Das elende Thema Familienfeier

Benutzer96468 

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Meine Partnerin (27) und ich (28) sind schon vier Jahre zusammen. Im Frühling wird es in meiner Familie eine Taufe geben. Da wir aus dem osteuropäischen Raum kommen wird diese etwas größer gefeiert (40 Leute). Nun ist es so, dass meine Partnerin mir signalisiert hat, dass sie da partout nicht hingehen möchte, weil sie meinen Schwager verachtet (und alles für was die Taufe steht). Die andere Familie weiß nichts davon und denkt alles sei "normal". Für mich wäre es sehr wichtig, wenn wir gemeinsam als Paar zur Taufe gehen, aber wie es aussieht, lässt sie sich nicht umstimmen. Ich fühle mich sehr befremdlich damit und weiß damit einfach nicht umzugehen, weil in mir ein Konflikt stattfindet. Ich denke mir einfach, sie könne ja mir zuliebe mit, einfach weil dann kein schlechtes Licht auf uns als Paar geworfen wird, denn vor den sozialen Sanktionen fürchte ich mich dann doch ein wenig. Kennt jemand ähnliche Situationen? Ich weiß, dass ich sie zu nichts zwingen kann und soll, aber das Thema hat zu vielen Streitereien in den letzten Wochen geführt und ich weiß einfach keinen Ausweg.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich denke mir einfach, sie könne ja mir zuliebe mit, einfach weil dann kein schlechtes Licht auf uns als Paar geworfen wird, denn vor den sozialen Sanktionen fürchte ich mich dann doch ein wenig.
Obwohl ihr schon so lange zusammen seid, würde das ein schlechtes Licht auf euch als Paar werfen? Wie würde deine Familie denn konkret reagieren? Und warum "verachtet" deine Freundin deinen Schwager?

Ich kann verstehen, dass du dir einfach wünschst, dass sie mitkommt. Aber als deine Freundin würde ich mich wohl fragen: Was muss ich alles tun, wo ich nicht hinter stehe (wie zB die Taufe), damit der Schein gewahrt bleibt? Ich würde befürchten, da nicht mehr rauszukommen. Vielleicht ist das auch ihre Sorge? Gäbe es dann irgendwo eine Grenze, wo du sagen würdest, dass sie das nicht mitmachen muss, obwohl deine Familie es sich wünscht?
 

Benutzer11466 

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ich weiß einfach keinen Ausweg.
Man könnte der Verwandtschaft was vorlügen - Freundin ist auf lange geplanter Geschäftsreise o.ä.

Ihr könntet beide absagen.

Deine Freundin könnte sich am Riemen reißen.

Ich kenne weder Deine Familie, noch weiß ich, welches Problem Deine Freundin mit Taufen hat. Ich selbst bin Atheist, war aber im Laufe meines Lebens schon öfter auf kirchlichen Trauungen, Beerdigungen etc. Eigentlich gebietet es die Höflichkeit, daß man an sowas teilnimmt - werden ja keine Opfertiere geschlachtet und es geißelt sich auch niemand vor der Gemeinde.

Wenn Deine Freundin Deinen Schwager (also ihren Bruder?) überhaupt nicht leiden kann - dann kann man tatsächlich auch eine Einladung guten Gewissens ablehnen - ob man dabei Klartext redet (Tut mir leid, meine Freundin kommt mit Euch nicht klar.) oder 'ne Lüge auftischt, hängt wohl von den Umständen ab.
 

Benutzer96468 

Verbringt hier viel Zeit
Danke für eure Antworten reed reed und Katjes.

Meine Partnerin verachtet den Schwager (und damit den Mann meiner Schwester), weil er sehr altmodische Ansichten hat und alles was er tut oder wie er sein Leben lebt als das beste anpreist. Ich finde es auch nicht gerade schön, aber ich stehe da drüber und lass mich davon nicht beeinflussen. Meine Partnerin ist davon aber sehr eingeschnappt und das ist umso verstärkter, weil mein Schwager und meine Schwester die "Lieblinge" meiner Eltern sind, weil sie exakt das Leben leben, welches in unseren konservativen Kreisen als erstrebenswert gilt.

Man kann der Verwandschaft was von Reisen oder Krankheiten vorlügen ja, aber mit Lügen fühle ich mich Allgemein nicht wohl. Ich sehe es auch so wie Katjes - wenn man eingeladen wurde gebietet das die Höflichkeit. Meiner Partnerin stößt es aber schon auf, dass wir "nur" mündlich eingeladen wurden z. B.. Falls man etwas ablehnt, würde ich Klartext bevorzugen, weil ich einfach dieses Ausweichen des Konfliktes nicht ertragen kann. Ich weiß ich kann sie nicht zwingen und muss ihre Entscheidung akzeptieren, für mich wird es halt einfach eine blöde Situation, vor allem wenn ich es dann auch rechtfertigen muss.
 

Benutzer11466 

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Meiner Partnerin stößt es aber schon auf, dass wir "nur" mündlich eingeladen wurden
Das ist aber nun wirklich albern.
Falls man etwas ablehnt, würde ich Klartext bevorzugen, weil ich einfach dieses Ausweichen des Konfliktes nicht ertragen kann.
Dann mach doch reinen Tisch und sag Deiner Schwester, daß Deine Freundin den Schwager nicht abkann. Es ist Deine Schwester und die Taufe ihres Kindes - wenn Deine Freundin nicht will, dann soll sie halt was anderes machen. Solange Du ein gutes Verhältnis zu Deiner Schwester hast, fahr halt allein zu der Taufe.

Bei allem Verständnis für die Abneigung Deiner Freundin (diese Sorte Maulhelden kann ich auch leiden wie sieben Tage Regenwetter): Aber man kann sich für 'nen halben Tag am Riemen reißen bzw. das beste aus der Situation machen. Wenn einen der großspurige Schwager nervt, kann man weghören und ihn so weit wie möglich ignorieren. Es werden doch hoffentlich noch ein paar Verwandte dort sein, die nicht so nervig sind - oder?
 

Benutzer107106 

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Redakteur
In meiner Scghwiegerfamilie läuft auch vieles nicht rund. Auf Feiern, auch deren dir ich nicht besonders gutheiße, bemüh eich mich freundlich zu bleiben, die Party nicht zu sprengen und bleibe eben bei den Leuten, die ich mag. Hat bisher immer gut geklappt.
Wenn ihr die Beziehung erst ist, dann sollte ihr bewusstsein, dass sie ja auch quasi die Tante des Kindes ist. Und als Tante sollte man solchen "Meilensteinen" seiner Nichte oder Neffens - blutsverwandt oder nicht - eben teilnehmen.

Eine Freundin von mir war auf der Beschneidungszeremonie des Babys einer jüdischen Freundin eingeladen. Das war für sie auch sehr seltsam, zum einen die mehr oder weniger fremde Religion, zum anderen das Ritual der "Genitalverstümmelung", wie sie es empfunden hat. Trotzdem spielt sie im Leben der Mutter und vor allem in dem des Jungen eine wichtige Rolle, weswegen sie eben mit dabei sei wollte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer12529 

Echt Schaf
Mein Schwager ist auch öfters auf Feiern nicht dabei, zb, weil er selbst "Familienfeier" hat, oder "ein Kumpel" oder so irgendwas wichtiges hat an dem Tag... irgendwelchen wichtig klingende Dinge, die nicht nach "Er hat keinen Bock auf circa die Hälfte der Anwesenden und/oder mag solche Feiern einfach nicht" klingen, und den/die Einladenden nicht verletzen. Lieber eine Anstandslüge bzw -ausrede, als langjährigen Knatsch mit allen.

Wenn deine Freundin partout nicht mit will, auch nicht, um dir einen Gefallen zu tun, und du die Leute nicht direkt anlügen möchtest, wäre die halbe Wahrheit vielleicht auch eine Option. Das man nicht zur Tauffeier möchte, weil man grundsätzlich was gegen Taufe und Co hat, dürfte nachvollziehbar sein.
Vielleicht wäre auch der Kompromiss, dass sie nicht in den Gottesdienst mitkommt, aber zur restlichen Feier, eine Option für euch.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
ich kann sie verstehen,an ihrer stelle würd ich auch nicht dahin wollen.und ich kann nicht nachvollziehen,warum du möchtest,dass sie gegen ihren willen da erscheint.ich will nicht,dass jemand was gegen seinen willen macht,auch nicht für mich.
 
1 Woche(n) später

Benutzer56469  (36)

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Warum ist es dir wichtig was andere von euch als Paar halten? Als Partner steht man doch zu dem was seine Partnerin denkt oder nicht? Sie hält nix von Taufe also dann muss sie da auch nicht hingehen. Du kannst entweder mit ihr streiten (was unnötig ist) oder selbstbewusst alleine auf die Feier gehen. :zwinker:
 

Benutzer150539 

Sehr bekannt hier
Ich wurde so erzogen, dass man auch zu Anlässen geht, auf die man keine Lust hat oder mit denen man nicht so viel anfangen kann, aus Respekt gegenüber der Familie.
Wenn sie wirklich ein Problem mit einer Taufe hat, kann sie dies auch offen Kund tun (z.B. mit deiner Schwester drüber sprechen). Sie kann aber auch blau machen (Krankheit zieht da ja immer) und damit allen anderen ihre schlechte Stimmung ersparen, wenn sie nicht auf den Mund sitzen will/kann.

Ich sehe darin nun nicht ein Problem, dass man in einer Familie geächtet würde oder ihr als Paar in Frage gestellt würdet. Aber da bin ich wohl zu offen und religionsfrei erzogen worden. Bei uns ist es "normal", dass der Partner auch mal alleien irgendwo hin geht, ohne Sanktionen zu haben. Dies kommt im Leben eben vor.
 
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