Das berühmte "Liga-Spiel"

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich habe zwar nicht alle Beiträge gelesen, aber gebe trotzdem mal meinen Senf dazu.

Natürlich gibt es das Ligensystem bei Menschen, es ist Teil der Gruppendynamik und hat sich im Laufe der Evolution bewährt.
Ich würde aber auch nicht von Ligen sprechen, sondern einen Begriff aus dem Tierreich entlehnen: Ränge und Rangordnung. Ich denke, jeder weiß was damit gemeint ist:

In einer Affengruppe gibt es 3 Männchen und 5 Weibchen. Männchen 1 ist groß unf kann am lautesten brüllen. Männchen 2 ist stärker und macht mehr Beute. Gruppenmitglieder haben mehr Respekt vor Männchen 2 , somit nimmt er einen höheren Rang ein. Von den 5 Weibchen wird er bevorzugt (bei Tieren wählt immer das Geschlecht den Partner aus, welches sich um die Aufzucht der Nachkommen kümmert).

Dieses System ist ebenso wichtig wie natürlich. Die Rangordnung bestimmt ja zB, wer als erstes fressen darf. Hätten alle Tiere den gleichen Rang, würde wohl im Endeffekt niemand zum Fressen kommen. Oder anderes Beispiel: wenn eine Pferdeherde bei aufkommender Gefahr erst diskutieren und abstimmen muss, in welche Richtung sie flüchten sollen, sind sie schneller tot als sie wiehern können.

Aber wie sieht es damit bei Menschen aus? Ich behaupte, fast genauso.
Nehmen wir an, im Zuge eines Workshops auf der Arbeit werden fünf Menschen zu einer Gruppe zusammen getan, die sich vorher noch nie gesehen haben.
Sie stehen sich im Kreis gegenüber. Schnell und unbewusst schätzen sie sich gegenseitig ein: Wer ist der größte, wer der intelligenteste, wer sieht so aus als würde er aus einer einflussreichen Familie stammen usw. Dieser erste Eindruck macht aber noch nicht den Rang aus, er gibt nur eine Tendenz.
Dann folgt nämlich der wichtige zweite Eindruck: Die Gruppenmitglieder fangen an, miteinander zu sprechen, stellen sich vor. Schnell wird klar: der größte ist der dümmste, der gut aussehende ist hochnäsig und der zuvor etwas unscheinbare spricht freundlich, mit angenehmer Stimme und Witz.
Jetzt soll die Gruppe schnell eine Entscheidung treffen. Wem wird eher zugehört, dem, der allen freundlich begegnet ist und ein gesundes Selbstbewusstsein besitzt, dem, der nur still zuschaut und mit leiser Stimme etwas einwenden will, oder dem, der großspurig heraustönt, dass er das alles schon kann?
Ich denke, die Sachlage ist klar. Zwar sind wir zivilsierten Menschen durchaus dazu in der Lage, allen Gruppenmitgliedern zuzuhören und jeden Ratschlag zu bedenken, wenn es hart auf hart kommt, würden wir jedoch eher dem folgen, der unserer Meinung nach den höheren Rang einnimmt.
Auch unser Verhalten dem gegenüber ändert sich: wir sind freundlicher zu ihm, wollen seine Aufmerksamkeit, seine Zuneigung.
Das ist gruppendynamisch gesehen ein ziemlich gesundes Verhalten: wer sich mit dem Boss anlegt, hat meist keine guten Chancen.
Ich habe jetzt behauptet, alle Menschen würden in Ränge einordnen. Stimmt das? Was ist mit denen, die keinen Wert auf Geld, Kleidung, Job usw. legen?
Ich sage: es gibt verschiedene Kriterien für Ränge. Diejenige, die von eingebildeten reichen Schnöseln nicht viel hält, legt vielleicht mehr Wert auf eine angenehme, ruhige Persönlichkeit. Diese nimmt für sie einen höheren Rang ein, der Schnösel einen niedrigeren. Befindet sie sich in einer Gruppe mit beiden, würde sie sich dem Schüchternen, also ihrem Ranghöheren, mehr zuwenden als dem Schnösel.
Das ist geschlechtsunabhängig.
Aber natürlich hat das auch eine Auswirkung auf die Partnerwahl. Jeder Mensch versucht erstmal, seinen Ranghöheren / seine Ranghöhere für sich zu gewinnen. Wie gesagt können das ja verschiedene Typen von Menschen sein.

Dieses Verhalten mag sehr animalisch klingen, und ich gebe zu, dass es sich in unserer Gesellschaft mehr und mehr verwischt hat. Wir leben nicht in einer festen Gruppe von 15 Personen wie die Affen. Wir treffen ständig neue Menschen, sehen manche nie wieder. Die geografische und soziale Mobilität steigt an. Ränge sind nicht mehr so klar definiert, es gibt verschiedene, individuelle Kriterien. Aber die Grundzüge sind dennoch vorhanden, und ich denke, das ist auch gut so.
Bis jetzt gab es ja auch noch keinen richtig ausgeführten, funktionierenden Kommunismus, wo alle Menschen gleich und gleichberechtigt sind. Manche wollen eben lieber führen, andere folgen.

Ob diese Einteilen in Ränge moralisch richtig ist, ist natürlich eine andere Frage. Aber ich denke, das wird es immer geben. Und durch die erwähnten Bedingungen in der Gesellschaft ist es auch möglich, seinen Rang zu verbessern. Die Selbsteinschätzung spielt nämlich auch eine große Rolle. Wer mit sich selbst zufrieden is, wird tendenziell immer ranghöher eingestuft werden.
 

Benutzer131691  (36)

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Richtigen Reichtum kann man sich heutzutage sowieso nur noch selten erarbeiten, das meiste Geld wird über's Erben weitergegeben.

.
Das weißt du woher?
Weißt du mit welchen Mitteln und unter welchen Voraussetzungen ich mein Geld gemacht habe?
Weißt du womit ich mein Geld gemacht habe?

Ja, ich habe reiche Eltern, und dadurch habe ich gelernt, wie man an Geld kommt.
Und ich kenne (musste damals kennen) mehr Self-Made-Millionäre als Erben.
 

Benutzer130414 

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Es gibt doch nicht nur "Chick, Geld, etc".
Kann es sein, das sich eine andere Liga vielleicht auch über andere innere Werte definiert? Darüber wie man etwas lebt, Warnimmt und verarbeitet?
Z.B. gibt es halt einfach höhere Künste.
Klar kann ich zu Lady Gaga abgehen (nein. ok. kann ich nicht. brr) aber ich kann auch zu Puccini gehen und mir wesentlich vielschichtigere Musik anschauen. Klar kann ich mir ein Fußballspiel nach dem anderen anschauen und nen Sixpack lehren. Oder ich geh mit Sekt zum Ballett.
Klar kann ich im Öffendlichen Dienst nen Tippse (sry. ist nicht böse gemeint) sein. Oder nen Wissenschaftlicher Mitarbeiter, der Täglich neues entdeckt. Werder das eine noch das andere kostet mehr Geld oder bringt mehr Geld ein. Aber der Anspruch ist ja wohl was gänzlich anderes.
Für mic hdefiniert sich die "Liga", wenn man es so nennen möchte einfach auch darüber wie intensiv man etwas tut, und wie man sich seine Hobbys aussucht.
Die Lady im Abendkleid mit Diamantdiadem kann genaus so weit unter mir stehen, weil sie einfach nur da ist, ohne irgendwas davon wirklich warzunehmen oder gar zu reflektieren wie der Punker von der Straße weit über mir stehen kann, wenn er sein Leben reflektiert hat, seine Umgebung hinterfragt und bewusst lebt.
Denn es kommt eigentlich darauf drauf an, wie man mit etwas umgeht, wie das eigene Verhalten ist.
Meines erachtens können Äußerlichkeiten wie Aussehen, Stil und Geld einen Anhaltspunkt zur "Liga" geben. Diese aber nicht bestimmen. Allerdings trifft man den Wohlreflektierten Straßenpunk doch eher selten. Hohle Fashionmitläufer gibt es da aber wesentlich mehr.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich kenn alle Seiten, von gar kein Geld, bis wirklich viel Geld haben. Es macht nur aus einem speziellen, prädestinierten Typ eine andere Person, wenn mehr Stellen vor dem Komma aufm Konto stehen. Und nicht jeder der Geld hat, wirft neureich damit um sich, um seinen Status zu erhöhen... Es ist schön, die Sorgen nicht zu haben, ja. Aber mehr auch nicht. Keiner wird toller oder weniger toll, ob er Geld erbt, erarbeitet, im Lotto gewinnt oder eine Schatz findet. Sein Charakter macht aus, wie er damit umgeht, das ist alles.

This. Und ich würde auch - aus meinen Erfahrungen heraus - anzweifeln, dass alle Menschen mit richtig viel Geld sich nur mit ihresgleichen umgeben, praktisch nur in diesen Kreisen wandeln und man ihren Kontostand schon auf den ersten Blick von aussen ablesen kann. Kreise können sich überschneiden, und man kann sich auch wenn man viel viel Geld hat teils in den gleichen Kreisen - oder an Überschneidungspunkten - bewegen, wie jemand der wenig Geld hat. Geld oder Herkunft sind ja nun nicht das einzige, was Menschen verbindet und zusammenführt - Ansichten, Wertvorstellungen, Lebensphilosophien, etc.pp. spielen ja durchaus auch eine nicht zu verachtende Rolle.
 

Benutzer131691  (36)

Benutzer gesperrt
Ich habe zwar nicht alle Beiträge gelesen, aber gebe trotzdem mal meinen Senf dazu.

Natürlich gibt es das Ligensystem bei Menschen, es ist Teil der Gruppendynamik und hat sich im Laufe der Evolution bewährt.
Ich würde aber auch nicht von Ligen sprechen, sondern einen Begriff aus dem Tierreich entlehnen: Ränge und Rangordnung. Ich denke, jeder weiß was damit gemeint ist:

In einer Affengruppe gibt es 3 Männchen und 5 Weibchen. Männchen 1 ist groß unf kann amGruppenmitglieder haben mehr Respekt vor Männchen 2 , somit nimmt er einen höheren Rangein. Von den 5 Weibchen wird er bevorzugt (bei Tieren wählt immer das Geschlecht denPartner aus, welches sich um die Aufzucht der Nachkommen kümmert).

Dieses System ist ebenso wichtig wie natürlich. Die Rangordnung bestimmt ja zB, wer als erstes fressen darf. Hätten alle Tiere den gleichen Rang, würde wohl im Endeffekt niemand zum Fressen kommen. Oder anderes Beispiel: wenn eine Pferdeherde bei aufkommender Gefahr erst diskutieren und abstimmen muss, in welche Richtung sie flüchten sollen, sind sie schneller tot als sie wiehern können.

Aber wie sieht es damit bei Menschen aus? Ich behaupte, fast genauso.
Nehmen wir an, im Zuge eines Workshops auf der Arbeit werden fünf Menschen zu einer Gruppe zusammen getan, die sich vorher noch nie gesehen haben.
Sie stehen sich im Kreis gegenüber. Schnell und unbewusst schätzen sie sich gegenseitig ein: Wer ist der größte, wer der intelligenteste, wer sieht so aus als würde er aus einer einflussreichen Familie stammen usw. Dieser erste Eindruck macht aber noch nicht den Rang aus, er gibt nur eine Tendenz.
Dann folgt nämlich der wichtige zweite Eindruck: Die Gruppenmitglieder fangen an miteinander zu sprechen, stellen sich vor. Schnell wird klar: der größte ist der dümmste, der gut aussehende ist hochnäsig und der zuvor etwas unscheinbare spricht freundlich, mit angenehmer Stimme und Witz.
Jetzt soll die Gruppe schnell eine Entscheidung treffen. Wem wird eher zugehört, dem, der allen freundlich begegnet ist und ein gesundes Selbstbewusstsein besitzt, dem, der nur still zuschaut und mit leiser Stimme etwas einwenden will, oder dem, der großspurig heraustönt, dass er das alles schon kann?
Ich denke, die Sachlage ist klar. Zwar sind wir zivilsierten Menschen durchaus dazu in der Lage, allen Gruppenmitgliedern zuzuhören und jeden Ratschlag zu bedenken, wenn es hart auf hart kommt, würden wir jedoch eher dem folgen, der unserer Meinung nach den höheren Rang einnimmt.
Auch unser Verhalten dem gegenüber ändert sich: wir sind freundlicher zu ihm, wollen seine Aufmerksamkeit, seine Zuneigung.
Das ist gruppendynamisch gesehen ein ziemlich gesundes Verhalten: wer sich mit dem Boss anlegt, hat meist keine guten Chancen.
Ich habe jetzt behauptet, alle Menschen würden in Ränge einordnen. Stimmt das? Was ist mit denen, die keinen Wert auf Geld, Kleidung, Job usw. legen?
Ich sage: es gibt verschiedene Kriterien für Ränge. Diejenige, die von eingebildeten reichen Schnöseln nicht viel hält, legt vielleicht mehr Wert auf eine angenehme, ruhige Persönlichkeit. Diese nimmt für sie einen höheren Rang ein, der Schnösel einen niedrigeren. Befindet sie sich in einer Gruppe mit beiden, würde sie sich dem Schüchternen, also ihrem Ranghöheren, mehr zuwenden als dem Schnösel.
Das ist geschlechtsunabhängig.
Aber natürlich hat das auch eine Auswirkung auf die Partnerwahl. Jeder Mensch versucht erstmal, seinen Ranghöheren / seine Ranghöhere für sich zu gewinnen. Wie gesagt können das ja verschiedene Typen von Menschen sein.

Dieses Verhalten mag sehr animalisch klingen, und ich gebe zu, dass es sich in unserer Gesellschaft mehr und mehr verwischt hat. Wir leben nicht in einer festen Gruppe von 15 Personen wie die Affen. Wir treffen ständig neue Menschen, sehen manche nie wieder. Die geografische und soziale Mobilität steigt an. Ränge sind nicht mehr so klar definiert, es gibt verschiedene, individuelle Kriterien. Aber die Grundzüge sind dennoch vorhanden, und ich denke, das ist auch gut so.
Bis jetzt gab es ja auch noch keinen richtig ausgeführten, funktionierenden Kommunismus, wo alle Menschen gleich und gleichberechtigt sind. Manche wollen eben lieber führen, andere folgen.

Ob diese Einteilen in Ränge moralisch richtig ist, ist natürlich eine andere Frage. Aber ich denke, das wird es immer geben. Und durch die erwähnten Bedingungen in der Gesellschaft ist es auch möglich, seinen Rang zu verbessern. Die Selbsteinschätzung spielt nämlich auch eine große Rolle. Wer mit sich selbst zufrieden is, wird tendenziell immer ranghöher eingestuft werden.

Aber handelt es sich dabei nicht eher um eine Hierarchie? Und geht es da nicht eher nach charakterlichen Stärken, Auftreten und Durchsetzungsvermögen?
Manche Menschen führen lieber, andere lassen sich gerne führen.
Ich bezweifel, dass man genauso eine Liga beschreiben kann.

Denn Liga bedeutet ja eher, etwas sehr hohes, also die hohe Liga, diese Menschen sind dann "mehr Wert" und die niedrige Liga.
Aber muss man das 1:1 auf das Hierarchie-System anwenden?
 

Benutzer125735 

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Diejenige, die von eingebildeten reichen Schnöseln nicht viel hält, legt vielleicht mehr Wert auf eine angenehme, ruhige Persönlichkeit. Diese nimmt für sie einen höheren Rang ein, der Schnösel einen niedrigeren. Befindet sie sich in einer Gruppe mit beiden, würde sie sich dem Schüchternen, also ihrem Ranghöheren, mehr zuwenden als dem Schnösel.

Nich zu vergessen, diejenige, die mehr den schüchternen zugewandt ist, wird aus einer Gruppe schüchterner den Ranghöchsten wählen.

Anders gesprochen; "The leader of Nerds is in the same league as the leader of the Golf-Club"
 

Benutzer131691  (36)

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Einiges davon hast du doch in deinem Thread ausgeführt.

Off-Topic:
Dies würde ich nicht reich nennen. Ich habe damals schon angeführt, dass ich auf das Geld nicht angewiesen wäre. Und doch meinten viele ich solle nicht verschenken, sondern verkaufen. Das hätte bei mir nichts geändert, nur das ich das Geld, und das meiner Mum für meinen Sohn angelegt habe.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Aber handelt es sich dabei nicht eher um eine Hierarchie? Und geht es da nicht eher nach charakterlichen Stärken, Auftreten und Durchsetzungsvermögen?
Manche Menschen führen lieber, andere lassen sich gerne führen.
Ich bezweifel, dass man genauso eine Liga beschreiben kann.

Denn Liga bedeutet ja eher, etwas sehr hohes, also die hohe Liga, diese Menschen sind dann "mehr Wert" und die niedrige Liga.
Aber muss man das 1:1 auf das Hierarchie-System anwenden?


Ich sehe da ehrlich gesagt keinen Unterschied. Man könnte die Begrifflichkeiten vielleicht so unterscheiden, dass man sagt: "alle Ranghöchsten sind in der obersten Liga, die Mittleren in der mittleren Liga usw." Und die Ranghöheren sind ja "mehr Wert" als die Rangniedrigeren, da die Gruppe auf letztere eher verzichten kann.

Oder versteh ich grade einfach nicht was du meinst? Worüber soll sich eine Liga denn sonst definieren? Wenn du darauf anspielst, dass es bei Ligen mehr um Geld usw. geht, würde ich aber sagen, dass Geld auch ein Kriterium ist, um als ranghöher angesehen zu werden.
 

Benutzer131691  (36)

Benutzer gesperrt
Naja, eine Liga, es gibt die, die besser sind - die sind oben, und die, die schlechte sind, die sind unten.

Eine Hierarchie hingegen funktioniert nur, wenn es alle gibt. Die die Folgen, brauchen die die sie führen, und die die führen, brauchen Leute, die geführt werden wollen.
Es besteht also eine gegenseitige Abhängigkeit.

Bei dem Begriff Liga hingegen, wirkt es auf mich, dass Menschen in ihrer Wertigkeit eingeteilt werden.
"Er ist zu gut für mich"
"Er ist nicht gut genug für mich"
"Den kann ich mir leisten, der ist genauso miserabel wie ich"

Und wer Geld hat, führt automatisch?
Ich finde um ein "Alpha" zu sein, gehört mehr als Geld dazu.
Im meinem Beruf habe ich gerne die Leitung gehabt, zu Hause ordne ich mich lieber meinen Mann unter, überlasse ihn die meisten Entscheidungen.
Ergo, ich gehöre nicht zu denen die Führen - bin aber laut der Definition in einer höheren Liga. Das finde ich passt nicht.

Allerdings stimme ich dir zu, unser ganzes menschliches Leben ist in einer Hierarchie eingeteilt.

Und auf Rangniedrige kann verzichtet werden? Aber dann müssten die Ranghöhrern ja mehr arbeiten, daher kann auf ihnen nicht verzichtet werden.

Im Tierreich sind die Rangniedrigen auch oft da, um die Gruppe, größer und stärker erscheinen zu lassen, also brauchen die Ranghöheren sie ja doch.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Es lässt sich hier glaub ich vieles auf Wortdefinitions-Unterschiede runterbrechen :rolleyes:

Was ist eine Liga, was ist eine Hierarchie mit verschiedenen Rang-Charakteren, was sind soziale Kreise... das ist alles nicht wirklich das selbe, wird aber dennoch dauernd in einen Topf geworfen.
Kein Wunder, dass alles so unübersichtlich und chaotisch ist

Für mich gibt's da folgende Unterschiede:
eine "Liga" ist für mich ein Kunstprodukt, eine subjektive Einteilung nach subjektiven Vergleichsmaßstäben in Beziehung zu dem, wo man sich selbst einteilen würde - basierend auf der Einschätzung von Optik und ausgestrahltem gesellschaftlichem Status. Was wirklich dahinter steckt ist nicht einbeziehbar, weil es primär um erste Eindrücke und Oberflächlichkeiten geht. Sprich, meines Erachtens kann jeder mit genug Talent eine hohe Liga "darstellen" weil es oft eben primär um Darstellung geht dabei.

Eine "Hierarchie" in einer Gruppe ist etwas völlig anderes, eine Art unbewusste Dynamik, die sich durch die gänzlich unterschiedlichen Charaktere bedingt und wenig bis nichts mit Optik und gesellschaftlichem Status zu tun hat. Auch funktioniert Darstellung hier nur bis zu einem gewissen Grad, es wird sehr schnell entlarvt, wenn jemand auf kompetenten Brüllaffen tut aber eigentlich von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Hier geht es also viel mehr um die wirklichen Hintergrundwerte, die man mitbringt, und die einen selbst für einen bestimmten Platz in einer Gruppe prädestinieren.

Soziale Kreise, in verschiedenen Gesellschaftsschichten, in denen man sich bewegt sind wieder etwas anderes, sie bedingen sich durch Bildung, Beruf, Interessen, Intellekt. Man kann natürlich von einer in die andere Gesellschaftsschicht wechseln, also "auf oder absteigen" aber es ist oft gar nicht erwünscht, weil man eben die vorherrschenden Interessen oft gar nicht teilt. Soziale Kreise bilden sich auch durch eine Art natürliche Dynamik mit zusätzlicher subjektiver Selektion (wie man seine Freunde auswählt zum Beispiel, während man seine Familie eben nicht wählen kann) Auch können sich solche Kreise durchaus überschneiden. Das ist etwas viel allgemeineres, weniger speziell personenbezogenes als die beiden vorher genannten.

Und ganz persönliche Dinge, wie Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, Auftreten und Aussehen sind sowieso nochmal ganz eigene Punkt, die überall reinspielen, wo die eigene Person mit andern interagiert.

Soweit zu meinen Wortverständnissen :zwinker: Sollte ich etwas vergessen haben, kann es gerne ergänz werden, oder auch korrigiert :zwinker:
 

Benutzer9517  (31)

Benutzer gesperrt
Naja, eine Liga, es gibt die, die besser sind - die sind oben, und die, die schlechte sind, die sind unten.

Eine Hierarchie hingegen funktioniert nur, wenn es alle gibt. Die die Folgen, brauchen die die sie führen, und die die führen, brauchen Leute, die geführt werden wollen.
Es besteht also eine gegenseitige Abhängigkeit.

Off-Topic:
Die Ritter suchen sich Bauern, um sie führen und beschützen zu können. Beschützen vor wem? vor den andern Rittern, die ihrerseits Bauern gefunden haben, um sie beschützen und führen zu können.
Als Gegenleistung für den Schutz vor andern Rittern ernähren die Bauern ihren Ritter, der seinerseits zum Dank den Bauern bei der Jagd die Felder verwüstet.
Diese Beschützer vor ihresgleichen, diese vom Volk Ernährten und Verwüster der Fluren nennen sich: der Adel. Und den gibt es heute noch. :grin:

Hierarchien, auch wenn sie aus der Funktion gewachsen sind, haben die Tendenz, sich zu verfestigen. "Liga" ist ein anschaulicher Ausdruck, aber er passt eigentlich schlecht auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. Denn im Sport geschieht der Aufstieg wie der Abstieg nach genau definierten, überprüfbaren Regeln. Da kann man mirklich sagen: in der oberen Liga sind tendenziell die Besseren. Wobei niemand behaupten wird, dabei spiele das Geld keine Rolle...
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Das ganze System, wenn man es denn mal als "Liga" beschreiben will, ist aber doch auch irgendwie fraktal aufgebaut. Wenn man innerhalb der einzelnen "Liga" genauer hinschaut, findet man fast beliebige weitere Abstufungen. Geld alleine ist da ein furchtbar schlechter Indikator.
Gibt doch wahnsinnig viele in ihrem Verhalten total unattraktive Menschen, die trotz vielem Geld Probleme haben, jemanden zu finden. Trifft doch gerade oft sowas wie die typische "Karrierefrau" oder irgendwelche sozialen Wracks aus dem "MINT"-Bereich.

Eine Familie Geissen ist finanziell vielleicht gleichgestellt mit irgendwelchem alten britischem Landadel, trotzdem gibt es da ein riesiges Gefälle auf so vielen anderen Ebenen.

Zumal Geld sich immer weniger "anzieht", wenn einer der Partner genug davon hat. Eine Frau mit ein paar Mio. ++ auf dem Konto wird nicht mehr danach schauen, dass ihr Mann unbedingt gleichviel oder mehr oder auch nur in der selben Kategorie besitzt. Da wird dann vielleicht eher der hochgebildete Literaturprofessor interessant als irgendein Firmenerbe.
Und schon gar nicht, wenn man nicht in seine Schicht hineingebohren wurde.
 

Benutzer130798  (38)

Benutzer gesperrt
Das erinnert mich an ein Zitat, daß ich mal in einem Film gehört habe: "Du kannst Dich am besten einschätzen indem Du die Menschen anschaust, die Dich in ihrer Nähe dulden".

Also wenn Frauen aggressiv werden, wenn sie von den "falschen" Männern angesprochen werden, dann nicht etwa weil sie denken "Der spielt nicht in meiner Liga". Vielmehr denken sie sich wohl: "Glaubt der im Ernst, daß ich in seiner Liga spiele"?

Die Frau empfindet das dann wohl so, als hätte der Mann gesagt "Du bist genauso scheiße wie ich". Und dadurch fühlt sich die Frau dann beleidigt.

Ich glaube, das trifft diesen "Liga-Gedanken" ganz gut.
 

Benutzer98820 

Sehr bekannt hier
Naja, aber grundlegend, wenn er sich selbst für gut und wertvoll hält, wie käme er dann überhaupt auf die Idee, sie könnte ihn für nicht gut genug halten? Das "wie gut man im Vergleich abschneidet" wurzelt doch in einem selbst.
Ja, aber es hat ja möglicherweise mit einer objektiven Beurteilung von Fakten zu tun, nicht damit, wie man sein Dasein "empfindet". Ein kleines aktuelles Beispiel: Ich gehe gerade finanziell ziemlich auf dem Zahnfleisch. Neulich ergab sich folgender Dialog mit einem Bekannten: "he, bald zieht $bekannte von $großstadt hierher, vielleicht wär die was für dich? --- hihi, kleiner scherz, wenn du nicht sechsstellig verdienst und doktor bist, wird die dich gar nicht als partner in betracht ziehen"
Diese Frau verdient etwa Geld in dieser Größenordnung, hat also im Monat so viel zur Verfügung wie ich im ganzen Jahr. Ich weiß also jetzt schon, daß die mich nichtmal mit dem Arsch angucken würde, obwohl ich sie noch nicht getroffen habe. Also liegt doch der Schluß nahe, daß die in einer anderen Liga spielt. Aber wieso würdest du mir jetzt ein geringes Selbstwertgefühl einreden wollen? Daß ich wenig Geld habe, ist einfach mal eine Tatsache. Daß ich mich deswegen selbst geringschätze, das hast du einfach mal dazuerfunden.
Ich habe also in dem Punkt kein geringes Selbstwertgefühl, weiß aber einfach ziemlich sicher, daß sie denkt, daß sie mich erst gar nicht zu beachten braucht (spätestens eben ab dem Zeitpunkt, an dem sie erfährt, wie es so um mich steht).
 

Benutzer125735 

Meistens hier zu finden
Ich auch. Ich würde noch ergänzen, dass diese Ligen - offen oder unausgesprochen - auf irgend eine Weise mit oben und unten in Verbindung gebracht werden. Und wenn das so ist: dass für Frauen der Aufstieg leichter ist als für Männer.

Dem ist nichts hinzuzufügen.
 

Benutzer131160 

Benutzer gesperrt
Mei - was sind Deine Stärken, was ist liebenswert an Dir, was zeichnet Dich aus? Darauf wirst du doch hoffentlich ein paar Antworten haben, oder? Geld ist ein Faktor unter vielen, verschiedene Menschen gewichten ihn unterschiedlich - aber er ist nicht der einzig bestimmende.

Sollte mich mal eine Frau lieben, dann wohl weil ICH es bin, wegen meiner Gesamtheit als Person. Warum sie jetzt genau mich liebt, wegen welchen "Stärken", könnte ich dann nicht klar sagen. Wenn eine Frau dich liebt, kannst du denn dann wissen warum? Etwa weil du ehrlich, selbstbewusst, ehrgeizig bist? Ganz ehrlich gesagt nein, ich habe eigentlich keine Antworten darauf. Auch empfinde ich es als "komisch" dass du behauptest Geld wäre ein Faktor...für mich ist Geld nämlich kein Faktor, Geld hat mit der Person an sich ja nichts zu tun. Man kann es nicht als Schwäche bezeichnen, wenn man kein Geld hat..oder als Stärke, wenn man ein prallgefülltes Bankkonto hat.

Off-Topic:
Klar - wenn Du keinen Penny hast, unglücklich darüber bist und trotzdem nichts tust um daran was zu ändern, macht Dich das sicher nicht attraktiver. Ab einem Level, bei dem Du auf finanziell auf eigenen Beinen stehen kannst und mit Deinem Leben halbwegs zufrieden bist, sollte der nicht in Massen vorhandene Zaster aber sicher nicht das ultimative Ausschlusskriterium sein, dass Dich zu einem Leben ohne Liebe und Sex verdonnert, weil ja jede Frau hauptsächlich nach der Asche schielt.


Das sehe ich eigentlich auch so..nur dass ich eben der Meinung bin dass Geld nichts mit Stärken oder Schwächen zu tun hat.

Mancher Dame sind andere Qualitäten dann doch wichtiger als ein Luxusleben und aus den Zeiten, in denen ein Mann als einziger Ernährer und wandelnder Geldbeutel zwingend nötig war sind wir auch irgendwie raus.

Ich hoffe ja mal stark :zwinker:


Das Problem wenn man(n) - auch wenn man es wirklich dicke hat - sich über Geld definiert: es kann zwar darauf hinweisen, dass dieser Mensch beruflich etwas geleistet hat und leisten kann und ist für sich genommen nichts negatives, wer aber denkt, sich primär darüber (Statussymbole ahoi!) definieren zu müssen (Meine Stärke: Ich bin hab Asche!) und die Damen sozusagen Geldschein-wedelnd anlockt, läuft aber eben auch große Gefahr, Menschen anzuziehen die mehr sein Geld und seinen Status lieben, und weniger ihn selbst als Menschen. :zwinker:

Kurz: Es wäre genauso blöd, die Attraktivität eines Mannes nur an Geld und Status festmachen zu wollen, wie es bescheuert wäre, die Attraktivität einer Frau einzig und allein an ihrer Optik - perfekte Maße etc - festzumachen. Da hätte man es kaum mehr mit Menschen und Partnern, sondern hauptsächlich mit lebenden Statussymbolen zu tun. Und wer will das?

Das unterschreibe ich.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
@heatpipe nun... für mich ist das etwas ganz andres - aber ich habe bereits festgestellt, mein Verständnisproblem liegt darin, dass ich die Bezeichnungen anders definiere.
Bei dem Beispiel würde ich vermutlich sagen, sie bewegt sich in ganz andern Kreisen als du, woraus man schließen könnte, dass ihr eh nicht viel gemeinsam habt.

Außerdem ist das so ein oberflächliches "ey probiers doch mal bei der" wie ich es niemals sagen oder tun würde - darum komm ich gar nicht erst auf solche Ideen. Ich "probiers" nur bei Männern, die ich kenne und mal grundlegend sympathisch finde. Ob das nun ist weil sie in "meiner Liga spielen" oder einfach weil ich die Wellenlänge als angenehm empfinde ist doch nur eine Frage des Ausdrucks.
So eine Situation wie beschrieben würde bei mir aber auch nie eintreten :zwinker: höchstens als Scherz am Rande... und sollte sie (ersetzt mit "er" an dieser Stelle) mir dann übern weg laufen und sympathisch sein, würde ich mich durch so eine bescheuerte Aussage sicher nicht davon abhalten lassen, ihn besser kennen lernen zu wollen. Da muss er mir schon selbst sagen, dass er kein Interesse hat.

Ich kann also im Prinzip, rein theoretisch, schon verstehen, wieso jemandes Welt so funktioniert, meine tuts halt nicht. Für mich geht's rein um die gegenseitge Sympathie und Anziehung bei sowas. Ist sie da, sehr schön, ist sie nicht da, eben nicht - egal aus welchen Gründen. Aber ich sortier doch nicht schon vorher aus, weil irgendjemand sagt, der sei eh unerreichbar für mich.
Wie gesagt, durch einige Antworten hier, kann ich die Theorie jetzt schon verstehen - nachvollziehen kann ichs kein bisschen.
 
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