Busse & Bahnen

Benutzer68557  (30)

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Sind sie das? Beamte haben Sonderregeln, Kirchen haben Sonderregeln, medizinische Dienste haben Sonderregeln und zum Thema Streik: Ich dürfte das auch nicht, weil es keine Gewerkschaft gibt, die den organisieren würde.

Beamte sind keine Arbeitnehmer. Und im übrigen war meine Aussage natürlich themenspezifisch. Das Streikrecht ist ein Grundrecht. Da gibt es für mich nichts zu rütteln .
 

Benutzer54399 

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Beamte sind keine Arbeitnehmer. Und im übrigen war meine Aussage natürlich themenspezifisch. Das Streikrecht ist ein Grundrecht. Da gibt es für mich nichts zu rütteln .

Ein Grundrecht mit vielen Auflagen, praktisch gesehen darf die Mehrheit der Arbeitnehmer nicht streiken.
 

Benutzer78484 

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Ein Grundrecht mit vielen Auflagen, praktisch gesehen darf die Mehrheit der Arbeitnehmer nicht streiken.
Oder wohl eher: Es macht für viele Bereiche aus diversen Gründen kaum Sinn. Wenn ich da jetzt an die IT denke: Es bleibt oft nur Arbeit liegen, die später nachgeholt werden muss oder noch schlimmer: Man streikt damit "gegen" Kollegen, für die derselbe Tarifvertrag gilt :ninja:
Je weniger Leute klassisch "produzieren", umso komplexer wird das ganze. Wenn man sich Dienstleistungen wie Medizin, Bildung, Pflege oder Betreuung anguckt: Letztlich leiden da nur die "Kunden" und dem Dienstherren kann es lange Zeit ziemlich egal sein, weil er dadurch keine wirklichen Verluste einfährt.
 

Benutzer54399 

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Oder wohl eher: Es macht für viele Bereiche aus diversen Gründen kaum Sinn. Wenn ich da jetzt an die IT denke: Es bleibt oft nur Arbeit liegen, die später nachgeholt werden muss oder noch schlimmer: Man streikt damit "gegen" Kollegen, für die derselbe Tarifvertrag gilt :ninja:

Wäre halt die Frage, wie so ein Streik aussehen dürfte. Ein Lokführer darf den Zug anhalten, dürfte ein Admin die Server stoppen? Ein Streik in meinem kleinen Team (<10 Mitarbeiter) würde die komplette Firma, mit mehreren tausend Mitarbeitern, so lange lahm legen wie wir wollen. Ein Streik bei den richtigen Admins könnte eines der größten Rechenzentren Deutschlands vom Netz nehmen.
 

Benutzer44981 

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Allein schon die Tatsache, dass Arbeitnehmer in diesen Branchen deutlich schlechter bezahlt werden, als in Branchen, die z.B. von der I.G. Metall vertreten werden, zeigt ja nun überdeutlich, dass dass das eine Mär ist, mit dem längeren Hebel...
Dass das Gehalt nicht nur von der Länge des Hebels im Falle eines Streiks abhängt, dürfte wohl klar sein. Und unabhängig davon ist der Kollateralschaden bei einem Bahnstreik einfach viel höher, als in vielen anderen Branchen, weshalb ich durchaus der Meinung bin, dass Regelungen, um diesen Kollateralschaden ein wenig einzuschränken, durchaus sinnvoll sind.
Damit meine ich jetzt kein Streikverbot, o.Ä., sondern einfach nur so was, wie die Pflicht, den Streik ein paar Tage vorher anzukündigen, dass die Pendler überhaupt die Chance haben, sich eine Alternative für den Arbeitsweg zu organisieren. Das ist ja dann immernoch eine erhebliche Einschränkung, da diese Alternative oft mit einem deutlich größeren Zeit- und/oder Geldaufwand einhergeht.
Oder wie ist es mit Studenten, die wegen einer dank kurz vor knapp angekündigtem Bahnstreik eine Prüfung verpassen und nun die Zwangsexmatrikulation fürchten müssen (seit Bologna ja nicht ganz so unwahrscheinlich)?

Das gleiche gilt natürlich auch für die von dir erwähnten Kita-Streiks: Wenn da schon gestreikt wird, sollte man den Eltern doch zumindest ein wenig Zeit geben, um irgendwie eine Alternative zu organisieren, die weder zu einer Verletzung ihres Arbeitsvertrags, noch der Verletzung ihrer Aufsichtspflicht führt.

Ob diese kleine Einschränkung des Streikrechts zur Verhinderung extremer Kollateralschäden nur für kritische Bereiche, wie öffentliche Verkehrsmittel, Kitas, usw. eingeführt wird, wo sie wirklich notwendig ist, oder gleich generell für alle Streiks ist mir dabei eigentlich ziemlich eal.

Das Risiko solcher Streiks fürt jedenfalls dazu, dass ich selbst dann nicht aufs Auto als Backup verzichten würde, wenn ich an einem Ort mit perfekt ausgebauten öffentlichen Verkehsmitteln leben würde und dass ich im Falle finanzieller Einschränkungen lieber an einem Ort mit schlechten öffentlichen Verkehrsmitteln lebe, wenn ich mir nur dort ein Auto leisten kann. - Einfach, weil ich mir meine persönliche Mobilität nicht von irgendwelchen Gewerkschaften einschränken lassen will.
 

Benutzer77547 

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Dass das Gehalt nicht nur von der Länge des Hebels im Falle eines Streiks abhängt, dürfte wohl klar sein. Und unabhängig davon ist der Kollateralschaden bei einem Bahnstreik einfach viel höher, als in vielen anderen Branchen, weshalb ich durchaus der Meinung bin, dass Regelungen, um diesen Kollateralschaden ein wenig einzuschränken, durchaus sinnvoll sind.
Damit meine ich jetzt kein Streikverbot, o.Ä., sondern einfach nur so was, wie die Pflicht, den Streik ein paar Tage vorher anzukündigen, dass die Pendler überhaupt die Chance haben, sich eine Alternative für den Arbeitsweg zu organisieren. Das ist ja dann immernoch eine erhebliche Einschränkung, da diese Alternative oft mit einem deutlich größeren Zeit- und/oder Geldaufwand einhergeht.
Oder wie ist es mit Studenten, die wegen einer dank kurz vor knapp angekündigtem Bahnstreik eine Prüfung verpassen und nun die Zwangsexmatrikulation fürchten müssen (seit Bologna ja nicht ganz so unwahrscheinlich)?

Das gleiche gilt natürlich auch für die von dir erwähnten Kita-Streiks: Wenn da schon gestreikt wird, sollte man den Eltern doch zumindest ein wenig Zeit geben, um irgendwie eine Alternative zu organisieren, die weder zu einer Verletzung ihres Arbeitsvertrags, noch der Verletzung ihrer Aufsichtspflicht führt.

Ob diese kleine Einschränkung des Streikrechts zur Verhinderung extremer Kollateralschäden nur für kritische Bereiche, wie öffentliche Verkehrsmittel, Kitas, usw. eingeführt wird, wo sie wirklich notwendig ist, oder gleich generell für alle Streiks ist mir dabei eigentlich ziemlich eal.

Das Risiko solcher Streiks fürt jedenfalls dazu, dass ich selbst dann nicht aufs Auto als Backup verzichten würde, wenn ich an einem Ort mit perfekt ausgebauten öffentlichen Verkehsmitteln leben würde und dass ich im Falle finanzieller Einschränkungen lieber an einem Ort mit schlechten öffentlichen Verkehrsmitteln lebe, wenn ich mir nur dort ein Auto leisten kann. - Einfach, weil ich mir meine persönliche Mobilität nicht von irgendwelchen Gewerkschaften einschränken lassen will.


Wie gesagt. Die logische Folge ist eigentlich ganz einfach: ALLE Deine Aussagen sprechen dafür, dass öffentliche Mobilität als hoheitliche Aufgabe begriffen werden muss, weil eine Einschränkung der Dienstleistung - etwa durch Streiks - enorme Folgen für die Bevölkerung hat. Dann muss man halt auch einfach die Konsequenz ziehen und die Bahn wieder verstaatlichen und die Beschäftigten zu Beamten machen. Genau DAS haben unsere Vorfahren ja genau DESWEGEN mal so gemacht. Aber wir sind heute ja so viel schlauer....und wollen immer alles haben. Alles andere als eine Rückabwicklung der Privatisierung erscheint mir inkonsequent und letztlich unlogisch und das Gekreine nicht wert. Wenn man das aber nicht will, darf man sich halt auch nicht beschweren, dass Menschen von dem Streik betroffen werde... und evtl. sogar äußerst heftig.

Und glaube doch keiner, dass es nicht auch schlimme Auswirkungen hat, wenn der Streik etwas früher angekündigt würde.

Meine Güte, das ist alles so bigott.

Eine andere Lösung wäre im speziellen Fall übrigens auch noch möglich: Die Bahn könnte ja einfach ihren Beschäftigen deutlich bessere Arbeitsbedingungen und Löhne anbieten. Wäre ja auch gar nicht so abwegig, wenn deren Dienstleistung so wichtig ist, dass bei einer 4stündigen Nicherbringung halb Deutschland zusammenbricht und Existenzen vernichtet werden etc. pp.
 
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Benutzer115625 

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Wie gesagt. Die logische Folge ist eigentlich ganz einfach: ALLE Deine Aussagen sprechen dafür, dass öffentliche Mobilität als hoheitliche Aufgabe begriffen werden muss, weil eine Einschränkung der Dienstleistung - etwa durch Streiks - enorme Folgen für die Bevölkerung hat. Dann muss man halt auch einfach die Konsequenz ziehen und die Bahn wieder verstaatlichen und die Beschäftigten zu Beamten machen. Genau DAS haben unsere Vorfahren ja genau DESWEGEN mal so gemacht.
Genau das wäre korrekt.

Alternativ könnte man eben einfach darüber nachdenken, die Fahrgastrechte entsprechend anzupassen: Bahn haftet für alternative, im Zweifel selbstorganisierte Beförderung bei abzusehender Verspätung am Zielort > 2h. Oder man macht es wie beim Fliegen mit angemessener, entfernungsgestaffelter Pauschal-Entschädigung + ggf. individueller Geltentmachung darüber hinausgehender durch Verspätung entstandener Schäden. Das alles eben auch bei Streik. Gleichzeitig zwingt man die Bahn über einen wirtschaftlichen Heben generell zu mehr Pünktlichkeit; im Moment scheint Pünktlichkeit ja wirtschaftlich nicht geboten zu sein, und dementsprechend wird das Thema behandelt.

Dann kann sich der Kunde, wenn es wirklich wichtig ist, im Zweifel ins Taxi setzen. (Problematisch natürlich trotzdem für Leute, die nicht 500€ vorstrecken können um meinetwegen 200km mit dem Taxi zu fahren - also eig. die, die so eine Reglung am nötigsten haben, weil sie der Bahn am meisten "ausgeliefert" sind). Muss man vll. also was mit Taxigutscheinen machen, die ich mir im Reisezentrum holen kann, so wie es jetzt eingeschränkt ja bei normalen Verspätungen gemacht wird, wenn Nachts kein Zug mehr fährt. Aber eben ohne die bei Taxis lächerliche Höchstgrenze von 80€ und die sonstigen Auflagen (Ankunft nach 0 Uhr usw.).

Das muss man sich mal Vorstellen: Wenn ich Fernverkehr fahre liegt aktuell das, derzeit jedoch nur mit ganz viel "Wenn und Aber" erhältliche, Taxigeld ganz oft (weit) unter dem eigentlichen Ticketpreis! Klar scheißt die Bahn da auf Pünktlichkeit, denn schlimmstenfalls kommt sie ca. +- 0 raus. Aber das auch nur, wenn sich der Kunde im Anschluss an seine Odyssee durch den superaufwendigen und nur per Papierformular (alles geht mittlerweile Online bei der Bahn, nur das nicht. Ein Schelm, wer ...) abzuwickelndem Fahrgastrechteprozess quält, um die Hälfte(!) des Ticketpreises zurück zu bekommen. Machen viele deshalb gleich garnicht. Bei Streik hat der Kunde nichtmal darauf Anspruch. Eigentlich auf überhaupt nichts, außer Alternativbeförderung bei der DB (Der Witz: Es fährt ja nichts :grin:) oder Rücktritt von der Fahrt, wenn ich die Fahrgastrechte gerade richtig im Kopf habe.

Zurück zum Thema: Dann könnten Streikmaßnahmen auch weniger umfassend ausfallen, und trotzdem die gleiche Wirkung bei der Bahn erzielen (aber dabei Volkswirtschaftlich deutlich "schonender" sein), man könnte also das Streikrecht hier dann auch durchaus etwas einschränken, um die Gewerkschaft nicht in eine extreme Machtposition zu bringen. Und sei es, indem man zumindest entsprechende Hürden für eine volle Eskalation aufstellt, z.B. durch mehrere Schlichtungsversuche, bis der Verkehr umfassend völlig lahmgelegt werden darf.

Ich denke also, man könnte sich dem Thema nähern, ohne gleich das ganz große Rad zu drehen, und dabei trotzdem viele kritische Fälle für die Bevölkerung entschärfen, ohne dabei die Rechte der Arbeitnehmer entscheidend zu beschneiden. Da die Bahn ja de facto immer noch ein Staatsunternehmen ist, wäre das mMn. prinzipiell auch leicht durchsetzbar, denn die kann ja in ihre AGB schreiben, was sie will. Wenn man das in Verbindung mit Streikrechtseinschränkungen macht, dann aber natürlich als Gesetz.

Denn Wiederverstaatlichung ist ja nun, wenn auch in meinen Augen wünschenswert, keine Lösung, die in der Legislative realistischerweise mehrheitsfähig ist.
 
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Benutzer113006 

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Meiner Meinung nach sollte ein Streik in erster Linie den bestreikten Konzern treffen und nicht den Kunden, vor allem in so einem Monopolszenario.
Wie stellst du dir es denn vor, dass der Streik den Konzern betrifft? Wie sollen die betroffenen Mitarbeiter direkt an der Strecke streiken, außer dass sie ihre Arbeit einstellen? Ich weiß nicht, in welchem Tarifvertrag die kaufmännischen Mitarbeiter gebunden sind, es wird dort sicher ebenfalls Streikende geben, aber man bekommts halt nicht mit. Die Mitarbeiter an der Strecke können unglaublichen Druck auf den Arbeitgeber ausüben und somit ihre Forderungen besser (?) durchsetzen, wie wenn einer im Büro fehlt. Find ich nicht verkehrt.

In der Presse gab es Forderungen, dass man einen Notfallfahrplan wie in Italien für Streik erstellen könnte, dieses Mal hat das Personal an den Stellwerken gestreikt, ich weiß nicht, wie man da einen Notfallplan erstellen soll. :tentakel:

Als Verdi neue Verträge im ÖD aushandelte, mussten die Streikenden an den Vorgesetzten melden, ob sie streiken werden oder nicht. Imho verfehlt das ein bisschen das Streikrecht, wenn der Arbeitgeber vorgewarnt wird, denn damit kann man noch recht gut umplanen, auch weil recht wenig Personal im ÖD gewerkschaftlich organisiert ist, im Gegensatz zur DB.

Übrigens ist es die Pflicht des Arbeitnehmers, sich zu informieren, wie er zur Arbeit kommt. Laut Internet kann man im schlimmsten Fall eine Abmahnung bekommen, wenn man wegen Streik zu spät zur Arbeit kommt und der Arbeitgeber kein Verständnis zeigt. Finde es etwas schwierig zu sagen, man schiebt die Schuld auf die Bahn. Der Streik war zumindest bereits Sonntagabend bekannt.

Dass die Bahn reformiert gehört, steht außer Frage. Es kann beispielsweise nicht sein, dass die Bahn in Personalengpässe kommt, weil sich viele Mitarbeiter im Wahlmodell des Tarifvertrags für mehr Urlaub entscheiden und der Bahn deshalb die Mitarbeiter fehlen, um die Arbeitszeiten abzudecken.
 

Benutzer54399 

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Wie stellst du dir es denn vor, dass der Streik den Konzern betrifft? Wie sollen die betroffenen Mitarbeiter direkt an der Strecke streiken, außer dass sie ihre Arbeit einstellen? Ich weiß nicht, in welchem Tarifvertrag die kaufmännischen Mitarbeiter gebunden sind, es wird dort sicher ebenfalls Streikende geben, aber man bekommts halt nicht mit. Die Mitarbeiter an der Strecke können unglaublichen Druck auf den Arbeitgeber ausüben und somit ihre Forderungen besser (?) durchsetzen, wie wenn einer im Büro fehlt. Find ich nicht verkehrt.

Natürlich können die Mitarbeiter unheimlich Druck ausüben, wenn sie einfach mal halb Deutschland lahm legen. Ärzte und Pfleger könnten auch unheimlich viel Druck aufbauen, wenn sie sich einfach mal nicht mehr um die Patienten kümmern würden. Den maximalen Druck aufzubauen ist natürlich am effektivsten, moralisch für mich aber nicht vertretbar.

Man könnte z.B. nur den Güterverkehr bestreiken oder man könnte es viel früher ankündigen, damit die Bahn gezwungen ist einen Ersatzverkehr zu organisieren. Auch den Notfallplan finde ich nicht verkehrt, den gibt es ja z.B. auch in der Pflege in Deutschland. Da dürfen dann einige einfach nicht Streiken.

Übrigens ist es die Pflicht des Arbeitnehmers, sich zu informieren, wie er zur Arbeit kommt.
Es spricht nicht wirklich für die Bahn als Verkehrsmittel, wenn ich mich jeden Abend vorher noch informieren muss, ob sie am nächsten Tag auch wirklich fährt oder ob ich mir innerhalb weniger Stunden eine Alternative suchen muss. Ganz davon abgesehen, dass es oft schlichtweg keine realistische Alternative gibt.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
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Eine andere Lösung wäre im speziellen Fall übrigens auch noch möglich: Die Bahn könnte ja einfach ihren Beschäftigen deutlich bessere Arbeitsbedingungen und Löhne anbieten. Wäre ja auch gar nicht so abwegig, wenn deren Dienstleistung so wichtig ist, dass bei einer 4stündigen Nicherbringung halb Deutschland zusammenbricht und Existenzen vernichtet werden etc. pp.
Also man kann der Bahn ja vieles vorwerfen, aber so besonders schlecht zahlen die ja jetzt beim besten Willen nicht :cautious:

Ist imho auch eine gewisse Ungerechtigkeit, Leute besser zu bezahlen, nur weil ihr Job aus völlig arbiträren Gründen irgendwie zur Versorgungssicherheit beträgt, ohne sonst in irgendeiner Weise anspruchsvoller zu sein als ein vergleichsweiser Job :ninja: Einfach nur, damit die Hampelmänner nicht streiken.
 

Benutzer77547 

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Also man kann der Bahn ja vieles vorwerfen, aber so besonders schlecht zahlen die ja jetzt beim besten Willen nicht :cautious:

Ein Zugbegleiter verdient im Schnitt 2,300 EUR brutto. Finde ich jetzt auch nicht eine besonders gute Bezahlung.


Ist imho auch eine gewisse Ungerechtigkeit, Leute besser zu bezahlen, nur weil ihr Job aus völlig arbiträren Gründen irgendwie zur Versorgungssicherheit beträgt, ohne sonst in irgendeiner Weise anspruchsvoller zu sein als ein vergleichsweiser Job :ninja: Einfach nur, damit die Hampelmänner nicht streiken.

Nein, das nennt man "Macht". Seit wann bestimmt denn der "Anspruch" die Höhe von Löhnen? Löhne ergeben sich in erster Linie aus den Machtbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (die teilweise auf dem Arbeitsmarkt, teilweise aber auch auf anderen Faktoren wie Organisationsgrad, Bedeutung der Arbeit etc.) und einem gewissen Schuss "Konvention" (ein XY verdient nun mal so um die ...).
Und ehrlich gesagt frage ich mich schon, warum es "Hampelmänner" sind, wenn halt in einer gewissen Branche auf Grund eines hohen Organisationsgrades und eben der Bedeutung der Arbeit für das Gemeinwesen, ausnahmsweise mal die Arbeitnehmer in einer guten Machtposition sind. Das ist ihnen doch zu gönnnen.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
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Ein Zugbegleiter verdient im Schnitt 2,300 EUR brutto. Finde ich jetzt auch nicht eine besonders gute Bezahlung.
Wenn ich das hier so lese: Was verdienen eigentlich Zugbegleiter?
verdienen die im Mittel jetzt wahrlich nicht so schlecht. Das ist ja jetzt beim besten Willen auch nicht gerade ein hochqualifizierter Job.
Und ehrlich gesagt frage ich mich schon, warum es "Hampelmänner" sind, wenn halt in einer gewissen Branche auf Grund eines hohen Organisationsgrades und eben der Bedeutung der Arbeit für das Gemeinwesen, ausnahmsweise mal die Arbeitnehmer in einer guten Machtposition sind. Das ist ihnen doch zu gönnnen.
Wenn man das so sieht, gönnt man dann auch den Arbeitgebern, dass sie in gewissen Branchen die Zügel absolut in der Hand halten und richtig schön ausbeuten können? :ninja: Das sind doch letztlich zwei Seiten der Medaille...
 

Benutzer36171 

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Übrigens ist es die Pflicht des Arbeitnehmers, sich zu informieren, wie er zur Arbeit kommt. Laut Internet kann man im schlimmsten Fall eine Abmahnung bekommen, wenn man wegen Streik zu spät zur Arbeit kommt und der Arbeitgeber kein Verständnis zeigt. Finde es etwas schwierig zu sagen, man schiebt die Schuld auf die Bahn. Der Streik war zumindest bereits Sonntagabend bekannt.
Das stimmt so aber nicht. Ich muss nicht jeden Tag die neusten Nachrichten auf dem Schirm haben. Bei drei Tagen vorher kann man das erwarten, aber nicht bei 12 Stunden. Das wär's ja noch. :ratlos:

Aber bei einem Arbeitgeber, der mir bei so etwas einen Strick draus dreht, würde ich eh nicht arbeiten wollen... (Leider hat da nicht jeder eine Wahl.)
 

Benutzer11466 

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Denn Wiederverstaatlichung ist ja nun, wenn auch in meinen Augen wünschenswert, keine Lösung, die in der Legislative realistischerweise mehrheitsfähig ist.
Es würde vor allem teuer, denn dann müßten die ganzen zwischenzeitlich entstandenen Privatbahnen gekauft oder entschädigt werden...

Sinnvoller wäre es, das Netz endlich aus der DB AG zu nehmen und zu verstaatlichen. Eigentlich muß das Deutschland sogar - Madame M., der Ramsauer Peter und Monsieur Grube ignorierten die entsprechenden EU-Vorgaben aber einfach.
 
G

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Ohne auf die Streikdiskussion eingehen zu wollen ...

Ich hasse die Deutsche Bahn mit jeder Faser meines Herzens. Ich pendle jeden Tag quer durchs Ruhrgebiet zu meiner Arbeit und so gut wie immer ist irgendetwas. Wenn der morgendliche Regionalexpress nur 10 Minuten Verspätung hat, gilt der schon als überpünktlich.
Noch vor einem Jahr bin ich zweimal die Woche zwischen dem Ruhrgebiet und Hamburg gependelt, das war noch lustiger.

Ich hab schon so viele Geschichten mit diesem Dr*cksverein erlebt, ich könnte mich nicht auf eine beschränken. Viel eher könnte ich ein Buch darüber schreiben.
 

Benutzer44981 

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Naja... ich weiß echt nicht, ob es sinnvoll wäre, die Bahn zu verstaatlichen... das von Schweinebacke Schweinebacke vorgeschlagene Modell (Schienennetz in staatlicher Hand und richtig private, konkurrierende Bahnunternehmen, die das Netz nutzen) gefiele mir da schon viel besser.

Aber ich weiß echt nicht, was dagegen spricht, das Streikrecht so zu gestalten, dass tatsächlich in erster Linie die Arbeitgeber von den Streiks getroffen werden, während die Kollateralschäden in einem erträglichen Rahmen gehalten werden. - z.B. durch die allgemeine Pflicht, Streiks inkl. genau definiertem Start- und Endtermin mindestens 3 Tage vorher bekanntzugeben.

Und glaube doch keiner, dass es nicht auch schlimme Auswirkungen hat, wenn der Streik etwas früher angekündigt würde.
Natürlich hätte ein 3 Tage im Voraus angekündigter Bahnstreik weniger schlimme Auswirkungen für die Pendler, als einer, der erst am Vorabend angekündigt wird, da diese dann viel bessere Möglichkeiten hätten, sich z.B. mit Kollegen abzusprechen und Fahrgemeinschaften zu bilden.

Eine andere Lösung wäre im speziellen Fall übrigens auch noch möglich: Die Bahn könnte ja einfach ihren Beschäftigen deutlich bessere Arbeitsbedingungen und Löhne anbieten. Wäre ja auch gar nicht so abwegig, wenn deren Dienstleistung so wichtig ist, dass bei einer 4stündigen Nicherbringung halb Deutschland zusammenbricht und Existenzen vernichtet werden etc. pp.
Naja... zur einmaligen Abwendung eines Streiks mag das ja möglich sein. Aber dann fordern die Gewerkschaften bei der nächsten Tarifrunde eben noch viel mehr, riskieren den nächsten Streik und loten so die Schmerzgrenze der Bahn aus.


Auch die Vorschläge von Ali Mente Ali Mente halte ich für durchaus überlegenswert, um den Schaden im Streikfall mehr auf die Bahn zu konzentrieren und weniger auf die Fahrgäste, die auf diesen Quasi-Monopolisten angewiesen sind.
 

Benutzer98820 

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Nein, die fordern nicht aus Jux und Tollerei oder aus Langeweile oder aus Prinzip "eben noch viel mehr". Auch wenn das sicher wieder so hingestellt wird. :rolleyes:
 

Benutzer44981 

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Übrigens ist es die Pflicht des Arbeitnehmers, sich zu informieren, wie er zur Arbeit kommt. Laut Internet kann man im schlimmsten Fall eine Abmahnung bekommen, wenn man wegen Streik zu spät zur Arbeit kommt und der Arbeitgeber kein Verständnis zeigt. Finde es etwas schwierig zu sagen, man schiebt die Schuld auf die Bahn. Der Streik war zumindest bereits Sonntagabend bekannt.
Genau. Es wurde am Sonntagabend bekanntgegeben.
Da informiert man sich und stellt dann ungefähr folgendes fest:
"Scheiße! Ich habe kein Auto, zu Fuß oder mit dem Fahrrad brauche ich ewig, fürs Taxi fehlt mir das Geld und von den Kollegen, die mich möglicherweise im Auto mitnehmen könnten, habe ich keine privaten Kontaktdaten."
Wüsste man es 3 Tage vorher, könnte man sich mit den Kollegen absprechen und Fahrgemeinschaften bilden.
 

Benutzer102949 

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Es geht aber doch nicht nur um Pendler, die in die nächstgrößere Stadt wollen. Es gibt auch genug Kundschaft, die quer durch Deutschland fahren müssen, weil sie jemanden besuchen wollen, eine Veranstaltung haben, verreisen wollen, oder warum auch immer. Für die gibt es nur diese eine Möglichkeit oder es fällt flach. Und das sind ja nicht gerade wenige.
Es gibt zwar auch Fernbusse und Taxis. Aber das fällt ja genauso schnell flach, weil das schneller als man gucken kann völlig überlaufen oder ganz ausgebucht ist.
 
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