger oder Aktivisten dahinter vermutest. Wieso eigentlich?

Ist es so abwegig, dass es vllt. einfach eine Eigenbezeichnung ist, die sich Leute gegeben haben, die für ihre Art sexuell oder romantisch zu empfinden einen Begriff haben wollten, damit man nicht in jedem Satz einen halben Roman schreiben muss um sich zu erklären?

Soweit ich mich entsinne haben sich in den letzten ca. 10 bis 20 Jahren übers Internet Menschen gegenseitig gefunden, die ähnlich empfinden, und sich den Namen "Asexuelle" gegeben. Und innerhalb dieser Gruppen gab es dann wohl ein paar, die meinten (salopp forumuliert): Naja, so richtig asexuell sind sie wohl doch nicht, unter bestimmten Umständen ist Sex für sie schon gut und wichtig. Die haben sich halt nen neuen Begriff gesucht, um das kurz und knackig ausdrücken zu können. Das wird wohl auch die Geburststunde des Spektrums gewesen sein. Mehr ist da wirklich nicht dahinter, deshalb nochmal meine Frage: Warum sollte sich das irgendein Journalist/Wissenschaftler/Blogger oder Aktivist ausgedacht haben? Wenn die nicht gerade selbst betroffen waren ist das meiner Ansicht nach absolut unwahrscheinlich, das sie überhaupt davon wussten. Ganz allgemein scheint die Sexualwissenschaft dieses Phänomen lange ignoriert zuhaben, aber vielleicht ist das auch ein falscher Eindruck auf meiner Seite.

Journalisten haben diese Online-Communities (meiner Wahrnehmung nach) ca. vor 10 Jahren entdeckt, was bei mir wiederum nen Aha-Effekt ausgelöst hat, als ich das erste Mal davon gelesen hab: ja, das passt ziemlich gut auf das, was ich bin. Und das ist auch meine Erfahrung mit den Asexuellen, die ich hier in Dresden kennengelernt hab, denen ging es ähnlich: kein Interesse an Sex mit anderen Menschen. Nicht mehr, nicht weniger. Und das war irgendwie ungewöhnlich und für ihr Umfeld völlig unverständlich, und sie waren damit allein. Bis sie über das Internet davon erfahren haben, das sie es nicht sind. Eine weitere Erfahrung, die uns alle scheinbar eint, ist, dass Außenstehende mit dem Begriff ein riesen Problem zu haben scheinen, selbst sogenannte LGBTQxyz-Aktivisten, die einem erstmal unterstellen, man wäre gegen Sex oder gar gegen die sexuelle Freiheit, für die sie so lang gekämpft haben?

Nein, ganz und gar nicht. Sex kann man haben, muss man aber nicht, und man muss es auch nicht wollen -- also nicht nur nicht mit jeder beliebigen Person, man muss es auch nicht mit jemandem wollen, den man romantisch liebt. Man muss auch nicht zwingend romantisch lieben, auch Aromantik existiert. Und faszinierenderweise schließt sich all das nichtmal mit Fetischismus aus (der auch wesentlich schillernder und vielschichtiger ist, als sich das Außenstehende meiner Erfahrung nach vorstellen, aber das ist ein anderes Thema).

Das muss man alles nicht verstehen, wenn man nicht betroffen ist. Ich versteh auch vieles nicht.


Überlass es doch bitte einfach denen, die sich diese Begriffe geben, zu entscheiden, ob es für sie notwendig oder hilfreich ist.


Wer sagt denn, dass Asexuelle und Aromantische nicht diskriminiert werden? Was sonst sind denn bitte all die Vorurteile, die die Gesellschaft üblicherweise gegenüber alten Jungfern und alten Junggesellen hat? Wenn man nicht grad aus religiösen Gründen im Zölibat lebt war das noch nie wirklich akzeptiert. Im römischen Kaiserreich ging das z.B. soweit, dass römische Bürger von Gesetz wegen ab einem gewissen Alter verheiratet sein und Kinder haben mussten.

