Crush ist depressiv - trotzdem daten?

B

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Gast
Zusammengefasst steht schon alles im Titel: Ich date seit bald einem Monat eine wundervolle Frau, mit der ich mir auch mehr vorstellen könnte. Das ist mir wichtig, weil ich zwar poly lebe und zwar so etwas wie eine Beziehung habe, aber die wohnt weit von mir weg. Seit bald zwei Jahren habe ich also niemanden vor Ort, mit dem ich mich nahe fühle (ist okay, habe mich in der Zeit auch in niemanden ernsthaft verliebt).

Vor ein paar Tagen gestand sie mir nun, dass sie depressiv ist und das halt nicht zu den Dingen gehört, mit denen sie gleich am Anfang rausplatzen wollte. Ich habe zwar ein schlechtes Gewissen deswegen, aber ich weiss nicht, ob ich einen depressiven Menschen daten möchte. Ich war selbst depressiv und hatte depressive Partner, das ist verflucht viel Arbeit...

Wenn so etwas innehalb einer länger bestehenden Partnerschaft auftaucht, bin ich natürlich loyal, keine Frage. Aber überhaupt erst etwas anfangen, während die Person so viel Ballast mitbringt? Ich weiss echt nicht... Wart ihr mal in der Situation? Was würdet ihr tun? Auf ne Art fühle ich mich schlecht, weil es wohl einfach mieses Timing ist, aber da ich da selbst Erfahrungen dmait habe, läuten auch die Alarmglocken ("nicht der Mist schon wieder!"). Ist das egoistisch von mir?
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Depression ist nicht gleich Depression.

Ich weiß nicht, wie ich das grad erklären soll. Aber ich kenne/kannte Menschen mit richtigen Depressionen, die über Jahre gewachsen sind und teils bis zum Selbstmord führten. Das sind schwere Fälle, denen man als Partner/Freund machtlos gegenüber steht und meist sogar mit ins dieses Depri-Loch gezogen wird ...

Ich kenne/kannte aber auch viele Menschen mit "Depressionen", die aber nur mit einem kleinen Teil ihres Lebens hadern/haderten (zB Job, Finanzen, Familie, Partner ...), die aber sonst ganz normal leben und lieben können. Eine Partnerschaft kann neue Impulse geben und die Situation positiv verändern ...

Ich persönlich neige mittlerweile dazu depressiven Menschen zu 99,9 Prozent aus dem Weg zu gehen. Ich hab meine Stabilität im Leben gefunden und möchte sie nicht gefährden. Zu schnell habe ich das rote Kreuz auf dem Rücken und fühle mich zuständig und in der Verantwortung zu helfen ... hab ich lange Jahre gemacht und mag das einfach nicht mehr. Ich wende mich lieber Menschen zu, die offen und froh durchs Leben gehen und alles nicht so ernst nehmen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ich bin da inzwischen halt einfach egoistisch geworden.
 

Benutzer96776 

Beiträge füllen Bücher
Tja, wenn ich ganz ehrlich bin, dann würde ich da auch zuerst an mich selbst denken. Ich persönlich hätte leider(!) absolut keine Kraft, um mit einem depressiven Menschen zusammen zu sein und ihm beizustehen, auch wenn ich es gerne wollte. Es ist doch schließlich sicher nicht im Sinne des Partners, dass es dem Gegenpart schlecht geht. Damit ist niemandem geholfen.
Klar tun mir Menschen mit dieser Erkrankung leid, aber ich könnte das vermutlich nicht verkraften, es wäre mir zu viel und nur aus Mitleid mit einer Person zusammen zu sein, bringt beiden Seiten nichts.
Dann lieber erst gar nicht näher darauf einlassen, bevor dann der Trennungsschmerz noch größer wird.
In solch einem Fall sollte man nicht unbedacht handeln und noch einfühlsamer sein als sonst.
Ich glaub, es hängt extrem stark vom Charakter eines Menschen ab, ob er oder sie damit klarkommt, oder eben nicht.

In deinem Fall scheinen ja alle Grundvoraussetzungen erfüllt zu sein und nur die Depression dagegen zu sprechen. Jetzt muss man der Dame schon hoch anrechnen, dass sie dir überhaupt davon erzählt hat, aber am Ende musst du allein entscheiden, ob du dich dem Ganzen gewachsen fühlst, oder nicht. Hör auf dein Bauchgefühl.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer163573 

Sorgt für Gesprächsstoff
Egoistisch finde ich das keinesfalls. Im Gegenteil du machst dir schließlich Gedanken darüber. Da du in diesem Gebiet Ja bereits Erfahrung hast brauche ich dir nicht zu sagen das Ein Mensch Mit einer Depression viel Kraft und Energie Kostet.
Lieben und eine Beziehung führen Kann man selbstverständlich auch Mit einer Depression.
Es ist eine Krankheit und kein schlechter Mensch. Da das ganze aber so umfangreich ist Kann ich dir leider auch Nur raten auf dein Bauchgefühl zu vertrauen.
Viel Glück.
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Eine Depression ist eine Krankheit wie viele andere auch. Frag Dich, ob Du auch mit einer anderen Krankheit umgehen könntest und ob Du nicht nur von der Begrifflichkeit abgeschreckt wirst. Und dann kannst Du überlegen ob Du Dir die Belastung zutraust und wie stark die Gefühle sind.
 

Benutzer139070 

Verbringt hier viel Zeit
Es wäre auch noch wichtig, ob sie mit Deiner polygamen Lebensweise zurecht käme und Du ausschließen kannst, das dies zu einer Belastung für sie werden könnte
 
B

Benutzer

Gast
Ich kenne/kannte aber auch viele Menschen mit "Depressionen", die aber nur mit einem kleinen Teil ihres Lebens hadern/haderten (zB Job, Finanzen, Familie, Partner ...), die aber sonst ganz normal leben und lieben können. Eine Partnerschaft kann neue Impulse geben und die Situation positiv verändern ...
Das ist ein guter Punkt! Als ich selbst depressiv war, half es mir (unter Anderem) die schönen Augenblicke im Leben zu haben. Ich möchte selbstverständlic, dass sie es aus der Depression schafft, eine Garantie darauf, dass das auch bald passiert gibt es jedoch nicht. Sie arbeitet hart an sich, das finde ich schon mal gut... Heute Mittag sahen wir uns kurz und sie meinte, es ginge bergauf.

Eine Depression ist eine Krankheit wie viele andere auch. Frag Dich, ob Du auch mit einer anderen Krankheit umgehen könntest und ob Du nicht nur von der Begrifflichkeit abgeschreckt wirst. Und dann kannst Du überlegen ob Du Dir die Belastung zutraust und wie stark die Gefühle sind.
Das Ganze ist noch frisch. Gefühle sind auf jeden Fall da, besonders stark sind sie aber noch nicht. Ich habe eher das Gefühl, ich könnte hier wegen schlechtem Timing einen ganz tollen Menschen gehen lassen und das wäre schade... Es ist vielversprechend, auf jeden Fall.

Es wäre auch noch wichtig, ob sie mit Deiner polygamen Lebensweise zurecht käme und Du ausschließen kannst, das dies zu einer Belastung für sie werden könnte
Oh, das klärte wir gleich zu Beginn ab; sie lebt auch so und es stimmt für sie auf jeden Fall. Allerdings hatte sie schon lange keine romantischen Gefühle mehr für jemanden; auch wegen der Depression...
 

Benutzer71015 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich würde das stark davon abhängig machen, wie sie damit umgeht. Ist sie in Behandlung oder Therapie oder nimmt sie Medikamente, die ihr helfen? Dann sehe ich gute Chancen, dass es keine zu große Beeinträchtigung für euer Zusammensein ist.
Versucht sie zu verdrängen und tut sich schwer, externe Hilfe anzunehmen? Dann sehe ich eher Alarmsignale.

Wenn du unsicher bist, ob du damit leben kannst und willst, dann gibt es vielleicht auch die Option, ihr das ehrlich zu sagen und der Sache eine Chance zu geben.
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
ich seh das wie fedora.
und möchte hinzufügen:
Ich [...] hatte depressive Partner, das ist verflucht viel Arbeit...
dass das so viel arbeit ist,wie man sich selbst welche macht.nicht missverstehen,natürlich ist es nicht problemfrei,mit einem depressiven eine beziehung einzugehen,die krankheit hat schon mehr oder minder einfluss auf eine beziehung.aber:wie viel arbeit man sich selbst als partner diesbezüglich macht,liegt ganz bei einem selbst.der betroffene ist ja derjenige,der in einer therapie die arbeit mit und an sich selbst hat-und der partner ist kein therapeut.
ich sehs also nicht so,dass eine depression des partners einem selbst arbeit machen muss,nein.
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Ich kann es sehr gut nachvollziehen , ich habe ja auch immer wieder Depressive Phasen die sehr heftig werden konnen. Daher weiß ich, dass es schwer ist. Es kommt jedoch auch auf die Intensität und die Bereitschaft sich helfen zu lassen an.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Die Partnerwahl ist doch immer ein Stück weit eine egoistische und unfaire Sache, weil man sich nunmal für oder gegen einzelne Kandidaten entscheiden muss. Und diese Entscheidung trifft man auch häufig aufgrund von Eigenschaften, für die der jeweilige Kandidat überhaupt nichts kann.
Wenn du (aufgrund deiner bisherigen Erfahrung) keine Beziehung mehr mit einer depressiven Person führen willst, dann ist das eben so. Da kannst weder du, noch sie großartig etwas dafür. Aber es passt einfach nicht und das müsst ihr dann beide wohl oder übel akzeptieren.

Off-Topic:
Ich selbst würde wohl auch keine Beziehung mit einer psychisch kranken Frau eingehen. - Nicht weil ich bereits eigene, persönliche Erfahrungen damit gemacht habe, sondern weil mir die Dinge reichen, die ich in meinem Umfeld beobachtet habe und weil ich davon ausgehe, dass ich nicht über die Sensibilität gegenüber psychischen Krankheiten verfüge, die für eine solche Beziehung notwendig wäre.
 

Benutzer95335  (35)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo,
also ohne jetzt über jemanden zu urteilen, weder über sie noch über andere hier im Forum, die mal depressiv waren oder vielleicht noch sind.
Ich an deiner Stelle würde es mir überlegen, zumal du es schon kennst.
Ein Kumpel von mir hat mir mal erzählt, das seine Freundin depressiv war und das sehr schwierig war.
Ich würde es an deiner Stelle sein lassen. wenn sie keine Hilfe hat in Form von Therapie und vielleicht den Halt ihrer Familie wird das sehr schwierig.
Denk dran, wenn da mehr draus werden sollte, du bist nur ihr Freund/Partner, aber nicht ihr Therapeut.
Du kannst ihr nicht helfen.
 
B

Benutzer

Gast
Ich würde das stark davon abhängig machen, wie sie damit umgeht. Ist sie in Behandlung oder Therapie oder nimmt sie Medikamente, die ihr helfen? Dann sehe ich gute Chancen, dass es keine zu große Beeinträchtigung für euer Zusammensein ist.
Versucht sie zu verdrängen und tut sich schwer, externe Hilfe anzunehmen? Dann sehe ich eher Alarmsignale.
Danke für deine Antwort. Also, mit Medikamenten hat sie erst vor kurzer Zeit angefangen, die brauchen jetzt ein paar Wochen bis sie wirken. Mit Therapeuten hat sie schlechte Erfahrungen gemacht; sie häufig gewechselt und aktuell keine Nerven dafür, die Prozedur zu wiederholen. Bzw. möchte sie sich erst mal auch mit den Antidepressiva dafür stärken.

Wir haben am Wochenende sehr viel Zeit miteinander verbracht und ich glaube, sie ist sich sehr gut dessen bewusst, dass ihre Erkrankung belastend wirken kann. Gleichzeitig konnten wir offen darüber sprechen. Nicht m Sinne eine Therapie, sondern einfach, damit ich sie besser verstehe. Sie macht nicht den Eindruck Hilfe nicht annehmen zu können, aber in ihrer Situation ist es tatsächlich auch nicht einfach...

ich sehs also nicht so,dass eine depression des partners einem selbst arbeit machen muss,nein.
Arbeit alleine ist es ja nicht. Auch wenn sich die Person zurück hält; es ist für eine Beziehung nicht unbedingt gut, wenn die eine Person antriebslos ist und keine Kraft hat, Input zu liefern. An diesem Punkt war ich selbst auch schon und ich verstehe, weshalb mich die Leute anstrengend fanden.
 
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