Chef baggert mich an!

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Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
"Ich habe heute Nachmittag ein Termin bei einem Freund der Familie (Anwalt) und kucke mal was der sagt"

Da bin ich mal gespannt ...

Wenn ich mir die Seite http://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Belästigung#Am_Arbeitsplatz so anschaue, bist Du nicht ganz wehrlos. Dein Anwalt wird Dich entsprechend informieren.

Ich zumindest würde mich noch heute schriftlich per Einschreiben mit Rückschein beim Geschäftsführer bzw. Inhaber Deines Unternehmens beschweren und darum bitten, dass sich bitte darum gekümmert wird, dass Du in Ruhe arbeiten kannst, OHNE belästigt zu werden.

Auch wenn vermutlich ein normales Arbeitsverhältnis nicht mehr möglich sein wird, ist es evtl. ein rechtlich wichtiger Schritt, für Deine finanzielle Zukunft ...

Denn es heißt:
"Dem sexuell belästigten Arbeitnehmer/Bediensteten steht ein Beschwerderecht zu (§ 13 AGG). Arbeitgeber oder Vorgesetzter haben die Beschwerde zu prüfen und geeignete Maßnahmen zu treffen, um zu verhindern, dass sich die festgestellte sexuelle Belästigung wiederholt."

Halt uns auf dem Laufenden.
 

Benutzer128500  (36)

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Mhm, Beschwerde einreichen? Der Inhaber dieser Firma, deckt doch meinen Zukünftigen Chef? Das sind beste Freunde, und ab dem 1.Mai gehört meinem Chef (der mich belästigt) die Firma. Soll ich bei ihm eine Beschwerde gegen ihn einreichen? Ich bezweifel das das was bringt.
Wir sind nur eine kleines Ingenieurunternehmen mit den dazugehörigen Bauzeichner.

So, mein Anwalt konnte mir keine große Hoffnungen machen.
Also:
1. Vor einer Kündigung brauche ich wohl keine Angst haben, solange ich mir nix zu Schulden kommen lasse, und auch dann werde ich erst abgemahnt! Wenn er mich aufgrund mangelnder Auftragslage kündigen möchte, müsste der Kollege der nach mir eingestellt worden ist, zuerst gehen. Nagut, da bin ich schon mal sicher.
2. Was die Belästigung angeht, so brauche ich Zeugen. Sprich Mitarbeiter müssen gesehen haben, dass er mich anfasst, und ich laut und deutlich sage, ich will das nicht. Da mein Chef dies aber nur gemacht hat, wenn wir alleine waren, so steht Aussage gegen Aussage und im Zweifelsfall geht es immer für den Angeklagten. Und auf Rückendeckung in der Firma brauche ich wohl nicht hoffen. Ich bezweifel das eine der Bauzeichnerinnen für mich aussagt, dafür sind diese zu leicht ersetzbar, und die hätten Angst um ihren Job.

Er rät mir, mich einfach vom Chef fern zu halten und mir was neues suchen. Leider sind unsere deutschen Gesetze wohl nicht ganz so ausgereift.

Ich finde das alles voll Schade, denn als ich hier Anfing, und auch bis zu dem Zeitpunkt wo er aufdringlich wurde, konnten wir zwei immer richtig gut zusammenarbeiten. Da war nie was. Wir haben manchmal bis in die Nacht hier gesessen, wenn wir Abgabedruck hatten. Nie war da auch nur eine einzige Berührung, außer das obligatorische Händeschütteln zum Abschied! Und jetzt das.
Das ist zum kotzen, wegen dem muss ich mein Traum hier beenden.
Naja, nur noch heute und morgen, und dann sind 2 Wochen Erholung angesagt!
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Mhm, Beschwerde einreichen? Der Inhaber dieser Firma, deckt doch meinen Zukünftigen Chef? Das sind beste Freunde, und ab dem 1.Mai gehört meinem Chef (der mich belästigt) die Firma. Soll ich bei ihm eine Beschwerde gegen ihn einreichen? Ich bezweifel das das was bringt.

Sprich Deinen Anwalt darauf an, was er davon hält.

Es kann nie schaden, etwas schriftlich einzureichen - ganz im Gegenteil (Formulierung überlass auf jeden Fall D/einem Anwalt).

Denn:

1. Du stellst die Situation richtig (denn wer weiß schon, was der junge dem alten erzählt hat) und
2. Hast Du Dich Deinen "Rechten" entsprechend "gewehrt" - so kann Dir niemand nachsagen, Du hättest die Sache nicht ernst genommen, es eventuell sogar gewollt? Du stellst damit klar, dass Du es nicht wolltest und nicht willst. Und ich denke, das ist sehr wichtig.

Was das bringt, steht in den Sternen - auf jeden Fall verhältst Du Dich rechtlich korrekt, in dem Du die Geschäftsführung über sexuelle Belästigung informierst, was bei einer späteren "Klage"/"Kündigung" oder was auch immer aus dem ganzen Drama wird, sehr wichtig sein kann. Ist ja eine Art schriftlicher Widerspruch/Einspruch - in Alltagsgeschäften und auf Ämtern ja auch eine rechtlich sehr wichtige Formalität.
 

Benutzer128500  (36)

Benutzer gesperrt
Okay, das Argument klingt gut. Auch wenn es nur ist um mich abzusichern. Ich Sage den Anwalt mal Bescheid.
 
M

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Gast
Du hast drei wichtige Schritte unternommen, nämlich deinen Mann und deine Kollegen eingeweiht und dir rechtliche Beratung geholt. Das ist schon mal sehr, sehr gut!

Ich hab hier noch einen nützlichen Link gefunden, vielleicht hilft er dir ja, er beinhaltet konkrete Vorschläge, wie bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz vorzugehen ist, hier ein kleines Bsp:

Auch schriftliche Reaktionen sind sinnvoll, vor allem dann, wenn die verbale Zurückweisung vom Belästiger ignoriert wird. In einem solchen Brief sollte sachlich und detailliert – d.h. mit Angabe von Datum, Ort, Tathergang usw. – das Verhalten des Belästigers kritisiert und zurückgewiesen werden. Zudem sollten Konsequenzen für den Fall aufgezeigt werden, dass der Belästiger die Belästigungen nicht einstellt. Es sollte eine Kopie des Briefes angefertigt werden und der Brief sollte möglichst in Gegenwart einer dritten Person übergeben oder per Einschreiben mit einem Rückschein verschickt werden.

Wenn dein zukünftiger Chef nochmal solche Kommentare à la "Stell dich nicht so an" bringt, solltest du sehr laut und bestimmt werden. Für mich sind das Äußerungen, die auf eine sehr hohe Gewaltbereitschaft schließen lassen.
Wer spricht so mit einer Frau? Nur jemand, der ihren freien Willen nicht respektiert.

Sollte er dich nochmal betatschen, dann hau seine Hand mit aller Vehemenz weg und sag ihm laut und deutlich, dass du dir dieses Verhalten ein für alle mal verbittest.

Es ist sehr wichtig, dass du bestimmt und selbstbewusst auftrittst, ansonsten suggerierst du ihm, dass dein Widerstand durchaus zu brechen wäre.
 

Benutzer111415  (28)

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Wie weit sind denn die verschiedenen Räume auseinander? Würden es die anderen Mitarbeiter hören, würdest du z.B. laut "Nehmen Sie sofort ihre Hand von meinem Knie!"/ "Lassen Sie das!" /o.ä. sagen/rufen? Dann würde ja evtl. auch der alte Chef eher darauf aufmerksam werden, dass da was nicht stimmt.
 
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