Also, ja, Asexuelle wurden vielleicht nie organisiert verfolgt und umgebracht, aber dass es keine Diskriminierung oder Stigmatisierung gab oder noch gibt ist eine ziemlich ignorante Ansicht.

Ist es eigentlich schon diskriminierend, wenn man von Arbeitskollegen recht offen für homosexuell gehalten wird, weil einen der Anblick eines Individuums des anderen Geschlechts mit Knackarsch und Atombusen eben nicht sofort sabbern lässt und das Gehirn ausschaltet?


Deswegen gibts ja das Spektrum. Die wenigsten Menschen werden jemals jemanden finden, der sich da auf dem exakt gleichen Punkt befindet. Und dennoch kann es sinnvoll sein, für die nähere Umgebung eines Punktes einen Begriff zu haben, wenn sich ein paar Leute finden, die sich damit identifizieren wollen. Das erleichtert einfach Ungemein die Kommunikation.


Das ist auch ne ganz schöne Unterstellung :smile:

Im Englischen gibts auch noch den Begriff der "grey sexuality", der, je nachdem wen man dazu befragt, ziemlich das gleiche wie Demisexuell sein soll oder wieder auch nicht. Vielleicht nimmt sich ja irgendwann mal die Wissenschaft dieser Phänomene an und findet dafür offizielle Definitionen oder bessere Begriffe. Ich find sie jetzt auch nicht so toll, aber mein Gott, ich muss das nicht bewerten wenn sie jemand für sich ok findet.

Asexualität ist halt auch so ein Begriff, der von außenstehenden meistens falsch verstanden wird (genauso wie Fetischismus). Als Eigenbezeichnung heißt das erstmal nicht mehr als "kein Interesse an Sex mit anderen Menschen". Das kann völlige Abwesenheit von jeglichen sexuellen, romantischen oder erotischen Empfindungen sein, muss es aber nicht.


Ich hab einige Asexuelle kennengelernt, die in glücklichen Beziehungen mit nicht-Asexuellen Menschen leben und mit ihnen Sex haben. Das einzig Positive, was sie nach eigenem Bekunden selbst beim Sex empfinden, ist das Gefühl, ihrem Partner etwas Gutes zu tun und ihn glücklich zu machen.


Niemand muss sich mit diesem Begriff identifzieren, wenn er nicht will. Aber ob er nun schädlich ist oder nicht würd ich dann doch mal eher denen überlassen, die ihn für sich selbst geprägt haben.

Deine Antwort bezieht sich fast ausschließlich auf "Asexualität" aber nicht auf "Demisexualität".
Mir ging es aber um Demisexualität!
Du schreibst, ich wäre ja nicht "betroffen". Das ist schlichtweg falsch. Wenn ich mir diese oben vernetzte Seite zur "Demisexualität" anschaue, bin ich wohl "demisexuell": Ich will nur Sex haben mit Menschen, zu denen ich eine romantische Beziehung haben. Sex ohne Liebe macht mich nicht an. Damit bin ich nach deren Beschreibung im "demisexuellen Spektrum" und darum wieder im "asexuellen Spektrum". Sorry ich halte das für kompletten Unsinn.

Nein ICH benötige für meine Sexualität keinen Begriff und keine "Gleichgesinnte", mit denen ich mich solidarisieren muss oder gegen irgendwelche Vorurteile in Bezug auf meine Sexualität ankämpfen....jedenfallls nicht bevor ich das hier gelesen hatte. Danach scheine ich wohl ein "Problem" gehabt zu haben, ohne etwas davon bis heute geahnt zu haben.

Meinetwegen kann ja jeder über seine Sexualität reden wie er will, das auch mit Begriffen belegen usw. Im Falle der "Demisexualität" halte ich das als "Betroffener" (der sich allein auf grund DIESER Diskussion hier mit Dir, gewzungen sieht sich als "Betroffener" zu bezeichnen, was vorher niemals der Fall war) für mich für überflüssig und total kontraproduktiv.
 

