Damals wars - in Sachen Sex

Benutzer3277 

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Ich sah mir neulich ein Büchlein von Heinrich Zille an ("Hurengespräche") mit Zeichnungen, die 100 Jahre alt waren. Darin wurde sehr derb der Sex jener Zeit dargestellt, z.B. im Bild "Lutschliesel", wo eine junge Frau (bzw. Mädchen) in einer Kneipe unter dem Tisch hockt und alten Männern einen bläst, sicher für Geld.
In einigen Bordellen soll es damals auch Schafe, Ziegen u.ä. gegeben haben, für Kunden mit sehr wenig Geld, die sich keine Frau leisten konnten.

Was kennt ihr noch für sexuelle Vorlieben aus vergangenen Jahrhunderten, die heute nicht mehr üblich sind bzw. verboten sind?
 

Benutzer121182  (35)

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Hab letztens erst einen Artikel gelesen, da ging es darum, wie Frau sich dabei verhalten soll. Das waren Ratschläge von 1900 oder so. Da wurde Frau empfohlen, ja nicht zu zeigen, dass sie Lust empfinde, da der Mann sonst ständig wollen würde. Mein Gott, zum Glück sind die Zeiten vorbei. :grin:
 
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Benutzer152150 

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Ich hab einige sehr alte Bücher und Schwarz-Weiß-Filme in meinem "Medien-Archiv".
Wenn man glaubt heute ach so aufgeklärt zu sein und ach so liberal.....das gab es alles früher schon.

Jede Perversion, jede ach so ausgefallene Praktik wurde damals schon praktiziert....und teilweise deutlich liberaler als heute.
Selbst führende Politiker von damals haben sich auf Celluloid verewigen lassen im sexuellen Tryst mit so manch überraschenden Partnern.
Sehr beliebt war es sich damals auch ohne großes Pseudonym (oder einer einfachen Namensumstellung) als "erotische" Schriftsteller zu versuchen.
 

Benutzer156506 

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Ich hab vor paar Jahren mal irgendwo gelesen, dass es bis zur Erfindung des Vibrators Ende des 19. Jahrhunderts völlig normal war, dass Ärzte ihren Patientinnen die Klitoris massierten, um mit dem dabei herbeigeführten Orgasmus deren "Hysterie" Linderung zu verschaffen. Das hatte dem damaligen Verständnis nach nichts mit Sex zu tun und war damit auch kein moralisches Problem. Hm, so gesehen ist das quasi OT :smile:

Ich glaub, hier hab ich das her: Erfindung des Vibrators: Bsssssssssssssssss - SPIEGEL ONLINE
 

Benutzer161456 

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Römisches Reich
Ich weiß, dass die Römer für unsrige heutigen Maßstäbe sehr skuriele Moralvorstellungen hatten.

So war es zB. im gut situierten römischen Haushalt ganz normal, junge Sexsklaven zu halten. Männliche und Weibliche, je nach Tagesform oder Vorliebe.
Aber natürlich nur für den männlichen Hausherren und seine männlichen Gäste.

In der damaligen Vorstellung von Lust und Sex spielte die angesehene, römische Gemahlin keine Rolle.
Sie war lediglich zum Nachwuchs Gebären da und zum Repräsentieren.

Noch schlimmer für die Damenwelt:
Eine ehrbare römische Dame hatten keine sexuellen Interessen zu haben.
Es galt als höchst unsittlich, dass eine Frau beim Sex auf ihre Kosten kam.
Weibliche Orgasmen waren nicht erwünscht und galten als komplett unschicklich.
Cunnilingus zB war verpönt, und wer es trotzdem tat, galt als impotent!!

Guten Sex und Orgien feierte der Hausherr also nur mit seinen Sexsklaven und den geladenen Gästen, während die Hausdame im Nebenzimmer verweilte.
[doublepost=1471473069,1471468000][/doublepost]

Dschingis Khan

Dschingis Khan hatte ein sehr großes Haarem.
Er zeugte mit einer Vielzahl von Frauen zahlreiche Kinder, und mehrere seiner Söhne und Enkel taten es ihm darin gleich. Nach einigen Schätzungen leben daher heute etwa 16 Millionen Männer, die Nachfahren des Mongolenherrschers sind.

Im asiatischen Raum ist bei ca. 8 % der männlichen Bevölkerung eine gemeinsame genetische Signatur im Y-Chromosom feststellbar.
Forscher datierten den Ursprung dieses Merkmals wenige Generationen vor Dschingis Khan.
Es wird darum in der Tat angenommen, dass er und seine nahen männlichen Verwandten möglicherweise für dessen ungewöhnlich starke Verbreitung verantwortlich waren.
(aus Wikipedia)
 
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Benutzer121182  (35)

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Römisches Reich
Ich weiß, dass die Römer für unsrige heutigen Maßstäbe sehr skuriele Moralvorstellungen hatten.

So war es zB. im gut situierten römischen Haushalt ganz normal, junge Sexsklaven zu halten. Männliche und Weibliche, je nach Tagesform oder Vorliebe.
Aber natürlich nur für den männlichen Hausherren und seine männlichen Gäste.

In der damaligen Vorstellung von Lust und Sex spielte die angesehene, römische Gemahlin keine Rolle.
Sie war lediglich zum Nachwuchs gebären da und zum repräsentieren.

Noch schlimmer für die Damenwelt:
Eine ehrbare römische Dame hatten keine sexuellen Interessen zu haben.
Es galt als höchst unsittlich, dass eine Frau beim Sex auf ihre Kosten kam.
Weibliche Orgasmen waren nicht erwünscht und galten als komplett unschicklich.
Cunnilingus zB war verpönt, und wer es trotzdem tat, galt als impotent!!

Guten Sex und Orgien feierte der Hausherr also nur mit seinen Sexsklaven und den geladenen Gästen, während die Hausdame im Nebenzimmer verweilte.
[doublepost=1471473069,1471468000][/doublepost]

Dschingis Khan

Dschingis Khan hatte ein sehr großes Haarem.
Er zeugte mit einer Vielzahl von Frauen zahlreiche Kinder, und mehrere seiner Söhne und Enkel taten es ihm darin gleich. Nach einigen Schätzungen leben daher heute etwa 16 Millionen Männer, die Nachfahren des Mongolenherrschers sind.

Im asiatischen Raum ist bei ca. 8 % der männlichen Bevölkerung eine gemeinsame genetische Signatur im Y-Chromosom feststellbar.
Forscher datierten den Ursprung dieses Merkmals wenige Generationen vor Dschingis Khan.
Es wird darum in der Tat angenommen, dass er und seine nahen männlichen Verwandten möglicherweise für dessen ungewöhnlich starke Verbreitung verantwortlich waren.
(aus Wikipedia)

Off-Topic:
Und da sieht man es wieder. Sowas wäre für eine Frau völlig unmöglich, weil sie gar nicht so viele Kinder bekommen könnte und auch nichtmal so lange fruchtbat ist. Irre!
 

Benutzer161456 

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Und da sieht man es wieder. Sowas wäre für eine Frau völlig unmöglich, weil sie gar nicht so viele Kinder bekommen könnte und auch nichtmal so lange fruchtbat ist. Irre!

So was schaffen sonst nur Termitenköniginnen.

Wobei der Terminuns "Königin" mMn. hier doch eher fehl am Platze ist.
 
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Benutzer133456  (49)

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Man erzaehlt sich in England gerne nach wie vor die Maer vom walisischen Schafshirten, der gewisse, aehm, Schaeferstuendchen mit der Fauna erlebt.
 

Benutzer85637 

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Du darfst, wenn du über ein Reich sprichst, dass 1000 bis 1500 Jahre existiert hat, deine Aussagen auch zeitlich, gesellschaftlich und regional konkretisieren.

Der Sex in der Ehe galt sowohl für den Mann als auch die Frau als nicht erfüllend und diente dem Zweck der Fortpflanzung. Besonders da es zu Beginn der Kaiserzeit einen Geburtenrückgang gab (der allerdings auf eine Bleivergiftung zurückgeht). Deshalb hat u.a. Augustus durch die Gesetzgebung versucht, die Fortpflanzung innerhalb von Ehen zu "fördern". Der Mann hatte nur den Vorteil, dass Ehebruch nur mit einer fremden Ehefrau strafbar war. Das Vergehen an eigenen (!) Sklaven war ebenfalls straffrei. Das waren aber keine Sexsklaven, sondern einfach die hauseigenen Sklaven und Sklavinnen.
Prostitution und Masturbation wurden nicht verurteilt bzw. waren fest in der Gesellschaft verankert (Masturbation aber natürlich im Privaten). Trotzdem musste ein älterer Mann sich dafür verspotten lassen, da man seine Triebe in solchem Alter unter Kontrolle haben sollte.
Bordelle mit Tieren und Kindern gab es auch im alten Rom, die Gesetzgebung zeigt das. Freie Kinder z.B. durften nicht verkauft werden. Ich weiß gerade nicht mehr unter welchen Kaiser, aber ab dieser Zeit verlor ein Vater auch seine Recht über die Tochter, wenn er sie zur Prostitution zwang. Sowieso sind die Gesetze sehr schön, um bestimmte Dinge in der Gesellschaft nachvollziehen zu können (du führst ja kein Gesetz ein, wenn keiner ein solch unerwünschtes Verhalten zeigen würde).

D.h. die Sexualität in der Ehe war eben nicht zum Spaß an der Freude, sondern sie war (ausschließlich) zweckgerichtet, der Mann durfte sich den Spaß dann eben woanders holen. Für eine Frau stand darauf meist die Todesstrafe.

Das Ansehen der Homosexualität hat sich während des Bestehens des römischen Reiches auch gewandelt. Ursprünglich war die Päderastie ja noch angesehen, später war nur noch Geschlechtsverkehr zwischen einem Freien und einem Sklaven angesehen, wobei der Sklave den passiven übernehmen musste(!). Ein Mann, der sich wie eine Frau verhielt (ganz besonders beim Sex) verlor nämlich seine Ehre (er verlor seine männlichen Rechte). Besonders schön nachzuvollziehen, da in vielen Kaiserbiographien versucht wurde, den Kaiser mit solchen Vorwürfen runterzumachen (z.B. Caligula, der sich auch noch verkleidet haben soll wie eine Frau :rolleyes:).

Als dann die christlichen Einflüsse immer stärker wurden, ging es ja sowieso bergab.
 

Benutzer161456 

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Du darfst, wenn du über ein Reich sprichst, dass 1000 bis 1500 Jahre existiert hat, deine Aussagen auch zeitlich, gesellschaftlich und regional konkretisieren.

So genau wollte ich gar nicht eingestiegen, ...aber guter Einwand.

Klassischer Weise denkt man heute bei der Römerzeit immer an den guten alten Asterix. Also ca. 0-150 p.D.:smile:.
Das müsste eigentlich bei unseren Ausführungen auch passen, oder?
 
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Benutzer152150 

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Na ja....was soweit zurück liegt, da muß man schon sehr vorsichtig mit dem Wahrheitsgehalt der Schriften sein.
 

Benutzer85637 

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Na ja....was soweit zurück liegt, da muß man schon sehr vorsichtig mit dem Wahrheitsgehalt der Schriften sein.
Nein, natürlich stimmt das alles genau so. Deswegen habe ich ja auch Caligula erwähnt, er war ja offensichtlich ein geisteskranker Psychopath, der sich für eine Göttin hielt.

Hat übrigens nur bedingt was mit dem Alter der Schriften zu tun...
 

Benutzer152150 

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Viele der Schriften aus dem römischen Zeitalter haben eher den Charakter von Hommagen und Geschichten. Natürlich sind aber alle Hommagen und Geschichten absolut war...genau so wie die Bild-Zeitung eine unvoreingenommene und fakten-basierte Tageszeitung ist :zwinker:
 

Benutzer161456 

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das kann natürlich auch gut sein. Man muss die Quellen immer im entsprechenden Kontext beurteilen.
Immerhin waren zB. auch die Beschreibungen der Feinde bzw. Barbaren immer sehr ausgeschmückt.
 

Benutzer85637 

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PhesKlNachtmusi PhesKlNachtmusi
Was hat bei dir den Eindruck erweckt, hier würde alles für bare Münze aus den schriftlichen Quellen aus dem römischen Reich genommen werden? :rolleyes:

Ich hatte mich in meinem Text u.a. Auf Gesetzestexte bezogen, das sind natürlich auch nur Geschichten. Über die Prostitution weiß man übrigens auch durch die Ausgrabungen in Pompeji ganz gut Bescheid.
Natürlich ist Quellenkritik/-analyse wichtig, dass ist sie aber bei jeder (!) Quelle, vollkommen egal, ob von vor 2500 Jahren oder von vor 50 Jahren.
 

Benutzer152150 

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PhesKlNachtmusi PhesKlNachtmusi
Was hat bei dir den Eindruck erweckt, hier würde alles für bare Münze aus den schriftlichen Quellen aus dem römischen Reich genommen werden? :rolleyes:

Ich hatte mich in meinem Text u.a. Auf Gesetzestexte bezogen, das sind natürlich auch nur Geschichten. Über die Prostitution weiß man übrigens auch durch die Ausgrabungen in Pompeji ganz gut Bescheid.
Natürlich ist Quellenkritik/-analyse wichtig, dass ist sie aber bei jeder (!) Quelle, vollkommen egal, ob von vor 2500 Jahren oder von vor 50 Jahren.
Gesetzestexte werden von Politikern verabschiedet , die einer öffentlichen Meinung häufig nachkommen, nicht immer sind diese Gesetze auch einer Notwendigkeit geschuldet.

Polit-Populismus war auch damals schon reichlich vertreten.
Ich bezog auch meine Kritik hinsichtlich des Wahrheitsgehaltes nicht ausschlieslich auf die Schriften des römischen Reiches, sondern auch auf alle sehr alten Schriften.
Viel Prosa und Wunschdenken schleicht sich zuweilen in so ziemlich alles, was von Menschenhand geschrieben wird.
Selbst die Quellenanalyse unterliegt von Zeit zu Zeit einfach Fehlern, die einer populären Meinung geschuldet sind.
 

Benutzer85637 

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PhesKlNachtmusi PhesKlNachtmusi ich sehe schon, du bist Expertin. Halte einfach daran fest, ich halte mich weiterhin an die Geschichtswissenschaft. Denn da geht es tatsächlich auch darum, ob eine Quelle echt ist und ob sie eine Aussagekraft hat - unfassbarerweise haben diese nämlich viele Quellen. Sonst könnten wir es ja mit der Geschichtswissenschaft ganz sein lassen.
 

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