Corona 8

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Benutzer115625 

Beiträge füllen Bücher
Ich erwähne mal Aliena Aliena und P ProxySurfer (der ja gerne den Vergleich zur Hongkonggrippe zieht).

Ich hatte ja letztens schonmal Bilder zur Übersterblichkeit gemalt, jetzt habe ich das nochmal monatsweise ab 1954.
Herangezogen wurden:
- Jährliche Bevölkerungsdaten seit 1950(bis einschließlich 1989 DDR+BRD aus getrennten Daten zusammengeführt)
- Monatliche Sterbezahlen seit 1950

Für jeden Monat wurde die Sterbequote berechnet, also: Sterbequote =Tote im Monat / Bevölkerung des Jahres.
Die Sterbequote wurde gewählt als Mittel zur Normalisierung zur Bevölkerung, da sich diese ja seit 1954 doch etwas gewachsen ist.
Weiterhin wurde in jedem Jahr die durchschnittliche monatliche Sterbequote berechnet.
Anschließend wurde eine "Baseline" errechnet als "durchschnittliche durchschnittliche monatliche Sterbequote über die vergangenen 4 Jahre".

Aus der monatlichen Sterbequote und der Baseline wurde die „Exzess-Sterbequote“ ermittelt.
Diese wurde dann über alle Datenpunkte normalisiert (mit der Standardabweichung).

Das macht es direkt vergleichbar über alle Monate.

Nun:
Sterbequoten_monatlich_seit_1954.png

Das Resultat:
(orangenes Kreuz ist der Datenpunkt 2020, rote Raute 2021, blaue Linie ist der Durchschnitt 1954-2019)

Man sieht hier sehr schön alle besonderen Ereignisse, im Prinzip seit dem 2. Weltkrieg, etwa die Asiatische Grippe (insbesondere Oktober 57), Hongkong-Grippe, oder Grippewelle 17/18 (März 18).

Und wenn wir uns das jetzt mal anschauen:
April 2020: Für den April sehr Übersterblichkeit, auf dem Niveau der großen Grippewellen in den 50er und 60er Jahren
November 2020: Höchste Übersterblichkeit seit 1954
Dezember 2020: Zweithöchste Übersterblichkeit seit 1954, nur knapp übertroffen von der Hongkong-Grippe
Januar 2020: Zweithöchste Übersterblichkeit seit 1954, nur übertroffen von der Hongkong-Grippe

Das sind nun zufällig die Monate mit den erhöhten COVID-Inzidenzen, man erkennt ziemlich deutlich den Zusammenhang zur Inzidenz.

Anerkennen muss man zwangsläufig auch: Die COVID-Sterblichkeiten entstehen TROTZ Lockdown und AHAL. Maskenpflicht, keine Großveranstaltungen, Homeoffice, geschlossene Restaurants Geschäfte (und trotzdem der Datenpunkt im Dezember!) etc.

Man kann sich ausmalen, wohin das führt, wenn COVID wie eine Grippewelle durchlaufen würde.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer58558 

Meistens hier zu finden
Ich war mal Feuerwehrmann. Wenn brannte haben wir vorher nicht auch erst einen Debattenzirkel gebildet und erstmal definiert, was eigentlich Feuer ist.
Die Analogie hinkt. Übertragen auf das Virus würde das bedeuten, dass wir - in deinem Bild - erst einmal darüber debattieren würden, was ein Virus ist. Das Feuer ist das Analogon zum Virus, nicht zu den Begriffen Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit ... Außerdem führen nicht die Ärzte und Pflegekräfte auf den Stationen irgendwelche "Debattenzirkel" - also in deinem Vergleich: die Feuerwehrleute.

Gründliche Entscheidungen darf ich von hochrangigen Beamten und Politikern aber erwarten. Und dazu gehört ein qualitativer Diskurs in unsicherer Lage nun einmal dazu. Und wer von denen darauf keinen Bock hat, dem sage ich dazu ganz klar: Fuck off!

Zudem kann man einen Routinefall wie einen Brand nicht mit einem außergewöhnlichen Ereignis wie einer globalen Pandemie vergleichen. Bei letzterem gibt es keine verlässlichen Routinen, weshalb von uns bei der Beurteilung und Behandlung der Gesamtlage eine gesteigerte Sorgfaltspflicht bei Entscheidungen verlangt ist und nicht alles der Herrschaft von pseudo-pragmatischem Aktionismus - dem Primat des Handelns - unterworfen werden darf ("Hauptsache, wir haben etwas getan! Wir haben das gut gemeint!" - "Aber war es auch gut?" - "Für solche Haarspaltereien habe ich keine Zeit, denn es sterben Menschen!" - "Oh, ja, du hast Recht! Deshalb: Weiter so!").

Schöne Grüße aus der akademischen Welt von einem studierten Philosophen, der den kynischen Straßenköter-Habitus einfach nicht loswird! (Oder wie ich zu sagen pflege: I'm a part of the problem! And proud of it!) :winkwink:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer58558 

Meistens hier zu finden
Man kann sich ausmalen, wohin das führt, wenn COVID wie eine Grippewelle durchlaufen würde.
Ich glaube, man sollte sich auch einmal von dem Pappkameraden verabschieden, der SARS-CoV-2 "einfach durchlaufen lassen" will, weil das - so denke ich - nun wirklich nur wenige wollen.
 

Benutzer36171 

Beiträge füllen Bücher
Oh Mann, jetzt mache ich mich hier glaube ich richtig unbeliebt. Ich bin real eigentlich ganz gut aushaltbar :winkwink:

Ich weiß genau was Du meinst und ich bin ja kein Vertreter des Extrems, ein Sozialstaat ist notwendig. Aber ich bin schon sehr auf der Seite, dass es durchaus... unangenehm sein darf, wenn man nicht selbst aktiv wird. Ich hatte es schon an anderer Stelle mal geschrieben, aber ich habe selbst die Erfahrung haben dürfen, dass ich nach meinem Abi für einige Tage obdachlos war (Vater vollkommen überschuldet gestorben, Wohnung verloren).
ICH habe mich daraufhin mit 18 selbstständig gemacht, ein Studium begonnen und keinen Cent vom Staat verlangt. Ich weiß also, wie es ist, wenn ein kalter Wind weht. Wenn ich eins nicht haben kann, dann ist es der Schrei nach dem Staat, anstatt selbst aktiv zu werden. Wenn es Gründe dafür gibt, wieso das nicht möglich ist, bin ich durchaus für staatliche Hilfe, nicht falsch verstehen.
Alles gut, ich finde deine Beiträge in der Diskussion sehr hilfreich. :smile: Danke für die Klarstellung.
 

Benutzer82466  (42)

Sehr bekannt hier
Ach, muss er das? Also wir in D sind es gewohnt, dass der Staat das tut. Aber normal ist es nicht, in anderen Ländern sieht es ganz anders aus. Soll nicht heißen, dass ich es gut heiße, wenn der Staat sich nicht um die Gesundheitsversorgung seiner Bürger kümmert. Aber was Du schreibst ist Deine Meinung und keineswegs ein Grundgesetz. Ich finde es wichtig, in Diskussionen deutlich zu machen, was fakt und was Meinung ist.

Und wir sind hier ja durchaus einer Meinung, ich bin ja auch dafür, dass Gesundheitsversorgung eine staatliche Aufgabe sein sollte. :winkwink:
Ralf Ludwig hat das juristisch in einer Rede dargelegt, als es um die körperliche Unversehrtheit ging. Es gibt kein Grundrecht auf Gesundheit. Sondern der Staat muss für das Gesundheitswesen sorgen. Es ging nur um Deutschland, in anderen Ländern ist das durchaus anders, klar.

Nicht viele, aber das sind wirklich alles Schwurbler. Der Kollege meines Bruders zum Beispiel ist schon seit Jahren Prepper- und Reichsbürgersympathisant. Ein bloßer Maßnahmenkritiker ist für mich natürlich noch lange kein Schwurbler. Aber darüber haben wir doch schon mehrfach gesprochen. Du weißt, was für mich Schwurbler sind: Leute, die jegliche Maßnahmen unsinnig finden (z. B. auch das Absagen von Massenveranstaltungen), Leute, die wissenschaftlichen Konsens ablehnen (Klimawandel, Impfungen, dass die Pandemie möglicherweise die Intensivstationen überlasten könnte), Leute, die an eine Weltverschwörung glauben, Leute, die kla.tv gucken, Leute, die die tatsächlich vorhandenen Probleme der Welt sehen und sie in einen Fantasiekontext setzen. Die finden sich selbst natürlich nicht schwurbelig, aber ich und ganz viele andere Menschen schon. Vielleicht müssen sie einfach damit klarkommen, dass sie sich eher am Rand des Meinungsspektrums befinden und nicht irgendwo in der Mitte.