Benutzer156506 

Meistens hier zu finden
Deine Antwort bezieht sich fast ausschließlich auf "Asexualität" aber nicht auf "Demisexualität".
Mir ging es aber um Demisexualität!
Ich hab mich vermutlich nicht deutlich genug ausgedrückt in meinen vorangegangenen Ausführungen. Also nochmal, nach meiner Erfahrung ist der Begriff "Demisexuell" geprägt worden von Leuten, die sich den Asexuellen nahe wähnten, aber dann eben doch nicht so richtig. Daher wohl auch "Demi" oder "Grey": man ist halt nicht ganz oder gar nicht, nicht schwarz oder weiß, sondern sieht sich irgendwo dazwischen. Für die, die es sich ausgedacht haben, hat das wohl Sinn ergeben.

Der Begriff kommt schlicht aus dem Umfeld der Asexuellen und beschreibt einfach einen weiteren Punkt auf dem Spektrum, das sich (vielleicht? vielleicht auch nicht?) die Asexuellen ausgedacht haben, welches aber deswegen noch lang kein "asexuelles" Spektrum ist. Es ist viel mehr, wie ich sicher schonmal irgendwo hier erwähnt hab, ganz allgemein ein Spektrum menschlicher Sexualität.

Du schreibst, ich wäre ja nicht "betroffen". Das ist schlichtweg falsch. Wenn ich mir diese oben vernetzte Seite zur "Demisexualität" anschaue, bin ich wohl "demisexuell": Ich will nur Sex haben mit Menschen, zu denen ich eine romantische Beziehung haben. Sex ohne Liebe macht mich nicht an. Damit bin ich nach deren Beschreibung im "demisexuellen Spektrum" und darum wieder im "asexuellen Spektrum". Sorry ich halte das für kompletten Unsinn.

Nein ICH benötige für meine Sexualität keinen Begriff und keine "Gleichgesinnte", mit denen ich mich solidarisieren muss oder gegen irgendwelche Vorurteile in Bezug auf meine Sexualität ankämpfen....jedenfallls nicht bevor ich das hier gelesen hatte. Danach scheine ich wohl ein "Problem" gehabt zu haben, ohne etwas davon bis heute geahnt zu haben.
Ich finds super, wenn du kein Problem hast und die Thematik für dich persönlich kein Thema ist, und du musst auch die Begriffe nicht mögen und dich schon gar nicht damit identifizieren, wenn du nicht willst. Ich dachte ja, das wäre irgendwie auch so klar, aber nur um keine weiteren Mißverständnisse aufkommen zu lassen sag ichs nochmal explizit.

Wie du damit umgehen willst, wenn fremde Menschen, von denen du glaubst, dass sie dir ähnlich sind, damit irgendwelche Probleme haben und sich für sich einen Begriff suchen, der für sie vielleicht sinnvoll ist und für dich nicht, ist natürlich genauso dir überlassen. Aber meine wesentliche Frage war doch die:

Warum genau kommst du darauf, dass sich das irgendwelche Journalisten, Wissenschaftler, Blogger oder Aktivisten ausgedacht haben?

Und darauf hab ich keine Antwort bekommen, und ich erwarte ehrlichgesagt auch keine. Sieh es vielleicht eher als rhetorische Frage, als Anlass, mal darüber zu reflektieren.

Meinetwegen kann ja jeder über seine Sexualität reden wie er will, das auch mit Begriffen belegen usw. Im Falle der "Demisexualität" halte ich das als "Betroffener" (der sich allein auf grund DIESER Diskussion hier mit Dir, gewzungen sieht sich als "Betroffener" zu bezeichnen, was vorher niemals der Fall war) für mich für überflüssig und total kontraproduktiv.
Das ist irgendwie bedauerlich, dass du dich jetzt meinetwegen genötigt fühlst, dich damit zu identifizieren und dich betroffen zu fühlen oder auch nicht. Aber warum eigentlich? Vielleicht bin ich da mit meinen Erklärungen etwas weiter gegangen, als ich es hätte tun sollen, aber ich hab das ehrlichgesagt auch nicht nur für dich geschrieben, sondern weil ich dachte es könnte allgemein interessant oder aufschlußreich sein.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Aber meine wesentliche Frage war doch die:

Warum genau kommst du darauf, dass sich das irgendwelche Journalisten, Wissenschaftler, Blogger oder Aktivisten ausgedacht haben?

Und darauf hab ich keine Antwort bekommen, und ich erwarte ehrlichgesagt auch keine. Sieh es vielleicht eher als rhetorische Frage, als Anlass, mal darüber zu reflektieren.

Ich habe das oben aber schon als Frage formuliert (gleich mit mehreren Fragezeichen!). Ich hatte schlichtweg keine Ahnung, wer sich diesen Begriff ebenso wie manche andere, von denen ich hier im Faden zum ersten mal gelesen habe (sapiosexuell, allosexuell) ausgedacht hat. Du hast mir darauf in Bezug auf "demisexuell" eine Antwort gegeben, nämlich, dass das wohl Menschen in Internetforen zur Asexualität waren, die sich nicht so richtig mit dem Begriff "asexuell" identifzieren konnten.
Wenn dem so ist, ist das doch eine Antwort auf meine Frage.

Die Auswahl "Journalisten, Wissenschaftler, Blogger, Aktivisten", die ich in den Raum gestellt habe, ist m.E. so abwegig ja wohl nicht, weil wohl alle diese Gruppen durchaus schon andere Begriffe in Bezug auf Sexualität geprägt oder verbreitet haben.
Eine besonders ausführliche Beschreibung des Begriffs, die ja weiter oben verlinkt war, findet sich auf der Website "AktivistA" und da wird "Demisexualität" übrigens sehr wohl dem "asexuellen Spektrum" zugerechnet, oder ich habe da was falsch verstanden.
 

Benutzer156506 

Meistens hier zu finden
Das sehe ich nicht so.
Bisher ist der Begriff hier im Forum über die vielen Jahre, die ich schon hier bin, doch kontinuierlich gefallen.
Ich kann mich aktuell an keinen erinnern, wo beim nachbohren (oder nach einiger Zeit), sich nicht herausgestellt hätte, dass der Mensch, der vermeintlich asuell zu sein schien, eigentlich nur keine Lust auf den akutellen Partner hatte...

Ich schließe also das Thema gar nicht aus, ich sage nur, dass das wohl eher selten vorkommt.
Ja, es ist sicherlich selten. Homosexualität ist ja scheinbar auch seltener als Heterosexualität. So rein biologisch ergibt das ja auch Sinn, dass es die Häufung da auftritt, wo sie es tut.

Hinzu kommt, dass die Zusammensetzung der Leute auf PL schon recht speziell ist, niemand wird bestreiten, dass es hier keinen repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung gibt. Ich würde mich überhaupt nicht wundern, wenn Asexuelle hier deutlich unterrepräsentiert sind, schon allein weil die typischen PL-Themen für Asexuelle vielleicht einfach nicht so interessant sind. Ich hab das Forum ja auch erst mit 34 entdeckt und dann ein Jahr gebraucht, bis ich mit Ach und Krach mal meine 15 Beiträge zusammen hatte :smile:

"Asexualität" ist (und man möge mich korrigieren) doch ziemlich eng definiert, oder? Es geht um die gänzliche Abwesenheit sexuellen Verlangens unabhängig vom Geschlecht. Explizit geht es NICHT darum, dass man nur eine Person oder Gruppe sexuell nicht anziehend findet, sonst fallen alle Menschen darunter.
Da fängts ja schon an. Was ist die "gänzliche Abwesenheit sexuellen Verlangens"? Ich bin ja schon froh, dass du nicht "Verhaltens" geschrieben hast. Was ich in Gesprächen mit anderen Asexuellen gelernt hab, ist, dass, wenn man sich mal outet (bei Kollegen oder Kommilitonen z.B.), fast immer die Frage kommt, ob man denn trotzdem masturbiert? Ist ja auch eine völlig normale Frage unter ansonsten eher oberflächlich bekannten Menschen, oder? :smile: Und oft genug hört man dann ja auch, das man ja dann wohl nicht asexuell sein kann.

Das ist wohl einer der Gründe, warum es mir so wichtig ist, dass es sich um Begriffe handelt, die Menschen sich selbst gegeben haben. Wenn ein Mensch sich als asexuell bezeichnet, heißt das nicht, dass er es im biologischen Sinne ist und sich durch Knospung fortpflanzt. :smile:

Auch die recht deutliche Abgrenzung der Begriffe von Sexualität und Romantik kommt ja daher. Ich kann asexuell sein und hetero-romantisch, oder umgekehrt. Ich kann mich in Frauen verlieben und hab trotzdem kein Interesse an Sex mit ihnen. Und ich kann mir trotzdem jeden morgen einen runterholen und abends gleich nochmal und kann trotzdem asexuell sein, weil ich einfach null Interesse habe, mit jemandem Geschlechtsverkehr zu haben.

Fetishismus wir auch häufig falsch eingesetzt, weil die meisten, die es nutzen, eigentlich eine Vorliebe meinen.
Da hört man ja auch oft, ein Fetisch wäre es nur, wenn man ohne keinen Sex haben kann. Nee, so simpel ist das nicht. Ich kann auch mit Fetisch keinen Sex haben, ganz einfach weil ich es nicht will und nicht brauche und es mich überhaupt nicht reizt. Vorlieben, Fetische, Paraphilien -- meiner Wahrnehmung nach alles unscharf definierte Bereiche in einem Spektrum, das ich mir nichtmal in Gänze vorstellen kann, und die auch mit Sex nicht zwangsläufig was zu tun haben.

Das finde ich extrem schwierig zu beurteilen und kann es mir in den meisten Fällen nicht vorstellen.
Gerade weil mir so oft Menschen begegnen, die sich ihre Beziehung schön reden. Ich meine sogar eine Antiproportionalität festzustellen, wenn es darum geht, wie häufig jemand betont, wie glücklich er doch in seiner Beziehung ist.
So oder so ist sexualität (so fern vorhanden) ein Grundbedürfnis, dass gestillt werden will. Damit erscheint es mir eher unwahrscheinlich, dass man auf lange Sicht mit jemandem eine romantische Beziehung führen kann, ohne Leidenschaft dabei aufkommen zu lassen. Selbst wenn es Sex gibt, weil der asexuelle Part den sexuellen Part gerne befriedigt sieht, kann die Qualität der sexuellen Aktivität einfach nicht sonderlich hoch sein. Lust lässt sich nicht wirklich gut spielen. Die Ausnahme ist natürlich wenn es dem Partner egal ist...dann sind wir aber schon wieder nicht mehr in einer glücklichen Beziehung.
Wie gesagt, ich hab bei den regelmäßigen Treffen mit Asexuellen solche Menschen kennengelernt. Ich kenn sie jetzt nicht so gut, um mir ein Urteil darüber anzumaßen, inwiefern sie sich da etwas vormachen oder auch nicht. Aber genauso wie ich es nicht sinnvoll finde, wenn Außenstehende z.B. über polyamore Beziehungen sprechen und da felsenfest die Meinung vertreten, dass das ja sowieso gar nicht gehen kann und die Leute sich nur etwas vormachen, find ich es nicht sinnvoll, mit ähnlichen Annahmen an gemischt-sexuelle (sagt man das so?) Paarbeziehungen heranzugehen. Wenn zwei (oder mehr?) sich lieben und trotz ihrer Unterschiede an der Stelle zueinander finden und einen Weg miteinander finden, wo es passt, warum nicht?

Auch hier wieder: Ich spreche von Mehrheiten und Wahrscheinlichkeiten. Ich spreche nicht davon, dass meine Aussagen für ALLE Menschen gelten.
Würde ich dir auch nicht unterstellen, dafür kenn ich dich glaub ich doch zu gut. :smile: Aber selbst geringe Wahrscheinlichkeiten sind bei der schieren Anzahl an Menschen auf der Welt recht groß.

Aber überhaupt, gerade Abweichungen von der Norm, das Unwahrscheinliche, die Minderheiten, das ist es doch, was die Welt interessant macht. Mehrheiten find ich langweilig :smile:
[doublepost=1549284150,1549283457][/doublepost]
Ich habe das oben aber schon als Frage formuliert (gleich mit mehreren Fragezeichen!). Ich hatte schlichtweg keine Ahnung, wer sich diesen Begriff ebenso wie manche andere, von denen ich hier im Faden zum ersten mal gelesen habe (sapiosexuell, allosexuell) ausgedacht hat. Du hast mir darauf in Bezug auf "demisexuell" eine Antwort gegeben, nämlich, dass das wohl Menschen in Internetforen zur Asexualität waren, die sich nicht so richtig mit dem Begriff "asexuell" identifzieren konnten.
Wenn dem so ist, ist das doch eine Antwort auf meine Frage.
Mir kam die Frage sehr suggestiv vor, das kann aber eine Überreaktion meinerseits gewesen sein. Mir kam das Klima hier im Thread schon etwas gereizt vor, und ist es ja bei solchen Themen auch oft. Mir ist auch klar, dass ichs nicht unbedingt immer besser mache. Aber immerhin ists mal eine Gelegenheit, sich zu erklären, vielleicht liests ja sogar jemand :smile:

Die Auswahl "Journalisten, Wissenschaftler, Blogger, Aktivisten", die ich in den Raum gestellt habe, ist m.E. so abwegig ja wohl nicht, weil wohl alle diese Gruppen durchaus schon andere Begriffe in Bezug auf Sexualität geprägt oder verbreitet haben.
Eine besonders ausführliche Beschreibung des Begriffs, die ja weiter oben verlinkt war, findet sich auf der Website "AktivistA" und da wird "Demisexualität" übrigens sehr wohl dem "asexuellen Spektrum" zugerechnet, oder ich habe da was falsch verstanden.
Ich muss zugeben, ich hab mir die Seite nicht angesehen. Ich kenn die Begriffe schon eine Weile, ich hab hier unregelmäßig mit anderen Asexuellen verschiedener Couleur zu tun, von daher fand ich das jetzt nicht so wichtig da nochmal nachzulesen. Man hört aber wirklich oft vom "asexuellen Spektrum", aber wie schon gesagt, ich find diesen Begriff in der Form falsch und irreführend, und dieser Thread hier dürfte gut zeigen, warum.

Und was Aktivisten angeht... naja, lassen wir das. Ich seh mich jedenfalls nicht als Aktivisten :smile:
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Und was Aktivisten angeht... naja, lassen wir das. Ich seh mich jedenfalls nicht als Aktivisten :smile:

Für mich persönlich ist "Aktivist" übrigens kein Schimpfwort, nur mal so ganz nebenbei. Ohne "Aktivisten" würden wir wahrscheinlich noch in einer Gesellschaft leben, in der ich jedenfalls nicht leben möchte, auch wenn vielleicht manche Aktivisten für meinen Geschmack hie und da evtl. übers Ziel hinaus schießen. Aber das liegt irgendwie in der Natur der Sache.

 

Benutzer6428 

Doctor How
Ja, es ist sicherlich selten. Homosexualität ist ja scheinbar auch seltener als Heterosexualität. So rein biologisch ergibt das ja auch Sinn, dass es die Häufung da auftritt, wo sie es tut.

Hinzu kommt, dass die Zusammensetzung der Leute auf PL schon recht speziell ist, niemand wird bestreiten, dass es hier keinen repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung gibt. Ich würde mich überhaupt nicht wundern, wenn Asexuelle hier deutlich unterrepräsentiert sind, schon allein weil die typischen PL-Themen für Asexuelle vielleicht einfach nicht so interessant sind. Ich hab das Forum ja auch erst mit 34 entdeckt und dann ein Jahr gebraucht, bis ich mit Ach und Krach mal meine 15 Beiträge zusammen hatte :smile:
Mich würden da tatsächlich mal repräsentative Zahlen interessieren. Vielleicht reicht meine Vorstellungskraft da nicht aus. Würden die Zahlen von Homosexuellen und Asexuellen ähnlich hoch ausfallen, würde mich das schon ziemlich wundern.

Wie gesagt, ich hab bei den regelmäßigen Treffen mit Asexuellen solche Menschen kennengelernt. Ich kenn sie jetzt nicht so gut, um mir ein Urteil darüber anzumaßen, inwiefern sie sich da etwas vormachen oder auch nicht. Aber genauso wie ich es nicht sinnvoll finde, wenn Außenstehende z.B. über polyamore Beziehungen sprechen und da felsenfest die Meinung vertreten, dass das ja sowieso gar nicht gehen kann und die Leute sich nur etwas vormachen, find ich es nicht sinnvoll, mit ähnlichen Annahmen an gemischt-sexuelle (sagt man das so?) Paarbeziehungen heranzugehen. Wenn zwei (oder mehr?) sich lieben und trotz ihrer Unterschiede an der Stelle zueinander finden und einen Weg miteinander finden, wo es passt, warum nicht?

An der Stelle hake ich auch nochmal ein, weil ich finde, dass das nicht vergleichbar ist!
Poly ist die befriedigung von Grundbedürfnissen, einseitige Asexualität ist das exakte Gegenteil davon. Beides geht natürlich auch kombiniert und kann sich dann ausgleichen.
Ich erlaube mir auch kein Urteil darüber ob etwas funktionieren kann (für eine gegebene Menge von "funktionieren" :tongue:). Ich denke nur, dass eine Beziehung schwierig wird, in der Grundbedürfnisse nicht befriedigt werden, egal welche. Man kann die nämlich nicht wegdiskutieren.

Ein Gedanke noch zum Thema "Begriffe, die man sich selbst gibt" und Begriffe, die es im Wörterbuch gibt.
Sprache ist etwas, dass sich permanent entwickelt, Grundlage ist dabei ein gemeinsames Verständnis von Wortbedeutungen. Wenn ich mich als "klein" bezeichne, selbst aber über 2 Meter groß bin, dann wird es schwierig eine erfolgreiche Kommunikation aufzubauen. Und ja...Begriffe sind häufig mit einem bestimmten Grad an Unschärfe versehen, es gibt aber durchaus einen Bereich, den sie nicht abdecken. Es hilft nicht, wenn man sich versucht in einen Randbereich hineinzudiskutieren, denn dann hat man seine eigene Sprache kreiert, die aber niemand oder gegebenenfalls nur eine elitäre Gruppe kennt.

Damit will ich nicht sagen, du hast etwas falsch definiert! Ich habe es aber bei vielen Gelegenheiten on- und offline erlebt.

Um wieder zum Thema zurückzukommen: Es gibt auch Besipeile hier im Thread, die schreiben, dass sie nur Sex in Beziehungen haben..das ist aber gar nicht mit Demisexualität gemeint.
Sie beschreibt eine Gegebenheit die letztlich nur mit einem MRT nachweisbar wäre. Eine sexuelle Erregung, die aus romantischen Gefühlen hervor geht.
Da es viele häufig westliche Kulturen gibt, die genau das als Idealbild sehen, wird das mit Sicherheit ebenfalls häufiger behauptet, als es wahr ist.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren