Corona 9

Benutzer77547 

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Na, wenn es sonst keiner tut, mache ich halt mal den Anfang mit dem neuen Thread.

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Nevery Nevery : Du kennst Dich mit "Long-Covid" sicher besser aus als ich, weil Du Dich offensichtlich intensiv damit beschäftigt hast. Klar, wenn den Betroffenen der Begriff, bzw. diese Diagnose hilft, dann sollen sie ihn verwenden.

ICH finde ihn trotzdem nicht überzeugend. Und damit beurteile ich ja nicht das Leid der Betroffenen oder die Symptomatik sondern den Begriff. Ob mir andere Multisystemerkrankungen einfallen, die bei uns verbreitet und ansteckend sind, hat da m.E. auch nichts damit zu tun.

Ich habe auch mal einen andere Bezeichnung gelesen, die mir z.B. deutlich treffender als "Long-Covid" erscheint, nämlich "Post-Covid-Syndrom". Die Leute haben ja kein "Covid" mehr (also sind ja z.B. nicht mehr infektiös), sondern es ist quasi eine Folge-Erkrankung (oder sehe ich das falsch?). Außerdem beinhaltet es ja Symptome, die man eben auch von anderen "Post-...Syndromen" kennt (z.B. schwere Fatigue usw.). Nein, damit will ich nichts "klein" reden. Das sagt ja nichts über die Schwere der Symptomatik, der Beeinträchtigungen und das Leid aus. Ich verstehe eben nur nicht (als Nicht-Mediziner), warum man da eine völlig neue Art einer Krankheitsbezeichnung braucht, nämlich "Long.....". Oder gibt es auch andere Syndrome, die nach dieser Logik bezeichnet werden ...also mit "Long..." vorne?
 
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Benutzer22359  (37)

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Und wieder ist eine Woche vorbei und seit der letzten Woche (Corona 8) haben die Osterfeiertage die Statistiken verschleiert. Diskutiert haben wir über Impfstofflieferugnen (Corona 8), Talkshowpolitik, Lockdownbenennungen, Demos, Verantwortlichkeiten, Übersterblichkeiten, Ausgangssperren, Thrombosen (Corona 8), Intensivstationen, Long Covid (Corona 8) Pandemie als Budneswahlthema.

Beginnen wir mit den linearen Infektionsplots. Frankreich ist weiterhin im extremen Anstieg begriffen, während Italien etwas abflacht. Spanien nimmt auch etwas mehr zu, während UK sich weiter stabilisiert. Deutschland hat halt Ostertage die die Statistik maskieren. Iran meldet deutlicheren Anstieg seit langem, aber dort sind die zahlen eh kaum vertrauenswürdig.

infections.png
Bei den linearen Todesfällen ist Frankreich weiterhin überraschend konstant im Anstieg, während Italien hier deutlicher zunimmt. Deutschland hat sich etwas von Spanien abgesetzt, ansonsten bleibt alles wie gehabt.

death.png
In der logarithmischen Darstellung bei den Infektionen sieht man wie sehr Frankreich dort nun ausschert. Die USA sind weiter in der Stabilisierung begriffen, und Korea setzt sich nun auch deutlicher von China ab.

infections_log.png

Bei den logarithmischen Todesfällen wird deutlich wie über lange Zeit exponentiell Italien und Frankreich dort sind. Während andere Länder meist knicke in den Kurven haben ist dort jeweils seit langem quasi eine grade Linie zu sehen.
death_log.png

Bei den Extraplots machen wir mal wieder Standard, also Bevölkerungsnormierte wöchentliche Änderungen. Man sieht wie Frankreich derzeit hochschiesst, auch wenn es über die Ostertage etwas wackelt. Deutschland hatte sich um einen tag verschoben, der Rückgang den man dort sieht ist rein statistischer Natur soweit wie ich das derzeit sehe. Man wird im Effekt wohl ein paar Fälle weniger in dieser Woche haben, aber wohl eher weil leichte Fälle über Ostern nicht zum Arzt gingen. Generell bleibt es wohl bei einer Beschleunigung des Anstiegs. Die USA haben sich stabilisiert und man wartet nun ob es wieder abhebt. Auch Spanien nimmt nun wieder zu und es bleibt abzuwarten ob sie wie nach Weihnachten (etwas was andere Länder nicht so gezeigt hatten) wieder in einen Strudel nach oben geraten.

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Bei den Todeszahlen fällt eben Italien auf, und eben auch, dass Deutschland eine kleine Kehrtwende macht. In Frankreich gibt es noch etwas zweifel an den Zahlen, die eben wohl absehbar ansteigen sollten.

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Interessant könnte sein welche Massnahmen die Staaten nun über den Sommer ergreifen. Irland hat nun Beispielsweise neben Österreich Luxemburg, Frankreich und Italien auf Hotelquarantäne-Liste gesetzt, ebenso wie die USA (US, France and Italy added to hotel quarantine list). Heisst wer reinkommt zahlt etwas über 1800€ und darf 2 Wochen auf einem Hotelzimmer verbringen oder alternativ Katz und Maus mit der Polizei in Dublin (was wohl mehrere bisher als spassiger empfanden). Je nach Impffortschritt, der ja nun endlich deutlich zunimmt, wird man wohl im Sommer auch über sowas ernsthaft in Deutschland diskutieren (und die Juristen werden dabei ihren Spass haben).
 

Benutzer22359  (37)

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Nevery Nevery : Du kennst Dich mit "Long-Covid" sicher besser aus als ich, weil Du Dich offensichtlich intensiv damit beschäftigt hast. Klar, wenn den Betroffenen der Begriff, bzw. diese Diagnose hilft, dann sollen sie ihn verwenden.

ICH finde ihn trotzdem nicht überzeugend. Und damit beurteile ich ja nicht das Leid der Betroffenen oder die Symptomatik sondern den Begriff. Ob mir andere Multisystemerkrankungen einfallen, die bei uns verbreitet und ansteckend sind, hat da m.E. auch nichts damit zu tun.

Ich habe auch mal einen andere Bezeichnung gelesen, die mir z.B. deutlich treffender als "Long-Covid" erscheint, nämlich "Post-Covid-Syndrom". Die Leute haben ja kein "Covid" mehr (also sind ja z.B. nicht mehr infektiös), sondern es ist quasi eine Folge-Erkrankung (oder sehe ich das falsch?). Außerdem beinhaltet es ja Symptome, die man eben auch von anderen "Post-...Syndromen" kennt (z.B. schwere Fatigue usw.). Nein, damit will ich nichts "klein" reden. Das sagt ja nichts über die Schwere der Symptomatik, der Beeinträchtiungen und des Leids aus. Ich verstehe eben nur nicht (als Nicht-Mediziner), warum man da eine völlig neue Art einer Krankheitsbezeichnung braucht, nämlich "Long.....". Oder gibt es auch andere Syndrome, die nach dieser Logik bezeichnet werden ...also mit "Long..." vorne?
Naja, das problem ist denke ich mal, dass es nicht eine Form gibt. Long-Covid ist halt ein Sammelbegriff für vieles unterschiedliches und umfasst eben soweit ichd as dort verstehe alles, was für eine verlängerung des Leids nach der akuten Covid-Erkrankung sorgt. Das Post-Covid-Syndrom ist soweit ich mich erinnere etwas was sehr früh einen sehr speziellen zustand erklärte, aber da lass ich mich gerne korrigieren. Long Covid macht daher vor allem in den Planungen im Gesundheitsbereich als Begriff Sinn, denn dort ist die Infektiösität dann nur ein teil des Problems. Ich mein wenn jemand nach Corona-Infektion auf der Intensivstation liegt über Wochen ist dieser auch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr Infektiös, dennoch würde man diesen weiterhin als Covid-Patienten bezeichnen (da Covid eben vor allem die Veränderugnen in der Lunge bezeichnet). Covid ist eben der Gesundheitszustand, der dann eben anhält, Corona die Infektion die sich eben weiterverbreitet und diesen Zustand auslösen kann. Das wird ja leider oft gleichgesetzt. Und das Long macht sicher in soweit Sinn, da man Covid eben von Beginn an in dem Rahmen dachte: 2 Wochen und dann ist gut (je nachdem was dann passiert Ist). Wenn Long-Covid eben auch mal länger als 5 Monate oder ein Jahr dauern kann (die ersten Fälle jähren sich gerade), ist es eben für die Gesundheitsversorgung ein ganz anderes Problem.
 

Benutzer58558 

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Im zweiten Text steht am Ende, dass erlebte Hilflosigkeit einer der schlimmsten psychischen Zustände sei, die es gebe. Ich habe zuerst "erlernte Hilflosigkeit" ("learned helplessness" nach Seligman) gelesen - und finde diesen unwillkürlichen Verleser sinnvoll. Erlernte Hilflosigkeit ist in ihren Konsequenzen eine Katastrophe.

Meine These ist, dass wir als Gesellschaft gerade dabei sind, quasi-kollektiv Hilflosigkeit zu erlernen, weil wir diese Krise bisher einfach nicht einmal ansatzweise bewältigt kriegen - und sprichwörtlich am Ende des Tunnels kein Licht zu sehen ist (was auch mit dem massiven Glaubwürdigkeitsverlust der Politiker zu tun hat und mit der auch medial geschürten Angst). Wir managen sie mehr schlecht als recht, was ein Desaster für die für Resilienz sehr wichtige Selbstwirksamkeitserwartung ist. Aber wir lösen das Problem nicht - und zerstören so immer mehr unsere mentalen Ressourcen. Aber egal. "Einfach Arschbacken zusammenkneifen!"

Es geht nicht darum, "einfach mal die Arschbacken zusammenzukneifen". In diesem zunehmend katastrophalen Krisenmanagement wird die Psyche sehr vieler Menschen mittlerweile fast schon systematisch geschädigt. Und das ist nicht einfach nur Pandemiebekämpfung, das wird allmählich zu einer grob fahrlässigen Inkaufnahme massiver psychischer Schädigungen ungehindert wuchernd durch die ganze Gesellschaft. Erwischt es dich? "Leider pech gehabt. Komm damit klar! Vielleicht kriegst du in 9 bis 12 Monaten einen Therapieplatz." Erwischt dich Corona? "Oh Gott, wie schrecklich! Das darf nicht sein."

Es wäre sinnvoll, einmal anzuerkennen, wie gottverdammt inkonsistent, inkohärent und unehrlich - weil unaufgeklärte Doppelstandards verschleiernd - unsere selbsternannte Gesundheits(system)schutz-Gesellschaft die Gesamtlage bewertet. Infektionskrankheiten sind nicht das einzig Schlimme auf der Welt. Und psychische Negativität hat in gewisser Weise such ein großes "infektiöses Potenzial", wenn auch nicht im somatischen Sinn. Wer das verkennt, der macht einen leichtsinnigen Fehler. Und das einfach nur auf Corona zu schieben, das uns all das einfach aufnötigt, steht zumindest im Verdacht, ein billiges Herauswinden aus einer Verantwortung zu sein, die sich nicht nur auf die Eindämmung einer Pandemie beschränkt. Unsere Welt besteht auch in der Pandemie nicht nur aus Corona.

EDIT: Wer mittlerweile eine klare Kommunikation von Zielen und Maßstäben verweigert, wer in sich widersprüchliche Maßnahmen beschließt, wer halbherzige Entscheidungen trifft, der lädt in meinen Augen mittlerweile Schuld auf sich. Können wir bitte bei der Pandemie-Bekämpfung einen sinnvollen Weg bis zum Ende gehen, damit wir endlich einmal irgendwo ankommen, von wo aus man aus der Reaktion wieder in die Aktion kommen kann! Diese inkonsequente "Mal ein bisschen Lockdown! Mal ein bisschen öffnen!"-Klientel- und Symbolpolitik je nach ausgewitterter Stimmungslage ist einfach die Pest. Die ist ein echter Krankmacher und das Gegenteil von Gesundheitsschutz. Aber es gilt ja - und da ist die Rhetorik mittlerweile für mich auch verräterisch - das GesundheitsSYSTEM zu schützen, indem man es selbst wie einen Intensivpatienten an alle lebenserhaltenden Maschinen anschließt, weil es durch Wischiwaschi-Entscheidungen (und Geiz) selbst schon kurz vor dem vielbeschworenen Kollaps steht. (Wer da übrigens als erstes kollabiert sind die Menschen, die in diesem System arbeiten und die Suppe auslöffeln, die die Politik ihnen kredenzt.) Der Schutz der Gesundheit der Menschen ist demgegenüber nicht nur gegenüber den Ärzt_innen, Plfeger_innen usw., sondern auch ganz allgemein sprachlich schon deutlich ins Hintertreffen geraten. (Die Floskeln der Politik haben sich hier abgenutzt. Die alte Unglaubwürdigkeit des Politgeschwafels setzt sich wieder durch.) Und das ist nur teilweise eine Haarspalterei, weil das Gesundheitssystem der Gesundheit der Menschen dient. Gesundheit ist nämlich mehr als nur die Abwesenheit von Symptomen und fehlende Behandlungsbedürftigkeit. Wir wählen - fortgesetzt - perspektivisch sehr ungesunde Maßnahmen zum Schutz unserer Gesundheit, und das führt dann zu sich stetig aufsummierenden "Kollateralschäden" im Kampf gegen Corona. Uns muss etwas besseres einfallen, als - übrigens halbherzig - den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen.
 
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Benutzer72433 

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Ich habe auch mal einen andere Bezeichnung gelesen, die mir z.B. deutlich treffender als "Long-Covid" erscheint, nämlich "Post-Covid-Syndrom". Die Leute haben ja kein "Covid" mehr (also sind ja z.B. nicht mehr infektiös), sondern es ist quasi eine Folge-Erkrankung (oder sehe ich das falsch?).
tatsächlich könnte oder sollte man da in gewisser hinsicht differenzieren, so unrecht hast du damit nicht. es gibt faktisch zwei mir bekannte varianten: einmal die folgen einer covid-infektion, das kann beispielsweise eine nicht wieder hergestellte lunge oder schäden an sonstigen organen sein. da wäre post-covid durchaus passend. es gibt aber auch faktisches long-covid, definiert sich dadurch dass der erreger noch immer im körper ist, stress macht, das immunsystem ihn aber ums verrecken nicht zu greifen bekommt, sich daran abarbeitet und es einfach nicht schafft. da kann dann eine impfung zur vollständigen genesung führen, da habe ich mittlerweile von mehreren fällen gelesen.

das ding ist halt, dass es wohl in vielen fällen nicht genau zugeordnet wird / die untersuchungen nicht so umfassend sind wie bei manchem fall den ich verfolgt habe. bis erstmal nachgewiesen ist dass der virus noch im körper ist - oder eben auch nicht... sowas wie extreme erschöpfung kann halt sowohl post-covid als auch long-covid sein. dazu kommt, dass sich die breite mehrheit der gesellschaft kaum mit dieser differenzierung auseinandersetzt. denke mal, es macht insofern sinn, vorerst bei dem begriff long-covid zu bleiben, da er tendenziell zutreffender ist in meinen augen. ganz davon ab, dass er die hoffnung schenkt, dass mit einer impfung genesung eintritt, und hoffnung ist etwas das diese menschen sicher brauchen können - post-covid muss der körper mehr oder weniger alleine schaffen.
 

Benutzer172677 

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Meine These ist, dass wir als Gesellschaft gerade dabei sind, quasi-kollektiv Hilflosigkeit zu erlernen, weil wir diese Krise bisher einfach nicht einmal ansatzweise bewältigt kriegen
Das sehe ich in diesem Kontext mal so gar nicht als die riesige Katastrophe und etwas, das es so nicht hätte geben dürfen.
Im Gegenteil, ich bin erstaunt darüber, wie sehr es Menschen irritiert, wenn die Natur mal zeigt, wo der Hammer hängt und was für unwichtige, kleine Würstchen wir im Grunde sind.
Ist das echt so überraschend? Haben all diese Menschen sich bisher wirklich für die Krone der Schöpfung gehalten? Und die Natur für so beherrschbar?
Und ist es dann tatsächlich katastrophal, wenn den Menschen mal die Wahrheit dämmert?
 

Benutzer58558 

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Das sehe ich in diesem Kontext mal so gar nicht als die riesige Katastrophe und etwas, das es so nicht hätte geben dürfen.
Im Gegenteil, ich bin erstaunt darüber, wie sehr es Menschen irritiert, wenn die Natur mal zeigt, wo der Hammer hängt und was für unwichtige, kleine Würstchen wir im Grunde sind.
Ist das echt so überraschend? Haben all diese Menschen sich bisher wirklich für die Krone der Schöpfung gehalten? Und die Natur für so beherrschbar?
Und ist es dann tatsächlich katastrophal, wenn den Menschen mal die Wahrheit dämmert?
Moment! Ich selbst betrachte uns Menschen nur als ein Säugetier. Damit habe ich gar kein Problem. Ob ich wertvoller bin, als ein Berggorilla, das zweifle ich durchaus an. Dass ich am Ende, wenn es hart auf hart kommt und heißt: "Der Berggorilla oder ich?", eher bereit bin, den Berggorilla zu opfern als mich selbst, das liegt an meinem aus meinen vitalen Bedürfnissen resultierenden (übrigens gesunden) Egoismus. Das hat nichts mit gedrechselten Menschenwürde-Argumenten zu tun. Ich will überleben - und ich will nach Möglichkeit auch ein Leben führen, das mir gefällt.

Ich habe tatsächlich eher ein Problem mit dieser speziesistischen Selbstüberhöhung von uns Menschen. Das berührt aber nicht unsere vitalen Bedürfnisse. Das geht an dem Punkt, den ich meine, vorbei. Es ist auch erwiesen, dass ich Tiere z. B. psychisch traumatisieren kann. Das ist aber weder der Würde von Mensch noch von Tier angemessen. Ein psychischer Zustand hat nichts mit dem Status zu tun, der meiner Spezies in der Ordnung der Natur zukommt. Ich kann meine vegetativen oder vitalen Bedürfnisse auch nicht langfristig wegrationalisieren, ohne dass meine mentale Integrität Schaden nimmt.

Wenn ich mit dem Gedanken ganz unempathisch - und auf pervertierte Art - Ernst mache, dass wir Menschen nur ein Schritt im Kontinuum der Evolution sind, dann dürfte es uns auch nicht allzu sehr stören, dass SARS-CoV-2 und COVID-19 ein paar Millionen - oder sogar eine Milliarde - der genetisch schwächsten von uns durch natürliche Selektion aus dem Genpool entfernt. Dann ersticken die halt oder sind dauerhaft so geschwächt, dass sie höchstwahrscheinlich keine Nachkommen mehr Zeugen werden. Das macht die Natur auch mit allen anderen Spezies.

Und an dieser Stelle fängt die ethische Reflexion doch erst an, was der richtige Umgang mit dem Corona-Problem ist. Ich könnte ja auch die Hände in den Schoß legen und der Natur ihren Lauf lassen. Will ich das? Ich denke, trotz aller Demut gegenüber der Überlegenheit der Kräfte der Natur: nein. Denn ich will Leben. Die allermeisten wollen das. Sollte ich das aber vielleicht wollen? Auch hier denke ich: nein. Denn es gibt viele gute Gründe, Leben zu schützen (was nicht bedeutet, dass wir Menschen uns weiterhin global wie die Karnickel vermehren sollten) und auch das Leben lebenswert zu erhalten (Leben bedeutet für ein Wesen mit Bewusstsein mehr als bloßes Überleben, und wir sind erwiesenermaßen keine Einzeller). Und dann kommen wir trotzdem wieder auf das Grundproblem raus, nämlich die Frage, was verhältnismäßig ist. Und der Weg, den wir gerade gehen, der ist einseitig - und eben nicht verhältnismäßig. Allein schon deshalb nicht, weil er inkonsequent ist. Inkonsequenz verlängert Leiden ... und erzeugt darüber hinaus auch neues Leiden. Immer. Überall. Unnötig. Und irgendwann eben auch unverhältnismäßig.
 
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Benutzer172677 

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Da sind wir uns gar nicht uneinig Funksoulbrother Funksoulbrother , meine Kritikpunkte an den Maßnahmen oder Nichtmaßnahmen sind auch ähnlich.

Ich beziehe mich rein auf den Aspekt der Hilflosigkeit, der ist doch nunmal gegeben?
Es gibt keine Maßnahmen, die nur gut und hilfreich sind, keine, die keine Folgeprobleme schaffen, Leben kosten, Menschen krank machen.. Egal welche.

Deshalb sehe ich die unabwendbare psychische Katastrophe da eben nicht zwangsläufig.
Ja, ich bin mir sicher, dass es einen besseren oder weniger schlimmen Weg gäbe als das, was gerade passiert.
Ja, ich komme mit der Inkonsequenz und der Perspektivlosigkeit auch nicht gut klar.
Ich bin mir aber auch sicher, dass wir im Grunde nichts bis kaum etwas wissen und damit klarkommen müssen, dass wir viele Entscheidungen ins Ungewisse treffen und dass wir gar keine treffen können, die keine negativen Konsequenzen hat.
Wir sind da schlicht ziemlich hilflos, da müssen wir gar keine erlernte Hilflosigkeit hinzufügen.
 

Benutzer58558 

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Da sind wir uns gar nicht uneinig Funksoulbrother Funksoulbrother , meine Kritikpunkte an den Maßnahmen oder Nichtmaßnahmen sind auch ähnlich.

Ich beziehe mich rein auf den Aspekt der Hilflosigkeit, der ist doch nunmal gegeben?
Es gibt keine Maßnahmen, die nur gut und hilfreich sind, keine, die keine Folgeprobleme schaffen, Leben kosten, Menschen krank machen.. Egal welche.

Deshalb sehe ich die unabwendbare psychische Katastrophe da eben nicht zwangsläufig.
Ja, ich bin mir sicher, dass es einen besseren oder weniger schlimmen Weg gäbe als das, was gerade passiert.
Ja, ich komme mit der Inkonsequenz und der Perspektivlosigkeit auch nicht gut klar.
Ich bin mir aber auch sicher, dass wir im Grunde nichts bis kaum etwas wissen und damit klarkommen müssen, dass wir viele Entscheidungen ins Ungewisse treffen und dass wir gar keine treffen können, die keine negativen Konsequenzen hat.
Wir sind da schlicht ziemlich hilflos, da müssen wir gar keine erlernte Hilflosigkeit hinzufügen.
Also irren sich die Psychologen und Psychiater einfach? Ich denke, da machst du es dir - falls du das so siehst - etwas leicht, was die psychische Konstitution von Säugetieren betrifft. Die Psyche ist kein der Physis als ihrem "Herrn" subordinierter "Diener" (und damit von eher sekundärer Relevanz), sie ist in ihrem Einfluss auf unser geführtes Leben eher als (mindestens) gleichgewichtig zu betrachten, selbst wenn psychische Prozesse (hinsichtlich ihrer Existenz) nur ein Epiphänomen physischer Prozesse sein solltem (was ich selbst übrigens glaube). Inneres Erleben erschöpft sich nicht in neuronalen Prozessen (es ist nicht identisch mit diesen), auch wenn sie an diese gebunden und auf sie rückführbar sind. Ich bin ein Vertreter der sogenannten "Doppelaspekt-Theorie".

Außerdem ist situative Hilflosigkeit nicht das gleiche wie eine sich chronifizierende - eben: erlernte - Hilflosigkeit. Letztere ist in ihren Effekten auf das menschliche Leben massiv. Und die Corona-Krise genügt allein schon aufgrund ihrer Dauer, Menschen Hilflosigkeit als psychisches Parameter, quasi als "Default-Wert" lernen zu lassen. Und glaub mir, dieses verstetigte Gefühl willst du nicht erleben, diese allumfassende Ohnmacht. Ich war in meinem Leben schon einmal auf dieser Straße.
 
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Benutzer172677 

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Nein, und das habe ich auch so nicht behauptet. Aber ist klar, dass der andere es sich aus Deiner Sicht dann halt nur zu einfach macht. Wie herrlich einfach für Dich, gell? :zwinker:
Ich gebe es auf, entweder kann ich es nicht ausdrücken, oder Du kannst/willst es nicht verstehen.
Passt schon, ich sehe Deine Beiträge dann einfach weiterhin als reine Monologe.
 

Benutzer58558 

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Nein, und das habe ich auch so nicht behauptet. Aber ist klar, dass der andere es sich aus Deiner Sicht dann halt nur zu einfach macht. Wie herrlich einfach für Dich, gell? :zwinker:
Ich gebe es auf, entweder kann ich es nicht ausdrücken, oder Du kannst/willst es nicht verstehen.
Passt schon, ich sehe Deine Beiträge dann einfach weiterhin als reine Monologe.
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Ich wiederum verstehe diesen patzigen Ton nicht. Ich habe dich mit keinem Wort angegriffen. Ich habe lediglich versucht, vor dem Hintergrund meines Verständnisses deiner Aussagen (deswegen habe ich in Parenthese auch geschrieben; "FALLS du das so siehst"), meine Perspektive genauer zu erklären. Wenn ich jemanden angreife, dann liest sich das anders.
 

Benutzer172677 

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Das ist nicht so patzig, wie es sich für Dich liest, Funksoulbrother Funksoulbrother , ich meine auch ernst, dass es schon passt, wir kommen da nicht zueinander, verstehen uns nicht und es ist ok.
 

Benutzer58558 

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Das ist nicht so patzig, wie es sich für Dich liest, Funksoulbrother Funksoulbrother , ich meine auch ernst, dass es schon passt, wir kommen da nicht zueinander, verstehen uns nicht und es ist ok.
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Ich verstehe es nach wie vor nicht, wo eigentlich das Problem liegt. Erlernte Hilflosigkeit erstreckt sich nicht nur auf sich selbst suggerierte Hilflosigkeit. Sie kann sehr wohl auch Situationen einschließen, in denen man akut hilflos ist - und nicht nur glaubt, es zu sein. Trotzdem ist ein Ohnmachtsparadigma für Menschen nicht über einen längeren Zeitraum ohne psychische Deformation erträglich. Und das bin ich für meinen Teil nicht bereit, als menschliches Schicksal hinzunehmen. Deswegen sage ich, dass uns in der Pandemiebekämpfung etwas besseres einfallen MUSS ... und auch das geänderte Infektionsschutzgesetz scheint, nach allem, was da so durchgestochen wird, wenig überzeugend. Beispiel? Schulen sollen ab einer Inzidenz von 200(!) geschlossen werden, wohl weil immer noch das "magische" Mantra aufrecht erhalten wird, dass Schulen keine Infektionsherde sind, obwohl mittlerweile wissenschaftliche Erkenntnisse deutlich andere Schlüsse nahelegen? Und bis dahin sollen es AHA+L (das zweite A ersetzt durch FFP2), Wechselunterricht und zwei (eher unzuverlässige) Selbsttestungen pro Woche in der Schule richten - bis dann irgendwann 2022 - Man verzeihe meinen Zynismus! - Impfimmunität erreicht ist (Kommt mit der Impkampagne endlich in die Gänge!) und uns hoffentlich keine (Flucht-)Mutante dazwischenfunkt? Come on, das ist wahrscheinlich ein Papiertiger, der da in zwei Wochen endgültig aus dem Käfig gelassen wird! Diese immer weiter fortgesetzte "Labberigkeit" (Sascha Lobo), diese Lernunfähigkeit der Polit-Elite, vom kreißenden Berg geborene Mäuse im Wahn für große Würfe zu halten, befeuert z. B. mein Hilflosigkeitsgefühl ... einfach, weil ich der Regierung dieser Lappen auf Gedeih und Verderb ausgesetzt bin!
 
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Benutzer172677 

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Deswegen sage ich, dass uns in der Pandemiebekämpfung etwas besseres einfallen MUSS

Besser, ja. Aber ich sehe keine Möglichkeit eines Weges, der niemanden ausliefert und in Hilflosigkeit lässt.
Ich verstehe das, ich hätte kotzen können vor Wut und Hilflosigkeit, als ich z.B. las, dass es keine Beschlüsse geben wird am Montag.


Die Schulen, ja, da bin ich ganz bei Dir. Ich sehe aber nicht, welche Option niemanden „ohnmächtig“ macht.
Die Eltern, die Job, Beschulung und Betreuung nicht länger jonglieren können.
Die Schüler, die Defizite nicht wieder ausgleichen können, die kein geeignetes Lernumfeld haben..
Die sind es dann doch auf jeden Fall, die hilflos sind?
Wie würdest Du das lösen?

Und das ist nur ein Beispiel.
Worauf ich hinauswill ist, dass wir gar keine Chance haben, die Geschichte so zu lösen, dass alle damit gut klarkommen können.
Besser als jetzt, ja, natürlich. Aber hilflos sind wir doch in jedem Falle der Tatsache gegenüber, dass es schlimme Konsequenzen hat und haben wird, egal, was wir nun tun.
Selbst ein wie auch immer geartetes Optimum würde Opfer fordern, die Menschen verzweifeln lassen.

Was nicht entschuldigt, was jetzt und hier beschissen läuft.
Ich denke aber, dass im Endergebnis immer und unter allen Umständen deutlich wird, dass wir hilflos sind, weil es einfach niemand ändern könnte, egal, was wir tun.
Das ist doch die Definition von Hilflosigkeit.
Das Polittheater, nicht nur in Deutschland, ist nur die Oberfläche. Darunter liegt diese Wahrheit, dass wir in vielem hilflos sind.
 

Benutzer58558 

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Besser, ja. Aber ich sehe keine Möglichkeit eines Weges, der niemanden ausliefert und in Hilflosigkeit lässt.
Ich verstehe das, ich hätte kotzen können vor Wut und Hilflosigkeit, als ich z.B. las, dass es keine Beschlüsse geben wird am Montag.


Die Schulen, ja, da bin ich ganz bei Dir. Ich sehe aber nicht, welche Option niemanden „ohnmächtig“ macht.
Die Eltern, die Job, Beschulung und Betreuung nicht länger jonglieren können.
Die Schüler, die Defizite nicht wieder ausgleichen können, die kein geeignetes Lernumfeld haben..
Die sind es dann doch auf jeden Fall, die hilflos sind?
Wie würdest Du das lösen?

Und das ist nur ein Beispiel.
Worauf ich hinauswill ist, dass wir gar keine Chance haben, die Geschichte so zu lösen, dass alle damit gut klarkommen können.
Besser als jetzt, ja, natürlich. Aber hilflos sind wir doch in jedem Falle der Tatsache gegenüber, dass es schlimme Konsequenzen hat und haben wird, egal, was wir nun tun.
Selbst ein wie auch immer geartetes Optimum würde Opfer fordern, die Menschen verzweifeln lassen.

Was nicht entschuldigt, was jetzt und hier beschissen läuft.
Ich denke aber, dass im Endergebnis immer und unter allen Umständen deutlich wird, dass wir hilflos sind, weil es einfach niemand ändern könnte, egal, was wir tun.
Das ist doch die Definition von Hilflosigkeit.
Das Polittheater, nicht nur in Deutschland, ist nur die Oberfläche. Darunter liegt diese Wahrheit, dass wir in vielem hilflos sind.
Mir ist schon klar, dass es keine optimale Lösung gibt und es Lasten zu verteilen gilt. Dabei stellt sich mir durchaus die Gerechtigkeitsfrage bei der Lastenverteilung. Z. B. werden die Gastronomie und die Unterhaltungsbranche, und zwar die Menschen, die in ihr arbeiten, seit einem Jahr konsequent - Entschuldigung - gefickt. Nicht mal das mit den "Corona-Hilfen" funktioniert in der Breite. Und das halte ich für eine Schweinerei! Viele Gastronomen investieren in Hygienekonzepte, bauen ihre Lokale um - und dann heißt es: "Ihr bleibt zu!" Monatelang. Auf unbestimmte Zeit. Da werden Perspektiven und damit auch irgendwann Existenzen zertrümmert. Das ist widerlich, weil in letzter Konsequenz eben auch menschenverachtend. Das geht nicht.

Deswegen ist auch dieses EU-Preisgeschacher um die Impfdosen so ein Skandal. DAS fickt die Leute. DAS haben Ursel, Angela, Jens, Olaf und Co. richtig derbe verkackt. Die Zeche zahlen dann aber wiederum Pizzabäcker Luigi, Kinobetreiberin Svetlana und Straßenmusiker Ahmed, bei denen am Ende vom Geld immer mehr Monat übrig ist. Und im Ergebnis wird die Rechnung dadurch teurer sein.
 
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Benutzer176127 

Sorgt für Gesprächsstoff
Wie viel davon wird am Dienstag wohl von dem Entwurf des Notbremsengesetzes noch übrig bleiben:
Einige Punkte sind schon recht hart.
Welche Punkte kommen denn in eurem Bundesland zum aktuellen Stand jeweils dazu, wenn es über 100 ist?
 

Benutzer72433 

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Welche Punkte kommen denn in eurem Bundesland zum aktuellen Stand jeweils dazu, wenn es über 100 ist?
ich bin da garnicht auf dem aktuellen stand... die ausgangssperren kommen dazu bzw. sind das einzige, was mich ggf. betrifft, alles andere ist eh schon in meinem persönlichen verhalten mit drin.
 

Benutzer58558 

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Wie viel davon wird am Dienstag wohl von dem Entwurf des Notbremsengesetzes noch übrig bleiben:
Einige Punkte sind schon recht hart.
Welche Punkte kommen denn in eurem Bundesland zum aktuellen Stand jeweils dazu, wenn es über 100 ist?
Entschuldigung, aber da ist wenig dabei, was ich aus meine Perspektive - als jemand, der Holzhammer-dafür-aber-Wabbelschwabbel-Lockdowns sehr kritisch sieht(!) - hart nennen würde. Es ist - siehe: Schule - inkonsequent. Vermutlich wird dieses Lulli-Gesetz nicht den erhofften Wellenbruch bringen ... naja ... vielleicht bis Ende Juli, wenn es sehr gut läuft. Die unterschätzen mir die Situation der Schulen angesichts der Mutante viel zu sehr. Die offenen Schulen werden die Effekte der anderen Maßnahmen aufheben ... ist meine unwissenschaftliche Intuition. Damit erreicht man bestenfalls ein Plateau. Für mich ist es nur ein weiteres Papier, dass mir wenig Vertrauen in die Regierenden gibt. Die haben - salopp gesagt - nur Luft im Sack.

Aber mal das ganze Gezeter beiseite: Wo ist da auch nur ansatzweise etwas, was bei der Pandemiebekämpfung einen signifikanten Durchbruch verspricht?
 
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Benutzer72433 

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schulen erst ab 200 ist in meinen augen eh der größte witz.
 
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