Wer nur ein bisschen genervt von unsinnigen Maßnahmen ist, geht (mehrheitlich) nicht protestieren. Bei den meisten kommt da viel mehr dazu und das sind eben oft Gründe, die ich absolut nicht nachvollziehen.
Ich versteh Dich schon, das Meinungsspektrum ist sehr weit und auch ich teile nicht jede Meinung, die dort kreucht und fleucht :zwinker:
Bzgl. Fantasiekontext möchte ich dennoch diese Buchempfehlung loswerden. Es stellt sehr gut die Zusammenhänge verschiedener Organisationen und Themen dar. Irgendwann ist es halt statistisch unmöglich, dass das alles Zufälle sind - die Pandemie wird definitiv ausgenutzt.
vlb_9783967890143_10002.jpg

Ali Mente Ali Mente Danke. Aber mittlerweile mehren sich die Stimmen, dass die Schäden der Lockdowns den Nutzen weit übersteigen. Insofern glaube ich nach wie vor nicht, dass es schlimmer gekommen wäre ohne Maßnahmen oder mit weniger Maßnahmen bzw. nur Empfehlungen.
 

Benutzer22359  (37)

Sehr bekannt hier
Zur Sterbequote diese aktuelle PM von statistischen Bundesamt Sterbefallzahlen in der 9. Kalenderwoche 2021: 14 % unter dem Durchschnitt der Vorjahre

Dank Aha sind wir derzeit sogar wieder unter der Quote der Vorjahre. Grund sind fehlende Grippetote.
Bitte vollständig lesen, unten auf der Seite wird erklärt, dass neuste Daten noch unvollständig sind und daher vorläufig. Wo das endet weiss man nicht (kann durchaus weiter runter gehen, eventuell auch wieder hoch). Aktuelle Sterbefallzahlen muss man mit extremer Vorsicht betrachten.
Grundlage der Sonderauswertung für die Jahre 2020 und 2021 sind erste vorläufige Daten (Rohdaten). Dabei handelt es sich zunächst um eine reine Fallzahlauszählung der eingegangenen Sterbefallmeldungen aus den Standesämtern ohne die übliche Plausibilisierung und Vollständigkeitskontrolle der Daten. Durch gesetzliche Regelungen zur Meldung von Sterbefällen beim Standesamt und Unterschiede im Meldeverhalten der Standesämter an die amtliche Statistik sind diese Daten noch unvollständig.

Aufgrund der hohen Relevanz aktueller Sterbefallzahlen in der Corona-Pandemie hat das Statistische Bundesamt ein Schätzmodell zur Hochrechnung der unvollständigen Daten entwickelt. Mit diesem Modell lassen sich bundesweite Sterbefallzahlen bereits nach etwa einer Woche bereitstellen. Dabei werden die Sterbefallzahlen der letzten neun dargestellten Wochen auf Basis der bislang eingegangenen Meldungen aus den Standesämtern hochgerechnet. Die Zahlen können deshalb zu einem späteren Zeitpunkt geringfügig höher oder geringfügig niedriger sein. Die Schätzung basiert auf in der Vergangenheit beobachteten Mustern im Meldeverzug, die sich regional zum Teil deutlich unterscheiden. Miteinander vergleichbare Ergebnisse für die Bundesländer liegen deshalb erst nach etwa vier Wochen vor.
Und in der 9. Woche war man aus der Hochphase nach Weihacnhten schon wieder draussen. Es behauptet denke ich mal niemand ernsthaft, das wir konstant rekordhafte Übersterblichkeiten haben in einem begrenzten regionalen Raum, sondern wenn überhaupt in einzelnen Phasen etwa 3-4 Wochen nach erhöhter Infektion. Das es unetr umständen über weite Teile des Jahres dank der Massnahmen und damit reduzierter Sterberate in anderen Bereichen sogar eine niedrigere Todesrate geben kann ist unbestritten (je nachdem wie die Massnahmen genau aus vielen auch über das ganze Jahr hinweg, in Deutschland beispielsweise lief ja alles recht gut bis Dezember 2020, nachdem man im Frühjahr 2020 die Grippesaison abgekürzt hatte).
 

Benutzer22359  (37)

Sehr bekannt hier
So, AstraZeneca/Oxford ist von der UK Impfbehörde (MHRA) und von der EMA bewertet worden. EU gibt offenbar grünes Licht, akzeptiert den Zusammehang zwischen seltenen Trombosen, aber gibt weiterhin den impfstoff ab 18 frei. Ob die einezlnen EU-Staaten nun darauf reagieren wird man sehen, der EU-Rat tagt wohl später. In UK hat man sich entscheiden A/O nicht mehr für U30 zu empfehlen (Under-30s in UK should be offered alternative Covid vaccine to AstraZeneca jab, says advisory body). Offiziell bekommen sie alternativen angeboten. Dort ist die Bange natürlich nun gross, das der Vorsprung den man sich beim Impfen erarbeitet (andere würden sagen ermogelt) hat nun in der entscheidenden Phase den Boden unter den Füssen verliert (haben halt O 60 weitestgehend durch und haben eben hauptsächlich A/O ausstehen an Lieferungen die sicher kommen).
Off-Topic:
Wann kommt hier der Schliessdienst vorbei? :zwinker:
 

Benutzer36171 

Beiträge füllen Bücher
Irgendwann ist es halt statistisch unmöglich, dass das alles Zufälle sind
Dass irgendetwas einfach zu viele Zufälle sind, beweist nichts. Unsere Welt besteht praktisch aus Zufällen. Es zeigt aber schön den Hang von Menschen ein Muster zu erkennen. (Ich kann das schon verstehen.)

Es müssen aber weder Zufälle noch eine Verschwörung sein, sondern meistens geht's einfach nur um Menschen mit (egoistischen) Motiven. Flo Osrainik verdient mit seinem Buch vermutlich auch Geld, aber das sagt nichts über den Inhalt aus.


- die Pandemie wird definitiv ausgenutzt.
Ja, auf jeden Fall, so wie alles andere. Aber sie wird von verschidenen Menschen und Institutionen in verschiedene Richtungen ausgenutzt. Zum Beispiel nutzen sämtliche Kundenservice-Anbieter die Corona-Krise als Ausrede, dass sie nicht früher antworten konnten. Sogar ich habe die Ausrede schon beruflich genutzt. Das heißt nicht, dass die Corona-Krise von mir oder Kundenservice-Mitarbeitern erfunden wurde. Dass 9/11 als Grund für irgendwelche Anti-Terror-Gesetze und Kriegstreiberei missbraucht wird, heißt nicht, dass 9/11 von der CIA durchgeführt wurde. So rum funktioniert das nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer164174  (43)

Öfters im Forum
Das ist doch das, was ich schon lange sage. Es muss eine Art "Bundescoronagesetz" geben. Mein Vater lag während der Pandemie im Krankenhaus in NRW, gut vier Kilometer von uns weg. Es galten dabei völlig andere Regeln als bei uns. Dann kam er in eine Rehaklinik, die war aber in Niedersachen, auch in der Nähe. Die halbe Autostunde führte zu einem komplett anderen System. Sowas ist in einem medizinischen Fall dann nochmal belastender, weil er beispielsweise mehrmals in Quarantäne musste, obwohl er bereits getestet war. Aber es war das falsche Bundesland.
Diese kommunalen Lösungen sind in der Theorie sehr sinnvoll. Aber Landkreise sind keine Einödhöfe. Ich habe in Thüringen die Erfahrung gemacht, dass es ein regelgerechtes Hopping gab. Dann wurde eben der andere Kreis solange geflutet, bis er Riskogebiet wurde und einige Wochen später tauschten die Kreise den Status.
Oder auch bei den Impfungen. In NRW impfen die Ärzte nur Menschen, die dort leben. Viele haben aber ihren Hausarzt im westlichen Nachbarort und fallen so durch das Raster.
Das ist wesentlich lebensnäher als "Aber nach Mallorca kann man fliegen".
Problem ist doch, dass man im Prinzip verhindern müsste, dass sich die Menschen bewegen. Igh wohne in einem >150 Kreis in BaWü und wir gehen lustig zum Shopping in den <100 Kreis nach Bayern, wo ich auch arbeite. Wo liegt die Logik? Kann man auch nicht verbieten dass ich da einkaufe wo ich arbeite. Darum kann man auch nicht verhindern, dass manche nach Malle gehen.
 

Benutzer58558 

Meistens hier zu finden
Problem ist doch, dass man im Prinzip verhindern müsste, dass sich die Menschen bewegen. Igh wohne in einem >150 Kreis in BaWü und wir gehen lustig zum Shopping in den <100 Kreis nach Bayern, wo ich auch arbeite. Wo liegt die Logik? Kann man auch nicht verbieten dass ich da einkaufe wo ich arbeite. Darum kann man auch nicht verhindern, dass manche nach Malle gehen.
Das implizit Menschenunwürdige der Corona-Verordnungen, das - gewissermaßen - Beelzebub-hafte, mit dem man den Teufel Corona, der menschenunwürdiges Leid verursacht, austreiben möchte, wird diskursiv eher auch marginalisiert. Thea Dorn z. B. hat darauf öfter hingewiesen, eher feststellend als anklagend. Diese Ausblendung diese kategorische Höhergewichtung des Einen über das Andere ist es doch auch, was einige Leute fuchsteufelswild macht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich muss ja zugeben, dass ich als in Ö lebender Exil-Deutscher überhaupt keinen Durchblick mehr habe, welche Maßnahmen in D eigentlich gültig sind (klar ist wohl auch sehr verschieden je nach Bundesland). Ich habe keine Ahnung, ob jetzt bei Euch die Schulen eigentlich offen oder zu sind, ebenso Einzelhandel usw. Scheint auch recht unterschiedlich zu sein.

Deswegen frage ich mich gerade ernsthaft, welche Maßnahmen in der deutschen Debatte jetzt eigentlich gemeint sind, wenn Merkel, Laschet und Söder von einem kurzen, harten Lockdown reden bis die Impfung wirkt......Wobei ich mich außerdem frage, wie ein Lockdown (was auch immer damit gemeint ist) denn "kurz" sein kann, wenn er die Zeit überbrücken soll, bis die Impfungen wirklich "wirken" (d.h. "epidemiologisch" wirken, also die Inzidenzen massiv drücken). Das dürfte doch mindestens bis Hochsommer oder Frühherbst dauern, oder nicht?

Ich stehe da echt auf dem "Schlauch". Ich checke bei der deutschen Debatte nichts mehr. Wer plant da jetzt denn eigentlich wo, was genau?

Die österreichische Situation ist da doch erheblich einfacher und übersichtlicher (klar ist ja auch alles 10x kleiner hier). Es gibt quasi drei unterschiedliche "Maßnahmengebiete":
(1) Ost-Österreich (also Wien, Niederösterreich und Burgenland) mit Schulen zu, Einzelhandel zu und aus allen Löchern pfeifenden Intensivstationen.
(2)Steiermark/Kärnten/Oberösterreich/Salzburg/Tirol mit Schulen und Einzelhandel (noch) offen und (noch) nicht aus allen Löchern pfeifenden Intensivstationen...
(3) Vorarlberg mit Schulen, Einzelhandel und Gastro (noch) offen und (noch) nicht aus allen Löchern pfeifenden Intensivstationen.

Die Politik hat auch klar gemacht: Erstmal ändern wir nichts und nirgends. Wenn es nötig wird, machen wir halt das, was in Ost-Österreich jetzt schon gilt, auch im ganzen Rest. Was anderes ist ja eh nicht möglich.
Inzidenzen jucken keinen mehr wirklich und der Bundeskanzler hat jedem den "Erststich" in den nächsten 100 Tagen versprochen (Tja, wollen wir mal sehen). Das weiß man doch, was man hat (Ironie aus).
 

Benutzer59943  (39)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
casanis casanis
keine Sorge, ich kapiers auch nicht :grin:
Wir haben Lockdown seit November, mit Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen und allem drum und dran. keine ahnung was da noch verschärft werden soll🤷🏼‍♀️

Ausgangssperre ab 17 Uhr vielleicht?
Maskenpflicht daheim im Bett?
Einkaufen nur noch mit 3 Masken übereinander?
 

Benutzer149155 

Sehr bekannt hier
Viel hilft bekanntlich viel. Drum soll man ja auch drei Kondome übereinander stülpen. :upsidedown:
 

Benutzer146280 

Verbringt hier viel Zeit
manches ist erlaubt, aber unvernünftig (und deswegen sollte man es auch besser bleiben lassen oder es zumindest so sicher machen wie es halt geht)
Ich glaube, dass ist ein Problem. Haushalt+1 Person heisst dann eben pro Woche jeden Tag eine Andere Person... erlaubt aber dämlich.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich muss sagen, dass ich der EU (und damit meine ich nicht exklusiv "Brüssel", also die Kommission, sondern natürlich auch die Mitgliedsstaaten, also den Rat) überhaupt nicht mehr zutraue, wirklich prospektiv jetzt schon bzgl. der Impfstrategien und der Impfstoffbeschaffung für mögliche Auffrischungsimpfungen, modifizierte Impfungen für Fluchtmutationen - also alles, was NACH diesem Sommer und Herbst so wahnsinnig wichtig sein wird - zu planen und vorzusorgen.

Ich bin ja eigentlich ein großer Anhänger der EU, aber wenn sie das WIEDER versaut, wird das echt eine Katastrophe.
Ich bin ja echt gespannt, wie viel von der EU noch übrig bleibt, wenn das abtrünnige Großbritannien nur durch die erfolgreiche Impfkampagne in absehbarer Zeit deutlich besser da steht, als die EU, die das Impfen verbockt hat.
Im besten Fall wird es nur mehr nationale Alleingänge und weniger Kompetenzverlagerung in Richtung EU geben. Und im schlimmsten Fall werden immer mehr Staaten das sinkende Schiff verlassen.

Weiteres Urteil, die Gerichte tun endlich ihren Job, was die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen angeht:
Das ist mal wieder ein erfreuliches und beruhigendes Urteil, dass zeigt, dass unser Rechtsstaat nach wie vor funktioniert. - Auch wenn es natürlich schade ist, dass unsere Politiker immer wieder derartigen Bullshit beschließen, der dann für einige Zeit gültig ist, bevor er von den Gerichten wieder unterbunden wird.

Off-Topic:
Klar, nur wenn ein Verein mal wieder rummault sie würden nur verlieren, weil irgendeine rote Karte vom bösen Schiedsrichter die dann unegrechtfertigterweise vom DFB mit Sperre belegt wird, verdrehen wir auch alle die Augen. Und das ist eben was die Nationalstaaten derzeit teils tun: Sie habens verbockt, viele auf ihre eigene weise (allerdings weniger als viele in Europa derzeit glauben wollen, international steht die EU gar nicht so schlecht da. Das man nicht mit den USA mithalten kann war denke ich allen vorher klar (auch wenn man hoffte, dass Trump es so richtig versaut). UK ist halt Glücksache für die, dass irhe Strategie doch mit Winkelzügen funktioniert hat (die haben aber noch ganz andere Probleme wenn es um die Endabrechnung gehen wird). Israel bezahlt derzeit seine Impfbestellugnen nicht und wird von Pfizer offenbar als Bananenrepublik bezeichnet (Pfizer halts corona vaccine shipments to Israel after failure to pay, wie einfach das vorherzusehen war, dass wenn der Wahlkampf rum ist das Impfen schief geht). Viele kleiner Staaten sind ein Spielball von Russland und China, die eben derzeit mit ihren Impfstoffen Geopolitik betreiben. Alles in allem sieht es gar nicht so schlecht auswarten wir mal ab wie nun dieser und der nächste Monat läuft, denn dass sind die entscheidenden Monate im Impfwettrennen.
Naja... gerade die USA hatten mit ihrem marodem Gesundheitssystem, den gigantischen Sozialen Unterschieden und damit einhergehenden Spannungen, der fehlenden sozialen Absicherung in Sachen Krankheit, Arbeitslosigkeit, usw., sowie einem völlig durchgeknallten (inzwischen Ex-)Präsidenten deutlich schlechtere Voraussetzungen zur Bewältigung der Pandemie, als viele europäische Staaten.
Aber all das verliert eben an Bedeutung, wenn die EU bei den entscheidenden Impfungen weitestgehend versagt, während die USA nun genau diese eine Sache richtig machen.

Du hast hier meine Argumentation offenbar nicht verstanden. Also noch einmal einfach: Gericht sorgt dafür das Massnahme (ob nun sinnvoll oder nicht) nicht vollzogen wird. Politik stellt fest, dass problem (also zu viele Infektionen, egal ob nun mit der Massnahme einschränkbar oder nicht) weiterhin besteht. Also entscheidet Poltik auf eine noch drastischere und viel eingreifendere Massnahme. Oder anders ausgedrückt: Das gerichtsurteil kann dazu führen das die Freiheitsrechte mehr eingeschränkt werden als ohne dieses. Von dem her läuft dein Vorwurf ins leere, sorry.
... wobei dann auch naheliegend ist, dass diese härtere Beschränkung ebenso als unverhältnissmäßig von den Gerichten gekippt wird, wie die weniger harte Beschränkung, die schon zuvor gekippt wurde.

Ich muss ja zugeben, dass ich als in Ö lebender Exil-Deutscher überhaupt keinen Durchblick mehr habe, welche Maßnahmen in D eigentlich gültig sind (klar ist wohl auch sehr verschieden je nach Bundesland). Ich habe keine Ahnung, ob jetzt bei Euch die Schulen eigentlich offen oder zu sind, ebenso Einzelhandel usw. Scheint auch recht unterschiedlich zu sein.

Deswegen frage ich mich gerade ernsthaft, welche Maßnahmen in der deutschen Debatte jetzt eigentlich gemeint sind, wenn Merkel, Laschet und Söder von einem kurzen, harten Lockdown reden bis die Impfung wirkt......Wobei ich mich außerdem frage, wie ein Lockdown (was auch immer damit gemeint ist) denn "kurz" sein kann, wenn er die Zeit überbrücken soll, bis die Impfungen wirklich "wirken" (d.h. "epidemiologisch" wirken, also die Inzidenzen massiv drücken). Das dürfte doch mindestens bis Hochsommer oder Frühherbst dauern, oder nicht?

Ich stehe da echt auf dem "Schlauch". Ich checke bei der deutschen Debatte nichts mehr. Wer plant da jetzt denn eigentlich wo, was genau?

Die österreichische Situation ist da doch erheblich einfacher und übersichtlicher (klar ist ja auch alles 10x kleiner hier). Es gibt quasi drei unterschiedliche "Maßnahmengebiete":
(1) Ost-Österreich (also Wien, Niederösterreich und Burgenland) mit Schulen zu, Einzelhandel zu und aus allen Löchern pfeifenden Intensivstationen.
(2)Steiermark/Kärnten/Oberösterreich/Salzburg/Tirol mit Schulen und Einzelhandel (noch) offen und (noch) nicht aus allen Löchern pfeifenden Intensivstationen...
(3) Vorarlberg mit Schulen, Einzelhandel und Gastro (noch) offen und (noch) nicht aus allen Löchern pfeifenden Intensivstationen.

Die Politik hat auch klar gemacht: Erstmal ändern wir nichts und nirgends. Wenn es nötig wird, machen wir halt das, was in Ost-Österreich jetzt schon gilt, auch im ganzen Rest. Was anderes ist ja eh nicht möglich.
Inzidenzen jucken keinen mehr wirklich und der Bundeskanzler hat jedem den "Erststich" in den nächsten 100 Tagen versprochen (Tja, wollen wir mal sehen). Das weiß man doch, was man hat (Ironie aus).
So eine übersichtliche Situation, wie in Österreich, die auch noch viel stärker darauf bedacht ist, nur unbedingt nötige Einschränkungen zu verfügen, die Grenzen der staatlichen Befugnisse anzuerkennen (also z.B. keine großen Eingriffe in den privaten Raum) und viele Dinge, wie z.B. Schulen möglichst mit sinnvollen Testkonzepten abzusichern, statt pauschal zu schließen, wünsche ich mir auch für Deutschland.

Aber hier in Deutschland herrscht einfach nur ein unerträgliches Maßnahmen-Wirrwar und es werden Scheindebatten geführt, bei denen niemand mehr versteht, worüber eigentlich debattiert wird und was irgendein "Brücken-Lockdown", oder sonst was bedeuten soll - abgesehen von offensichtlich widersprüchlichen Behauptungen, wie dieser "kurzer Lockdown, bis die Impfungen greifen"-Geschichte.
 

Benutzer30735 

Sehr bekannt hier
[...]
Anerkennen muss man zwangsläufig auch: Die COVID-Sterblichkeiten entstehen TROTZ Lockdown und AHAL. Maskenpflicht, keine Großveranstaltungen, Homeoffice, geschlossene Restaurants Geschäfte (und trotzdem der Datenpunkt im Dezember!) etc.

Man kann sich ausmalen, wohin das führt, wenn COVID wie eine Grippewelle durchlaufen würde.

Danke!! Wirklich super aufbereitet!
Und den Satz möchte ich noch in aller Deutlichkeit hervorheben. Das scheinen einige auch gerne zu vergessen. Diese massive Sterblichkeit TROTZ dieser Kontaktbeschränkungen etc.

Bei der krassen Grippewelle 17/18 war ja nichts davon gegeben.

Eigenartig, dass Leute so oft Äpfel mit Birnen vergleichen.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
mal ab von der aktuell nicht aussagekräftigen offiziellen inzidenz - die belegung der intensivbetten entspricht exakt der vorhersage:
EyXd_WYWQAMB9CZ.jpg
das ist schlicht nicht machbar, das zu stemmen, ohne dass menschen die ansich gute chancen hätten, draufgehen werden. nicht unbedingt nur an corona. das bild stammt von christian karagiannidis, wissenschaftlicher leiter vom divi-register.

und mal ganz ab von den kompletten zahlen nennt er noch nen weiteren wichtigen punkt:

joah, ich muss sagen, erstmalig tuts mir nicht nur um die betroffenen leid - sowohl patienten als auch pflegende und angehörige - sondern mir wird nen bisschen mulmig. war doch irgendwie sehr angenehm zu wissen, dass man, wenn man sich verletzt oder nen unfall baut, medizinisch versorgt werden kann - so sehr ich den aufenthalt im krankenhaus auch hasse, nötig war er schon.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
mal ab von der aktuell nicht aussagekräftigen offiziellen inzidenz - die belegung der intensivbetten entspricht exakt der vorhersage:
Anhang anzeigen 116568
das ist schlicht nicht machbar, das zu stemmen, ohne dass menschen die ansich gute chancen hätten, draufgehen werden. nicht unbedingt nur an corona. das bild stammt von christian karagiannidis, wissenschaftlicher leiter vom divi-register.

und mal ganz ab von den kompletten zahlen nennt er noch nen weiteren wichtigen punkt:

joah, ich muss sagen, erstmalig tuts mir nicht nur um die betroffenen leid - sowohl patienten als auch pflegende und angehörige - sondern mir wird nen bisschen mulmig. war doch irgendwie sehr angenehm zu wissen, dass man, wenn man sich verletzt oder nen unfall baut, medizinisch versorgt werden kann - so sehr ich den aufenthalt im krankenhaus auch hasse, nötig war er schon.
Ich muss zugeben, dass ich die Grafiken nicht ganz verstehe. Was meint jeweils "Stop bei Inzidenz XY" bzw. "Stop bei Inzidenz XY, Lockdown"? Gibt "Lockdown" also diese Sternchen, an, wie lange der Lockdown gehen soll? Wenn ja, was für ein Lockdown (was ist zu, was bleibt offen) und was bedeutet dann "Stop"? Ich fühle mich gerade etwas "blöd", weil ich das nicht checke...
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren