Demütigung und Erniedrigung

B
Benutzer227929  (26) Ist noch neu hier
  • #1
Hi Leute ich würde mich wirklich sehr interessieren ob es hier andere Gleichgesinnte wie mich gibt.

Es geht darum, dass einige sexuelle Akte die für mich schon allgemein erniedrigend und demütigend sind, mein sexuelles Leben dominieren.

Ich habe lange Zeit gebraucht um zu verstehen und zu akzeptieren, dass ich auf Frau und Mann stehe, aber warum mir Männer, insbesondere ihr Glied mich so sehr erregt hab ich erst spät gecheckt. Und zwar weil ich es als starke Demütigung empfinde meinen Körper und Öffnungen anderen Männern für ihre Lust Befriedigung anzubieten. Das ging irgendwann sogar soweit, dass ich, als Mann, beim Sex Dessous getragen habe weil die Frauen, vor allem die Männer, mich damit aktiv erniedrigend wollten. Sie wussten ich fühle mich nicht wohl als eigentlich "männlicher Mann" sowas zu tragen, haben mich aber überzeugt.

Und ja ich hab mein tabu gebrochen und Dessous dabei getragen und viele andere Dinge.

Allerdings habe ich erst sehr spät verstanden warum mich das so sehr erregt: und zwar die Demütigung und Erniedrigung dahinter.

Habt ihr ähnliches erlebt oder fühlt das? Nicht zwangsläufig bezogen auf bi sexuellen Sex oder das Tragen solcher Klamotten sondern den Akt der Erniedrigung.


Liebe Grüße ❤️❤️
 
O
Benutzer227925  (25) dauerhaft gesperrt
  • #2
erlebt nicht aber ich setz dies lieber um.
Nicht auf der Kleidung bezogen sondern die Demütigung und lieber die "Macht" auszuleben
 
A
Benutzer218699  (41) Ist noch neu hier
  • #3
Hi, ich erlebe das auch so. Habe aber leider erst viel später erfahren warum ich bzw. auf was ich da überhaupt stehe.

Ich merkte schon lange, dass mich es befriedigt, wenn mich die Partnerin dominiert und benutzt. Ich würde mich auch als hetero sehen, ich stehe nicht auf Männer (habe keine Gefühle ihnen gegenüber und finde sie auch nicht geil) aber mich erregt es daran zu denken, wie ich durch einen benutzt (gef.) werde. Besonders erregend finde ich es, wenn ich das meiner Partnerin erzähle und damit das Gefühl bekomme mich in dem Moment vor ihr zu erniedrigen (ihr Mann will in dem Moment kein Mann sondern wie eine Frau gef. werden). Ich merke wie sehr mich das erregt in Strapse, mit Nagellack, Lippenstift und Schminke mich von meiner Frau anal nehmen zu lassen. Auch finde ich es erregend in der Öffentlichkeit unter meiner Kleidung Strapse zu tragen und damit mit dem Gefühl der Unterwürfigkeit an Männern vorbei zu gehen. Sollte sich für uns die Möglichkeit ergeben, wollen wir das auch mit einem Mann machen, der mich dann vor meiner Frau nimmt und damit demütigt.
Was mich auch erregt und gleichzeitig erniedrigt ist die Tatsache, dass meine Frau zu einem ihrer Stecher mit welchem sie vor mir was hatte wieder Kontakt hat und sich vorstellen kann es wieder mit dem zu treiben, ich dann als Sissy dabei bin und sie und ihn danach sauber mache. natürlich trage ich dabei meinen Peniskäfig.

Also ja, mich machen diese Praktiken auch geil und dass das mit der Lust auf Demütigung und Erniedrigung zu tun hat habe ich auch erst jetzt mit 40 entdeckt und freue mich das jetzt so auszuleben.

LG
 
ZimtZicke05
Benutzer187303  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #4
Habt ihr ähnliches erlebt oder fühlt das?
Klar, ich liebe Erniedrigungen auf unterschiedliche Arten. Körperlich oder auch verbal. Ich hatte erst am Wochenende wieder Erfahrungen mit einer Spreizstange, wo auch die Hände mit festgemacht werden können gemacht. Ich finde es erniedrigend und erregend zugleich. Ausgeliefert sein, nichts verdecken/verstecken zu können... einfach nach Belieben benutzt zu werden.

Gibt auch noch andere nette Sachen, die mir gefallen. Verbal erniedrigt zu werden, kann mich auch wahnsinnig im Kopf machen...
 
SensitiveJoy
Benutzer213406  (31) dauerhaft gesperrt
  • #5
Ausgeliefert sein, nichts verdecken/verstecken zu können... einfach nach Belieben benutzt zu werden.
Mir persönlich gibt weder aktive noch passive Demütigung/ Erniedrigung etwas - doch wenn ich Deinen Wunsch hier lese,
hört sich das für mich so an, als wenn Du Dich gerne ganz hingibst "ohne etwas zu verdecken oder verstecken zu müssen".
Das gibt es ja auch im herzlichen, liebevollen - nicht demütigenden Kontext. Niemand ist es unwert, geliebt zu werden.

Oft fällt devotes Hingeben vllt. leichter, als sich dem Gegenüber mit Herz & Sinnen, ganz im Vertrauen hinzugeben.
Also mit einer tiefen Gewissenheit, sich vom Gegenüber vollständig geliebt & angenommen zu fühlen und sich in Dankbarkeit dem Gegenüber zu schenken - weil das Gegenüber es gut mit einem meint und einen selbst die schönste Beglückung schenken möchte...
 
Nikki.B
Benutzer174698  (25) Meistens hier zu finden
  • #6
Für mich ist es wichtig, die Kontrolle abgeben zu können /müssen/, die Demütigungen wirken dazu dann noch extrem verstärkend. Man kann das schlecht beschreiben und es klingt seltsam, wenn ich sage, ich mag Demütigung, Schmerzen, Unterordnung, ist aber so.
 
NadineAmour
Benutzer217827  dauerhaft gesperrt
  • #7
Ich kann das Interesse an diesem Thema sehr gut nachvollziehen. Ich habe auch schon einiges in verschiedenen Rollen ausprobiert.
 
1
Benutzer190278  (39) Öfter im Forum
  • #8
Ich fühle mich der dominante Seite auch angezogen. Ist auch relativ egal ob es Männer oder Frauen sind..
Kann es total nachvollziehen und finde es nicht schlimm
 
Fußliebhaber84
Benutzer195524  (41) Verbringt hier viel Zeit
  • #9
Ist auch relativ egal ob es Männer oder Frauen sind..
Du könntest dich also auch von einem Mann sexuell dominieren lassen?
Bist du grundsätzlich Bisexuell oder nur dem dominanten Charakterzug erlegen?
 
Fußliebhaber84
Benutzer195524  (41) Verbringt hier viel Zeit
  • #10
Frauen habe ich mich schon bewusst untergeordnet und genieße das Spiel (was in der Regel meine Vorlieben spiegelt)

Männern gegenüber ist da bei mir nichts möglich
 
Sorceress Apprentice
Benutzer89539  Team-Alumni
  • #11
Oft fällt devotes Hingeben vllt. leichter, als sich dem Gegenüber mit Herz & Sinnen, ganz im Vertrauen hinzugeben.
Also mit einer tiefen Gewissenheit, sich vom Gegenüber vollständig geliebt & angenommen zu fühlen und sich in Dankbarkeit dem Gegenüber zu schenken - weil das Gegenüber es gut mit einem meint und einen selbst die schönste Beglückung schenken möchte...
Warum glaubst du das? Worauf basiert diese Unterscheidung?
 
L
Benutzer227630  (55) Ist noch neu hier
  • #12
Ich hatte mal eine Partnerin, mit der ich Rollenspiele in diese Richtung machen konnte. Manchmal hat sie den dominanten, manchmal auch den devoten Part übernommen, das war schon sehr anregend. Mit Männern könnte ich es mir vorstellen, das ist bei mir aber in der Realität nie so weit gekommen.
 
S
Benutzer205670  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #13
Klar, ich liebe Erniedrigungen auf unterschiedliche Arten. Körperlich oder auch verbal. Ich hatte erst am Wochenende wieder Erfahrungen mit einer Spreizstange, wo auch die Hände mit festgemacht werden können gemacht. Ich finde es erniedrigend und erregend zugleich. Ausgeliefert sein, nichts verdecken/verstecken zu können... einfach nach Belieben benutzt zu werden.

Gibt auch noch andere nette Sachen, die mir gefallen. Verbal erniedrigt zu werden, kann mich auch wahnsinnig im Kopf machen...
Hast du das mit deinem Partner erlebt oder mit mehreren?
 
Zuletzt bearbeitet:
ZimtZicke05
Benutzer187303  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #14
Mit mehreren.
 
micha43
Benutzer192508  (47) Öfter im Forum
  • #15
Also ich kann mit Erniedrigung und Demütigung überhaupt nichts anfangen muss ich gestehen. Ich empfinde das Gefühl der Gleichwertigkeit für unwahrscheinlich wertvoll. Gegenseitige wertschätzung ist für mich wichtig. So sehr ich es Versuche mich da rein zu denken ich schaffe es einfach nicht zu verstehen wo da der Reitz liegen kann. Vielleicht verstehe ich es aber auch grundsätzlich schon nicht das mag sein. In einigen Gedanken spielen frage ich mich sogar inwieweit es gesund ist für das eigene psychische Wohlbefinden. Und das meine ich jetzt nicht wertend sondern besorgt. 🤨
 
Manche Beiträge sind ausgeblendet. Bitte logge Dich ein, um alle Beiträge in diesem Thema anzuzeigen.
LouisKL
Benutzer10752  (49) Beiträge füllen Bücher
  • #19
Also ich kann mit Erniedrigung und Demütigung überhaupt nichts anfangen muss ich gestehen. Ich empfinde das Gefühl der Gleichwertigkeit für unwahrscheinlich wertvoll. Gegenseitige wertschätzung ist für mich wichtig. So sehr ich es Versuche mich da rein zu denken ich schaffe es einfach nicht zu verstehen wo da der Reitz liegen kann. Vielleicht verstehe ich es aber auch grundsätzlich schon nicht das mag sein. In einigen Gedanken spielen frage ich mich sogar inwieweit es gesund ist für das eigene psychische Wohlbefinden. Und das meine ich jetzt nicht wertend sondern besorgt. 🤨

Ich glaube, dein Missverständnis fängt damit an, dass du hier etwas verwechselst.

Sexuelle Phantasien haben nicht zwangläufig etwas mit realen Haltungen zu tun. Ich weiß nicht, ob du gerne Bücher liest und dich dabei zum Beispiel in komplett andere Figuren und Charaktere reindenkst und das als bereichernd empfindest; oder ob du Horrorfilme schaust und dir dabei denkst: "Mich gruselt jetzt gerade, aber das Schöne ist, nichts davon ist real, und diese Gleichzeitigkeit ist seltsam intensiv und befreiend."

Das sind beides selbstverständlich nur Analogien, die annäherungsweise versuchen, das Thema verständlich zu machen, es sind keine echten Vergleiche.

Mein Punkt ist: Phantasien sind Phantasien. Es kann für den menschlichen Geist bereichernd sein, sich in Phantasien alles mögliche vorzustellen. Zum Beispiel auch, dass man gewalttätig wird - nur um dann in der Realität zu sagen: Halt, stopp, ich wähle aus überzeugten und sinnvollen Gründen nicht die Gewalt. Ich bin das nicht, das sind nur Vorstellungen, Eskapismus, Phantasien, mit denen ich einfach auch mal loslassen kann.

Erniedrigung oder Demütigung im sexuellen Kontext ist (normalerweise) nicht real. Es ist keine echte Erniedrigung, denn du hast sie als Beteiligter selbst gewählt. So wie du den Horrorfilm anschaltest. Du begibst dich in diese Situation und weißt aber dabei im Hinterkopf, dass das jetzt freiwillig ist und du die Kontrolle darüber hast. Natürlich gehört es zum Kopfkino dazu, das dann auszublenden und sich voll reinzuversetzen in diesen "Kontrollverlust". So wie der Film uns dann ernsthaft packt und überzeugt. Aber unter dem Strich gibt es einen extremen, riesigen, gewaltigen Unterschied zwischen einer Phantasie und der Realität. Es ist, wenn du so willst, quasi das Gegenteil.

Die allerwenigsten Menschen, die sich gerne sexuell demütigen lassen, lassen sich ernsthaft in der Realität von anderen Menschen demütigen. (Sie mögen sich vorstellen, dass es in der Realität zu solchen Situationen kommt und das erregend finden, aber auch das ist die Vorstellung (!)). Im Gegenteil. Ich zum Beispiel finde, ebenso wie du, "gegenseitige Wertschätzung" absolut zentral, und zwar nicht nur innerhalb einer Beziehung, sondern generell. Aber natürlich insbesondere innerhalb einer Beziehung. Ich halte Gleichberechtigung und Augenhöhe für unverhandelbare Werte in jeder meiner Beziehung.

Und ja, trotzdem kann ich es erregend finden, meine Partnerin beim Sex verbal zu erniedrigen. Wir wissen aber beide, dass das in diesem Moment ein Spiel ist. Und das ist sehr, sehr wichtig. Es bedeutet übrigens im Zweifelsfall auch, dass man sich mit sich selbst auseinandersetzt (was immer gut ist). Und versteht: Nein, diese Phantasie, das ist nicht "mein wahres, geheimes Ich", das ich vor der Welt verstecke. Sondern es ist ein Spiel. Genauso wie ich Spaß daran habe, auf einer Bühne zu stehen und eine Theaterrolle zu spielen und das so überzeugend zu machen, dass ich selbst darin aufgehe und die Zuschauer in diesem Moment das Gefühl haben, da steht nicht Louis, sondern da steht die Figur XY.

Und das schadet meinem psychischen Wohlbefinden überhaupt nichts, wenn ich mehrere Abende in Folge auf der Bühne den verzweifelten Selbstmörder oder den intriganten Psychopathen spiele. Beziehungsweise es tut meinem Wohlbefinden sogar gut, denn es lässt mich andere Welten, andere Gedankenmuster, andere Perspektiven erkunden. Und ebenso wenig schadet es (meistens) dem psychischen Wohlbefinden, wenn Menschen sich gerne sexuell erniedrigen oder demütigen lassen.

Es sei (!) - sie empfinden das so. Sie leiden selbst darunter. Sie fühlen sich anschließend nicht wohl damit, haben Schuldgefühle, Schamgefühle oder haben plötzlich Angst, dass diese Demütigung kein Spiel war, sondern echte Sätze in ihrem realen Leben. Das ist der Punkt, wo man ggf. überlegen sollte, zumindest mal mit einer Therapeutin zu sprechen, um gemeinsam auszuloten, ob das einem selbst noch gut tut. Manchmal kann es aber auch sogar eine Selbsttherapie sein, bestimmte Ängste in bewusst gestecktem Rahmen auszuspielen. Aber: Der Anteil dieser Personen, die tatsächlich dabei Leid empfinden, ist generell klein. Deutlich kleiner jedenfalls als die Zahl der Personen, die das eine oder andere als sexuelle Spielart praktizieren.

(Dasselbe gilt übrigens auch für die Analogie der Horrorfilme: Auch da kann es selbstverständlich zu Situationen kommen, wo man Dinge sieht, die zu viel sind, die man nicht verarbeiten kann und die einen dann nachhaltig negativ beeinflussen. Das ist aber ebenfalls meistens eine Ausnahme.)
 
Zuletzt bearbeitet:
micha43
Benutzer192508  (47) Öfter im Forum
  • #20
Ich glaube, dein Missverständnis fängt damit an, dass du hier etwas verwechselst.

Sexuelle Phantasien haben nicht zwangläufig etwas mit realen Haltungen zu tun. Ich weiß nicht, ob du gerne Bücher liest und dich dabei zum Beispiel in komplett andere Figuren und Charaktere reindenkst und das als bereichernd empfindest; oder ob du Horrorfilme schaust und dir dabei denkst: "Mich gruselt jetzt gerade, aber das Schöne ist, nichts davon ist real, und diese Gleichzeitigkeit ist seltsam intensiv und befreiend."

Das sind beides selbstverständlich nur Analogien, die annäherungsweise versuchen, das Thema verständlich zu machen, es sind keine echten Vergleiche.

Mein Punkt ist: Phantasien sind Phantasien. Es kann für den menschlichen Geist bereichernd sein, sich in Phantasien alles mögliche vorzustellen. Zum Beispiel auch, dass man gewalttätig wird - nur um dann in der Realität zu sagen: Halt, stopp, ich wähle aus überzeugten und sinnvollen Gründen nicht die Gewalt. Ich bin das nicht, das sind nur Vorstellungen, Eskapismus, Phantasien, mit denen ich einfach auch mal loslassen kann.

Erniedrigung oder Demütigung im sexuellen Kontext ist (normalerweise) nicht real. Es ist keine echte Erniedrigung, denn du hast sie als Beteiligter selbst gewählt. So wie du den Horrorfilm anschaltest. Du begibst dich in diese Situation und weißt aber dabei im Hinterkopf, dass das jetzt freiwillig ist und du die Kontrolle darüber hast. Natürlich gehört es zum Kopfkino dazu, das dann auszublenden und sich voll reinzuversetzen in diesen "Kontrollverlust". So wie der Film uns dann ernsthaft packt und überzeugt. Aber unter dem Strich gibt es einen extremen, riesigen, gewaltigen Unterschied zwischen einer Phantasie und der Realität. Es ist, wenn du so willst, quasi das Gegenteil.

Die allerwenigsten Menschen, die sich gerne sexuell demütigen lassen, lassen sich ernsthaft in der Realität von anderen Menschen demütigen. (Sie mögen sich vorstellen, dass es in der Realität zu solchen Situationen kommt und das erregend finden, aber auch das ist die Vorstellung (!)). Im Gegenteil. Ich zum Beispiel finde, ebenso wie du, "gegenseitige Wertschätzung" absolut zentral, und zwar nicht nur innerhalb einer Beziehung, sondern generell. Aber natürlich insbesondere innerhalb einer Beziehung. Ich halte Gleichberechtigung und Augenhöhe für unverhandelbare Werte in jeder meiner Beziehung.

Und ja, trotzdem kann ich es erregend finden, meine Partnerin beim Sex verbal zu erniedrigen. Wir wissen aber beide, dass das in diesem Moment ein Spiel ist. Das ist nicht "mein wahres, geheimes Ich", das ich vor der Welt verstecke, sondern es ist ein Spiel, genauso wie ich Spaß daran habe, auf einer Bühne zu stehen und eine Theaterrolle zu spielen und das so überzeugend zu machen, dass ich selbst darin aufgehe und die Zuschauer in diesem Moment das Gefühl haben, da steht nicht Louis, sondern da steht die Figur XY.

Und das schadet meinem psychischen Wohlbefinden überhaupt nichts, wenn ich mehrere Abende in Folge auf der Bühne den verzweifelten Selbstmörder oder den intriganten Psychopathen spiele. Beziehungsweise es tut meinem Wohlbefinden sogar gut, denn es lässt mich andere Welten, andere Gedankenmuster, andere Perspektiven erkunden. Und ebenso wenig schadet es (meistens) dem psychischen Wohlbefinden, wenn Menschen sich gerne sexuell erniedrigen oder demütigen lassen.

Es sei (!) - sie empfinden das so. Sie leiden selbst darunter. Sie fühlen sich anschließend nicht wohl damit, haben Schuldgefühle, Schamgefühle oder haben plötzlich Angst, dass diese Demütigung kein Spiel war, sondern echte Sätze in ihrem realen Leben. Das ist der Punkt, wo man ggf. überlegen sollte, zumindest mal mit einer Therapeutin zu sprechen, um gemeinsam auszuloten, ob das einem selbst noch gut tut. Manchmal kann es aber auch sogar eine Selbsttherapie sein, bestimmte Ängste in bewusst gestecktem Rahmen auszuspielen. Aber: Der Anteil dieser Personen, die tatsächlich dabei Leid empfinden, ist generell klein. Deutlich kleiner jedenfalls als die Zahl der Personen, die das eine oder andere als sexuelle Spielart praktizieren.

(Dasselbe gilt übrigens auch für die Analogie der Horrorfilme: Auch da kann es selbstverständlich zu Situationen kommen, wo man Dinge sieht, die zu viel sind, die man nicht verarbeiten kann und die einen dann nachhaltig negativ beeinflussen. Das ist aber ebenfalls meistens eine Ausnahme.)
Vielen vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung und Erklärung. Ich versuche es mal zu durchdenken. Noch ist es mir nicht gelungen nich der Art hineinzuversetzen um es verstehen zu können aber mal sehen vielleicht finde ich ja noch den Zugang dazu es in irgendeiner Art und Weise nachvollziehen zu können. Danke deine Ausführungen helfen mir dabei sicherlich es zu versuchen. 👍
 
L
Benutzer227630  (55) Ist noch neu hier
  • #21
Mein Punkt ist: Phantasien sind Phantasien. Es kann für den menschlichen Geist bereichernd sein, sich in Phantasien alles mögliche vorzustellen.
Sehr gut erklärt! Ich habe mir auch überlegt, etwas dazu zu schreiben, aber so gut hätte ich es wohl nicht gekonnt. :smile:
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #22
Ich hatte erst am Wochenende wieder Erfahrungen mit einer Spreizstange, wo auch die Hände mit festgemacht werden können gemacht. Ich finde es erniedrigend und erregend zugleich.
Ich verstehe nicht, was daran erniedrigend ist. Kannst Du das ausführen?
 
LouisKL
Benutzer10752  (49) Beiträge füllen Bücher
  • #23
Vielen vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung und Erklärung. Ich versuche es mal zu durchdenken. Noch ist es mir nicht gelungen nich der Art hineinzuversetzen um es verstehen zu können aber mal sehen vielleicht finde ich ja noch den Zugang dazu es in irgendeiner Art und Weise nachvollziehen zu können. Danke deine Ausführungen helfen mir dabei sicherlich es zu versuchen. 👍

Letztlich gilt: Menschen sind verschieden. Es kann sich auch nicht jeder immer in alles hineindenken und verstehen. Ein Kumpel von mir erzählt immer, er habe Schwierigkeiten, Romane zu lesen, weil es ihm schwerfällt, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen, und deswegen treiben ihn manche Dialoge, Ortsbeschreibungen oder Nebenplots in den Wahnsinn. Wenn er anderen Leuten zuhört, wie die darüber reden, dann kann er grob verstehen, dass das denen offensichtlich anders geht - aber er kann es halt nicht. Und das ist dann eben so.

Ich finde es in diesem Zusammenhang nur einfach sehr wichtig, mal grundsätzlich festzuhalten, dass Phantasien eben Phantasien sind. Du musst ja nicht nachempfinden können, was die Leute fühlen, aber ich glaube es hilft einfach schon, wenn man grundsätzlich mal gehört hat, dass Menschen, die sowas betreiben, sehr wohl eine Beziehung auf Augenhöhe führen oder vehement für gegenseitigen Respekt eintreten können. :zwinker:
 
ZimtZicke05
Benutzer187303  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #24
Ich verstehe nicht, was daran erniedrigend ist. Kannst Du das ausführen?
Also ich habe jetzt keine Lust hier großartig Details zu schreiben. Aber an sich ist die Position mit so einer Spreizstange inklusive Hand und Fußfesseln schon recht demütigend. Vor allem, wenn noch mehrere Personen anwesend sind und ich natürlich nackt bin. Ansonsten würde das ganze keinen Sinn ergeben. Ich habe auch keine Ahnung, wie die Position oder Haltung da genannt wird. Jedenfalls ist das auf dem Boden, mit den Knien, Oberkörper unten auf dem Boden und Arsch nach oben gestreckt.

Ein perfekter und unbeschränkter Einblick für alle die Anwesend sind. Alles recht gut zugänglich und von meiner Seite aus auch nicht schützbar. Beine zusammenpressen geht nicht. Mit meinen Händen irgendwas verdecken, geht auch nicht. Im Grunde bleibt nur, das ganze über mich ergehen zu lassen. Und je nachdem, wer dabei ist, bleibt es nicht nur beim Angucken.

Außerdem kannst du das ganze auch noch steigern, die anwesenden gucken nicht nur still, sondern es gibt auch viele abwertende Kommentare, ich empfinde das als sehr demütigend. Und zu guter Letzt bleibt auch noch der Einsatz meines Lieblingsdemütigungswerkzeuges. Das gute alte Spekulum. Erweitert den Einblick nochmal ungemein... sehr unangenehm so ausgeliefert zu sein...
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #25
Aber an sich ist die Position mit so einer Spreizstange inklusive Hand und Fußfesseln schon recht demütigend.
Das ist eben der Punkt, den ich nicht verstehe - also in der Annahme, dass es mit meiner Zustimmung geschieht sehe ich es eher als großes (und vertrauensvolles) Geschenk meinerseits. Das anzunehmen und zu nutzen hat für mich nichts mit Demütigung zu tun.

abwertende Kommentare
Da hingegen verstehe ich den Aspekt (und mich würde es nur stinksauer machen) - mir scheint, mir fehlt da der Rezeptor für diese Art / Aspekte eines solchen Spiels. Dennoch Danke für Deine Eräuterungen!
 
LouisKL
Benutzer10752  (49) Beiträge füllen Bücher
  • #26
Das ist eben der Punkt, den ich nicht verstehe - also in der Annahme, dass es mit meiner Zustimmung geschieht sehe ich es eher als großes (und vertrauensvolles) Geschenk meinerseits. Das anzunehmen und zu nutzen hat für mich nichts mit Demütigung zu tun.

Glaube da sind wir auch an dem spannenden Punkt, dass Demütigung schon mal von vorne herein etwas sehr individuelles ist, und immer auch mit persönlichen Normen und Werten zu tun hat. Oder dem Gefühl, was "die Gesellschaft" oder "das engere Umfeld" von uns erwartet.

Die einen machen Dinge, bei denen andere sich gedemütigt fühlen würden. Das hat ja ganz viel mit uns selbst zu tun. (Jetzt mal unabhängig von der Frage, ob es Phantasie oder Realität ist, denn auch die Phantasie braucht ja etwas, woran sie sich festmachen kann).
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #27
Oder dem Gefühl, was "die Gesellschaft" oder "das engere Umfeld" von uns erwartet.
Guter Punkt. Mag sein, dass mein Desinteresse an dieser Frage zu einem großen Teil dafür verantwortlich ist, dass ich nicht als demütigend empfinden kann, wozu ich meine Zustimmung gebe.

Meist ist es nur Unverständnis, manchmal geht es in dezente Verärgerung über, wenn etwas wie "wie eine Frau gefickt werden" als Demütigung zählen soll.
 
LouisKL
Benutzer10752  (49) Beiträge füllen Bücher
  • #28
Meist ist es nur Unverständnis, manchmal geht es in dezente Verärgerung über, wenn etwas wie "wie eine Frau gefickt werden" als Demütigung zählen soll.

Ja, ich glaub, da muss man sehr genau trennen. Wer so konservativ aufgewachsen ist, dass Nacktheit tabu war, für den kann ja bereits "sich nackt anderen Menschen zeigen" unglaublich demütigend sein.

Und wer in der Familie dann einen unkomplizierten Umgang mit dem Thema hatte, der findet das verstörend oder gar für sich selbst beleidigend, wenn das dementsprechend dargestellt wird.

Ich würde sagen, der entscheidende Punkt ist hier: Wenn eine Person für sich selbst etwas als demütigend empfindet, dann sollte und muss man ihr diese Empfindung zugestehen. Wenn aber jemand verallgemeinernde Aussagen trifft oder es in Medien, Film, Buch, etc. als angeblich übergreifend demütigend dargestellt wird, darf man verärgert sein, wenn man damit vereinnahmt wird.

(Auch hier wieder: Sollte die Person darunter leiden, dass sie XY als demütigend empfindet, kann, sollte und darf man sie selbstverständlich darauf hinweisen, dass man selbst das anders sieht, sie da also vielleicht eine Realitätswahrnehmung hat, die gar nicht von anderen geteilt wird).
 
ZimtZicke05
Benutzer187303  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #29
dass ich nicht als demütigend empfinden kann, wozu ich meine Zustimmung gebe.
Das solltest du dabei nach Möglichkeit natürlich ausblenden. Sonst macht das nicht mehr so viel Sinn. Ist doch das Gleiche bei meinem Rapespielen, wenn ich dabei die ganze Zeit daran denke, dass ich eh vorher zugestimmt habe, dann ist der Kick dabei doch einfach weg. Besser funktioniert es, wenn das einfach ausgeblendet wird. Und am besten dann einfach auch nur grob vorher geklärt wird, in welche Richtung es gehen soll und was Tabus sind.

So ist nicht alles vorher bekannt und das macht das Ganze natürlich spannender.

Wobei, selbst wenn ich die Zustimmung beim Spekulum gebe, finde ich das einfach trotzdem immer wieder demütigend. Es ist wie schon geschrieben eins meiner liebsten Werkzeuge dafür.
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #30
verallgemeinernde Aussagen
...sind es häufig, aber vielleicht auch einfach nur ungenau formuliert, und deshalb pflege ich mich meist einfach nur still zu ärgern :ninja:

Wobei, selbst wenn ich die Zustimmung beim Spekulum gebe, finde ich das einfach trotzdem immer wieder demütigend.
Das kann ich sogar etwas nachvollziehen, denn ich finde das beim FA auch demütigend (also, extrem unangenehm, nicht erregend), weil da zwar mein Verstand die Zustimmung dazu gibt, aber mein Gefühl Amok dagegen läuft. Interessanter Punkt, der mich aber darin bestätigt, dass Demütigung (auch) im sexuellen Kontext wohl wirklich nichts für mich ist. Funktioniert wohl nur, wenn ich keine volle Zustimmung gebe, ausblenden geht bei mir nicht bzw. würde das zu "ich bin mir nicht sicher ob ich dem wirklich zugestimmt habe, meine Lust verwandelt sich augenblicklich in heftige Wut" führen :seenoevil:
 
B
Benutzer227929  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #31
Mein Partner hat es vor mir in seinen Beziehungen angesprochen, nur Teile. Die Beziehungen gingen dadurch kaputt. Er hat sich mir geöffnet und dann haben wir angefangen es auszutesten. Verbale, körperliche Erniedrigung machen ihn besonders an.
Ja das ist leider ein Problem. Wenn man sich gegenüber fremden Sachen völlig verschließt führt das zwangsläufig zu riesen Problemen. Das merke ich auch jetzt wieder
 
Nikki.B
Benutzer174698  (25) Meistens hier zu finden
  • #32
Demütigungen, die wirklich als solche empfunden werden und wirklich "wirken", sind wahrscheinlich total verschieden bei verschiedenen Leuten. Ich weiß auch nicht, warum mich das eine mehr demütigt als das andere.

Ich hatte vor Jahren mal ein Treffen mit einem Dom, ein richtiges Schnuckelchen. Da hat für mich alles gepasst. Er hatte neben anderem Spielzeug extra Schuhputzzeug mitgebracht. Ich sollte nackt seine (angezogenen) Schuhe putzen. Ich empfand das damals überhaupt nicht als Demütigung, sondern als "Liebesdienst" an ihm, und das habe ich auch gesagt. Er war lange sprachlos, und dann haben wir gelacht. Klassische Demütigung... schiefgegangen.

Aber manchmal sind es eben auch ganz einfache Sachen, die mich demütigen und wo ich das wirklich spüre. Z. B. wenn ich etwas sagen muss, besonders wenn noch andere anwesend sind. So einfache Sachen wie: "Du bist eine kleine Schl.....e. Was bist du?" Ich bekomme es manchmal ums Verrecken nicht über die Lippen. Manchmal kassiere ich lieber Strafen. Das ist schon verrückt, was in so einem seltsamen Gehirn da so abgeht.
 
G
Benutzer Gast
  • #33
Das solltest du dabei nach Möglichkeit natürlich ausblenden. Sonst macht das nicht mehr so viel Sinn. Ist doch das Gleiche bei meinem Rapespielen, wenn ich dabei die ganze Zeit daran denke, dass ich eh vorher zugestimmt habe, dann ist der Kick dabei doch einfach weg. Besser funktioniert es, wenn das einfach ausgeblendet wird. Und am besten dann einfach auch nur grob vorher geklärt wird, in welche Richtung es gehen soll und was Tabus sind.

So ist nicht alles vorher bekannt und das macht das Ganze natürlich spannender.

Wobei, selbst wenn ich die Zustimmung beim Spekulum gebe, finde ich das einfach trotzdem immer wieder demütigend. Es ist wie schon geschrieben eins meiner liebsten Werkzeuge dafür.
Geht es dir um Kontrollverlust oder Demütigung?
 
R
Benutzer193222  (41) Verbringt hier viel Zeit
  • #34
Ich glaube was so schwer zu verstehen für Außenstehende ist, dass Demütigung und Erniedrigung ja theoretisch negativ behaftete Handlungen und Gefühle sind. Während Erregung und Lust ja positiv behaftet sind. Man fragt sich dann, wie man sich gedemütigt fühlt, obwohl man ja erregt ist. Ist es nicht eher nur ein Teil seiner persönlichen Vorlieben? Und demnach eher nur das Gefühl durch die Vorgaben, dass Demütigung was negatives sein muss. Also eher das Verbotene oder von der Norm abweichende was da erregt.
 
Es gibt 3 weitere Beiträge im Thema "Demütigung und Erniedrigung", die aktuell nicht angezeigt werden. Bitte logge Dich ein, um diese ebenfalls anzuzeigen.
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren