Das liebe Geld und ich

Benutzer95651  (35)

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Guten Abend!

Kurz und knapp: Ich bin 26 und habe nie gelernt mit Geld umzugehen.
Wir haben Mitte des Monats und ich habe noch knapp 100€ auf dem Konto.
Der Rest wird wohl leider etwas länger...

Ich weiß gar nicht wo ich genau anfangen soll.
Meine Familie hatte nie viel Geld. Wir sind genau 2mal in den Urlaub gefahren (Nordsee), einmal im Jahr gab es Geld für Klamotten (meist nach Weihnachten).
Mit 16 bekam ich mein erstes Girokonto auf dem einmal Geld von einem Ferienjob überwiesen wurde. Dies ging direkt für teure Inline Skates raus.
Taschengeld gab es nie wirklich. Ich musste praktisch immer bei meinen Eltern "betteln". Das Thema Geld ist mir und meinen Eltern bis heute sehr unangenehm.
Zum 18. gab es ein Sparbuch mit knapp 1000€ die ich für einen eigenen PC ausgegeben habe. Ein zweites Sparbuch mussten meine Eltern mal auflösen wegen Geldproblemen, aber das habe ich nur mal heimlich mitbekommen.

Ich habe auch noch nie "richtig" Geld verdient.
Nach dem Abi ging direkt zum Studieren und es gab Bafög. Nach 2 Semestern habe ich abgebrochen und gut 1 Jahr gegammelt, da ich keinen neuen Studienplatz bekommen habe und auch auf der Ausbildungssuche war.
Einen Ausbildungsplatz habe ich bekommen und diese letzten Oktober abgeschlossen. Da es eine schulische Ausbildung war gab es auch nur Schüler-Bafög + Kindergeld in unregelmäßigen Abständen. In der Zeit hatte ich zwar einen kleinen Nebenjob, aber da kam trotzdem kaum genug zusammen.
Nun habe ich mich nach der Ausbildung zu einem Studium entschieden und bekomme wieder Bafög.
Zusätzlich habe ich seit diesen Monat einen Hiwi-Job, das erste Gehalt kommt Ende des Monats.

Zur Zeit bin ich zwiegespalten, ob das Studium so eine gute Idee war. Weitere (noch) 4 Jahre ohne "richtiges" Einkommen. Aber in meinem Ausbildungsberuf hätte ich einfach zu wenig verdient und möchte nicht so Probleme haben wie meine Eltern.

Nun ist das Problem, dass ich einfach nicht sparen kann. Erstens weil am Ende des Monats einfach nichts übrig ist und weil es immer so war, dass ich Geld nur zum Ausgeben bekommen habe.

Zur Zeit ist es so, dass mein Freund die Miete und alle Nebenkosten übernimmt und ich die kompletten anderen Kosten wie Lebensmittel, Hygieneartikel usw.
Meine eigenen festen Ausgaben belaufen sich auf ca. 170€ und dazu an die 200€ für die oben Dinge. Somit geht mein komplettes Bafög drauf ohne jegliche Ausgaben für "Spaß".

Als ich im Januar die Bafögzahlung von ca. 2000€ bekam hatte ich gehofft, dass ich es schaffe mal etwas zu sparen. Nun ist alles ausgegeben. Und noch nicht mal für "Luxus". Es hat sich einfach von Monat zu Monat immer mehr abgebaut.

Nun will ich nicht, dass mir das Gehalt vom Hiwi-Job genau so ausgeht, ich muss doch endlich mal was sparen.
Aber wie?
Wie kann ich endlich lernen mit Geld umzugehen? Ich hatte nie die Möglichkeit etwas zu sparen und weiß nun nicht, wie ich das angehen soll.
Ich habe immer gehofft, dass es sich irgendwann mal von selber regelt...

Ach keine Ahnung, viel Text, viel Gejammer, das kann doch nicht so schwer sein :hmm:

Grüße
 
A

Benutzer

Gast
Puh, schwierig. gerade Taschengeld ist ja dazu da, dass der Umgang (und der Wert) mit Geld erlernt wird. Daher ist das natürlich schwierig, im höheren Alter (sorry^^) bei quasi "0" anzufangen, da ja die Bedürfnisse auch ganz andere sind.

Trotzdem: wie bist Du denn während der Ausbildung zurecht gekommen?

Ansonsten würde ich mal ganz einfach mit einem Haushaltsbuch anfangen. Das ganz offen und ehrlich führen und wirklich jeden einzelnen Cent, den Du ausgibst, aufschreiben (das ist schon schwer genug). Dann hast du es schwarz auf weiß, wofür Du Dein Geld ausgibst und kannst im nächsten Schritt überlegen, ob das denn auch irgendwie sinnvoll ist.

Wichtig ist, dass alle Ausgaben, die nicht alltäglich sind, auch nicht sofort getätigt werden sollten, sondern erst ein oder zwei Tage später - vielleicht hast du es dir ja bis dahin überlegt, ob du das tatsächlich kaufen möchtest. Damit meine ich jetzt nicht Lebensmittel oder ähnliches, sondern vielleicht Schuhe, Bettwäsche, PC-Spiele, etc - also Dinge, die es nicht fürs reine Überleben braucht, sondern irgendwelcher "Krimskrams", der "nice-to-have" aber nicht notwendig ist.

Wichtig ist, dass Du Deine Ausgaben im Blick hast und aktiv steuern kannst. Viele teilen auch den monatlich zur vefügung stehenden Betrag durch 4 (Wochen) und haben dann exakt diesen Betrag in Bar im geldbeutel - und dazu keine EC-Karte dabei. Ist auch ein gutes Mittel, um einen Überblick über das vorhandene Geld zu behalten. Wenn der Geldbeutel leer ist, ist einfach nichts mehr da.

Wenn Du längerfristig Geld ansparen möchtest, dann muss das ganz konsequent und automatisch erfolgen. Also z:B. monatlich ein fester Betrag weg vom Girokonto auf ein Sparkonto. Gibt da gan verschiedene Möglichkeiten, ganz nett sind da z.B. Zielsparpläne oder einfach nur Tagesgeld - wichtig ist, dass immerzum Monatsanfang der Betrag automatisch abgebucht wird. Fange da ruhig einfach mal mit 5,- € an. Besser als nichts.
 

Benutzer58933 

Verbringt hier viel Zeit
Ich glaube, am einfachsten wäre es, wenn du mal ein Haushaltsbuch führst. Alle Einnahmen auflisten und wirklich jede noch so kleine Ausgabe. Dann hast du schonmal einen Überblick über das, was alles anfällt und über Posten, die man sich hätte sparen können. Ich denke mir auch oft, dass ich ja eigentlich nur notwendige Dinge gekauft habe und trotzdem pleite bin. Wenn ich dann aber näher drüber nachdenke, dann war es hier mal eine Semmel, da mal eine Flasche Wasser, weil ich zu faul war, was von daheim mitzubringen. Das läppert sich dann aber auch alles und teilweise ist das auch ncith wenig.
Mehr kannst du momentan warscheinlich gar nicht tun. Viel Einsparpotential wird bei dir wohl nicht drin sein und ich schätze, das wird sich vor Studienende auch nicht ändern. Ist bei mir und vielen anderen Studenten auch nicht anders und ich bin wirklich, wirklich froh, wenn ich fertig bin und arbeiten kann und nicht mehr jeden Cent dreimal umdrehen muss.
 

Benutzer120307  (32)

Sorgt für Gesprächsstoff
Tjo, ich hatte es früher auch net so mit dem Geld... bis ich mir einen Sport draus gemacht habe ;-)
Einfach einen Kontostand vornehmen, Anfangs zB. 500€, und dann schauen das man den Betrag erreicht.
Wenn du ihn erreicht hast ist alles was du "unter" 500€ abhebst tabu (und dabei eine neues Ziel zB. 700€ vornehmen)
Falls das nicht funktioniert musste halt das mit dem Haushaltsbuch probieren (aber ich hätte keinen Spaß dran, hab da nie lange durchgehalten ;-) )
 

Benutzer115625 

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Gibt coole Smartphone-Apps für Haushaltsbuch (wenn du soviel Geld verprasst, wirst du ja sicher eins haben :grin:). Nutze ich auch. Sehr praktisch, weil hat man immer dabei und kann direkt nach'm Einkauf schnell Eintippen, inklusive Kategorie. Hilft einem sehr, Einnahmen und Ausgaben im Überblick zu behalten und das Ausgabeverhalten dementsprechend zu regulieren. Zeigt auch Sparpotential auf. Und wenn man will kann man sich sogar schöne Diagramme malen lassen.

Wenn du iOS hast: iXpenseit (nutze ich jetzt schon 3 Jahre, tolles Programm mit super Handling).

Grüße,

Ali Mente
 

Benutzer95651  (35)

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Danke für eure Antworten.

Während der Ausbildung habe ich ab und zu noch Unterstützung von meinen Eltern bekommen.
Der Gedanke mit kleinen Beträgen auf ein Sparkonto ist schon länger da, das hat mein Freund mir auch schon vorgeschlagen, aber das wäre diesen Monat ein weiterer Schritt ins Minus gewesen.
Leider geht der Hiwi-Job erstmal nur bis Ende September, es gibt also 3mal Gehalt.
Davon muss einfach ein Teil weggelegt werden.

Das mit dem Haushaltsbuch habe ich schon einmal versucht, aber leider ziemlich schleifen lassen. Da muss wohl ein neuer Versuch her. :hmm:
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
So wie ich das sehe, hast Du wirklich nicht viel Einsparmöglichkeiten - einfach , weil Du ohnehin schon nicht viel Geld zur Verfügung hast. Ich stand vor einem halben Jahr vor einer sehr ähnlichen Situation wie Du. Immer hat es gerade so gereicht und ich war überhaupt niciht sparfähig . HiWi-Geld ging auch ständig weg. Mir hat dann das Haushaltsbuch insofern geholfen, als dass ich endlich schwarz auf weiß hatte,dass ich wirklich nicht viel habe. Das war eine große Erleichterung, denn so wusste ich dann: Es ist nicht meine Unfähigkeit,es ist wirklich schwierig.
Ich denke, so wird es Dir auch gehen. Denn 200 Euro für Essen sind für zwei wirklich nicht viel. Da kommt dann noch das Semesterticket,Studiengebühren, Putzmittel und Kosmetika wie das banale Shampoo, Pille, Arzt, das notwendige Paar Schuhe, Büchergeld, ...und davon warst Du noch nicht mit Freunden weg.
Dennoch habe ich Einsparmöglichkeiten entdeckt. Ich ziehe jetzt bald von meiner geliebten Wohnung in eine günstigere WG (das erübrigt sich ja für Dich). Davor habe ich auch stark am Essen unterwegs gearbeitet und auf morgens Müsli statt Brötchen vom Bäcker umgestellt. Ich habe mir meine Fixkosten bewusst gemacht und so errechnet,was ich in der Woche überhaupt noch an Budget nur für mich = Kleidung, mal Kino übrig habe. Es waren knapp 10 Euro. Aber so hat man etwas, womit man planen kann.
Ich würde mich aber an Deiner Stelle darauf vorbereiten, dass Du vermutlich weiterhin nicht viel sparen kannst, ohne stark an Lebensqualität einzubüssen. Dennoch wird das Haushaltsbuch und die Erkenntnis hilfreich sein, um sich immerhin nicht mehr selbst vorzuwerfen, man könne nicht mit Geld umgehen. Und natürlich auch, um es besser im Blick zu haben.
 

Benutzer119934 

Öfters im Forum
Welchen Studiengang hattest Du zuerst angefangen (und dann abgebrochen)?
Welche schulische Ausbildung danach?
Was studierst Du aktuell?
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
@h2o2: Ist das in irgendeiner Weise für das Thema relevant?
 

Benutzer119934 

Öfters im Forum
Naja, wenn sie BWL studiert, dann würde ich ihr andere Vorschläge unterbreiten, als wenn sie z.B. irgendwas in Richtung Ethik studiert...
 
S

Benutzer

Gast
Wichtig ist, dass Du mit dem Geld auskommst, das Dir zur Verfügung steht. Vielleicht kannst Du mal 5-10 Euro beiseite legen, aber das wars auch schon. Die Studienzeit ist mMn nicht dazu da, um zu sparen, das kannst Du später noch, wenn Du mal richtig Geld verdienst.
 

Benutzer95651  (35)

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@h2o2: Also meine Studiengänge und die Ausbildung hatten und haben nichts mit Geld zu tun.

@unklar: Ich glaube du hast recht. Es wird bestimmt nicht viel zum Einsparen geben. Ich frühstücke zu hause um mir nichts holen zu müssen, Wasser habe ich immer dabei und in der Mensa esse ich auch nie.

Gibt es irgendwelche speziellen Tricks und Tipps beim Haushaltsbuch? Aber Google hilft bestimmt auch erstmal.

Danke euch!
 

Benutzer37179  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Gibt es irgendwelche speziellen Tricks und Tipps beim Haushaltsbuch? Aber Google hilft bestimmt auch erstmal.
Ich finde es ganz hilfreich, das Ganze ein wenig aufzuschlüsseln- ich hab z.B. die Kategorien "Lebensmittel", "Getränke", "Haushalt" (Waschmittel, Toilettenpapier, etc.), "Kosmetik" (Shampoo etc.) und "Extras" (Süßigkeiten, etc.). So hast du einen guten Überblick, merkst recht schnell wenn du mal in einer Kategorie mehr ausgibst als nötig und kannst dann da gegen steuern- z.B. wenn du wegen Prüfungsphase mehr Süßigkeiten kaufst als sonst.

Bei so kleinen Extras versuche ich immer mich zu fragen ob ich das tatsächlich wirklich brauche oder wirklich haben will- manchmal denkt man ja hinterher, dass das eigentlich gar nicht nötig war. Im Idealfall denke ich erst ein paar Tage drüber nach. KLappt natürlich auch nicht immer, aber es hilft. :zwinker:
 

Benutzer12784  (39)

Sehr bekannt hier
Wer nichts hat kann sich auch nichts ersparen. Wie soll das auch funktionieren.
Solange man nicht übermässig Schulden macht, ist es doch auch kein Problem, und heute tun sich viele Schwer überhaupt mal zu sparen.
Sogar ein Magister oder ein Doktor muss nicht immer ein Gehalt über 1200€ bedeuten.

Tricks wären zu Angebotszeiten mehr einzukaufen, aber da muss man halt auch investieren, aber zB Klopappier kann man gut lagern und wenn man das Schrottbillig bekommt. Genauso Nudeln sind teilweise sehr günstig im Großpack. Ansonsten Stromsparen und Verträge durchrechnen

Haushaltsbuch Einnahmen auf die Rechte Ausgaben auf die Linke Seite und am Ende sollte ein Plus da stehen oder eine schwarze Null.
 

Benutzer115625 

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Wie gesagt. Es gibt super Apps fürs Handy, dann hat man keine Zettelwirtschaft und vergisst es auch nicht ständig.

Grüße,

Ali Mente
 

Benutzer119934 

Öfters im Forum
Also gut, mit den wichtigen Infos bist Du ja recht sparsam... :zwinker:

...aber mal sehen: zunächst mal gehört zum Sparen, daß man sich einen Überblick verschafft:

1. Am Monatsanfang Kontostand (hoffe, Du hast nicht mehr als ein Konto, weil zu teuer) und gesamten Bargeldbestand auf den Cent feststellen.

2. 2 Spalten: links Einnahmen / rechts Ausgaben erstellen. Auf der linken Seite trägst Du den unter Punkt 1 festgestellten Ist-Bestand (also was da ist) ein und trägst darunter alle Einnahmen ein.

2. Alle festen Ausgaben, die Du jeden Monat hast, aber nur die wirklich wichtigen (dazu gehört nur Miete, Strom, Telefon, also die Fixkosten) von oben nach unten nach der Betragshöhe sortiert (wegen der Übersicht) in der rechten Spalte ins Haushaltsbuch eintragen;

3. Alle Quittungen und Kassenbons/-belege über alles was Du den Monat kaufst, sammeln und auch weiter unten in der rechten Spalte ins Haushaltsbuch übertragen;

Am Monatsende Strich druntermachen, Einnahmen und Ausgaben verrechnen, dann muß ein Plus überbleiben. UND, gaaanz wichtig: Haushaltsbuch und tatsächlicher Geldbestand müssen am Monatsende übereinstimmen, sonst machts Du Dir was vor!

Wenn das Geld nicht reicht, dann mußt Du Ursachenforschung betreiben:
- Stromtarif prüfen, vielleicht kannst Du in einen günstigeren wechseln.
- Handyvertrag (hier sollten 20,- EUR/Monat die Obergrenze sein wg. Flatrate); wenn Handy da ist, Festnetz kündigen! Eventuelle Pay-TV-Verträge kündigen.
- Alle Quittungen prüfen, ob da was dabei war, was eigentlich nicht nötig war, wie z.B. Klamotten für Freitzeitaktivitäten, die man sich als "Luxus" halt verkneifen muß (siehe Inliner); CDs etc. sind auch ein EURO-Grab!, die geliebte Musik kann man vielleicht irgendwo anders herbekommen. Du brauchst nicht alle 6 Monate ein neues Handy (dieser Hinweis nur, falls das bei Dir zu weit oben auf der Wunschliste steht)
- Was habt Ihr an Nahrungsmitteln gekauft: Hättet Ihr die auch billiger kaufen können? Gönnt Ihr Euch da irgenwelchen Luxus, auf den ihr verzichten könntet? Wieviel davon werft Ihr weg (weshalb auch immer)?
- Gleiches gilt für übrige Einkäufe: nur was wirklich nötig ist kaufen. Wenn etwas weggeworfen wird, hast Du falsch geplant.
- etc.

Und: Wenn Ihr zusammen für Euren Haushalt aufkommt, dann solltet Ihr die Kosten auch gerecht aufteilen: Was DU in die gemeinsame Kasse reingeben kannst, muß ER auch einlegen. Falls er jetzt schon mehr reingibt, sei froh, dann mußt Du aber sehen, wo und was Du noch sparen kannst.

Und alles was Du besitzt, aber nicht mehr brauchst und Dir eh nur im Weg rumsteht, kannst Du natürlich im second-hand-shop oder bei eBay vertickern (z.B. Bücher, die Du gelesen hast, aber sonst nicht so wertvoll sind), das bessert die Haben-Seite auf. Und wenn mal etwas Geld über ist, kannst Du aufm Flohmarkt oder ebenfalls bei eBay was günstiger bekommen.

Wichtig ist es noch Prioritäten richtig zu setzen: erstmal ist nur das Lebenswichtige (Essen, Trinken, Wohnen) ein Muß, alles andere sind kann-Optionen.

Und das Haushaltsbuch muß natürlich immer schön nach diesem Muster geführt werden, sonst funzt das nicht, gell.

Hört sich vllt. drastisch an, wie ich es formuliert habe, aber sparen ist halt ne nüchterne Angelegenheit...:unsure:


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Zuletzt bearbeitet:

Benutzer51843 

Meistens hier zu finden
ich habe es so gemacht:
zuerst habe ich auch 3-4 monate kassenzettel gesammelt und sachen ohne zettel mir notiert und am ende des monats geschaut, wieviel ich wofür ausgegeben habe. ich habe es unterteilt in fixkosten (miete, stadtwerke, telefon, versicherung... eben alles was man an monatlichen fixkosten hat), lebensmittel (essen, getränke, süßigkeiten), haushalt (putzmittel, klopapier, hygieneartikel sämtlicher art), extras (kino, cocktail) und fahrtkosten (benzin, fahrkarten). beträge für lebensmittel und haushalt habe ich aufgerundet (es wird ja ständig was teurer, man kauft mal etwas mehr oder weniger). diese beträge habe ich meinen einnahmen entgegengestellt und gesehen, welchen betrag ich im monat über habe. das überweise ich auf ein tagesgeldkonto, wo es bleibt. so muss ich mit dem geld auskommen, das ich auf meinem girokonto habe. habe ich dann für die letzte woche nur noch 20€ zum einkaufen, muss das eben reichen. (das ist für mich aber leichter, weil ich alleine wohne und eben das esse was ich mir kaufe, ich muss auf niemanden rücksicht nehmen).

wichtig finde ich, dass man nicht alles auf dem girokonto rumliegen hat. so sieht man dann beim onlinebanking oder auf dem kontoauszug, dass man ja noch geld hat und schwupps ist es dann auch weg. für sachen die man nicht unbedingt gebraucht hätte. das modell spardose empfehle ich dir nicht. das ist dann mal schnell was rausgenommen, sind ja nur 10€ fürs kino...
mach ein tagesgeldkonto oder ein sparbuch auf um das gesparte geld dort abzulegen. da hast du relativ zeitnah zugriff drauf, für den notfall (die waschmaschine ist kaputt und muss vom handwerker repariert oder gar neu gekauft werden), aber du hast es nicht ständig vor augen und das gefühl es loswerden zu wollen.
wenn du weißt, dass du am, meinetwegen, 27. des monats geld bekommst, kannst du auch das konto-clearing in anspruch nehmen. da kannst du dann festlegen, dass an diesem tag alles, was über dem betrag x (den du festlegen kannst) auf deinem konto ist, wird automatisch auf dein sparkonto gebucht. so hast du jeden monat den gleichen betrag zur verfügung.
wenn du dein hiwigehalt bekommst, kann ich dann schon verstehen, dass du dir davon etwas leisten möchtest. das ist auch ok, schließlich hast du dafür gearbeitet. aber überlege dir genau: brauchst du etwas dringend, wofür das geld bisher nicht da war? dann versuche das günstig zu bekommen und spare den rest sehr strickt. benötigst du dringend kleidung, dann lege einen betrag fest (meinetwegen 100€) und gib auch nicht mehr aus. lege vorher fest, was du kaufen möchtest (eine jacke und 3 t-shirts) und kaufe auch nicht mehr, nur weil von den 100€ was übrig ist. und der rest wird gespart. betrachte es als zusätzliches geld, denn bisher hattest du es nicht zur verfügung.

ich zahle kaum noch mit der ec-karte. ich hatte immer nur lebensmittel gekauft, die ich auch brauchte. habe aber mit karte bezahlt. ich hatte zwar einen groben überblick aber doch ab und zu mal vergessen an die 12€ bei lidl zu denken... nun hole ich immer bargeld. und habe ich noch 15€ einstecken, dann sollten die eben reichen. der nebeneffekt ist, dass man sehr viel kleines wechselgeld bekommt, das ich üblicher weise nicht ausgebe. dieses kleingeld sammle ich in einer sehr großen spardose und alle 2-3 jahre wird im winter, wenn es kalt und ungemütlich ist, papier zum rollen bei der sparkasse geholt, die münzen sortiert und gerollt. rechnet man das zusammen, ist es erstaunlich was kleingeld ausmachen kann. da kommt eine nette summe zusammen (abhängig davon ob es sich nur um kupfermünzen oder auch um andere handelt). das kommt dann auch aufs sparkonto, denn es ist für mich "zusätzlich", das bisher nur bei mir zu hause rumlag.

natürlich ist es schwierig zu sparen, wenn einfach nichts übrig bleibt. wichtig finde ich, dass man einen anfang macht, denn jeder euro zählt, auch wenn es 5€ im monat sind (sind auch 60€ im jahr!).
 
S

Benutzer

Gast
Also mein Vorschlag wäre:

Lebe bewusst 2 Wochen dein Alltag, halte alles fest was kosten verursacht. Anschließend gehts an die Datenverarbeitung:

- Stelle fest was du wöchentlich an Lebensmitteln ausgibst, rechne zu dem Wert eine gewisse Toleranzgrenze. Damit man sich auch mal was "leisten" kann.

- Stelle eine Auflsitung deiner Fixkosten zusammen (Miete, Versicherung, Auto etc.)

- Eröffne ein neues Konto, von dem zukünftig alle Fixkosten abgehen und du von deinem Gehaltskonto ein Dauerauftrag über die Summe einrichtest. Die Fixkosten sollten geringfügig größer sein als die tatsächliche Summe um Preissteigerungen langfristig abzufedern.

- Nimm dir deine Lebensmittel und Analysiere was immer wiederkehrende Posten sind und wo man "einsparen" könnte. Kaufe ein mal in der Woche und richte dich nach Angeboten.

- Hebe das Haushaltsgeld ab und packe es in eine Kasse, wo auch Bons der Woche/ Monat reinkommen. Rechne monatlich ab und packe übrig gebliebenes Geld an die Seite.

- Mach ein weiteres Konto. Nutze es als Sparkonto. Überweise in regelmäßigen Abständen das gespaarte des Haushaltsgeld und lege dir eine Fixsumme von deinem Gehalt als Sparsumme an. Selbst 20 Euro reichen. Mache dies per Dauerauftrag.

- Verschließe die Karte des Sparkontos so, das der Zugang kaum möglich ist. Nur wenn du monatlich angespaartes überweisen musst.

Alles was danach bleibt, solltest du zum Freizeitvergnügen besten Gewisses auf den Kopf hauen können. Verändere und Optimiere so lange bist du über längere Zeit kein Geld von irgendwo abheben musst um Defizite irgendwo auszugleichen. Und werde dich über Sinn oder nicht Sinn eines Gutes im klaren, wo du drauf abzielst es evtl. zu kaufen. "Muss ich das wirklich haben?" gegensteuern mit "was könnte ich mir Leisten, wenn ich das Geld lieber spare".
 

Benutzer95651  (35)

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@h2o2: Ich weiß ja nicht, was du noch hören willst. Im Eingangspost habe ich meine Einnahmen und Ausgaben genannt, wer was bezahlt usw.

@kessy88: So ein Tagesgeldkonto ist schon in Planung bei meinem Freund und mir. Auch unsere Kleingelddose platzt bald und wird dort eingezahlt.

Ich habe eher ungern Bargeld dabei, damit ich mir nicht doch mal Kleinigkeiten kaufe, wie z.B. beim Bäcker. Und ich sehe schon gerne beim Online-Banking meine ganzen Ausgaben auf einmal. Ich mache Essenspläne und gehe nur mit Einkaufszettel einkaufen.
Shoppen war ich dieses Jahr einmal, im Primark, da es so günstig ist bekam ich schon einiges für 50€, das wars schon.
Das Essen ist wohl für mich der einzige Luxus, den ich meinem Freund und mir gönne. Süßigkeiten gibt es nur für ihn, ich kaufe ihm die Dinge einfach gerne. Wahrscheinlich als kleiner Dank, was er für uns alles zahlt.

Natürlich würde ich mir gerne was gönnen von dem Hiwi-Job, aber das Geld ist auch eigentlich schon gar nicht mehr da.
Mein Rad braucht 2 neue Reifen und den Sarttel + Stange, da mir alles geklaut wurde... Und es gibt leider noch ein paar dringende Anschaffungen...
Bücher kaufe ich mir keine, ich kann die meisten in der Uni ausleihen.
Das Busticket ist im Semesterbeitrag enthalten (insg. 225€, die grade wieder fällig waren).
Da wir ca. alle 2 Monate zu unseren Eltern fahren gehen da 50-100€ Spritkosten drauf. Das Auto gehört meinem Freund, ich beteilige mich nur am Sprit. Und ja, er kann sich ein Auto leisten, das ist also kein Thema für mein Geld.

Mein Freund spricht auch öfter an, dass ich meine Eltern doch nach Geld fragen soll. Aber mit 26 will ich das einfach nicht mehr, außerdem weiß ich, dass sie mir sonst was geben würden, wenn sie etwas hätten... meine Schwester ist auch noch in der Ausbildung und muss eine Wohnung (WG-Zimmer) bezahlt bekommen.

Naja, ich hab im Netz ne tolle Excel-Tabelle gefunden und werde alle Kassenbons sammeln. Mal sehen, was dabei rauskommt.
 

Benutzer119934 

Öfters im Forum
Also mein Vorschlag wäre:

Lebe bewusst 2 Wochen dein Alltag, halte alles fest was kosten verursacht. Anschließend gehts an die Datenverarbeitung:
Worin liegt der Vorteil, abweichend von den üblichen, periodisch im Monatstakt anfallenden Kosten (HiWi-Einkünfte, Miete, Telefon, usw.) einen abweichenden Beobachtungszeitraum (Dein Vorschlag: 2 Wochen) als Grundlage für die "Datenverarbeitung" anzunehmen?


- Eröffne ein neues Konto, von dem zukünftig alle Fixkosten abgehen und du von deinem Gehaltskonto ein Dauerauftrag über die Summe einrichtest.
Wäre ein weiteres Konto kostenlos, dann ok, wenn es nur beim Mehraufwand bleibt. Das muß jeder selber wissen. Aber wenn ein weiteres Konto zusätzliche Kosten verursacht, widerspricht das nicht dem vorliegenden Sparzwang?


- Mach ein weiteres Konto. Nutze es als Sparkonto. Überweise in regelmäßigen Abständen das gespaarte des Haushaltsgeld und lege dir eine Fixsumme von deinem Gehalt als Sparsumme an. Selbst 20 Euro reichen. Mache dies per Dauerauftrag.
...noch ein weiteres mal Kontokosten und -gebühren...? Sind bei zwei zusätzlichen Konten - je nach Landkreis und Bank - ganz schnell mal EUR 12,- bis EUR 15,- zusätzliche Kosten IM MONAT...

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