Chef macht Probleme in Schwangerschaft

H
Benutzer233557  (34) Ist noch neu hier
  • #1
Hallo meine Frau ist gerade 3 Wochen wieder arbeiten nach unserem ersten Kind (2 Jahre Elternzeit). Sie ist aber nun direkt wieder schwanger geworden.

Ihr geht es sehr schlecht, Schwindel und Übelkeit, mit Glück bleiben kleine Mahlzeiten in ihr drin.

Deswegen hat sie sich krank schreiben lassen, Frühschicht ist dazu eben auch nicht förderlich.

Jetzt nach 2 Wochen hat sie einen bösen Anruf von einem Chef Chef bekommen (Arbeitet in einem Konzern) dass sie nicht mehr Krankgeschrieben werden soll, sondern Urlaub nehmen sollte bzw. Ein Beschäftigungsverbot braucht. Und droht ihr sie an eine 30-35 Kilometer entfernten Standort zu verlegen.
Ihr Arzt meinte beschäftigungsverbot gibt es nicht, nur krankschreibung. Meine Frau sitzt nun heulend zuhause und denkt ihr Chef ist im Recht, ihr deutsch ist leider nicht perfekt (sie versteht alles, also es gab da auch kein Missverständnis)

Ich habe so ein Hals ich bin seit 7 Jahren nicht krank und verursache kaum Kosten für meine Krankenkasse. Warum soll meine Frau jetzt nicht zuhause bleiben können wenn es ihr offensichtlich sehr schlecht geht.

Hat uns jemand Tipps/kennt unsere Rechte ? (Klar ist das hier keine Rechtsberatung)
 
krava
Benutzer59943  (44) Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
  • #2
na ja Beschäftigungsverbot gibt es, wenn die Bedingungen am Arbeitsplatz für eine Schwangere nicht passen. Ist das denn der Fall?
Wie war es denn in der ersten Schwangerschaft? Gibt es irgendwelche Risiken für deine Frau am Arbeitsplatz, die es ihr unmöglich machen zu arbeiten?
Dann wird jeder Arzt dem zustimmen.

Und wenn sie eine Krankschreibung vorlegt, kann der Chef nichts machen. Versetzung ist ja hinfällig, wenn sie sowieso nicht arbeitet.
Ich kann verstehen, dass der Chef nicht amused ist, aber AU ist AU. Da kann er nichts machen. Zum Amtsarzt wird er sie kaum schicken, weil die Schwangerschaft ja unstrittig ist. Und dass einem da mal übel ist, ist ebenfalls unstrittig.

Ich würde an ihrer Stelle mal das Gespräch suchen und zum Beispiel darum bitten in der Spätschicht arbeiten zu können. Dann darf sie sicher an ihrem normalen Arbeitsplatz bleiben, das ist immer ein Geben und Nehmen und die Versetzungsdrohung klingt einfach nach Trotz.
Gibt es einen Betriebsrat?

Alles Gute für die Schwangerschaft :smile:
 
H
Benutzer233557  (34) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #3
sie muss im Einzelhandel Paletten bewegen und Sachen einräumen. In der ersten Schwangerschaft hatte sie keine Probleme mit der Übelkeit und wurde in einer anderen Filiale an die Kasse gesetzt wo direkt neben ihr eine Toilette war.

Als sie wieder kam wurde sie in eine neue Filiale gesteckt. Gespräch macht kaum Sinn, da der Ton vom Chef sehr auf Ärger aus war. Eine andere Schicht geht leider nicht da unser kleiner nur Betreuung bis 13.00 hat.
 
*Kolibri*
Benutzer162226  Sehr bekannt hier
  • #4
Ich würde mit dem Frauenarzt nochmal sprechen wegen Beschäftigungsverbot. Das kann es auch aus psychischen Gründen geben.
 
Fußliebhaber84
Benutzer195524  (42) Verbringt hier viel Zeit
  • #5
Ich habe so ein Hals ich bin seit 7 Jahren nicht krank und verursache kaum Kosten für meine Krankenkasse
Naja, das interessiert halt niemanden wirklich...

Ich würde auch den Arzt wechseln und auf die enorme psychische Belastungen hinweisen.

Für die Zukunft würde ich mich dann um einen neuen Arbeitgeber bemühen.
 
U
Benutzer222092  Sorgt für Gesprächsstoff
  • #6
Hat uns jemand Tipps
Verstehen wollen, weshalb der Chef das will, und entsprechend reagieren versuchen, oder nicht.
Gibt der andere Status der Firma (mehr) Versicherungsgeld?
Kann der Chef in der Firma Ersatz für die Zeit der Abwesenheit suchen, wenn der Status anders ist?
Oder könnte der Chef sie einfacher austauschen, wenn sie den anderen Status hätte?
 
sustr
Benutzer192717  (54) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #7
Wenn der Arbeitgeber ein Konzern ist, dann wird es dort ja auch einen Betriebsrat geben. Den sollte Deine Frau zu allererst kontaktieren. Gleichzeitig macht es Sinn, die Gewerkschaft mit einzubeziehen (hoffentlich ist deine Frau dort Mitglied).

Ein Beschäftigungsverbot ist nur dann möglich, wenn am Arbeitsplatz gesundheitsgefährdende Umstände vorhanden sind, die sich nachteilig auf die Schwangerschaft auswirken. Dazu muss der behandelnde Arzt die genauen Arbeitsumstände kennen. Ob das bei dem ständigen (?) Heben und Tragen von Lasten gegeben ist, vermag nur der Arzt beurteilen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schnecke106
Benutzer85763  (44) Beiträge füllen Bücher
  • #8
Ein Beschäftigungsverbot ist auch möglich, wenn die Schwangere gesundheitliche Probleme hat, die das Leben von Mutter oder Baby gefährden. Das wird vom Arzt ausgestellt, das andere vom Arbeitgeber (sofern er keinen alternativen Arbeitsplatz anbieten kann, der mit dem Mutterschutzgesetz konform ist).

Wenn die Schwangere im Beschäftigungsverbot ist, hat der Arbeitgeber m.W. die Möglichkeit Ersatz einzustellen, bei reiner Krankheitsmeldung nicht.
 
Nicki234
Benutzer235720  (52) Ist noch neu hier
  • #9
Ich würde zum Gynäkologen gehen und klar Text reden und Ausschau nach m neuen AG halten
 
S
Benutzer229615  (54) Ist noch neu hier
  • #10
Ab zum Betriebsrat und mal mit dem Chef vom Chef reden, ob eine Führungskraft sich wirklich strafbar machen sollte in dem psychischer Druck die Gesundheit gefährdet.
 
H
Benutzer233557  (34) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #11
Leider gibt es in dem Konzern kein Betriebsrat. Frauenarzt hat nun ein Beschäftigungsverbot ausgestellt.

Für meine Frau super, allerdings kostet das den Steuerzahler wieder tausende Euro…

vielen Dank für die Hilfe :smile:)
 
sustr
Benutzer192717  (54) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #12
Ich kann das echt nicht verstehen, dass es selbst in Konzernen keinen Betriebsrat gibt.
Ich sehe das gerade bei ALDI, bei denen erst jetzt, wo tausende Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, ein Betriebsrat gegründet werden soll - viel zu spät natürlich.
 
U
Benutzer177622  Beiträge füllen Bücher
  • #13
L
Benutzer235269  (25) Ist noch neu hier
  • #14
Den Steuerzahler kostet das nur bedingt und die jetzige Lösung (die Übelkeit ist ja wahrscheinlich von längerer Dauer) ist wirklich für alle Parteien besser. Statt den Lohn über die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu bekommen und dadurch alleinig den AG zu belasten, werden nun verschiedene (auch im Krankheitsfall) vom AG bediente Umlagesysteme in Anspruch genommen, die genau für solche Fälle da sind. Völlig verständlich dass Vorgesetzte da entsprechend die für das Konzernergebnis günstigere Lösung präferieren und hier nicht zu eurem Nachteil. Alles Gute weiterhin!
 
Bembelschorsch
Benutzer186758  (53) Öfter im Forum
  • #15
Das ist sehr gut investiertes Geld ….
Finde da meine Steuern genau richtig angelegt
 
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D
Benutzer209496  (49) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #16
Der Lohn während des Beschäftigungsverbots wird nicht aus Steuergeld bezahlt, sondern von der Krankenkasse an den Arbeitgeber erstattet. Und die Krankenkasse finanziert das aus der sogenannten U2-Umlage, in die ausschließlich Arbeitgeber einzahlen.
Falls also nicht zufällig jemand hier eine eigene Firma mit Angestellten hat, ist also niemand hier an der Finanzierung beteiligt ...
Und der Fragesteller braucht somit kein schlechtes Gewissen zu haben. Die U2-Umlage ist genau dafür da.
Und weil die U2-Umlage, in die der Arbeitgeber einzahlt, genau dafür da ist, ist es auch legitim, dass der Arbeitgeber lieber ein Beschäftigungsverbot sieht als Krankschreibungen.
 
S
Benutzer235468  (36) Ist noch neu hier
  • #17
Mach dir wegen der Finanzierung keine Gedanken und sei für deine Frau da. In einem Konzern kann aufgrund der Strukturen ein Beschäftigungsverbot wegen Ersatz für den AG deutlich besser sein als eine AU, das ist aber erst mal nicht Problem des AN.
 
housedrache
Benutzer192233  (51) Verbringt hier viel Zeit
  • #18
Für meine Frau super, allerdings kostet das den Steuerzahler wieder tausende Euro…
Für genau solche Fälle ist unser Sozialsystem da - deiner Frau geht es nicht gut, ihre und die Gesundheit eures ungeborenen Kindes sind gefährdet - und durch ein Beschäftigungsverbot hat der Arbeitgeber nun kurzfristig die Möglichkeit, sie Stelle anders zu besetzen, sodass der Betrieb reibungslos weiterlaufen kann. Und die Geburtenrate hier ist niedrig, da tut ihr was dafür, dass es auch in Zukunft Steuerzahler geben wird….
 
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